151* Jahrgang Nr. 127 Zweites Blatt ®Hen, MHUtn« wurden Wirk, Mark Sonntag 2. Juni 1901 3oXr s»® rum 4. Juni eiuberufenen Ministerkonferenz tariffragen dürfte voraussichtlich nur Ldrksit für Lnzetger fciefcc«. KrrnsprechanIchlußN^.Gt. (WM*** »glich mit M Montags. *» ***« f «Mitten* Mthfl wrltn brm An» «it^Heff. ■*>«**• uni „Blätter M» M •♦WttuRbe" met* «M( XchoWltch beifekft. Die Frühjahrsparade Berlin, 31. Mai. Die Berliner Frühjahrsparade war vom Kaiser diesmal um 8 Uhr, eine Stunde früher als sonst, angesetzt. Der Aufmarsch der Berliner, Spandauer und Lichterfelder Garnisonen vollzog fich mit gewohnter Präzision, die abgesteckten endlosen Linien füllten sich mit blinkenden Helmen und Gewehrläufen, die Standarten-ESkadron der Garde- Kürassiere und die Fahnenkompagnie vom 2. Garde-Regiment rückten mit klingendem Spiel an; am rechten Flügel des ersten Treffens sammelte sich eine glänzende Suite, man sah den französischen General Bounal mir seinen Begleitern mehrfach die Truppenmaffen durchreiten. Um 8 Uhr präsentierten die Truppen das Gewehr — von Schöneberg her nahte quer über das Feld ein glänzender Zug, voran der Kaiser, in der Hand den General-Feldmarschallfiab, mit seinem Hauptquartier und vielen Fürstlichkeiten zu Pferde, darunter der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und Prinz Heinrich der Niederlande,' der Kronprinz, Prinz Friedrich Leopold und der Herzog von Coburg; dann die Kaiserin mit der Königin Wilhelmina von Holland im offenen Wagen mit Spitzen- «eitern; neben dem Schlag der Oberstallmeister Graf v. Wedel in scharlachroter Uniform reitend, in weiteren Equipagen Prinzessin Friedrich Leopold, Hofdamen und die Herren des Gefolges der Königin von Holland. V Der Kaiser begrüßte die Generalität und die Stäbe, nahm den Frontrapport vom kommandierenden General von Bock und Polak entgegen und ritt, gefolgt von den Fürstlichkeiten, den fremdherrlichen Offizieren und der prächtigen Suite, die Fronten ab, während die Truppen bataillonsweise präsentierten und die Fahnen fich senkten. Das erste Treffen, die Infanterie, wurde vom rechten Flügel genommen, wo die 1. Garde-Jnfavterie-Division unter Generalleutnant v. Kessel stand (Lichterfelder Kadetten, 3. und 2 Garde Regiment zu Fuß, Garde-Füfiliere, 4. Garde-Regiment); es folgte die 2. Garde-Jnfanterie-Divifion unter Generalleutnant v. Bülow (Alexander- und Elisabeth-Regi- «ent, die Garde Schützen, das Franz- und Augusta-Regi. ment, die 5. Garde-Jnfanterie Brigade), endlich die Garde- Fußartillerie, die Garde-Pioniere, die Eisenbahn-Brigade, das Telegraphen-Bataillon und Luftschiffer. Die berittenen Truppen sahen die Majestäten vom linken Flügel, vom Garde- Train anfangend, vorbei an der Artillerie, zur Garde- Kavallerie>Division unter Generalmajor v. Winterfeld (beide Garde-Dragoner-Regimenter, 2. Garde-Ulanen Regiment und Garde-Kürassiere). Kaum waren die Paukenwirbel des Präsentiermarsches des letztgenannten Regiments verklungen, als auch schon der Vorbeimarsch begann, der in der Richtung auf Berlin zu stattfand und von der Leibgendarmerie des Kaisers unter Generalleutnant v. Scholl eröffnet wurde, der die Leibkompagnie der Kaiserin folgte. Die Infanterie ging darauf in Kompagniefronten vorüber, bie Kavallerie in Eskadronfronten. Links neben dem Kaiser hielt der Wagen, in dem die Königin Wilhelmina in einer hellblauen Robe neben der Kaiserin saß, die ein zart lachsfarbenes Kostüm trug. Beide Damen erhoben sich tm Wagen, als der Kaiser sich an die Spitze des 2. Garde Regiments gesetzt hatte und dasselbe vorführte, was er dann beim zweiten Vorbeimarsch wiederholte. Während des ganzen Militärischen Schauspiels unterhielt der Kaiser sich wiederholt lebhaft mit den hohen Damen. Nu« rückte die Infanterie in den breiten wuchtigen Massen der Regimentskolonnen an, immer wieder lockten die Trommeln und Pfeifen, und festen TiitteS und in gerader Richtung passierten die Schaaren. Oie Staubentwickelung war verhältnismäßig gering und wurde nur etwas stärker, als ein effektvoller Schluß des glänzenden Schauspiels, die berittenen Truppen zum zweiten W nach den lustigen Klängen der alten Reitermärsche, tm ’Ä Mitnr il gejuit. Sg. klpptl. 8UCbt 3789 Mcki N» ir Stadt- und Landgebiet, ür den Verkauf ihrer rühm, ichst bekannten und gut eingeföbrten Fabrikate. Ausführliche Offerten mit Angabe der bisherigen Tbä- tigkeit befördert bis zum 10, Juni 19ül unter der Chiffre W. P. 1000 die Annoncen • Expedition ron Helnr. Kieler, Hamborg, Alter Stein weg. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird die Grünbergerstraße zwischen LudwigSplatz und Moltkestraße vom 3. bis einschließlich 7. l. