aann. 5863 Sohin mtzandarlM )tt 1901. r obet am 17.6© teu s 8'/, Uhr: WM MttittN 1 Auch Ät* 205 Erstes Blatt. LSI. Jahrgang. Sonntag 1. September 1901 RtUTtie«, Txpedition und Orsckerri: Zchulsttatze 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Jlle Gießener Zamilien- slttter werden dem An« Mlgtr im Wechsel mit „Hess, gsndwirt" und „Blätter ttr heff. BolkSkunde" vier« »nal wöchentlich beigelegt. »««ahme von Anzeige« M bet nachmittags für den «l|enbeit tag erscheinende« Ibymet bis oonn. 10 Uhr. Ltbesteltungen spLtrstrn« »drndS vorher. Adresse für Dcpescheut Anzeiger Sichen. FernsprcchanschlußNr.Kl^ MetzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis vierteljährig Mk. 2.20, monatl. 75 Pfg. mitBringerlohn; durch die Abholestcllen vierleljährl. Mt. 1.90, monatl, 65 Pfg. ,ei Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle Anzetgen-Vermititung». ,-«ll n deö In- und AuSlandeß 7'etzmen Anzeigen für dech Vichener Anzeiger entgegnt HetlenpreiS. lokal 12 auSwärtS 20 Pfg. Die Franzosen als Kolonisatoren. Man schreibt uns aus Paris: Durch ihre systematisch vorschreitende, im Verhältnis selten mit Waffengewalt bewerkstelligte Ausdehnungspolitik int dunklen Erdteil sind die Franzosen in den Ruf gekommen, hervorragendes Kolonisationstalent zu besitzen. Gerade französische Gebiete in Afrika zeigen aber andererseits, daß diesem Talent der Franzosen mitunter der Gr folg versagt bleibt. Es soll hier nicht von Madagaskar gesprochen werden, dessen Kultivierung, obgleich es schon seit 1885 unter französischem Protektorat steht, keines- tvegs durchgreifende Fortschritte gemacht hat. Die Gouverneure mußten und müssen noch heute mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten kämpfen. Anders in Algier, über dem bereits seit 1830 die Trikolore weht. Trotzdem sind die Zustände in dieser Kolonie so wenig gesichert, daß mit der Möglichkeit eines Araber-Auf st andes allen Ernstes gerechnet werden muß. Jüngst aus Algier in Paris eingegangene Berichte melden von einer steigenden Erbitterung der sich von Seiten Frankreichs finanziell und rechtlich, bedrückt glaubenden Wüstensöhne. Die harte Besteuerung der muselmanischen Bevölkerung, die rücksichtslose Art, diese Steuern einzutreiben, das Verfahren, die Araber von den Verwaltungsämtern guszuschließen — all' das hat die Unzufriedenheit auf das höchste erregt. Die lautesten „Schreier" sind zwar ins Gefängnis gesteckt worden, doch, das hat der Bewegung keinen Abbruch gethan. Ter fanatische Hatz, mit dem die in ganz Europa bekannten MaF Regis und Ed. Dr umv n t, der ALg. für Algier in' der französischen Kammer, die eingeborenen Juden verfolgen, hat gleichfalls böses .Blut gemacht. Tie französischen Gouverneure ließen zumeist den Dingen ihren Gung. Rur einer, Laferrierel, schwang sich zur Aufstellung eines Reformprogramms auf, worin er versprach, das Steuerwesen neu zu regeln, der Kolonie ein eigenes Budget zu schaffen u. s. w. Im wesentlichen ist das Programm auf dem Papier stehen geblieben. Tiefe Politik des „Fortwurstelns" ^mt fünf Jahren verbrauchte Algier fünf Gouverneure — hat es zu Wege gebracht, daß die algerische Frage drohend am politischen Horizont Frankreichs steht. Tas ist bemerkenswert zu einer Zeit, in der der Entscheidungskampf um die Vorherrschaft int westlichen Teil des Mittelmeeres von der Republik vorbereitet werden mutz Also auch Frankreich ist, vlon kolonialen Mißerfolgen nicht verschont geblieben, und gerade in Algier ivird es weit empfindlicher getroffen, als durch Ungelegen- hciten etwa am Senegal, in Dahomey, am Kongo oder Udonghi. Politische Tagesschau. Aus Marinekreisen wird uns geschrieben: Es steht jetzt fest, daß die neuen tteinen Kreuzer „Thetis" und „Gazelle" noch im Laufe des September "bie Fahrt nach Ostasien antreten werden. Die dortige Flottenstation wird als) stärker besetzt bleiben als vor dem Ausbruch der chinesischen Wirren. Uebrigens glaubt man in Seeoffizierkreisen, daß der große Kreuzer „Kaiserin Augusta", der seit dem Frühjahr 1897 — er nahm an der Blockierung- Kretas im griechisch-türkischen Kriege teil — dauernd im Auslandsdienst thätig ist, in nicht ferner Zeit aus den chinesischen Gewässern heimberufen und durch einen großen Kreuzer der „Prinz Heinrichklasse" ersetzt werden wird. Die nochmalige Hinaussendung von Linienschiffen gilt für ausgeschlossen. Flaggschiff der Station dürfte vorläufig der Panzerkreuzer „Fürst Bismarck' bleiben. Ob die Hochseetorpedoboote auch in Zukunft in Ostasien Verwendung finden bezw. durch neue Boote abgelöst werden sollen, darüber scheint die Marineleitung noch keine Entscheidung getroffen zu haben. Jedenfalls darf schon jetzt als erwiesen gelten, daß die deutschen Torpedoboote den höchsten A n s p r ü ch e n in Bezug auf See- und Gefechtsfähigkeit genügen. Eine Leistung wie die Chinafahrt hat kein Torpedofahrzeug irgend einer anderen Marine bisher vollbracht. Das neue städtische Elektrizitäts-Werk. Gießen, 31. August. Tie Stadt Gießen wurde seinerzeit durch die Entschließung der kgl. Eisenbahndirektion, die den hiesigen Bahnhof elektrisch beleuchten wollte, vor die Frage gestellt, diesen großen Konsumenten sich entgehen zu lassen oder durch Erbauung eines Elektrizitätswerkes sich zu erhalten. Sie Stadtverwaltung entschloß sich, um kein Privat- ronkurrenzunternehmen der Gasanstalt gegenüber aufkommen zu lassen, auf Kosten der Stadt ein Elektrizitätswerk zu erbauen und in eigene Verwaltung zu nehmen. Um einen Ueberblick über die ungefähre Größe zu erhalten, die das neue Werk bekommen müsse, erfolgte eine Umfrage. Es ergab sich die definitive Zeichnung von 110 Abnehmern für 3145 Glühlampen, 80 Bogenlampen und 12 Motore, zusammen 35 PS, wozu noch an staatlichen Instituten die Universität, die Kasernen usw. mit ca. 2500 Glühlampen kommen. Während des Baues haben sich noch eine Reihe weiterer Abnehmer gemeldet, sodaß die Zahl der Anschlüsse jetzt 154 beträgt. Tas Werk wird mittelst Turbinen und Gasmotoren betrieben. Tie Lieferungen wurden nach längeren Verhandlungen nachstehenden Firmen übertragen: die Tur- 6 in eit dem Ingenieur Leithäuser in Kassel, Vertreter der Firma Brigleb, Hansen u. Co. in Gotha, die Gasanstalt und Gasmotore der Gasmotorenfabrik System Otto in Köln-Deutz, die Akkumulatoren den Kölner Akkumulatoren- Werken Gottfried Spagen in Kalk, die Dynamomaschinen, Schalttafeln u. s. w- der Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vorm. Schlickert u. Eo. in Nürnberg, das Kabelnetz der Firma Felten u. Guillaume, Karlswerk in Mühlheim a. Rh- Tie Maschinenanlage ist vorläufig für 750 PS maximal ausgebaut. Davon kommen 150 PS auf die Turbine bei W gutem Wasserstand. 