Nr. 258 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die! Siebener Familien- blatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" vrermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gictzeu. FernsprechanschlußNr.51. Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 2. November 1901 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige^ zu der für den folgendem Tag erscheinenden 9lti dis vormittags 10 Uhr^ Alle A»izcigcn-Vermitt-j lnngsstcuen des In- und! Auslandes nehmen An- zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf^. auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioersitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Deck. Icylgriffe. Als vor einigen Tagen der greise Fürst Lichnowsky starb, da wurde aus dem Leben seines ernrordeten Bruders Felix eine Episode wieder in Erinnerung gebracht, die recht charakteristisch war: In den Märztagen des Rcvolu- tionsjahres schickte sich, als die Erbitterung am höchsten gestiegen war, in Berlin eine wütende Volksmenge an, bas Königliche Schloß zu erstürmen. Der junge Aristokrat, der zufällig hinzukam, suchte, indem er einen Prellstein bestieg, durch eine feurige Rede die Aufständischen von ihrem Beginnen zurückzuhalten, indem er ihnen die Bewilligung aller ihrer Forderungen verhieß. Aber die Stimmung blieb drohend. Da rief plötzlich eine Stimme aus dem Haufen: „Dürfen wir ooch roochen?" In den Tagen vor der Märzrevolutron war das Rauchen in den Straßen der preußischen Hauptstadt streng verboten und zahllose Konflikte mit der Polizei waren die Folge. „Jawohl, Sie dürfen rauchen", versicherte mit rascher Fassung der Prinz. „Dürfen wir ooch im Tiergarten vvochen?" erklang die Gegenfrage. „Auch im Tiergarten." „Na, denn wollen wir man nach Hause jeh'n, denn haben wir ja, was wir wollten" — mit solchen Rusen zerstreute fick die Menge und das Schloß war gerettet. Diese kleine Geschichte ist sehr lehrreich Sie zeigt, daß oft genug nicht die großen politischen Probleme den tiefsten Grund der Mißstimmung bilden, sondern Heine, von jedem am eigenen Leibe empfundene Beschwerden, die namentlich dann eine starke Wirkung üben, wenn sie als Ehikanen empfunden werden. Eine kluge Regierung wird stets darauf sehen, daß selbst dort, wo sie mit Härte eingreifen muß, doch jener üble Nebengeschmack vermieden werde, sie wird auch dort, wo sie den Buchstaben für sich hat, dafür sorgen müssen, daß auch der Geist nicht fehle. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. Als man es den Bürgern von Berlin verbot, zu „roochen", da hat man in der letzten Konsequenz den Thron in Gefahr gebracht, und als ein kluger, psychologisch erkenntnisfähiger Mann aus eigener Macht das „Roochen" erlaubte, da wurde der König vor einer bitteren Stunde bewahrt. Vorher that man, als würde der Staat zusammenbrechen, wenn Einer mit dem Glimmstengel die Linden cntlangschlenderte; jetzt sind mehr als fünfzig Jahre Vorgängen, man „rvocht" immer ivoch und auch Preußen besteht noch immer. Man hat neulich, wie wir meldeten, den sozialdemokratischen Redakteur Bredeubeck, der wegen Preßvergehens in Haft saß, von Herford nach Dortmund transportiert, um in einer Sache vernommen zu werden. Auf dem Rücktransport hat man ihn nicht nur wie einen schweren Verbrecher gefesselt, sondern auch durch die belebtesten Straßen und über volkreiche Plätze hinweggeführt. Man wird uns nicht nachsagen, mit den sozialoemokratischen Bestrebungen zu sympathisieren — um so ernster und eindringlicher müssen wir vor der Wiederholung solcher Mißgriffe warnen. Ist es an sich schon ungehörig, einen wegen politischer Vergehen verurteilten Mann, dessen Ehre doch in keiner Beziehung in Frage gestellt wurde, wie einen Ehrlosen, wie einen gemeinen Schuft zu behandeln, so durfte auch man sich über die Wirkung recht lebhaft täuschen, die mit solchen Maßregeln erzielt wird. Alle Faktoren des staatlichen Lebens müssen zusammen wirken, um die sozialistische Gefahr zu bekämpfen — hier schaltet sich einer der bedeutsamsten Faktoren, die Polizeigewalt, freiwillig aus, um geradezu das sozialistische Ackerfeld zu düngen. Oder glaubt wirklich jemand, dchß auch nur em Einzelner unter den Zeugen des schmählichen Schauspiels durch den ihm gewährten Anblick zur Freude am Staat erzogen worden ist? Nein, man hat für den Mann, den man diskreditieren wollte, nur lebhafte Sympathien erweckt, und indem man ihn zum Märtyrer stempelte, wirkte man für die von ihm vertretene Sache. Wie sagte doch im Reichstag Herr Groeber: „Die Sozialdemokratie hat doch ein Schweineglück ’" „Solche Mißgriffe sind auf kleine, abgelegene Plätze beschränkt, in denen naturgemäß das Personal der Polizei nicht so weitsehend sein kann, wie etwa in Berlin" — so wird man sägen. Mit Verlaub. Auch die Berliner Polizei ist keineswegs über allen Zweifel erhaben. Die Affairen Leckert und Lützow, Tausch und Sternberg haben ja wohl diese Ueberzeugung in die weitesten Kreise getragen. Auch die Unzulänglichkeit in der Entdeckung von Mördern hat schon mancherlei Stoff zu bösartigen Betrachtungen geboten. Aber vielleicht, so meinen die „L. N. N.", entstand gerade aus dem Bedürfnis, frühere Fehler durch neue Lorbeern zu verdecken, her Gedanke, dem deutsch- amerikanischen Journalisten, dessen bei dem Sturm auf die Takuforts bewiesener Heldenmut einst die allgemeinste Bewunderung fand, aus Preußen auszuweisen. Gewiß hat die Polizei das Recht, lästigen Persönlichkeiten ihre Macht zu beweisen, und wer dem Staatswohl gefährlich ist, der darf auf besondere Schonung nicht rechnen. Die Begründung aber, die dem Ausweisungsbefehl für Herr in gs beigefugt ist, besteht nur in dem kurzen Worte „seiner Vorbestrafung wegen". 