Nr. 203 Zweites Blatt. Freitag de» 31. AuM 1OOO O*a«#a« W lej ——» «.uu^aic cmirejyeu. rrucy oas otoifion die, wie aus Hongkong gemeldet wird, einen I Kriegsministerium und das Reichs-Marineamt haben Dele- vorzüglichen Eindruck macht, bleibt deshalb vorläufig dort, nur das Linienschiff „Wörth" geht nach Taku ab. Das Die Wirren in China. Der zweite Admiral des deutschen Kreuzergeschwaders, Kontre-Admiral Kirchhoff, telegraphiert aus Taku vom 26. August: Kapitän Pohl meldet aus Peking vom 22. August: Die Kompagnie Hecht mit 94 Mann und Proviant ist heute hier eingetroffen. — Generalmajor v- Höpfner meldet unter dem 24. August aus Tientsin: DaS 1. Bataillon muß jetzt in Peking fein; die Meldung steht noch aus. Die Bahn von Tientsin nach Yangtsun ist in Betrieb, die Strecke Yangtsun-Pcking in absehbarer Zeit "°ch nicht- Ich trete den Vormarsch auf Peking bis Nang- tsun zum Teil per Bahn am 24. August an. Ein undatierter Bericht des amerikanischen Gesandten LÄ5I, ^2000 Deutsche, also das 1. Seebataillon, that- Schuch m Peking eingetroffen feien. Auch russische Truppen werden, wie Reuter mitteilt, fortwährend von Taku und Ttentfin nach Peking vorgeschoben. Sie sind offenbar be- ftS» Oberhand die Besatzung der Hauptstadt zu ver- stärken, denn wir haben eine Reutermeldung, daß die ver- bündeten Truppen am 21. August von Peking aus den Vormarsch nach Süden angetreten und nur „einige Mannschaften" «um Schutze der eingeborenen Christen zurückgelassen haben. Die Japaner sollen den kaiserlichen Sommerpalast besetzt ®nhÜCTUtI^ ?a8 9agbf4Io6 in dem Nanhaitsepark im ©üben der Stadt Welchen Zweck die Verbündeten mit Voicharsch nach Süden verfolgen, ist nicht ohne weiteres klar. Die Hoffnung, jetzt noch der kaiserlichen Familie hab- past zu werden, nachdem sie einen Vorsprung von etwa zehn ^agen hat, erscheint kaum erfüllbar, es sei denn, daß Kavallerie der Verbündeten die Bedeckung der Kaiserin gestellt rirfL'r fkft!aIre;räß Verstärkung eintrifft. Wahrschein- fubIr^ °on Peking eine stärkere chinesische ^^671010^1 gemelbet worben ist, mit ber, ba die mili- tart)<9e Bermchtung bed Gegners bas Ziel jedes Heerführers W Sr^<_a^0erc^net werben muß. Man erinnert sich dabei der früheren Nachricht, südlich von Peking habe sich eine Hinesische Truppenmacht verschanzt, die von den befähigtsten chinesischen Generälen befehligt werde, und der andern, die gutgeschulten Truppen YnanschikaiS rückten von der Grenze SchantungS auf die Hauptstadt vor. Nächstes Ziel dieser -Bewegung der Verbündeten scheint Paotingfu zu fein, denn vom 26. dS. wird aus Tientsin von japanischer Seite gemeldet, daß die Besetzung dieser Stadt durch japanische Truppen in Aussicht stehe, von Taku aus sollen japanische Streitkräfte direkt nach Paotingfu unterwegs sein. Pao- tmgfu war ehemals, bevor der Sitz des Generalgouverneurs nach Tientsin verlegt wurde, die Hauptstadt der Provinz Tschilt. Bis zu dieser Stadt war die Luhanbahn (Peking- I Hankau) ausgebaut, und hier begannen im Frühjahr die Boxer ihr Zerstörungswerk und ihren Raub- und Mordzua «ach Norden. 8 a Nach Bekanntmachung des ältesten Admirals waren am 18. folgende Truppen ausgeschifft: von England 189 ^jnätcie, 5942 Mann, von Amerika 155 Offiziere, 4470 iTe£ranrrei^ 115 Offiziere, 2903 Mann, von YqIao " Osfizlere, 2<7 Mann, von Japan 573 Offiziere, ü°n Rußland 275 Offiziere, 11500 Mann fin? r 13^ °^icrc und 44 600 Mann.) Das tTiebsläbch "'Schanghai soll am 7. September be- mebsfahlg fern. Nach einer Meldung des Kommandanten ^etiM n^mmrr l-V“ ^graphische Verbindung mit Peking noch immer häufigen Störungen ausgesetzt. I 25 ™r«U rtlitb au8 Tientsin Dom 25. August gemeldet 50 Amerikaner sind heute hier I von Peking an gekommen, nachdem sie fünf Ta« »u Sch.fi g-r-tst sind. Die amerikanisch- Intendantur triM Vorkehrungen, um ausgedehnte Winterquartiere in Tongku einzurichten. 4 ,ere ln Telegramme bed «ieheuer Anzeigers. Bremerhaven, 30. Ausust. Hier sind lange Züge I mit Material cingetausen. Auf der „Darmstadt" werden I die für den Grafen Waldersee und fein Gefolge bestimmten Equipagen verstaut. Die Reihe der neu hinauogeheuden Schiffe eröffnen am Freitag „Palatia", „Darmstadt" und I „Andalusia", die rund 3950 Mann und 180 Fahrzeuge I mit sich nehmen. Sie werden heute abend Har zum Auslaufen sein. Auch „Hannover", „Krefeld", „Roland" und I „Valdivia" hofft man bis dahin ebenso weit zu bringen. L o n d o n, 30. August. Der hiesige chinesische Gesandte I erklärte, Li-Hung-Tschang sei noch in Shanghai. Er, I der Gesandte, habe noch am 26. August ein Telegramm von ihm erhalten. — Der „Seeadler" fährt heute nach Hongkong. _ - xv London, 30. August. Aus Peking wird gemeldet: Die Amerikaner und ein Teil der E n g l ü n d e r besetzten die Mauern der Chinesen ft adt, um einen I eventuellen Anyriff von Süden her zuruckzuweisen. Der Fr e m d e n - K i r ch h o f ist in unerhörter Weise geschändet worden. Die Einzelheiten hierüber sind solcher Natur, daß sie nicht veröffentlicht werden können. Jeder Tag bringt neue Enthüllungen über die von den Chinesen verübten Schon d that en. Unter den Europäern herrscht allgemein die Ansicht, die Chinesen müßten eine exempla rische Strafe erhalten, damit das Volk sich zeitlebens daran erinnert. Mau ist ebenfalls der Meinung, daß wenn die K a i s e r st a d t nicht dem Erdboden gleich gemacht und der Palast nicht zerstört wird, die Chinesen dies als ein Zeichen von Schwäche auslegen würden, wodurch die Aussicht auf neue Unruhen noch vergrößert werde. (Das ist eine Ansicht, die wir durchaus nicht teilen können. Dadurch wäre u. E. nichts gewonnen, und es würde den Chinesen durchaus nicht den Eindruck hinterlassen, worauf es wesentlich ankommt, daß wir eine Häher stehende Zivi lisation besitzen als bae ihrige. D. Reo.) London, 30. August. Die Absendung einer vierten Brigade nach Shanghai ist infolge eines Befehles rückgängig gemacht worden. Die Brigade begiebt sich nach Amoy. London, 30. August. Aus Shanghai wird vom 29. August gemeldet: Ein französisches Bataillon, ist hrer gelandet. Der englische General Creab hielt eine Truppenschau über die internationalen Truppen ab. London, 30. August. Aus Tientsin wird vom! 29. ds. gemeldet: In der Umgegend ist alles ruhig. Circa 1000 Mann russische Truppen sind nach Peking abgegangen. Washington, 30. August. (Kabelmeldung der „Paris-Nouvelles") Infolge einer gestern abend abgehaltenen Konferenz beschloß der Präsident Mac ttinley, heute morgen einen Ministerrat abzuhalten, um über die von den europäischen Mächten mitgeteilten Noten zu beraten. Es verlautet, daß die Regierung, welcher der Ton der europäischen Noten mißfallen hat, beabsichtige, den General Chaffee und die amerikanischen Truppen aus China sofort zurück- zurufen. (?) Washington, 30. August Gestern wurde im Ministerrate die Antwort Rußlands auf die amerikanischen Vorschläge diskutiert. Obgleich der Wortlaut der Antwort nicht veröffentlicht wird, heißt es, Rußland hätte die Beschuldigung, eine Einzel-Politik in China zu betreiben, zurückgewiesen und erklärt, dieselbe Politik wie die Vereinigten Staaten zu verfolgen. Rußland fort ebenfalls Unterhandlungs - Vorschläge gemacht haben, die von den Vereinigten Staaten als verfrüht abgelehnt worden feien. 