300 PS auf 2 Gasmotoren zu je do0 PtL und.300 P^ auf 1 Gasmotor. _.3. r öeugung desGases geschieht im Werk selbst. Ev find zu otqem Zwecke 2 Generatoren (Gaserzeuger) unb 1 Dampfkessel zur Erzeugung des überhitzten Dampfes, für 600 PS ausreichend, aufgestellt, mit dem die Gaserzeuger angeblasen werden. Tie Speisung der Gaserzeuger' geschieht- entweder mittelst Anthracit oder Cooks, die des Dampfkessels nur mit Cooks.- Tas erzeugte Gas geht zuerst durch Wasser, darnach durch mit Wasser berieselten Cooks und zuletzt durch Sägemehl nach dem Gasbehälter (Gasometer). Tie Gasmotoren (S—stem Otto) sind mit Ventilsteuerung und einem genau arbeitenden Regulator ausgerüstet. Die minütlichen Umdrehungen betragen 165 bei normaler Leistung von 150 und höchster von 180 PS, wobei der sehr ruhige Gang bemerkenswert ist. Von den Dynamomaschinen (System Schlickert) haben 3 je eine Leistung von 100 Kilowatt bei 500 Volt, die 4. eine Leistung von 192,5 Kilowatt bei 500 Volt. Die letztere ist direkt mit dem Motor gekuppelt. Tie gesamte Maschinenanlage ist im stände, bei voller Ausnützung ca. 9640 Glühlampen zu 16 N.-K. oder deren Aequivalent gleichzeitig zu speisen- Zur Ausgleichung der Spannungsschwankungen und zur Zeit des geringen Verbrauches am Tage übernimmt die Akkumulatorenbatterie von 272 Elementen mit der Turbine den Betrieb. Die Batterie besitzt eine garantierte Kapazität von 771 Amperestunden bei dreistündiger Entladung. Sie ist im stand'e, ca. 1110 Glühlampen zu je 16 N.-K. oder deren Aequivalent 3 Stunden lang zu speisen. Die Wände, Decken und Thüren sind wegen der schädlichen Wirkung der Schwefelsäure mit säurefester Emaillefarbe gestrichen. Sämtliche zum Betrieb nötigen Apparate fiir Regulierung und Messung des elektrischen Stromes sind übersichtlich auf einer großen Marmorschalttafel montiert, während die für das Kabelnetz notwendigen Apparate auf einer kleinen montiert sind. Tie Gebäude sind luftig und der Gesundheit zweckentsprechend nach den Angaben des Stadtbaurats Schmand ausgeführt. Tas Leitungsnetz zerfällt in Speise- und Verteilungsleitungen. Unter den ersteren versteht man diejenigen, die den von der Station kommenden Strom nach bestimmten Punkten des Verbrauchsgebietes führen, von wo es sich in die Verteilungsleitungen zur Abgabe an die Konsumenten verzweigt. Hier sind 7 Speisepunkte und gegen 14 Hauptverteilungspunkte vorgesehen. Die Leitungen sind sämtlich unterirdisch angelegt, wobei die Kupferseele gegen äußere Einflüsse durch besonders gute Isolation, doppelten Bleimantel mit Eisenband umwickelt, geschützt ist. Der Mittelleiter dagegen liegt der Billigkeit halber blank in der Erde. Tie Leitungen sind so stark gewählt, daß man man nicht gezwungen ist, schon in kurzer Zeit entweder neue Kabel oder Verstärkungen zu legen, wem: eine erhöhte Abnahme eintritt. «idin ’fcfM ch hoben lunnfti bnnyn wirb. Feuilleton. Maudereien aus der Kaiserstadt. Der chinesische Hexenschuß. — Julius Stiude'S 60. Geburtstag. üme -* ( Direktion. ■ vi. N It W« [IttaF PrMUM- Berlins neuester Hamburger. Man sollte als Leitfaden für angehende Diplomaten «.das Buch vom gesunden und kranken Herrn Li-Hung- Tschang" verfassen, wenn es in China nicht schon existiert, gvaft- hat es den Anschein; denn der Hexenschuß!, der Prinz Tschau in Basel plötzlich befallen hat, sodaß er beim leiten Willen nicht über die deutsche Grenze kann, ist zweifel- Mov ein Senker von Exzellenz Li's immer dienstbereitem Mtenk-Rheumatismus, der sich besonders arg in der Zunge zeigt, wenn er das letzte Wort sagen soll, und noch schlimmer in den alten Händen, wenn er sie zum Unterschreiben irgend einer bindenden Abmachung nötig hat. Wie lange die be- biuerliche Krankheit anhält, mögen die chinesischen Götzen hü)en. Man behandelt sie rastlos mit Elektrizität, legt brühwarme Depeschen auf, die direkt aus China kommen, Md prüft sorgfältig die Temperatur — in Potsdam, die in den letzten Tagen merklich gesunken sein soll. Ach, ist eine betrübliche Situation für den armen Prinzen, du doch eigentlich an allem unschuldig ist Womöglich lonimt er jetzt gar UM die schöne Parade auf dem Tempel- hoser Felde, wo sich im Mai „ons Willemintje" so famos Werhalten hat, und die guten Berliner, die sich speziell seinetwegen einen teuren Tribünenplatz geleistet haben, können sich den Mund wischen. Sie haben überhaupt Pech ineien Herbst König Eduard hat sich nicht blicken lassen, o-lvohl er nahe genug war; Zar Nikolaus macht seine Sittrebue auf dem Wasser ab, das bekanntlich zwar keine Silken hat, aber im übrigen ein viel sichereres Pflaster sämtliche Hauptstädte Europas zusammengenommen; mib daß Herr Loubet, wenn er zur Gegenvisite nach Peters- hrj reift, sich in Berlin noch schnell einmal den Präsident- ichafts-Cylinder aufbügeln lassen sollte, ist so gut wie - w ausgeschlossen, obwohl wir jetzt öfter wieder zwei Eisen im * h’Ul'r haben sollen! PttllRH' Wer von den Berlinern mit einem Namen in solchen r* / flauen Zeiten seinen Geburtstag oder ein Jubiläum feiern der hat's gut getroffen. Julius Stinde, der 2, Vergnügte Vater der Frau Wilhelmine Buchholzen, jener Aß ^2 Mischen Berlinerin mit ihrem praktischen Philistersinn, der fttHnb Uon dem echten nüchternen Berliner Humor gehoben, gar H 1 Erricht ungesund erscheint, Julius Stinde hat