9äm ist allerdings der als Knabe von den Seinen in die weite Welt geschickte und in den härtesten Kampf um das Dasein verstoßene Mann vor 16 Jahren in contumaciam zu einem Vtonat Gefängnis verurteilt worden, weil er, inzwischen amerikanischer Bürger geworden, sich nicht zum Heeresdienst gestellt hat, für den er, wie em Attest besagt, „vollständig untauglich" ist. Und auch diese Strafe ist durch eine Amnestie auf gehoben worden. Wenn nun auch sich darüber streiten läßt, ob die Polizei zu ihrem rigorosen Vorgehen eine hinreichende formale Begründung besitzt, so bestehen doch zwei Gesichtspunkte, die ihr Verhalten in den Schein der Kurzsichtigkeit stellen, Gesichtspunkte, die zugleich beweisen, daß es mit der Schablone im Staatsleben nicht gethan ist. Zunächst werden im deutschen Volke selbst gewisse Imponderabilien verletzt, die gerade der sorglichsten Schonung bedürfen. Der Name Herrings steht in den Büchern unserer Kriegsgeschichte, er ist auf einem deutschen Schiffe schwer verwundet worden, sodaß er schwerlich jemals wieder volle Genesung erlangt, er ist ein Held, auch wenn er feine Waffen trug. Denn im Kugelregen zu stehen, um einst der Mitwelt ein wahres Bild des Geschehens zu vermitteln, dazu gehört kälteres Blut noch, dazu gehören stärkere Nerven, als sie der Kämpfer besitzt. Und der andere Gesichtspunkt? Nun, wie glaubt man, wird sich die Haltung gestalten, die man in ganz Amerika diesem Vorgang gegenüber einnimmt? Am Dienstag schon hat das Kabel die Nachricht vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean verbreitet — ob es wohl neben den Gehässigkeiten der Jingopresse auch an Glossen darüber fehlen wird, daß einer der eifrigsten Anhänger und Verteidiger Deutschlands, daß ein Mann, der stets nur die Feder ergriff, um für die Ehre seines alten Vaterlandes einzutreten, aus Berlin als ein Lästiger ausgewiesen wird? Ein Einzelner zählt ja nichts unter Millionen, und über fein Schicksal dürfen diese Millionen zur Tagesordnung übergehen. Aber es kann auch geschehen, daß Throne bedroht werden, weil man Unter den Linden nicht „roochen" darf, und durch die Ausweisung Herrings, wie durch die Behandlung Bredenbecks können Stimmungen erzeugt werden, von denen man wünschen möchte, daß sie niemals aufgetaucht wären. Palitische Tagesschau. Was Kriegsschiffe kosten. Man schreibt uns: Die Baukosten der deutschen Kriegsschiffe haben in den letzten Jahren eine erhebliche Steigerung erfahren. Das ist dem größeren Deplacement, der komplizierteren technischen Ausrüstung, den höheren Materialpreisen und Löhnen, und schließlich in der veränderten artilleristischen Armierung begründet. Jedes Schiff der Marine führt heute Schnellfeuergeschütze, und davon wieder verschiedene! Kaliber, die sich durchweg bewährten. Die Frage der Verbesserung der Armierung ist gleichwohl ständig im Fluß, denn das Bessere an die Stelle des Guten zu setzen, muß jede militärische Verwaltung bestrebt sein, wenn sie auf der Höhe der Zeit bleiben will. So sind jetzt auf Grund von Probeergebnissen wiederum zwei neue Typen von Schnellfeuerkanonen für die Einreihung in die Marine- Schiffsartillerie in Aussicht genommen, das 17 Zentimeter- und das 28 Zentimeter-Geschütz. Während das letztere ausschließlich für die Linienschiffe bestimmt ist, soll das erstere auch zur Verstärkung der Kreuzer-Armierung verwendet werden. Der finanzielle Effekt der Neuerung ist der, daß die Armierungskosten für jedes Linienschiff um zweieinhalb. Millionen, für jeden großen Kreuzer um eine Million Mark höher in Rechnung gestellt werden müssen. Das moderne Schlachtschiff repräsentiert ein Kapital von mindestens 25 Millionen Mark, während das noch vor einem Jahrzehnt stärkste Schiff der deutschen Marine, die Panzerfregatte „König Wilhelm", reichlich 25 Prozent weniger an per- stellungskosten erforderte. Man darf aber wohl sagen, daß seitdem keine andere Seemacht speziell die Vervollkommnung der Kriegsschiffsartillerie so angelegentlich betrieben hat, wie Deutschland. _______ Die Legende von Dewets Tode und die Geschäfte der Familie Chamberlain. Man schreibt aus dem Haag: Ein Telegramm aus Durban vom 19. Oktober hat als Grund für den Umstand, daß man solange nichts von Dewet gehört habe, angegeben, daß der gefürchtete Burenführer krank oder verwundet oder gar tot sei. Diese Nachricht beruht auf einem, zwei Monate früher aus Pretoria eingetroffenen Brief, nach welchem ein hervorragender Bure, der sich den Engländern ergeben hat, von dem schrecklichen Tooeskampf Dewets gesprochen haben soll. Dieser fei dem Brand erlegen, welcher infolge; des schlechten Verbandes der Wunden hervorgetreten sei. Unterstützt wird die Nachricht durch die von einander vollständig unabhängigen, aber hinsichtlich der Todesart auseinanhergehenden Aussagen von fünf Buren, welche ebenfalls bekunden, daß Dewet nicht mehr am Leben sei. Wenn man jedoch das Datum, welches aus dem Reuter-Telegramnt hervorgeht, näher ins Auge faßt, müssen erhebliche Be-- denken über die Richtigkeit der Meldung aufsteigen, denn in einem Brief vom 27. August erklärt Dewet als Antwort auf die Proklamation Loro Kitcheners, daß er niemals kapitulieren werde. Außerdem steht fest, daß Dewet noch am 13. September zwei Missionare, welche ihn zur Nieder- legung der Waffen veranlassen wollten, in nicht gerade freundlicher Weise abfertigte. Somit ist es ganz sicher,, daß der angebliche Tod Dewets auf eine blanke Erfindung von englischer Seite zurückzuführen ist, um die Ungeduld des englischen Volkes zu beruhigen, welches mit Sehnsucht das Ende dieses so verhängnisvollen Krieges, erwartet. Das Kriegsministerium hat systematisch so viele falsche Nachrichten verbreitet — man braucht hier nur an die Meldungen zu erinnern, daß Dewet wahnsinnig geworden Gießener Tßeaterverein. Die Hoffnung. Ein Seestuck in 4 Akten von Herrn. HeyermanS jr. Unseres eifrigen Theateroereins erste Vorstellung in dieser Spielzeit machte uns mit der dramatischen Dichtung eines jungen niederländischen Poeten bekannt. Hermann Heyermans war bisher in Deutschland nie genannt worden. Erst die erfolgreichen Aufführungen seines Dramas in verschiedenen deutschen Städten machten auf ihn aufmerksam, und dieser Tage ist bereits ein zweites Buch von ihm ins Deutsche übertragen worden und im Verlage von S. Fischer in Berlin erschienen. „Trinette" nennt sich diese Dichtung. Heyermans bezeichnet sie bescheiden als „Skizze". Es ist aber doch wohl mehr, eine Novelle, ja, mancher