80 Ki».: chch. Darren- machen «.Schneid«^ Ohm dohu vou __5783 lut zuvnWhn I28,1 'Vttlkcht 5690 Absam», MW sofort grsuchi. l HaaS jr. fltfud)!. 6708 * scknchu । MW zwei größeren eres Gelter»- ene).______6756 tigeS L wei Leßmäbtfn »fud)t. 6550 üudwgstraße!<■ ^tmstmLdchen »arktploh 22, alte? inm !• ero' frischung der Mannschaften ausgestellt. Daß sie nicht in Anspruch genommen wurden, ist wohl selbstverständlich; denn ein ins Feld ziehender Krieger ist doch wohl einer andern Liebesgabe wert, als eines Kübels voll Wasier. Dies merkten wir in Schwetzingen. Dort wurden wir von Damen und Herren empfangen, die uns Bier und Zigarren in Hülle und Fülle schenkten. Auch konzertierte während des Aufenthalts die Kapelle der 21er Dragoner, -jti Darmstadt war das Leben und Treiben, fast lebensgefährlich. Wir wurden dort von dem Großherzog von Hessen empfangen. DaS Tücherschwenken der zu Tausenden erschienenen und an Fenstern und auf Dächern lagernden Leute wollte kein Ende nehmen. Auch hier war eine Regimentsmufik erschienen. Nun ging es nach Sachsenhausen, wo wir zu Mittag speisten. Die Bevölkerung war geradezu außer sich vor Begeisterung. Wo sich ein Mann von uns zeigte, wurde er sofort von einer Menschenmenge umgeben, die ihn teils ausfragte, teils beschenkte. Die Abfahrt von Sachsenhausen, der Prinz und Prinzessin Friedrich Karl vonHessen beiwohnten, erschütterte uns. lieber Geleisanlagen hinweg, auf Personenwagen, Häusern, an allen Fenstern standen Leute, um uns mit donnernden Hurrahs Lebewohl zu sagen. ..... So ging die Fahrt bis nach Bremen. Hier wurden wir nochmals reichlich beschenkt. Als wir den Zug bestiegen, war der Bahnhof dicht besitzt von der vornehmen Bevölkerung der Stadt, die uns freundlich verabschiedete. Damen und Herren aus der ersten Gesellschaft gaben uns die Hand und geleiteten uns zum Zug. Unter den Klängen des Liedes „Deutschland, Deutschland, über alles", sowie Hurrarufen setzte sich der Zug in Bewegung nach Bremerhaven. Hier wurden wir sofort eingeschifft. Nachmittags 3 Uhr, nachdem auch das 2. Bataillon (Bayern) angekommen war, erschien Prinz Heinrich, um uns zu verabschieden. Der Prinz war sehr ernst, als er die Truppen musterte. Um 530 stach die „Phoenicia" in See. Eine Matrosenkapelle spielte und donnernde Hurras erbrausten. Prinz Heinrich stand, unbeweglich salutierend, auf der äußersten Molenspitze und schaute dem davonfahrenden Dampfer nach. Bor der Wesermündung blieben wir vor Anker, bis der „H. H. Meyer", der ebenfalls in See gegangen war, nachkam. Am Sonntagmorgen 5 Uhr wurden die Anker gelichtet und es ging nun in die offene Nordsee. Bei dem hohen Seegang hatten wir viel zu leiden. Die Fahrt durch den Kanal war im allgemeinen recht unruhig. Wir hatten fast fortwährend Regen und heftigen Wind, ebenso auf der Fahrt im Golf von Biscaya. Mittwoch klärte sich das Wetter aus und das Meer wurde ruhig. Während wir bis zum 8. kein Land zu sehen bekamen, vertrieb man sich die Zeit mit Exerzieren und Turnen an Bord...... Bei Gibraltar konnten wir durch das Fernrohr über 100 Geschütze beobachten, die die Straße beherrschen...... Heute sind wir an der Insel Malta vorbeigekommen...... ....................... Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts telegraphiert, daß die Truppen des Generals Buller am Abend des 28. Machadodorp eingenommen Huben. Der Feind leistete sehr geringen Widerstand und zog sich in nördlicher Richtung zurück, verfolgt von der berittenen Infanterie Dundonalds. Letzterer tonnte die Verfolgung nicht über Helvetia hinaus fortsetzen, weil das Terrain schmierig ist und der Feind eine Stellung besetzen konnte, die zu stark ist, als daß er von Berittenen daraus hätte vertrieben werden können. Buller scheint nur geringe Verluste gehabt zu haben. French setzte heute den Marsch bis nach Elands- sontein fort und vertrieb den Feind ohne Schwierigkeiten aus dem Orte. Der Feind zog sich so schnell zurück, daß er sein Essen warm im Stiche ließ. French kann von Elandsfontein -nach Machadodorp sehen^nd ftefyt1 mit Buller in Signalverbindung. Die über die Eisenbahn zurückgegangenen Abteilungen der Buren haben jenseits der Eisenbahn Stellung genommen in einem Gelände, das nach der uns vorliegenden Karte für die Verteidigung noch günstiger zu sein scheint, als das verlassene. Diesen Stellungen gegenüber stehen jetzt die englischen Vorposten bei Helvetia und Elandsfontein, zwei Orte bezw. Farmen in derselben Breitenlage, und damit haben jetzt die Engländer eine nördliche Front gewonnen. Bei Elandsfontein steht French. Seine Aufgabe sollte offenbar sein, eine Ueberflügelung der Buren im Norden vorzunehmen. Er hat diese Aufgabe nicht lösen können, sei es nun wegen der Geländeschwierigkeiten, sei es infolge des Widerstandes, den er gefunden. Jedenfalls liegt Elandsfontein südöstlich von den Swart- kopjes, jenen Bergen, hie French an der Straße Belfast- Lydenburg besetzt hatte. Nach diesem ersten Teile des Kampfes wird man also weiter nördlich auf eine Fortsetzung des blutigen Ringens gefaßt sein müssen. „Daily News" meldet aus M a f e k i n g vom 28. ds.: Methuen ist hier mit seiner Abteilung angekommen. Carrington, der in Malmani verbleibt, hat verschiedene Gefechte gehabt, worin sich die Neuseeländer besonders auszeichneten. Die Burendeputation ist am Dienstag aus Petersburg in Berlin eingetroffen und hat ihre Reise nach Holland fortgesetzt. e General Sir Charles Darren ist soeben aus Südafrika zurückgekehrt, wo er zuletzt Gouverneur von West- griqualand war. Obwohl der General einem Preßvertreter ausdrücklich erklärte, daß er sich vorläufig nicht öffentlich über den Feldzug in Natal äußern wolle, so ist doch