Nr. S57 Zweites Blatt. 151. Jahrgang Freitag 1. November 1901 Erscheint täglich mü Ausnahme des Montags. Die Gießener Familien. Blatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit vem »Hess. Landwirt" und den »Blättern für hessische Volkskunde" vrermal wöchentlich beigelegt. Dtebafhon, Erpeditton und Druckerei: Gchulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger (Sieben. Fernsprechanschluß Nr.51. O jfy €) Annahme von Anzeige« GietzenerAnzeiger I ** General-Anzeiaer a Universitäts-Druckereb Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ v -«Z i vJr zeigenteil: Hans Beck. Nicht den Nogen überspannen! In welcher Höhe die Getreidezölle in den künftigen Handelsverträgen von der Landwirtschaft gewünscht werden, L » l? Jon9e Zeit hindurch wie ein Freimaurer-Geheintnis behandelt worden. Selbst in Versammlungen, in denen dre Agrarier gan$ unter sich waren, erklärten die Redner, wollten sich noch nicht auf bestimmte Zahlen festlcgen. Schließlich war es aber doch nötig, Farbe zu bekennen. Aber auch dann machte man nicht eine einmütige Forderung geltend, sondern an dem einen Ort wurden 10 Mark, ö« dem anderen 6 Mark als ein ausreichender Getreide- Zollsatz bezeichnet. Der „Bund der Landwirte" wählte die mittlere Linie, 7.50 Mark. Unter energischer Mißbilligung des „Bundes" unterbot im August d. I. der ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrats diesen Satz, und nunmehr hat das vreußische Landesökonomiekollegium sich geäußert. Die ständige Kommission des Kollegiums beriet, wie wir bereits meldeten, gestern und vorgestern die Frage des Abschlusses neuer Handelsverträge. In dem von der Kommission mit einer Stimmenthaltung gefaßten Beschluß heißt es: Wenn der ständige Ausschuß des deutschen Landwirt- chaftsrats in der Sitzung vom 16. und 17. August d. I. staubte, unter gewissen Voraussetzungen mit den Zöllen ür Roggen und Weizen unter den Minimalsatz von 7.50 Mark heruntergehen zu können, so kann die ständige Kommission die Berechtigung dieses Vorgehens nur für den Fall des sicheren Eintreffens obiger Voraussetzungen, insbesondere nur unter der Bedingung anerkennen, daß durch Ausdehnung des Doppeltarifs auf alle landwirtschaftlichen Zölle, speziell durch ausreichende Vieh-, Pferde- und Fleischzölle (für lebendes Vieh Gewichtszölle) ein gewisser Ausgleich geschaffen wird. Sollte auf Seiten der Reichsregierung oder des Reichstages die Absicht zu tage treten, mit dem Roggen- und Weizenzoll no ch unter den Satz von 6 Mark herunterzugehen, dann erachtet die ständige Kommission eine Kompensation auf anderen Gebieten nicht mehr für möglich und würde dann die gänzliche Ablehnung des neuen Zolltarifgesetzes als im Interesse der Landwirtschaft liegend erklären. Auf die Bedingung, daß durch Ausdehnung des Doppeltarifs auf alle landwirtschaftlichen Zölle ein gewisser Ausgleich geschaffen wird, wird die Regierung kaum, die Reich^- tagsmchrheit sicherlich nicht eingehen. Hier versagt auch das Zentrum seine Hilfe. Denn wenn es schon schwierig ist, mit einem gebundenen Getreidezolltarif Vertragsverhandlungen zu fuhren, so werden solche Verhandlungen überhaupt unmöglich, falls die Unterhändler nicht in der Lage sind, den beteiligten Mächten gewisse Zugeständnisse zu machen in Bezug auf andere landwirtschaftliche Produkte. Erhöhte Getreidezölle und „ausreichende", d. h. stark erhöhte Vieh- und Fleischzölle: das heißt von den Ländern, die nach Deutschland einführen wollen, Ungemessenes verlangen. Es ist vor allem auch eine allzukräftige Zumutung an die deutschen Verbraucher. Teures Brot und teures Fleisch — in diese Perspektive kann der Nicht-Landwirt, und sei er noch so agrarfreundlich, nicht mit Gemütsruhe hin ein schauen. Es ist viel, was die Regierung unter Berücksichtigung der unzweifelhaften Notlage der Landwirt- fchaft dieser zugestanden hat im Zolltraifentwurf. Man sollte den Bogen nicht Überspannen und Programme aufstellen, die von Befürwortern eines besseren landwirtschaft- üchen Zollschutzes nicht verteidigt werden können. Alles muß seine Grenzen haben. Der frühere preußische Landwirtschaftsminister Freiherr v. Hammerstein hat sich soeben dagegen verwahrt, daß diesmal die Riemen für den Nutzen der Industrie wieder aus beni Leder der Landwirtschaft geschnitten würden. Das braucht ja nicht zu geschahen; aber dasselbe Recht hat auch die Industrie, der es ebenfalls nicht glänzend geht, dasselbe Recht hat der Konsument, nach dessen Empfindungen bei diesem Hin- und Her-Ver- teilen von Zöllen erstaunlich wenig gefragt wird. Das preußische Landesökonomiekollegium empfiehlt schließlich, falls die Regierung oder der Reichstag noch unter den -6 Mark-Getreidczoll heruntergehen, die gänzliche Ablehnung des neuen Zolltarifgesetzes. Mit der Ablehnung des Zoll^ tarifs durch die Konservativen wird ohnedies zu rechnen sein. Es wird genau so gehen, wie bei der Kanalvorlage in Preußen: „Kompensationen", Ausgleich über Ausgleich, werden gefordert, und heißt es schließlich „Nicht weiter mehr", dann besinnt man sich auf den prinzipiellen Stand- ounkt und spricht das Nein aus. Der Reichstag ist nicht der preußische Landtag, wo die Konservativen dominieren. Im Reichstag haben das Zentrum und die gesamte Linke den Entschluß, eine geeignete Grundlage für neue Handelsverträge zu stände zu bringen. Wenn dabei etwa hundert Abgeordnete nicht mitthun wollen, dann ist es auch noch so. Politische Tagesschau. Auch em „kommender Mann". Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 20. Oktober: Es ist nicht das erste Mal, daß der vstpreußische Reichstagsabg. Graf Dönhoff-Friedrichstein (wildkonserv.) als der kommende Mann für den Reichskanzlerposten bezeichnet wird. Der Graf gilt gewissermaßen als der Repräsentant des „agrarisch unbelasteten" Konservatismus, Änd das seit dem Tage, an dem er im R'eichsparlament -für den russischen Handelsvertrag stimmte. „Recht wie ein Edelmann gehandelt!" Mit diesen Worten drückte der Kaiser damals telegraphisch dem Grafen seine Anerkennung -aus. Im übrigen ist Graf Dönhoff politisch und parlamentarisch nicht im mindesten hervorgetreten. Er besucht die Reichstagssitzungen ziemlich regelmäßig und verkehrt mit dem Reichskanzler wie den anderen Herren von der Regierung nicht minder freundschaftlich, als mit den der Handelsvertragspolitik weniger geneigten Konservativen, in deren Nähe er seinen Platz hat, z. B. Herrn v. Levetzow, dem Grafen Kanitz. Wie uns von einer mit dem Grafen Dönhoff bekannten Persönlichkeit mitgeteilt wird, liegt diesem nichts ferner, als das Streben nach der Reichs- lanzlerwürde. Er soll auch gelegentlich geäußert haben, daß er die Möglichkeit, für dieses Amt in Betracht 'gezogen zu werden, für völlig ausgeschlossen halte. Zur Ausweisung des ersten Verwundeten im deutsch-chinefischeu Feldzuge. Der erste, der beim Bombardement der Takuforts an Bord der „Iltis" verwundet wurde — seine Lunge wurde durchbohrt und drei Rippen durchschlagen — der deutschsamerikanische Kriegs-Berichterstatter John Her rings ist, wie wir gestern bereits meldeten, aus Deutschland ausgewiesen worden. Nachdem