SÄ ÄTtjä s«t~ünjj; S!ü_$ioÄ7 °?LZK- vuTteT^U, ^LlTZWlE ^ÜÄ“ ESsfeMu. I 'e\n möbl o ;Z7~a--- L-LL-L^L rZM^ en le” iu ber. ^rzrJ^lLL S*LM4"”n IU vmnikten. 01870 °eK* XtttflaMH, pari »wt« A-W 1 Mm Sdjaujenftnn, in tJMttMy, M ioldjer yuxeaupäumt W pteitom !t» ebtnt. foäter, in ünmieten. 1___MM rotzet goto * tästslaae, worin Li-jetzt fiotteS men- nib beben wurde, per 1. Oktober mit : ohne Wohnung zu nemieten lereS bet Ars. Ztrstü, Arie»- , i. Lessen.3250 Haas 243] w vermieten. Dolteutzaffe 24. SelterStoep, Laben, Kontor, ntner unb b Süanfatbtnfiuben, )fort ober später $u vermieten, . zu verkaufen. Meretz । ZeNnrmz V, l iMKfi «BSg» MW r-Werscbnellu.MisettvM - miss, verlange pr. MkaNe du evAManM^M^ 192] "•'Asä'”»-" »uuluzalöttvtu. uiswftr* ,A., tzie^aüaL!.— 01694] OrdenUM^^ L-sIS feÄte i»«j ft läd^E^^Mts Nr. 102 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 2. Mai 1901 löglich mit Inffcm M Montag» •te W**er ^awiliei- «xrdrn dem An> w****w und „vläNer *M Volkskunde" vier« *M »Echnutlich brigelegt. »•e***t »ilnitliti » d— ffir den MieeMee tq erscheinenden *MM M oorm 10 Utn ■H«tierteijö#< Mk 2.20, uionatL 76 PtT mir Bringerlohn; durch w Äbholestelleu vierteljäinet Mk. 1.90, monall. 6b PS, Bei Postbezug vierteljähel. Mk. 2.00 ohne Bestell,e». Alle «n-eiacn-verrnierUmH», stellen dee?in- und Hu8lanw nHirnen Änzeiaen für He Siebener Anjeiaer entgeg«. ßeilenprei» lokal 11 Jw« auswärts 80 Psst. Adresse für Depesch«« Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. H. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die Löberstraße wird neu eingedeckt und eingewalzt nnd deshalb zwischen Goethe^ und BiSmarckstraße am 2. und 3. b. MtS., zwischen Bismarck und Gartenstraße am 4., 5. und 6. d. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 1. Mai 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Arifis. Wir meldeten bereits vorgestern, daß der deutsche Botschafter am goldenen Horn, Freiherr von Marschall, Berliner Gerüchten zufolge auscrsehen sei, demnächst die erschütterte Stellung des jetzigen Reichskanzlers einzunehmen. Wir begleiteten diese Mitteilung mit einem sehr großen Fragezeichen. Inzwischen aber ist die'Meldung von verschiedenen Seiten mit solcher Bestimmtheit wiederholt worden, daß Frecherr von Marschall gesonnen sei, nach Berkan zurückzukehren, um „wieder ein hohes Regierungsamt zu übernehmen", daß man die Sache doch wohl etwas ernster zu nehmen hat. An das Reichskanzleramt denkt Herr von Marschall jedenfalls selber nicht, doch irgend ein Reichsministcr-Portefeuille scheint allerdings thatsächlich für ihn in Frage zu kommen. Selbstverständlich kann dieses nur ein Reichsamt sein, zu dessen Wahrnehmung wirtschaftspolitische Kenntnisse und rednerische Begabung in gleichem Maße erforderlich sind. Denn die parlamentari- schen Schlachten der nächsten Zukunft werden um Zolltarif und Handelsverträge geschlagen werden. Nach alle dem dürfte anzunehmen sein, daß die amtliche Laufbahn des Herrn von Marschall gewiß nicht im Oriente ihren Abschluß finden wird, daß er vielmehr für das Reichsschlatzam t ausersehen ist. Er hat bereits bei den Verhandlungen über den russischen Handelsvertrag den Befähigungsnachweis voll erbracht. Durch ungewöhnliches Wissen uno glänzende Rednergabe wuchs Herr v. Marschall sozusagen über sein Ressort (Auswärtiges Amt) hinaus, wurde er dem Grafen Caprivi und auch später dem Fürsten Hohenlohe ein erwünschter Mitstreiter in Fragen der Handels- und Wirtschaftspolitik. Der gegenwärtige Staats-Sekretär des Auswärtigen, Frhr. v. Richthofen, wird in den parlamentarischen Kämpfen der Zukunft nicht entfernt diese Rolle spielen. Er ist ein hochverdienter, vortrefflicher Beamter, aber auch nur dieses. Der überragenden- staatsmännischen Eigenschaften erlnangelt er. So werden die Kosten des Kampfes um die Zölle in der Hauptsache zu bestreiten haben: Der Reichskanzler, der Staatssekretär des Inneren Graf Posadowsky — er verfügt vor den Beratungen des Wirtschaftlichen Ausschusses her über die gründlichste Spezialkenntnis — und der Reichsschatzsekretär. Noch ist allerdings Frhr. v. Thielmann als solcher thätig. Aber er klammert sich nicht an sein Amt. Es ist offenes Geheimnis, daß Frhr. v. Thielmann lieber heute wie morgen in den diplomatischen Dienst zurücktreten würde, den just Frhr. v. Marschall zu verlassen nicht abgeneigt ist. Auch die Unterstaatssekretär-Krisis schwebt noch im Reichsschatzamt; man ist noch .im Ungewissen, wer den kenntnisreichen Herrn Dr. Aschenborn ersetzen soll. Daß es auch im preußischen Ministerium bereits feit einigen Wochen kriselt, ist bekannt. Ter Kaiser ist gestern nach Berlin zurückgekehrt und in den nächsten Tagen schon soll dem Vernehmen nach ein Kron rat stattsinden zur Erörterung der politischen Situation, die insbesondere durch die mißglückte Kanalvorlage geschaffen wird. In erster Reihe handelt es sich um die Frage, oh die Auflösung des Abgeordnetenhauses erfolgen soll? Fürst Hohenlohe empfahl nach dem Fall der ersten Kanalvorlage diese Maßregel; Herr v. Miquel aber drang mit seiner Auffassung durch, daß die Auflösunanur Verwirrung stiften würde. Auch heute soll Herr v. Miquel auf demselben Standpunkte stehen. Herr v. Thielen und Handelsminister Brefeld dagegen, die voraussichtlich die Ablehnung der Kanalvorlage mit ihrem Rücktritt zu quittieren haben, werden wohl dafür sein, daß auch dem Abgeordnetenhaus sein Teil wird. Als dritter geht nach allem, was man hört, der Landwirtschaftsminister Frhr. v. Hammerslein. Herr v. Dfiquel aber wird sich eine Gelegenheit aussuchen, die ihm einen effektvollen Abgang von der politischen Bühne gewährt, als ein solcher Personenwechsel im großen. Sperr v. Miquel kann sich das leisten, denn der Kaiser will ihn nur sehr ungern missen. Die Behauptungen von einer Verminderung seines Ansehens und seines Einflusses sind ganz gewiß aus der Luft gegriffen. Ebensowenig Glauben können Mitteilungen der „Spamfc. Nachr." beanspruchen über einen angeblichen „heftigen Kampf des Sperrn v. Lucanus .fegen Graf Bülow, weil dieser jenem zu mächtig geworden sei". Die gestrigen Abendblätter äußern sich sehr skeptisch Wer diese Mitteilungen. So schreibt die „Voss. Ztg.": „Daß sich der Kabinettschef v. Lucanus zu Jntriguen gegen den Reichskanzler hergiebt, bezweifeln wir. Aber wir bezweifeln nicht, daß es Leute giebt, am Hofe wie anderwärts, bie ihn gerne dazu mißbrauchen möchten . . ." Die „Nat.