Nr. 23V Erstes Blatt. LSI. Jahrgang. Dienstag 1. Oktober LSOL ier so Zeigt KeKanntmachung. Grosth. Obstbau- und laudw. Winterschule Friedberg. Das Winter-Semester der landw. Abteilung beginnt Montag den 4. November. Anmeldungen sind schriftlich oder mündlich an unterfertigte Direktion zu richten, von welcher auch Statuten, sowie Wohnungsausweise und Schülerfahrscheine zu erhalten sind. Großh. Direktion der Obstbau- und landwirtschaftlichen Winterschule. Dr. v. P et er. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Dom Dienstag, 1. Oktober, ab werden unsere amtlichen Bekanntmachungen und Ausschreibungen nicht mehr an der seitherigen Stelle im amtlichen Teile am Kopse des Blattes sondern m einem besonderen „Kreisblatt des Kreises Gießen«' welches dem Anzeiger angeheftet ist, und viermal wöchentlich erscheinen. Nur ausnahmsweise werden drinq- uche Publikationen wie seither erfolgen. Wir machen die Behörden und die Bevölkerung hierauf besonders aufmerksam. Gießen, den 27. September 1901. .Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. B.: Dr. Wag n e r. Der sozialdemokratische Parteitag. Bei der namentlichen Abstimmung wurde ein Ham- burger Antrag auf Aufhebung des Schiedsspruchs und aus einfachen Ausschluß der Akkordmaurer mit großer Mehr! abgelehnt, ebenso mit 159 gegen 72 Stimmen ein An. trag ^e-gien auf Aufhebung des Schiedsspruchs uud Zurück-. PMeisnnL M KanchzjVM $ Vereine. Aü'xu"unmm^ stempelaesetze einzugehen. Auf die von dem Antragsteller gegen Verwaltungsbehörden und insbesondere die Großh. Bürgermeister erhobenen Vorwürfe einzugehen, muß insolange abgelehnt werden, als Beweise für die aufge- stellten Behauptungen nicht beigebracht worden sind." Der Ausschuß ist mit der Regierung der Meinung, an dem maßgebenden Gesetze überhaupt noch nichts zu ändern und zuerst längere Erfahrungen abzuwarten. Er beantragt daher die Ablehnung des Antrages, und es steht außer Zweifel, daß auch das Plenum in diesem Sinne votieren wird. Es ist ein alter Wunsch weiter Kreise der Bevölkerung, daß die nun seit 25 Jahren segensreich wirkenden Fortbildungsschulen mehr wie seither auf Lehrplänen aufgebaut werden möchten, die den speziellen Berufen der Bevölkerungskreise, darinnen die Schulen bestehen, also mehr wie seither in den Städten und den Kleinstädten dem Gewerbe, auf dem Lande der Landwirtschaft Rechnung tragen. Der Umstand nun, daß es den Bewohnern der Städte und Kleinstädte leichter fällt, ihre Söhne in Schulen zu schicken, die der gewerblichen Ausbildung dienen, und darum hier die Notlage nicht so sehr besteht, erscheint es zur Zeit als das Wichtigste, auf die (arg vernachlässigte) Berufsbildung des Bauernstandes durch Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschule zu einer Ackerbau-Schule nachhaltig fördernd einzugreifen. — Der Antragsteller denkt sich diese Umgestaltung wie folgt ausgeführt: An den ländlichen Fortbildungsschulen (Ackerbau-Vorschulen) sollen wirken zweierlei Lehrerpersonal: 1. Die Volksschullehrer, die neben der zu betreibenden Vertiefung der erworbenen Volksschulbildung bei den Schülern, vorzugsweise die Naturwissenschaften, soweit sie auf den Ackerbau bezüglich erscheinen, Physik und Agrikulturchemie, landwirtschaftlicher Tier- und Pflanzenkunde (Obstbau und Bekämpfung der Kulturschädlinge), Bodenkunde und Bodenverbesserung dozieren sollen; 2. Neu zu berufende, akademisch gebildete Landwirtschaftslehrer, denen für zu bildende Lehrbezirke Lehrauftrag zu erteilen ist, und denen es obliegen soll, mindestens allvierzehntägig in den einzelnen ländlichen Fortbildungsschulen (Ackerbau-Vorschulen) systematisch Vorträge über Landwirtschaft zu halten, für die — nach Ermessen unentgeltlich die Teilnahme gestattet werden soll. Ich beantrage demgemäß: die hohe Zweite Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, alsbald eine aus Mitgliedern des Volksschullehrerstandes, aus Großh. Landwirtschaftslehrern, Schulinspektoren und praktischen Landwirten zusammenzusetzende Kommission zu berufen, der es obliegen soll, der Großh. Regierung Gutachten zu erstatten, in welcher zweckmäßigen Weise die Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschule in eine Ackerbau-Vorschule zu geschehen habe. Ter bekannte, von uns s. Z. im Wortlaut mitgeteilte «Antrag Köhlers, betreffend die Aufhebung der Ziffer 50 (Luxuswagen) des Tarifs zum Gesetz über den Urkundenstempel, in dem es von derben Ausfällen förmlich wimmelte, -hat vor Regierung und erstem Ausschuß, wie vorauszusehen war feine Gnade gefunden. Die Regierung hat sich dahin ausgesprochen, daß sie „schon mit Rücksicht auf die kurze Geltungsdauer des Urkundenstempels zur Zeit nicht in der Lage ist, einem Anträge auf Abänderung dieses Gesetzes zuzustimmen. Nach den angestellten Ermittelungen betrug bie Einnahme aus der Nummer 50 des Stempeltarifs, die einem landständischen Antrag ihre Entstehung verdankt, im Jahre 1900 über 27 000 Mk. und es kann auf diese Einnahme bei der gegenwärtigen Finanzkage nicht verzichtet werden. Ebensowenig ist die Regierung in der Lage, auf die am Schlüsse des Antrages des Slbg. Köhler in Vor- , Einem zwischen der Großh. Domanialverwaltung und der Gemeinde Nauheim geplanten Waldtausch widerspricht sowohl der Abg. Berthold wie eine Anzahl von Einwohnern Nauheims. x- ^.Stationsvorsteher zweiter Klasse, sowie die Sta- tronsasslstenten der Main-Neckar-Bahn bitten, daß es ihnen ermöglicht wird, wie die übrigen Beamten das Höchstgehalt reichen öezw. mit dem 55. Lebensjahre zu er- . erschöpfenden Ausführungen spricht sich die