Herrings im Auslande im Lazarett notdürftig geheilt worden war und vergebens in anderen Städten Genesung gesucht hatte, kam er nach Berlin, um sich in der Bergmannschcn Klinik einer erneuten Operation zu unterziehen. Kaum ist er von seinem Krankenlager erstanden, so trifft ihn die Ausweisung. Er ist nicht subsistenzlos, sondern hat ein gutes Auskommen. Er ist kein politischer Agitator, sondern ein ernster, ruhiger Mann, der in der amerikanischen Presse immer mit aller Kraft für die deutsche Ehre eingetreten ist. Und der Grund? Er ist von seinem Vater nach Amerika geschickt worden, bevor er seinen Dienst im Heere abgeleistet hat, und damals deswegen mit einem Monat Gefängnis bestraft worden. Aber auch dieses ist durch einen Akt der Amnestie von Seiten seines Landesherrn, des Prinzen Luitpold von Bayern, aufgehoben. Herrings ist in Amerika eine bekannte und sehr angesehene Persönlichkeit. Er hat einen tadellosen Lebenswandel geführt. Er hat in Berlin seine Angehörigen. Er ist politisch nicht lästig und ist auf einem deutschen Kriegsschiff schwer verwundet worden. Welche Gefahr lag da vor, daß man einen solchen Mann aus den Grenzen des Königreichs Preußen auswies? Herrings hatte von der Erlaubnis des Korvettenkapitäns Lans, sich an Bord des „Iltis" einzuschifsen, kurz vor Beginn des Gefechtes Gebrauch gemacht. Es mag hierbei noch daran erinnert werden, wie Herrings seine schwere Wunde erhielt. Dem Bericht des Schiffsarztes des „Iltis" über das Bombardement entnehmen wir folgende Stellen: Bis 3 Uhr hatten wir keinen Verwundeten. Ich stand mi: demB.ri.chtecstat.er Herr njö vom Ostasiatisch en Llo,d und dem Zahlmeister am hinteren Schornstein, als mir plötzlich die Mütze vom Kopfe flog und ich einen Schlag auf den Rücken spürte, zugleich einen Schrei neben mir hörte; eine Granate war durch den Schornstein geflogen, ein kleineres Sprengstück war durch meine Mütze gegangen, ein größeres saß Herrings in der Brust, der sofort schrecklich blutete. Ich brachte ihn sogleich nach! dem Verbandplatz, wo es nach vieler Mühe gelang, das Stück zu entfernen und die Blutung zu stillen. Daraus geht hervor, daß Herrings der erste Verwundete auf deutscher Seite war, der zweite war Korvettenkapitän Lans, der Führer des Schiffes. Das Polizeipräsidium in Berlin giebt bekannt, daß Herrings wegen Entziehung der Wehrpflicht aus Preußen ausgewiesen worden ist, wie das ausnahmslos allen Ausländern gegenüber geschieht. Die Ausweisungsverfügung wurde Herrings am 5. August mit einer Frist von 14 Tagen ausgehändigt und am 5. August bat Herrings das Polizeipräsidium, die gestellte Frist angemessen zu verlängern. Als Grund gab er an, die Notwendigkeit seiner ärztlichen Behandlung sowie der Umstand, daß er zum Zwecke der Aufhebung der gegen ihn erkannten Strafe ein Gnadengesuch eingereicht habe. Mit Rücksicht hierauf wurde ihm eine Frist gegeben, und ihm erst am 17. Oktober mitgeteilt, daß die letzte Frist bis 1. November gewährt werde- Herrings habe bis heute weder ein Gesuch um Fristverlängerung, noch um Aufhebung der Ausweisungsverfügung beim Polizeipräsidium eingereicht. — Der „Berl. B.-C." meldet, Herrings wird heute persönlich dem Polizeipräsidenten das Gesuch um Aufhebung der Ausweisungsverfügung, event. um vorläufige weitere Fristverlängerung überreichen. Falls sein Gesuch keinen Erfolg haben sollte, gedenkt Herrings sich mit einem Gnadengesuch an den Kaiser zu wenden. Die deutsche Volkspartei und die Getreidezölle. Der diesjährige Parteitag der Deutschen Volkspartei in Fürth hatte im Herbst eine Resolution beschlossen, die eine „Politik der Lebensmittelverteuerung" verwarf. In der württembergischen Kammer stimmten trotzdem 6 Mitglieder der,Vollspartei. für eine Erhöhung der Getreidezölle, und jetzt ist selbst ein Reichstagsabgeordneter der Partei für einen „erhöhten Zollschutz der Landwirtschaft" eingetreten und hat sich dafür sogar auf „sein Programm" berufen. Diese Stellungnahme des Reichstagsabgeordneten Augst (zwölfter Wahlkreis), über die das Zentralorgan der Partei selbst berichtet, ist besonders merkwürdig durch ihre Begründung. Augst bekannte sich zu der Ansicht, daß „Besitzer bis zu 40 Morgen keine wesentlichen Vorteile von der Zollerhöhung haben", ja er bestritt, daß die Heine Landwirtschaft überhaupt an den Zöllen (nicht bloß an einer Erhöhung derselben) interessiert sei, aber, fügte er bei, „er wolle auch dengrößeren Besitzern nicht zumuten, unter den Produktionskosten zu verkaufen." Augst erklärt es also für wirtschaftlich und politisch gerechtfertigt, lediglich um der größeren Besitzer willen eine Zollerhöhung verzunehmen, die seiner eigenen Ansicht nach dem der Zahl nach weit überwiegenden landwirtschaftlichen Kleinbesitz nichts nützt. Aber er geht noch weiter. Er erklärte in derselben Rede, daß er gegen die Erhöhung der Jndustriezölle stimmen werde mit Ausnahme derjenigen, „deren Rohstoffe durch die landwirtschaftlichen Zölle verteuert werden." Das sind sehr wenige und verhältnismäßig untergeordnete Industriezweige, so daß man im allgemeinen sagen kann: Augst erllärt sich für eine einseitige Zollerhöhung zu Gunsten der Landwirtschaft! Man wird selbst im extrem-agrarischen Lager weit Herumsuchen dürfen, bis man eine Stimme findet, die sich ohne Umschweife zu dem Standpunkt bekennt, auf den sich am 22. Oktober zu Gerabronn ein Reichstagsabgeordneter der württembergischen Vollspartei gestellt hat. Im Gegensatz dazu wendet sich gleichzeitig das Zentralorgan der Volkspartei, der Stuttgarter „Beobachter" gegen den „Millionentribut", den die gesamte nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung, sowie der größte Teil der landwirtschaftlichen Bevölkerung, selbst für die mittleren und größeren Betriebe der Landwirtschaft aufbringen solle. Der „Beobachter" berechnet diesen Tribut, falls der vom Gesamtkollegium der Zentralstelle für die Landwirtschaft empfohlene Zollsatz von 6 Mark Annahme fände, auf neun* einhalb Millionen, „4 Millionen mehr als seither". Deutsches Reich. Berlin, 30. Okt. Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Kultusministers Dr. Studt und des Ehefs des Zivilkabinetts v. Lucanus. — Kaiser Wilhelm hat, wie aus London depeschiert wird, König Eduard, den Herzog von Eonnaught und den Herzog von Eornvall zu den königlichen Jagden in Springe für den nächsten Monat eingeladen. — Von einem Besuche des Kronprinzen in Amerika, worüber schon Gerüchte in Umlauf waren, bringt das Newyork Journal neue Kunde. Auf Grund einer Mitteilung der Herren Downey und Towesend, welche die neue Bucht, die der Kaiser, wie von uns gemeldet, in Amerika bauen läßt, in Auftrag haben, wird der Sron* Prinz Mitte April nach Amerika kommen, um dem Stapellauf der Pacht beizuwohnen. Später wird er dann die amerikanischen Schiffswerften besichtigen. Die Herren behaupten, daß der bevorstehende Besuch des Kronprinzen ihnen von der deutschen Botschaft in Washington angezeigt worden ist. — Der frühere Eheftedakteur der Post, Leopold Kayßler- ist gestern hier gestorben. Kayßler ist 73 Jahre alt geworden. Im deutsch-französischen Krieg war er gemeinsamer Kriegsberichterstatter der Berliner Zeitungen und geriet bei Ausübung seines Berufs in französische Gefangenschaft. Nach dem Friedensschluß erhielt er das eiserne Kreuz. Ein Mann von hoher, wissenschaftlicher Bildung, stand er stets in erster Reihe, wo es galt, die Interessen des gesamten Schriftstellerstandes zu fördern. — Die Konferenz, die im Landwirtschaftsmini st e r i u m unter dem Vorsitz des Ministers v. Pod- bielski und in Gegenwart der Direktoren hervorragender preußischer Hypothekenbanken als Sachverständige stattfand, nahm eine Anzahl Maßnahmen in Aussicht, von denen die Stärkung des erschütterten Vertrauens zu dem Geschäftsbetriebe der Hypothekenbanken erwartet wird. — Professor Dr. Philipp son sprach gestern abend im Verein jüdischer Kaufleute. Er sagte, Die Meinung sei falsch/ daß der Antisemitismus im Rückgänge begriffen sei; die Juden in Berlin und anderen großen Städten spürten schon wegen ihrer großen Zahl die antisemitische gesellschaftliche Strömung weniger, als ihre Glaubensgenossen in der Provinz. Gefördert werde der Antisemitismus durch manche Eigenheiten der Juden, ihr lebhaftes Temperament, ihre allzu große Beweglichkeit usw.,. welche zur deutschen Bedächtigkeit im Gegensätze stehen. — Der sozialdemokratische Reichstagsabg. Dr. Schönlank ist, wie wir gestern bereits meldeten, gestorben. Bruno Schönlank, der ein Alter von nur 42 Jahren erreicht hat, war sofort nach Beendigung seiner philosophischen und nationalökonomischen Studien in die Arbeiterbewegung eingetreten. Schon seit Jahren war Dr. Schönlank, offenbar infolge geistiger Ueberanstrengung, hochgradig nervös. Infolge seiner leichten Erregbarkeit kam es in der Redaktion seines Blattes wiederholt zu sehr stürmischen Szenen, deren letzte zwischen ihm und Katz en st ein wohl noch in aller Erinnerung steht. Schließlich kam im vergangenen Frühjahr bei ihm eine schwere Geisteskrankheit zum Durchbruch, die seine Unterbringung in einer Heilanstalt nötig machte. — Dem Bundesrat ist, der „Kreuzztg." zufolge, der Entwurf einer Bekanntmachung zugegangen, betreffend den Fett-, Wasser-und Salzgehalt der Butter. — Im Lockstädter Lager bleiben sämlliche Absperrungs-Maßregeln bis auf weiteres noch bestehen, da das Lager dauernd für die heimkehrendew Ehinatruppen bestimmt ist. Auch die Mannschaften der zuletzt zurückbesörderten Transporte sind dort untergebracht. — Ueber die Beschlagnahme deutscher Waren in Peking liegt an hiesiger maßgebender Stelle bisher noch kein Bericht vor. Man mißt der Angelegenheit jedoch keine erhebliche Bedeutung bei. Die Abwesenheit des deutschen Gesandten Mumm v. Schwarzenstein von Peking und seine Reise nach Tsintan sind lediglich durch das Erholungsbedürfnis des Gesandten begründet. Breslau- 30. Oxt. Heute wurde unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Stcuckmann-Hildesheim die Jahres-Versammlung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke abgehalten. Anwesend waren außer den Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden Geh. Ober-Medizinalrat Dr. Pistor vom Kultusministerium und Geh. Ober-Regierungsrat Prof. Dr. Post vom Handelsministerium. Nach Begrüßungsansprachen wurde eine Erklärung angenommen, in Der die Versammlung bett Militär, und .Marineverwaltungen für worden, und da könne ^ich die Regierung nicht in den b^el hat das dusche B-lk scheiben und s^echen^geleE woroen, UNO oa lonne ill vte jiuyietujiy nuu^i m um uw« 7.7 <,„4. alten Sorgenstuhl der Sprachensragen setzen. Wenn die In stiller Abgeichredentzeit d-r^Wartburg begonnen hat die Maßnahmen zur Bekämpfung der Trunksucht im beut» ringste Neigung zu einer solchen Bahngemeinschaft. gierung die Unbefangenheit und Objektivität sein will. Europa sei ein Kampfplatz wirtschaftlicher Interessen ge- Errichtung einer italienischen Universität. Abg-i Schütter tritt für die gesetzliche Festlegung der deutschen I heimagenten Staatssprache ein. ......pr npf,p ß,neml- •* Verhaftet wurde ein hiesiger junger Kaufmann unter dem Verdacht, sich an seiner leiblichen Schwester vergangen Kriegsschauplatz eine genügend strenge Strafe gewesen sein, worben werden. Li-.. L -‘-r cd *» Kreis-Sammelwasenmeisterei. Der „Gieß. Anz." hat , wo sie sich noch als Kriegsgefangene v^r einiger Zeit bereits gemeldet, daß die Errichtung einer lung über die Errichtung eines Subkomitecs aus den Delc- brauche zu Mainz richtete an die Zweite Ständekammer ■ - - r.schließen. eine Eingabe, worin um eine Revision des Stempel- Der „Soir" in Brüssel veröffentlicht verschiedene Inter- steuertarifs vom 1. Januar 1900, betr. den Klein- 3, die seine Korrespondenten mit Sozialistenführern im verkauf von Branntwein, gebeten wird. Nach dem Auslande bezüglich der Boykottbewegung hatten. U. a. er- genannten Tarif ist die Erlaubnis zum Handel mit Brannt- Arbeiterführer Tom Mann, er wein über die Straße mit einem Konzessionsstempel von : zur Bekämpfung oer ^.runrsueyr rm o eur- alten Vorgimgum vci öpinujciin-ugun icym. 1 , . 0 - \-n / ■ 10 1trrS hnnn scheu Heere dankte und darum ersuchte, die Maßnahmen wirtschaftlichen Fragen gelöst seien, werde die Regierung Luther da-, grotze^Werk m l^a^ fortzusctzen und den Biergenuß im Heere zu beschränken, mit brauchbaren Vorschlägen für bie Lofung nationaler die gange Sbibebemeinen kwE Die nächste Jahresversammlung findet in Stuttgart statt. Fragen hervortreten. (Lebhafter Beifall, stürmischer Wider- ist aber dreganzeLut^ Die einen kenE München 30 Okt Im Wirtschaftsausschuß der Ab- spruch bei den Tschechen.) nur die vielen ,,geflügelten Worie , die rn so großer ^ayr geordnetentammer erklärte Ministerch.'äsident Graf Erails- New-York, 30. Okt- Der „Commercial-Advertiser" aus der Lutherbibel m der° Dfrksmund.^bergegangennl heim, Bayern werde niemals die Hand zu einer veröffentlicht Depeschen aus Columbien die melden, sind, bas in Buchmarms Eisenbahngemeinschaft- mit Preußen bieten, daß eine Verschwörung gegen die R e gi e r un g die ersten /ZiSetten.damit angesullt sind, ^dere auch, bei der preußischen Regierung bestehe nicht die ge. entdeckt worden ist in die ber Kr reg s w r n t st e r Os - daraus daß. toz.ale Arbeit Me H-EMKr Gegen,, richtet werden soll. Wie wir erfahren, hat auf Anregung des Kreisgesundheitsamts am vorigen Montag der Kreis- ausschuß die gleiche Anstalt in Friedberg besichtigt, sodaß angenommen werden darf, daß die Angelegenheit auch bei uns in Bälde in die Wege geleitet wird. ♦* Deutscher Fleischerve rband. Der Bezirk Hessen und Nassau des deutschen Fleischerverband^ wird am 7. November, nachmittags 3 Uhr, in Frmrkfurt am Main eine Versammlung abhalten. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte : Zolltarif, Fleischbeschaugesetz, Handel nach Lebendgewicht und staatliche Viehversicherung. ♦* Vereinigung für hessische Volkskunde. - . z-v-s '• < < lY\ _ r j. hnA ’JxTiT< pina verwickelt war. Der Minister ist seines Amtes ent- wart sei, wieder andere suchen sich einzelne Worte zusammen, hoben worden und in Bogota gefangen gesetzt. General um damit ihre enthusiastischen Ideen zu begründen. £>a I Couch a sei zu seinem Nachfolger ernannt worden. gilt es heute am Reformationsfest daran zu denken, ouß ^VUblUlUk 1 ------------- a------ ----------------- kuUjvt gesungen hat: „das Wort sw sollen lassen stahn". - Christiania, 30. Okt. Gleich nach Einführung der DvM Bnreukriege. Bei den vielseitigen Einflüssen, die im hochgespannten neuenTabakzölle haben die Fabrikanten ihre Preise 9 h meldet aus Pretoria- Am 27 d. M Kulturleben der heutigen Zeit auf uns eindrrngen, wo kerne> fürTabakeund Zigarren erhöht. Der Preis der . ^rd Kltchener melde ^retorm an ^ ruhige Stunde mehr für eine Versenkung in die heilig Zigarren wurde pro 1000 Stück um 5 Kr., der der Roh- traf nördlich von Balmoral Oberst Williams ausdas Kom- bleiben scheint, fangen doch wieder viele an, s^ tabake pro Kilogramm um 60 bis 7Q Oere erhöht. Cowen- mando Mullers. Vier Buren wurden getötet, o4 gech^st^^ darauf zu besinnen, daß hier ein Hafen ist, in den dns disch-Tabake kosten pro Kilogramm 1 Kr. mehr, und auf genommen und 36 Wagen erbeutet. — Wiederum verschweigt den Stürmen umbrauste Lebensschifflein täglich ein- die Viertelsrolle Kautabak wurden 6 eindrittel, auf Porto- Kitchencr die Verluste auf seiner Seite. kehren kann. Daran mahnt uns von neuem das Resor- rieo 7 Oere aufgeschlagen. Für andere Rauchtabake in 2(u§ Vryburg konunt die barbarische Reuter-Meldung, mationsfest. Paketen wurde der alte Preis beibehaltcn, das Gewicht wiederum zwei Buren-Anführer hingerichtet ** Werninas Kriegsfestspiele. Der Festausschuß hat aber um 20 Proz. vermindert. und 18 andere zu fünfjähriger bis lebenslänglicher Zwangs- seine letzte Sitzung gestern in der Turnhalle abgehalten und, London, 30. Okt. Wie das „Reutersche Bureau" von ^cit verurteilt wurden. diese mit der ersten Probe verbunden, um über Bedürfnisse/ zuständiger Quelle erfährt, beruht die Meldung auswärtiger Inzwischen werden immer neue Truppcnmassen nach dem die sich noch h-raussl-lltcn, alsbald Beschluß fassen zu können. “irotien 6 aut Verne“ ErsindunE Das Ge- Kriegsschauplätze geworfen. Letzte Nacht traf in Aldershot Neben einigen das Arrangement der Bilder betreffenden Süi- riicht von einer angeblichen Erkrankung wird jetzt auch von der Befehl ein, daß die dortige Äavaller,cbr,gad° sich bereit ordnungcn wurde bcschlossrn, durch ^k-te Kopenhagen aus als völlig grundlos bezeichnet. Ein Tclc- mache, um Mitte November nach L-udasrita zu gehen. Damen um Abnehmcn der Hute zu erjuchen, auch das Nauch-^ aramm betont, daß der Monarch während seines jüngsten Aus Hamburg wird gemeldet: Der Rcichspostdampfcr verbot soll in gleicher Weise bekannt gemacht werden. D)re Aufenthaltes auf Seeland durch sein gesundes Aussehen „Herzog" traf mit 6000 Zentner Salpeter an Bord aus Anmeldungen zu den Schüler- und Kriegervererrrs- und seine Heiterkeit aller Welt ausgefallen sei. Der „Bcrl. Südafrika hier ein. Das Salpeter sollte zu Pulver und Vorstellungen sind^ so zahlreich eingelaustn, daß frei Börsencour." kann auf Grund von Erkundigungen an un- nriamit für die Buren verarbeitet werden. England I Schülervorstellungen fast ganz besetzt sind, und für die Kriegerbedingt einwandfreier englischer Quelle alle Gerüchte von , abcc bie betreffende Pulverfabrik, die ihren Sitz Vereinsvorstellungen nur noch Sperrsitze zur Verfügung stehen.^ einer Kehlkopfkrebserkrantüng König Eduard» als vollständig portugiesisches Gebiet verlegt hatte, das erwähnte Mit Rücksicht darauf hat der Festausschuß beschlossen, Mon-^ ^ti(una£8?ra™b' eine8 ibm'anqebtoteten Stibenä Jtoj SaIpcicr=Cuantum nach bem Ausgangshasen Hamburg zu- tag, den 4. November, nachmittags 4 Uhr noch eme Schüler-, ins Ausland z/begeben. Andererseits wird fteilich daran rückzutransportieren. Vorstellung für die hiesigen Schulen blnMchwfrn. Um a^ erinnert, daß sowohl die Kaiserin Friedrich wie auch ihr In der Boykottbewegung hat am 3. ds. Mts. m den auswärtigen Kriegerveremen gerecht werden zu tonnen,. Bruder, der Herzog Alfred von Ko bürg, an Mebs Amsterdam eine Versamnilung stattgefunden. Von 86 Ar- soll Montag, 11. November noch eme Nachmittagsvorstellung^ gestorben sind. Der Prinz-Gemahl starb an einem typhösen beitervereinen, die das Arbeitersekretariat eingeladen hatte, um 4 Uhr stattfindcn, wenn eine genügende Beteiligung zu> Fieber, allein 'seine Mutter, die Herzogin Luise von Koburg, roaren Vertreter von 38 Vereinen erschienen. Man nahni den erwarten ist. Ein bezügliches Rundschreiben soll den Kneger-^ i)t ebenfalls an Krebs gestorben. Sie verschied nach langem, ebte§ Freisozialdemokraten an, der dem Plan eines vereinen, deren Annieldung nicht mehr berücksichtigt werden schmerzvollen Leiden 1831 zu Paris, wo ^'ie in zweiter englischer Schiffe kräftige Hilfe verspricht, jedoch er- konnte, zugehen. Zu der gleichzeitig stattfindenden Probe hatten mit dem Grafen von Pölzig gelebt hatte, ^zhr Vater, der | hiermit keineswegs eine Kundgebung gegen die sich alle Mitwirkenden eingefunden, die Turnhalle bot ein FnSetretenm Recht-" Wir wotten "vsftn" baß'bas Zu- cngli'schcn Avb-tt-r ausgesprochen fe,n soll. Nur ein Vertreter, buntbewegtes Bild. Der Leiter ber Festspiele ze.gte sich semer, ällchte en und MetioaTen MlgerunZenZaraus bebeut- auch em Freisozialist, nahm gegen diesen Plan Stellung vor Aufgabe gewachsen, sodaß w.r stcher aunehmen dürfen, bafe unaktö sind D Red ) Allem, so lange nicht die englychen Hafenarbeiter sich zu- em seltener Kunjtgenuß bevorsteht. — Durch königliche Entschließung vorn 1. Juli stimmend erklärten. In acht Tagen soll eine neue Versamm- ** Der Deta.llistenvercln der Nahrumgsmittet-. b.J. hat die königlich, deutsche lutherische Hof-U 7 7 7 . ' —“ - — — । kapellein St. James mit dem 4. August aufgehört zu gierten aller Arbeitervereine beschließen, existieren. Am 1. Juli wurde dem Kaplan, wie er selber' - — schreibt, durch den Sub-Dekan der königlichen Hofkapellen, . die Mitteilung gemacht, daß auf Befehl des Kömgs der deutsche Gottesdienst mit dem 22- Suh f(ärte bcc Londoner Arbeiterführer Tom Mann, erlwein über die Straße mit einem Konzestionspempei. von £ 5togn^^eüerWn8ert ÄnJ kurze drZ Wochen könne offiziell eine Erklärung vorläufig nicht geben, ba 40-80 Mk belegt, dagegen die Verabre.chung, d-, Bran^. nach erhaltener Anzeme sollte der deutschen Gemeinde, die die Dockarbeiter Englands die Angelegenheit erst beraten wems zum sofortigen Genuß nur den^Wirten gestattet, welche durch die Freundlichkeit der bisherigen englischen Herrscher werden. Seiner persönlichen Meinung gab er dahin Aus- übrigens keinen höheren Konzestronsstempel zu zahlen haben, sich zweihundert Jahre lang in der Kapelle erbaut Ijatte, I bruef, er sei Anhänger der Abschaffung des Krieges nut allen Der Verein ersucht die Kammer nunmehr, die Aufhebung des ihr Versammlungsort genommen werden. Bitten, we-lM^oln, aber die Annahme, daß die Kontinentalsperre obigen Stempels zu beschließen oder aber allen Kleinhändlern nigstens den Gebrauch der Kapelle bis nach Ostern zu &e»Idurchgeführt werden könne, sei eine Jllusio n. mit Branntwein, Likör usw. in kleinen Mengen zum sofortigen statten, wurden