- ;]tg." häl: das Ganze für eine Jntrigue, gerichtet gegen den Grafen Bülow, in der Hoffnung, daß doch „etwas hängen bleibe". Zu demselben Urteile gelangt das „Berk. Tagebl." Zn den nächsten Tagen werden also voraussichtlich wichtige Entscheidungen fallen. Auch über Form und Inhalt der neuen Zolltarif-Vorlage ist nach der Rückkehr des Kaisers die Entschließung zu treffen. Politische Tagesschau. Die Budgetkommissto» des Reichstages hat am Dienstag die Beratung des GarantiegejetzeS für die ost- afrikanische Eisenbahn begonnen, doch nur unwesentlich gefördert. Man kam über allgemeine Bemerkungen nicht hinaus. Das interessanteste Moment lag in der Erklärung deS Staatssekretärs Freiherrn v. Richthofen, daß Eecii Rhodes bei feinem Besuche am Berliner Hofe vor einigen Jahren sich erboten habe, in der deutschen Kolonie eine Eisenbahn von Osten nach Westen zu bauen. DaS Auswärtige Amt wollte jedoch warten, bis sich deutsches Kapital für die Bahn interessiere, und habe den Rhodesscheu Vorschlag abgelehnt. DaS war wohlgethan. Denn wenn auch der „ungekrönte König von Südafrika" dabei hauptsächlich sein eigenes Geld riskiert hätte, so wären doch die deutschen Interessen am schlechtesten weggekommen. Der Handel OstasrikaS würde auf die britischen Bahnen im Süden und Norden deS Schutzgebietes übergeleitet worden sein, so daß die Deutschen am Ende nicht mehr Herren im eigenen Hause gewesen wären. Man kennt ja die geschickten Praktiken des Herrn RhodeS zur Genüge. Jetzt wird ihm die Lust an afrikanischen Bahnprojekten wohl vergangen sein. Für die „Uneigennützigkeit" seiner höchst,egenden Pläne hatten die Buren nicht das rechte Verständnis. Er scheint seine „Napoleonrolle" auSgespielt zu haben. Die Lage in China. Eine deutsche Brigade unter dem Beseht des Generalleutnants v. Lessel hat nach den übereinsttmmenden deutschen amtlichen und privaten Berichten die in die Provinz Tschili eingedrungenen chinesischen Truppen nach zweitägigen Ge- sechten in toilbe Flucht aus dem internationalen Okkupationsgebiet wieder hinausgejagt. Nach dem deutsch-feindlichen Londoner Bureau Reuter freilich soll bei den Kämpfen in den Schansi-Pässen ein Teil der deutschen Truppen in einer Schlucht beim Kukuan-Paß in eine Falle geraten sein, und in einer Abteilung von 80 Mann soll es 45 Unfälle gegeben haben. Die Chinesen behaupten, ihre Verluste seien nur minimal. Tie Wirkung der deutschen Operationen wird in London selbstverständlich zumeist recht ungünsttg beurteilt. Tie Chinesen sagen, die Deutschen seien unter schweren Verlusten znrückgettieben, und die Masse des chinesischen Volkes glaubt dies, dem Reuterschen Bureau zufolge, so dürfte es angebracht sein, diesen Aeußerungen britischer Freundschaft gegenüberzustellen, was sich ein englisches Blatt, die „Morning-Post" aus Paotingfu berichten läßt: „Tie Deutschen trifft jedenfalls nicht die Schuld an den von Zeit zu Zeit an den Grenzen von Tschili ausbrechenden Kämpfen. Die Chinesen gingen so weit, in einem unverschämten Schreiben dem deutschen Kommandeur zu untersagen, auch nur einen Fußbreit über eine 60—70 Kilometer innerhalb der Grenzen von Tschili gelegene Stadt hinaus vorzurücken. In Antsuling, wo sie auf eine Parlamentärflagge feuerten, waren sie wenigstens 47 Kilometer außerhalb ihrer eigenen Abgrenzungslinien. In Huolo, unterhalb Tsck)entingfu, stehen sie den Franzosen an einem Passe gegenüber, der ebensoweit über die Mauer von Schansi hinausliegt wie Antsuling. Vor einigen Tagen erhielt General v. Kettler ein Schreiben von Hsiliang, dem Gouverneur von Schansi, worin es hieß, nach einem kaiserlichen Erlaß müsse die Mauer von Schansi die Grenzlinie zwischen ausländischen und chinesischen Truppen bleiben. Dabei wurde ihm bedeutet, sich an diese Weisung zu halten. Das Schreiben war anmaßend in der Fassung und nach chinesischer Anschaung gröblich beleidigend, da die chinesische Regierung zwei Stufen über der Linie genannt war unb die Ausländer in der Linie selbst erwähnt wurden. Ter Befehlshaber dieser chinesischen Truppen, General Liu, war dann später, wie erwähnt, auf Veranlassung der Verbündeten von Li-Hung-Tschang aufgefordert worden, die Provinz Tschili zu verlassen. Er hatte aber nur zum Schein eine geringfügige Rückwärtsbewegung gemacht und sich in dem Gebiet östlich der Mauer an den Straßen verschanzt. Infolgedessen wurde eine aus Franzosen und Deutschen zusammengesetzte Truppenabteilung gegen ihn in Bewegung gesetzt. Tie Franzosen rückten über Tschengtingsu und Huvlu gegen Tsingsing und Kukwan vor; die Deutschen gingen in vier Kolonnen in der Richtung auf Heischankwan am Kreuzungspunkt des Hutho mit der großen Mauer und chließlich auf den Kreuzungspunkt des Thaoho mit der großen Mauer und auf Kukwan vor. Tie deutschen Berichte besagen nun, daß etwa 5000 Mann deutscher Truppen die 25 000 Mann des Generals Liu, in dessen Heer sich die Nanking-Truppen befanden, die besten, über die China verfügt, mit verhältnismäßig geringen Verlusten über die große Mauer nach der Provinz Schansi zurückgetrieben haben. Es sind das die ersten ernsteren Gefechte nach der Einnahme Pekings, die ersten, an denen überhaupt deutsche Truppen in größerer Anzahl beteiligt gewesen sind. Nun ist es ja bekannt, daß bereits seit Monaten die Friedensverhandlungen stattfinden und man hat cttvartet, daß es zu kriegerischen Maßnahmen überhaupt kaum mehr kommen werde. Erst am letzten Montag hat in Peking eine Konferenz der Generale wieder stattgefunden, in der beschlossen wurde, den Gesandten mitzuteilen, daß Mmach- nngen in Bettess der Zurückziehung der Truppen möglich seien, wenn die Gesandten in der Lage seien, eine von China als GesamtentsckMigung zu zahlende Summe anzugeben und wenn die Chinesen sich zur Zahlung dieser Summe bereit erklären. Ferner wurde beschlossen, den Chinesen zu gestatten, allmählich die Verwaltung von Peking wieder übernehmen, bis die bürgerliche Gewalt wieder ganz in ihren .Händen sei und von den Militärs nur eine passive Oberaufsicht ausgeübt werde. Schließlich wurde in der Konferenz über die Frage beraten, ob das Kommando über die Gesandtschaftswachen in die Hände eines einzigen Offiziers zu legen sei oder vb die einzelnen Wachen unabhängig bleiben sollen. Also die Mächte sind im Begriff, den Chinesen wieder die Verwaltung Pekings in die Hände zu geben, während gleichzeitig mit chinesischen Truppen blutige Kämpfe stattsinden. Ueber die Nichtbeteiligung der französischen Streitkräfte an den Kämpfen haben wir gestern bereits berichtet. Es ist bekannt, daß unsere Truppen in China mit de« Franzosen bisher immer gute Waffenbrüderschaft gehalten haben. Nun ist an die französischen Truppen der Befehl ergangen, sich an Gefechten nuht zu beteiligen, und bie Waffenthaten den Deutschen allein zu überlassen. Die „Nat.