deutsche Schriftsteller würde diese umfangreiche Dichtung, rührte sie von ihm her, unbedenklich einen „Roman" nennen. Trinette ist ein junges hübsches Mädchen, das von seinem Hunger nach Leben und Lebensgenuß aus der dumpfen Stille des Heimatdoffes nach Brüssel — übrigens dem Wohnorte des Dichters — getrieben wird und in der schlimmen Stadt zu Grunde geht. In „Trinette" verbindet sich eine schaffe sozialkritische Tendenz mit einer ungewöhnlichen Stärke des dichterischen Gestaltungsvermögens. In kühnen, jähen Strichen sind die Zustände, die Stimmungen, die Menschen gezeichnet. Insbesondere ist die Figur der Heldin vorzüglich gelungen; und ohne daß sich je diese Absicht verriete, entzündet sich im Leser Mitgefühl und Liebe zu dem jungen, heißen, thörichten Blut. Das Buch ist von R. Ruben vortrefflich verdeutscht. Es stammt aus dem Jahre 1892 und ist, wie der Ueberseher hinzufügt, die erste größere Jugendarbeit des Dichters, die seine Eigenart feststellt. Dieselben großen novellistischen Vorzüge wie „Trinette" hat das Heyermans'sche Drama, dessen niederländischer Titel verdeutscht eigentlich lautet: „Die Hoffnung auf Segen". Franzisca de ©raaff, von der die „einzig autorisierte Ueber- setzung" (im Verlage von K. F. Köhler in Leipzig) stammt, wählte den kürzeren und zugleich feineren, sinnvolleren Titel „Die Hoffnung". Heyermans vermeidet die Bezeichnung „Drama" oder „Schauspiel"; er nennt feine Dichtung „ein See stück". Damit stellt er sich uns sofort als ein Schüler der großen Maler seines Heimatlandes vor. Heber die Flächen seines Heimatlandes weht dumpfige Seeluft. Es ist das Land der melancholischen Dünen, der dämmernden Stuben, der großartigen Wolkenbildungen. Grane Dunstwolken bedecken den Himmel. Nirgends ist volles Licht, nirgends kristallene Klarheit. Wenig Farben sieht man, aber alles ist Farbe. Mit dieser Heimaterde zeigt sich Heyermans in seinem „Seestück" herzlich verbunden. Während die deutschen jungen Poeten zu nicht geringem Teile zu Heyermans' phantasievollem, ungemein sensitiven, subtilen Landsmann Maeterlinck in die Schule gehen, ward er ein Schüler des Deutschen Gerhard Hauptmann, des Russen Leo Tolstoi, und — wie gesagt — der großen niederländischen Maler. In den vier Akten seines Seestückes giebt er uns vier „Seestücke" ä la Josef Israels, dem größten und kräftigsten Maler des modernen Holland. Diese Bilder zeigen die ganze harte Ehrlichkeit unserer naturalistischen Maler, sie sind düster unter dem Einfluß der holländischen Atmosphäre, sie saugen ihre herbe Kraft aus dem heimatlichen Boden. Heyermans führt unS in seiner „Hoffnung" in ein kleines Fischerdorf. Wir fühlen den Schmerz der Armen, wir empfinden das tragische Geschick darbender Fischerfamilien, deren Alltagsleben so überaus reich ist an Leid und so überaus arm an Freude. Wir sehen, wie das Leben dieser be- rammernswerten Leute ?o tief poetisch ist und an Stimmungen so viel bietet als irgend ein großer historischer Stoff, wie dieser wackeren Seehelden kummervolles Los an das tragische Heroenschicksal wohl heranreicht. Heyermans hat seine Studien nach der Natur gemacht. Darum ergreift uns die Intimität der einfachen, in ewige Poesie getauchten Dinge. Er nahm beim künstlerischen Schaffen feinen Anstoß an der Rauhheit und Rohheit der Fischermanieren, wie's schon lange vor ihm Ostade, Temers, Brouwer, Steen u. a. niederländische Maler, allerdings mit mehr Humor, thaten. Es ist ein schwermütiges Drama aus dem leidoollen Leben und Sterben der Armen, ein Werk, das sich vielleicht wohl bemüht, tendenzloser lyrischer Mitleidskunst zu huldigen, das aber bisweilen doch grausam hart wird in der Darstellung des Elends und das nach einer Reihe packendster, stimmungsvollster, graustig- ster naturalistischer, manchmal auch leicht melodramatischer Szenen zum Schluß leider etwas theatralisch Schreiendes hat. Aber das Milieu, in dem sich seine Figuren bewegen, hat Heyermans mit eindringlichstem Fleiße studiert, es hat seine eigene Atmosphäre. Er ist ein tiefer Poet, ein naiver Dichter, groß in der Wiedergabe der kleinen Leute und der kleinen Dinge, ein Künstler, der den engen Kreis, in dem er sich hier bewegt, in feiner ganzen Intimität durchdringt, ein Mann, der fühlt, und der etwas Persönliches zu sagen weiß. Darum haben seine Gestalten eine so suggestive Kraft. „Hoffnung" ist der Name eines seeuntüchtigen, hoff- nungs l o s dem Untergang geweihten Schiffes, das ein gewissenloser Rheder, nachdem er es mit Angehörigen fast sümlicher Familien des kleinen Fischerdorfes bemannt hat, nochmals zum Fischfang auf die hohe See schickt, um die auf dem Schiffe ruhende hohe Versicherungssumme einzuheimsen. Das Schiff geht mit Mann und Maus zu Grunde, der Rheder streicht fein Geld ein und sucht die Hinterbliebenen in ihrem namenlosen Jammer mit der Ermahnung zur Gottergeben heit und christlichen Denmt zu oertröften. sei, daß Präsident Steijn von seiner Umgebung gefangen gehalten würde, um ihn an der Uebergabe zu verhindern unb später, daß Steijn gestorben sei, — daß Zweifel nur zu. gerechtfertigt sind, insbesondere wenn man erwägt, daß dre Engländer, wenn der Lod Tewets eine bestätigte That- sache wäre, schon längst daraus großes Kapital geschlagen und sie mit lautem Triuinphgeschrei in die Welt ausposaunt hätten, da das Verschwinden dieses furchtbaren Gegners für die Buren einen unersetzlichen Verlust darstellen und für den Ausgang des Krieges von nicht zu unterschützender Bedeutung sein würde. Die Lache der Engländer in Südafrika steht in der Thal nicht gut, und Chamberlain muß in großen Nöten sein. Auch scheint ein arges Zerwürfnis zwischen ihm und den afrikanischen Millionären bezüglich der Regelung der afrikanischen Frage obzuwalten. Chamberlain will aus den afrikanischen Kolonien mit Einschluß der noch nicht besetzten Territorien einen Föderativstaat machen; die afrikanischen -Millionäre sind aber gegen diesen Plan, dem sie wahrscheinlich gerne zugestimmt hätten, wenn der Krieg nur kurze Zeit gedauert haben würde. Der Krieg währt nun bereits über zwei Jahre, und England