tooooo 1901 151 Jahrgang Samstag den 2. Februar irbeitl o »76 Amts- und Anzergeblntt für den Tiveis Gieren da» Paar IL 635 31. Alle Anzelgen-Vermittlungsltellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pt. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulftrahe Kr. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger StetzeB. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener FamilienMtter, Der hessische Landwirt, Klätier für hessische Volkskunde.________________ Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 W. Abbestellungen spätestens abends vorher. Zum englischen Thronwechsel. Die „Nordd. Allg. Zig " schreibt: Bei den Erörterungen über die Ehrung für die verewigte Königin von Groß britannien im deutschen Reichstage ist in der Presse mehrfach hervorgehoben worden, daß bei diesem Anlaß zum ersten Male der deutsche Reichskanzler die Initiative zu einem Nachruf für das Oberhaupt einer auswärtigen Macht vor der deutschen Volksvertretung ergriffen habe. Demgegenüber mag daran erinnert werden, daß auch beim Tode des Präsidenten der französischen Republik, Felix Faure, der damalige Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe dem ver- Pezugspreis »irrtcliäbvl. Mk. 2.20 monatlich 75 Pig. nut Lnngcrlolm; durch dir Abholesiellen »ierleljährl. Mk. 1.90 moHQthd) 65 Plg. Bci Postbezug Ml. 2.— vierleljahrt. ohne Bcsicllgrld. N« 28 Zweites Blatt Politische Tagesschau. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm Erscheint täglich mit AuSnabmc des Montag». Die Gießener Kgpiilienö kälter Derben dem Anzeiger tat Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Bolkrkunde- w-chtt. 4 mal brigelegt. MeßenerAnzeiger General-Anzeiger ier's hader ewtirz ingemiM »W erühmt te Kaffeeensite. o 500000 Ws üge lleSleihweiseM^t. nensabrik . 0 ^6 Pan 8 Spekulation und der schwindelhaften Ausbeutung dienen önnen und thatsächlich dienen. Daraus ergiebt sich, daß man den Auswüchsen kaum anders wirksam beikommen kann, als indem man zugleich dem reellen und loyalen Börsenverkehr Einschränkungen auferlegt. Das Termin-Ge- chäft insbesondere kann einen spekulativen Charakter haben, es kann aber und soll seiner eigentlichen Bestimmung nach dahin wirken, sich gegen Schwankungen der Konjunktur zu ichern, und in dieser Anwendung ist es das gerade Gegenteil der Spekulation. Auch das ist richtig, daß gesetzliche Beschränkungen und Erschwernisse viel sicherer solche soliden Abschlüsse hindern, als sie die Spekulation vermindern werden, denn diese ist niemals um Mittel und Wege verlegen, an Stelle der einen verbotenen Form eine andere zu setzen, die sie gleichfalls zum Ziele führt. Ob es aus diesem Grunde besser ist, auf Reglementierung des Börsenverkehrs ganz zu verzichten, oder ob man lieber solche Mängel mit in den Kauf nehmen, und dennoch wenigstens versuchen oll, das Börsenspiel einzuschränken, das ist eine Frage der rraktischen Erwägung. Die Gesetzgebung hat sich für den letzteren Weg entschieden. Daß man in Börsenkreisen den ersteren für richtiger hält, ist leicht zu verstehen. Auch das ist zu verstehen, daß von dieser Seite behauptet wird, gerade das Gebiet des Verbots des Termingeschäfts sei, wie auch neuere Erfahrungen bestätigen, dazu angethan, wirtschaftliche Krisen noch zu verschärfen, weil es das wirksamste Mittel, sich durch rechtzeitige Deckung zu schützen, unanwendbar gemacht habe. Daran aber, daß aus diesem Grunde die Regierung zu einer Wiederaufhebung des Verbots die Hand bieten sollte, ist nicht zu denken. Es wäre ja sehr schön, wenn man Bestimmungen treffen konnte, die nur die Spekulation einschränken, ohne zugleich das solide Geschäft zu belästigen. Daß das bisher nicht gelungen ist, niuß ohne weiteres zugegeben werden. Wissen die S a ch v e r st ä n d i g e n der Börse Vorschläge zu machen, die dieses Ziel zu erreichen geeignet sind, so mögen sie damit hervortreten. So lange das nicht geschieht, wird man es wohl bei dem bestehenden.Gesetze belassen. Mitt für 99 f'SÄ* WZ IlllWgX "Daß die Nervosität und Gereizheit in der Politik durch die immer schärfer sich gestaltenden kämpfe zu einem hohen Grade gediehen ist, läßt sich s st jeder parlamentarischen Verhandlung ersehen. E- geht mit. Preußischer Landtag. Berlin, 31. Jan. Das Haus beendigt die zweite Lesung des Landwirt- schastsetats bis auf ein Kapitel, das zurückgestellt wird. Es folgt Beratung des Justizetats. Im Laufe der Beratung bemängelt Abg. Peltasohn (fr. Vg.), day der Justizminister einen Unterschied zwischen Rechtsanwälten ch r i st l i ch e u u n d jüdischen G l a u b e n s mache, und letztere viel länger auf die Ernennung zum Notar warten lasse. Auch bei der späteren Karriere bei Richter -und Staatsanwaltsernennungen, lasse sich eine Zurücksetzung des jüdischen Elements verfolgen. Justizminister S ch ö n st e d t entgegnet, es handle sich nicht um das Verhältnis der jüdischen Anwälte z uden christlichen, sondern um das Verhältnis der beiden Bevol- kerungsklassen. In Berlin seien bei einer jüdischen Bevölkerung von 5,4 Prozent über drei Fünftel der Anwälte Juden, und von den Notaren mehr als ein Drittel. Erne weitere Steigerung des jüdischen Elements werde bei der Bevölkerung nicht gern gesehen. Ein großer Teil der christlichen Bevölkerung werde Bedenken tragen, seine privaten Verhältnisse einem jüdischen Notar anzuvertrauen. Der Mini st er bringt den jüdischen Rechtsbeflissenen größte Hochacht- ung und größtes Vertrauen entgegen, müsse aber damit rechnen, daß die Bevölkerung christliche Beamte wünsche. Von einer Verfassungsänderung seinerseits könne keine Rede sein. Er sei weder berechtigt, noch verpflichtet. Jedem, der sein Examen bestanden, eine Anstellung zu geben. Die Vorwürse seien um so überraschender, als die Justizverwaltung die einzige Behörde sei, die jüdische Aspiranten anstelle. Abg. Dr. Barth (fr. Vag.) meint, die Ausführungen des Ministers hätten gegen Die Verfassung verstoßen, die ausdrücklich keine Zurücksetzung der jüdischen Bevölkerung gestatte. Tas erwähnte Vorurteil hege nur ein ganz kleiner Bruchteil der Bevölkerung. (Lärm, Zwischenrufe.) Wolle man Bevorzugung christlicher Beamten, solle man doch die Verfassung ändern. Solange sie aber noch bestehe, mü))e man auch den Mut haben, sie zu halten! (Bravo! Lärm! Zischen rechts.) ______________ Zur Abänderung des Börsengesetzes. Aus Juristenkreisen wird uns geschrieben: So lange das Börsengesetz besteht, ist es bekanntlich gerade von den Kreisen, für die es bestimmt war, aufs lebhafteste bekämpft worden, und man hat nichts unversucht gelassen, seine Bestimmungen unwirksam zu machen. Diese Bestrebungen wurden begünstigt durch den Mangel an präziser Faffung, den dieses Gesetz mit manchen anderen Produkten der modernen Gesetzgebung teilt. Die zur Auslegung des Gesetzes berufenen richterlichen Instanzen haben allerdings sehr energisch solche Versuche zurückgewiesen, und sie sind dabei mitunter zu Deduktionen gelangt, gegen die sich nicht ohne Berechtigung einwenden ließ, das sei nicht mehr eine Auslegung