bekannt geworden, daß Sir Charles Warren durchaus nicht die Absicht hat, auf die Dauer zu schweigen und sich alle Kritik ruhig gefallen zu lassen; er hat bereits durch Lord Roberts eine eingehende Begründung seines Verhaltens am Spionkop dem Kriegsministerium eingesandt. General- Warren setzt darin auseinander, daß er gar nicht für die Besetzung des Spionkops gewesen sei, sondern daß er dem ^berstkommandierenden in Natal einen andern richtigeren Vorschlag unterbreitet habe, den General Buller erst abgelehnt und nachher doch habe annehmen müssen. Als er aber den Befehl erhalten habe, den Spionkop zu besetzen, habe er die für die Umstände günstigsten Be- timmungen getroffen. Der Erfolg des Manövers habe ediglich davon abgehangen, ob der Platz bis zum Auf- ahren von Artillerie hätte gehalten werden können. Die Aussagen der gefangenen Buren und die schließlichen Erklärungen der Anwesenden bestätigten, daß die Pläne des Generals bereits begonnen hätten, erfolgreich zu wirken und daß die Buren schon ihre Geschütze hätten zurückziehen wollen, als ohne des Generals Vorwissen dem Oberst Thorneycroft der Befehl über den Spionkop übergeben und der Rückzug beschlossen worden sei. Abgesehen von seinem Verhalten am Spionkop «wird Sir Charles Warren auch noch sein Feldzug in Westgriqualand, besonders das unglückliche Gefecht bei Faberputs zum Vorwurf gemacht. Da zufällig die meisten Kriegskorrespondenten bei diesem Gefecht fehlten, ist das Gefecht nicht viel erwähnt worden. Seine Verteidiger freilich behaupten, daß dies einer der energischsten und geschicktesten Angriffe war, die die Buren seit Majuba auf eine britische Stellung gemacht haben, und es sei nur der ausgezeichneten Führung General Warrens zu verdanken, daß nicht noch ein viel größeres Unglück geschah. Sie rechnen es ihm ferner hoch an, daß es ihm gelungen ist, in sechs Wochen den unruhigsten Teil der Kapkolonie zu beruhigen, nachdem Lord Kitchener mit einer ganzen Armee sich vergeblich bemüht hat, dasselbe zu erreichen. e . * Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 30. August. Privatnachrichten aus Südafrika berichten, daß der Krieg seit den letzten Gewaltmaßregeln )er Engländer einen äußerst grimmigen Charakter angenommen hat. Besonders die Zerstörung der Eisen- lahnen hat die Buren aufs äußerste gereizt und alles deutet darauf hin, daß der Kamps weiter gesührt werden wird. London, 30. August. Nach einer Kapstädter Meldung ind die jüngsten Erfolge des Generals de Wet, entgegen >en englischen Meldungen, für die Buren günstig gewesen. De Wet bemächtigte sich eines englischen Eisenbahn- zuges, in dem er 1600000 Frs. und 30000 Khaki- Inisormen erbeutete. Loudon, 30. August. Daily Mail meldet aus Prä- toria: Zum ersten Male seit der Besetzung der Stadt durch die Engländer sind nunmehr einige Waren hier ein- getroffen. Präsident Krüger ist in Vatersmal eingetroffen, wo er beabsichtigt, bis zum Ende des Krieges zu bleiben. Deutsches Reich. Berlin, 29. August. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des Ministers von Thielen und des Chefs des Zivilkabinetts von Luccmus. — Die Sicherheitsmaßregeln zum Schutze des Kaisers werden neuerdings schärfer gehandhabt. Ties trat auch gestern bei der Enthüllung in der Sieges- Allee hervor. Ebenso waren aucfy bei den Atelier-Besuchen des Kaisers größere Vorsichtsmaßregeln getroffen worden^ Gestern erschien Polizei-Präsident von Windheim beim Professor Lessing und erkundigte sich, ob er auch italienische Arbeiter beschäftige. Ferner wurde angeordnet, daß während des, Kaiserbesuchs keine fremde» Person im Hause weilen dürfe. — Wie aus Danzig gemeldet wird, sind der General-Adjutant des Zaren, Graf von Tralassow, und sein Leibarzt Dr. Jontzewitz aus Petersburg dort eingetroffen. Ter auf der Weiterreise nach Kopenhagen befindliche General-Inspekteur Köster, der in der letzten Nacht hier eintraf, wurde durch eine kaiserliche Depesche zurückberufen. — Gegen M a x i m i l i a n H a r d e n, den Herausgeber der „Zukunft", schwebt außer dem Verfahren wegen M a - jestätsbeleidigung noch ein zweites Verfahren wegen Beleidigung der Berliner Polizei. In einem Artikel, der den Mord in Könitz behandelt, war ein für die Berliner Polizei nicht schmeichelhafter Ausdruck enthalten, der den Polizeipräsidenten zur Stellung des Strafantrages veranlaßt hat. . — Eine städtische Sedanfeier findet in diesem Jahre nach dem vorjährigen Beschluß des Magistrats nicht mehr statt. Nur in den städtischen Gemeindeschulen wird ein feierlicher Akt begangen werden. — Ter New Yorker Berichterstatter des „Globe" meldet, die letzte Post aus Samoa und San Francisco berichte, daß Unruhen unter den Eingeborenen in Samoa bevorständen. Die Eingeborenen seien gegen das deutsche Kontrolsystem sehr aufgebracht, da es hart und ungerecht sei. Viele der Eingeborenen wanderten nach den Fiji-Jnseln aus, wo die mildere und gerechtere britische Verwaltung ihnen besser gefiele. Der letzte Satz kennzeichnet die Tendenz dieser Meldung. „, , t ... — Der Wunsch nach Veröffentlichung der Ergebnisse der vom Reichsamt des Innern aufgestellten Produk»- tionsstatistik wird, wie offiziös erklärt wird Nicht erfüllt werden. Die Vertretungen der einzelnen Berufszweige seien, wie sie zu den wirtschaftspolitischen Verhandlungen zugezogen wurden, auch mit den durch die Produktionsstatistik gewonnenen Zahlen vertraulich bekannt gemacht worden. Weiter zu gehen, und die Zahlen der Öffentlichkeit zu übergeben, gehe mindestens solange niwi an, als die handelspolitischen Aktionen, zu deren Durchführung sie dienen sollen, nicht zu Ende gebrackst sind । Nach diesem Zeitpunkt noch mit der Veröffentlichung der gesamten Ergebnisse zurückzuhalten, sei vorläufig wenigstens, kein Grund einzusehen. Sie dürfte also nach dem Abschluß der neuen Handelsverträge erfolgen tonnen. würde den deutschen Interessen Widerstreiten, früher mit der Veröffentlichung vorzugehen. v s. ... Hamburg, 29. August. Gegen die Blatter, die für die Erklärung der „Nord'd. Allg. Ztg-", daß gegenwärtig kein Bedürfnis zur Einberufung des Rerch?