-Ztg." erfährt dazu von zuverlässiger Seite, daß die Annahme einiger Blätter durchaus unrichtig sei, als ivären die Franzosen' unter Bailloud unthätig gewesen. Tie Franzosen als die später Eingetrosfenen hätten die Flankendeckung übernommen und seien infolgedessen nicht inv Feuer gekommen. Eine Ordre zur Zurückhaltung war ihnen nicht erteilt worden. Doch dieser Erklärung steht der amtliche Bericht des Grasen Waldersee entgegen, der ausdrücklich von dem Befehl an die französische Kolonne spricht, die Chinesen nicht anzugreifen. Dieser Befehl läßt sich nicht aus der Welt schaffen. Man wird kaum sehlgehen, wenn man diese offenbar aus Paris kommende Ordre mit der Reise des Ministers Telcasse nach Petersburg in Zusammenhang bringt. Die heutige (unter Ausland von uns mitgeteilte) russische offiziöse Kundgebung über die französischamssischen Beziehungen usw. läßt daraus schließen. Telcasse hat seine bisher deutschfreundliche Chinapolitik auf eine Linie mit der russischen gebracht, und man wird in nächster Zeit wohl schon sehen, daß sich das russisch-ftanzösische Bündnis auch in China stärker geltend macht. Rußland braucht dort vor allem Japan gegenüber einen Rückhalt an Frankreich. Hat es diesen, dann ist es sogar nicht unwahrscheinlich, daß zwischen Rußland und Japan eine Verständigung über die chinesischen Fragen zu stände kommt, denn der vereinten russischen und sranzösischen Macht gegenüber wird es Japan nicht auf einen Konflikt antommen lassen. Von solch einer Verständigung ist aber nur ein Schritt zu einem russisch- franHösisch-japanischen Dreibunde in chinesischen Angelegenheiten. Tie erste Handlung, in der sich diese Verständigung manifestteren würde, wäre die möglichste Räumung Pekings und der Provinz Tschili von den Truppen der drei Michte. Es blieben dann dort von größeren Kontingenten — das österreichische kommt nicht in Betracht, und ist übrigens, neuesten Meldungen zusolae, auch im Begriff, reduziert zu werden, — nur noch die deutschen und die englischen Truppen nach, oder mit anderen Worten, den Deutschen siele so gut wie allein die Aufrechterahltung der Ordnung und die Durchsetzung der Entschädigungsforderungen zu. Schon jetzt wird aus Marseille berichtet, zwischen der französischen Regierung und verschiedenen Schiffahrtsgesellschaften seien Unterhandlungen über Rückbeförderung eines Teiles des chinesischen Expe- ditionskorps int Gange. Insbesondere solle zunächst die Hälfte der aus algerischen Truppen bestehenden Brigade Bailloud zurückbefördert werden. Und wie wenig wir auf die Engländer rechnen können, zeigt die Erklärung, die der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Cranborne im Unterhause abgab: aus Tiensin, Weihaiwei und Hongkong würden einzelne brittsche Truppenkörper jetzt zurückgezogen, eine Verminderung der Garnison in Shanghai werde hingegen zurzeit nicht beabsichtigt. Aus Shanghai natürlich nicht! Tort will England sich, während es uns in der Provinz Tschili allein läßt, sich recht sesffetzen. In letzter Zeit wurden englischerseits allerlei alarmierende Gerüchte über drohende Beunruhigungen im Pangtsegebiet ausgesprengt. Tas soll vermutlich als Vorwand für eine Konzentrierung der englischen Trappen in diesem Gebiet dienen. Tanft fehlt nur noch eine Verständigung mit Rußland und Frankreich über das Yangtsethal, und — wo bleibt dann unser Vertrag mit England, nebst all den Vorteilen, die er uns in diesem Teile Chinas sichern sollte? Wir haben dann das Recht, in Tschili allein zu sitzen, dort die Boxer abzuwehren, und zu warten, zu warten und wieder zu warten — bis die Mächte sich über die Entschädigungsforder^ urigen geeinigt haben. Tte anderen aber haben es gar nicht o eilig, denn sie haben schon, was sie brauchen, die Fran zosen in Südchina, die Engländer im Aangtsethal, die Russen in der Mandschurei, die Japaner nach ihrer Verständigung mit Rußland in ftorea. Uns dürfte schließlich die Ehre )es glanzenden Alleinseins doch zu kvsffpieltg werden. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus 'Peking teilt der Gouverneur von Schansi Li-Hung-Tschang telegraphisch mit, 3000 Franzosen befänden sich, von ‘2000 bewaffneten eingeborenen Christen begleitet, innerhalb der Provinz Schansi und verursachten große Not und Verwirrung, wohin sie kämen. Dem gegenüber steht eine Pariser Meldung, derzufolge der französische Konsul in Mong-tze, Francois, berichtet, er habe an der Grenze von Wnnan Abgesandte des Vizekönigs mit einer Eskorte angetroffen. Chinesische Truppen hätten ihm zehn Kilometer vor Mong-tze Ehrenbezeugungen erwiesen und die Spitzen der Mandarine hätten im Namen der chinesischen Negierung ihr Bedauern über die Vorkommnisse im Juni vergangenen Jahres ausgesprochen. Der Vizekönig von Nanking Liukunji hat in einer Tenk- schrist an den Thron um die Erlaubnis nachgesucht, eine öffentliche Sammlung von Beiträgen einzuleiten, um die Regierung bei der Bezahlung der chinesischen Truppen zu unterstützen. Dem Militärwochenblatt zufolge, wurde Generalmajor X). Gayl, Oberquurtiermeister beim Armee-Oberkommando in Ostasien, als Nachfolger des Generals Groß von Schwarzhoff, zum Chef des Generalstabs dieses Oberkommandos ernannt. * ♦ Telegramm des Gießener Anzeigers. Loudon, 1. Mai. Der „Standard" meldet aus Tientsin vom 29. April: Die Lage ist derartig, daß die fremden Truppenkontingente gegenwärtig nicht verringert werden dürfen. Chinesische Elite-Truppen sollen in beträchtlicher Stärke bei Paotin gfu stehen. Engländer und Buren. Aus den amtlichen Berichten Kttcheners, den Reuter'schen und privaten Meldungen vom südafrikanischen Kriegsschauplatz läßt sich schlechterdings beim besten Willen kein zutreffendes Bild von den Vorgängen machen, die sich dort in der letzten Zeit abgespielt haben. Kitchener läßt die Welt in seltsamer Ungewißheit über seine Lage, seine GeheimniSthuerei wird von Tag zu Tag bedenklicher. Aus seinen Verlustlisten muß mau sich mit Mühe einzelne Vorfälle herauskonstruieren, über die sonst kein Wort bekannt wird. Aus der neuesten Liste vom 29. April ergiebt sich z. B., daß General Run die auf dem Marsche von Harrismith nach Bethlehem in den Tagen vom 21. bis 24. April einen Verlust von 2 Toten und 9 Verwundeten hatten, und daß außerdem zwei Mann seiner Truppe vermißt werden. Rundle hat also in dem zerklüfteten Bergland des nordöstlichen Oranjefreistaates, wie eS scheint, erheblichen Widerstand gefunden und Verluste erlitten. Gegenüber der Thatsache, daß Kitchener die Gefangennahme jeder Handvoll Buren aufs peinlichste registriert, ist diese Behandlung der eigenen, „unangenehmen Zwischenfälle" recht sonderbar und wahrlich nicht