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 1. Juni 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. B.: Roth. Bekanntmachung, I« der Zeit vom 25. Mai bis 1. Juni l. I. in hiesiger Stadt gefunden: 1 Geldbeutel mit Inhalt; verloren: 1 Damenuhr mit Goldrand und Nickelkette. Der Empfangsberechtigte des Geldbeutels beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 1. Juni 1901. .Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. ir n 3456 Ms u Serien kaum entziehen. Bei der zum 4. Juni eiuberufenen Mtmsterkonferenz über die Zollt«----- --o------- . . • . or . über zwei grundlegende Momente eine eingehende Aussprache und Entscheidung der beteiligten Regierungen herbeigeführt werden. Erstens über die Frage, ob und für welche Positionen des neuen Zolltarifs die Form emes Doppeltarifs, eines Mindest- und Höchstzolles, zu wählen ist; zweitens, welche Erhöhung die Getreidezölle erfahren können, ohne die Gefahr heraufzubeschwören, daß die an der Getreideeinfuhr nach Deutschland interessierten Lander Bezugspreis DtertdfiH Mk. 2.JO, monatl. 7b Pttz mn Bring«lohn; durch fch BbholkflklltN DitrtrljJM« Ml. 1.90, monatl. 65 'Ne vrl Postbezug öterte(|N* Mk. 2.00 ohne öefteBteÄ ■flc An»«lirn vermint»»»^ fielen »e» In' und ttu nehmen Unzetgen für h* •teitner «n^lper entM* getleiwre« total lf enlwarte SO Pf, °sse nj inerte lments aus Hanau Leitung :tor6 Urbach. '• Eintritt 50 Pf» , 50 . GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen >03] SdjteinetgefeHt aefuit ui? Beil, Grünbergkrstraße. MMn ien in vremen dauernde 8t> fligung bei einem Mindestlohn 26 Mark bei "stündiger eicheit. Schrifllilb oder münd, zu melden im 3885 Ar-titSnachvtis Irtver-ehau- tu vremen. nterzeichneler sucht fofort > bis 4 tonte öolnerkleinern für die Ziegeln. SfeAW* v Y01' Georg Weiss Ihm ^jlegefdWL---^-0 to IUM« Handelsvertragsverhandlungen auf dieser Basis ablehnen. Wie die Entscheidung über die Form des Tarifs ausfällt, läßt sich nicht sagen; sicher ist, daß einflußreiche Personen dafür eintreten. Was die künftigen Getreidezollq betrifft, so nimmt man cm, daß es bei der Wiederherstellung des früheren 5 Mark-Zolles auf Roggen und Weizen sein Bewenden haben wird. Es hatte Aufsehen erregt, daß der „Bert. Lokalanz." in der Lage war, den Trinkspruch des Kaisers im Offizierska'sino des 2. (ttarde-Regiments zu Fuß, wobei der Herrscher den französischen General Bon nal besonders auszeichnete, zuerst und ausschließlich zu veröffentlichen. Wie die „diordd. Allg. Ztg." mitteilt, beruht die Publikation, die übrigens die Ansprache im ganzen richtig wieder- giebt, auf einem Vertrauensmitzbrauch. Da wohl jedenfalls über den Urheber desselben Nachforschungen angestellt werden, so wird man vielleicht demnächst erfahren, von welcher Seite die Uebermittelung des Trinkspruchs an jenes Blatt ausgegangen ist. Tie Rede muß auch stenographiert worden sein, was ohne Aufsehen geschehen konnte, da die Aufmerksamkeit der Teilnehmer an der Tafel voll dem kaiserlichen Redner zugewandt war. Bei der Gelegenheit bestätigt die „Nordd. Allg. Ztg." die kürzlich erfolgte Meldung, daß der Kaiser die öffentliche Wiedergabe von Ansprachen und Aeußerungen im militärischen Kreise nicht wünsche. Man wird diesem Appell an den journalistischen Takt nur beipflichten können, denn Aeußerungen bei solchen Gelegenheiten haben eben den Charakter des Kameradschaftlichen, Vertraulichen, und daß vertrauliche Aeußerungen als solche behandelt werden, kann selbst ein Privatmann von der Presse mit Fug verlangen Ziemlich still ist heute morgen der Abschied M r q n e t s von Berlin und seine Abreise nach Frankfurt a. M. erfolgt. Nur eine Abordnung des Berliner „Deutsch-konservativen Wahlvereins" gab der „Liebe und Verehrung" Ausdruck, sonft hatten sich die Parteien ferngehalten. Der Minister dankte mit einer Rede über die Erhaltung des Mittelstandes. Für einen Staatsmann, der eine so große Rolle gespielt hat, nicht gerade eine imposante und eindrucksvolle Stunb^ Die Rückkehr der Truppen aus China. Der Reiseplan für die Rückkehr der 2. Division des ersten Geschwaders aus Ostasien lautet: Wusungab31. Mai, 11. Juni an Singapore ab 15 Juni, 23. Juni an Colombo ab 27. Juni, 4. Juli an Seychellen (Mähe) ab 10. Juli, 16. Juli an Aden und Perim ab 18. Juli, 25. Juli an Port: Said ab -27. Juli, 4. August.Eadix oder Gibraltar ab 6. August, 14. August an Wilhelmshaven. Der britische Gesandte in Peking Satow soll die chinesischen Bevollmächtigten benachrichtigt haben, daß die britischen Truppen das Land nicht früher verlassen würden, bis die Jndemnitätssrage geregelt fei. Nach der Perseveranza beabsichtigt Italien, demnächst lediglich den ältesten Jahrgang seiner in China weilenden Truppen, der nicht wieder ergänzt werden soll, zuruckzu- ziehen, während der Rest des italienischen Kontingents bis auf weiteres dort verbleiben wird. Durch kaiserliche Ordre vom 28. Mai ist dem Oberleutnant Grafen Soden vom 3. Seebataillon, dem tapferen Verteidiger der