- tags vorlieqe, das Auswärtige Amt verantwortlich machen wollen, schreibt der „Hamb. Korresp^: Wir glauben zu wissen, daß von dieser Seite aus m Die Debatte über diese Frage nicht eingegriffen worden ist. /Dem Leiter unserer auswärtigen Politik wird es wahrscheinlich keinen Unterschied machen, ob er sich über zwei Wochen oder zwei Monate in die Gelegenheit versetzt sieht, sich vor dem Reichstage über die- Chinafragen auszusprechen". Ausland. Kopenhagen, 29. August. Die russische Jacht Polar - tern ist nach Kronstadt befohlen, um das Zar en paar abzuholen. Dasselbe wird zu einem 14tägigen Aufenthalt nach Fredensborg kommen. Dagegen wird andererseits über das Reiseprogramm des Zaren mitgeteilt, daß er sich nach Spala bei Bialystock zu einem Jagdausflug begeben hat. Von dort fährt der Zar nach Sebastopol, wo die großen Marine-Manöver stattfinden. Nach den Manövern wird der Kaiser einen längeren Aufenthalt in der Krim nehmen, der bis zum 15. Novembek a. S. vorgesehen ist. Loudon, 29. August. „Daily Mail" will von zustän- )iger Seite wissen, daß Lord Roberts dem Lord Wol- eley im Oberbefehl folgen werde. Die Kommando- reriode Wolseleys lause am 31. Oktober ab, jedoch werde er bis zur Rückkehr Roberts aus Südafrika aus seinem Posten bleiben. Rom, 29. August. Der Pfarrer Volponi von San Sebastian wurde wegen Verherrlichung des Königsmordes zu 8 Monaten Zuchthaus verurteilt. — Der Monzaer Unterpräfekt wurde von seinem Amt unter Verlust des Gehaltsbezuges enthoben. Ischl, 29. August. Der König von Rumänien ist heute nachmittag hier eingetroffen. An dem Mahl in der kaiserlichen Villa nahmen Teil der König mit Gefolge, die Mitglieder des kaiserl. Hauses, Graf GoluchowSki und andere Würdenträger. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß es sich bei dem Besuche deS Königs von Rumänien um den Konflikt mit Bulgarien handelt. Budapest, 29. August. Die Polizei verhaftete den 70jährigen in Venedig zuständigen Schuhmachermeister Guiseppe Tomazio, der ein Mitschuldiger LuccheniS war; er ist jene Person, die kurz vor der Ermordung der Kaiserin Elisabeth mit Luccheni gesehen wurde, aber nicht ausfindig gemacht werden konnte. Seit Ermordung der Kaiserin wohnte er unter dem angenommenen Namen Josef Gres in Budapest. Bukarest, 29. August. Der erst vorgestern vom Urlaub zurückgekehrte bulgarische Agent Theodorowic reifte mit seinem Sekretär infolge telegraphischer Berufung seiner Regierung nach Rustschuk ab. — Hier verlautet, Fürst Ferdinand habe in einer Depesche an den Minister Radoslawow mit der Abdankung gedroht, wenn der Konflikt mit Rumänien nicht sofort friedlich beigelegt werde. In der Depesche soll der Fürst erklärt haben, er wolle nicht über ein Volk regieren, in dem Mörder geduldet werden, die auch ihn demnächst ermorden könnten. Yokohama, 29. August. Der kommandierende Offizier des japanischen Kreuzers „Suma" telegraphiert aus Gensan (Korea), daß die Unruhen ix Soengtschin durch rein lokale Angelegenheiten hervorgerufen wurden. Spätere Nachrichten aus Soengtschin besagen, japanisches Eigentum sei bereits beschädigt. Neue Unruhen seien zu erwarten, wenn nicht die gefiüchteten koreanischen Beamten mit einer starken Truppenabteilung zurückkehren. Der Prozeß Breszi. Mailand, 29. August 1900. Heute vor einem Monat, am 29. Juli, ist König Humbert von Mörderhand gefallen, heute wurde dem Verüber dieses Verbrechens, Angelo Breszi, das Urteil gesprochen. Der Mörder von Monza erschien allem vor dem Schwurgericht, denn der Nachweis der vermuteten Ver schwörung, als deren Werkzeug er gehandelt haben soll, ist bis zur Stunde nicht gelungen, noch weniger die Festnahme und Ueberführung der Verschwörungsgenossen. Der italienischen Polizei mag das nicht gerade angenehm sem, nachdem sie in den-ersten Tagen nach der Katastrophe m Monza so gethan hatte, als sei es ihrem Scharfsinn und ihrer Thatkrast gelungen, innerhalb kürzester Frist alle Fäden der von Amerika nach Italien herübergesponnenen Verschwörung aufzudecken. Vom rein prozessualen und noch mehr politischen Gesichtspunkte aus muß es dagegen als vorteilhaft erscheinen, daß heute Breszi allein auf der Anklagebank saß. Dadurch war der Gefahr, daß auch diesmal wieder, wie bei verschiedenen früheren Masienprozessen politischer Natur, das Tribunal zur Szene werde, vorgebaut und eine prompte, streng sachliche durch keine auf regenden Zwischenfälle gestörte und aufgehaltene Erledigung des Prozesses gewährleistet. An der Verurteilung Breszis war nicht zu zweifeln; er leugnete nicht seine Tbat sondern nur, daß er sie im Auftrage einer Verschwörung vollführt habe, ja brüstete sich ihrer als einer gerechten und notwendigen Handlung. Da in Italien die Todesstrafe abgejchafft ist, wird Breszi nicht aus dem Schaffst seine Unthat büßen, sondern mit Einkerkerung auf Lebenszeit unter Anwendung einiger überaus empfindlichen Strafverschärfungen. Von früher Stunde an war der ^ustizpalast, zu betn nur die am Prozeß Beteiligten Zugang hatten durch em starkes Militär- und Polizeiaufgebot besetzt ^n Dem eyr geräumigen Oberlichtsaale des Erdgeschosses fanden außer Berichterstattern und Juristen etnm 100 sich der •f. p/jjpy 9^rüftiiTiQ lind einem hohen Gitter umgebene An- mit einer Brüstung und einem Bajonet bk- ttageraum; 6=rab,ntm mtt a rew h^iigesithrt. Gr »^r-en Anzug, Stehkragen und ro.seidem- Eravatte Erlist von mittlerer Größe und kräftig gebaut ksue Gesichtszüge sind scharf und regelmäßig! er hat KlJLg LL3 9 schwarzes Haar, dunklen Schnurrbart, dichter, . - siegende Augen, eingefallene Wangen blas^ Gesichisfarbe. Sein Ausdruck ist finster und entschloffen, seine Haltung ruhig. Er hält gleichgilttg die Nlicke alter Anwesenden aus. Unmittelbar nack> Beantwortung der ersten Fragen des Präsidenten erklärt er. Ich bin nicht im stände, der Verhandlung zu folgen, ich des Volkes und sein eigenes zu rächen. Er am Halse. Ter Zeuge seine Freunde drei T •* Die Prüfung im Fiuavzfach, die wir in Nr. 195, 2. Blatt, eingehend behandelten, wird am 15. November in Darmstadt abgehalten. Nähere Angabe von Stunde und Ort werden wir demnächst veröffentlichen. •• Schwindel. Durch die deutsche Fachpresse für Forftbeamte gingen kürzlich Anzeigen und Notizen, laut weichen für d>e Kolonie Neu Südwales Förster unter be- । für Armenpflege und Wohlthätigkeit findet auch an einem Tage in der Stadthalle eine gesellige Zusammenkunft mit den Vertretern der Mainzer städtischen und Privat- Armenpflege statt, zu welcher sämtliche städtischen Armen. I Pfleger eine Einladung erhalten haben. Gestern Abend I wurden nun von den Armenpflegern Versammlungen ab« I gehalten, in welchen sie gegen die von dem Armenamt er. lassene Einladung Protest erhoben haben. Die Armen. Pfleger erklärten, daß man sie zu allen Festlichkeiten, welche die Stadt Mainz zu Ehren der fremden Gäste veranstaltet, I hätte