abgeschlagen. Diese Ausführung der könig- Das niederländische Rote Kreuz veröffentlicht!Genuß im Vorübergehen ohne Gewährung von L-itz- unfr lichen Entschließung scheint um so schärfer für uns Deutsche, l Beicht indem es feststellt, daß die niederländische langer Stehgelegenheit zu gestatten. Begründet ist das Er-> als die Kapelle zur Zeit„freifteht, unii so bele^rgender, ) sie Pretoria verließ, ge- suchen damit, daß die Kosten des Konzessionsstempels nichts & nbe fangen genommen würbe, keineswegs beabsichtigte, bie bamit gebellt werben, währenb be. Verabreichung von Brannt- LelÄ |« »etlejet Die -nMchen Behörben in wein zum sosortrgen Genuß eme höhere Emnahme er- lickes Lickt auf unsere dicke Freundschaft mit England.) Pretoria hätten im Voraus gewußt, daß die Mitglieder der! zielt wird. . , , Antwerpen, 30. Okt. Ein hiesiges Finanzblatt ver- Ambulanz sich dazu offen erbieten würden, den Briefdienst •* Mit dem Bau der chirurgischen und ophthalmologischeit öffentlicht einen Brief aus dem Ko n g o st a at e, worin ^r Buren mit ihren Familien zu vermitteln. Eine einfache Klinik zwischen Klmck-, frankfurter- und BZllHelmslratze wwo, es neuerdings heißt, daß die Agenten einer Antwerpener W^una seitens der englischen Behörden würde genügt haben, wie wir hören, spätestens un Anfang des nächsten frühjahrs Firma sich zu Greuelthaten gegen Eingeborene verhindern. Selbst wenn das Vorgehen der Ambu- begonnen werden. Ein großer Teil des erforderlichen Gehaben hinreißen lassen. Der Schreiber des Briefes sah im Verletzung der Genfer Konvention gewesen wäre, ländes ist bereits freihändig erworben worden. Die noch August 1900 auf Beyla zwer Negerfrauen, welchen man bw S doch bie völlige Entfernung ber Ambulanz vom ausstehenben Restparzellen sollen im Enteignungswege er- rechte Hand abgeyauen halte uno zwar, ron |ic x.v>।w _ , / t r, . —r— l c— —s.a.. bie Le Dotation ber Aerz^e und ihrer «-Hilfen einen Orden tragen, haben eine Geldsammlung veranstaltet, nach Ceylon, st: st-, -rch s 2".'"' 2“"n ------.3 - r- , M um dem Zaren einen Ehrendegen zu schenken, der besinden, sei nicht zu rechtfertigen, solange die englische Kreis-Sammelwasennieisterei für unseren Kreis geplant ist, ein Prachtstück der Goldschmiedekunst sein soll. Der Degen Regierung nicht den Natziweis liefern könne, daß die bei ben fre voraussichtlich in der Nähe von Klein-Linden er» wird Ende Mvember von einer Veteranendeputation nach Mitgliedern der Ambulanz konfiszierten Papiere eine der-' - — - * ' " "" Petersburg gebracht werden. artige Maßregel erforderlich erscheinen ließen. Nachdem die Madrid, 30. Okt. Der Finanzminister legte einen, queren Ambulanzen in ihre Heimat zurückbeordert worden Gesetzentwurf vor, der die Steuer auf fromme Le- . . das Komitee des Roten Kreuzes mehreremale die gute von anderthalb auf zwölstemhalb Prozent erhöht. Regierung dazu zu bestimmen gesucht, den Bei- Wten, 30. Okt- Im Einlaufe befindet sich ^n^tc- ^^^^^ot^nKreuzes für dieBurenkomm andos rÄn°g MschetotVrufS Wnbüngen auä zuzulassen. Alle b.ese Gesuche seien nnbeantwortet ge- Oesterreich durch preußische Postbehörden. Das blieben, desgleichen eme Depesche der Fran Botha vom Daus W die Beratung des Budgets fort. Der Jungtscheche 118. Imst an General Kttchener, m der' sie ihn ersuchte, durch Kramarsch wirft der Regierung vor, daß sie nicht den Mut eine Depesche sein Versprechen zu bestätigen, daß es den habe, die alldeutsche Bewegung als das zu be- Aerzten gestattet sein solle, mit Medikamenten die Linien zu ;eicknen. was sie sei, als eine Gefahr fürOe st erreich. DQtfieverL Das Versprechen sei nicht gehalten worden. i c c in u y «.«v । * * v - । । -1 ~ sftrvr^ Dic Rcgicrung täusche sich, wenn sie glaube, baß bie $ englischer Seite wirb natürlich dieser Bericht wieder Zu unserer Sangen »oti; über ben $e(^Iug b ^lch^stchts^echast^hättest^ vo>"'uei!em 7a^s EhrÜchkest der niebe'rlänbischen Aerzte zu zweiseln. bet Sache g^Xto> aufSniditen was von den nationalen Gegnern nieber« Der gestern erwähnten Burenversammlung m Brus, ei Rechnung getragen worben ist. Die VereinigungI > IIW Sen »OTben sei. Die Sprachenoerorbnungen feien auf fo( kn Straßen tun bg e b ungen. Die an ber Bolkskunbe hat sich bereits am W b Mts. n-u konM^ eirie ungerechte Art und Weife zu staube gekommen unb feien des Zuges marschierenden Studenten fangen antieng- und Sjeirn ©ebeimetat 0. B echtold zu ihrem Ersten mrte'Ä «sch- Lieder. . Die beiden Burenführer wurden zu Wagen sttzenden 8° 1^ «ie b Sektion/ deren ©toft* erklärt, diePolen wurdendie^ I bcm ^ote[ gebracht. Die Kundgeber, die stch alsdann em^fre Bestrebungen^^ ^schfchtsverein ü^ frpalTaufl eüie^LmtLfrocn Trennung der beiden Volks- nach der englischen Gesandtschaft begeben wollten, rourben morbcn ist, fortsetzen. Bei dem warmen Heunats- in Tirol bestebenOund betont die Notwendigkeit der von der Polzei daran verhindert. gefühl, das unseren Hessen, und den Gießenern ^nsbesondE l^rricktuna einer italienischen Universität. Abg- In der Untersuchungssache gegen einen angeblichen Ge- inne wohnt, darf sie wohl auf fre Ahücke^ tritt für die gesetzliche Festlegung der deutschen Heimagenten aus Transvaal, der mit gcf äIitcn greife re^^neu ^026^11^^um Mm, Staatssprache ein. Abg" Bareuther erklärt er gebeeinem ^p^ren Geldsammlungen für die Buren in ver- ® ? Zoll- und 8)andelsbündnis mit dem deutschen Reich den Städten Frankreichs unternommen hatte, wurde Sudanlage v, entgegen. Vorzug Dor" bau Ausgleich mit Ungarn Sebner berte.big W " Tage von?Untersuchungsrichter m Paris' " »“““ ““*• “ “““ ftau,mann unter seine Partei gegen ben Vorwurf des Hochverrats erllar ^^ 1 die „Los von Rom"-Bewegung für mn ideal und betont zum I Schluffe, seine Partei wolle kein von Rom abhängiges, kem — slavisches, sondern ein dcutschregiertes Oesterreich. Minister-1 Präsident v. Körber perhoresziert entschieden die politische Trennung Tirols. Äe Vorfälle an der Innsbrucker Universität seien ein neuer Grund, die Frage italienischer Hochschulstudien zu erwägen. Betreffs der „Los von Rom"-Bewegung übernimmt die Regierung die Pflicht, jede Ausschreitung hintanzuhalten. Die Regierung weise jede Gemeinschaft mit irgendeiner Partei zurück, da dic Re- zu haben. Ang Erfüllt und Land. I " Nette Pflänzchen. Zwei hoffnungsvolle Burschen im eVlU <5luvl UUV Alter von 15 unb 16 Jahren versuchten, bei emenr Bank- Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen . Vorleaen einer von ihnen gefälschten Quittung unb werben «ngemeficn einen bebeutenben Betrag zu erheben, um bannt burchzubrennen. Stegen, 3!. Oktober 1901. ^er Bankbeamte, bem bie Quittung vorgeleg würbe, schöpfte •• Resormattonsfest. Ter Burghof ber Wart- n^s ber hohen Summe, über bie quittiert war, Ver- 85488» 5ÄSU Ä ■» «« - * Tendenz: fest. 100.36 89.30 100.25 89.55 00.00 98.80 41.30 25.55 25.30 84.00 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatobahn . Gotthard bahn . . , Laurabütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . . Smitttb nbdomiL’ n Klein« Nach be$ nit BraiÄ- lempel m eS Äramll» tief, welche len Habs, jebung bes imhänblem i fofatym si§‘ /mb peti M a Bräunt- ahme b* ImolotWn juche wob, 'n Frühjahr irlichm Ge- Die noch igswege s- . 