gesetzlicher Bestimmungen, sondern eine Erweiterung derselben über den Wortlaut des Gesetzes hinaus — eine Erweiterung, die freilich dem Willen des Gesetzgebers erst die rechtliche Wirksamkeit schafft, aber doch die richterliche Thätigkeit in nicht unbedenklicher Weise auf das Gebiet ausdehnt, das dem Gesetzgeber Vorbehalten bleiben soll. Erweist sich eine gesetzliche Vorschrift als unzureichend, das sicherzustellen, was b^mit p wurde, so soll man das Gesetz ändern. Ausgabe des Richters soll es im allgemeinen nicht sein, im Wege der Interpretation Fehler zu verbessern, die der Gesetzgeber gemacht hat. Es mag ja richtig sein, daß der Reichstag und die Verbündeten Regierungen das „handelsrechtliche Lieferungs- »eschäft" nicht anders haben behandeln wollen als da- Börsentermingeschäft. Aber das läßt sich doch emma nicht bestreiten, daß es im Gesetze nicht steht, und man wird daher gut thun, wenn man einmal an eine Reform des Börsengesetzes geht, das auch wirklich hineinzuschreiben, loas nach oer Meinung der höchsten Instanzen hätte darin stehen sollen. „ .. , . . Auf die ablehnende Haltung der Börsenkreije hat übrigens diese Judikatur wenig Einfluß geübt. Nach wie vor wird das Terminregister gewissermaßen boykottiert, und auch der Beschluß der Berliner Stempelvereinigung, Termingeschäfte nur noch mit registrierten Firmen zu machen, jft rasch wieder aufgehoben worden. Aber gerade diese Haltung der Interessenten wird es der Reichstagsmehrheit, die auf dem Boden des Gesetzes steht, wie dem Bundesrat erleichtern, vorläufig jede Abänderung grundsätzlich von der Hand zu weisen. Dem Standpunkte, daß eine Revisionsbedürftigkeit so lange nicht anerkannt werden könne, als nicht zum mindesten ein ehrlicher Versuch gemacht worden -ei, s i ch dem Gesetze zu fügen, und mit seinen Bestimmungen «uszukommen, ist die Berechtigung nicht abzusprechen. Die Schwierigkeit der Materie liegt darin, daß der Gesetzgeber immer nur bestimmte Formen des Börsenverkehrs treffen kann, daß aber diese Formen saft ausnahmslos ebensowohl dem soliden Geschäfte als der soliden estöneWohliZM. Wem M, ter 1*1 b.M,Somien«r^ ei große, fein möblier" hn« und ßchlahnnmer, Babnbofftrayy^ ewigten Staatsoberhaupte der Franzosen Worte ehrenden Ge- denkens vor dem Reichstage gewidmet hat. Aus guter Quelle verlautet, daß der Tttel eines Prinzen von Wales unter der gegenwärtigen Regierung nicht wieder verliehen werden soll. Die Entscheidung wurde in voller Harmonie zwischen dem König und dem Herzog von York getroffen. Das Publikum, namentlich aber das auf den Titel stolze Herzogtum Wales dürfte die Aufgabe des historischen Titels einigermaßen mit Befremden ausnehmen. , , . Der König der Belgier bestndet sich noch immer in Dover. Man glaubt, daß er eine Botschaft vom König Eduard erwarte, um seine Reise fortzusetzen. Andererseits findet das Gerücht immer mehr Glauben, daß Miß Helligkeiten zwischen dem König und Kaiser Wilhelm be- stehen, die die zögernde Haltung deS Königs verursacht haben. _ .. Der Zarewitsch und der Groß Herzog von Hessen wurden um Mitternacht durch einen besonders gecharterten Dampfer in Vlissingen abgeholt. — Der Herzog von Orleans hat nach Madrider Nachrichten beschloffen, einem unfreundlichen Empfang zu trotzen und dennoch zum Be. gräbniS zu erscheinen. . , _, Auf telegraphischen Befehl des Königs Eduard hat sich der englische Botschafter am Berliner Hofe, Sir Frank Lascelles, nach England begeben. Das deutsche Geschwader ist in Spithead ein- getroffen. _____________ Engländer und Buren. Lord Kitchener telegraphierte ans Pretoria: „Knox hatte am 29. d. mit den Truppen Dewets südlich von Welcome ein Gefecht. Nach mehrstündigem ununterbrochenem Kampfe ließen die Buren 5 Tote aus dem Schlachtfelde, 3 Mann wurden gefangen genommen. Die Buren nahmen eine große Anzahl Verwundeter mit. Auf englischer Seite wurde ein Offizier und ein Mann getötet, ein Major und zwei Mann verwundet. Abeyds überschritten die Truppen Dewet's bei I s r a e l s p o r t die n ach Bl o e rn fo n t e i n führende Bahnlinie. Die Kolonne Bruce Hamilton, die im der Nähe lagerte, konnte nicht mehr mit dem Feinde in Berührung kommen. French säuberte mit Kavallerie nn» berittener Infanterie das Land östlich von Pretoria und Johannesburg zwischen den nach der Delagoabai und Natail führenden Bahnlinien. Er stieß im Thal der Wilge auf etwa 2000 Buren. Der Feind zog sich unter Verlust vo« 4 Toten und 9 Verwundeten zurück. Die Briten hatten 1 Toten und 9 Verwundete." Die westliche Bur en ko könne unter Hertzog hat sich in Calvinia häuslich eingerichtet und auch das nördlicher gelegene Brandvlei besetzt; sie sind vorläufig weit vom Schuß, da die Engländer unter Bethune und De Lisle erst bis Clanwilliam vorgedrungen sind. Die östliche Bureukolonne unter Krnitzinger hat sich in mehrere Teile aufgelöst und sich in den Kamman- nassieberqen, die sich von Westen nach, Osten durch die Bezirke Ludtshoorn und Uniondale ziehen, eingegraben. Eine Abteilung der südafrikanischen leichten Retter h»t den Ort Avontuur am südlichen Abhang dieser Berge, wenige Kilometer südlich von der Stadt Uniondale, besetzt. Eine Meldung des Reuterschen Bureau- lautet. Der kürzlich stattgehabte Angriff der Buren ans die Mienen von Vanryn und Modderfontem war, wie jetzt bekannt wird, ernst; er wurde von demselben Kommando ausgeführt, das die Werke von Kleinfontein und Bragpau zerstört hat. Man befürchtet, daß der Schaden sich aus etwa 300 000 Pfund Sterling (Gestern war von 200 000 Pfd. die Rede. D. Red.) belaufen werde. ES sind Schritte zum besseren Schutze der auswärts liegende« Mttien gethan worden. Die Militärbehörden haben genehmigt daß zwei Mitglieder der Kammer sich nach den Minen von Johannesburg begeben, um die Interessen der Minenbesitzer wahrzunehmen Der Kommissar in Kronstad teilte dem britischen Militärgouverneur von Bloemfontein mit, daß Andries Wessels, der die Friedenskommission nach Morgendaal begleitete, am 28. Januar auf BefehlDewetsin Klip- fontein erschossen worden sei. 10000 für Südafrika bestimmte Pferde sind am 30. ^an. in Southampton eingeschifft worden. Bekanntmachung. Vetr.: Gesuch der Braunkohlengrube und Brikettsabrik „Friedrich" um Genehmigung zur Aufstellung eines Dampfkeffels. Die Braunkohlengrnbe und Brikettfabrik „Friedrich- in Hungen beabsichtigt, auf dem Grundstück III Nr. 364 der Gemarkung Trais-Horloff einen Dampfkeffel aufzustellen. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in dem „Gießener Anzeiger" an ge rechnet, aus dem Bureau der Großh. Bürgermeistrrei Trais Horloff zur Einsicht der Jntereffenten offen. Etwaige Ein Wendungen find binnen dieser Frist bei Meldung des Aus schlufseS bei Großh. Bürgermeisterei TraiS-Horloff vor- zubringen. Gießen, am 29. Januar 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betr.: Die Maul- und Klauenseuche. Nachdem die Seuche in Ober-Breidenbach, Kreis Alsfeld erloschen ist, ist die angeordnete Gehöftsperre aufgehoben worden. , ,, Die Seuche zu WiffelSheim, Kreis Friedberg ist erloschen und die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Nachdem die Seuche zu Hartenrod, Kreis Biedenkopf, erloschen ist, sind die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. In Allendorf und Hörnsheim ist die Seuche erloschen. Die Kreise Biedenkopf und Wetzlar sind wieder seuchenfrei. Gießen, den 29. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B: Dr. Heinrichs. unter sehr wenig und „parlamentarisch" zu, und es fehlt nicht viel, daß es zu Thätlichkeiten kommt. Auch heut wieder gab es im Reichstag einen heftigeu Zusammenstoß, diesmal zwischen dem Abg. Dr. Thiele (Soz.), Redakteur aus Halle, und dem bekannten DoPpelwährungS-Mann Abg. Arendt (Rp.) Beide Herren gerieten zunächst in eine Dis kussion über die Bezahlung der Arbeiter in den Mannsfelder Bergwerken und über den Fall Rothe. Als die Erörterung dann vom Präsidenten Graf Bal le st rem ziemlich katego risch geschlossen war, folgten „persönliche Bemerkungen" der beiden Redner. Die Auseinandersetzungen wurden immer energischer. Dr. Arendt drohte mit einer Klage wegen ^Verleumdung", falls Thiele seine Behauptungen außer ualb des Hauses wiederholen möchte; der Letztere lehnte dies ab und sprach die geflügelten Worte, Dr. Arend sei ja bekannt als der „lustige August" des Reichstags! Groß«' Empörung rechts. Graf Ballestrem sprang zornig auf, klingelte und rief den Abg. Thiele zur Ordnung. Wenn dieser „urkräflige" Ton sich behauptet und womöglich verstärkt, so sind noch recht erbauliche Szenen im Parlament zu erwarten. Der österreichische Reichsrat, der heute bei seiner Eröffnung der Schauplatz unerhörter Tumulte war, ist ein Beispiel dafür, wohin es kommen kann, wenn Jeder den Ton anschlägt, der ihm beliebt und „deutlich" dünkt. — Zu erwähnen ist noch, daß Staatssekretär Graf Posatowsky auf Anfrage des Abg. Rösicke (wildl.) für die nächste Session einen Gesetzentwurf über die Aichuug von Bierfässern verhieß. D i e letzten Studentenunruhen an der Kiewer Universität, über die schon kurz berichtet wurde, werden jetzt in einem Erlasse des russischen Ministeriums der Volksaufklärung eingehend beleuchtet. Darnach ist die Bewegung von Odessa aus, wo im Juni v. I. ein Studentenlongreß stattfand, veranlaßt worden. Dieser Kongreß bezweckte die Schaffung einer Organisation, welche die Wünsche der Studenten jederzeit der Universitätsobrigkeit wirksam zum Ausdruck bringen könnte. In Kiew fiel die Agitation auf fruchtbaren Boden. Ein unbedeutender Anlaß bewog die Abhaltung einer Studentenversammlung, die einen stürmischen Verlauf nahm und schließlich mit der Auslösung endete. Wegen Lärmens und Tobens wurden hierauf einige Karzerstrafen verhängt und zwei exmatrikuliert. Nun kannte die Erregung der Studenten keine Grenzen. Sie drangen gewaltsam ins Universitätsgebäude ein, zertrümmerte7i Thüren und Fenster, Tische und Bänke und geberdeten sich vollkommen unsinnig. Daraufhin wurde der Generalgouverneur um militärische Hilfe gebeten, die auch sofort auf dem Schauplatze eintraf und die Hörsäle von den wilden Ruhestörern säuberte. Man drohte mit Obstruktion im Januar, doch ist es dazu nicht gekommen. Von den Schuldigen wurde ein Teil vom Minister begnadigt, die inerten indes der harten Strafe, der Abgabe zum gemeinen Soldaten, unterzogen. Diese Strafe ist seit Jahrzehnten nicht mehr zur Anwendung gekommen. Aus dem Betsch.uanenland und zwar aus Eben-Ezer sind jetzt einige interessante Nachrichten von den Hermannsburger Missionaren hierhergelangt. Wir ent- nehine77 beit Berichten das Folgende: „Was wir zu Anfang des Jahres fürchteten, ist leider eingetroffen. Die Heuschrecken haben auch die diesjährige Ernte total vernichtet. Drei Monate lang hat das Volk hier Tag für Tag versucht, die Heuschrecken, bevor sie flügge werden, zu vernichten. Männer, Weiber und Kinder gingen jeden Morgen ins Feld, um'die junge Brut totzuschlagen, aber wenn sie auch noch so viele töteten, so kamen immer mehr noch aus der Erde heraus und als sie erst fliegen konnten, flogen sie in die Kafferngärten, wd das Korn, eben Aehren hatte und fraßen in wenigen Tagen alles er Tagesordnung die Frage: Erscheint es empfehlenswert, >ie Bestimmung der Postordnung aufzuheben, daß Einschreibendungen, Sendungen mit Wertangabe bis 400 Mark und Zostanweisungsbeträge bis 400 Mark, wenn der Empfänger oder sein Bevollmächtigter in der Wohnung nicht angetroffen oder dem Briefträger der Zutritt nicht gestattet wird, an ein erwachsenes Familienglied des Bevollmächtigten bestellt werden können? — Der geschäftsführende Ausschuß der „Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901" hielt unter dem Vorsitz des Staatssekretärs v. Podbielski eine Sitzung ab. Der Ge- chäftsführer der Ausstellung gab Mitteilungen über den gegenwärtigen Stand des Ausstellungsunternehmens, woraus hervorging, daß eine umfassende Beschickung der Ausstellung und deren Besuch durch zahlreiche Delegationen aus allen Teilen des In- und Auslandes gesichert sind. Ferner. legte der Schriftführer die von Professor Julius Jacob entworfenen Skizzen für sechs große Dioramen vor; es wurde beschlossen, diese zur Ausführung zu bringen und auszustellen. Die Dioramen geben berühmt gewordene Feuersbrünste aus alter und neuer Zeit wieder; sie werden transparent gemalt und mit besonderen Beleuchtungswirkungen ausgestattet, der Vordergrund wird plastisch ausge- ührt. Sodann wurde bestimmt, daß die Ausstellung zwischen )cnt 18. und 25. Mai eröffnet werden soll. Die Frist für )ie Einreichung der Entwürfe auf Grund des Bauplan- Ausschreibens ist am 25. Januar abgelaufen; unter Benutzung des eingegangenen Materials wird seitens der hierzu niedergesetzten besonderen Ausschusses der endgiltige Bau- ilan aufgestellt und, sobald die Witterung es gestattet, mit )er Ausführung der Bauarbeiten begonnen werden. — Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen betreffend die Kapitalbestände der Großh. Hessischen Offizier- und Unteroffizier-Witwenkassen und betreffend die Verleihung von Korporationsrechten an die mit dem Sitze in Berlin errichtete „Deutsche Agavengesellschaft" den zustän- )igen Ausschüssen überwiesen. Dem Anträge des 3., 4. und 7. Ausschusses zu dem Entwurf eines Schau mweinteuer gesetzes und dem Anträge des 4. und 6. Aus- chusses zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend den Verkehr mit Wein, weinhaltigen und weinähnlichen Gekränkelt hat der Bundesrat zugestimmt. Der Reichstagsbeschluß zu den Petitionen betreffend den Vogelschutz wurde dem Reichskanzler überwiesen, dem Ausschußantrage betreffend das Schreiben des Kgl. Sächs. Gesandten betreffend Abänderung der Satzungen der Arbeiter-Pensionskasse der Kgl. Sächs. Staatseisenbahnen wurde zugestimmt, ebenso dem Ausschußberichte über den Antrag Hessens auf Be- r e i u n g der dekretmäßig angestellten Bureaubeamten seiner land- und for st wirtschaftlichen Berufsgenoss e n s ch aft von der Jnva- lidenversicherungspflicht. — In der 11. Kommission des Reichstages wurde heute die Beratung des Gesetzes über das