deutschen Gesandtschaft in Peking, die Annahme des ihm vom Präsidenten der französischen Republik verliehenen Ritterkreuzes der französischen Ehrenlegion ebenso gestattet worden wie die Anlegung des ihm vom Prinz-Regenten von Bayern verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse des bayerischen Militär-Verdienstordens (Kriegsdeko- iation). „„X—— Engländer und Buren. Wie ungeschwächt die Kraft der Buren ist, das beweist der heftige Zusammenstoß der Brigade Dixon mit den Truppen Delareys in Plakfontein am 21. Mai. - Delarey griff an und fügte den Briten einen Verlust von 174 Toter, und Verwundeten bei. „Mit Be- 1 dauern" meldet Lord Kitchener dies dem Kriegsamt, und er hat wahrlich allen Anlaß zur Betrübnis. Bisher suchte er das Ungemach der englischen Generale aus den Buren aus dem „Buschkrieg" erwachsenden Vorteilen zu erklären. Jetzt bot sich ihm nun die ersehnte Gelegenheit der offenen Feldschlacht, doch wie wenig günstig war auch da der Erfolg der englischen Massen! Delareys Streitmacht soll zwar zu. rückgeschlagen sein — um anderwärts wieder aufzutaucheu. Man kennt diese Taktik zur Genüge. Die Buren erlitten überdies nur den verhältnismäßig geringen Verlust von 35 Toten. Die Zuversicht, der Buren endlich Herr zu werden, muß durch solche Hiobsposten erdenklich herab- gemindert werden. Nach Herrn Chamberlain freilich ist Der südafrikanische Krieg eigentlich gar kein Krieg mehr. DaS englische Volk dürfte anderer Ansicht sein. Dem „Reuter'schen Bureau"' wird aus Kapmuiden vom 30. Mai gemeldet: Kleine Burenabteilungen versuchen fortwährend, von hier nach dem Norden durchzubrechen. In in oder zwei Fällen ist ihnen dieses gelungen. Telegramm deS Gießener Elu-elgerS. Kapstadt, 31. Mai. (Reutermeldung.) In den mittleren Bezirken der Kapkolonie wurde eine Petition in Umlauf frack. Stoffe. Trabe vorbeigingen. Um 10y2 Uhr war die Parade beendet, ! und der Kaiser hielt Kritik ab. Die Kaiserin mit der Königin ' uhr, eskortiert von der Leibgendarmerie, zur Stadt. Der Kaiser ritt in prunkvollem Zuge an der Spitze der , Fahnen und Standarten zum Schloß._________________ Vom Tage. (Hilfe für bie Landwirtschaft. — Deutschland als Gldgeber. — Die Zolltarifkonferenz. — Des Kaisers Trinkspruch — Herr Miquel verabschiedet sich) Aus Berlin, 31. Mai, wird uns geschieben: Der strenge fast schneelose Winter hat die deutsch' Landwirtschaft in eine traurige Sage gebrach; von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, ist der Stand der Saaten ein so schlechter wie seit Jahren nicht. Auch die Vieh- zuch gilt in manchen Gegenden durch den Mangel an Futtermitteln auf das ernsteste bedroht. Angesichts dieser Zustände herrscht Übereinstimmung darüber, daß die außergewöhnliche Notlage außergewöhnlich Maßregeln fordert. Mit der Herabsetzung der Bahntarife für die Beförderung von Futter- und Düngemitteln ist wenig gethan. Es fehlt einer großen Anzahl von Landwirten die Hauptfach: das Geld, um überhaupt von den Tarifermäßigungen Gebrauch machen und Korn zur Aussaat beschaffen zu können. Man schlägt vor, den Geschädigten durch Stundung oder Nachlaß von Steuern entgegenzukommen, ihnen Darlehen zu billigen Zinsen und mit längerer Rückzahlungsfrist zu gewähren. Derartige Hilfe in großem Umfange zu leisten, wird natürlich nur der Staat im stände fein. Selbst em gewiß nicht agrarisch angehauchtes Blatt wie die „Voss. Ztg." erkennt die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung in diesem Falle an. „Kein Finanzminister und fein Parlament mach gerne Zuwendungen a fonds perdu, allein man wird sie gewähren müssen, um die Landwirtschaft vor einem verhängnisvollen Verfalle zu be wahren." Es bleibt nun abzuwarten, welches Programm die Regierungen in den Teilen des Reichs, wo ein landwirtschaftlicher Notstand herrscht, auszuführen beschießen. Tas wesentlich ist, daß mit größter Beschleunigung die Unterstützungen ins Werk gesetzt und speziell bie notigen Summen bereit gehalten werben. Auf langwierige „Erhebungen" wird man umsomehr verzichten können, weil ja über das Vorhandensein der Kalamität keine Meinungs Verschiedenheit besteht. Auch), die Erwartung ist zweifellos gerechtfertigt, daß die Parlamente, falls sie nicht zur Beratung einer Notstands-Vorlage einberufen werden, nach träglich ihre Zustimmung zu den besonderen Ausgaben erteilen. • Ter deutsche Geldmarkt soll in nächster Zeit wieder einmal vom Ausland in Anspruch genommen werben. Die Wiener Hochfinanz beabsichigt, zunächst 200 Millionen der neuen vierprozentigen österreichischen Jnvesti- tionsrente durch Vermittlung der großen Bankhäuser au|cf)| in Deutschland zur Subskription zu stellen. Gegen den inneren Wert der Fonds des Nachbarreichs läßt sich wohl nichs einwendeu. Die Besitzer österreicksischr oder ungarischer Renten, Schuldverschreibungen ober