195J.0 . 171.45 . 117.90 . 118.50 . 130 30 . 133.50 . 155.00 . 178.00 . 158.50 . 154,30 davon. Der Ehrliche war jedoch erkannt worden und wurde gestern mit seinem Komplicen verhaftet. sw. Bad--Nauheim, 30. Okt. Fünf hiesige Herren unternahmen gestern mittag eine Fußtour über den Winterstein nach Wehrheim bei Usingen. Im Wehrheimer Walde wurde einer der Herren, Hotelier Seegers, plötzlich unwohl und ft ar 6 infolge eines Hirnschlages. Der herbeigerufene Arzt konstatierte den Tod. Die Leiche wurde mittelst Droschke nach Wehrheim gebracht. Kloppcnheim, 30. Okt. Für die hiesige einklassige Schule haben sich nicht weniger als 30 Lehrer aus allen drei Provinzen Hessens gemeldet. Die kleine Gemeinde Kloppen- herm hat in diesem Jahre ein stattliches Schulhaus mit Lehrerwohnung um die Summe von nahezu 30000 Mk. erbaut. Bei dem Schulhause befindet sich außerdem ein schöner Garten von ungefähr '/3 Morgen Größe. Münster (bei Dieburg), 29. Okt. Im Saale der Michael Giegerich Wwe. fand am Sonntag eine von nahezu 1000 Personen besuchte Versammlung der katholischen Männer- und Arbeitervereine des Dekanats Dieburg statt. Landtagsabgeordneter Molthan von Mainz verbreitete sich hierbei über verschiedene politische Tagesfragen, so namentlich auch über die Zolltariffrage und betonte hierbei, daß das Centrum entschieden für eine Erhöhung des Schutzzolles für landwirtschaftliche Erzeugnisse eintrete, aber niemals für extreme Forderungen zu haben sei. — Der zweite Redner, Diözesanpräses Pfarrer Forschner von Mainz, sprach über die Pflichten des katholischen Mannes in gegenwärtiger Zeit. Den Vorsitz in der Versammlung führte Landtagsabgeordneter Horn von Seligenstadt. j-j- Freienseeu im Seenthale, 30. Okt. Zwischen Mitgliedern des hiesigen Kriegervereins und an dem Bahnbau beschäftigten Italienern kam es am Sonntag gelegentlich eines Festes zu (Streitigfeiten, in deren Verlaufe einer der Krieger von einem Italiener durch einen Revolverschuß am Fuße verletzt wurde. + Ulrichstein, 30. Okt. Ein seltenes Waidmannsheil hatte heule Forsttvart Bensel von hier. Auf einem Revier- gange schoß er einen Steinadler mit einer Flügelspannweite von 1 Meter 63 Ctm. Ein Adler ist hier seit Menschen- dcm Papst am nächsten stehenden vatikanischen Per- söulichkeiten zuza schreiben ist. Paris, 31. Okt. Die „Ag. Hav." veröffentlichte gestern abend folgende Meldung aus Toulon. Der Kommandant des Mittclmeergeschwaders, Admiral Maigret, erhielt die Ordre, die Lebensmittel zu ergänzen und sich für die Abfahrt bereit zu halten. Nachmittags 2 Uhr ging das Geschwader nach verschiedenen Richtungen in See, um Hebungen voizunehmen. — Von mehreren Blättern wird mit Bestimmtheit behauptet, daß nur ein Teil des Geschwaders an den Hebungen teilnehmen werden wird, daß der eigentliche Zweck eine Demonstration im Orient ei, um die Regelung des türkisch-französischen Konflikts zu beschleunigen. — „Figaro" will wissen, daß die von Koutrcadmiral Gaillard befehligte Schiffs-Tiv.sion , die zu dieser Demonstration bestimmt sei, aus drei Panzerschiffen und zwei Kreuzern bestehe. Das Blatt giebt unter Vorbehalt zu, daß das Ziel dieser Abteilung Saloniki oder vielmehr Mytilene sei, das die Einfahrt zu den Dardanellen und zum Golf von Saloniki beherrscht. Gaillard habe Ordre erhalten, die Hafenzölle mit Beschlag zu belegen, falls Frankreich nicht sofort Ge- nugthuung erhielte. Ter „Figaro" beglückwünscht die Regierung, daß sie sich zu der von der öffentlichen Meinung geforderten Aktion entschloßen habe. Paris, 31. Okt. Das „Echo de Paris" meldet, gestern habe zwischen Delcassö und dem bisherigen Botschafter in Konstantinopel, Constans, eine längere Unterredung stattgefunden, deren Inhalt geheim gehalten werde. Bern, 31. Oktbr. Gestern nachmittag 3 Uhr 50 Min. wurden auch in der Schweiz an verschiedenen Orten Erdbeben verspürt, so iu Zürich, Davos und m Gziasso. Vermischtes. * Berlin, 30. Okt. Unter dem Verdacht, den großen -Gold- und Juwelendiebstahl kürzlich in der Kommandantenstraße verübt zu haben, wird der Töpfer Schöffler von der Staatsanwaltschaft verfolgt. — Die letzte Denk- ßll^Csga:up.pe rn d er Si eg e sa 5l^e- wird voraussichtlich in Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 31., 31. Oktober. 3Va% Reichsanleihe . . 3% do. . . 3*/i% Konsole . . . . 3O/o do...... 31 /2% Hessen . . . . 50/j Italien. Rente . . . 4 /0 0riech. Monopol-Anl. SO/j Portugiesen . . . . 3*J/0 Mexikaner . . . . 41/2% Chinesen . . . der nächsten Woche enthüllt. Es handelt sich um das Standbild des Kurfürsten Johann Georg. ' Konstantinopel, 31. Okt. Infolge dreier pest- verdächtiger Krankheitsfälle in Saturn, von benen einer tätlich verlief, ordnete der oberste Sanitätsrat eine Zehsttägige Ouarantäne für Herkünfte aus Batum an. Herkünfte aus Liverpool werden einer ärztlichen Untersuchung unterworfen. * Mailand, 30. Okt. In Gallarate wurden heute nachmittag zwei starke Erdstöße verspürt. Einige alte Häuser sind beschädigt worden. Auch aus Lodi wird von einer leichten Erderschütterung berichtet, ebenso aus Spezzta, Brescia, Verona, Domodossola, Genua, Savona, Rovi-Ligure, Massa-Marittima, Bologna und Reggio-Emilia. chtung & geplant ■- Linden -- if AmeM der ,eit auq Der Krverb^ n 5* ageSi'--^ >n p a von be- Mß en«« ersten sOtI?5 M- LE . unter Lb-°°"7 4,Kg b gedenken nicht geschossen worden. Darmstadt, 28. Okt- Der Volksverein für das katholische Deutschland hielt gestern seine erste Winterversammlung im katholischen Gesellenhause ab. In seiner Begrüßungsrede wies Geistlicher Rat Dr. Elz auf die Thatsache hin, daß der Bolksverein heute zum ersten Male in Darmstadt mit einer Versammlung zugleich einen Familien ab end verbinde. Der Geschäftsführer des Vereins hielt einen kurzen Vortrag über die Erhöhung der Getreide- zölle, indem er die Notwendigkeit einer mäßigen Zoll- erhöhung auf ausländisches Getreide näher ausführte, um der einheimischen Landwirtschaft unter die Arme zu greifen, was sehr wohl geschehen könne, ohne der Industrie wehe zu Ihun. Der zweite Redner des Abends, Rektor Galley von Bessungen, sprach über die modernen Volksbildungsbestreb- imgen und die Lektüre des katholischen Volkes. Weit entfernt von der Mißbilligung der dahin gehenden Bestreb- imgen, auch dem Volke eine Teilnahme an der Wissenschaft zukommen zu lassen, trete auch die katholische Kirche für Aufklärung des Volkes ein, aber diese müsse eine echte und wahre sein und dürfe sich nicht in Widerspruch mit der katholischen Lehre setzen. Leider sei aber in häufigen Fällen die von gewisser, namentlich von sozialdemokratischer Seite dargebotene Aufklärung eine höchst sonderbare, ja geradezu haarsträubende. Redner wies sodann den gewaltigen Einguß, insbsondere der Lektüre geschichtlich nach, wobei er mur an die Brandschriften der Reformations- und Revo- llutionszeit erinnere, denen sich in neuester Zeit die Geistes- Produkte eines Zola mit ihren verhängnisvollen entsittlichenden Wirkungen auf den französischen Volksgeist