Urheberrecht fortgesetzt und nach mehrstündiger Debatte § 22 in der Fassung >er "Regierungs-Vorlage angenommen. Zugleich gelangte eine sozialdemokratische Resolution zur Annahme. Auch § 23 wurde nach der Regierungsvorlage erledigt. Bei § 24 wurden die Verhandlungen abgebrochen. — Der Zentralverein für Hebung der deut- chen Fluß - und Kanalschiffahrt nahm in seiner heutigen Hauptversammlung eine Resolution an, die die Kanalvorlage freudig begrüßt, die Annahme der Vorlage erhofft und die Erwartung ausspricht, daß es gelingen werde, >ie bereits als berechtigt anerkannten Wünsche betr. den Ausbau der Lippe zu erfüllen und Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die Wettbewerbsfähigkeit Schlesiens gegenüber dem Westen auch für den Fall zu gewährleisten, daß ich eine hinreichende Fahrtiefe der Oder nicht ermöglichen lassen werde. Ausland. London, 31. Jan. Bei der Jahresversammlung der Handelskammer in Sheffield war der Hauptgegew stand der Debatte die geplante Einführung des deutscheu Eisenzolles, der verdoppelt oder verdreifacht werden soll. Man war der Ansicht, daß das eine sehr ernste Frage für die englische Stahlindustrie sei, und viele Mitglieder befürworteten die Ergreifung von Schutzmaßregeln. Die allge meine Meinung war, daß ein Zollkrieg für Deutschland vernichtend enden würde. Es wurde beschloffen, eine starke Agitation gegen die Maßregel zu entfallen, und eine scharfe Resolution angenommen, von der eine Kopie der englischen Regierung übersandt worden ist. Paris, 31. Jan. Präsident Loubet hat den Obersten Sylonke beauftragt, dem König Viktor Emanuel das Großkreuz der Ehrenlegion zu überbringen. Rom, 31. Jan. Königin Helene gilt als sehr fromm und so soll sie denn in den ersten Monaten ihrer Ehe, wo das junge Paar sich auf der Insel Monte Christo aufhielt, ein Gelübde abgelegt haben für den Fall, daß sie Mutter werden sollte. Die Erfüllung dieses Wunsches ließ mehrere Jahre auf sich warten, und jetzt, wo die Königin nunmehr ihrer Niederkunft entgegensieht, erblickt sie in dem freudigen Ereignis ein Gnadengeschenk des Himmels, für das der König, dem vor mehreren Jahren geleisteten Gelübde zu folge», angeblich durch seinen Besuch auf der genannten Insel seinen Dank abgestattet hat. Wenn auch diese Legende dem Volke sympathisch sein mag, so darf doch nicht verschwiegen werden, daß der Frauenarzt an der Universität Neapel, Professor Morijani, seinen Teil zu der Lösung der Frage beitrug, indem er während des verflossenen Sommers an öer Königin eine leichte Operation vornahm, dutch die das Hindernis beseitigt wurde, das ihre bisherige Kinderlosigkeit verursacht hatte. Wien, 31. Jan. Die Hoffnungen auf die Arbeitsfähig' feit des Parlaments haben sich durch den Verlauf der heutigen Eröffnungssitzung stark vermindert. Gleich bei der Rede des Ministerpräsidenten v. Körber, mit der er den Abg. Dr. Weigel als Alterspräsidenten einsührte, verlangten die tschechischen Sozialisten und Agrarier unter großem Lärm, daß der Minister sich der tschechischen Sprache bedienen solle, was die Deutschnationalen veranlaßte, mit „Hmaus mit den Tschechen" zu antworten. Sodann verlangten die Tschechen, daß der Alterspräsident, wenn er der tschechi chen Sprache nicht mächtig sei, polnisch sprechen solle, was wieder Anlaß zu stürmischen Erwiderungen seitens der Deutschnationalen gab. Als dann der Alterspräsident der verstotdenen Königin Viktoria einen Trauernachruf hielt, suchten die Deutschnationalen dies durch Rufe: „Heil und Sieg den Buren! Heil unseren Brüdern! Nieder mit England!" zu hindern! Die hierauf folgende Angelobung verlief ruhig. Nächste Sitzung Dienstag. — Der bisher deutschfortschrittliche Abg. Peschka begründete eine deutsche Bauernpartei. Die Partei proklamiert den Anschluß an die deutsche Gemeinbürgschaft, jedoch ein selbständiges Vorgehen in Fragen des Bauernstandes; sie verlangt auch ein Zollbündnis mit Deutschland und den engeren Zusammenschluß der mitteleuropäischen Staaten. China. Feldmarschall Graf Waldersee meldet am 31. Januar aus Peking: Die Kolonnen Hoffmann und Auer sind ohne Zwischenfall zurückgekommen, da die Räuber durch vorzüglichen Nachrichtendienst rechtzeitig gewarnt worden sind. Nach einer Depesche aus Peking übermittelte Graf Waldersee den Gesandten einen Plan mit folgenden Vorschlägen: Ehe eine Aenderung der militärischen Haltung der Verbündeten möglich sei, müsse die chinesische Regierung Schritte zur Erfüllung der Friedensbedingungen unternehmen. Die wirkliche Strafvollstreckung an den Schuldigen, deren Strafen die Gesandten verlangen, genügen hierzu. Nach Erfüllung dieser Bedingung könne der Truppenrückzug aus Peking und Paotingfu erfolgen, und die Zahl der Truppen in Petschili reduziert werden. Waldersee macht auf die Unmöglichkeit der Einschiffung von Truppen vor März aufmerksam. Tientsin und die Umgegend von Schanghai müßten von internationalen Truppen besetzt bleiben, bis China die Ordnung in Tschili hergestellt und die Indemnitäts-Vorschläge angenommen habe. Waldersee giebt schließlich die Anzahl der notwendigen Okkupations-Truppen an den verschiedenen Stationen an, und schlägt vor, daß auf jeder Station nur Truppen einer Nationalität stehen, und der Oberbefehl jährlich zwischen den Nationen wechseln solle. Der „Standard" meldet bereits aus Tientsin, daß die Zurückziehung der internationalen Truppen bevorzustehen scheint. In Peking erschoß ein Däne, namens Lindsberg, seine Frau und dann sich selbst, nachdem er einen englischen Offizier verwundet hatte. Letzterer wird wahrscheinlich mit dem Leben davonkommen. Der „North China Daily News" wird telegraphiert, daß bei der Vernichtung chinesischen Pulvers in Shanhaikwa» durch eine Explosion 40 japanische Soldaten getötet und 2 Engländer verwundet wurden. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 1. Februar 1901. ** Nächtlicher Unfug. Wie wir erfahren, verübten vor einigen Nächten eine Anzahl junger Leute Ruhestörung in dem Maße, daß die Polizei einschreiten mußte. Beim Anblick der Beamten riffen einige der Radaumacher aus, einer wurde jedoch festgenommen. Bei der Feststellung seines Namens benahm er sich sehr renitent und warf sich, Betrunkenheit simulierend, auf die Erde. ♦♦ Der Gabelsberger Stenographen • Verein und DameA- Kr'äuzchen Gießen feiert am 7. Februar, abends «/a9 Uhr in Steins Saalbau den Geburtstag Gabelsbergers mit Festspiel, Theater und Tanz. Karneval - Konzert. Am Sonntag nachmittag 4 Uhr findet in Steins Saalbau wieder ein großes karnevalistisches Konzert statt (s. Ins.). — Wir können den Freunden eines guten Humors den Besuch dieses Konzertes empfehlen. ♦* Variete. Am Sonntag finden im Konzertlokale zu den „Bier Jahreszeiten" zwei große Spezialitäten. Bor- stellungen mit vollständig neuem Personal statt. U. a. Auftreten des berühmten Bureu-TrioS, vollendete Künstler auf dem Gebiete der GesangSkunst. Ferner Auftreten der beliebten Schwäbischen Singvögel im Nationalkostüm. -o- Lollar, 31. Jan. Auf dem BuderuS'schen Eisenwerke hier waren am Mittwoch