immer eine «wirt Ml'"iub.nrcschende Treffsicherheit gehabt, und mancher dicke Ber- onal. liner Nagel hats von ihm auf den Kopf bekommen. Stinde ist ein Holsteiner und vor manchem Jahr aus Hamburg eingewandert, wie vor ihm sein Freund Julius Stetten- heim, der im Herbste dieses Jahres den 70. Geburtstag feiern wird. Die Hamburger Dramen, die Stinde dort verfaßt hat, sind eine Zeit lang von einer gastierenden Truppe in ganz Deutschland zur Aufführung gekommen. Sie stecken voll Witz und Humor und beweisen, daß Stinde sich und seine beste Mer schon in Hamburg entdeckt hatte. Ter Riesenerfolg feiner Buchholz-Bücher hat den Autor nicht eitel gemacht, er geht in der Öffentlichkeit nur sehr selten aus sich heraus, und bildet eine der im vornehmsten Sinne sympathischsten Gestalten der großen litterarischen Gilde der Reichshauptstadt. Sicherlich sind ihm zu seinem 60. Geburtstage, am 28. August, auch aus anderen Orten Deutschlands fröhliche Grüße und Glückwünsche ins Haus geflogen. Berlin hat es in umfassendem Maße gethan. Denn Sfinde ist den Berlinern „unser Stinde"! Der 28. August ist auch der Geburtstag unseres Goethe. In würdiger Selbstschätzung hat sich zur Vorfeier dieses Tages am Dienstag das neueste Berliner Ueberbrettl aufgethan. Es heißt, jedenfalls in Hinsicht auf den am klarsten deutsch schreibenden aller Dichter „T e l o p l a s m a", was noch durch den Zusatz „Cabaret für Höhenkunst" des Näheren erläutert wird. Dieses Cabaret, das man böstvillig einfach mit „Kneipe" übersetzen kann, wird unsere Hausftauen an das Porzellan-Karoussel erinnern, auf dem man etliche Koinpots oder Salate auf einmal servieren lassen kann. Ob das liebe Publikum sich noch allzuviel von der'Ueberbrettelei vorsetzen läßt, glaube ich stark bezweifeln zu dürfen, zumal wenn die Teloplas- matifer, die Ausgangs September ihren ersten Künstler- abend — natürlich Höhenkunst oder Ueberhöhenkunst oder gar Ueberhöhenüberkünst — geben wollen, selber sagen, daß Goethe ein Ueberbrettl für ein paar Jahrhunderte frischweg gedichtet hat, nämlich den Faust! Ich meine, dann thun die Leute, die sich wirklich für Höhenkunst interessieren, gescheidter, sie gehen ins „Deutsche Theater", wo man dieses „Ueberbrettl" sicherlich besser zu sehen bekommt als in der „Kneipe", auch Cabaret genannt. Einen nicht üblen Schachzug hat der Direktor des „Sezessions-Theater s", Bausenwein, gethan, als er ich für sein „Buntes Brettl" — das nach Wolzogens Auszug vom Alexanderplatz ohne Zeitversäumnis einsetzt, um das bisherige Publikum zu fesseln — den Hamburger Dichter Detlev Frhr. v. L i l i e n c r o u als Conferencier ür die Bühne verpflichtet hat. Liliencron ist zwar im weiteren Sinne nie populär gewesen, obgleich manches feiner frischen, ungenierten Lieder fröhliches Wohlgefallen erweckt hat. Mer er ist ein echter Dichter, bei den Sitteraten anerkannter, als Wolzogen es je gewesen; dazu ein noch viel größerer Bohemien, von dem man sich die tollsten und lustigsten Tinge erzählt, was Durst, Liebe und Manichäer anbelangt —, lwnd was zuguterletzt bei allen Bornierten den Ausschlag giebt: er ist auch ein Baron! Wie es Zeitungs- Verleger nicht nur in Berlin, sondern auch sonst wo giebt, die darauf halten, daß einer vom Mel als „Chef" am Kopfe prangt, wenn er auch sonst nicht allzuviel Tinte! vergeudet, so muß auf dem Ueberbrettl eben ein Baron stehn und das Publikum anreden! Dafür ist man ftei- geiftig und vorurteilslos. . . . Darmstädter Künstkerkolonie. XV. Dr. M. Darmstadt, 30. Aug. Wir stehen am Vorabend der Eröffnung des ,^Ueber- dokuments". Ta erscheint es angebracht, noch ein Mal in in Form sachgemäßer Berichterstattung auf den Wert des Ganzen und das Gediegene im Einzelnen hinzuweisen, denn ob man nach der Parodie dem Gegenstände noch eine ernfte Seite abgewinnen kann, erscheint doch fraglich. Unter den Sieben zählt der junge Bildhauer L udwrg Habich zu denen, welche die übelwollende Kritik am wenigsten mitgenommen hat. Die Gründe dafür lallen sich nicht so leicht feststellen. Möglich daß dem auf|trebenden Künstler, der nicht von „auswärts" gekommen ist, die Sympathien, deren er sich in heimischen Kreisen zu erfreuen hat, einen gewissen Schutzwall errichtet haben— aber noch wahrscheinlicher, daß Habick, deffen Können |ich über Hessen hinaus in achtbaren Proben Geltung ver|chaffte, ntd)t so ofine weiteres als ein Unberufener als einer, der noch fein Meisterstück abgelegt hat, beurteilt werden durste. Das ailt von dem Bildhauer Habich Aber in dem Habich-Hause aiy der Mathildenhöhe kommen genau, mit kleiner Abwandlung im Einzelnen, die Prinzipien zum Aufdruck, welche die von Prof. I. Olbrich entworfenen Häuser überhaupt beherrschen. Tie „große Halle" macht ich als „Raum des Lebens" auch hier sofort geltend. Von >er int Olbrich-Hause unterscheidet sie sich hauptsächlick) durch ein größeres Gepräge von Traulichkeit und Behagen. Bei der neulichen Beleuchtung der Jnnenräume am Abend kam das Wohnliche und Gemütliche der Habich- Gemächer gerade so recht zum Ausdruck. Selbst Anton Seder hätte Mühe gehabt, angesichts der warnten und wohlthuenden Stimmung, die in den Prunkzimmern wie Aus KIM im- Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original. Natzichten ist mrr unter genauer Quellenangabe: efc« gestaltet.) Gießen, 31. August 1902. *• Auszeichnung Ter Großherzog hat dem Waldarbeiter Karl Jung in Schlitz das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue ^Arbeit" verliehen. ** Wegen der Aufhebung von Sonntags-Rückfahrkarten haben die Landtags-Abgeordneten Haas-Mainz und Tr. David an die Zweite Kammer den Antrag gerichtet, die Regierung zu ersuchen, in der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschafts- Verwältung dahin zu wirken, daß die im früheren Gebiet der Hessischen Ludwigsbahn seit Jahrzehnten geltenden Sonntags-Rückfahrkarten, die sich im Wirtschafts- und Verkehrsleben eingebürgert haben, auch für die Folge beibehalten werden. Grunberg, 29. August. Gestern Mittag