hat mehr als 200 Millionen Pfund Sterling ausgegeben, denen weitere Millionen folgen werden. Da diese Kriegskosten ganz oder wenigstens zum Teil dem neuen Bunde aufgebürdet werden würden, widersetzen sich die afrikanischen Millionäre, als ^Hmrptinteressenten, weil sie die Randminen besitzen, dieser Vereinigung, welche sie in die Lage versetzen würde, nicht nur die Schulden von Transvaal, sondern auch vom Oranje- ftoot, von der Kapkolonie und Natal bezahlen zu müssen. Chamberlain ist nun in einer peinlich heiklen Lage, weil die afrikanischen Finanzmünner, mit Cecil Rhodes an der Spitze, einen starken Druck auf ihn auszuüben im stände find und weil er von ihnen selbst nach Beendigung des Krieges ernste Schwierigkeiten zu erwarten hat. Dazu kommt andererseits die ungemütliche Stimmung im englischen Volke und daß der Krieg so gar keine Fortschritte macht, daß die Buren im Gegenteil in der letzten Zeit nicht unerhebliche Vorteile errungen haben und der Aufruhr im Kaplande um sich greift. Der infolgedessen über das Kaplond verhängte Belagerungszustand hat nur den Zweck, das englische Volk über den Ernst der Lage zu täuschen, ebenso wie die dürftigen, widersprechenden und unrichtigen Nachrichten über Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz. Geflügel- und Bogel-Ausstellung im Etablissement „Philosopheuwald". m. Gießen, 1. 9Lovember. Heute wurde die Vierte Allgemeine Geflüyel- und Vogel-Ausstellung, verbunden mit der 2. Provinztal- Verbands-Ausstellung oberhessischer Geflügelzüchter-Vereine, programmmäßig eröffnet. Trotzdem viele der angemeldeten 2Üere von der Ausstellung ferjt bleiben mußten, weil die behördliche Bescheinigung, die unser Polizeiamt wegen der -Seuchengefahr anordnete, von den Besitzern der Tiere nicht beigebracht ivurde, ist doch die Fülle des zur Schau gestellten Geflügels so groß, daß die große Zahl der Be- hälter des Hühnerologischen Vereins Gießen, der die Ausstellung veranstaltet, zur Unterbringung nicht ausreichte und man gezwungen war, Käfige von dem Schwesterverein Friedberg zu entlehnen. Durchwandern wir an der Hand des Kataloges die Abteilung, in der die Aussteller ihre Hühner und ihr Wassergeflügel der Kritik des als Kapazität unerkannten Preisrichters, Redakteurs Rudolf Kramer-Leipzig vorgeführt haben. In je zwei Stämmen sind die Riesen unter den 'Hühnern, gelbe und tveiße Cochin, geordnet. Massige -federreiche Tiere mit weichem flaumartigen Gefieder, das Mi langen breitliegenden Latschen an den Beinen bis auf Die Zehen ausgewachsen ist. Als Nachbarn der Cvchin- hühner finden wir dunkle und Helle Brahma, ebenfalls voll und massig im Körperbau, die dem Züchter als Brüter sehr wichtige Dienste leisten. Auch diese Rasse ist bis auf die Zehen herab befiedert. Besonders der Hahn des dunklen Farbenschlages fällt durch seinen prächtigen silberweißen Behang auf. Wir kommen nun zu der Rasse der Langs- han, die in wundervollen Stämmen vertreten sind. Der Bau dieser Hühnersorte verrät den asiatischen Typus. Der leicht gebogene dunkelgefärbte Schnabel wird von einer schön gewölbten Stirn überragt. Das Gefieder ist schwarz mit grünlichem Glanz; blaue und weiße Schläge der Langshanhühner sind nicht vertreten. Zu den sogenannten Fleischhühnern zählen ferner die Plymouth-Rocks, die in sechs Stämmen nur in gesperbert vorhanden sind. Es ist dies eine den Cochin ähnliche Art, ooch hat sie glatte Füße und ein eng anliegendes Federkleid. Die nun folgende Klasse Wyandotter ist sehr stark besetzt; 20 Stämme in fast allen Farbenschlägen sind vertreten. Im Vorbeigehen werfen wir noch einen Blick auf die Dorkings, Malayen, Kämpfer und Spanier, die sich nur in je ein oder zwei Paaren präsentieren, und besichtigen dann die Minorka- hühner. Diese aus Italienern und Spaniern heraus- gezüchtcte Rasse ist längst bei uns als vorzügliches Nutzhuhn eingeführt und beliebt geworden. Steht doch Minorka in der Zahl der Eier, welche es im Jahr durch legt, dem Jtalienerhuhn nicht nach, natürlich bei richtiger Pflege und Behandlung; es bietet noch dazu den Vorteil, viel größere Eier zu produzieren als jenes. Unter den zahlreichen Kollektionen, die mit Ausnahme eines Paares weißer Mi- norla, nur den schwarzen Farbenschlag dieses Nutzhuhnes aufweiscn, sind wahre Musterstämme vertreten. In der Figur ähnlich hem Minorka-Huhn sind drei wundervolle Stämme von Andalusiern mit reinem stahlblauem Gefieder in der Grundfarbe. Blaue hochgestreckte Beine tragen die elegante Figur des Tieres. Im Vorbeigehen fällt unser Blick auf zwei Stämme Holländer mit originellem Federputz auf den Köpfen. Scharfe Konkurrenz unter den Ausstellern, darunter denen aus Oberhessen, herrscht in der Klasse Hamburgerhühner, einem Nutzschlage, der gleichzeitig als Zierhuhn zu betrachten ist und der besonders in den Kreisen Alsfeld und Grünberg zahlreiche Liebhaber und Züchter gefunden hat. Silbersprenkel, Goldsprenkel, Silberlack und Goldlack, sowie schwarze Hamburger bieten dem Beschauer ein abwechselungsreiches Bild dieser Rasse. Ebenso reichhaltig sind die Farbenschläge in Italienern. Besonders schöne Typen dieser Rasse sind unter den rebhuhnfarbigen, den gelben und den silberhalsigen Italienern zu finden. Dem Preisrichter wird es hier schwer gemacht, vom Besten das Beste herauszufinden. Auch einige sehr schöne rahmweiße Stämme Ramelsloher Hühner sind vorhanden. Es sind stolze Tiere, welche uns mit ihren roten Augen aus der Volliere heraus« nblicken. Thüringer-Bausbäckchen, Faverolles, ge- sperberte und weiße Mechelner, sowie schwarze Orpington bilden in je ein bis zwei Stämmen den Schluß der großen Hühnerrassen. Wir kommen zu den Zwerghühnern und betrachten zuerst die Zwerg-Cochin, von denen 10 Stämme in verschiedenen Farbenschlägen den Freunden des Kleinen und Niedlichen Spaß machen werden. Die nächste merkwürdige Hühnerrasse, auf die wir stoßen, sind die zahlreich vertretenen Zwergmalayen und Zwergkämpfer, Tiere, die wir allerdings auf den Höfen unserer ober- hessischen Landwirte schwerlich zu sehen bekommen. Diese Tiergattung hält in Bezug auf die Körperform die Mitte