Nachmittag mehrere Arbeiter mit dem Abbruch eines unbrauchbar gewordenen Kessels beschäftigt. Diese Keffelanlage, die auf einem Mauerwerk ruhte, war bereits an der einen Seite unterhöhlt, jedoch vorschriftsmäßig durch Balken unterstützt. Eine große eiserne Platte jedoch stürzte und traf den Arbeiter Wilhelm Velden von Ruttershausen so unglücklich, daß ihm her ganze Unterleib aufgerissen wurde und die Ein- geweide heraustraten. Der Verunglückte wurde nach seiner Wohnung verbracht und starb nach wenigen Stunden. ** Friedberg, 31. Jan. Zum Zwecke einer Bereinigung für Hessische Kirchengeschichte hatten sich am Mittwoch auf die durch ein Eomite ergangene Einladung ca. 50 Herren hier versammelt. Nachdem Prof. D Krüger aus Gießen im Namen der Einberufer — Pfarrer Lic. Dr. Diehl-Hirschhorn, Pfarrer Fritsch-Rupperts- im Meratur, Wissenschaft und Kunst. Rom, 31. Jan. Im Senat brachte der Unterrichtömtnister einen Gesetzentwurf ein, nach dem Geburtshaus Verdi s n Roncole als Nationatdenkmal erklärt und die Erm»chtigung erteilt werden soll, die Leichen Verb.'s und seiner Gemahlin in dem von Verdi in Mailand gegründeten Institut für alte Mufiker betzuletzev. Der Geietzentwuei wu'd? einiiimrnia angen-^mmen. Hirschhorn. Sch. Darmstadt, 30. Jan. Die auf Veranlassung der - Großh. Handelskammer, sowie der Vorstände des ? Handels-, des Detailisten-, des Verkehrs-, sowie des Gewerbe Vereins heute abend im Kaisersaal stattgehabte Versammlung! betr. die Errichtung einer Handelshochschule in! Darmstadt erfreute sich eines sehr guten Besuches. Nach einem Referat des Fabrikanten Fröhlich, der die Geschichte der Handelshochschulen im In- und AuSlande und dann die Verhältnisse in unserer engeren Heimat behandelte, beschloß die Versammlung einstimmig, an die Regierung und die beiden Kammern das Ersuchen zu richten, der Errichtung einer Handelshochschule in Darmstadt baldigst näher zu treten, da die Angliederung an die Technische Hochschule in Darmstadt am wirkungsvollsten und unter geringster Inanspruchnahme finanziellerUnterstützung zubewerkstelligen sei, mit dem Zusatz und Anträge Langenbach. Die Ausführungen Fröhlich's in Form einer Druckschrift niederzulegen und den Mitgliedern des Ministeriums, der beiden Ständekammern und des Stadtverordneten- Kollegiums und sonstigen maßgebenden Kreisen zuzu fiel le n. — Oberbürgermeister Köhler-WormS führte aus, daß seiner Meinung nach, wenn der Staat schon gewillt sei, eine Handelshochschule überhaupt zu errichten, unter Berücksichtigung aller Verhältniffe nur Darmstadt in Frage kommen könne. Soweit ihm bekannt, nehme die Regierung! eine abwartende Stellung ein, doch glaubt er, daß diese, wenn sie schon dazu Stellung nehme, nur mit Darmstadt als dem Orte der Errichtung rechne. Auch machte er auf die schlechte Frequenz der höheren Handelsschule in Mainz aufmerksam. — Auch verkenne man in Mainz vollständig die in den letzten Jahrzehnten außerordentlich gewachsenes Bedeutung des Handels und der Industrie in Darmstadt. Der Rektor der Technischen Hochschule Professor Schering erklärt, daß sein Senat noch keinerlei Stellung zu der Frage genommen habe, sondern sie an sich herankommen lasse; der alljährliche große Zuwachs der Studierenden, der damit verbundene immer stärker werdende Raummangel und hauptsächlich die jedes Jahr notwendiger immer stärker werdenden Kämpfe und Unannehmlich- n 31. Januar Äntt sm n durch vor- tDotbtn sind. Melle Gras . folgenden italischen Hal- chinesische Re- ngnngen unter- ien Schuldigen, hierzu. Nach enriickzug M der Truppen nacht aus die kuppen vor lmgegend von r beseht bleiben, nb bii Indeni- ee giebt Meß' tupptn an den aß auf jeder tu, und dn iM M. achn, daß die Lruppen be- ens LindSberg, i er einen engerer wird «chr- ) telegraphiert, 3 Shanhaikwan n getötet und bürg, Repentent Lie. Herrmann-Gießen, Pfarrer Schrimpf-Butzbach, Pfarrer Wahl-Langen — und Dir. D Weiffenbach als Vertreter des Predigerseminars die Erschienenen begrüßt hatten, gab der Erstgenannte einen Ueberblick über die seitherigen Verhandlungen und erteilte! dann Privatdozenten Lic. Dr. Koehler aus Gießen das! Wort zu einem Vortrag über Arbeit und Ziele einer I Vereinigung für die Kirchengeschichte unseres Heimatlandes. I Der Vortrag, um dessen Drucklegung die Versammlung! bat, verbreitete sich über die Leistungen anderer auf dem! Gebiete der Lokal-Kirchengeschichte arbeitender Vereine, schilderte die bereits vorhandenen Arbeiten über die! hessische Kirchengeschichte, wobei insbesondere auf die verdienstlichen Veröffentlichungen des Pfarrers Lic. Dr. 4.iehl in Hirschhorn hingewiesen wurde, und umschrieb dann das umfangreiche Arbeitsgebiet, das der neuen hessischen Vereinigung offen steht. Die von dem Gönnte vorläufig festgelegten Statuten wurden im großen und ganzen nach einer lebhaften Diskussion, an der sich außer dem Vorsitzenden die Pfarrer Lic. Dr. Diehl, Fritsch, Grosch, Hep-, ding, Ritter, Röschen, Schlosser, Direktor D. Weiffenbach, Geh. Kirchenrat D. Kattenbusch und Repentent Lic. Herrmann beteiligten, angenommen. Die Vereinigung wird eine selbständige Abteilung des Historischen Vereins für Hessen bilden. In den Vorstand wurden gewählt: Prof. D. Krüger und Privatdozent Lic. Dr. Koehler in Gießen, Direktor D. Weiffenbach in Friedberg, Pfarrer Schrimpf in Butzbach und als Vorsitzender Pfarrer Lic. Dr. Diehl in wieder verlor. ko. Alzey, 31. Jan. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit ist gegen einen hiesigen Rentner Unter suchung eingeleitet worden. Der Fall erregt hier großes Aufsehen. ko. Frankfurt a. M., 31. Jan. Leutnant Frhr. von Gienanth vom 1. Großh. Hess. Dragonerregiment Nr. 23 ist, wie jetzt bekannt gegeben wird, bei dem im Juli v. I. abgehaltenen Dauerreiten der Kavallerieofsiziere des .18. Armeekorps um den vom Kaiser gestifteten Ehrenpreis Sieger geblieben. Der Kaiserpreis muß zweimal erworben werden. F r a n k s u r t a. M., 31. Jan. Der aus dem Bankerott des Rechtsanwalts Marx bekannte Bankier Robert Selig- m a n n , der unter dem Verdacht der Beihilfe zum betrügerischen Bankerott sich in Untersuchungshaft befand, aber mangels genügender Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, ist nunmehr von dem Ehrengericht dep «Börse durch öffentlichen Anschlag an der Börse mit einem scharfen Verweis gemaßregelt worden. Der Ehrenrat erkannte, daß Seligmann Provisionen und Geschäftsgewinne berechnete, die sich mit dem Anspruch auf kaufmännisches Vertrauen nicht vereinbaren lassen. — Hier ist wieder ein Fall von schwarzen Blattern konstatiert worden. Ein junger Amerikaner, ein Mormone, der einem Mormonenkongreß in Leipzig beigewohnt hatte, kehrte von dort erkrankt zurück. Bis jetzt ist noch keine Ansteckung einer dritten Person erfolgt. Auch ein anderer Teilnehmer an dem Kongreß aus Hannover erkrankte dort nach seiner I Rückkehr. ♦* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. .Die im vorigen Jahre in WormS abgehaltene Maschinen und Werkzeug«Ausstellung schloß mit einem Defizit von 6600 Mk. ab. Dir