Re- grerung gegen den Antrag des Abg. Leun, betreffend die Abänderungen: 1. Nummer 32 des Tarifs' zum Urkundenstempelgesetz vom 12. August 1899, 2. § 17 der Ver- dnung, die Gerichts kosten betreffend, vom 23. Dezember 1899, aus. Die Regierung geht von der Voraussetzung aus, daß sich die Beschwerde des Antragstellers nicht sowohl gegen ine grundsätzliche Regelung der Stempelabgabe für den Erbschein, als vielmehr gegen die Ungleichheit richtet, die oarin besteht, daß zur Herbeiführung der Ueberschreib- ung von in Preußen gelegenen Grundstücken durch, das Erfodrernis des Erbscheins höhere Kosten als zur Ueber- schreibung hessischer Grundstücke aufgewendet werden müssen. Daß in dieser Ungleichheit für diejenigen hessischen Grenzorte, deren Einwohner in den benachbarten preußischen Gebietsteilen begütert sind, eine gewisse Härte liegt, bezweifelt die Regierung selber nicht. Allein Abhilfe kann hier, wie sich aus ihren Ausführungen tatsächlich klar er- giebt, nicht auf dem Wege einer Aenderung der bestehenden Bestimmungen, sondern nur dadurch geschaffen werden, daß der Stempel für einen Erbschein, der nachweislich nur zum Zwecke der Ueberschreibung nichthessischer Grundstücke begehrt wird, falls seine Höhe in auffälligem Mißverhältnis zu dem beschränkten Zwecke des Erbscheins steht, auf Antrag ganz oder teilweise erlassen wird. Tas Ministerium ist bereit, derartige Anträge einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen. Ter Ausschuß stimmt den Regierungs-Darlegungen zu, und da die Regierung in den Fällen, von denen Antragsteller ausgeht, sich bereit erklärt hat, auf Antrag den Stempel ganz oder teilweisse zu erlassen, spricht ich der Ausschuß dahin aus, daß dem Leun'schen Anträge keine weitere Folge gegeben werde. Die Vorstellungen der Hilssgerichtschreiber bei den Amtsgerichten, der zweiten Staatsanwaltsgehilfen und Ge- rrchtsschreiber-Aspiranten, betreffend anderweite Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse und Anrechnung ihrer Besoldungs- ■ Vorrechtzeit werden von Regierung und Erstem Ausschuß ab- ■ gelehnt. gierung recht ernste Differenzen bestehen. Daß aber, wie in London gerüchtweise verbreitet worden, die Dinge sich soweit zugespitzt haben sollten, daß der Feldmarschall seine Rückberufung vom Kriegsschauplatz beantragt habe, bestätigt sich nicht. Nachdem es in dem laufenden Kriege zwischen V e n e - zuela und Kolumbien schon mehrfach zu sehr erheblichen blutigen Zusammenstößen gekommen ist, machte eine Nachricht oer letzten Woche einen scherzhaften Eindruck. Es wurde gemeldet, daß am 28. d. M. der Krieg erklärt werden würde. Man wird sich im übrigen weder über diese Meldung noch über den Krieg weiter aufregen, um so weniger, als es zu besonders großen Ereignissen nicht führen kann, da jene beiden Länder sich in einer ewigen Finanznot Wnden, was beiderseits offen zugegeben wird, und zum Kriegfuhren bekanntlich Geld und nochmals Geld gehört ihnen die Grundlage entziehen. Der unbefangene Zu- schauer kann aber jetzt feinen Augenblick daran zweifeln, daß der Dreibund trotz der Russensreundschaft Deutschlands seine Dasemsbedingungen voll erfüllt, und insbesondere das deutsch-österreichisch-ungariscke Bündnis erscheint heuke so fest als notwendig wie je zuvor, im deutschen Interesse, tote in dem des Verbündeten. In dieser Erkenntnis hat Kaiser Franz Josef den wärmsten, lebhaftesten Empfang in Berlin gefunden, in gleichem Geiste wurden die deutschen Truppen auf österreichischem Boden begrüßt. Es ist nicht Begeisterung für die Politik gegenüber China', nicht Stolz auf die Thaten, die in Ostasien verrichtet wurden, son, dern das Gefühl der Freundschaft und Bundesgenossen- schäft, was diesem Willkomm das Gepräge gab. Versichert der russisch-französische Zweibund seine Unerschütterlichkeit^ so zeigt der Dreibund, daß er noch besteht, und beweisen namentlich die Verbrüderungsfeste der Oesterreicher und Deutschen, daß beide Staaten nach wie vor treu und fest zusammenstehen wollen. In diesem Sinne sind auch die Begrüßungsartikel der Presse Oesterreich-Ungams für die deutschen Truppen abgefaßt. Kaiser Franz Josef gedachte in seinem Toast beim Diner in der Hofburg der treuen Waffenbrüderschaft der österreichischen und deutschen Chinakämpfer und faßte den Geist des gemeinsamen Empfindens in einem Hoch auf Kaiser Wilhelm zusammen. Sehr treffend wird darauf hingewiesen, daß die Feste in Frankreich mit all ihrem echten und gemachten Enthusiasmus für den Zweibund nicht so wertvoll sind, wie es das militärische Schauspiel in Wien für das deutsche-österreichische Bündnis ist. Tie Ueberzeugung, daß die beiden Staaten zu einander gehören, ist hüben und drüben, von geringen Ausnahmen abgesehen, dem Volke in Fleisch und Blut übergegangen; es ist eine Sache des Herzens geworden. Wohl um den Eindruck der Vorgänge in Triest und Wien etwas abzuschwächen, hält es der „Figaro" für angemessen, die Frage des Oberbefehls des Grafen Walder- fee aufs neue zur Erörterung zu bringen. Das Boulevard-, blatt wiederholt die schon längst abgethcme Behauptung daß dieser Oberbefehl den übrigen Mächten, insbesondere dem russischen Kaiser, aufgezwungen worden sei. Nun, der letztere hat sich für den ihm angethanenen Zwang durch die Verleihung des höchsten mssischen Ordens an beit Arafen Waldersee gerächt, und in gleicher Weise haben auch, die übrigen Mächte ihrer — Verstimmung Ausdruck verliehen. Wenn die französische Presse also hofft, Stimmung im Sinne ihrer Wunsche zu machen, so muß sie sich schon nach anderen Geschichten umthun. Der