einladen sollen und nicht nur zu einer Zusammenkunft in der Stadthalle. Die Armenpfleger seien im Intcreffe der Stadt Mainz das ganze Jahr thätig, und deshalb I typten sie es für eine Pflicht, sie auch zu den übrigen Fest- lichkeiten, u. a. zu der von der Stadt Mainz den Gästen I gegebenen Rheinfahrt nach RüdeShcim, einzuladen. Diese I Proteste werden dem städtischen Armenamte zur Kenntnis. | nähme unterbreitet. I Singen, 28. August. Im benachbarten Gilb eh au S haben zwei Menschen durch elektrische Schläge in der Vollkraft ihrer Jahre einen plötzlichen Tod ge- I funden. Ein Weber wollte die elektrische Lampe in seiner Wohnung entzünden, aber kaum hatte er dieselbe berührt, als er, den Leitungsdraht mit sich reißend, tot zu Boden I stützte. Der Buchhalter Emil Herms, welcher sich znrzeit des Unfalles in der Wohnung des Webers befand, wollte später in seiner eigenen Wohnung seinen Wirtsleuten den traurigen Vorfall näher erläutern; er ergriff den um« sponnenen Leitungsdraht, um im nächsten Augenblick mit der Lampe in der Hand ebenfalls als Leiche niederzustürzen. Wie das Unglück entstand, ist noch nicht bekannt geworden; es ist anzunehmen, daß durch das Gewitter am Nachmittag ein stärkerer Strom in die Hausleitung getreten ist, genügend, ein Menschenleben zu töten. Dietersheim, 28. August. Nach der vorjährigen Kirchweihe fand man am AuSgange unseres Dorfes einen jungen Menschen aus dem nahen Büdesheim ermordet auf der Chauffee liegend. Die grausige That ist bis zur Stunde noch ungesühnt. Die am letzten Sonntag abgehaltene Kirch- weihe endete zwar nicht mit einem Morde, wohl aber mit einer schweren Körperverletzung und einem Straßen- raub. Am Montag in der Frühe fand man nämlich in nächster Nähe des Dorfes einen Herrn und cineEame, beide aus Bingen, besinnungslos und blutüberströmt im Chauffeegraben liegen. Der Dame fehlten goldene Uhr nebst Kette und die Geldbörse. Die Thäter sollen Dietersheimer Burschen sein. — Zwei Schulbuben von hier im Alter von 10 und 13 Jahren stahlen einem Bingener Gendarmen, der in seinem in der Nähe der Stadt gelegenen Garten arbeitete, ein Paar Stiefel. Worms, 29. August. Kürzlich hielt hier, wie die „D. Volkswirtschaft!. Korresp." berichtet, der Stadtbaumeister Hoffmann dem Oberbürgermeister Vortrag anläßlich einer städtischen Submission und erklärte eS für ganz unmöglich, daß die Stadt diese Schundpreise annehmen könnte, welche die Submittenten gefordert hätten, da bei ihnen von Verdienst gar keine Rede mehr wäre und die Auslagen kaum gedeckt würden. Nachdem der Oberbürgermeister die Sache im Magistrat zur Sprache gebracht, wurden alle Handwerker der Stadt Worms aufs Rathaus beschieden. Der Oberbürgermeister setzte ihnen in längerer Rede auseinander, daß die bisherige Submissionswirtschaft so nicht weiter gehen könne. Die Stadt müsse Wert auf die Erhaltung eines kräftigen Handwerkerstandes legen; bei Angeboten aber, welche die eigenen Kosten nicht einmal deckten, müßten die Handwerker zugrunde gehen. Wegzu- werfen hätte die Stadt natürlicherweise auch nichts, aber sie müßte sich einen gesunden und steuerfähigen Mittelstand erhalten. Der Magistrat wolle sich der Sache ernstlich annehmen. Jedes Handwerk solle innerhalb drei Tagen seine Preise richtig aufmachen und einen Obmann wählen, der die Preisliste dem Stadtbaumeister zu übergeben hätte. Nach diesen Devisen sollten dann die städtischen Arbeiten vergeben und bei Submissionen verfahren werden. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der frühere Polizeiamtmann Ortwein in Bad-Nauheim ist aus dem hessischen Staatsdienst ausgeschieden und in die Verwaltung des Norddeutschen Lloyd in Bremen über- getreten. Wir wissen, daß wir in diesem Augenblick, wo wir diese Urkunde dein Grundstein des Denkmals anvertrauen, keinen Grund für ein Werk ewiger Dauer gelegt haben. Nur Gott allein ist ewig. Aber wir hoffen wenigstens, daß unser Werk noch Kindern und Kindeskindern predigen möge von einer Zett, wo Vaterlandsliebe und Treue zum angestammten Fürstcnhause, zu Kaiser und Reich das Höchste vermochten, und daß e« ihnen ein stummer und doch so beredter Zeuge sei von der heiligen Pflicht jedes Deutschen, etnzustehen mit Gut und Blut für seines Volkes und Vaterlandes Ehre und Größe. Möge dies Denkmal unter dem Schirm des Höchsten auch h fernen Zeiten, wo wir alle nicht mehr sein werden und der Wind über das dürre Gras unserer vergeffenen Gräber streicht, nur glorreiche Tage unseres Vaterlandes, glücklich, Zeiten für unser Hessenvolk, gesegnete Tage für unser liebes Heimatsdorf Steinbach schauen. Das walte Gottl" Außer einigen Münzen und Zeitungen wurden auch die Bilder des Kaisers und des Großherzogs sowie Kaiser Wilhelms des Großen und unseres verewigten GroßherzoaS Ludwig IV. der Urkunde beigefügt. Darmstadt, 28. August. Im Auftrage der Regierung hat sich der Präsident der Großh. Zentralstelle für das Gewerbe, Regierungsrat Noack, zur Besichtigung der Weltausstellung nach Paris begeben. Darmstadt, 29. August. Der Groß her zog ist auf Jagdschloß Oberhof, wie von dort gemeldet wird, am Montag mittag 4 Uhr 25 Min. bei strömendem Regen angekommen. Gestern morgen herrschte dichter Nebel. Nm 10 Uhr wurde zur Jagd abgefahren, wobei der Großherzog einen guten Hirsch erlegte. Nachmittags herrschte oben tu den Bergen wieder prachtvolles Wetter. Am Freitag begiebt sich, wie gemeldet, der Großherzog zum Besuche des Kaisers auf ergangene Einladung nach Berlin. Mainz, 29. August. Bei Gelegenheit der hier stattfindenden Jahresversammlung des deutschen Vereins Urkunde über dte Errichtung de» Kriegerdenkmals _ au rteiubnch. Der Gedanke, auch hier in Steinbach bei Gießen für kommende Geschlechter ein Denkmal der glorreichen Zeiten zu errichten, m denen das Eisen, welches das Reich zusammenhalten sollte, zuerst im Feun der Trübsal geglüht, und alsdann im gewaltigen Bölkerringen aus fremder Erde zu einem unzerreißbar alle deutschen Stämme zu- sammenhaltenden Bande ausgeschmiedet wurde, ist schon seit länaeren Jahren aufgetaucht. Sowohl der hiesige K r i e g e r - und Militärverein als auch der hiesige Sparkassenverein haben Gelder dazu gesammelt und zur Verfügung gestellt. Auf Veranlassung des ersteren nahm im Sommer dieses Jahres die G e m e i n d e s e l b st vertreten durch ihren Bürgermeister und Gemeinderat, die Sache in die Hand. Den Plan zu dem Denkmal hatte inzwischen Architekt Karl Roth, em geborener Steinbacher, entworfen, und nach feinen Angaben und Zeichnungen übernahm die Steinmetz- und Bildhauerei-Werkstatt von I. A tz b a ch zu G i e ß e n die Ausführung. Die Arbeiten wurden so rasch gefordert, daß wir heute, am 29. August 1900, diese Bau-Ur- kunde dem Grundstein des Denkmals einfügen können, und wir hoffen letzteres am künftigen Sonntage, dem 2. September, als am dreißia- lährigen Gedenktage der Schlacht von Sedan der Oeffentlichkeit übergeben und einweihen zu können. Viele Krieges- und Kriegerdenkmale sind in den feit 1870/71 verstossenen 30 Jahren errichtet worden. Was aber unser hiesiges Denkmal vor allem auszeichnet, ist, daß es als vielleicht einziges im großen deutschen Baterlande der OessentUchkeit in einer Zeit übergeben wird in welcher Deutschland nach 30 Friedensjahren zum ersten Male wieder eine größere Zahl seiner Söhne hinausgesandt hat, um im fernen China i für die Ermordung unseres Gesandten Sühne zu heischen und unsere I deutsche Ehre zu wahren. 