Eisenbahn-Obligationen blieben vor trüben Erfahrungen bisher verschont und konnten eines angemessenen Zinsgenusses sich erfreuen. Auch bie neue Anleihe wird diese Vorteile bieten. Es fragt sich aber, ob der Zeitpunkt des Appells an den deutschen Geldmarkt günstig gewählt ist. Tie Finanz- Entwicklung des deutschen Reiches bewegt sich in absteigender Linie; für den Beginn des nächsten Etatjahres droht ein Defizit von voraussichtlich 70 bis 80 Millionen. Die Schraube der direkten Steuern ist — in der Veranlagung — bereits schärfer angezogen worden, wenigstens in Preußen, eine Vermehrung der indirekten Steuern steht bevor. Ferner verfügt der Schatzsekretär noch über offene Anleihekredite, die er über kurz ober lang wird in Anspruch nehmen müssen; unb es dürfte ein berechtigter Wunsch sein, ben deutschen Geldmarkt im Interesse des eigenen Landes aufnahmefähig zu wissen. Schließlich erfordert auch der Umstand Berücksichtigung, daß in den Kreisen der Kapitalisten, die man als „feste Hände" zu bezeichnen pflegt, infolge der Verluste an Hypotheken-Pfandbriefen ein gewisses Mißtrauen gegen Wertpapiere von nicht unbedingt pupillarischer Sicherheit Platz gegriffen hat. Deshalb kann vorausgesagt werden, daß Zeichnungen auf die ofterrevfc ische Jnvestitionsrente in Deutschland diesmal zum beträchtlichen Teil in spekulativer Absicht erfolgen wurden, also zu dem Zweck, die ennorbenen Titres bei geringem Kursgewinn wieder abzustoßen. Die ennttierenben Banken würden dadurch in die Sage kommen, die untergebrachten Rentenbeträge teilweise und bald wieder herem- nehmen zu müssen. Denn der Verpflichtung, dem Angebot entsprechende Nack>frage gegenüberzustellen im Interesse der Stabilität des Kurses, kann sich das Emissionshaus wohl Crane befindet, freien Zutritt haben. ** Landsmanns chafterfahrt. pro Tie sogen. L. C.- : in Der Psinast- Lanos- gefttzt, in der um die Amtsenthebung der gegenwärtigen Der antwortlichen Regierung gebeten wird, damit die Ordnung der Dinge in Südafrika ter Reichsregierung überlassen iei, eine beträchtliche Anzahl Holländer unterzeichnete die Petition. Reichskanzler, Grafen von Bülow. Ter „Reichsanz." widmet dem Grafen Bismarck einen Nachrrch und schreibt: Ein tebensfrischer, thatkräftiger Beamter von hervorragender praktischer Begabung wurde! damit unerwartet aus seinem Wirkungskreise entrissen. In! allen seinen Aemtern zeichnete sich Graf Bismarck durch warmes Interesse für die ihm anvertraute Aufgabe und vollste Hingebung an seine dienstliche Pflichten, aus. Wie! ihm als Beamten ein ehrenvolles Andenken gewiß ist, so sicherte er sich durch seine gewinnenden persönlichen Eigenschaften in weiten Kreisen ein treues Gedenken. Ten „Bert. N. Nachr." zufolge ging dem Fürsten Bismarck am Donnerstag ein in warmen Worten gehaltenes! Beileidstelegramm des Kaisers zu. — Generalmajor von Löwenfeld, Kommandeur der 33. Jnfanteriebrigade, früher dienstthuender Flügeladjutant des Kaisers, ist heute in das Hauptquartier zurückversetzt und zum dienstlhuenden General ü. la suite des Kaisers ernannt worden. Die 33. Jnfanteriebrigade erhielt der Kommandeur des Grenadierregiments Nr. 89, Oberst Freiherr v. Reibnitz. Orte des Großherzogtums beschäftigt worden, der vatürkich insolgedefien annehmeu mußte, daß er die Prüfung bestände» habe. Um so größer war natürlich seine Enttäuschung, als ihm dieser Tage seine Abberufung zu Teil wurde, und man ihm mitteilte, er habe daS Examen nicht bestanden. Gewiß hätte eine rechtzeitige Feststellung seiner PrüfungSleistungeu sich ermöglichen lasten. — Bekanntlich herrscht zurzeit im Lande ein erheblicher Mangel an GerichtSastestoren. Daß trotzdem dieses nicht besonders günstige PrüfungSresultat zu verzeichnen ist, wird man im Lande verstehen und zu wür- — Der „Börsenkourier" hört, die preußischen Staatsbahnen vergaben gestern die Lieferung von 305 Lokomotiven im Gesamtwerte von 17>/2 Millionen Mark an inländische Fabriken. Die Preise entsprechen genau den Bedingungen, zu welchen der im Januar stattgehabte Abschluß vollzogen wurde. Potsdam, 80. Mai. Ich habe Mich gefreut, durch Ihre Vermittelung aus der ehrwürdigen Abtei Maria Laach einen Huldigungsgruß der rheinischen Mitglieder des katholischen Lehrerverbandes des Deutschen Reiches zu erhalten und habe das Gelöbnis der katholischen Lehrerschaft, ihre ganze Kraft daran zu setzen, die ihr anvertraute Jugend in Liebe und Treue zu Thron und Altar zu erziehen, mit Befriedigung entgegengenommen. Ich danke Ihnen herzlich und ersuche Sie, allen Beteiligten Meinen Königlichen Dank und Mein Vertrauen zu ihrer ernsten und verantwortungsvollen Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Wilhelm R. digeu wissen. •• Zn der Gem'aldeAusstellung im Turmhaus am Brand bleiben die Gemälden des Javaners Toorop nur noch einige Tage ausgestellt, weshalb wir