war Medizinalrat Tr. Haberkorn hier anwesend, um in Folge einer an das Krcisamt Gießen gelangten Beschwerdeschrist das Wasser der „Höf en tränke" auf seine Gesundheitsschädlichkeit einer Augenscheinnahme zu unterziehen. Tie Bestrebungen, denen die E'ingabe an das Kreisamt ihre Entstehung verdankt, sind, wie der „Gründ. Anz." mitteilt, auf die Zuschüttung des genannten Weihers gerichtet, dürften indessen nicht ohne entschiedenen Widerspruch bleiben. Angebracht wäre es allerdings, wenn von zuständiger Seite streng darauf gesehen würde, daß die Höfentränke nicht zur Aufnahme von übelriechenden Flüssigkeiten und von verendetem Viehzeug dient. — Heute wurde seitens des Kirchcnvorstandcs der Beschluß gefaßt, die Konfirmation statt wie bisher am 2. Pfingst- feiertag am Sonntag nach Ostern stattfinden zu lassen. i. Laubach, 30. August. Nachdem die Ergänzungswahlen zum Gcmeinderat sehr ruhig verlaufen sind, scheint auch die auf den 5. September festgesetzte Wahl eines Bürgermeisters ohne große Erregung vor sich zu gehen imd die Wiederwahl des seitherigen bewährten Bürgermeisters Jochem gesichert zu sein. — Äe seit mehreren Jahren unbesetzt gebliebene Stelle eines Kammerdirektors der hiesigen Gräflichen Rentkammer ist nun wieder besetzt worden, und zwar mit Herrn Schön, der früher in Solms-Braunfels'schen Diensten stand. — Am Mittwoch fand in der „Traube" wieder eine Konferenz von Religionslehrern der Umgegend statt. Lehrer Jakob von Wetterfeld hielt einen eingehenden Vortrag über die Aufführung geistlicher Volts - schauspiele auf dem Lande. Er berichtete von dem schönen Erfolge, den s. Z. die aus der weiten Umgegend überaus stark besuchte Aufführung des Lutherfestspieles von Herrig in seiner Gemeinde gehabt habe. Die Versammlung einigte sich in dein Wunsche, daß auch auf den: Lande der Geschmack veredelt werden und mit der Aufführung edler, klassischer Stücke weitere Versuche gemacht werden möchten. Leider war die Konferenz infolge der ungünstigen Witterung nicht so gut besucht als früher. Ende Oktober soll die dritte Konferenz dieses Jahres stattstnden. Laubach, 30. August. Der Bahnbau bei Freienseen ruht augenblicklich vollständig. Am Kaff schrecket er nur langsam fort, da die Errichtung eines circa 8 Mtr hohen Dammes sowie die Ausdehnung des Jben Tunnel einleitenden Einschnitts einige Schwierigkeiten bereiten. Am nächsten Montag wird unter Zuziehung meist italienischer Arbeiter der Bau am Ringelsberg in Angriff ge- nommen. Zur leichteren Unterbringung und Verköstigung derselben wird an der Straße nach Schotten eine Arbeiter- kantine errichtet. Vermischtes. * Die Verlobung von Rockefeller jun. Aus New-Pork wird die Verlobung von John T. Rockefeller, dem Sohne des Krösus der „Standard Oil Company", mit Miß Abby Aldrich, der Tochter des Senators Nelson Wil- marth Aldrich, gemeldet. Ta der junge Rockefeller die meisten Millionen seines Vaters erben wird, wird er einst jedenfalls einer der reichsten Menschen der Welt werden. Wie reich Rockefeller sen. ist, kann niemand genau sagen, aber man schätzt sein Vermögen auf Milliarden. Sein jährliches Einkommen beträgt ungefähr 80 Mill. Mark und durch die ungeheure Ausdehnung seiner Unternehmungen wächst das Kapital jährlich um viele Millionen. Im Januar verheiratete sich Rockefellers Tochter Alta mit einem jungen Rechtsanwalt von höchst bescheidener Praxis, der auch in der Sonntagsschule arbeitet. 9iockefeller, der in seinen persönlichen Gewohnheiten einer der einfachsten Menschen auf der Welt ish, sagte damals, daß es ihm bei seinem Schwiegersohn nur auf guten Charakter ankomme. Fräulein Aldrichs Vater ist ein Kaufmann aus Rhode Island und ebenfalls Millionär. Er sitzt seit 1881 im Senat, und ist einer der einflußreichsten Männer der republikanischen Partei. Gerichtssaat. e- Gieße«, 28. Aug. (Gewerbegericht). Den Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Die Erdarbeiter Georg Drescher, Wilhelm Failing, Georg Ferber und Andreas Jung von Wald-Girmes klagen gegen den Unternehmer Ludwig Weimer zu Wald-Girmes auf Zahlung von 199 Mk. 72 Pfg. rückständigen Accordlohn. Da der Beklagte trotz ordnungsmäßiger Ladung im heutigen Termin nicht erschienen ist, ergeht auf Antrag der Kläger Versäumnisurteil gegen den Beklagten. — Der Tapezierer Heinrich Wülfing von hier verlangt von der Firma Karl Stückrath hier 350 Mk. Enffchädigung, weil er für dauernde Arbeit eingestellt, aber schon nach V« Jahr nach voraufgegangener 14tägiger Kündigung, entlaffen worden sei. Die Sache soll vorerst beruhen bleiben. Der Kläger behält sich jedoch die Stellung eines Antrags auf Anberaumung eines neuen Termins vor. Wegen Mißhandlung eines Untergebenen hatte sich der Leutnant Reinecke vom Infanterie-Regiment Nr. 164 in Hameln -vor dem Kriegsgericht der 20. Division in Hannover zu verantworten; gleichzeitig war in dieser Sache der Sanitäts-Unteroffizier Grebe als Mitschuldiger angeklagt. Die Verhandlung, zu der 17 Zeugen und der Oberstabsarzt des Regiments als Sachverständiger geladen waren, fand unter Ausschluß der Oeffenllichkeit statt. Der Vertreter der Anklage beantragte den Ausschluß, da in der Verhandlung verschiedene Punkte zur Sprache kommen würden, die das persönliche Ehrgefühl der Beteiligten verletzen könnten. Das Gericht beschloß dem Anträge gemäß, die Oeffent- lichkeit für die ganze Dauer der Verhandlungen auszuschließen, „wegen Gefährdung militärischer Jntereffen". Aus der Urteilsbegründung ergab sich ein schwerwiegender Thatbestand. Der Offizier hatte seine Leute gegen den Befehl in der freien Weser schwimmen laßen. Unter ihnen befand sich der Musketier Meyer IV., der sich freischwimmen sollte, aber nach kurzer Zeit nicht mehr weiter konnte. Nun beschimpfte der Offizier Meyer in der gröblichsten Weise, trat ihm, als er aus dem Wasser wollte, auf die Finger und versetzte chm Stöße in die Seite. Meyer mußte weiter schwimmen, und als er sich erschöpft an ein Floß klammerte, befahl der Leutnant dem Grebe, jenen