Lübecker Sazialisten-Kongreß hat Gericht über den Genossen Bernstein und seine Richtung abge-, halten. ist nicht zu verkennen, daß für jede praktisch- polttische Ziele verfolgende Partei die Toleranz in Bezug (ruf prinzipielle Gesichtspunkte ihre Grenze haben muS- Wenn ent Parteigenosse unter dem Mißbrauche des Rechtes freier Kritik die politische Arbeit der Partei schädigt, indem er Pläne der Parteileitung systematisch durchkreuzt: und andere Parteimitglieder bei den Wählern zu diskredi- tieren sucht, dann ist es eine Art einfacher Notwehr, wenn die Partei ihn aus ihrer Gemeinschaft verweist, um einer verhängnisvollen Verwirrung vorzubeugen. Aber bei der Sozialdemokratie liegt die Sache im Falle Bernstein anderst Bernstein ist nicht an die Wähler und die große Masse der Parteigenossen herangetreten, sondern der von ihm über gewisse Grundlagen des Parteiprogramms geführte Kampf, spielte sich abseits der großen Masse ab, die nach dem Urteil, sozialdemokratischer Blätter von den rein theoretischen Kämpfen wenig berührt wurde. LZ In Südafrika stehen die Tinge für England noch immer wenig gunstzig, die Buren machen kühne Schachzuge und sind im Parteigängerkriege dem unbeholfenem Gegner weit überlegen. Tie englischen Truppen müssen die Bahnen bewachen, sich dehnen und recken, damit sie Nicht vollends zur Unbeweglichkeit verurteilt werden, das einem namhaften Teil der großen Macht bereits zudiktiert zu fein scheint. Dabei schwankt der Boden unter dem Tritt der Engländer. Er ist ausgehöhlt, und im Käp- lande kann er „stürzen über Nacht". ' Daß Lord Kitchener unter diesen Umständen wenig Anlaß zu guter Laune hat, kann man begreifen. Es ist auch als gewiß anzusehen, daß zwischen dem Generalissimus der britischen Truppen in Südafrika und dem bürgerlichen Kriegsminister in London erregte Korrespondenzen stattgefunden haben, ja es ist wahrscheinlich, daß zwischen Lord Kitchener und der Re- gemein sowohl ein persönliches, wie ein politisch bedeutungsvolles Moment in Anreihung an das Ereignis der Kaiser-Begegnung, auf der Danziger Rhede. Tie beiden Herrscher sind sich persönlüH in herzlichster Weise näher getreten, und das politisch--freund-nachbarliche Verhältnis hat sich von sehr bemerkenswerter Stärke gezeigt dergestalt, so daß dadurch die etwaige Revancheluft und Hoffnungen aus dem Dünkirchener russisch-ftanzösifchen Allianzfeft paralysiert werden. Diese Hoffnungen mußten auch schon durch die Toaskreden des Zaren in Frankreich und die Vermeidung des Besuches der Hauptstadt an der Seine als zerstoben angesehen werden. Allseitig macht ich das Bedürfnis geltend, die Sicherung des europäischen Friedens darzuthun, und das ist auch durch diese Zarenbesuche und Gegen-Aufmerksamkeiten zum Ausdruck gekommen. Parlamentarisches aus Hessen. Es steht außer allem Zweifel, daß zwei Bürgermeister aus dem Kreise Gießen, die Herren Köhler-Langsdorf und Leun-Großenlinden, die fleißigsten und eifrigsten Parlamentarier unseres Landes sind. Wohl jedesmal, wenn trnr über neue Landtags-Vorlagen zu berichten haben, findet sich zum mindesten der eine von ihnen unter den Antragstellern. Und niemand wird leugnen können, daß zum mindesten die Absichten beider Herren stets die besten sind Herr Köhler vergreift sich ja zwar nicht selten recht sehr in der Tonart, und nicht immer können wir den Tendenzen seiner Anträge zustimmen, bisweilen aber bringt er Ideen an die Öffentlichkeit, die von gesunder Kraft und erfreu» Uchem Verständnis für die Bedürfnisse der Bevölkerungs- mehrheit unseres Landes zeugen. Sein neuester Antrag geht auf die Umgestaltung der ländlichen Fortbildungsschulen zu Ackerba!u-Vvrschulen bin» a,uI. Er lautet: - Ebenso ist in den Festen in Trieft und Wien, i)ie man deutschen vom Chinafeldzug heimkehrenden Soldaten bereitet, ein weiteres Glied in der Kette dieser Frie- lensbürgschaften zu erblicken. Es ist nicht selten in den jüngsten Jahren bald' von der Unzuverlässigkeit des Trei- bunoes, bald von der Lockerung des Bündnisses zwischen Oesterreich-Ungarn und Deutschland die Rede gewesen. Was die Zukunft bringt, wer will es wissen, Bündnisse werden __ _ , nicht für die. Ewigkeit abgeschlossen. Veränderte Umstände MaA gebrachte Aenderung dsss Tarifs zu dem Urkunden-Ikpnuen uud müssen fte unterwühlen und zerstören, Mien Ter Abg. Backes beantragt die baldige Vorlage eines Gesetzentwurfes, der die Ausbildung der israelitischen Religio n slehrer, deren Anstellung und Besoldung zeitgemäß regelt. In der Begründung heißt es: Tie israelitischen Religionslehrer in den israelitischen Gemeinden au; dem Lande haben teilweise nicht die Ausbildung, die sie befähigt, einen Religionsunterricht mit Erfolg zu erteilen. Ihre Stellung ist infolge der völligen Abhängigkeit von den Kultusvorständen unwürdig und unhaltbar, ihr Gehalt geradezu erbärmlich Ter Staat muß ein Interesse daran haben, daß auch der jüdische Religionsunterricht veredelnd auf die Gemüter der Kinder einwirkt. Ter Abg. K o ch beantragt, die Regierungsvorlage betr. die Schaffung einer Weinbaudomänenverwaltung in Mainz abzulehnen. Politische Wochenschau. Der Besuch Kaiser Wilhelms auf russischem Boden zur Ueberbringung einer Spende des Zaren für das durch ein Brand-Unglück schwer heimgesuchte Städtchen Wyschtyten ist als ein ganz außergewöhnlicher Vorgang von uns gekennzeichnet worden. Man erblickt darin all- kss'ML.Z tlf | P n <11 <1 21 li < 10 pr ssss uä4LZt'Vllw'll'W'lr 4llllvlUvl Viermal wöchentlich bei- M ■ ™ ▼ LM ’vjrtäa Zeilenprei?: lokal 12Pf., gelegt w « « A g? " auswärts 20 Pfg. Redaktion, Expedition S Rotationsdruck u. Vev- und Druckerei: K/VIIVIW* «HjVlUvl lag der Bruhl'schen Schul st ratze 7. 