geeignet, der Meinung, daß die englische Berichterstattung der Schönfärberei huldige, den Boden abzugraben. Aus R o S m e a d meldet vom 30. d. M. Reuters Bureau: Augenscheinlich ist Rhenosterberg noch das Hauptquartier eines Buren-Kommandos, da häufig kleine Abteilungen beobachtet werden, die sich dorthin begeben oder von dort kommen. — Bon den Zuurbergen her wurden gestern Schüffe gehört. Ein Bericht der „Friedensboten", die nach dem Kap gegangen waren, um den Afrikanderboud zu bewegen, die Buren zur Ergebung zu überreden, ist veröffentlicht worden. Nach diesem Bericht ist die Mission vollständig gescheitert. Der Obmann des Bundes hat sich geweigert, die Vollmacht der Abordnung anzuerkennen und die holländischen Minister lehnten eS ab, einen Schritt in der Sache zu thnn, solange die Unabhängigkeit der Republiken nicht anerkannt werde. Deutsches Reich. Berlin, 30. April. Der diesmalige Besuch des Kaisers auf der W a r t b u r g war, wie aus Eisenach berichtet wird, nur der Ruhe und Erholung gewidmet, so daß die geplanten Jagdausflüge ausfielen; dagegen unternahm der Monarch in Begleitung des Großherzogs Wilhelm Ernst mehrfach Spaziergänge, bei denen u. a. die „hohe Sonne" besucht wurde. Tie Abreise des Kaisers erfolgte heute vormittag 10 Uhr 30 Min. Der Monarch machte in Weimar Station, um in der Fürstengruft daselbst für den verstorbenen Großherzog Carl Alexander persönlich einen Kranz niederzulegen. Durch Ordensdekorationen wurden ausgezeichnet: der Schloßhauptmanu v. Hopffgarten (Kronenorden 2. Kl.), Bezirksdirektor Tr. Eucken (Kronenorden 3. Kl.), erster Bürgermeister Dr. v. Fewson (roter Adlerorden 4. Kl.) und der Justizrat Tr. Werich (Kronenorden 4. Klasse). Kurz vor 1 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers n a ch B e r l i n, wo er um 5 einhalb Uhr am Abend eintraf. In der Ka n al ko m m i s s i o n des Abgeordnetenhauses beantragte Abg. Engelbrecht (freik.) die Einstellung einer Summe bis zu 100 000 Mark für die Aufstellung eines Kostenanschlages für einen Kanal vom Dortmund-Ems- Kanal über Oldenburg nach der Unterelbe. Minister von Thielen sprach sich gegen den Antrag Engelbrecht aus. Der Nordkanal sei nicht geeignet, den Mittellandkanal zu ersetzen. Tie Staatsregierung sei nicht in der Lage, darauf einzugehen. Es sei vielmehr die Aufgabe Hamburgs, den Nordkanal vorzubereiten, da er für Preußen nicht von besonderer Bedeutung sei. ,. Kronprinz ist nicht, wie es bisher hieß, als o al gl; in n a s iast bei einer juristischen Fa - [u l1 ohne vorherige Nachprüfung immatrikuliert wor- den. Dieser Vorzug gebührt vielmehr dem Landgerichtsrat Ehmcke am Landgericht Berlin I. Chmcke, der 1870 nach bestandener Kriegsreifeprüfung als Einjährig-Kriegsfreiwil liger bei einem Infanterie Regiment der 2 Division ’u Danzig eingetreten und mit dem Ersatz nach Frankreich gegangen war, wurde bei eine der Schlachten in der Normandie verwundet, und verlor ein Bein. Als er nach seiner Gesundung die Königsberger Universität bezog, studierte er anfangs Naturwissenfck)aften. Durch den Verlust des Beines behindert, gab er dann jenes Studium auf, nackchem er auf sein Gesuch von dem dainaligen Kultusminister Tr. F-atk die Erlaubnis erhalten hatte, sich ohne jede Nachprüfung bei der juristischen Fakultät einschreiben zu lassen. Der Justizminister hatte gleichzeitig erklärt, daß Ehrncke ausnahmsweise auch als Realschulabiturient nach zurückgelegtem Rechtsstudium zur Referendar Prüfung zugelassen werden solle, wie dann geschehen ist. B r e s l a u, 30. April. Tie Massenverhastungen in Russisch-Polen wegen nihilistischer Umtriebe haben ungeheure Dimensionen angenommen. Bis heute sind 600 Personen verhaftet, lieber 200 wurden mittels Sonderzuges von Pebrikau nach der Warschauer Zitadelle verbracht, darunter ein Reichsdeutscher. Die Ortschaften Sosnovice, Stalee und Dombrowa sind von 3 Kompagnien Kosaken besetzt. In Stalee fand man eine Korrespondenz, die eine Massenverschwörung des gesamten War- schauer Gouvernements verrät._____________ Ausland. London, 30. April. Tas Unterhaus bestätigte mit 251 gegen 148 Stimmen die bei der Budgetberatung angenommene Resolution betreffend die Einführung des Zuckerzolls. — In einem Schreiben an den Herausgeber des Blattes „Gas World" erklärt der Schatzkanzler Hicks Beach, Koks falle unter den Kohlenausfuhrzoll. Brüssel, 30. April. Tie Heereskommission hat ihre Arbeiten beendet. Folgende Beschlüsse sind gefaßt: Tas Heer rekrutiert sich aus Freiwilligen und jährlich Ausgehobenen. Den Freiwilligen werden besondere Vergünstigungen gewährt. Tie Stellvertretung wird aufgehoben, der Militärdienst ist persönlich abzuleisten. Die Dienstdauer wird herabgesetzt. Ter jetzige Friedens- Effektivbestand wird beibehalten. Ter Krieg-Effektivbestand beträgt 180 000 Mann. Paris, 1. Mai. Bürgermeister Max Regis und dessen Bruder gerieten in einer Wirtsck^ast Algiers in Streit mit dem Direktor des republikanischen Blattes „Revanche du peuple". Während der Keilerei wurden beide Regis durch Revolverschüsse verwundet. Max Regis erhielt eine Kugel in das Gesicht. Die Verwundungen cheinen nicht schwer zu sein. Wien, 30. April. Abgeordnetenhaus. Der Präident beantwortete die Anfrage des Abts Treuinfels wegen )es Abdrucks konfiszierter die Satzungen und Einrichtungen )er katholischen Kirche schmähender Artikel im tenographischen Protokolle in Form von Interpellationen und erklärt, als überzeugungstreuer Katholik müsse er dieses Vorgehen lebhaft beklagen, als Präsident des Hauses und vollbewußt seiner schweren politischen Verantwortung liege ihm jedoch die Verpflichtung ob, objektiv seines Amtes zu walten und persönliche Gefühle und Empfindungen zurückzustellen. Die Geschäftsordnung biete keine Handhabe, um in dem vom Interpellanten gewünschten Sinne den täglichen Interpellationen Einhalt zu gebieten. Ein Antrag Pernerstorfer, mit Rücksicht aus die Maifeier morgen von einer Sitzung Abstand zu nehmen, wird abgelent. Sofia, 30. April. Die „Agence Bulgare" giebt folgende Darstellung der am Sonntag in Küstendil vorgekommenen Ruhestörungen: Infolge einer Rauferei zwischen Knbena, bei der ein bulgarischer Knabe in die Synagoge geschleppt worden war, kam es am Sonntag während der Abwesenheit des Präfekten zu einer Bewegung gegen die jüdischen Einwohner, deren einige mißhandelt wurden. Tie Hauptschuldigen wurden verhaftet. Petersburg, 30. April. Zu der Abreife des französischen Ministers des Aitswärtigen Del cässe schreibt die „Nowoje Wremja": Man kann hoffen, daß nach dem Besuche Delcasses in Petersburg die Gerüchte über Mißverständnisse, die in letzter Zeit die