an- Teihten. Der Redner schloß mit der Mahnung zur größten Borsicht in Benutzung der Lechbibliotheken und Zeitungen. fc. Frankfurt" a. M., 30. Okt. Das im Zoologischen ©arten zum Besten der Kleinkinderbewahranstalt abgehaltene Wohlthätigkeitsfest brachte einen Reingewinn von 40 000 Mk. Davon spendete der Sultan von Johore allein 3000 Mk. Herborn, 30. Okt- Die bis jetzt eingelaufenen Anmeldungen zur Feier des Stadtjubiläums lassen auf •eine große Teilnahme aus allen Kreisen schließen. Der am Vorabend stattsindende Fackelzug weist, wie das „Herborner Tageblatt" berichtet, nach den bisher eingegangenen Meldungen, eine Teilnehmerzahl von mindestens 420—450 auf. Auch die Beteiligung an der Illumination ist eine allgemeine: sämtliche Behörden werden in entgegenkommendster Weise für eine würdige Beleuchtung der Dienstgebäude Sorge -tragen, und auch die Bürgerschaft wetteifert in jeder Hinsicht, um die Illumination großartig zu gestalten. " Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Gemeinderatswahl in Lauterbach wurden wieder- gewählt : C. Th. Helfenbein mit 193 Stimmen, F. W. Lang mit 193 Stimmen, Ludwig Sandmann mit 190 Stimmen, Heinrich Stöhr II. mit 154 Stimmen. Neugewählt wurden: Jakob Diehm II. mit 135, Hermann Schiebelhuth mit 112 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war schwach. — In Hanau ist der vor einigen Jahren in den Ruhestand getretene Prozessor E. Jassoy, vordem lange Jahre hindurch Lehrer an der königl. Zeichenakademie und als solcher ein eifriger Förderer unserer Edelmetall-Industrie, 74 Jahre all, gestorben. — 3m Hause des Gastwirtes Mumm in Ober-Olm ereignete sich eine Explosion der Acetylen-Gasleitung. Personen wurden mm Glück nicht verletzt, aber der Sachschaden ist ziemlich groß. — In Wiesbaden ist der Wirkl. Geh.-Rat Werner Bergen, früherer deutscher Gesandter in Guatemala, im Alter von 62 Jahren gestorben. — In Hahn und Hettenhain sind mehrere Personen am Typhus erkrankt. In Laufenselden fordern Diphtheritis und Masern ihre Opfer; in Dörsdorf und einigen benachbarten Dörfern mußten Toegcn der zahlreich auftretenden Diphtheritis-Erkrankungen üe Schulen geschloffen werden. — In Neu-Ysenburg ertranken in einem Waschzuber die zwei Kinder eines Metalldrehers, Mädchen im Alter von iy2 und 3 Jahren. •Gelernt "en, u "b bS ’ kennen Aahl tefaar ijäotte" te eIPcuittteit '. ^0 keine ?e ^lige den bx£ ein- as Resor. ;>N hat iQlten und iebürfnijje, können, nden An-, Malaie die- ^Rauch- -den. Die vereins- . daß bici 'te Stieget«. Ästchen, len, Mon- le Zchüler- Um auch iu können, -vochellung eiligung zu 'en Mrieger* igt werben robe hatten le bot ein e sich Mer ürfen, daß. Theater, Kunst und Wissenschaft. — Tie Berliner medizinische Gesellschaft bereitete am Mittwochabend ihrem langjährigen Ehrenpräsidenten 45rofenor Virchow eine nachträgliche Huldigung. Pros. Bergmann feierte Virchow, welcher dankte. _ . Tolstoi's „Sinn des Lebens". Dem „W. zufolge wurde am Mittwoch in Leipzig durch den Staatsanwalt bei dem Verleger Eugen Dieder 1 chs wegen Verächtlich m a chung der Kirche die Broschüre „Ter Sinn des Lebens b es ch l agnah m t, die u. a. Tolstoi's Antwort an den Synod enthalt. (4.as i't völlig unverständlich. Uns hat diese Broschüre in der im Verlage von Albert Langen in München erschienenen „ einzig de- oollmächtigten" deutschen Ausgabe vorgelegen, und wir haben darin in kurzer Form eine Art System von Tolstoi s -Weltanschauung gesunden, an der es bisher fehlte. _ Wir erhalten durch ie einen bejonbers klaren Einblick m die tief religiöse Natur des Dichters, der zudem über die verschiedensten Gegenstände mit gleicher Lebendigkeit und Eigenart spricht. Die Schrift verdient das weitgehendste Interesse. Die Langen'sche Ausgabe, besorgt von Wladimir (Izumikow, enthält im Anhang als Zugabe noch einige Briefe Tolstoi's. (Heber den Selbstmord, Heber die religio,e Erziehung.) Die Schrift stammt übrigens nicht von Tolstoi selbst, andern ist von A. Tschertkow, dem Freund und Schüler 4,01,101 s, aus Briefen, Tagebüchern, Entwürfen des Grafen rc. zusammengestellt worden. Die beiden so viel besprochenen Dokumente, der Brief an den Zaren und das Schreiben an den Synod, wird jeder ernste Mensch gern wörtlich lesen. Selbst die „Nordd. Allg. Ztg. hat vor einiger Zeit das Büchelchen aus dem Diederichs'schen Verlage anerkennend besprochen, und diesem Blatt wird doch wahrhaftig niemand zutrauen, daß es im stände wäre, eme Schrift zur allgemeinen Lektüre zu empfehlen, die „die Kirche verächtlich machen könnte. D. Red, des „Gieß. Anz.") Univeisitüts Nachrichten. Innsbruck, 30. Okt. An der hiesigen Universität fanden gestern und heute Kundgebungen gegen d i e Italien i - chen Vorlesungen des ncuberufenen Professors des Zivilrechts Dr. Menestrina statt. Im Hörsaal befanden sich gestern neben 60 italienischen 200 deutsche Studenten, die dem Prof. Mene- trina Abzugrufe entgegenschleuderten. Ter Dekan und der Rektor versuchten vergeblich auf die Lärmenden einzuwirken. Die Deutschen sangen die „Wacht am Rhein", die Italiener antworteten mit der Trientiner Nationalhymne. Menestrma war außer Stande, die Vorlesung zu halten. Schließlich kam es zu Balgere 1 en. Die italienischen Reichsrats-Abgeordneten, die gestern über diese Vorgänge berieten, billigen das Vorgehen der deutschen Studenten, da es ihnen gar nicht erwünscht ist, daß italienische Studenten m Innsbruck studieren; sie find auch gegen die Utraqmfierung der Innsbrucker Hochschule und fordern eine eigene italienische Universität in Trieft oder Trient. In diesem Sinne wollen die italienischen Abgeordneten auf die Regierung einwirken. — Heute widerholten sich die Demonstrationen der deutschen Studentenschaft gegen Prof. Menestrina in bedenklichster Weise. Die deutschen Studenten sind entschlossen, dessen Vorlesungen um jeden Preis zu verhindern. Die Univ ersit ät dürfte geschlossen werde n. Neueste Meldungen. Original-rahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 31. Okt. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Nachdem der Eisenbahnminister in Rücksicht auf die Ar- beitsnot und die Lage der Industrie umfassende Neubestellungen von Güterwagen und Lokomotiven veranlaßt hat, soll von ihm jetzt auch eine Vermehrung der Personenwagen iu Aussicht genommen sein. Es sollen demnächst 740 Personenwagen zur Vergebung gelangen im Werte von etwa 10 V3 Mill. Mk. Hamburg, 31. Okt. Die Bürgerschaft nahm gestern Abend gegen die Stimmen der Antisemiten und Sozialdemokraten das Gesetz betr. die Errichtung der Detaillisteukammer an. Die Kammer behält keine Disziplinargewalt. Der Wahlturnus ist öjährig, die Mitgliederzahl 18. Frankfurt a. M., 31. Okt. Bezüglich der Meldung des „N. W. Tagblatts" erfährt das „D. B. H." authentisch, daß das Institut für experimentiere Therapie in Frankfurt a. M. seine bisherigen Aufgaben unverändert beibehält, daß aber zu diesen noch eine neue Aufgabe hinzutritt, nämlich die Erforschung des Carcinoms. Die Bearbeitung dieser neuen Aufgabe ist nur möglich geworden durch die Stiftungen einiger hochherziger Frankfurter Bürger, durch