1 K aw w A Universitäts - Druckerei Amts- und Anzmeblatt für den Kreis Gießen MM _________ " zeigenteil: Hans BeL schäften Üb7r ih7e Organisation.. und Taktik Stellung Nach den bisherigen Kundgebungen ist Es gelangt sodann folgende Resolution zu Ver- Schutzzölle wollen unsere Großindustriellen den deutschen sertigkeitsunterricht erteilt werden. Kommen. Die Verhandlungen wurden erst nachj8 Uhr auf morgen vormittag vertagt, — Handfertigkeitsunterricht. Wie alljährlich, so wird auch, wie wir schon mitteilten, in diesem Winter in Gießen Hand- . Der Besuch desselben ist erlangen. Von dem Gesichtspunkte aus erschemt es unve- greiflich, wie der jetzt vorliegende Zolltarif aufgestellt werden konnte. Die Zukunft Deutschlands liegt auf dem Wasser, ist von einer Seite gesagt worden; der den Ausspruch gethan hat, war kein Sozialdemokrat. (Rufe: Sehr richtig! und Heiterkeit.) Damit ist aber gesagt, daß wir den Verkehr auf dem großen Wasser brauchen. Wenn ich diese Ansicht hätte, wenn ich die Macht besäße, wißt Ihr, was ich thäte? Ich würde den Verfasser des Zolltarifes mit einem Fußtritt zur Thür hinausbefördern. (Stürmischer Beifall.) So lange das In der letzten Sitzung wurde zunächst über den Gegenstand Zolltarif und Handelsverträge beraten. Bebel führte u. a. folgendes aus: Der großartige Aufschwung unserer Industrie ist ein Beweis gegen die Erhöhung industrieller Schutzzölle, spricht eher für eine Herabsetzung derselben. Aber gerade mit der Erhöhung der ist die ganze Partei damit wohl einverstanden." Die Antragsteller ziehen darauf den Antrag zurück, da der Zweck nunmehr erfüllt sei. Sodann wurden die W a h l e n vorgenommen. Dieselben ergaben, daß der bisherige Parteivorstand, bestehend aus Bebel, Singer, Auer, Pfannkuch und Gerisch, sowie die neun Parteicontroleure wiedergewählt wurden. Als Ort füi den nächsten Parteitag wurde München bestimmt. Nach einem Schlußwort Singers wurde sodann unter Absingung der Arbeiter-Marseillaise der Parteitag geschlossen. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 30. September 1901. qmncn. . or ** Dem 2 2. Bericht des Vorstandes der Anwalts kämm er für das Geschäftsjahr 1900/01 entnehmen wir folgendes: Tas Berichtsjahr 1899/1900 schloß mit einem Personalbestand von 143 Anwälten am Schlüsse dieses Geschäftsjahres sind zugelafien 148 Anwälte (Darmstadt 37, Offenbach 11, Gr eß en2i Mainz. 42, Worms 8). In Starkenburg ftnd 54, in Ober t)ef f ien!3 5, in Rheinhessen 59 Anwälte zugelassen. (nnthn mehr 5); Das Ehrengericht ist in diesem Jahre nicht thatig gewesen. - Das Vermögen der Kammer belauft sich auf 3144.10 Mk. — Die Zahl der Armensachen betrug rn 1900/1901. Berm Oberlandesgericht 42, beim Landgericht Darmstadt (mtt Offenbach) 188, beim Landgerrcht Gießen 59, berm LanvH allen Knaben vom 10., refp. 11. Lebensjahre an gestattet. Wir möchten besonders die Schüler höherer Lehranstalten auf die Kurse aufmerksam machen, da ihnen erfahrungsgemäß tm späteren Leben selten Gelegenheit geboten ist, ihre Hände zu praktischer Thätigkeit auszubilden, obwohl das Leben eine solche Ausbildung in vielen BerusSarten geradezu verlangt. Anmeldungen zur Teilnahme an dem Unterricht, der sich aus Papparbeiten und Kerbschnitzerei erstreckt, werden DUt^-och, 2 Oktober, nachm. von 3 Uhr an, tm Schulhause am Aster- weg - Sandwerkerschule - entgegengenommen. — Versetzung. Herr Hermann Hopfner, Großh. Steuer- kornrnissariatSgehülse siedelt heute nach Alsseld über, wohin er in gleicher Eigenschaft versetzt worden ist. Vor 3 Jahren hatten wir anläßlich seines Lbjähngen Diensftub.laums Ge- legenheft zu erwähnen, welches Ansehen Herr Hopfner all. gemein genießt. Er hat in Gießen 28 Jahre lang gewirkt. •• Aus dem Theaterbureau. Es sei nochmals darauf hm- gewiesen, daß am morgigen Dienstag, den 1. Oktober, die Vorstellungen im hiesigen Stadttheater mit dem vieraltigen Schönthan'schen Lustspiel „Cornelius Voß be- ** Geflügelzuchtverein. In der gestern tm Cafe Ebel stattgehabten General-Versammlung des Geflügel- und Vogelzuchtvereins für Gießen und Umgegend wurde vom Vorstand über die Entstehung der Geflugel-Cho- lera in der benachbarten Gemeinde Krofdorf dass Folgende berichtet: Nach der Auskunft der dortigen Bürgermeisterei hat der Handelsmann Henkel tn Krofdorf aus Ungarn Geflügel bezogen, das ftch als mit der Seuche behaftet erwies. Henkel will die kranken Tiere getötet und gerupft haben, um diese als Futter für die Schweine zu vnwenden. Tie Federn hat er auf die Dungstgtte geworfen, von wo die Seuche in die benachbarte Hoftatte der Witwe Schieferstein zuerst verschleppt wurde. In dankenswerter Weise ist die Bürgermeisterei in Krofdorf mit äußerster Strenge gegen die Weiterverbreitung dev Geflügel-Cholera vorgegangen. Ter Vorstand des GesMgel-. zucht-Vereins Gießen hat sich heute an das Großh. Kreisamt mit der Bitte gewendet, daß die Gießener Wachen- Märkte für Geflügel aus der Gemeinde Krofdorf, und besonders für den Handelsmann Henkel und dessen Ware vorerst gesperrt werden. Es wird uns übrigens von darf aus mitgeteilt, daß der dortige Bürgermeister dem Handelsmann Henkel verboten hat, öffentliche Markte mtt Geflügel vorerst zu besuchen. Eine scharfe Kontrolle seitens! unserer Marktpvlizei scheint am Platz zu sein. Darmstadt, 29. Sept. Der Großherzog empfing am 28. September u. a. eine Deputation der Turngemeinde Darmstadt, bestehend aus Professor Friedrich und Kaufmann Anspach, den Leutnant