gegenseitigen Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland angeblich verdüstert haben sollen, verstummen werden. Die ausländische Presse beschäftige sich eifrig damit, die angeblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Bundesgenossen aufzubauschen, indem sie dabei jede halbwegs passende Gelegenheit benutzte. Das enge franzö- isch-russische Bündnis sei, führt das Blatt aus, licht nur auf politischer, sondern auch auf wirt- ch a f t l i ch e r Basis aufgebaut. Die Franzosen besäßen bekanntlich einen großen Teil russischer Staatswerte, außerdem sollen sie an belgischen industriellen Unternehmungen in Rußland mit einer halben Milliarde Franken beteiligt ein. Tie von diesen Unternehmungen augenblicklich durchlebte Krisis habe den französischen Kapitalisten bedeutende Verluste gebracht; die französischen Kapitalisten beschuldigten die Regierung, die guten Beziehungen zu Rußland nicht genügend gepflegt zu haben. Die Reise Delcasse's sei somit auch in dieser Beziehung sehr gelegen gekommen; man werde sich in Frankreich nunmehr überzeugen, daß obige Beschuldigungen grundlos sind. Ueberhaupt werde der Aufenthalt Delcasses in Petersburg noch größere Harmonie in der Handlungsweise-der beiden Verbündeten, sowohl in Ostasien, wie an anderen Orten, wo russische und französische politische und ökonomische Interessen sich berühren, Herstellen. Das Blatt erklärt schließlich, es sei anzunehmen, daß in der Gruppierung der Mächte Veränderungen eintreten werden, da neue Kombinationen in Aussicht seien. So seien Oesterreich und Italien jetzt längst nicht mehr von dem Bewußtsein der Nützlichkeitdes Bündnisses mit Deutschland durchdrungen, auch die Stellung E n g- l a n d s, der europäischen Kleinstaaten und der Vereinigten Staaten von Amerika habe in letzter Zeit Verschiebungen erfahren. Daher sei es in diesem Augenblicke von besonderer Wichtigkeit gewesen, das feste Fortbestehen des Zweibundes deutlich zu beweisen. Das Explofions-Unglück in Griesheim. Bei den fortgesetzten Aufräumungsarbeiten auf der Griesheimer Unglücksstätte wurden heute vier weitere Tote aufgefunden. Sie lagen unter dem eingestürzten Neubau des Reduktionshauses, wo auch fast alle anderen Verunglückten hervorgeholt worden sind. Vier Personen werden vermißt. — Den im städtischen Krankenhaus zu Höchst untergebrachten vier Schwerverletzten geht es besser. Ebenso melden alle Hospitäler Befferungen im Befinden der Verletzten. Besondere Gefahr ist nur bei der schwerverletzten Frau Gersfeld vorhanden. Das Werk Rheinfelden der Chemischen Fabrik GrieS- hemr Elektron veranstaltete Montag eine Gedächtnisfeier « - -u .Dpfct. d» Brand, und Explosions-Katastrophe in Griesheim. Zu derselben Stunde, als man die Unglücklichen auf dem Friedhöfe in Griesheim zur ewigen Ruhe bettete, versammelten sich die Beamten, Aufseher und Arbeiter deS Werks in dem Saal der Fabrik. Der evangelische Kirchen- gesavgvereiu sang das Lied „Bergpsalm"; dann hielt der Betriebsvorstand Dr. Wagner die Gedächtnisrede. Der Arbeiter Ausschuß entsandte zu der Trauerfeier in Griesheim eine Abordnung aus dem ältesten Aufseher und den zwei ältesten Arbeitern des Werks mit dem Auftrage, an dem Maffengrabe in Griesheim einen Kranz der Rheinfeldner Mitarbeiter niederzulegen. Ker llküt Werfrlder MitarbesrriLusS'Plrreß. XIV. Elberfeld, 30. April. Tie Verhandlungen erstreckten sich, wie' wir bereits gestern meldeten, auf die Beweisaufnahme in den Anklagefällen Weyersberg, Eickenscheidt und Stern. Der Handlungsgehilfe Pa.nl Weyersberg aus Oberpilghausen ist 1894 und 1895 bei den Ersatzgeschäften wegen schwack>en Körperbaues ein Jahr zurückgestellt worden. Beim Ersatzgeschäft 1896 wurde er zur Feldartillerie gezogen, begab sich nach Halberstadt, wurde dort von Tr. Schimmel untersucht, und für dauernd unbrauchbar erklärt. Als sein Vater gehört, daß er, der Sohn, vom Militär freigekommen sei, habe der Vater von seinem Plane, in Halberstadt -ein Geschäft zu gründen, abgesehen. Die militärische Untersuchungs- lommission hat Weyersberg für dienstuntauglich bezeichnet, hält ihn aber zum Landsturm für tauglich Generalarzt Dr. Her ter: Meiner Meinung nach ist gerade dieser Fall geeignet, zu illustrieren, wie mißlich der Versuch ist, nach Jahren durch eine ärztliche Nachuntersuchung eine llebereini'timmung des gegenwärtigen Befundes mit einem früheren Befunde nack-zuweisen. Ich glaube, daß es im allgemeinen genügt, wenn man zu der Ansicht kommt, ob der Musterungspflichtige untauglich ist. Wir streben bei der Aushebung nicht nach genauer klinischer Diagnose. Uns liegt nur daran, festzustellen, ob jemand tauglich ist oder nicht. Oberstabsarzt Tr. Schimmel: Für Anämie giebt es keine Rubrik in der Heerordnung. — Ajs der Vorsitzende den Geheimrat Prof. Dr. Schultze darauf aufmerksam macht, daß sein früher abgegebenes schriftliches Gutachten von dem heutigen etwas abweicht, erwidert Geheimrat Schultze: Ich ersehe daraus, daß man. selbst; wenn man mehr Zeit hat zur Untersuchung als ein Militärarzt, den Ausdruck nicht mehr so trifft, wie man sich bei nachhaltiger Ueberleguna ausdrücken würde. Der Landwirt Karl Eickenscheidt aus Kray hat sich am 12. Mai 1896 als Einjähriger beim Kürassier-Regiment Nr. 4 in Münster gemeldet, wurde von Dr. Lindemann untersucht und mit dem Befunde „Nach Attest des Geh. Rats Tr. Mooren Hemeralopie (Nachtblindheit) für jetzt dienstunbrauchbar" abgewiesen. Am 1. Juni 1896 stellte er sich der Ober-Ersatzkommission in Wernigerode, zu der Tr. Schimmel gehörte, und wurde für dauernd unbrauchbar erklärt. Dr. Schimimel: Dr. Mooren galt bei uns als ein so berühmter Augenarzt, daß wir uns sagten, wenn er jemand für untauglich erklärt, trifft dies auch zu. Es war aber auch unnötig, den Mann weiter zu untersuchen, nachdem der Herzfehler konstatiert war. In der Dienstanweisung heißt es: Wenn ein Fehler nach Anlage 4 b fest- gestellt ist, kann die Uniersuchung abgebrochen werden. Generalarzt Tr. Her ter entgegnet dem Geheimrat Prof. Sämisch daß, sobald Nachtblindheit in irgend einem Grade estgestellt sei, die Brauchbarkeit zum Militärdienst ausge- chlossen sei. — Tie Anklagebehörde nimmt an, daß Eicken- cheidt durch die Angeklagte Witwe Dieck Haff freigemacht worden ist, weil deren verstorbener Mann einen nahen Verwandten Eickenscheidts freigemacht hat. Auch im Falle Stern' soll Witwe Dieckhoff die Freimacherin gewesen sein. Sie bestreitet dies indes ebenso wie im Falle Eickenscheidt. Auch bestreiten die Angeklagten Eickenscheidt und Stern jede Strasthat. Der Klempner Stern aus Essen wurde beim Ersatzgeschäft 1896 in Charlottenburg zur