zwischen einer großen Taubenart und einem Huhn. Besonders schöne Tiere sind hier aus Sachsen geliefert. Beim Weitergehen fallen uns ein Paar japanische Sieiden- hühner auf, schöne Tiere, die jedem Geslügelliebhaber gewiß gefallen werden. Prächtig sind auch drei in Oberhessen gezüchtete Stämme Mille fleur. Niedliche mt$ dabei doch stolze Hühnchen sind die Bantams. Rosene kämmig. schwarz," weiß und gesperbert, silberfarbig und, goldfarbig wechseln diese Zwerge wohlgeordnet nach den! Farbcnschlägen ab und bilden den Schluß unter den kleinsten des Hühnervolkes. In ötollettto ns käsigen erblickt der Besucher der Aus^ stellung noch einmal in größeren Stämmen, nämlich jedes^ mal ein Hahn mit drei bis vier Hühnern, die meisten der-^ jenigcn Rassen, die wir vorhin paarweise betrachtet haben. Die Tiere können sich hier auf größerem Raum freier be-, wegen, wodurch die Schönheit der Körperformen besser zur Geltung kommt. Hier in den größeren Käfigen findest wir auch die Truthühner, darunter ein Paar wundervolle virginische Schneeputen ausgestellt, ferner auch unter dem Ziergeslügel einige blaue Pfauen und einen Hahn mit fünf Hennen, Jagdfasanen. Mit der Besichtigung der Hühner der allgemeinen Ausstellung sind wir zu Ende. Wir verlassen nun den großen Saal, in dem außerdem die 400 Nummern zählende Taubenabteilung und die Pro- Vinzial-Verbandsabteitung Unterkunft gesunden hat, und wenden uns dem Mass e r g e flüg e l zu, das unter einem riesigen Zelt sein Quartier gefunden hat. Da fallen zuerst die Peking-Enten, etwa 20 9htmntern, darunter mehrfach ein Erpel mit zwei Enten, in die Augen. Die Tiere haben schöne, kräftige, fast viereckige Körperform und gelta lich weißes, flaumartiges, weiches Gefieder. Es sind unter den ausgestellten Tieren mehrfach Exemplare, welche den strengsten Anforderungen in Bezug auf Rasseneigentümlich-> leiten entsprechen. Prachtvolle Aylesburyenten habest besonders Züchter aus unserem Großherzogtum ausgestellt. Diese schwanenähnliche, sehr lang gebaute, im Gefieder rein weiße Entenart findet man vielfach in unserer Gegend, und es sind auch nur hessische Züchter, die sich hier die Preise streitig machen. Wir kommen auf unserer Wanderung zur Cayuga-Ente, die in sechs Paaren vorhanden ist. ES sind dies große, schwarze, grünschillernde Wasservögel. Diesen schließen sich in der Reihenfolge zwei Paar indische Laufenten an, mittelgroße, bunte, lebhafte Enten, mit denen unsere Ausstellung zum ersten Male beschickt ist. Eist Paar Rouenenten bilden den Schluß der unter dem Zelt-, dach schnatternden Schar. Riesengänse sind die Emdener und Toulouser. Diie Emdener Rasse zeigt sich im rein weißen Federkleid, während die Toulouser graues Gefieder, wie die Wild- gans, mit seiner weißer Federsäumung und mehr weißer Bauchpartie hat. Wir beenden unseren heutigen Rundgang mit der Betrachtung von zwei Paar japanischen Höcker^ gänsen, einem Paar pommerscher Gänse, Kreuzungen vost Emdener und italienischen Gänsen. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindüchen Original-Nachrichten ist.nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 1. November 1901. * * Das Regierungsblatt Nr. 66, ausgegeben am 30. £)ft* enthalt eine Bekanntmachung, den Bau und Betrieb einer: Eisenbahn von Vilbel nach Stockheim betreffen. * * Ernennung. Die amtliche „Darmst.-Ztg." meldet: Der Großherzog hat den außerordentlichen Professor an der Universität Halle a. S. Dr. Friedrich Georg Ernst Albert zum! ordenllichen Professor der Landwirtschaft in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen mit Wirkung vortt 1. Oktober an ernannt. * * Wernings Kriegsfe ft spiele. „Mut bei alten Dienstobliegenheiten" fordert die Instruktion für den beufr scheu Soldaten. Das haben die Mitglieder der hiesigen Kriegervereine sich zur Richtschnur gemachst, als sie fidtf brachte Herr Schneider zu sehr glaubhafter Darstellung. Wo es ihm an Worten fehlte, da setzte Herr Schneider mit charakteristischen Bewegungen ein, wie Achselzucken, unbeholfen täppisch schüchternem Drehen und Wenden. Auch die große und schwere Todesangstszene gelang ihm aufs beste. Zwei vorzügliche Gestalten, naturgetreue Ausschnitte aus dem Max Liebermann'schen „Altmännerhause", waren die Herren W o isch und Z o d e r. Allein schon in diesen beiden Alten spricht sich das tiefe persönliche Gefühl, die große menschliche Poesie des Dichters aus. Zur Erkenntnis dieser thaten die genannten Herren vollauf das ihre. Herr Ramsey er bewies als Reeder Bos nicht weniger an Charakterisierungskunst. Sein rauhes, sprödes Organ paßte zu dieser Rolle, der er dabei ein wenig mitleidige Menschlichkeit verlieh, vortrefflich, wie überhaupt seine ganze robuste Art. Wenn er in dem letzten Akte gegenüber Simon und Cobus in einen ehrlichen Zorn geriet, so war das doch wohl nicht ganz richtig. Eine gewisse Zaghaftigkeit des verletzten Gewissens wäre hier mehr am Platze gewesen. Frl. Brau bau nahm als Klementine leider nicht immer den genügenden Anteil an den Vorgängen um sich herum, weder im 3. noch im 4. Akte. Das stumme Spiel ist ihr noch etwas Fremdes. Die anderen Damen und Herren thaten vollauf ihre Schuldigkeit, und mehr als bas. Der alten Truus große Klage ihres Lebensleibes hätte freilich mehr aus dem Innern kommende Töne erfordert. Doch dieses Eine bedeutet nichts. Im ganzen war die Ausführung so vortrefflich abgetönt, waren Regie und Darsteller den Absichten des Dichters so liebevoll nachgegangen, bewies man solche Treffsicherheit in Anlage und Ausgestaltung der Rollen, daß uns die gestrige Ausführung lange in der Erinnerung bleiben wird. Daß die verschiedensten Dialekte durcheinander klangen, daß das hamburgtsch-mecklenburgische „ft", „sp", „sm" rc. das Einzige war, worauf sich alle Darsteller gestern zn vereinigen bemühten, ist ein Geringes, was bei den vorzüglichen Einzel- und Gesamtleistungen nicht ins Gewicht fällt. Die Regie hatte es sich angelegen fein lassen, das Lokalkolorit einer holländischen Fischerstube bis ins Einzelne getreu wiederzugeben. Selbst das Heulen des Sturmes im 3. Akte war so naturgetreu