unsere Kunstfreunde nochmals auf die gegenwärtige eigenartige Ausstellung Hinweisen wollen. Ferner sei den Mitgliedern des KunftvereinS an dieser Stelle noch mitgeteilt, daß sie auch zu der jetzigen Ausstellung in der Kunsthalle zu Darmstadt am Bahngeschwunden. „ Chicago, 31. Mai. Der Dampfer „Northiown" von der Flotte der Getreideschiffe, die für den direkten Menst zwischen Chicago und den europäischen Häfen gebaut sind, ist nach Antwerpen und Hamburg abgegangen. Rosenberg. Freitag den 7. Juni, vormittags 9 Uhr, gegen JuuuS Jockel und Heinrich Hamel, beide aus Schellnhausen,! wegen Notzucht, bezw. Begünstigung. Die Anklage vertritt GerichtSasiefior Dr. Hetzel, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Grünewald. Samstag den 8. Juni, vormittags 9 Uhr, gegen StationSasfisteut Georg Fiege aus Vilbel wegen Ber- l brechens im Amte. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Montag den 3. Juni, vormittags 9 starb der Arbeiter Karl Rehl an den Folgen der erhaltenen I Verbrennungen. Tie beiden anderen Arbeiter sollen sich .außer Gefahr befinden. e. Bad-Nauheim, 31. Mai. Ein nächtliches IBad im Sprudelbassin macht hier viel von sich I reden. In der Nacht vom Tienstag auf Mittwoch wurde der Bademeister Kissel durch Lärm an den Sprudelquellen aufgeweckt. Ter Beamte legte alsbald seine Kleider an und eilte nach dem Sprudelbassin. Im Borübergehen schaltete er die elekttische Lichtanlage ein, sodaß sämtliche elektrische Lampen an den Badchäusern plötzlich ihr Licht spendeten und der ganze Platz in tagheller Beleuchttuig erstrahlte. Diese Vorsichtsmaßregel war sehr gut; denn dadurch sah Bademeister Kissel sofort, daß an zwei Schächten die schweren eisernen Platten, zu deren Hebung sonst Awei Männer nötig sind, weg geschafft worden waren. In diesen Schächten befinden sich i aber Ab stell Hähne der Sprudelleitungen. Der Beamte wäre vielleicht in einen der Schachte gestürzt, wenn er nicht glücklicherweise vorher die vollständige elektrische 1 Beleuchtung des Platzes ausaeführt hätte. Auf dem Sprudel- 1 bassin an gelangt, bot si ch ihm ein höchst seltsames Bild dar. °!Im Bassin des Sprudels VII saß, halb entkleidet, ein Mann und badete, während oben als Zuschauer ein anderer Mann und eine weibliche Person standen und sich köstlich über dieses nächliche Sprudelbad amüsierten. Auf die sehr energische Aufforderung des Bademeisters tletterte der Badende aus dem Bassin und erklärte mit den zwei anderen Personen, sie seien Nauheimer Kurgäste und hatten das seltsame Bad infolge einer Wette borgenommen. Jedenfalls waren alle drei betrunken und , machten sich auch so schnell als möglich daran, als der Bademeister um Angabe der Namen ersuchte und mit Verhaftung drohte. Die Badedirektion hat die Angelegenheit der Polizei zur weiteren Verfolgung übergeben. Die Ansichten, die hier laut werden, die drei Personen waren zwei I Zuhälter und eine Prostituierte gewesen und es sei eine Schädigung der Spriidel beabsichttgt gewesen, die indessen ! durch das rechtzeitige Hinzukommen des Bademeisters gl na* licherweise vereitelt wurde, dürfte übertrieben sein. Dre nächtlichen Ruhestörer waren jedenfalls betrunken und voU- führten in diesem Zustand deii Unfug, der aber lcicyr schlimme Folgen hätte haben können. Mehr denn je aber ist man hier von der Ueberzeugung durchdrungen, day es notwendig sein wird, die Sprudelbassins vollständig av- zuschließen, damit nicht jeder Unbefugte Zutritt zu den Quellen hat, die für Bad-Nauheim als die Quellen allen Wohlstandes und aller Unternehmungen zu betrachten stnd. — Tie F r e q u e n z des Bades betrug am 30. Mai 4b^ i Personen, wovon noch 3755 zur Zeit hier anwesend sinv- Mayen, 31. Mai. Der katholische Lehrerverband Deutschlands hielt hier seine Generalversammlung ab und sandte von der Abtei Maria Laach ein Huldigungstelegramm an den Kaiser, worin er das Gelöbnis unwandelbarer Liebe, ....... und Treue und das feierliche Versprechen ablegt, daß dir l asiefioren-Prüfung in Darmstadt nahmen, wie wir hören, Mitglieder in ihrem Berufe als Volksschullehrer alle Kraft 19 Gerichtsaccesfiften teil. Einer der Herren trat während einsetzen wevden, um die Jugend in Liebe und Treue zu der Prüfung zurück und vier Herren fielen durch. Don Thron und Altar heranzubilden. Auf das Huldigungstele- diesen Durchgefallenen ist verwunderlicherweise einer der gramm ging dem Abt Benzler folgendes Autworttelegramm zu Herren bis vor wenigen Tagen als Amtsanwalt in einem sSi 64 ck >» i°-,S Schloßturmu h,e §§ Gedttn, ottanartiget * «L in em« »reu' Sichren enim Wiotneiny ' SJiäi b» i“ der ° 8«W"' 6e|®igt sich. « Remonstration m Evaog. Sonntal fiandeS der hnft! Der bezeichneten ftn der Meldu von Plakaten ' üvserem Zwetset stoß hätten errel e- seien vielle« den Pylonen gc die vorstehende trürbt wohl nie» und künstlerisch dauern. D. Re Mainz, 31. heißen Witteruni Fortschritte gema Provinz bereit-: gemeldet wird. Mainz, 3" ein ungemein gemacht. Als b war das Porto denen Stellen i zrveihenkelige E ten, mifgestiidi reichhaltigen Fi der Konservator Herr Lindenschi mit einem Tep -auf der Wasser rfunde gehören " Kleine i Tas Kapitel ix Ritter des Jol in der Komthr statt. Ter Vers „Hessischen Hof" Kirtorf in ' schaffen. fZamiü am Mittwoch lassen und zu den Mann zu Lausen bei errichtet worb Hauser dort ü wähl in Utp iochneider mit Spar- und ,, Berlin erlitt der S0at Major von der gewordenen Pf, $ie M b, Zugai Daher a *tef“ «ecke. ‘“Ukh" Kapitalien nsterlvorrat tu Ausstände Mobilien werden 2. 