Jn- anterie geschrieben, beim Oberersatzgeschäft in Halberstadt von Dr. Schimmel untersucht und zur Ersatzreserve überwiesen. Als besonders belastend sieht die Anklagebehörde an, daß Albert Stern ein Vetter von Adolf Hirschland ist, 5er, wie er kürzlich bekundet hat, von seinem Onkel Abraham Herz beredet worden ist, sich freimjachen zu lassen, und der zu diesem Zwecke mit einer Frau, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Frau Dieckhoff, in Verbindung gebracht worden ist. Stern ist ein schwächlicher Mensch Oteneralarjt Tr. Stricker: Ich glaube, einen Mann von solcher geringen Größe und so schwachem Körper, der dazu noch kleine Fehler, wie Plattfüße und kleine Zehen hat, würde kein General einstellen. Hauptmann Storch vom 111. Infanterie-Regiment in Rastatt, früher Adjutant der 14. Jw fanteriebrigaie, bekundet, daß der damalige General gewünscht habe, daß bei der Aushebung immer nur die besten und gesundesten Leute auszusuchen seien, damit nicht der Bedarf mit minderwertigem Material .gedeckt werde, während am Schlusse Leute besserer Qualität als überzählig zurückgestellt werden müßten. — Tie Fortsetzung der Verhandlung wurde auf Tienstag Vormittag vertagt. Elberfeld, 30. April. Divisionsarzt Oberstabsarzt Tr. Hecker-Düsseldorf protestiert dagegen, zu oen gutgläubigen Aerzten zu gehören, die sich täuschen lassen: eine Täuschung bei den Untersuchungen zur Aushebung sei bei ihm ausgeschlossen; er habe vor diesem Prozeß die Namen B a u m a n n und Dieckhoff niemals gehört und weder mit diesen, noch mit anderen Freimachern jemals irgend welche Beziehungen gehabt; auch sei es unwahr, daß er seiner Frau ein Reitpferd halte. Oberstabsarzt Tr. Stock- Paderborn und Oberstabsarzt a. D. Weber- Kreuz' nach äußerten sich in ähnlicher Weise. Letzterer bemerkte, in seiner 30 jährigen Thätigkeit als Militärarzt sei niemals auch nur der leiseste Versuch gemacht worden, ihn zu einer Pflichtverletzung zu verleiten; deshalb sei er empört, daß das Ermittelungsverfahren gegen ihn ein** geleitet worden fei. Aus Stadt und Land. «tetzw, 1. Mai 1901. *' Der Mai ist gekommen! so erscholl eS in vergangener Nacht um 12 Uhr aus 1000 Kehlen. In vielen Lokalen wurde unter Gesang dem jungen Mai ein feuchtfröhlicher Willkomm entboten und bis in früher Morgenstunde die „Maifeier" begangen. bet« bek"- urt*eI leatlich # § d-°°" et $lt nabet ® 2( M IMett’1 «♦ Del iu der Tur Vorsitz einen Turn ArniMilc M au8 < " 6mt wi B-ili» M10 W M-m m i£aBla Mete sein ficht auf Vie ab der M - Zn kurz ratS uerfto1 hat bis zu" legt der Slt verschiedenei ans eint 50 |i# Sri Nonatsoersa fällig üiifgtr vorauf der i ouSbrachte. fc. M Gnnalvnso flott. Dein bach, Schott Nidda. Es am 21. ut Dirigenten anSgeführt Vereins, Wa Seniinge LreditvereinS ist verschiede Bis jetzt to Stelle übern Daroista beule nafyiL Die Marie von S drriM nsi \ Ludwig vv -«längerem treffen. - einer Aust lom 24. S, erforderliche: )«psanstalt hat er btftia haben soll. Offenbar Ä Hg." W außerho bn Rohrmüh däumchea »arden. t\0 Sp»r ist. ein t-'llon bes Batail N bei Dar Jwtwtön 151 Mai toitl La 1,111 bk« Heilung 49 10 . 161.' 0 . 214.50 . 199 50 . 180.50 Sreditvereins, die der Defraudant Scherte! inne hatte, ist verschiedentlich geeigneten Personen angeboten worden. Bis jetzt konnte aber Niemand gefunden werden, der diese Stelle übernehmen wollte. Parmstadt, 30. April. Prinzessin Elisabeth trifft heute nachmittag um 3 Uhr 39 Min. aus Nizza hier ein. Die Großherzogin begleitet die verwitwete Herzogin Marie von Sachsen-Koburg-Gotha nach München und wird deshalb erst in den nächsten Tagen hier eintreffen. — Prinz Ludwig von Battenberg beabsichtigt, nächsten Samstag zu längerem Aus enthalt in Schloß Heiligenberg einzu. treffen. — Nachdem der Großherzog die Errichtung einer Anstalt zur Herstellung der für die durch Gesetz vom 24. September 1900 angeordnete Rotlaufimpfung erforderlichen Impfstoffe mit der Bezeichnung Rotlauf Impfanstalt für das Großherzogtum Hessen genehmigt hat, hat er bestimmt, daß diese Anstalt ihren Sitz in Darmstadt haben soll. Offenbach, 30. April. Ein Bubenstück ist, wie die „Offb. Ztg." meldet, heute früh an der Chauffee nach Mühlheim, außerhalb des Offenbacher Stadtgebiets in der Nähe der Rohrmühle, verübt worden, indem über 50 junge Obst- bäumcheu mutwillig abgebrochen oder beschädigt wurden. Hoffentlich trifft die Thäter, denen man auf der Spur ist, eine ganz exemplarische Strafe. — DaS 2. Bataillon des Infanterie RegtS. Nr. 168 rückt morgen früh zum Batailionsexerzieren auf dem Truppen-UebungS- platz bei Darmstadt aus. Es marschiert bis Langen, wird dort verladen und erreicht Darmstadt per Eisenbahn. Am 15. Mai wird dieses wieder in die Garnison zurückkehren. -k- Mainz, 30. April. DaS bischöfliche Priesterseminar begeht am 2. Mai den 50. Jahrestag der Wiederherstellung seiner theologischen Lehranstalt durch den im Jahre 1877 verstorbenen Bischof v. Ketteler. — Seitens des MilitärfiScuS wurde für das in dem nahen Kastel frei» werdende Festungsgelände eine Taxation der einzelnen Grundstücke vorgenommen, nach der sich das gesamte Gelände auf 4090182 Mark berechnen würde, während eine von einer Lokalkommission vorgenommenen Schätzung sich daS Terrain nur für 1 631004 Mark bewertet. -k- Mainz, 30. April. Zwischen der hiesigen Steuerbehörde und dem Gouvernement ist bezüglich der pro testantischen Kirchensteuer eine Meinungsverschiedenheit entstanden. DaS Gouvernement hat bei dem Steuer- kommiffariat gegen die Veranlagung der Ofsiziere und Militärbeamte mit protestantischer Kirchensteuer Reklamation erhoben, und zwar geht die Militärbehörde hierbei von der Ansicht auS, daß von den Offizieren und Militärbeamten um deswillen die Steuer nicht verlangt werden könne, weil die Garnison hier über eine eigene protestantische Kirche nnd vom preußischen Staate besoldete Geistliche ver- füge. — Wie und seitens bet Eisenbahndirektion Mainz amtlich mitgeteilt wird, fand gestern abend auf der Nebenbahnstrecke Undenheim—Nierstein am Einlauf in den Bahnho Nierstein ein Dammrutsch statt. Der Verkehr muß heute durch Umsteigen bewerkstelligt werden. WiederherstellungS- arbeiten find sofort in Angriff genommen worden und werden voraussichtlich schon heute Abend beendigt fein. Mainz 30. April. AuS dem Garnisonlazarett find gestern zwei als Kranke behandelte Arbeitssoldaten desertiert. Kastel, 30. April. Ein hiesiger Metzger ließ durch die Ortsschelle öffentlich bekannt machen, daß ersetzt daS Pfund Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftraste 2. «u-e'»ot der Arbeitnehmer: 1 Küfer, 1 Schloff«, 1 Schuhmacher, 1 Taglöhner, 1 Arbeiter, 