als möglich. P. Witt ko. — „Der rote Hahn" ist nun endgiltig der Titel der neuesten Komödie von Gerhart Hauptmann. Sie wird als nächste Novität vom Deutschen Theater vorbereitet. Das Werk knüpft an die Diebskomödie „Der Bib erpelz" und führt zwei Figuren des älteren Stückes, die Waschfrau Wolffen und den Amtsvorsteher von Wehrhahn, wieder ein. Daneben aber wird eine große Zahl neuer Gestalten geschildert. Die erste Aufführung ist für Samstag, 23. November, in Aussicht genommen. Die Schwäche des Stückes liegt, wie bereits angedeutet, bohrt brutal mit Messern in den Seelen der Zuschauer, aber ta. der allzu durchsichtigen Tendenz. Die Ausbeutung der er ist ein Talent, ein Maler, ein Poet, von dem man lange arbeitenden Klassen durch ein rücksichtsloses Unternehmertum, reden wird, trotz seiner allzudeutlichen Huldigung vor einem .bie Not und das Elend des „vierten Standes" ist bisweilen sozial-reformatorischen Programm und seinem Hang zum in geradezu roher Drastik zur Darstellung gebracht, und es be- Grusligen. ftcht die Gefahr, daß der einzelne Fall, den der Dichter Die Darstellung in unserem Theater war schlechthin vollschildert, als typisch aufgefaßt werden könne, daß infolge- endet. Nahezu alle, die etwas Wesentliches zu thun hatten, beffen das Stück fast dazu angethan ist, die Klassengegensätze waren brillant, einschließlich des Buchhalters Kaps (Herr "zu verschärfen. „Die Hoffnung" wäre die große Tragödie Herbert Leßmann) und des Bettlers Jelle (Herr Julius der See, das gewaltige Totenlied des mörderischen Meeres, Rubens). Und das will wahrlich etwas heißen, denn dieses hätte Heyermans aus seinem Rheder, statt eines Schuftes, Stück spielt sich nichts weniger als leicht. Es war ein ruhm- einen durchaus korrekten einwandsfreien Kaufmann, hätte er reicher Sieg unserer Künstlerschar unter der Führung eines „Die Hoffnung" statt zum „schwimmenden Sarge", zu einem ausgezeichneten Gastes. Frau Teller - Hab elmann aus seetüchtigen Schiffe gemacht. Dann hätten wir eine Köln stellte die Fischerwitwe Kniertje dar. Sie bot ein im erschütternde Tragödie unerbittlichen, eiskalten Geschickes, dem tiefsten ergreifendes Seelengemälde von packender, schließlich teures Menschenglück zum Opfer fällt, dann hätte uns die Tragik schier unheimlicher Wirkung. Es giebt von Israels ein Ge- des Fischerloses im Innersten gepackt, dann hätten wir dem mälde, ein Interieur mit Schatten und Schmerz gemalt. In bösen Zufall geflucht, der Unschuldige hinmordet, die sich in dunkler Fischerstube sitzt eine alte Frau. Mit ihren schwieligen die lockenden weißen Arme ber See sttirzen, Arme, die mit Händen hält sie ihre Schürze vor die Augen, unter denen grausamer Gewalt packen, zerren, reißen und vernichten. Nach man die Runzeln des wettergebräunten Gesichtes sieht. Neben Heyermans möchte man den Eindruck gewinnen, als seien die ihr liegt auf einem niedrigen Schemel ein Gebetbuch. Das Reeder alle einfach Mörder und Ungeheuer, und die Schiffer Gemälde führt den Namen „Allein auf der Welt". Die ausnahmslos der Prositsucht ausgelieferte Opfer. So em- ganze stille wehmüttge Einfachheit dieses Jsraels'schen Werkes pört sich unser Herz gegen einen Einzelnen, gegen die Ge- gab nun gestern Frau Teller-Habelmann. Der Abschied von memheit des Schuftes, so bekommt die so vortrefflich an- ihrem Sohne Barend, ihr Klagelied im 3., ihr erschütterngelegte und so meisterhaft int Milieu durchgeführte Dichtung des Finale bedeuteten die Höhen ihrer meisterhaften Darstellung, diesen unangenehmen, unpoetischen Anstrich des Kriminellen, Leider schien sie nicht wenig an Heiserkeit zu leiden und ihre so wird die Dichtung zum Agitationspamphlet mit seiner den berlinerischen Dialekt nicht verleugnende Sprechweise kam bitteren Anklage gegen schurkisches Arbeitgebertum, gegen den der niederländischen Fischerfrau nicht gerade zu Gute. Militarismus, gegen staatliche Wohlthätigkeitsanstalten, gegen Unter unseren heimischen Künstlern thaten sich zwei ganz den starren Buchstaben des Gesetzes. So ist „die Hoffnung" besonders hervor: Frl. Hohenfels und Herr Gerlach. Die keine Tragödie, sondern nur ein sehr verdienstvolles, tief er- Jo des Frl. Hohenfels war eine prächüge Seemannsbraut, greifendes Bild aus dem Fischerleben, ein Meisterstück der strotzend von frischer Lebenskraft, in Liebe und Haß gleich Dramatik des Qualvollen, mehr noch als Hauptmanns glaubhaft und überzeugend. Dabei war ihre Darstellung „Weber" und annähernd so wie Tolstois kürzlich uns ge- nüancenreich, namentlich im ganzen 3. Akt, wo sie im botene „Macht der Finsternis", aber schließlich vielleicht stummen Spiel das Beste leistete, wo sie mit der alten psychologisch doch noch vertiefter als diese. Und zweifellos Truus weinte und mit der lockeren Saart lachte, wo sich ihr ist sie sttmmungsvoller, künstlerischer, ttotz allem mehr Herz zerriß in banger Sehnsucht um den fernen, der wilden malerisch als moralisch wirksam. Der aus dem Ge- Windsbraut auf hoher See verfallenen Geliebten. Nur ihre fängnis zurückkehrende ältere Sohn der Fischerwitwe, der see- Fröhlichkeit im ersten Akte hatte etwas Gemachtes. In ihrer scheue zweite Sohn, der da fühlt, daß das Schiff mit ihm Darstellung schien es, als sähe die Jo den tragischen Aus- dem Untergang geweiht ist, und vor allem jenes Nachtstück: gang voraus; e5 fehlte ihr da etwas an freier Leichtigkeit in die Fischerweiber in der grausigen Sturmnacht, da sie in den Bewegungen. Aber mit der Schwere ihrer Aufgabe dumpfem Entsetzen das Unglück ahnen — alles das sind wuchs ihre Darstellung, die, alles in allem genommen, höchstes Bilder von außerordentlicher malerischer Technik, von tiefer Lob verdient. Herr Gerlach zeigte als Geert eine Leiden- lyrischer Poesie. Der Fischerfrau Truus große Erzählung mit schäft, ein Temperament, das namentlich im ersten Akte uns dem unbarmherzigen Refrain „Die Fffche werden schwer be- hinriß. Das war eine künstlerische Leistung, die nicht gezahlt" ist eine Ballade von herzzereißender Tragik, und die ringen Respekt einflößte. Das war kein Theater, sondern die Elegie der