Garantiefondzeichner werden voraussichtlich mit zirka 25 Prozent herangezogen werden. Vermischtes. * Straßburg, 31. Jan. In Geishausen wurden zwei BrÜeer namens Winkler unter dem Verdachte verhaftet, Giftmord an ihrer Stiefmutter verübt zu haben. Die Verhafteten waren mit der Stiefmutter, die dem Trünke ergeben war, verfeindet; sie sollen ihr Gift unter die Getränke gemischt haben, um sie aus dem Wege zu räumen. — Auf dem Bahnhofe Bettemburg wurde ein Briefsack mit 11,000 Mk. entwendet. Ein Bahnbeamter hatte den Briefsack in Empfang genommen, er trat einen Augenblick zur Seite, um dienstliche Verrichtungen zu erledigen, und bei seiner Rückkunft war der Briefsack verschwunden. Vom Thäter fehlt jede Spur. * Zum Titulaturenschwindel. An den Fabri-! [lauten Wilhelm Raßbach in Magdeburg erging im Dezember vorigen Jahres von einem Herrn S. in Berlin die Anfrage, ob er nicht Kommerzienrat werden wolle. R. ging zum Scheine auf die Sache ein. Es stellte sich nun heraus, daß ein angeblicher pensionierter Offizier gegen eine | Entschädigung von 50000 Mk. durch einen Verwandten die! Verleihung des Titels seitens des Ministeriums durchzusetzen erbötig war. R. übergab schließlich den gesamten Briefwechsel der Kriminalpolizei, die wohl feststellen wird, daß er es mit I einer Schwindler gesellschäft zu thun gehabt hat. *DieZigarrealsSchiedsrichterin. In einem Feuilleton plaudert ein Schriftsteller über seine Unterredung mit einem großen Mathematiker über die „furchtbare" "Frage: „Wann beginnt das 20. Jahrhundert?" Der Gefragte wurde wegen dieses Attentats scheinbar etwas un- Bingen, 31. Jan. Der in unserer Nr. 27 enthaltene I Artikel über den in Konkurs geratenen Bahnhofsrestaurateur Frank von hier bedarf nach dem „N. M. Anz." einiger Berichtigungen. Es liegen weder große Unterschlagungen vor, noch kleine; Frank hat vielmehr die ihm anoertrauten Gelder am Tage vor seiner Abreise abgeliefert. Richtig ist in dem Artikel nur die eine Behauptung, daß er 1500 Mk. mitgenommen hat, die er benützen wollte, um sich eine andere Lebensstellung im fernen Ausland zu suchen. Ueberzeugt, daß I cs besser sei, wenn er wieder zurückkehre, hat er sich in Frank furt 14 Tage nach seiner Flucht freiwillig gestellt und wurde unter der Anschuldigung des betrügerischen BaulerottS ver hastet. Die Untersuchung hat aber bis jetzt keinen Anhalt Dafür gegeben, daß ein solcher vorliegt. Frank und sein Geschäftsgesellschafter Schnabel haben in ihrem Weingeschäft bedeutende Verluste gehabt und mit fremdem Kapital gearbeitet; Der ihnen von Bankhäusern gewährte Kredit verschlang an Zinsen, Diskont, Provisionen jährlich etwa 8—10 Prozent des Kapitals und hierin ist die Ursache des Konkurses zu suchen und zu finden. Die beiden Inhaber des Geschäftes waren fleißige Leute und haben keinen unnötigen Aufwand gemacht. Frank hat in der von ihm allein betriebenen Bahn- hofSrestauration ganz nettes Geld verdient, das er aber in dem mit Schnabel betriebenen gemeinschaftlichen Weingeschäft Universitäts-Nachrichten. - Gerichtsaffeffor Dr. phil. et jur. Chr. Eckert aus Mainz hat sich an der Universität Berlin als Privatdozent für Staats wrffenschcfften habilitiert. — Die 22. öffentliche Versammlung der Balnealogischen Gesellschaft findet vom 7. bis 11. März in Berlm im Hörsaal des Pharmakologischen Instituts der Univerfität statt. Es sind 42 Vorträge angemeldet. — Für den als vortragenden Rat ins Finanzministerium be, ruienen Lehrer der Geodäsie an der Landwirtschaftl. Akademie Bonn- Poppelsdors, Prof. Koll, ist der Landmesser Curtrus Müller in Northeim mit der geodätischen Lehrthätlgke,t an der Poppelsdorfer Akademie beauftragt worden. — Der a.-o. Professor Dr. O er tmannin Berlin nahm einen Ruf der juristischen Fakultät der Erlanger Umversi ä al- Ordinarius an. — Der Akademische Senat der Wiener Universität hat [eine Skizze des im Arcadenhof zu errichtenden Lotherhen-Denkmals genehmigt.__ . leiten mit der Regierung bezügl. der Mehrbewilligung von Geldern für die Vergrößerungen verhindern den Senat, in eine Agitation für eine Angliederung der Handelshochschule einzutreten, doch werde man im Falle der Errichtung das neue Glied nicht stiefmütterlich behandeln. Zum Schluß trat noch Beigeordneter Schliephake für die Errichtung der neuen Anstalt in Darmstadt ein. Die Erklärung des Rektors Professor Schering wirkte sehr er- dra bekannte einmal, daß sie sich in ihrer Jugend niemals mit der lateinischen Sprache befreunden konnte, sie wurde jedoch einfach und streng erzogen, und ihre Neig ungen und Abneigungen imirben bei ihrem Unterricht wenig berücksichtigt. Ein alter, würdiger Pastor, ein tüchtiger klassischer Philologe, war der Hofmeister der Prinzessin. Eines Tages sagte sie plötzlich zu ihrem Lehrer: „Sie sagen, es sei unrecht, wenn man schlecht über die Toten [ spricht, nicht wahr?" „Ja", sehr unrecht", lautete die Antwort. „Die lateinische Sprache ist doch tot", forschte die kleine wißbegierige Schülerin weiter. „Ja, sie ist tot. Warum?" meinte darauf der Pastor. „Oh, nichts", antwortete die Prinzessin, „ich wollte nur eben etwas Schlechtes über sie sagen, das ist alles?" Dann seufzte sie tief auf und rief pathetisch: „Ich halte es wirklich für grausam, daß man die Toten nicht ruhen läßt". * M i m i k r l) bei einheimischen Insekten. Mit dem Namen Mimikry bezeichnet man betanntlich die Nach- Qt. Neapel, dec 8rQfte Einers QR die das "derlofigkeir bruar 1901- u, verübten vor sstuheftömng " ,6te. Seim w acher aut, tW* warf M ” n 9 Uhr in :dS 7rv“2^,1 (8 mit FeWl, »--undeü ei^c ahmung irgend eines Naturgegenstandes, eines dürren Blattes, eines Stengels u. dgl. durch einen lebenden Dr- ganismus ; durch diese Nachahmung wird seine wahre Natur verschleiert, was ihm gewisse Vorteile im stampf ums Dasein bietet. Als Beispiele werden gewöhnlich tropische Insekten aufgeführt, trotzdem wir bei uns Insekten haben, die den tropischen darin kaum etwas nachgeben. Tie „U m s ch a u" führt einige solcher Fälle an, die einem Aufsätze A. Bolschows im „Entomologischen Jahrbuch für 1901" entnommen i sind. Zwei unserer Heuschrecken, Oedipoda eoerulens und germanica, zeigen im Fluge prächtige blaue und rote Unter* flügel; in der Ruhe sucht man sie vergeblich auf dem dürren Heideboden, dem sie dann in der Farbe sehr ähnlich sind. Der Nagelfleck, ein Schmetterling, gleicht in der Ruhe einem dürren Buchenblatte und weiß diese Eigenschaft prächtig zu verwerten, indem er sich, im Fluge hart bedrängt, Plötzlich auf den mit dürrem Laub bedeckten Boden wirft. Die im Frühjahr erscheinenden Schmetterlingsarten I tragen durchweg rindenähnliche Farben und Zeichnungen; im Sommer finden sich blattgrüne Arten, im Herbst treten solche auf, die sich das vergilbende Laub zum Muster ge- ! nommen haben und dadurch sich von der Umgebung nicht abheben. Drepanopteryx phalaeuoides, ein Netzflügler, ist den trockenen Nebenblättern der Ulme völlig ähnlich und wird auch dann meist übersehen, wenn es im Herbste Mit I diesen in den Schirm geklopft wird, weil es, selbst beim