9. Windecker, Ernst, Bierbrauer, Friedberg. 10. Momberger, Hch. VIII., Landwirt, Unterseibertenrod. 11. Eichenauer, Hch., Fabrikant, Gießen. 12. Kröck, Johann Philipp, Landwirt, Heuchelheim b. Gießen. 13. Holler, Wilhelm, Landwirt, Ober-Hörgern. 14. Robert, Otto, Buchdrucker, Grünberg. 15. Rullmann, Otto, Gutspachter, Mittel- Gründau. 16. Leonhardt, Heinrich, Pachter, Wiffelsheim. 17. Foucar, Johann Daniel August, Postmeister a. D., Bad Nauheim. 18. v. Leonhardi, Moritz, Freiherr, Groß- Karben. 19. Helfrich, Friedrich, Rentner, Gießen. 20. Reuter, Heinrich V., Landwirt, Wiefeck. 21. Volk- mann, Heinrich II., Landwirt, Heuchelheim b. Gießen. 22. Kötter, Heinrich Philipp Wilhelm, Landwirt, Altenstadt. 23. Korell, Georg, Bürgermeister, Schwabenrod. 24. Völzing, Wilhelm IV., Landwirt, Groß Felda. 25. Wagner, Heinrich IV., Landwirt, Ober-Breidenbach. 26. Philippi, Hein- rich, Landwirt, Wohnbach. 27. Ohly, Moritz, Landwirt, Holzheim. 28. Leopard, Georg, Rentner, Melbach. 29. Reuther, Heinrich III., Landwirt, Nieder-Mockstadt. 30. Schmidt, Hermann Karl, Landwirt, Romrod. Ardriterde»eKMA. h,n Eine kleinere Anzahl der stretken- nennmm^ d" Lederwerke bat die Arbeit wieder auf- m.< ^SwLrts war thatfächlich Zuzug vor. Arbeitern h iS "doch von den Streikposten abgefaßt, er- b^*fnb "«tz zur Wtederabreife bestimmen. r i < K Vl“!1 die Streikenden ein Zirkular erlassen, worin Wieheraufnahme der Arbeit empfiehlt. Ein biftnb tnnh^ 619?u dem dies geschehen müsse, ist nicht angegeben, «Ägegenkomwendster Weise ist dies den Streikenden auch r J“1? bic Ochsten Tage freigestellt. Dtejmtgen Ar- ettertnnen der Fabrik, dte nicht in den Ausstand emgetreten sind und weiterarbetteten, erhalten von der Direktion « em AU>öhnltchen Lohne eine Gratifikation, dte bet den tn Beschäftigten 2 Mk., und für die in den übrigen Werrflatten 1 Mk. pro Tag beträgt. Aus dem oben anaezogenev ist übrigens zu entnehmen, daß dte Lederwerke bisher geneu dieselben Löhne zahlten, wie fie von anderen Fabriken der Leder- oranche auch gezahlt werden. Man hofft, daß heute und morgen wieder eine größere Zahl Ausständiger die Arbeit zu den bisherigen Löhnen eufntmmt. Marseille. Die Zuckerrafftnerteen entließen beut« infolge des Ausstandes der Rollkutscher 800 Arbeiter, da dte Wagen nicht Gerichtssaat. atm. ®natW Lange wurde wegen Widerstandes gegen bte Staatsgewalt zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. — Vom Reichsgericht wurde das Todesurteil gegen den Glstmörder Jaenrcke, der bekannllich am Teufelsfee im Grünewald unter Sauber« eme Näherin vergiftete, aufgehoben und der Prozeß an bte erste Instanz zurückverwiesen. Die Aufhebung wurde da- hii Antrag des Angeklagten, eine Schrift über dte Heilkraft des Strychnins zu verlesen, vom Gerichtshof abgelehnt Gießen, 30. August 1900. •• Personalnachrichten. Dem Pfarrer Philipp Marquardt zu Ober-Gleen wurde die evangelische Pfarrstelle zu Hahnheim, Dekanat Oppenheim, übertragen. *" Verzeichnis der Geschworenen für die am 24. September 1900 beginnende Sitzungsperiode des Schwurgerichts pro 3. Quartal. 1. Görnert, Ludwig VIII., Landwirt, Queckborn. 2. Kübel, Dr. Franz, Jnstitutsvorsteher, Gießen. 3. Pröscher, Wilhelm IV., Rentner, Schotten. Repp, Karl, Fabrikant, Grünberg. 5. Scheid, Jakob, Buchhalter, Gießen. 6. Henzerling, Friedrich Karl, Kaufmann, Gießen. 7. HaaS, Karl VI., Schuhmacher, --tembach. 8. Helm, Friedrich, Weinhandler, Gießen. gedenkt der edlen Eigenschaften König Humberts und giebt ein Bild des Thatbeftandes. Er zeigt, daß der Angeklagte sich der Strafbarkeit der That bewußt war und mit Ueber- legung handelte, und betont, daß Breszi Mitschuldige hatte. Er verurteilte die anarchistischen Lehren, die so abscheuliche Verbrechen zur Folge haben. Breszi könne sich nicht mit seiner elenden Lage entschuldigen. Er sei kein impulsiver Fanatiker, sondern ruhig, zynisch und hartnäckig. Sein Ziel sei ein verdammungswertes gewesen. Ter Generalprokurator beantragt, der Gerichtshof möge Breszi für schuldig erklären ohne Zubilligung mildernder Umstände . Der Verteidiger M e r l i n o nimmt in seinem Plai- doyer die Anarchie gegen den Vorwurf in Schutz, daß sie die treibende Kraft des Verbrechens gewesen sei. Alle Parteien hätten, wie die Geschichte zeige, Königsmörder gehabt. Als der Redner sich darüber verbreiten will, welche Gründe die Anarchisten zu Verbrechen veranlaßten, wird er von dem Präsidenten unterbrochen. Merlino bittet Geschworenen, Gerechtigkeit, aber nicht .-rame zu üben, und dem Angeklagten mildernde Umstände ftMartelli bittet die Geschworenen um Ractfiicht für den Angeklagten, der sich der ganzen Schwere seiner That nicht bewußt fei. Breszis Verbrechen sei zu verurteilen, feine Exaltation aber zu verstehen. Tie sonstige gute Führung dles Angeklagten heische Mitleid. Rach einigen kurzen Worten Breszis, der sagte: , „Verurteilen Sie mich, es ist mir glei chgiltiq, ! I* ^e nahende Rev olution", verlies der Präsident die einzige ^chuldfrage und läßt die Geschworenen zur Beratung ,ich zurückziehen. Das Urteil lautet, wie oben gesagt, auf lebenslänglichen Kerker. wurde geweckt als ich kaum eingeschlafen war, und fühle mick) zu schwach". Der Präsident schreitet trotzdem zur Bildung der Geschworenenbank. Ter Verteidiger Merlino erhebt einige formale Einwendungen, die aber zurückgewiesen wurden. B r e s c i antwortet mit leiser Stimme auf die Fragen über seine persönlichen Verhält nisse. Merlino verlangt Vertagung, weil ihm die Zeil zur Vorbereitung gefehlt habe, die