loszumachen. Grebe that dies, wobei er den Meyer stieß und verletzte. Dieser erkrankte hieraus an einer Rippenfellentzündung, erlitt aber keine dauernde Schädigung an seiner Gesundheit. Aus dem Urteil ging ferner hervor, daß der Leutnant dem Musketier befahl, den Auswurf, den dieser infolge Erschöpfung von sich geben mußte, mit den Händen aufzunehmen und in die Tasche zu stecken. Leutnant Reinecke wurde wegen Ungehorsam gegen einen Dienstbesehl, Beleidigung und Mißhandlung eines Untergebenen zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. Der Umstand, daß Meyer eine dauernde Schädigung an seiner Gesundheit nicht erlitten hat, ließ das Gericht mildernde Umstände annehmen und davon absehen, auf Dienfientlaffung des Angeklagten zu erkennen. Grebe wurde wegen schwerer Körperverletzung zu vierzehn Tagen Arrest verurteilt. Kttteratur, Miffensthaft und Kunst. In der Verlagsbuchhandlung von Gose u. Tetz la ff, Berlin W, erschien kürzlich in der Sammlung „Moderner Effay's zur Kunst und Litteratur", Herausgeber Dr. Hans Landsberg, ein Heft über tlttlOlD vöckli« von Rudolf Klein. Obgleich sich in den letzten Jahren die Böcklin-Litteratur schnell und ausgiebig entwickelt hat, verdient diese kleine Menographie doch besondere Beachtung. Sie erschließt uns, außer den Lebensmomenten des Künstlers, neue intereffante Anschauungen von der Schaffensart Böcklins. In kurzen Abschnitten führt uns der Verfasser den Entwickelungsgang der Künste bis auf Böcklin vor Augen, mit großem Geschick die bedeutendsten Geister und ihren Einfluß auf die Kunstfirömungen der Zeiten mit scharfem Streiflicht beleuchtend. Der alles zusammenfaffende Gedanke dieser Betrachtung ist wohl: Darwin und Richard Wagner bilden, als Typen genommen, Geistes-Pole. Sie lagen in ruhelosem vernichtendem Kampfe, in dem der größten Einer, Friedrich Nietzsche, erlag, während ein Anderer, jahrzehntelang abseits Stehender ihre herrliche Einheit bUdet. M. H. Lus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Die neu arrangierte September-Ausstellung im Kunstsalon von Hermes u. Eo. in Frankfurt a. M. vereintgt eine auserlesene Anzahl Meisterwerke unserer ersten Künstler. Wir finden Werke von A. Böcklin, A. Feuerbach, Teutwart Smitson, Han^s Thoma, Ad. Menzel, Max Liebermann, Wilh. Leibl, Uhde, Schönleber, Lenbach, Gebr. Max, F. A. v. Kaulbach, Otilie Röderstein, alle meist zwei und dreifach vertreten. Von Ausländer sind zu erwähnen F. Courtens, Victor Gilsoul, Paul Mathieu, Fritz Thaulow und ein junger Belgier Ferd. Willaert. Max Klinger sandte eine Bronze Tanzende Mädchen und Jes. Lambeaux-Brüffel eine Gruppe „La seduction". __ UnioerMs Nachrichten. — Ueber vaS «edizirrfiudium der Frauen an den deutschen Universitäten tm Sommer,emester 1901 schreibt Eulenburg In der „Deutsch. Med. Wocher.schr.": „Bet der aktuellen Bedeutung, die die gesetzliche Regelung des FrauenstudtumS und der Zulaffung zur Praxis 'ür den ärztlichen Stand augenblicklich gewonnen hat und voraussichtlich in naher Zukunft in noch verstärktem Maße gewinnen wird,, macht sich der Mangel sicherer statistischer Unterlagen über dm Umfang des gegenwärtigen Fraumstudtums an den deutschen Hochschulm in bedauerlicher Weise fühlbar. Wir habm deshalb geglaubt, durch eine an die sämtlichen medizinischen Fakultäten des Deutschm Reichs, sowie auch Deutsch-Oesterreichs und der Schweiz gerichtete Umfrage zunächst ermitteln zu sollen, wie hoch fich die Zahl eingeschriebener Hörerinnen — da es sich zumeist noch nicht um immatrikulierte Studentinnen handelt — an den etnzelnm Fakultäten gegmwärttg beläuft und wie viele darunt r als deutsche RetchSangehörige für die AuS» Übung der SrzUtchen Praxis in dm nächsten Jahren vorauSfichtlich in Betracht kommen. Dekane der medizinischen Fakultäten Deutschlands babm fast sämUich durch Ausfüllung des zu diesem Zwrcke übersandtrn Schemas unserm Wünschm freundlichst entsprachen — mit alleiniger Ausnahme von Münchm, von wo wir trotz wiederholter Bitte die gewünschte Auskunft nicht erhalten konnten. Unter dm nicht zum Deutschen Reiche gehörigen Universitäten, bet denen wir «nfragtm, haben Wien, Basel und Gens bisher keine Antwort gegeben. Wir laffm nun zunächst die ermittelten Zahlen in tabellarischer Uebnficht folgen: Universitäten Zahl der eingeschriebenen Hörerinnen der Medizin des Deutschen Reichs. darunter Jnnländerinnen Ausländerinnen im Sommersemester 1901 in Berlin .... 25 (Reichsdeutsche) 4 21 Bonn . . . . 5 5 9 — BreSlau . . . 2 2 — Erlangen . . — — — Freiburg i. B. . 18 14 -) 4 Gießen . . — — Göttingen . . — — — Greifswald . — — — Halle a. S. . . 12 3 9 9«) Heidelberg . . . 6 6 0 — Jena . . . . ------ — — Kiel .... — — Königsberg 1 1’) — Leipzig . . . . 24 2 22 Marburg . . — — — Roftock . . . — — — Straßburg . 2 2 — Tübingen . . — — — Würzburg . . . — — — Gesamtzahl 95 39 56 Wie auL dieser Zusammenstellung und dm Anmerkungen hervor- geht, verfügt nur die Minorität der medizinischen Fakultäten Deutschlands bisher über „Hörerinnen" der Medizin, die als solche in das FakultätSalbum eingetragen werden; immatrikulierte Studentinnen haben bisher nur die badischen Fakultäten (Freiburg und Heidelberg). Ganz oder überwiegend ablehnend gegm die Zulassung von Fraum als Hörerinnen verhaltm fich, wie aus den unS zugrgangmm Begleitschreiben hervorgeht, einstweilen die mediztnischm Fakultäten von Kick und Tübingen." 0 Darunter nur 4 eigentlich inskribiert (mit Reise vorn hum. Gymnasium); 1 ohne Reifezeugnis hört nur einzelne Vorlesungm. 2) Darunter 10 „immatrikuliert", 4 (ohne Maturitätsexamen) nur alS „Hörerinnen" eingeschrieben. ») 3 Inländerinnen haben in diesem Jahre baS Staatsexamen absolviert, eine davon ist zum Dr. med. promoviert worden. 4) Russinnen. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd, tn Gtetzm vertretm durch den Agenten S. Looö. Bremen, 30. Aug. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraubm'Postdampfer „Norderney", Kapitän R. Pesch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern Nachmittag wohlbehaltm in Galochon angekommm. in den Schlafräumen herrschte, den Satz aufrecht zu erhalten: „Was wir noch weiter in diesen Häusern, die mit einem verschwenderisschen Aufwand von Mitteln ausgestattet sind, sahen, sind nur ewige Variationen des bereits Geschehenen. Ein solches Tohu va Bohu von unbewußt oder absichtlich gesuchten Geschmacklosigkeiten und unverdauter Formwiedergabe von längst Vorhandenem wird man tauni auf einen so kleinen Raum Zusammentragen, vielleicht nie wieder zu Gesicht bekommen." Es scheint, als wolle sich die Parodie-Ausstellung solcher und ähnlicher Behauptungen in launiger Weise bemächtigen. Wenn's nur glückt! Mit Wort, Ton, Pinsel, Meißel kann nian parodistisch arbeiten — aber in der Sprache des Architekten läßt sich eine eigentliche Travestie schwer zu stände bringen. Einzelne Vorwürfe wie „Wiener Gschnasausstellung", „Schießbude", „Waffelbude" sollen, dem Programm nach, allerdings ausgebeutet werden. Hoffentlich hat man auch die Sedersche Bezeichnung „Me- uageriebude" für das Ernst Ludwig-Haus nicht übersehen! Doch zurück zu Ludwig Habich. Ter Witz findet an. seinem .Hause so gut wie gar keine Operationsflächen, und in dem Katalog, den wir etwas individuell gefärbt gewünscht hätten, kommen auch nicht die geringsten Ambitionen zum Vorschein! Ein Register — nichts weiter wird gegeben. Das wirkt äußerst beruhigend auf krakehlsüchtige Gemüter, freilich auch enttäuschend auf solche, die gerne einige Anhaltspunkte erhalten möchten. Wer durchaus tadeln will, kommt schließlich auch hiier auf seine Rechnung; freilich oft in höchst drolliger Weise. So hörte ich neulich in voller Entrüstung einen älteren Herrn zu einer Dame sagen: „Aber das werden Sie doch zugeben, gnädige Frau, daß man diese Treppen unmöglich gehen kann, wenn man etwas im Kopfe hat!" Auch ein Standpunkt! Ein anderer ereiferte sich über die Kopie des Parthenon: Frieses, in dex „Halle", weil er ihn für eine Habichsche Arbeit in „unmöglichem Jugendstil" hielt! Dabei möchte ich nochmals hervorheben, was ich schon einmal im Anfänge der Ausstellung gesagt, daß das Habich-Haus an seinen Innenwänden reichlichen Platz für bildlichen Schmuck besitzt, und auch in ergiebiger Anwendung zeigt. Wir finden im Erdgeschoß, wie in den oberen Räumen Gemälde, die Selbstzweck sind und nicht nur „dekorativ" in Betracht kommen. Ter Gold ton spielt eine hervorragende Rolle bei Habich. Die Hausthür, diese porta aurea, ist an sich schon ein Glanzstück, ebenso das neben der Halle links liegende blaue Zimmer, dessen Wände tu gleichem Glanz erstrahlen. Dabei jedoch kein grelles, unruhiges Geflimmer — sondern klare, antike Einfachheit. An der Anlage des Baderaumes übertrifft das Habich- Haus alle Nachbargebäude. In diesem giebt sich der elastische Sinn zu erkennen, welcher in ununterbrochener Fühlung mit der Formenwelt der Griechen und Römer geblieben ist. Tas zeigt sich auch an der schön empfundenen Brunnenfigur an der Wand des Olbrichschen Hauses owie an verschiedenen Statuetten. Wenig Anziehungskraft übt in der Ausstellung der „Blumentempel". Tas blau angestrichene Oktogon recht- ertigt diesen Namen durchaus nicht; das ihm zu Grunde liegende „künstlerische Thema" zu zeigen, in wie weit es möglich wäre, auf einem kleinen Raum, der gewiß jedem Hause für den Blumenkult abgezwungen werden könnte (!!) blühende Pflanzen in Verbindung mit künstlerisch erdachten Schmuckgegenständen — etwa Bronzen oder Keramiken aufzustellen, — hat eine sehr mangelhafte Bearbeitung gefunden. Namentlich die Frankfurter, die durch Palmen- und Zoologischen Garten ganz andere Arrangements gewöhnt sind, staunen über die Dürftigkeit der Anlage, die um so auffallender zu tage tritt, als sie sich inmitten eines wundersam üppigen Parks erhebt. Jagdschloß Wolfs garten. In der soeben erschienenen Nr. 35 der Jll. Jagdztg. „St. Hubertus" (Verlag von Paul Schettlers Erben in Köthen) finden wir eine Abbildung des Schlosses Wolfsgarten nebst! Medaillonporträt des Großherzogs Ernst Ludwig. Dazu schreibt „Rancillio" folgendes: Im schönen Hessenlande, wo Großherzog Ernst Ludwig als eifriger Jäger und Heger waltet, giebt es noch brave Hirsche, die in ihrem Eharaktertypus dem Elbe- und Oder- Hirsch ziemlich nahe stehen. Ein bedeutender Wildpark ist es, von über 2500 Hektar Wald und Wiesen, die das groß? herzogliche Leibgehege Kranichstein bilden. Jagdschloß „Wolfsgarten" abex, bei Langen, 'aus dessen altersgrauen Mauern leider so wenig an die Oeffenllichkeit dringt, birgt fast jedes Jahr einen hohen Jagdgast auf längere Zeit. Ter Schwager des Großherzogs, Zar Nikolaus von Rußland, mit seiner erlauchten Gemahlin hält dort Einkehr zu fröhlichem Gejäide, denn der deutsche Wald und sein Wild läßt den Wunsch auf Wiedersehen immer wieder gerne reg werden. Ta ziehen die Hohen dann nach alter Sitt' und Brauch hoch zu Roß hinaus zur Beizjagd, denn Zar Nikolaus ist ein eifriger Verfechter dieser alten edlen hergestammten Jagdart, die leider in den deutschen Landen keinen Protektor mehr finden will, so daß wieder das Beizzeug aus den alten Rumpelkammern der Schlösser hervorgeholt werden kann, wo es jetzt den Motten und Spinnen einen willkommenen Unterschlupf gewährt. Ter einzige Fürstenhof im großen deutschen Reiche ist es, an dem man der Beizjagd noch huldigt, und der Zar nebst seiner hohen Gemahlin übt mit Vorliebe die Jagd mit dem Falken aus. Bis zu Wochen dehnt sich der Aufenthalt des Zaren im Jagdschlos Wolfsgarten aus. Ist dieses doch der Ort, wo seine hohe Gemahlin ihre Jugend verbrachte, die dort auch als eifrige Jägerin manchen Braven erlegte. Ebenso ist die Großherzogin von Hessen eine passionierte Jägerin, die es ihrem leider so früh Heimgegangenen Vater, dem Herzog Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha nachthut, Wild und Wald zu verehren und zu schätzen. Tie im Jagdschloß zu Wolfsgarten schön arrangierte Trophäen-Samm- lung ist, eine der bedeutendsten auf dem Kontinent, und durchweg sind die frei zur Schau gebrachten Präparate vollendete künstlerische Kabinettstücke. Ein Dreistangengeweih, ein starker Sechzehnender, wurde von dem Großher^og am 24. August. 