Kreisch mar vom Jnfantene- Negiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, den Kunstmaler Ernst Kretschmar, sowie den russischen Minister- residenten Fürsten Koudascheff. — Das Ehrenkreuz deS Ver- dienstordens Philipps des Großmütigen wurde dem Generalarzt Dr. Rochs, Korpsarzt des 17. Armeekorps, seither General-Oberarzt der Großh. (25.) Division, verliehen. Darmstadt, 28. Sept. Gestern nachmittag besuchten dev Großherzog und die Großherzogin mit dem Prinzen Nikolaus von Griechenland die Ausstellung der Künstler- Kolonie und nahmen später im Hauptrestaurant den Thee ein. Die Herrschaften begaben sich heute vormittag zur Jagd in den Großh. Wildpark. — Von den heute vom Groß Herzog, empfangenen Personen überbrachten Oberkonststorialprästdent Buchner und Militäroberpfarrer a. D. Strack das Ersuchen um gnädige Uebernahme de8 Protektorats deS Hessischen LandeSvereinS vom Roten Kreuz, Professor Friedrich und Kaufmann Anspach eine Einladung zu der bevorstehenden^ Einweihung des neuen TurnhauseS der Turngemeinde Darm-, stadt. Leutnant Kretschmar vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 hatte die Ehre, in Gemeinschaft mit seinem Bruder, Porträtmaler in Weimar, ein von letzterem gemaltes Bild des Großherzogs, das für das Offiziers-Kasino des genannten Regiments bestimmt ist, vorzuzeigen. -t- Heuchelheim, 30. Sept. Ter gestern abend fron; Rodheim hier einlaufende Zug der Bieberkhalbahn, dev gleich nach 8 Uhr in Gießen eintrifft, stand in Gefahv- zu entgleisen. Zum Glück sah der Lokomotivführer^ daß auf den Schienen ein großer und schwerer Stein lag,» und konnte den Zug noch zum Stehen bringen um dass Hindernis erst entfernen zu lassen. Passagiere im Zuge; wollen den Thäter, als der Zug anhielt, ins Feld haben, kaufen sehen. — Es ist nicht das erste Mal, daß der. Versuch gemacht wird, in der Nähe unseres Torfes bie; Bieberthalbahn in Gefahr zu bringen; der Thäter wurhL auch damals gefaßt und empfindlich bestraft. Frankfurt a. M., 29. Sept. Die Königin Margherita von Italien, welche seit Freitag abend intj strengsten Inkognito hier weilt, reist morgen vormittag von hier wieder ab. r. Bad Nauheim, 30. Sept. Vom 1. Oktober hören die Konzerte auf, und der Betrieb irn Kurhaus wird teilweise eingestellt. Konversattonszimmer und Billardzimmer find bis auf Weiteres von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends geöffnet; letzteres wird gleichzeitig zum Lesezimmer hergerichtet. Der Wirtschaftsbetrieb des Kurhauses bleibt m beschranktem Maße vor der Hand im Gang. In den Badehäusern 3, 5 und 7 werden auch nach dem 1. Oktober — soweit e§ erforderlich ist, bis in den Monat November hinein — Bäder abgegeben. Der Badebetrieb regelt sich dann bis auf Weiteres folgendermaßen: Soolbäder von Quelle 14 im Badehaus 3, Thermalbäder von Quelle 14 im BadehauS 3, Konitzkystraße, von Quell- 12 im BadehauS 6, Sprudelbader von Quelle 12 im Badehaus 6, von Quelle 14 im Badehaus 7, Douchebäuder von Quelle 14 im BadehauS 3, Strombäder von Quelle 12 und 14 im BadehauS 6 und 3, särnt lich in der Zeit von 8—12 vorrn. und 2—5 nachm.; Sprudel- er strombäd von Quelle 12 im BadehauS 6, von Ouelle 14 Handlung. „Der Parteitag erklärt, daß er das vom Oberkriegsge- richt in Gumbinnen gefällte Todesurteil wider den Unteroffizier Marten für einen der schwersten Iuftt-Irrtümer hält, welche die Geschichte kennt. Der Parteitag lieht auch nicht annähernd einen Beweis dafür erbracht, daß der Verurteilte sich des ihm zur Last gelegten Mordes schuldig gemacht hat. Der Parteitag erwartet von der sozialdemokratischen Reichstagssraktwn, daß dieselbe unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das Gumbmner Urteil in geeigneter Form im Reichstage für die Abschaffung der Todesstrafe und die Beseitigung der Militärjustiz — außer fur Dis- ziplinarfälle — eintreten wird. . Es nahm hierzu Singer das Wort: Bevor der Parteitag über den Antrag seine Entscheidung fällt, hält der Par- teivörstand es für notwendig, zu erklären: „Wir sind einig in der Entrüstung, daß eS in Deutschland möglich ist, daß in der Militärjustiz derartige Urteile gefällt werden können. (Stürmischer Beifall.) Der Schrei der Entrüstung, der durch ganz Deutschland hallte, als das Todesurteil bekannt wurde, und der durch alle Blätter aller politischen Parteien ging, sei ein deutliches Zeichen, daß durch den Urteilsspruch das Rechtsgefühl des deutschen Volkes auf das Gröblichste verletzt ist. (Beifall.) Soweit der Antrag dazu bestimmt ist, Protest gegen die Justiz auszusprechen und festzustellen, daß wir die Heimlichkeit der Militärjustiz verurteilen, wurde darauf mit ->30 gegen 3 Stimmen ein Antrag Fischer- Markt abschließen, um mit ihren Syndikaten und Trusts die Berlin der rückhaltlos den Streikbruch verurteilt und die inländische Preisbildung zu beeinflussen, und zu bewuken, dag Aufgabe der Gewerkschasten anerkennt, den Streikbruch mit fie jm Jnlande riesenhafte Profite emheimsen, mit deren Hilft aller Energie zu bekämpfen, es ^ber ablehnt, daß die ße ^ann mit Schleuderpreisen den Marktpreis unterbieten Partei in jedem Streitfall zu den Beschlüssen der Gewerk- jönnen> Wir haben das ja bei dem Schutzzölle auf Eisen- schäften über ihre Organisation unu schienen gesehen. Nach den bisherigen nunogeoungen i|i nehmen oder von solchen Beschlüssen oder dem Ver-L» anrunehmen, daß die russische Regierung nie» halten der gewerkschaftlich organisierten Parteigenossen! $ Erböbuna der Roggenzöl le zu stimmen Lazu die Zugehörigkeit zur Gesamtheit abhängig m-al Parteitag spricht die