Trennung des Prozesses Bresci von deni gegen feine mutmaßlichen Mitschuldigen unzulässig und die Ladung amerikanischer Zeugen notwendig sei. Rach lebhafter Debatte zwischen dem Verteidiger und dem Staatsanwalt und nachdem Bresci fein Verlangen nach Aufschub wiederholt hat, wird auch dies ab gelehnt. Während der Beratung des Gerichtshofes liest der Angeklagte aufmerksam ein Schrift stück, vermutlich seine Selbstverteidigung ober die Anklageschrift. Der Präsident läßt sodann die Anklageschrift verlesen, was längere Zeit in Anspruch nimmt. Sie führt die bekannten Thatfachen an. Ferner geht auS ihr hervor, daß Bresci sich fortwährend im Scheibenschießen übte, um sein Opfer nicht zu fehlen, und daß er die Kugeln seines Revolvers in besonderer Weise bearbeitete, um sie noch gefährlicher zu machen. Aus anderen Thatfachen geht her vor, daß Bresci mit lleberlegung handelt. Hierauf werden die 16 Zeugen in den Saal geführt, 11 sind von der Anklagebehörde, fünf von der Verteidigung vorgeladen. Sodann beginnt das Verhör Br es cis. Tiefer erklärt, er habe nach den Vorgängen in Sizilien und Mailand beschlossen, den König zu ermorden, um das Elend RffÄ smää«» eg? »»t. äü st'*"- •" - und die Kugeln seines Revolvers in besonderer Weise be- I welche man sich zu wenden hatte, war em gearbeitet zu haben. Er spricht mit leiser Stimme und ruhig. I .Sor.fle ® V101 bezeichnet, der sich als Sekretär er erklärt, er habe drei Schüsse in einer Entfernung von I Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft in Sidney zwei oder drei Metern abgegeben. Man zeigt ihm hierauf I auSgab. Eckundigupgen an Ort und Stelle haben ergeben, die Waffe und zwei Bretter, gegen die er Scheibe geschossen I daß diese Person überhaupt nicht existiert, und daß die hatte. Rach Verlesung der Schriftstücke wird die Sitzung I Regierung von Neu-Südwales den Notizen völlig fernsteht. llm erbrochen. Es liegt daher der Verdacht nahe, daß eS sich hier um ein d^^ertel zwer Uhr wird die Sitzung wieder er- I Schw indelrnanöver handelt. Die deutschen Forst- fixier Mnd «ensbarni9S a (or'i tS^bie nä^^ren ^7"'" ftie" d°h" °°r Mr. George Ellim unlP den Umstande bei der Verhaftung Breszis, der von der Menge Zungen mit angeblich staatlichen Positionen in Australien halb tot fgeschlagen worden sei und blutüberströmt mit gewarnt. zerrissenen Kleidern im Gefängnis anlangte. General- I . "k* Lembach, 29. August. Eine kleine, aber erhebende adjulant Avogadro, der sich mit dem König im Wagen I öfter versammelte heute den hiesigen Gemeinderat und befand, sagt ebenfalls über die Thatumstände aus. Er I Kirchenvolstand zusammen mit dem Vorstände des Krieger- fragte als die Sckiüsse gefallen waren, den König, ob er I Vereins und des Sparkassenvereins vor dem Portal unserer cü.,,.,£jnÄ's™8'0?1 Der Reitknecht des Königs, Lupi, macht gleiche Aus I k 2 CT .njpradje und den üblichen Hammerschlagen sagen. Er erklärt, er stürzte sich auf Breszi und packte ihn I bc8 Bürgermeisters Krämer, des Präsidenten des Krieger- am Halse. Ter Zeuge Ramel la, bei dem Breszi und I ö^rcIn6 Schüfe r, des Pfarrers Haacke namens des seine Freunde drei Tage vor dem Verbrechen wohnten, Kirchenvorstandes und des Verfertigers deS Denkmals, sagt, jener habe ein ruhiges Wesen zur Schau getragen. I Bildhauers Jac. Atzbach-Gießen, wurde folgende von Die Wirtin Eam giaghi und die Milchhändlerin I Pfarrer Haacke verfaßte Urkunde in einer verlöteten Blech- hnUM baJi breszi wahrend seines Aufent- kapsel dem ca. 25 Ccntncr schweren Grundstein -ingesügt haltes in Monza vor dem Verbrechen eine große Ruhe I und vermauert: M B an ben Tag legte. Andere Belastungszeugen bringen nichts neues zur Sache vor. Teresa B r u g n o l i aus Bologna, Breszis Geliebte, erklärt, Breszi erhielt am 21. Juli ein Lelegramm, dessen Inhalt sie nicht kenne. Er sei darauf nach Mailand abgereist. Tie von der Verteidigung geladenen Zeugen geben Breszi für die Zeit seines Aufenthaltes in Prato ein gutes Leumundszeugnis. Seine Familie besaß dort ein kleines Grundstück. Rach der Beendigung der Zeugenvernehmungen beginnt der Generalprokurator das Plaidoyer. Er befördert werden konnten und der Betrieb teilweise eingestellt werden mußte. AuS Nizza gingen zur Verstärkung der Garnison von Mrrseille 4 Kompagnircn Alpenjäger ab, morgen folgen 4 weitere Kompagnieen aus Antibes. Die Deputationen sämtlicher Handels - syndrkate der Stadt richteten an den Hrndelsminifter und den Minister des Innern Briefe, in denen Ne diese ersuchen, den Behörden die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um die ArbeitSfrethrit zu wahren; andernfalls würden wegen Mangels an Kohlen und Rohstoffen die meisten Betriebe eingestellt werden müssen, wodurch 40000 Arbeiter brodloS würden und der Handel in der ganzen Gegend auf Jahre hinaus schwer kompromittiert wurde. In Dünkirchen dehnt sich der Ausstand immer weiter aus. Sandel und Verkehr. Kslkswirtsthast. Märkte. O Gießen, 30. August. Der gestrige Ochsenmarkt zeigte im allgemeinen die Tendenz des Marktes vom Tage vorher. Aufgetrieben waren ca. 150 Stück Vieh, darunter eine Anzahl Vogelsberger Bullen, die für die Harzqegend angekauft wurden und gute Preise erzielten. Die Preise der Gangochsen waren die gleichen wie am letzten Markt. Die besten Paare gingen für 800 bis 850 Mk. fort, während leichtere Ochsen das Paar mit TCO bis 750 Mk. gehandelt wurden Der vorhandene Vorrat wurde bald geräumt. — Der Schweinemarkt hatte einen noch kleineren Auftrieb als das letzte Mal. Es waren etwa 600 Stück vorhanden. Wohl wegen des gestrigen prachtvollen Erntewetters waren Käufer für Schweine nur wenig gekommen, sodaß der Sandel sich nur schwach entwickelte. Trotzdem hielten die Verkäufer hohe Preise Die Preise hielten sich auf der Höhe des letzten Marktes. Die Ware wurde nicht ganz abgesetzt. Vermischtes. * Unwetter. Nach einem Telegramm aus Lugano sind bei einem Unwetter 6 Menschen getötet worden. Berlin, 30. August. Um der herrschenden K o h l e n n o t entgegenzuwirkeu, beabsichtigt die preußische Regierung, die Vergünstigung des Rohstoff-Tarifs, d. h. deS billigsten Eisenbahntarifs, auch den ausländischen Kohlen bei der Einfuhr und Beförderung im Staatsgebiete einzuräumen. Diese Maßregel würde unter den augenblicklichen Verhältniffen namentlich die Einfuhr eng. lischer Kohlen erleichtern. Paris, 30. August. Die royalistische Presie hebt hervor, daß General Galli ff et, der frühere Kriegsminister und Freund des Herzogs von