2 Hausburschen, 1 Waschfrau. Nachfrage -er Arbeitgeber: 2 Glaser, 1 Schreiner, 2 Schuhmacker, 1 Kneckt, 4 Dienstmädchen, 1 Tagtöhnerin, 1 Waschfrau, 1 Frau zum Wecketragen. Lehrlinge r 1 Bäcker, 2 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 3 Schlöffet, 1 Lithograph, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger. Neueste Meldungen. Berlin, 1. Mai. Der sozialdemokratische Zentralverband hatte eine Versammlung der Handlungsgehilfen einberufen in den Arminhallen. Die Tische vor der Rednertribüne waren aber von Mitgliedern des deut sch- nationalen Handlungsgehilfenverbandes besetzt. Als der Vorsitzende der Versammlung einem Deutschnatio- nalen das Wort nicht erteilen wollte, entstand ein furcht, barer Tumult, worauf die Versammlung aufgelöst wurde. — DaS Verfahren gegen die Direttoren der preußischen Hypothekenbank, v. Sanden und Genoffen, gelangt voraussichtlich vor den Geschworenen zur Aburteilung. Soweit auS der bisherigen Sachlage ersichtlich ist, handelt es sich nicht nur um ein Vergehen gegen das Aktien- gesetz, sondern um eine schwere Urkundenfälschung. Chemnitz, 1. Mai. Bei einem Brande in Einsiedel find gestern abend vier Personen verbrannt. Algier, 1. Mai. Zu dem Handgemenge zwischen dem Bürgermeister Regis und dem Zeitungsherausgeber Laber- berque in einem hiesigen Restaurant wirb weiter gemeldet: Regis erhielt 2 Revolverschüsse, die den Schädel trafen, er verlor jedoch nicht die Besinnung. Die wütende Menge drang in das Restaurant ein, wohin die Gegner Regis sich flüchteten. Die Polizei hatte Mühe, sie zu schützen. Vor der Apotheke, wohin die Verwundeten gebracht wurden, sammelte sich eine, lärmende Kundgebungen veranstaltende große Menge an. Hierbei wurde eine Person durch zwei Messerstiche lebensgefährlich verletzt. c. c. 30. 1. *• DaS Befinden des schwerverletzten Gymnafiasteu Deibel, de« bekanntlich von einigen Barschen die Schädeldecke zertrümmert worben ist, ist den Umstänben gemäß ziemlich gut. Es ist Hoffnung vorhanben, daß er mit dem Leben davon kommt, die Folgen jedoch laffen sich noch nicht übersehen. •• Die diesjährige SreiSlehrerkonferenz des Kreises Gießen findet am 20. Mai in Steins Garten statt. Lehrer Bach ans Großen Linden wird referieren über : „Die Konzentration bei Unterrichts-. Der Bezirks Lehrer Turnverein Gießen hielt am SamStag in der Turnhalle der hiesigen Stadtknabenschule unter dem Vorsitz des Lehrers Bach aus Großen Linden abermals einen Turnnachmittag ab. Turnerisches. Auf der Versammlung des Mittelrhein. kreiseS in Rüdesheim am vorigen Sonntag wurde Landes Turninspektor Schmuck ans Darmstadt zum ersten, Herr Schalt aus Hanau zum zweiten KreiSvertreter gewählt. ** Eine zweite Feldbriefpost nach China geht diese Woche von Berlin am Freitag, 3. Mai, ab. Schlußzeit ist Freitag früh 10 Uhr beim Mariue-Postbüreau. || Treis a. Lda., 30. April. Schulverwalter Buß von Holzheim wurde hierher versetzt. L Lanbach, 30. April. DaS hiesige Gymnasium eröffnete fein neues Schuljahr mit 110 Schülern. Mit Rück sicht auf die Bahnverbindung mit Hungen beginnt vom 1. Mai ab bet Unterricht um 7 Uhr 15 Min. und endigt um 12 Uhr. — In kurzer Zeit sind hier zwei Mitglieder des Gemeinde, rate verstorben, die Ergänzung des Gemeinderats hat bis zum 1. September zu geschehen. — Wie wir hören, legt der Altbürgermeister Ritter seine Geschäfte als Rechner verschiedener Gemeinden nieder. Er sieht in diesem Sommer auf eine 50jährige Thätigkeit im Rechneramte zurück. — Der hiesige Kriegerverein hielt am letzten Sonntag eine Monatsversammlung ab, in der Pfarrer Dolp einen bei fällig aufgenommenen Vortrag über Königin Luise hielt, worauf der Vorsitzende auf Kaiser und Kaiserin ein Hoch ausbrachte. fc. Nidda, 30. April. Am Sonntag sand hier die Generalversammlung des Oberhessischen MusikvereinS statt. Vertreten waren bet derselben die Mufikoereine Laubach, Schotten, Lich, Echzell, Gettenau, Dorn-Affenheim und Nidda. ES wurde beschlossen, das diesjährige 3. Musikfest am 21. und 22. Juli in Schotten abzuhalten. Zum Dirigenten der Gesamtchöre, die von über 100 Musikern ausgesührt werden, wurde der Dirigent des Schottener Vereins, Wagner, gewählt. Seusiygeu, 30. April. Die Rechnerstelle des hiesigen Arbeiterbewegung. Mainz, 30. April. Eine Maurerversammlung tagte gestern nachmittag. Folgende Resolution gelangte zur Annahme: „Die heute im Lokale des Herrn Rothermund tagende öffentliche Versammlung der Maurer von Mainz und Umgegend, von ca. 8UÜ Personen besucht, nimmt mit Entrüstung Kenntnis von dem Verhalten der Unternehmer, den sich daraus ergebenden Abbruch der Verhandlungen, wie der Entlassung der Mitglieder der Lohnkommission. Die Versammlung erblickt in dem Verhalten der Unternehmer wie in der Entlaffung der Lohnkommisfion einen Akt unerhörtester Provokation, dazu angethan, die Maurer zum Aeußerfien treiben zu wollen. Im weiteren protestiert die Versammlung enffchieden dagegen, daß die Maurer die bisherigen Vereinbarungen durchbrochen haben resp. chrerseitS aufgehoben find. Die Versammlung ist vielmehr der Meinung, daß die bisherigen Vereinbarungen solange zu Recht bestehen, bis andere geschaffen sind resp. eine offizielle Aufhebung ausgesprochen ist. Dies ist bisher seitens der Maurer nicht geschehen, viel weniger hat ihr Verhalten die Annahme gezeitigt, daß für sie die bisherigen Vereinbarungen aufgehoben seien. Dagegen haben die Unternehmer in recht einseitiger Weise durch Reduzierung der bisher gejaulten Löhne die bisherigen Vereinbarungen durchbrochen. Trotz dem provozierenden Vorgehen der Unternehmer steht die Versammlung nach wie vor auf dem Standpunkt, die schwebenden Differenzen in Güte zu regeln. Die Versammlung beauftragt die Lohnkommisfion, das hiesige Gewerbegericht wie die Vermittelung des Herrn Oberbürgermeister Dr. Gaßner anzurufen." Nachdem eine Reihe von Rednern für die Resolution gesprochen, wurde diese einstimmig angenommen. LenS, 1. Mai. Das Bureau des Grubenarbeiter-Syndikates beschloß, an die Grubenarbeiter ein Rundschreiben zu richten, in dem aus einand«gesetzt wird, daß infolge bet Thatsache, daß 120 000 Grubenarbeiter an dem Ref«endum der Bergarbeiter sich nicht beteiligten und es nicht die D«antwortung für die Aufforderung zu einem allgemeinen Ausstande übernehmen könne. Jnfolgedeffen ford«e es die Grubenarbeit« auf, die arbeit nicht einzustell-n. Meteorologische Beobachtungen ber Station Gießen. St/v ■ /q Konsole . 8 i/r- dO V/i r/c Heseec 5 "/., Italien. Rente 4'7o tirioch. Monop. 8 >'/o Portugiesen 3 C' Mexikaner . 