Kniertje, die ihr folgt, hat auch nicht viel ihres echte, ehrliche Wut des vom Unglücke gepeitschten See- -gleichen in unserer modernen Litteratur. Herrn. Heyermans- sanatikers. Die knabenhafte Tölpelei des jüngeren Barend bemtrotutgit in Den Dienst des patriotischen Unternehmens stellten. Wer bei den Proben hinter den Kulissen die Mobilmachung für das Kriegsfestspiel mit angesehen hat, dem tonnte etwas bange werden, ob die Sache gelingen und den Ausführenden Ehre machen werde. Wer ist besonders geeignet zur Darstellung König Wilhelms des Ersten, des Kronprinzen, Bismarcks, Moltkes usw.? Eine schwierige Sache! Jeder der mitwirkenden Herren hätte gern Die ehrenvolle Rolle übernommen, aber das ging eben nicht an. Mit schnellem und geübtem Blick prüfte Direktor Wer- ning die Physiognomien der Angetretenen und griff die ihm geeignet erscheinenden Personen heraus. Stolz schlug das Herz unter dem einfachen Kleide der Bezeichneten, denn alle sind mit ganzer innerer Hingebung bei Der Sache; sie stellen nicht blos äußerlich dar, sie fühlen auch in echt patriotischem Sinne die hohe Aufgabe, die an sie gestellt ist, die große Zeit des deutsch-französischen Krieges wieder wachzurusen und zur Hebung des patriotischen Gefühls sie gewissermaßen zu verkörpern. — Nicht minder waren auch die Damen bereit, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. — Die Bilder sind durchweg, sowohl nach der ernsten wie nach der heiteren Seite hin, packend. „Germanins Wacht am Rhein", „König Wilhelm und Benedetti in Ems", „Aufruf zum Ärieg". Tief ergreifend sind die Darstellungen: „Einberufung der Landwehr und Reserve", „Trup- pen-Abschied vor dem Bahnhof", „Das Rote Kreuz". Jedes Bild fand bei den Zuschauern, Angehörigen der Mitwirkenden, ungeteilten Beifall. Nach dem Ergebnis der gestrigen Probe läßt sich ein gutes Gelingen der Festspiele Voraussagen. ** Anerkennung. Der kommandierende General des 18. Armeekorps, v. Lindequist, hat dem Großh. Ministerium aus Anlaß der dieses Jahr in Rheinhessen stattgehabten Manöver folgendes Anerkennungsschreiben übersandt: „Dem Großh. Ministerium beehre ich mich ganz ergebenst mitzu- teilen, daß die mir unterstellten Truppen während'der diesjährigen Herbstmanöver eine sehr gute Aufnahme gefunden haben, und ich darf das Großh. Ministerium sehr ergebenst bitten, den beteiligten Staats- und Kommunalbehörden, sowie den Gemeinden meinen verbindlichsten Dank sehr gefälligst zum Ausdruck bringen zu wollen. Der kommandierende General: gez. von Lindequist." •* Postkarten, bei denen die Bezeichnung „Postkarte" fehlte, wurden bisher von der Reichspost nicht unter der Postkartentaxe befördert, sondern als Briefe behandelt. Staatssekretär Kraetke hat hierzu soeben folgende Verfügung erlassen: Wenn bei Karten, die nach der Posckartentaxe nicht richtig frankiert sind und im klebrigen den Anforderungen an Postkarten entsprechen, ausnahmsweise die Ueberfchrift „Postkarte" fehlt, soll vom L November au bis auf Weiteres versuchsweise im deutschen Verkehr eine Nachtaxe nicht mehr erhoben werden. ** Der historische Verein für das Groffherzogthum Hessen wird am Samstag, 2. November einen Ausflug, den vierten heurigen, nach Flomborn unternehmen und die Ausgrabungen des Wormser Allertumsvereins auf dem Hocker- gabfeld aus der Steinzeit bei Flomborn unter Führung des Dr. Köhl besichtigen. Die Reiseroute, soweit sie die Bahn betrifft, ist folgende: Darmstadt ab IO52, Worms an 3.223, Worms ab l20, Eppelsheim an 209; Eppelsheim ab 707, Worms an 759, Worms ab 930, Darmstadt an 1031.— Am Montag, 4. November, abends 6*/, Uhr, hält der Verein seine 1. Monatsoersammlung im Hause der Vereinigten Gesellschaft ab, wozu folgende Tagesordnung aufgestelll ist: 1) Vortrag des Pfarrers Lic. Tr. Diehl: „Kulturgeschichlliche Mitteilungen aus den älteren Stipendiaten-Akten der hessischen Universitäten." 2) Kleinere Mitteilungen. - Darmstadt. 31. Okt. Bei der heute in Hirschhorn a. N. stattgehabten Ersatzwahl einesLa n dta gs ab geordneten im I. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg wurde an Stelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten S ch u b a r t der Bierbrauereibesitzer Breimer zum Abgeordneten gewählt. "Mioersttäts-Uachrichtek. — Breslauer Professoren haben an die Studentenschaft einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Kommilitonen ! Wir denken nicht daran, Euch die studentische Fröhlichkeit und das damit verbundene Trinken und Singen verkümmern zu wollen. Nur vor der U n m ä ß i g k e i t i n geistigen Getränken müssen mir Euch warnen. Die Verführung dazu ist groß, der Schaden für Geist und Körper nicht wieder gut zu machen. Fragt nur Eure Medizin studierenden Kameraden, die deren Folgen in den Kliniken sehen. Wer sich betrinkt, macht sich unfrei. Duldet keinen Trinkzwang, in welcher Form er immer geübt werden möge. Der Trinkzwang ist eine Unsitte. Schämt Euch nicht, sondern im Gegenteil jetzt Eure Ehre darein, Euch zu widersetzen. Das Trinken ist kein Sport, nichts an sich Rühmliches oder Nützliches, der Wetteifer, andere darin zu übertreffen, des Studenten unwürdig. Trinkduelle auszufechten überlaßt den Schnapstrinkern, welche oft genug ihr Leben dabei aufs Spiel setzen. Trinkt nicht vor gethaner Tagesarbeit! Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß jedes geistige Getränk auch in kleinen Gaben die Aufmerksamkeit des Gehirns herabsetzt. Deshalb ist auch der Frühschoppen au verdammen. Duldet ihn nicht in Euren kameradschaftlichen Vereinigungen. Kommilitonen! Sollen die Hoffnungen, welche Ihr selbst, Eure Familie, der Staat auf Euch setzen, nicht getäuscht werden, so beachtet unsere ernste Mahnung: Hütet Euch vor dem unmäßigen Alkoholgenuß!" "Theater, Kunst und Wissenschaft. Frankfurt a. M., 29. Okt. Der Aussichtsrat der Neuen Theater-Aktien-Gesellschaft erläßt eine Erklärung über die Affairen Bandrowsky und Pichler, die eine Zeit lang die Frankfurter Theaterkreise aufs lebhafteste beschäftigten. Die Erklärung des Aufsichtsrats nennt die Dinge jedoch nicht beim richtigen Namen, denn Herr v. Bandrowsky kehrte von feinem Sommerurlaub überhaupt nicht mehr zurück, ward also einfach kontraktbrüchig und die Sache Pichler liegt fo, daß Herrn Jensen doch einige Schuld trifft, denn hätte er etwas mehr Entgegenkommen bewiesen und Pichler nicht direkt in eine zweite Position hinein« gedrängt, so wäre wohl eine fernere Thätigkeit des Künstlers in Frankfurt möglich gewesen. Der schöne Anlauf, den Jensen nahm, verflachte in letzter Zeit, und vor allem vergast Jensen, daß seine größte Ausgabe in der Berusung eines erstklassigen Dirigenten beruhte. Erst in den letzten Wochen wurden die Verhandlungen mit Dr. Kuhnwald bekannt, irgend eine offizielle Benachrichtigung über das Engagement dieses Dirigenten steht aber bis heute noch aus. Die Lage rst gegenwärtig schwieriger als je. Für Bandrowsky und Pichler ist noch kein Ersatz geschaffen, denn das Engagement Burgstaller war eine Spekulatwn, die immer noch fraglich ist und mit Pichler hätte er nicht eher brechen dürfen, als bis er ihn ersetzen konnte. Man muß vorerst noch eine beobachtende und abwartende Haltung einnehmen, jedoch dürfen angesichts der Zustände die chat- sachlichen Verhältnisse nicht allein mit den Farben fördernden Wohl- wollens gezeichnet werden, man muß sich auch einmal die Kehrseite der Medaille betrachten. Seit einiger Zeit gelangen Nachahmungen meines beliebten „Locher's Anlineon" (ärztlich warm empsohlenes, unschädliches innerliches Mittel gegen Blasen- und Harnleiden— Ausfluß—sowie gegen Harnbrennen, Harndrang, Harnverhaltung. Blajenkatarrh ujiv., — Zusammensetzung: 40,0 »a- «apanll, 20,0 Burzelkraut, 10,0 Ehrenpreis, 100,0 Wemgelst, 100,0 Kognak) zum Verkauf. Da diese Nachahmungen leilweije sogar entgegengesetzte Wnttmg besitzen, ausnahmslos aber ivertlos sind, handelt das lausende Publikum in eigenem Interesse, wenn es bei dem Einkauf stets „Locher's Anti- iieon" mit A. locher's Namenszug auf Verpactung, Prospekt und Flasche verlangt und alles Andere, angeblich Bessere, energisch zu- rückweist. „Locher's Antineon" ist von aromatischem Geschmack, leicht einzunehmen und wirkt gegen obige Krankheiten rasch und ohne Berussslörung. Dasselbe gelangt einzig xmb allein zur Herstellung von A. Locher, Pharmac. Laboratorium, Stuttgart, und ist in den Apotheken zu haben. Flasche Ml. 2.50. 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Dezember zu Berlin, im Ziehungssaale der Königlichen General-Lotterie-Direktion, öffentlich statt. Der Hauptgewinn ist wieder 100000 Mark, dem noch weitere 16869 Geldgewinne von 50000 bis 15 Mark folgen, die alle ohne Abzug ausbezahll werden. Knöterich m thee; er hat Unzähligen Heilung gebracht, was durch tausende von Anerkennungsschreiben bestätigt ist. Wir halten uns für verpflichtet, auf eine Schrift aufmerksam zu machen, die Herr Ernst Weide-, mann in Liebenburg a.H. verfaßt hat und worin er ein- gehende Gebrauchsanweisung und Erläuterungen giebt; sie wird Jedermann gratis und franko zugesandt. Um den Patienten den Bezug di^er Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ern st Weide mann den Knöterrchthee in Palleten ä 1 Mk. Jedes Pallet trägt eine Schutzmarke mit dem Buchstaben E. W. und sind diese sowie „Weide- manns russischer Knöterich" patentamtlich geschützt worden, sodaß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kann. Man weise daher jedes Pallet ohne Schutzniarke und Den Namen E. Weidemann zurück. Um im Publikum Vertrauen zu erwecken, haben sich auch Nachahmer gesunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise abgedrullt haben (!) und damit ihren angeblich russischen. : den Handel bringen wollen. TJilf dir colhci fe. W dir Gott — ein wahres Wort! Olli UH □vlVdl, Wenn man in Not gerät, mit fester Hand zupallen, nicht erst lange unentfchlossen schwanken und die Rettung ist da. Das güt auch in Krankheitsfällen. Da heißt es nicht warten, ob das Leiden von selbst wieder verschwindet, nicht zögern, bis es manchmal zu spät ist. Hilf dir selbst, greife schort nach dem richtigen Mittel und dein rascher Entschluß wird dir Segen bringen. Besonders die Krankheitserscheinungen der Atmungsorgaue verlangen rasches Handeln. Wenn man an Luftröhren- (Bronchial-), Kehlkopfkatarrh, an Heiserkeit, hartnäckigem Husten, Asthma, Brustbeklemmungen, Atemnot, Lungenkatarrh, Blutspucken, Lungensvitzen- affektionen rc. leidet, trinke man täglich russischen Knöterich-Brust- *9 O 2 £ o Ä L ä G K -r 2 K w— a c •r" sC'-'S -E, CD3* o xJ ° JE ’o 'E'pO w o c vzi r? o Es o X 5 5^2 nSt vC- . _ aj 0)0 CD — J=> & Z* E« OJ a 'Ä' ,Q C g S & E Et o lICL Z Z e e OJ 03 «o rr cs 3^ G —,40. — Ft e: T7 O — QJ sä'0 w o E Z 03 w £2 <3 tt Q .Zl rs» VD CJ O «D o Ä o •-4 ,~l uO O O M jQ ••■* V-> T-* o Ö et :tj «J V u— o Q3 'S ® ö -o 13 — ä — csitL § « E E ° a 3 rtCs/:> e e — — — EZ «-»S -o <5 O u— E) 05 E uQ D E cQ 5 W e tu Jd "ä vO CQ O >m K S 5 ® e» a s v CD E o IO ia • Uü 4£> O E - E 2 E > «D -2 CD» «S» i-> «V Q W S OJ CJ jQ cd ‘e’.E. 03 o E ** O O o e w Si-.E5 O e S o = CD 0^3 uQ. — cd so E G m E Sj« - w JösC'S E E E «c <5 W CO _ c ec5 s <5 q CD^.E C M—_E .."2 s o ■ — - 5 « . . E E ♦* 'S 5 - SÄ O <3DÄ -4 SL •8$ S CD^> CD o Es2'4* o C 5 - aoSs” JQ, OJ o LS -g o Ä- 5 £ 5.E^ -O — :O CJ ■ o - . v c o r- S H”* o ‘Ö 70 _ « *9e cs- Er o E " Z E » Q Cigarren. Carl Schneidei Giessen, Marktplatz 5. Cigarren. Spezialität: Vorstenlanden - Nadal - Cigarre Detailpreis pro Stück 6 Pfg. Bei gr58^AbÄXlgXWjSerkäufer XXX Zahlreich.3 sonstige empfehlenswerte Sorten in jeder Preislage. XXX s Tapisserie! Sonnenstr. 25 Tuch Hkänzcnde Ausstattung. Kistorifch getreue Kostüme und Waste». 5.—. 1299 Fein dtsS.MWßchjles 6769 5 per Korfland Pianos tu jeder beliebigen Schriftart und Kortot. Rehe im Anschnitt, Jl1 |11T flTTMi forte, sowie mit Zirkeln aller studentische« forme neue Teltower Rüben v tp**W**vit Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preisen empfiehlt 04426 mntpfx. Le 1 A -7 vrühl'sche llniverfitäts-Druckerei, Schulstratze 7 Heinrich Motz, Mäusburg 17. Stimnmiip. Transporte, < Emil X Fischbach dessen. 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