deren Initiative die ganze Sache angeregt worden ist. Karlsruhe, 31. Okt. Das führende badische Zentrums- blatt, „Der Beobachter", veröffentlicht einen Bries aus Rom über die Berufung des Prof. Spahu, worin mit größter Bestimmtheit versichert wird, daß der Artikel der „Voce^della verita“ bezüglich der Ernennung Spahns anscheinend den höchsten, Sandwirtschast. Berlin, 30. Okt. Die Fachzeitschrift „Ter Getreidemarkt" berechnet nach den einzelnen Staaten und Landestellen für Deutschland auf Grund von 5000 Umfragen den diesjährigen Ernteertrag an Weizen auf 2470000 Tonnen, an Roggen au 8145500 Tonnen, an Sommergerste auf 3021830 Tonnen, an Hafer auf 7105000 Tonnen. Das würde der offiziellen Ernteschätzung pro 1900 gegenüber einen Minderertrag von 1837560 Tonnen bei Weizen, 405200 bei Roggen, einen Mehrertrag von 265000 bei Hafer und 20000 bei Gerste bedeuten. Nach den Ziffern des Vorjahres wurde das für das laufende Erntejahr einen Importbedarf Deutschlands anWeizen von 3 Millionen, anR 0 ggen von 1 Millionen Tonnen bedeuten. Berlin, 31. Okt. Einem Berichterstatter der „Berl. Morgenp." bestätigte Oberbürgermeister Kirschner, daß in der That nach feiner Ansicht ein freiwilliger Verzicht des Stadtrats Kauffmann zur Lösung der Bürger- meisterfrage das Beste wäre. Kopenhagen, 31. Okt. Kopenhagen steht vor der Gefahr einer vollständigen Stockung des Straßenbahnverkehrs. Der Fachverein der Straßenbahn-Bediente t e n hat den Streik beschlossen, wenn ihre Forderungen, wovon einige bedeutende Einschränkungen der Rechte der Gesellschaft bei der Anstellung und Entlastung des Per- onals bedeuten, abgelehnt würden. Die Gesellschaft hat eine scharfe, abschlägige Antwort erteilt. Die Angestellten ollen jeder einzeln wegen Kontraktbruch verantwortlich gemacht werden. Die sozialistischen Führer mißbilligen den Streik. London, 31. Okt. Die Bergarbeiter von Süd - Wales beschlossen, drei Tage lang die Arbeit einzu- t eil en. Die Vereinigung der Bergwerkbesitzer von Cardiff faßte infolgedessen gestern den Beschluß, die einzelnen Arbeiter sowie den Verband der Bergarbeiter von Südwales und den Verband der Bergarbeiter von Großbritannien gerichtlich zu verfolgen. 100 000 Arbeiter werden heute die Arbeit einstellen. Alan glaubt, daß infolge dieser dreitägigen Arbeitseinstellung 400000 Tonnen Kohle weniger produziert werden. Der Preis der Steinkohle steigt in Voraussicht dieser Abnahme der Kohlenproduktion beträchtlich. London, 31. Okt- Lord Roberts inspizierte gestern die Londoner Befestigungen und forderte möglichst schnelle Ergänzung der verschiedenen Geschütze durch solche neueren Systems. — Der Korrespondent des „New- Po rk Journal" in Sofia meldet. Miß Stone befinde sich in einem macedonis che n Harem. Der Vertreter der Banditen, mit welchem sich die amerikanische Gesandtschaft in Konstantinopel in Verbindung gefetzt hat, hat sich bereit erklärt, auf eine Herabsetzung des verlangten Lösagendes einzuZehen. — Die tägliche Verlustliste der englischen Truppen beziffert sich für gestern auf 2 Tote, 4 Verwundete und 4 an Krankheit Verstorbene. Haag, 31. Oktober. Nach hier eingetroffenen Meldungen hat Delarey am 24. ds- über General Me- thuen einen Sieg davongetragen. Sämtlicher englische Proviant sowie vier Kanonen wurden erbeutet. 150 Engländer sind tot und verwundet, viele gefangen. Paris, 31. Okt- Die radikale Kammergruppe beabsichtigt, die Regierung zu interpellieren und durchzufetzen, daß die französischen Missionare, welche während des Boxer- Aufstandes an ihrem Eigentum geschädigt worden sind, nichts von der Entschädigung von 75 Millionen Franks, welche an Privatpersonen oder Gesellschaften zur Verteilung gelangen sollen, erhalten. Rom, 31. Okt. In Süd-Italien richten seit einigen Tagen Sirocco-Stürme großes Unheil an. In Messina war für einige Tage jeder Straßenbahn-Verkehr unterbrochen. Tie Züge von Messina nach Santa Teresa werden von ScrndwLllen blättert. Ter Sturm zerstörte in der Umgebung Messinas mehrere Häuser, unter denen 12 Menschen begraben wurden. Aehnlich wütete das Unwetter in der Provinz Catania. Die Weingärten und Olivenhaine wurden verschüttet. Auch in Tarent wütet das Unwetter furchtbar. Die Eisenbahn Tarent-Bari ist durch den Einsturz zweier Brücken unterbrochen. Truppen sind zu den Rettungsarbeiten aus den benachbarten Garnisonen abgesandt. Gardone (Riviera), 31. Okt. Hier fanden zwei kurze heftige Erdstöße statt und später noch zwei leichte. In verschiedenen Häusern sind Kamine eingestürzt. Besonders in Salo ist der Schaden ziemlich groß. — Auch in Meran wurde gestern nachmittag dreiviertel 4 Uhr em 10 Sekunden währendes Erdbeben beobachtet. Die in Laibach befindliche Erdbebenwarte registrierte zur selben Zeit ein starkes etwa 100 Kilometer entferntes Erdbeben, wahrscheinlich in Dalmatien. _ , . , . r Wien, 31. Okt. Das „N. W. T." bringt eme Spezial- । Meldung, nach der Profestor Ehrlich in Frankfurt am Main von Kaiser Wilhelm beauftragt worden sei, sich künftig ausschließlich der Er f 0 r schun g d er ' Krebskrankheit zu widmen. Ehrlich soll .ein bakte- rioloaifcbes Institut bereits im Sinne der Wünjche des 1 Kaisers umgewandelt und einen Wiener Arzt als Assistenten 1 berufen haben.______________ Gerichtssaal. Leipzig, 30. Okt. Das Kriegsgericht verurteilte den Deserteur Lange wegen Raubansatls, begangen an dem Opernsänger Greder, wegen Fahnenflucht und Diebstahls zu neun Jahren Zuchthaus. Leipzig, 30. Okt. Die Voruntersuchung gegen die Direktoren und Aufsichtsräte der Leipziger Bank ist zum Abschluß gelangt. Die Akten werden nnnmchr der Staatsanwaltschaft zugehen. Nach Lage der Dinge soll der Strafprozeß gegen die Angeklagten erst im nächsten Jahre stattfinden. Paris, 30. Okt. Ein im Jahre 1898 zu 5 Jahren Gesang nisverurteilterMann, dessen Unschuld sich jetzt herausgestellt hatte, wurde gestern vom Gericht freigesprochen und ihm 20000 Fr. als Entschädigung für die bereits ver-- büßte 3jährige Hast ausgezahlt. des-Anzeige heute mittag V(a Uhr nach kurzem Leiden im 76. Lebensjahre zur ewigen Heimat abzurufen. Die trauernde Tochter: Irina Fischer Giessen, den 30. Oktober 1901. 5" -'W I 0niaIiA Heirat vermittelt I KclUliv Frau Krämer, Leipzig. Brüderetr. 6. Ausknnft gegen BuPf GioHen, den 29. Oktober 1901. 04416 04415] Möbl. Zimmer z. Denn. Goethestr. 54, Belletage. 7195 wollen. 8 Uhr 50 8k. StmM 7137 kmrfen Lu ■ (Offnir Smifii 3it urihinitcit ViTfdiirbr rfinif-OVrndii IHietiulmht •4 $■ WM EMWS55 - ___' — Schon nwblitcies Zmuner in der Nähe de? Bahnhofes zu mieten gesucht. Offerten unter 04410 an die (Spedition dieses Blattes. Aufforderung. Alle diejenigen, welche an den Nachlaß der verstorbenen Eleonore Seitz, geb. Sich, Prrvatin zu Gießen, Forderungen zu haben vermeinen, oder solche, welche zur Masse etwas schulden, werden hierdurch aufgefordert, solches vor dem 10. November d. I. beim Unterzeichneten anmelden zu Gesang unterrichten. Lreduerstraße 10, III. Stöbt. Schlachthaus Freibank. Heute und «orgeu: Gchftkfleisch 50 M SchweiveSkisch 50 Kfg. HammklfleW 40 §sg. 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