8. ^ei- 8918 bei der nicht tie für vorzügliche Leistung. ^"^.Kostenlose Vorführung auf und Wiese! Zurück- nähme iederMaschine,welche Men h#t HC* A ** Ws k.tz: Ausstellung von Walter kfytl ^ieioQeu.Pff, in U MvM. jj?}' ^"det diesmal tun ^(mnfNten der boch- p und Mrzburg mu- $. Anen wird sich " und Damen gesellen 0 und 11 Uhr am Bahn- ■en 1868 der erste Bund E wurde. Von da geht 501 Q9l eingenommen und ,em morgigen Pro- es: Ouvertüre z. Lpec ditation von Bach. Zchsilf. el. Potpourri a. d. Oper e Verfügung hat das slich der Gehaltsausrahl- aus der Gemeinderasse. f Gehalt aus der Ltaats- en Monats bezahlt. Da- g aus der Gemeindefasse Dadurch erhält aber der aus der Staats- und M tebt, diesen nicht in einer m. Daß bie BefeitigunL immentegung der Gehalts- i Steife Gießen geschehen, ste begrüßt und auss an« f keines Beweises, hossent- reise unseres Landes in Gießen, damit die Lehrer istiaung empfangen. Riegel. Wie verlautet. Zerleger des „Vogelsberger mwaltschaft gestellt haben, hm vereitelt morden sein, bet Sonntag abend 8 Uhr melle statt. M *at) des BrauererM- indet Montaa abenb 8 U i Upelle statt. sVgl- -äUseE tall In dem AsalMn- lgmz«WeilM«W n 'eiDrL„ her erhaltenen ^-Emoch wurde der :m an , n Binder an und 11 y-sr.s issel sofort, d^tten, eisernen gfeS 1 her 6#?-Juie elektr^ Wfä babs eine roetbttielba$ ff u"d gliche Ä ^-Ä Au sowerunß?^v ei r^^iis dem Mhttnp nde sie seren » «ls mfltiÄy c Namen en bi£ Angels y erfolgu^j Prionen w . # n, öifb meien AieW -'L?ss-E nave- Qefi i • Berlin, 31. Mai. Vor Beginn der heutigen Parade erlitt der Bataillonskommandeur des Alexanderregiments, Major von der Burg, durch Sturz von seinem unruhig gewordenen Pferde eine schwere Gehirnerschütterung. M M dM Goblado geurife IMFFMM *ufitt!R«nd. ErdfeuchUgkelt AAA rvervauen iv//r Xipbxlt-tlolirplitten. Master u. Prospekt mit zahlreichen Anerkennang»«chrelbou I poittrel und amioneL A. W. Andernach in Beuel am Eholn. Zu haben in Gießen auf der Fabrik • Niederlage bei Herrn Wilh. Textor, Wallthorftraße 6. 8897 Temperatur der Lahn und der Luft. . Juni. Nach Reaumur gemessen mittag« zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 18>/e«, Luft 23«. 2er Zugang in der letzten Woche war 979 Gäste. 40 903 Bäder wurden vom 1. April bis 30. Mai verabfolgt. i. Laubach, 31. Mai. Am Donnerstag Vormittag entlud sich ein heftiges Gewitter über unsere Stadt; der Blitz schlug im Schlosse ein, ohne zu zünden, richtete in ■einem Zimmer schreckliche Verwüstungen an und beschädigte die Schloßturmuhr, die seitdem steht. §§ Gedern, 31. Mai. Tinen großen Schaden hat ein orkanartiger Sturm vor einigen Tagen in einem Gräflichen Revier angerichtet. In einer Länge von etwa 40 und in einer Breite voa 20 Meter liegen mächtige Buchen und Fichten entwurzelt am Boden. Darmstadt, 31. Mai. Die Meldung, Oberbürgermeister Morneweg fei in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des städtischen Schulvorstandes und des Kuratoriums der höheren Mädchenschule bei Großh. Ministerium, Abteilung für Schulangelegenheiten, wegen der an den Pylonen der Eingangshalle zu der Ausstellung der Künstler-Kolonie befindlichen Zeichnungen, bezw. wegen Entfernung vorstellig geworden, bestätigt sich. Eine Antwort auf die am 13. Mai ergangene Remonstration ist bis jetzt nicht eingegangen. Dem „Hess. Cvaug. Sonntagsblatt" zufolge ist auch seitens des Vorstandes der hiesigen Stadtmisston ein Gesuch um Beseitigung der bezeichneten Bilder au den Großherzog gerichtet worden. (In der Meldung des „Mainzer Journals" war die Rede von Plakaten vor der Ausstellung. Wir gaben alsbald unserem Zweifel Ausdruck, daß die unschuldigen Plakate Anstoß hätten erregen können, und sprachen die Vermutung aus, es seien vielleicht die Peter Bürk'schen Freskomalereien an den Pylonen gemeint. Diese unsere Vermutung wird durch die vorstehende Notiz bestätigt. Außer Herrn Bürk selbst würde wohl niemand die Fortschaffung dieser geschmacklosen und künstlerisch keineswegs wertvollen Wandgemälde bedauern. D. Red.) Mainz, 31. Mai. Infolge der überaus günstigen und heißen Witterung der letzten Zeit hat der Weinstock derart Fortschritte gemacht, daß von verschiedenen Seiten aus der Provinz bereits das Vorhandensein blühender Trauben Wien, 31. Mai. Die Abgeordneten nahmen in der Abendsitzung die restlichen Paragraphen der Regierungsvorlage betr. den Bau der Kanäle und Durchführung der Flußregulierungen an. (Lebhafter Beifall im ganzen Hause.) Cornna, 31. Mai. Die Angestellten des Zollamtes sind ausständig, sie widersetzten sich den erteilten Anordnungen und warfen die GenSdarmen, die die Ruhe wiederherzustellen suchten, mit Steinen. Die GenSdarmen feuerten; einige Ausständige sind getötet, andere verletzt. Spazierstöcke stets Neuheiten. Casseler Schirmfabrik Gietzen, SelterSweg 9. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeiger--.) 8ch. Darmstadt, 1. Juni. (12.15 Uhr.) Die Königin- Mutter Emma von Holland besuchte gestern die Ausstellung der Künstler- Kolonie und soupierte im Haupt- restaurant. Sie unternahm dann eine Rundfahrt durch die Stadt und fuhr später über Frankfurt nach Crouberg. W. Rom, 1. Juni. Die Königin von Italien wurde heute morgen von einer Prinzessin glücklich entbunden. Höchste Temperatur am 29.-30. Mai 4- 27.1« C. Niedrigste „ „ „ „ + 12.3« 0. Höchste Temperatur am 80.-31. Mai + 30.6° C. Niedrigste ,„ „„ + 14.8° C. Meteorologische Beobachtungen der Station (Hieben._________ gemeldet wird. Mainz, 31. Mai. In der sogen. Nheinallee wurde ein ungemein reicher Fund von römischen Altertümern gemacht. Als besonders charakteristisch für diese Fundstelle war das Vorkommen vieler Amphoren, an drei verschiedenen Stellen wurden 2.3 gut erhaltene über 1 Meter hohe zweihenkelige Gefäße dieser Art, die als Weinbehälter dienten, aufgefunden. Aus diesen und aus den übrigen sehr reichhaltigen Funden glaubt, wie der „Mainz. Anz." meldet, der Konservator des römisch-germanischen Zentralmuseums, Herr Lindenschmit, schließen zu können, daß man es hier mit einem Depot von Kaufmannsgütern zu thun hat, die auf der Wasserstraße, dem Rhein, befördert wurden. Alle Funde gehören dem ersten Jahrhundert n. Chr. an. ** Kleine Mitteilungen an» Hessen und den Rachdarstaatev. Das Kapitel der in Hessen und Hessen-Nassau wohnenden Ritter des Johanniterordens findet am nächsten Montag in der Komthurkirche des Ordens in Nie d er-We is e l statt. Ter Versammlung folgt ein gemeinsames Essen im „Hessischen Hof" in Butzb a cy, — Tonnerstagnacht hat fiel)! in Kirtorf in seiner Wohnung Fußgendarm Hamel erschossen. Familienzwistigkeitcn, derenthalben seine Frau ihn am Mittwoch unter Mitnahme der beiden Kinder ver lassen und zu Verwandten nach Gießen gereist war, haben den Mann zu dein verzweifelten Schritte getrieben. — In Hausen bei Butzbach ist am 1. Juni eine Posthilfsstelle errichtet worden, deren Verwaltung dem Bürgermeister Häuser dort übertragen wurde. — Bei der Bürgermeisterwahl in Utphe wurde der seitherige Bürgermeister Schneider mit 70 Stimmen wiedergewählt. Arheilgen wegen fortgesetzter Milchfälschung aus Grund des § 10 ' los. 1 und 2 deS Nahrungsmittelgesetzes mit 80 MI. und 50 Mk, «ornt 16 bezw. 10 Tage Gefängnis bestraft und gleichzeitig in die Kosten ver, urteilt. Außerdem wurde ein Mineralwasserhändler wegen Verkaufs von gefärbtem „Himbeersaft" auf Grund des § 10 Pos. 2 desselben Gesetze« mit 10 Mk., eventuell 2 Tage Gefängnis bestraft. Leipzig, 31. Mai. DaS Reichsgericht hob das Urteil deS Land, gerichts I Berlin vom 19. Februar auf, wodurch Graf Pückler- Klein- l chirne von der Anklage der Aufreizung verschiedener LevölkerungSklafsen zu Gewaltthätigketten gegeneinander, begangen durch zwei in Berlin öffentlich gehaltene Reden, freigefprochen wurde und verwieg die Sache an das Landgericht II. Wien, 31. Mai. Der Kassationshof verwarf die Nichtigkeitsbeschwerde der Eheleute Ott, die wegen tötlicher Mißhandlung des eigene« Kindes zum Tode durch den Strang bezw. lebenslänglichem Kerker ver urteilt worden waren, hob dagegen das Urteil wegen wichtiger Bedenken bezüglich der dem Urteil zugrunde liegenden Thatsachen auf und verurteilte Josef Ott wegen Totschlags zu 12 Jahren schweren Kerker», Karoline Ott wurde dageaen gänzlich freigesprochen. • Berlin, 31. Mai. Durch eine Kesselexplosion n einer Maschinenfabrik in der Chauffeestraße wurden heute nachmittag fünf Personen durch verbrüh ungen schwer verletzt. • Verhaftung des Tilsiter RechtSanwaltS Med em. Die Verhaftung des flüchtig gewesenen RechtSanwaltS und Notars Medem ist nunmehr erfolgt. M. hat ich, wie bereits gemeldet und jetzt festgestellt worden ist, in einem Amt als Notar verschiedene Unregelmäßigkeiten zu chulden kommen lassen und große Geldbeträge veruntreut. Er war Stadtverordneter und bekleidete noch verschiedene Ehrenämter. Vor einigen Wochen hatte er Tilsit verlassen, um sich, wie gemeldet, angeblich nach einer Wasserheilanstalt bei Dresden ru begeben. In Wirklichkeit hielt er sich indes n Palmetten (an der russischen Grenze) auf. Dort hat er ich der Staatsanwaltschaft gestellt, die ihn in das Tilsiter IntersuchunaSaefänanis überführen ließ. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche fanden im Pfälzer Tabakgeschäfte fast gar keine Umsätze statt, es ist sehr ruhig, was auch teilweise noch auf die vergangenen Feiertage zurückzuführen sein dürfte. Auch in der Fabrikation geht das Geschäft sehr schleppend, was auf das Rohtabakgeschäft natürlich auch nicht ohne Einfluß bleibt. Die Fermentation der neuen Emte dürfte demnächst ziemlich beendet sein und man hofft nach der Sortierung der Tabake eine Besserung im Geschäfte. In loser guter Pfälzer Einlage be steht vermehrte Nachfrage, doch sind die Vorräte hierin sehr gering Lose Pfälzer Rippen geschäftsloS, lose feine Mk. 9 bis 10, gebündelte Mk. 10,50 bis 11,50. Biehmarkt. Während der abgelausenen Woche konnte sich in Rücksicht auf die Feiertage nirgends ein lebhaftes Geschäft entwickeln und die wenigen Um ätze beschränkten sich nur auf den äußerst notwendigen Bedarf. Wie immer steht Schlachtvieh im Vordergründe des Handels, aber auch hierin blieb fast überall ziemlich Uebersiand, was auf den Handel in mittleren Qualitäten nicht ohne Einfluß blieb. Im allgemeinen herrscht überall eine sehr ruhige Stimmung und steht zu erwarten, daß die nächsten Märkte sich eines lebhafteren Geschäftsganges erfreuen. (Betreibt« Angeregt durch das heiße, trockene Wetter war die Stimmung während der abgelausi.nen Woche recht fest. Auch die Kauflust war lebhafter und es fanden ziemlich Umsätze statt. Die Forderungen haben sich auf der gleichen Höhe erhalten. Roggen unverändert. Gerste und Hafer behauptet. Mais preishaltend. Die heutigen Forderungen sind: Redwinter 2 136,50-137 Mk. Kansa« 2 134,50—135,50 Mk. Laplata Weizen 132-189 Mk. Südruss. Weizen 130—148 Mk. Ruff. Roggen 104-106 Mk. Ruff. Futtergerste 100 Mk. Ruff. Hafer 107—125 Mk. Amerik. Hafer 111 Mk. Mixed Mais 94,50 Mk. per Tonne cif Rotterdam. «letzen, 1. Juni. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. M 0.90-1.10, Hühnereier per St. 5—6 2 St. 10—11 <£, Enteneier 2 St. 12—13 Gänse« eiet per St. 10—11 Käse 1 St. 6—8 Käsematte 2 St. 5—8 Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar jC 0.80—1.00, Hühner per St. JfC 1.20—1.70, Hahnen per Stück JC 1.30—2.00, Enten per St. M 2.00—2.30, Gänse per Pfd. M 0.00 biS 0.00, Ochsenfieisch per Pfd. 68—74 Kuh« und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 L, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 /,I Uhr, Abmarsch 1 Uhr. MWdtter, GKG Bis auf weiteres wird ieden Sonntag, morgens 7 Uhr, und jeden Dienstag, abends 81/« Uhr, vom Vereinslokale (Cafs Royal) aus gefahren. Um zahlreiche Beteil'gung bitten 3235 Die Fahr warte. G. R. V. 1885. Sonntag den 2. Juni: Frühjahrs-BezirkStag in Marburg. Abfahrt 8 Uhr morgens Wall- thor oder 1.25 mit der Bahn. Carl Stohr I. Ludwlgsplatz 5 Wallationsgrschalt. Kau- nnh Kuassschlossktti empfiehlt sich mr 8909 Anlage von Gas- und Wasserleitnngen, Masset kloskits «ud KüdttilNichtuuM, 2 Herren können guten bürgert. Mittagstisch erhalten. 02107] »leichstratze 31, I. Kaisergarten. Sonntagabend 8 Uhr: 2. grosses Konzert der hiesigen Regimentsmusik mit besonders ausgewähltem Spielplan. 3938 Junger Mann mit schöner Handschrift und guter Schulbildung sucht Beschäftigung. Off, unt. L M 3891 a. d. Exp. d. Bl. Ein alt., gebild. Fräulein sucht Stellung alS Haushälterin (auf dem Lande bevorz.) Näheres durch Frau KüttenSerger, Selteröweq 67. oder Bereinigung mit einem Handwerker, dessen gutgehendes Geschäft mit Kapital weiter ausgedehnt werden könnte, oder aber ?m^uebsten"des Baufiich^^Mög-1 der hiesigen Regiments Kapelle. 5934 u n tet6 eHrauen $um * 25 et trauen | 20 ^kfg._________________________H. Gern» er. Nr. 3892" an die Expedition dieses Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer guten Schwester Karotine Jockel sagt herzlichen Dank im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 3924] 3-Aimmer-Wohuungen zu vermieten. Näheres bei Martin Langsdorf, Ludwigstratze 57. 02089 j Schöne, große 3,Zimmer- Wohuuna p. 1. Juli z. verm. Hrotze Wühkgafie38, Flaschnbhdl. Auhk. 02084] Eine schöne 3.Aimmer- Wohuuug p. 1. Juli zu vermuten. ___________Audwigstratze 3311. Wahnhofstratze 66 ist die seither von Frau Rendant Schmidt innegehabte Wohnung vom 1. Juli ab anderweit zu vermieten. Näheres bei I. Woeck, Stein» IMr Unerhört billig! 375 Stück um Wk. 3,50. 1 reizverg.Uhr mit prachtv. Goldin- kette, genau geh., 3jähr. Garantie, 1 prachtv. Kollier aus orientalisch. Perlen, mod. Damenschmuck f. Arm, Hals ob. Haar, mit Patenverschl-, 1 hocheleg. Nickeltaschenmeff.(amerik. Fabr ), 1 prachtv. Lederbörse, 1 ff. Cigarettentasche (Neuh), 1 hocheleg. 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