Ansasssen, ruhig liegen bleibt. Die jugendliche Raupe der Erlenpfeileule bildet, wenn sie in gekrümmter Haltung aus dem Erlenblatte sitzt, zur Hälfte weißlich, zur andern Halste dunkel, ein Vogelexkrement vollkommen nach. Einen ähnlichen Eindruck macht die Raupe des Schwalbenschwanzes in ihren ersten Tagen. Unsere wehrhaften Hornissen, Wespen und Bienen werden von wehrlosen Schmetterlingen, Käfern, Fliegen usw. nachgeahmt, nicht nur im Aeußern, zum Teil sogar in ihren Bewegungen, indem z. B. der Die I Hornisse nachahmende Bienenschwärmer seme Ninterleibs- . ringe ausreckt und einzieht, den Körper hebt und senkt genau wie eine Hornisse, die stechen will. Die Raupe des I Buchenspinners ist, aus dem Ei gekrochen, ein getreue? Nach- , bild der Waldameise. — Zur Erklärung der Mimikry genügt uns bis jetzt nur die Lehre von der natürlichen Zucht- i wähl: die Tiere, die in einer der genannten Arten geschützt - waren, konnten leichter ihren Feinden entgehen als die | ungeschützten. Sr». •s«.» atWorW01 h^r ß Muck' t. ® «rbeiter :« h«A d°i i» «"fil •’Ä" willig und sagte: „Mit solchen Albernheiten belästigt man doch leinen Professor der Mathematik! Wenn Sie von einer Zehntelkiste Zigarren sich die letzte, die Hundertste an- zünden, so brechen Sie damit doch nicht ein neues Hundert an. Dieses geschieht doch erst, wenn Sie jene letzte Zigarre vollständig ausgeraucht haben, und nun eine andere aus einer neuen Kiste nehmen. Gerade so beginnt das 20. Jahrhundert erst dann, wenn wir das Jahr 1900 durchlebt haben, und den 1. Januar 1901 schreiben. Wenn Sie das nicht einsehen können, so thun Sie mir sehr leid?" * E i n paar hübsche Anekdoten von dem neuen englischen Königspaar werden aus ihrer Schulzeit erzählt: „Der König war schon in seiner Jugend mit der Geschichte der englischen Verfassung gut vertraut. Als Knabe wurden ihm die Verfassungsgesetze täglich „ein- ! gepaukt". Infolge dessen haßte er diesen Gegenstand des Unterrichts auch gründlich. Obgleich der Prinz als Knabe immer sehr lenksam war, rebellierte er einmal doch offen gegen dieses ständige „Einpauken" und sagte zu seinem ! Hofmeister: „Dieses Studium hasse ich! Es ist so trocken". ... ... - ■- -- - ~ E— , „es ist Kirchliche Nachrichten, «sangelische «ewetnde. Sonntag den 3. Februar. Septuaaesimae. Gottesdienst. In der Stadtkirche« Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag den 4. Februar, abends 8 Uhr: Bibelfiunde im Konfinnandensaal der Johanneskirche. Text: Ao-Gesch,20 ,7-88. Pfarrer Euler. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß drr kirck» licken Trauung auch em kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche oor der Zrauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 2. Februar. _ ... Nachmittags um 4Ve Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zue heil. Beichte. Sonntag den 3. Februar. Septuagcfirna. > Vormittags von 61/* Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunrcn um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9«/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/s Uhr: Christenlehre: darauf Andach. Nach jedem Gottesdienst wird der St. BlastUs'Se- » M bii b(t 15 btuw langten bit Am, dienen solle, mit den Tschechen, chen Sprache "eder Matz Mationalrn wn Königin Rationalen Htil unftxtu Die tyttauf wtzDÜMaa. • Peschka bt= Die Packei leinbürgschaft, des Baum- i Deulschlanb eleuropäischen nüch ternd. I Mainz, 31. Jan. Die heute unter Vorsitz des Geh. Kommerzienrat Michel zwecks Beratung der Sch au mw e inst e u e r v o r lag e und des neuen Weingesetzentwurfs tagende Versammlung Delegierter von Handelskammern und Weinhändlervereinen ist aus allen Teilen Deutschlands besucht. Nach einem vom Geh. Kommerzienrat Wegeier in Koblenz erstatteten Referat über die geplante Schaumweinsteuer wurde einstimmig eine R e so t u t i o n angenommen, die sich gegen die Steuer erklärt, weil sie eine schwere Schädigung der deutschen Schaumweinindustrie, eine große Benachteiligung des Weinhandels im Allgemeinen, sowie des deutschen Weinbaues in seinen schwächsten Gliedern, den kleinen Winzern, und eine drückende Belastung einzelner Distrikte Deutschlands bedeute. Die Versammlung müsse auch deshalb gegen die Schaumweinsteuer protestieren, weil diese zum Vorwand der Einführung einer allgemeinen Weinsteuer genommen werden könnte, die für Weinhandel und Weinbau geradezu verderblich gehalten | werden müsse. Der Weinsteuergesetz-Entwurf befindet Jia; in Beratung. Die Versammlung erNärte sich ferner nach einem Referat des Handelskammersekretärs Meesmann- Mainz unter Verwerfung des am 19. Dezember v. I. veröffentlichten Entwurfs einer Weingesetznovelle für Beibehaltung des Gesetzes vom 20. April 1892 unter Abänderung des Paragraph 4 dieses Gesetzes nach den Vorschlägen der Kommission des Deutschen Handelstages und dessen Vollversammlung. Danach wird die Herstellung von Kunst- weinen verboten, mit Ausnahme des mit einem Aufguß von Zuckerwcksser auf ganz oder teilweise ausgepreßte Trauben oder eines Aufgusses von Zuckerwasser auf Wein- hefe hergestellten Haustrunkes. Verboten werden soll auch die Ankündigung, das Feilhalten und der Verkauf ber int Paragraph 1 und dem empfohlenen Paragraph. 4 Abs 1. yuiiHtipcv. unter Ziffer 3, 4 und 5 genannten Stoffe zum Zwecke der „Oh!" erwiderte der etwas erschreckte Hofmeister, Weinbäeitung. In einer R e s o l u t i o n erklärt die Ver- dringend notig, daß Sie alles auf die Konstitution dieses stimmluna, daß sie die in dem jüngst veröffentlichten Landes, das Sie emst zu regieren haben Bezügliche wissen: Entwurf einer Weingesetznovelle für den Weinverkehr vor-! höchst notwendig!" „Ja, ^n", entgegnete ocr P^iuz, ,,ich gesehene Einführung von besonderen Kon tr o 1 lm aß-I weiß, daß die en g lis ch e Konstitution ivichtig ist. Aber regeln entschieden mißbillige. I wie ist es mit meiner Konstitution. ... Königin Alexan- Nachmütags 6 Uhr: Pfarrer Schlosser Bihelstttude Donnerstag den 7. Februar, abends 8 Uür, »ipwfubpc Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). der^ Matthäus - Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthaus vss«e v» »jytsr*» Schlußabrechnung der oberMchru lub^abtu s-r die Frruurr Srgllsvaals. Weiter gingen ein: K-leger verein Klein-Linden 15,03 Mk., U" «enannt 1 Mk-, F-milie S. 5 Mk , L ’W. 3 ®lt, E- R, Darmstadt 5 Mk., E. Sch 3 Mk. — Zusammen 729 05 Mk Wir schießen hiermit die Sammlung und sprechen allen edlen Spendern unsirn besten Dank auS. Die Expedition des Giesterrer Anzeigers. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 1. Febr., 12 Uhr 30 Min. Der Berlagsbuch- händler Hugo Spamer ist gestorben. Berlin, 1. Febr. 12.15 Uhr. Die „Germania" meldet aus Rom, daß der Papst die Gesellschaft vom goldenen Hort, eine Missionsgesellschaft, der auch der Bischof Auzer angehört, bestätigt hat. München, 1. Febr. 12.15 Uhr. Die „M. N. N." melden: Wir find durch Erkundigungen an amtlicher Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß die in der sozialdem. „M. Post" wiederholt gebrachte Mitteilung von Diffe- renzen des Prizen Alfons mit dem Vertreter des Kaisers bei den Trauerfeierlichkeiteu in Weimar und dem hieran sich schließenden Meinungsaustausch Zwischen Berlin und München vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Loudon, 1. Febr. 1.45 Uhr. Sicherem Vernehmen nach wird der König das Parlament persönlich eröffnen. London, l.Febr. 12.25. Die deutschenDereine sandten nach Windsor elnen großen, prachtvollen Kranz mit einer Schleife in den deutschen Farben, die in Goldbuchstaben die Namen von über 30 Vereinen trägt. Loudon, 1. Febr, 12 Uhr 20 Min. Der „Standard" meldet aus Tientsin vom 31. Januar: Das Amts gebäude der provisorischen Regierung in Tientsin ist in der verflofienen Nacht durch ein Feuer gänzlich zerstört worden. Es wurde nichts gerettet. Das Feuer ist offenbar von Brandstiftern gelegt worden. Santo», l.Febr., 12 Uhr 20 Miu. Wegen deS Ueber fall es auf dem Kanal, bei dem zwei deutsche Schutz genossen von Piraten verwundet und ein chinesischer Diener getötet wurden, ist von dem chinesischen Gouverneur die Absendung einer größeren Truppenabtetlung zur Er greifung der Schuldigen angeordnet worden. Börsennachrichteiu Berlin, 81. Januar. 4»/0 4°/o Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 47.80 M. 47 80 „ do. 8. 5/6 unk. b. 1904 8‘/e °/ do. 3. 7/8, unk. b. 1906 47 00 „ 4 3/q D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 97 80 M. S’/.o/o do. unk. 1905 89 50 . 4 % Preuss. Hyp’-A.-Bank 3. 8-12 82 50 » 4 0/e do. 8. 15-18 unk. b. 1900 82 50 » 4‘7o do. 8. 19-20, unk. b. 1905 00.00 „ 3» , 0/o do. 8. 13, 14 76.70 „ 3V.% do. 8. 21, 22, unk. b. 1905 76.70 B Telephonischer Kursbericht. .Frankfurt, den 1. Februar. SVi ®/e Reiohsanleihe . . 97.45 3 o/o do . . 88 30 31/1 c/o Koneols .... 97 50 3 u/0 do .... 88.00 3V8o/0 Hesse« .... 94.10 i % Italien. Rente . . . 95.90 4 11 0 Griech Monop.-Anl. 42.35 8 % Portugiesen . . . 24.40 8 °/r Mexikaner .... 25.25 41/s*/o Chinesen .... 80.75 Tendenz Kreditaktien ..... 209.2fr Dißkonto-Kommandit . . 178 80 Darmstädter Bank . . . 130.30 Dresdener Bank .... 145.50 Berliner Handelndes. . . 148.40 Oesterr. Staatsbahn . . 142 40 Gotthardbahn .... 158.80 Laurahütte.....194 OO Bochum...... 174 20 Harpen er......165 SO Meteorologische Beobachtungen der Stativ« Gieße«. Höchste Temperatur am 30./31. Januar 2,3' C. Niedrigste „ „ - 0.7' C. Januar Februar Baromeier auf 0° reduziert t Xz'uipcmiut i der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit i A i i i r > 1 Windstärke Wetter 31 9« 738,8 -0,1 4,0 89 8W. 2 bedeckt 1. 7“ 740,7 0,5 4.1 87 sw. 2 hetter 1. 2” 742,3 3,06 3,09 65 SW. 2 Iagdverpachtung. Konzert - Verein geehrte Künstler. Synaroi-Dieiier Los I w IV probe Mk. 1.—, Schülerkarten 50 Pfg. 1022 VI VII 195 n v 1015 Ludwig Dörr, Annerod. w CO N CO E gütet. 1010 CD Gießen, den 30. Januar 1901. 1009 empfiehlt 548 a. M.» Frankfurterstraße 60. 1019 Sdjlittrn verkaufen Licherstratze 19. 1002 D erbitten Anfragen. ; Jj Thomas & Klumb ■* Kalk-Höhenberg bei Köln a. Rh. I Der Vorstand. 1016 Verantwortlich für »en «Iguneinen teil: P. ffiittf»; für dm Anzeigenteil HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schcn UniverfitätS-Duch. und Sleindruckerri (Pietsch Lrben) in Gießen. KWiiWW MWgeWW Zu vermieten FttllMGksW' Offene Stellen ff ff ff 220 365 200 520 175 480 II in am an Ansprüche an den Nachlaß des verstorbenen Eberhard Hahn V. von Annerod sind innerhalb 14 Tagen bei den Erben zu melden, andernfalls sie nicht mehr berücksichtigt H 1! mit de» r« XII XIII Die cbm ff n P. Tschaikowsky. M. Bruch. Fr. Liszt A. Hasselmans. R. Wagner. wird gesucht. Schriftliche Anerbieten Gehaltsansprüchen sind an unterzeichneten Voiftand Grosses Lager in schwedischen Zimiuer-Thüren Falter, Bekleidungen. Beschlägen etc. Bei Bedarf Gummischuhe echte Petersburger empfehle wegen vorgerückter Saison zu wesentlich reduzierten Preisen. Wilh. Herbert, Marktplatz. VIII 260 IX 305 Hammstraße, Rodheimerstraße. 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Licherstratze,Schiffenbergerweg,Erdkauterweg Bezirk III. Oberste Ludwigstraße. Wilhelmstraße. Frankfurterstraße, Pumpstation. Eintrittskarten zum Konzert für Nichtmitglieder zu Mk. 2.50 -------------------- (Sperrsitz Mk. 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier (Rudolphs Naohf), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise zu haben. Zur Haapt- Mennig von Stratzenbail-Wolkmlitil. Die Lieferung der zur laufenden Unterhaltung der städtischen Straßen im Rechnungsjahre 1901/02 erforderlichen Deckst-ine aus Basalt, der Pflastersteine aus Hartgeftein und des Kieses bezw Basaltgruscö soll, wie nachstehend beschrieben, in 13 Losen öffentlich verdungen werden und ist Termin hierfür aus Dienstag den 12. Aebrnar, vormittags 11 Hlhr, anberaumt. a) Decksteiue (Basalt). Fünftes Konzert Samstag den 9. Februar, abends 5y2 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins. Dirigent: Herr G. Trautmann, Grossherzogl. Univ.-Musikdirektor. Solisten: Fräulein Rosa Joseph (Harfe). Herr Konzertmeister van der Bruyn (Violine). Modes. Lehrmädchen für seines Putzaeschäst gesucht. Wo? sagt die Exvedi.ion d. BI. Derem zur Förderung des SauiMlks unter den Isrueiileu. Sonntag den S. Februar er., abends 8 Uhr, im Saake des Kotet Klnyorn: Vortrag des Herr« proo.-Kabbiner Dr. Sander über: 1007 Was ist uns der Talmud? Verehrt. Mitglieder, sowie Freunde und Freundinnen der Vereins sind hiermit Höst, eingeladen. Der Vor*tand. Verein für vereinfachte deutsche Stenographie Wnignugssystem Stohe-Schreyj in Gießen. Dienstag den 5. Februar l. Js., abends 9 Uhr, eröffnen wir in unserem Vereinslokal, Nestau- rant Weidig, Sonnenstraße, einen Ansängerkursus in dem Einiqungssystem Stolze-Schrcy. Anmeldungen werden bei Beginn des Unterrichts entgegengenommen. Kursushonorar einschließlich Lehrmittel 6 Mk. Bezirk I. Lagerplätze: Marburgerstraße, Ed^rweg, Alter Diehmarkt. Donnerstag den 7. Februar l. Js., vormittags 11 Nhr, soll die der Gemeinde Nüddtngshausen zu- stehende Wald- und Feldjagd (550 Morgen Wald) auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterei in zwei Abteilungen auf weitere 6 Jahre unter den vor der Verpachtung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verpachtet werden. Mddingshausen, den 30. Januar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshausen. Braun. 1014 Laufbursche. Zu möglichst baldigem Antritte suchen wir einen mverlässigen, ehrlichen Burschen als Ausläufer Burschen,' die bereits in kaufmännischen Geschäften gedient haben, werden bevorzugt. 1020 I. Ricksrlche Univ -Buchhdlg. Südanlage 5. ütaliMSlriteei!! Im Stricken n.Anstricken von Strümpfen empfehle ick mich anqelegenilichst. StrickgaruefbkstkGoalilätkv) habe rch stets vorrätig. 364 W Preise billigst. -Mz Ernestine Hopfner I Gruubergerstrasre 17. b) Pflastersteine (Hartgeftein). X 20000 Stück Wiesenstraße. c) Kies oder Basaltgrus. XI 360 cbm Am Schlachthaus, Weserstraße, am FamilienlogiS per 1. 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