Ueberzeugung aus, daß die auf den Standpunkt stellen, daß Deutschland sem Getreide schiedsrichterlichen Instanzen bei ihrem Votum sich von trotzdem von auswärts beziehen muß, so wird die russische der ehrlichen Arbeit haben leiten lassen, Recht zu finden Regierung sicherlich die bisherigen Konzessionen in Beziig auf und Recht zu sprechen. Es wird rücksichtlich der Neuheit ^usttie aufheben, welche unseren Absatz unterbinden. Genau des Falles anerkannt, daß diesen Instanzen aus ihrem L t e§ bei einer Reihe anderer Staaten. Wir werden Votum ein Vorwurf nicht zu machen ist. Der Parteitag, , einen Seite eine allgemeine Verteuerung der “ Here surr '» Schließlich wurde noch der Antrag Bernstein mit H71anderen Staaten sich verschlechtert und zu einerJsolirung gegen 110 Stimmen angenommen, wonach zur Ausübung rghren muß. Es wird unausbleiblich sein, daß der Dreibund strenger Disziplin jeder, der der Partei oder seiner Berufs-1 aufßört und daß unabsehbare Folgen cintreten. Die scham- organisation in einem von ihnen geführten Kampf durch ^sen Fordernnaen des Bundes der Landwirte, die ohne Rün- Thalen entgegenwirkt, oderSonderbündeler trecht, gegen . » ■ aufgestellt sind, können viel- syÄÄTwBS’Ä« In der Nachmittagssitzung wurde nach Erledigung des rückgegangen fet feit Bestehen der HandEvMrage , fehlt sogenannten Banter Falles zum Bericht über die parlamen- der Beweis. Die^ Bodenwerte sind überall gestiegen, tarische Thätigkeit übergegangen. Die Angelegenheit wird ! Die jetzige Krisis läßt es für die Industrie doppelt not- vom R'eichstaHabg. Wurm (Berlin) vertreten. wendig erscheinen, Handelsverttäge, und zwar langftistige, zu Gegen die Thätigkeit der Fraktion im Reichstage haben | erlangen. Von dem Gesichtspunkte aus. erscheint^eS unbe- sichi keine Einwendungen geltend gemacht. Nur in den letzten Tagen habe Genosse Parvus gegen den Antrag der Fraktion aus Einführung des zehnstündigen Ätaximal- arbeitstages den Vorwurf der Prinzipienwidrigteit erhoben. GeMsse Parvus irrt, wenn er annimmt, der Antrag sei gestellt, um bürgerlichen Parteien eine goldene Brücke au schlagen, und damit ihre Arbeiterfreundlichkeit zu beweisen. Wir wollen gerade die Heuchelei der bürgerlichen Partei durch unseren Antrag aufdecken. Die Fraktion hat, ebenso, wie sie es stets im Reichstage gethan hat, gegen _ .......... , ..... Las ganze Budget gestimmt. Leider ist dieser Standpunkt Reich besteht, ist kein gesetzgeberischer Akt vorgekommen, welcher nicht von allen Fraktionen in den Einzellandtagen ange- Klassen der Bevölkerung so gegen einander aufregt und nommen worden. Es ist tieftraurig, muß hier aber auf6ringt, wie der Tarif. Der Zolltarif kann, — und ich gesprochen werden: Wieder waren es dieec wird es — der Sprengtopf fein für das Zentrum. Monatshefte", tue tmmet meljr ;um ®Zauferung!,Wte n me.r mit bcr atten mmt, dann ist es nicht blos Pflicht, sondern auch Anstandspslicht von Sozialdemokraten, togterung bie Wlittel zum Regieren zu verweigern. (Lebhafter Beifall.) '«m Singer wendet sich gegen den zweiten Teil der Resolution Bebel, die allen von Bebel so beredt ge« rimten Uebelftänben Thür und Thor offne. In Deutschland bedeute die Gesamtbewillignng des Budgets em Ver- T?mmnzvotum .für die Regierung. Mr haben lerne Ursache, auch nu^ einer Regierung in Deutschland ein Vertrauen entaeaenzubringen. Sollten zwingende Grunde sich er- aeben so haben wir immer Zeit zur Stellungnahme ^Ulrich (Osfenbach) ist mit der Resolution Bebel etm verltanden? Er mochte bitten, das, was er verlange, auch mH feinen Genossen in der Berliner Stadtverordnete- S^fnLniiijna äu befolgen. Verwerfen Sie dach auch da k.a^aet (Wurm ruft dazwischen: Wir haben keine Abdas Budget l-^urm ruit - i i Abstimmung für di^GchäWr der Herren Achtgroschenjungen (Heiterkeiii Zu- Unterredung mit dem Großherz-og!). Ulrrchr Ä" daraus (auf die Unterredung) konnne ich vielleicht auch^ irgend ein Vertrauen ausgesprochen haben. (Widerspruch, Lachen und Zurufe.) Le»* ,ä KLW wurde ver Antrag Beb.el mit großer Mehrheit ang im BadehauS 7, Zeit mach Angabe des Bademeisters. Der JnhalationSsaal bleibt vor der Hand an Wochentagen von 8 Uhr norm, bis Uhr mittags und von 3—5 Uhr nachm. geöffnet. Die Trinkstunden am Kur- und Karlsbrunnen sind von 8 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm. Verkauf der Bade- und Jnhalationskarten an der Kasse im BadehauS 6 von 8—12 Uhr vorm. und 2—5 Uhr nachm. (Sonntags nur vormittags). Anfragen, Beschwerden rc. finden vom 1. Okt. ab auf den Geschäftszimmern Saline Nr. 3 zwischen 9 und 11 Uhr vorm. Erledigung. — Frau Hellmuth - Bräm von der Sezessionsbühne-Berlin, veranstaltet Dienstag den 1. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale von Sprengels Park- Hotel einen humoristischen Vortragsabend. — Die Herzogin von Anhalt ist gestern Nachmittag nach Beendigung ihres diesjährigen Kurgebrauchs mit Gefolge wieder von hier ab- gereist. 8 Sprendriugeu (Kreis Offenbach), 30. Sept. Gestern nachmittag 2 Uhr fand die Einweihung unserer neuerbauten Kleinkinderschule statt, wozu der Großherzog und die Großherzogin erschienen waren. Sämlliche Schulen und Vereine bildeten Spalier. Bingen- 26. Sept. Das Töchterchen des Bremsers Franz Kunz ans Büdesheim, das zur selben Stunde wie hie Prinzessin Viktoria Melita geboren wurde und bei dem aus diesem Anlasse die Großherzogin Pathe gestanden hat, wurde dem Großh. Paare gestern auf Schloß Klopp vorgestellt. Das Kind überreichte der hohen Pathin einen Blumenstrauß,. Die hohe Frau richtete freundliche Worte an das Kind. Am Nachmittag nach der Mreise des Fürstienpaares überreichte Geh? Rea.