1900 im Wildparke Kranichstein erlegt und zierte auch mit einem kapitalen Achtzehnender und zwei braven Vierzehnendern aus demselben Wildparke, nebst den guten Geweihen aus den großherzoglichen Oberförstereien Vierheim und Lampertheim, welches freie Wildbahnen sind, die diesjährige Berliner Geweihausstellung. Durch rationelle Fütterung mit Hohlfeldschem Pulver und künstliche Düngung der Waldwiesen mit ihrem roten Sandboden, des weiteren die reichliche Winterfütterung find die Ursachen, daß feit einigen Jahren schon die Geweihbildung des dortigen Rothirsches sich sehr gehoben und sicherlich ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Möge vielleicht das nächste Jahr schon zeigen, daß die großherzoglichen Leibgehege ihr bestes hergeben zur Freude oes hohen Jagd- Herrn, dieses Gönners der grünen Gilde, dem ein Weidmannsheil stets gesichert bleiben soll. Man schreibt uns aus Darmstadt: | „Die litterasrifdj - künstlersiche Gesellschaft hat am Geburtstage Goethes ihre alle zwei Wochen wiederkehrenden Vereinsfitzungen wieder ausgenommen und zwar mit einem Vortrage des Prof. Dr. Otto Hamack über: „Wandlungen des Urteils über Goethe. Aus dem gediegenen Vortrag, an den sich eine kleine Diskussion schloß, ergab fich, daß diese Wandlungen gleich laufen mit den bedeutendsten Wendepunkten in unserem litte* rarischen Leben. An diesen Gesellschaftsabenden sind regelmäßig vertreten Mitglieder der jungen, rührig strebenden „Sodener Dichter-Kolonie". KMudnivm 21 4 22 KJ? Mia knburg kT ?iAPrvH unb ÜQitnj’ S'M ;S6 Km RM ^Skschrteierin Aertr etu, ’Ät! ■te '•‘•'N* ®- N« btr, btt btttti uh tatort-fi » tibtHttiHö 1(68. - Ä* ’•«. r-2 ?',"W SÄ MteU/ Mie GNlp^ 66 «rtungen Helm- tultäten tollt «IS solchr In bt! It Stubmitaiai unb HeWti? img von grauer. oiatnm Stglifr Men von Lirl M vvw W- LMW-rv. iluxUWmoi) 16 StuisiMin öorbtn. 8,2oiL ZdtgM] Jo n R. P-sch, w iilig lvohlbchtlikr Mr hervor- und Spinnen Ter einzige , dm mW ,|t Mr W em Falken aus. des Zaren im ich der DrtJJ achte, die dort erlegte. W eine Ete ‘aangenenwv lanachthutM «Die im^ -rophäen-^. Kontinent, u ■asfij Ami»- nedst den W Förstereien» *5 r«ti- u»b ** ?Hs en und P L$ SfeS •'rfie ÄesA KL rührtö1 4576] Das letzte Obergeschoß in meinem Neubau, Nordanlage, besteh, aus 6 ger. Zimmern, Badezimmer, Bleichplatz, Trockenboden rc., per 1. Oktober d. I., eventl. früher, zu vermieten. Wikh. Kansteio. ______Stephanftraße 15, parlerre. Ostanlage 29 3308] 3 Zimmer, von denen ein- mit Kochherd versehen ist, zu vermiete«. Näheres auch vei Herrn Klees, Süd- anlage 68.________________ Ludwigstratze 46 4191 6-Zimmerwohnung zu vermieten. 5122] Ludwigstraße 13 ist der zweite Stock, 5 Zimmer nebst Zubehör und Garlenanteil, per ersten Oktober 1901 zu vermieten_______ Wegen Wegzug deS Bau-Inspektors En de res ist besten seither innegehabte Wohnung, bestehend aus 6 Zimmern m. 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Heinrich Spengler, Kaufmann dahier, mit Etisabethe Mang, geb. Ettel«, hterselbst. 24. Otto Peter Berth, Regierungsbaumeister in Alsfeld, mit Auguste Susanne Seth dahier. 26. Friedrich Heinrich Christian Franz, Lehramtsassestor in Groß Umstadt, mit Johanna Albrrttne Johannette Sophie Marte Emma Fuhr dahier. 27. Wilhelm Georg, Grohh. Beztrkskaffeasfistent in Maioz, mit Luise Christiane Kinzenbach dahter. 27. Heinrich Schraner. Schlosser dahier, mit Pauline Zink Hierselbst. 27. Wilhelm Bmder, Taglöhner in Wetzlar, mit Ar na Rausch dahter. 28. Christian Kahl, Schutzmann In Bielefeld, mit Emilie Florentine Elisabeth Brasch dehter. 28. LoutS Max Schicker, Schlosser dahier, mit Margarethe Rosa Linke hterselbst. 29. Johann Georg Scholl, Metzgermeister tn Ostenbach e. M., mit Emilie Noll dahirr. 30 Friedrich Wilhelm Gottfried Hofmann, Schutzmann in Bielefeld, mit Margarethe Jung dabter. 30. Wilhelm Schutt, Bäcker dahier, mit Margarrthe Carl hterselbst. 30. Wilhelm Johannes Edel, Bäcker dahter, mtt Katharine Krteb hterselbst. Eheschließu«ge«. August. 27. Ludwig Raab, Feldwebel dahier, mit Maria Betz tn Eschenrod. 30. Jakob Müller, Wegewärter auf dem Nikolausstollen bet Oberscheld, mtt Eltsabrthe Sack dahter. Geburten» August. 19. Dem Eis ndrrher Karl Enz eine Tochter, Lina Anna Henriette. 20. Dem Monteur August Hotz ein Sohn, August Heinrich Martin. 22. Dem Kaufmann Bernhard Stern ein Sohn, Walter Salomon. 22. Dem Fuhrmann Heinrich Otto ein Sohn, Wilhelm Friedrich. 22. Dem Glaser Wilhelm Kretz eine Tochter. 23. Dem Kutscher Heinrich Vö.'pel ein Sohn, Heinrich. 24. Dem Lehrer an der G-werbeschule Wilhelm Mühlberger ein Sohn. 25. Dem Bremser Balthascr Dappcr ein Sohn. 26. Dem Hoboisten Wilhelm Andrä eine Tochter, Clara Eva Karoltne. Gestorbene. August. 8. Elisabethe Vogelhöser, geb. Habermehl, 50 Jahre alt, Ehefrau deS Zigarrenmachers Wilhelm Vogeldöfer dahter. 28. Katharine Philipptne Goldstein, 2 Monate alt, Tollster deS Mechanikers Bttu» Georg Goldstein dahier. 29. Emilie Margarethe Magdalene Rinn, 9 Monate alt, Tochter deS Hausverwalters Johannes Rinn dahter. 29. Margarethe Koch, geb. Schneider, 39 Jahre alt, Ehefrau des Restaurateurs Anton Koch dahier. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Zur Affaire Terlinden. Wie aus Oberhausen gemeldet wird, ist j tzt fettens ,des Untersuchungsrichters auch ein Haftbefehl gegen die Erzieherin Berth, Bartd erlassen worden. Wie erinnerlich, hat die B. die von Terlinden gefälschten Wechsel mtt ihrem Namen gegengezeichnet und dürfte sich so der Bethllfe zum Bettug schuldig gemacht haben, '^stuch ist sie von einem Ingenieur der Fabrik etnrS Sonntags dabet erwischt worden, rote sie mtt der Frau TerltndenS einen Korb mtt Papieren verbrannte, von denen man behauptet, dah es Geschäftsfachen waren. Dte Barth stammt auS der Gegend von Metz. Kandwirtschast. — Einkauf der Proviantämter. Man schreibt der „Dtsch. Tagesztg.": Ich habe 200—300 Zentner Roggen in verflossener Woche verkaufen wollen. Da ich wußte, daß der Müller tn Fulda, frei Fulda, 145—146 Mk. pr. Tonne zahlte, aber erst tn 8—14 Tagen abnehmen wollte, offerierte ich den Roggen dem Proviantamt Hanau Inzwischen kam ein Händler auS Kassel zu mir, säh den Roggen und bot 147,50 Mk. ab meiner Station tn Käufers Säcken ohne Gegengeschäft. Heute bietet das königl. Proviantamt Hanau mir für denselben Roggen 134,50 Mk. pr. To. frei Hanau tn Käufers Säcken. Ich habe »ach Hanau ca. 68 Mk. Fracht, dazu die Fracht der leeren I Säck: ca. 2 Mk, in Summa 70 Mk. Unkosten auf 200 Ztr. Roggen. Das Proviantamt bietet also 13 Mk. per Tonne weniger wieder! Händler. Gingefandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Krankenversicherung der Handlungsgehilfen- Dic Errichtung einer Ortskrankenkasse für kaufm. Angestellte, mit der sich der hiesige Kaufm. Verein und Detail.-Verein gegenwärtig beschäftigen, dürfte wohl die behördliche Genehmigung kaum erhalten, denn nach einem Beschluß des Künigl.-Preuß, Ober-V-rwaltungsgerichtS III Senat 4/2 1897 sind die Ortskrankenkassen für nur kaufm. Angestellte untersagt und die bereits gegründeten Kassen wieder aufgelöst worden. Wenngleich Gießen nicht preußisch ist, so kann es doch keinem Zweifel unterliegen, daß man jetzt auch in anderen Gegenden Deutschlands nicht mehr Ortskrankenkasien für Handlungsgehilfen als zu recht bestehend, genehmigen würde, nachdem der höchste preuß. Gerichtshof sie auf Grund des Krankenv-rsicherungs- gesetzes als unzulässig erklärt hat. Die Lage der Sache wäre also die, daß äuch die zu gründen beabsichtigte Octskrankenkasie für kaufm. Angestellte, das gesamte Personal umfassen würde, was in einem Geschäft thätig ist, a'.so Hausdiener, Packer, Laufburschen, Verkäuferinnen, Buchhalterinnen usw. mit dm Handlungsgehilfen alle in eine Ortskrankenkasse. Inwiefern damit die Unterzeichner deS dieser Tage verschickten Cirkulars daS Standesintereffe der Kaufleute zu wahren beabsichtigen, ist kaum verständlich, jedenfalls aber unrichtig. Als Handlungsgehilfe und Mitglied des Kaufm. Vereins möchte ich erwähnen, daß es wohl richtiger wäre — das Standesintereffe würde gewahrt und die soz. Wohlthaten würden größer fein — wenn der Kaufm. Verein einer größeren leistungsfähigen VerbandSkrankenkaffe seinen Bestritt — außerordentliche Mitgliedschaft - erklärte, was nur, so viel mir bekannt, einen Jahresbeitrag von 30 Mk. für den Verein erforderlich machte. Die Mitglieder haben dann die Vergünstigung des freien Beitritts und verlieren beim Verzug kein Recht, was doch die Hauptsache sein dürfte, aber in einer Ortskrankenkaffe der Fall ist. Ferner können die Mitglieder alsdann die Stellenvermittelung renützen und an den sonstigen wohlthätigen V-rbandsemrtchtungen, teil nehmen. Sollte der Kaufm. Verein jedoch anderer Meinung sein, so -dürste daS Ehrgefühl eines jeden Handlungsgehilfen ihn veranlaffen, fein Standesintereffe durch Beitritt zu einer leistungsföhigen, überall verbreiteten Derbandskrankenkasse zu wal r n. Ein Handlungsgehilfe. r j Asphalt - Dachpappen, Asphalt- Isollr- DC1Ufach. Platten> Patent-Falztafeln „KOSMOS“, Holzcement, Lacke, Carbollneum, Asphalt- material aller Art, sowie fertige Asphaltlrungen preiswürdig bei A. W. Andernach in Beuel am Rhein. Muster, Proppecte, Preise postfrei und mnsonstl Zu haften in Gießen auf der Fabrik - Niederlage bei Hern Wllh. Textor, Wallthorstraße 6. 8897 Leichte Sommer-Flammeris. Wenn die warmen Tage kommen, schwinden die heißen Puddings. Leichtere Speisen, die das Blut nicht erhitzen, sondern kühlend und erfrischend sind, werden dann bevorzugt. Eine der gesündesten von diesen, den Kindern wie auch Großen immer willkommen, ist ein Milch- oder Frucht-Flammeri aus Mondamin. 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(Zu haben, wie auch Maggi'S Bouillon-Kapseln und Maggi'S Gemüse- und Kraftsuppen, in allen Kolonial- und Delikateßwaren-Geschäften). 5812 Brovprerfe vom 1. bis 15. September. 1901. Der hiesigen Bäcker. ! Kg. (2 Pfd.) Lafelbrod 28 Psg i Kg. (2Pfd.) Schroarzbrod 24 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod 56 , 2 Kg. (4Pfd.)Schro«rzbrod 48 , 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 26 , 8 Kg. (6Psd.)Schroarzbrod 72 , 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 52 , Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrod bei: L. Schmidt, Gr.-Ltnden - 24 H W. Weitzel von Lang-Gön« 24 W. Steinmüller, Lang-GönS 24 , C. Post von Wieseck . . 26 , 2 KUogramm (4 Pfund) Weißbrod bei: Wilh. Fabel von Wieseck 48 H W. Steinmüller, Lang-GönS 48 H ß. Schmidt, Großen-Ltnden 48 , W. Weitzel von Lang-GönS 48 „ C. Post von Wieseck . . 52 , 1 Kilogramm (2 P^:n^'» Schroarzbrod bei: L. Schmidt, Grotzm-Ltndm 22 W. Weitzel von Lang-GönS 22 H W. Steinmüller, Lang-GönS 22 , 2 KUogramm (4 Pfund) Schroarzbrod bei: L. Schmidt, Gr.-Linden . 44 Karl Post von Wieseck . 44 W Weitzel v. Lang-GönS 44 „ W.Steinmüller o.Lang-GönS 44 , Gust. Jakoby, Alten-Buseck 44 , 8 KUogramm (6 Mund) Schroarzbrod bei: BH®. Fabel von Wieseck . 66 C. Post von Wieseck . . 66 „ Gust. Jrkoby, Alten-Bustck 69 „ Der Brodverkäufer. vei den hiesigen Brodverkäufern bestehm Ncfelften Preise roii bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 30. August 1901. Grobherzogliches Polizetamt Gießen. __________________I. V.: Roth._____________________ Stühle in gräßter Auswahl uuv alle« Preislage« bei größter Dauer» Hastigkeit empfiehlt die Ltuhl-Schrewerei non Philipp Henkel 14 Toosenstraße 14. Neparatnren gut und vilkig.___________________________5547 Magdeburger k-ASM Lebens-Verficherungs-Gesellschast gewährt U«fallvetficheru«g auch für Seereisen und Aufenthalt m fremden Ländern (Weltpolice) zu billigsten Prämien unb günstigsten Bedingungen. 2612 Vertreter für Hießen: General-Agentur H. Kried, Goethestr. 46. 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