4*/g /u Chinesen „ Vermischtes. * Naumburg, 30. April. Ja einer Kiesgrube des Klingeberges bei Grochlitz in der Nähe des OstbahnhvfeS wurde eine vorgeschichtliche Begräbnisstätte aufgedeckt. Die vorgefundenen Gegenstände sollen aus der jüngeren Steinzeit herrühren. * Ein Offizier verunglückt. Hauptmann Müll er von der 5. Kompagnie des Jnf.-RegtS. Nr. 99 wurde, wie man aus Zabern schreibt, Sonntagmorgen oberhalb der Kanalschleuse im Rhein—Marne - Kanal tobt aufgefischt. SamStagnacht um l1/, Uhr revidierte der allgemein beliebte Offizier noch sein Revier in der Schloßkaserne. Man nimmt an, daß er in der Dunkelheit am Kanal auSgeglitten ist und dineinstürzte. Ein Schlaganfall wurde von den Aerzten sestgestellt. ——■—■—■dh»*—■———। UniverslMs Nachrichten. — Dem Dozenten an der Technischen Hochschule zu Hannover, bisherigen a.-o. Profeffor an d« Universität zu Leipzig Dr. Wiedeburg ist daS Prädikat „Profeffor" beigelegt worden. — D« außerordentliche Profeffor D. Heinrich Voigt zu Kiel ist in gleicher Eigenschaft in die theologische Fakultät d« Univ«sität zu Halle a. S. versetzt worden. — Der außerordentliche Professor Lic. Albert Eichhorn zu Halle a. S. ist in gleicher Eigenschaft in die theologische Fakultät der Universität zu Kiel versetzt worden. — D« Privatdozent Dr. Remy ist zum etatsmäßigen Profeffor an der landwirtschaftlichen Hochschule in B«lin ernannt worden. — Dem Vernehmen nach sollen für das nächste Budget von den Badischen Ständen Mittel zur Erbauung eines Kollegiengebäudes der Universität Freiburg i. B. verlangt roerben, wobei die Regierung beabsichtigt, zur Erlangung von Plänen einen Wettbewerb auszuschreiben. — In Bonn eierte kürzlich der Geograph Geheimrat Prof. Dr. Johann Justus Rein ein 25jähriges Profefforenjubiläum. — Man schreibt aus Heidelberg: Bei der ersten Immatrikulation an der Ruperto-Carola für das laufende Sommersemester wurden 6 Damen inscribiert. Weitere 2 sind vorgemerki und 3 sind ans letztem Semester hier verblieben. Mit diesen 11 rite immatrikulierten Studentinnen weist die Univ«fität Heidelberg die bisher höchste Zahl gleichberechtigt« studierend« Frauen an einer reichsdeuffchen bezw. badischen Hochschule auf. — In Helsingfors starb am 25. April der Profeffor d« Anatomie Georg Asp im 67. Lebensjahr. Ws 'S '«.. ct edaugelisck/'!? M z^chtnisrede J? Schier b?D1 eB i6ei Lravz bt/mt .Q.n dtlv 5 Rhmfeldilrr Verträgt Waöy immer die Mitch? Ein Wort an Mütter und Wöchnerinnen. Zuweilen vertragen Säuglinge und Kinder die Milch nicht, weil sie im Mayen zu schnell gerinnt Mondamin dagegen besitzt den kostbaren Vorzug dies zu verhindern. Man koche nur einigt Minuten eine Obertasse Milch mit einem Theelöffel Mondamin gut durch. In größeren Mengen ist Mondamin mit Milch gekocht eine gesunde, leicht verdauliche Speise für die Klemen, allerdings erst nach dem Zahnen. 814 „ 29.-30. April 14 3° , 29.-30. „ 3,0° 98.45 88 00 98 35 88.05 95 00 96.05 44.90 26.10 26.70 80.60 Diekonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank. . . Berliner Handelßgeo. Oeeterr. Staatabahri Gotthardbahn . . Laurahütte . . Bochum . . . . Harpener . . . . Rindfleisch zu 48 Pfg. verkaufe. Ein anderer, der seither für das Pfund 50 Pfg. nahm, ließ gleich darauf aus- schellen, daß er jetzt für 46 Pfg. verkaufe. Es ist dieses für die Hausfrauen von großem Vorteil und durch diese gegenseitigen Reibereien ist jetzt das Fleisch um 10 Pfennig Billiger als sonst. Die anderen Metzger werden wohl diesem Beispiel folgen müffen, und auch das Fleisch billiger verkaufen. •* Kleine Mitteilungen aal Hessen und den Nachbarstaaten Mittwoch, den 1. Mai feiern Konrad HöreS und Frau in Lumda das Fest der goldenen Hochzeit. — Am 15. April ist in Marburg ein israelitisches Schüler- und Lehrling- heim eröffnet worden. DaS Institut hat den Zweck, jüdischen Knaben, zunächst aus Hessen, die sich ausbilden wollen und denen die Gelegenheit hierzu in ihren Heimatsorten fehlt, ein Heim zu bieten. — Montag hat in Gegenwart der Gräflich Erbach Schönbergschen Familie bei herrlichstem Früh üngSwetter die Neueinweihung der wiederaufgebauten Schönberger Kirche stattgefunden. — In der Arbeiter-Kolonie Neu Ulrichstein befanden sich Ende April stellen- resp. arbeitslos 35 Mann. — Herr Otto Hirsche! auS Offen bach widerruft in einem Schreiben an uns die, nach dem „Offenb. Abdbl.- von uns wiedergegebenen Aeußerungen, die in einer von ihm in Hungen gehaltenen Rede dem genannten Blatte zufolge, von ihm gethan sein sollen. — Dr. v. Peter, Direktor der Ackerbauschule in Friedberg, hielt am Sonntag in der „Traube" in Hungen einen Vortrag über Feldbereinigung. — Am Sonntag vormittag wurden von Den Brieftaubenklubs Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach usw. 2 Waggons Brieftauben — ca. 2400 Stück — aufaelasien. ES war ein hübscher Anblick, als sich die munteren Tierchen auf ein gegebenes Kommando fast gleichzeitig in die Luft erhoben. 6^ef6.30. M Stern. »?•■* en ™ Körper- ÖÄ* sei «lsche Untersuchung. enftuntauglich bezeichnet " tauglich, XnS "?ch fft gerade biejer .V'ch der Versuch isi, _^untersuchung eine TJ Pfundes mit einem 2? es im x . kommt, ''M ck. Wir streben lauer klinischer Diagnose. -K ob jemand tauglich h'mmel: Für Anämie ewrdnung. - M ber ft. Schütze darauf aufabgegebenes schriftliches > abwcicht, erwidert Äe-! maus, daß man. selbst I cfuänmg als ein MM- • ' trifft, wie man sich bei I len würde, scheibt aus ihw hat. riger beim .Massier-Ae- et, wurde von Dr. Linde- gesunde „Nach West des spie (Nachtblindheit) für 1. Am 1. yuni 1896 stellte in Wernigerode, zu der :be für dauernd unbrauck- Lr. Mooren galt bei uns daß wir uns sagten, wenn trifft dies auch zu. So in weiter zu untersuchen, t war. 3n ber Dienst- jler nach Anlage 4 b fest- va, abgebrochen werden, .et dem Geheimrat Prof, it in irgend einem Graft mm Militärdienst ausge >e nimmt an, daß Eulen »e Tieckhvff freigernaÄ euer Mann einen * nacht hat. Auch m Fallt je Freimachenn rtM »„genagten WM ■nümer Stern 7 Dreizimmerwohnung mitKüche und allen Bequemlichkeiten, wegen Versetzung, an ruhige Leute per 1. Juni oder später zu bermieten. {3319 3 Zimmer-Wohnung bis 1. Juni ru berm. Meserstreße 25. Urt ——— Thärinrlechee > Technikum Ilmenau Höhere o mittlere Fachschule für Elektro- e. Maschinen-Ingenieure; Elektro- o. Maschinen-Techniker tu ■ Werkmeister. Direktor Jentien. ■ Stx-tekommleg-r Rachytlfestuudru für Real- und Gymnasialfächer durch einen Schulmann. Off. unt. M N 01689 an die Erved d. Bk. 016 »3] Ein stuck, pbil. erteilt einem oder mehreren Schülern in allen Fächern eines Humanist» GymuafiumS »achhtlfefidu. Näheres in der Ervedition d. Bk. X pm-tstuidu. 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