-Rat Spanier dem Vater pes Kindes Namens der hohen Pathin einen Hundert- Mark schein als Pathengeschenk für das Kind. Klein-Winternheim, 28. Sept. Gestern kurz nach 8.30 Uhr wurde unser Ort mit hohem Besuche überrascht. Der Großherzog kehrte aus einer Durchreise bei Gebr. Schreiber ein, wo' ein kleines Souper stattfand. In hem Lokale befanden sich ein älterer Unteroffizier und drei Soldaten des Ortes. Der Gwßherzog ließ oiese bewirten. Nach längerem Aufenthalt verließ dev Landesfürst NM 11.30 Uhr den Ort. Frankfurt a. M., 29. Sept. Den „N. Heff. Volksbl." zufolge ist der Hess. Landtagsabg. Schub art aus Beerfelden gestern an einem Schlaganfall hier gestorben. Schubart war erst im verflossenen Jahre an Stelle des verstorbenen Abg. Breimer gewählt worden und für die Interessen Beerfeldens sehr thätig. Deshalb ruft sein unerwartetes Hinscheiden daselbst großes Bedauern hervor. Erst vorgestern war er noch auf der Kanzlei der Zweiten Kammer thätig. Vermischtes. • Hochstädt a d Donau, 28. Sept. Heute nachmittag brach in der Brauerei „Zur Rose" Feuer aus; bis abends 6 Uhr waren 16 Firste abgebrannt. Das Feuer entstand durch Funken aus einer Dreschmaschine in der Brauerei „Zur Rose." * Gelsenkirchen- 28. Sept. Der gestrigen Sitzung der Sanitäts-Kommission wohnte der Regierungs-Präsident Renvers bei. Die Zahl der Typhus kranken in den infizierten Bezirken wird auf 1200 geschätzt. IN den Krankenhäusern sind alle Räume, selbst die Gänge mit Ketten belegt. Andere Kranke mußten entlassen werden, um Raum für Typhuskranke zu schaffen. Die Klein-Kinderschule sowie das Armenhaus sollen zu Spitälern hergerichtet werden. Das Leitungswasser wird heute desinfiziert. * Einen Jagdunfall soll, wie aus Hayn au in Schlesien gemeldet wird, der Chef des Marinekabinetts Admiral v. Senden-Bibran erlitten haben. Er jagte im Jagdrevier seines Bruders bei Schloß Reisigk. Als er den ersten Schuß aus einem neuen Jagdgewehr abgab, sprang der Lauf und der Admiral erlitt, so heißt es, schwere Verletzungen an der linken Hand. Dagegen meldet der „Reichsanzeiger", daß der Kaiser Samstag Vormittag in Rominten den Vortrag des Frhrn. v. Senden-Bibran entgegengenommen habe. • Eisenbahnunfälle. Bei der Station Sangat- schalj der transkaukasischen Eisenbahn stießen ein Militärtransportzug und ein Güterzug zusammen, wobei 3 Wagen zertrümmert wurden. — Infolge falscher Weichenstellung entgleiste bei der Station Lowitsch ein Güterzug. Die Loco- motive vergrub sich in die Erde. 14 Wagen wurden zerstört. Menschen sind nicht verunglückt. * München, 29. Sept. Die neue Prinzregenten- Brücke, welche an Stelle der vor 2 Jahren bei Hochwasser eingestürzten Prinzregenten-Brücke erbaut worden ist, wurde heute vormittag in Gegenwart des Prinzregenten, der Mitglieder des königlichen Hauses, des diplomatischen Korps und der Behörden feierlich eingeweiht. Nachdem der Erzbischof von München-Freising, welcher den kirchlichen Segnungsakt vollzog, eine Ansprache gehalten, übergab Prinzregent Luitpold die Brücke an die Stadt München, in deren Namen Bürgermeister Borscht dankend erwiderte und ein Hoch auf den Prinzregenten ausbrachte. Nachmittags wohnte der Prinzregent mit allen Mitgliedern des königlichen Hauses in gewohnter Weise dem Zentrallandmirtschaftsfest (Oktoberfest) auf der Theresienwiese bei. * Bochum, 29. Sept. ' Infolge Familienzwistigkeiten erschoß in dem Orte Heßler ein Bergmann seine Frau. * Haag, 28. Sept. Heute fand die Beerdigung des auf der Automobilfahl bei Fauquemont verunglückten Hauptmanns v. Asbeck statt. Derselben wohnten u. a. der Kriegsminister, die Chefs der Gesundtschasten, sowie die Militärattachees mehrerer Staaten bei. — Oberstleutnant v. Zieglers Befinden ist gut; er gilt als außer Gefahr. "Jekaterinenburg, 29.Sept. Hier ist bei Kälte und scharfem Wind Schneefall eingetreten. * Paris, 29. Sept. Im Dorfe Tingieu starben drei Personen infolge Genusses giftiger Pilze. Eine vierte Person, die Ehefrau eines der Verstorbenen, konnte gerettet werden. * Toulon, 29. Sept. In dem Dorfe May ist ein Mann verhaftet worden, der seit einigen Tagen auf den Kirchhöfen Gräber öffnete und die Leichen schändete. Man fand in seiner Wohnung die Leiche eines vierjährigen Kindes, das am 5. September begraben worden war. Der Verhaftete ist ein Maurer und hat in der letzten Zeit nicht weniger als acht Leichen gestohlen' und geschändet. Tie Erregung der Bevölkerung ist ungeheuer. Es gelang den Gendarmen nur mit Mühe, Den Unhold vor der Volkswut zu schützen. * Rom, 28. Sept. Stockungen im Eisenbahnverkehr, die durch Ueberschwemmung des Flüßchens Sacco bei Segni veranlagt wurden, und die seit 20 Tagen im Bahnverkehr Neapel-Rom anhalten, sind noch immer nicht behoben. Vielmehr müssen die Reisenden die Strecke zwischen Segni und Sgurgola per Omnibus zurücklegen. Gestern hat nun der Eisenbahnminister die Einlegung eines neuen Schnellzuges via SulmoNa-Jsernia versucht, der auf Umwegen die Verbindung Rom-Neapel in 13 Stunden bewirkt. * Nom, 28. Sept. Infolge Explosion eines Pulverdepots im inneren Teile der Stadt Cosenza brach eine große Feuersbrunst aus. Die Behörden haben Löschmannschaften und Truppen aus Tarent und Catanzaro kommen lassen. 50 Personen find verwundet, darunter der Waffenfabrikant, dem das Depot gehörte, und seine Frau, die sehr schwere Verletzungen davongetragen haben. London, 28. Sept. Lloyds meldet aus Kopenhagen: Der deutsche Dampfer „Brietzig", der mit einer Kohlenladung von Burntisland nach Stockholm unterwegs war, ist bei der Sandbank Middelgrund (in der Nähe von Kopenhagen) gesunken. Hilfsmaunschasten sind abgegangen. * Rio de Janeiro, 28. Sept. Das von Ingenieur Mello Marques erbaute neue Unterseeboot hat heute in Anwesenheit des Präsidenten Campos Salles und der Marinebehörden seine Probefahrt gemacht. Das Ergebnis war ausgezeichnet. Theater, Kunst und Wiffenschast. Der Märchenbrunnen, dessen Aufstellung im Friedrichshain in Berlin der Kaiser vorläufig untersagt hat, ist ein Werk hervorragender Künstler, wie Professoren Widemann und Menzel, Bildhauer Giesecke und Götz. Drei Schöpfungen waren geplant. Die eine, der Dornröschenbrunnen, zeigt in künstlerischen Formen den kühnen Prinzen, der mutig durch die mit Stacheln bedeckte, schier undurchdringliche Hecke stürmt und das in tiefen Schlaf versunkene Königstöchterlein durch einen Kuß erweckt. Die schlafenden Küchenjungen kauern in lässiger Stellung, unter dem Brunnenbecken. Das Modell des Schneewittchenbrunnens zeigt die sieben Zwerglein; sie tragen mit emsiger Mühe das Becken, aus dem sich ein- Säule erhebt, auf deren Spitze die falsche Königin steht. DaS Spieglein, das ihr die Frage, ob sie die Schönst' im ganzen Land sei, stets getteulich beantwortet, hält si triumphierend in der Hand. Im Halbkreis ziehen sich utr beide Brunnen geräumige Bänke, deren Lehnen und Sitze mit kunstvollen Reliefs geziert sind. Der dritte Brunnen entwurf vereinigt alle Gestalten des Märchenreichs zu einen* Stelldichein; es ist eine geräumige Anlage, die weitläufige* als die beiden ersten Brunnen gedacht war. Hier sind Frau Holle, Neck und Nixe, der rauhe Berggeist Rübezahl, die schöne Melusine, Undine, die Brunnenfrau und der schlaue Däumling in trautem Beisammensein vereint. Nicht vergeßen sind die Bremer Stadtmusikanten, König Nobel, der gestiefelte Kater, der Wolf, der das gute Rotkäppchen fraß, der brummende Bär und die sieben Geislein. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Deutschlands Außenhandel im Jahre 1900. Das Kaiserliche Statistische Amt hat nunmehr den Band 135 der Statistik des Deutschen Reichs „Auswärtiger Handel des deutschen Zollgebiets im Jahre 1900" vollständig herausgegeben. Die zuletzt erschienenen Hefte behandelten den Außenhandel mit folgenden Gebieten: Ru- inänien und Serbien (Heft 4), Dänemark (Heft 8), Norwegen und Schweden (Heft 9), Afrika (Heft 14), Asien außer Britisch-Jndien, China und Japan (Heftig), Bolivien, Columbien, Ecuador, Mexiko, Venezuela und zentralamerikanische Republiken (Heft 20), Freihafen Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven und Geestemünde, Zollausschlüsse und nicht ermittelt (Heft 23.). Heft 24 enthält die Hauptergebnisse. Wir heben daraus folgendes hervor: Die Einfuhr aus Nieder- ländisch-Jndien beläuft sich auf 83,7, die Ausfuhr auf 27,3 Mill. Mk., erstere hat um 21,3 letztere um 7,8 Mill, zugenommen. Die bedeutendsten Einfuhrartikel sind unbearbeitete Tabakblätter (42,8 Mill.), roher Kaffee (15,3 Mill.), rohes Zinn (12,8 Mill. Mk.) Gold- und Platinerze, Koprah und Kautschuk, und Guttapercha. Zur Ausfuhr kommen hauptsächlich Eisen und Eisenwaren, Parfümerien, Maschinen nnd Cement. Der Spezialhandel mit Mexiko betragt in der Einfuhr 12,9, in der Ausfuhr 28,1 Mill. Mk.). beide haben gegen das Vorjahr zugenommen, bedeutend war die Steigerung bei der Ausfuhr (4- 5,8 Mill. Mk.). Mexiko liefert namentlich vegetabilische Spinnstoffe, unbearbeitete Tabakblätter, Blauholz, rohen Kaffee, rohe Erzeugnisse zur Bürstenfabrikation und werwolles Nutzbolz und erhält vom deutschen Zollgebiet Baumwollen- und. Wollenwaren, Waren aus edlen Metallen, Maschinen, Eisen-, Leder- und Glaswaren sowie Waren der chemischen Industrie. Schiffsnachrichten. „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 27. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen. In aller Herren Lnnller A^°^-ä:^'k°:^^ wird ihr das Lob als eine Seife ersten Ranges für die Schönheitspflege und für den Toilette-Gebrauch. Es sollte daher die besorgte Mutter zum Waschen ihres Lieblings nichts anders kaufen als Doerings Eulep-Seife, weil sie die mildeste ist; es sollte die junge Dame Teint und Haut mit nichts anderem pflegen als Doerings bewährter Eulen-Seite, weil sie die Schönheit der Haut und des Teints bewirkt, und erhält; es sollte die praktische Hausfrau keine andere Toilette-Seife in ihrem Familienkreise verwenden wie Doerings Eulen-Seife, denn sie hält doppelt so lange im Gebrauch an als die Füllseifen und wird dadurch thatsächlich billig. 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Jedem Pfund Palmin wird ein Berienbild nebst PrefsattwchrBiben >-i gegeben. ..... v\ I.« zur allgemeinen Vollrversammlung m Millwoch dm 2. Gill., Ms. 8'|2 Uhr. im grossen Saale des Steins Garten, in welcher Herr ReichstagZabgeordneter Kopsch sprechen wird über Zolltarif und Handelsverträge, Hieran anschließend allgemeine Diskussion. 6471 Der Vorstand des freistnuigen Hereins. Agentur der Franks. Zeitung und der Kleinen Presse, Telephon 215. Neuenweg V. Letzte Sendung schwedischer NlkiDttm Fachleuten von______......... die 200 Mort tostet, nicht zu unterscheiden _ . . ........ „ , .. find. Diese Uhren tragen fich mit Gold, rtttjlge fkrsah für echt goldkne Uhren und behalten immer ihren Werth. JUx Uhr xntb mit U^prnngkzcngnch der Fabrik geliefert. Um dies- Uhren all. ein,utichrm, haben wir den Drei» wr Herren- oder Dainen-Niiren auf nur 16,— purto- und zollfrei lfrüher Mk. 25,—) herabaesetzl. 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