Orleans, mit diesem abgebrochen hat, da er bei seiner Anwesenheit in Marienbad sich weigerte, bei der Abreise des Herzogs diesem die Hand zu reichen. Mailand, 30. August, lieber den Schluß des Prozesses gegen BreSci wird berichtet: Um 6 Uhr zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück, und nach knapp einer Viertelstunde verkündigte der Präsident das Verdikt, das auf lebenslänglichen Kerker lautete, verschärft durch 7 Jahre Einzelhaft. Wien, 30. August. Wie man aus angeblich besonders gut unterrichteter Quelle erfährt, gehört zu den Personen, die ihren ganzen Einfluß aufbieten, um den Zaren zu einer Reise nach Paris zu bewegen, der Finanzminister Witte, der überzeugt ist, daß durch die Zarenreise der Boden für eine neue russische Anleihe in Frankreich vorbereitet werden müffe. Bukarest, 30. August. Infolge der andauernd feiud- lichenHaltung der bulgarischenRegierung sowie der von Seiten Bulgariens verfügten Grenzsperren wurden die Grenzwachen neuerdings verstärkt und die Donau- Flotte erhielt Befehl, sich mit Kriegs-Munition zu versehen. Bukarest, 30. August. Bei der Abreise des Königs nach Ischl wurde auf dem Bahnhofe ein verdächtiges Individuum verhaftet. Bei seiner Durchsuchung wurde ein Revolver vorgesunden. Das Individuum verweigerte jede Auskunft über seine Person. Petersburg, 30. August. Zu Gunsten des Roten Kreuzes wird demnächst eine Zuschlagstaxe von 5 Kopeken für Fahrkarten auf sämtlichen russischen Bahnen erhoben werden. - ' ' ... ; Danksagung Herrn Melchior Schäfer sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dank. Giessen, den 30. August 1900. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung meines unvergesslichen Gatten, unseres lieben, guten Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Frau M. Schäfer und Kinder. 5768 Die Beerdigung findet Freitag den 31. August, nachmittags 3 Uhr, vom Elternhause aus statt. der schöne 3-Zimmeiwohnunfl zu vermieten, w H. Gröninger Wwe., Steinstraße 69. 5760 Asterweg 13 03558] Suche auf 1. Oktober ober früher eine 2- bis 3-Zimmerwohnung. Offerten bitte an Diener Bischoff am chemischen Untersuchungsamt, Wallthor- straße 81, zu richten. Samstag dkv t. September 1900, nachmittags 2 Uhr, M->rden im Bieker'scken Saale versteigert: 1 Pferd, 3 Kastenwagen, 1 Sofa mit 6 Stühlen und 2 Sesseln, 1 Sofatisch, 8 Bilder und 1 Nähmaschine. 5762 «eitzler, Gerichtsvollzieher. GeneratazeMm einer erstklassigen deutschen Vers Bktien- Gcsellich. mit konkurrenzlosen, neuen Brauchen für Oberheffen und angrenzende Bezirke sofort zu vergeben. Fester Vertrag, hohes Fixum, Diäten usw. Rur gut empfohlene Bewerber, die erfolgreiche Thätigkeit nachweisen können, werden berücksichtigt. Offerten unter Nr 03573 an die Ex- pedilion ds. Bl. erbeten.__ Grummetgras von einer Wiese (zwü Morgen) in der Stephansmark zu verkaufen. 03565 Löberstr. 5._______BuschS Erben. gehört möbliertes Zimmer zu vermieten. ® 03567 Marktplatz 17, III. Hochachtungsvoll Wilhelm Fischer an der Abbruchstelle meistbietend versteigert. Georg Becker Versteigerung. Dieustaguachmittag um 3 Uhr werden die vom Abbruch Am 5. September d. IS. gelangt die diesjährige Weidennutzung auf der Strecke Gießen—Butzbach zur Versteigerung. Die Versteigerung beginnt in Großen-Linden 12 Uhr 30 Min mittags. Gießen, den 29. August 1900. Betriebsinspektion 1. 5747 /LLrummetgras von zwei Morgen vsf zu verkaufen. 03561 L. Petri II«, Ludwigstraße 1. Häuser Rühirrg und Schlessiuger gewonnenen 5759 Bauhölzer, Thure«, Fruster, Treppen, Kretter, Brennholz Verdingung der Arbeiten und Lieferungen für die völlig bezugsfahige Herstellung von zwei Mietswohnhäusern für je 12 Familien auf Bahnhof Gießen. Die Verdingungsunterlagen nebst Zeichnungen liegen bei der Unterzeichneten zur Einsicht auf und können gegen (potto« und bestellgeldfreie Einsendung von 3 Mk. in bar von dort bezogen werden. Die Eröffnung der Angebote findet am 12. September d. I, borm. 11 Uhr, statt. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, im August 1900. 5755 Grvßh.Hesf.Eisenbahn-Betriebsinspektionl Tüchtiger Pferdeknecht ’A Wallenfels & Sauer, Bleichstraße^- ZumWgerMbvHe gesucht. ^63 DampfwaschauftaltEdelweiß. Dienstmädchen oder Lauffrau gesucht. 08562 Bahnhofstraße 58, I. Todes - Anzeige. Hierdurch die traurige Nachricht, dass heute mittag 1 Uhr unser lieber Bräutigam, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelni Weigel Metzger nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 23 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 29. August 1900. 5757 Hre 4 büL (. 5689 HeAte vrsd morgen: Ochsenßeisch 45 Vfg. Renovieren und Uebervlalen alter Oelqemälde. 03564 Goethestrasse 46, Hinterhaus Atelier für ^ortraitmakerei.__ Geschlechts-, Haut-, Hals-, Nasen- und Ohrenlelden Spezial-Arzt Ur. Holtz, Frankfurt a. M., Zeil 44a, 4710 neben der Hauptpost._________ /Line tüchtige Köchin sucht Stelle. Die- selbe nimmt auch Aushilfe an. 08556 TeufelslustgLrtcheu 26. Ein Mädchen vom Lande, welches kochen, auch bügeln gut verstebt, sucht auf den 10. oder 15. September Stellung. Offerten unter Nr. 03566 an die Expedition dieses Blattes erbeten.__________ Geschäfts-Empfehlung. Einem geehrten Publikum zur gefälligen Nachricht, daß wir das seither unter der Firma Prang & Fischer betriebene Dachdecker-Geschäft getrennt führen. Mit der Bitte um gefl. Kenntnisnahme dieser Aenderung cmpfehle ich mich zur Nebkrvahme atib besten Ausführung aller usrkMMnben Neubauten sowie Reparaturen von Dächern aller Art unter Zusicherung schnellster und billigster Bedienung. Kost und Wohnung für Arbeiter 03568 und bürgert. Mittagstisch zu 40 Pf. Metzger Schmidt, Löwengaffe 12. Fahrräder werden schnell und billigst repariert. y. Fitzler, Bahnhofstraße 58. o3MI Daselbst zwei gebr. Fahrräder abzugeben. 5699] Bei einem Pfarrer i. P. finbtt ein Gymnasiast oder Realschüler gute Penfion und — auf Wunsch — hilfestuudeu. Näheres in der Expedition d. Bl. Aufnahme sucht LehrerStochter zwecks weiterer Ausbildung,rm Haushalt Kochen ufw in guter Familre gegen maß. Der- Xna Offerten unter B. 8. 5751 an die Expedition dieses Blattes.___________ Ehrenerklärung. Ich nehme hiermit die gegen die beiden Fräulein M. hür- selbst, betreffend die Affaire im Sächsischen Hof im 8. Stock ausgestoßene beleidigende Aeußerung, durch welche ich die beiden Damen, von deffen Anständigkeit ein jedermann überzeugt ist, sowie auch ich hätte überzeugt fein müssen, auf8 Tiefste verletzt, die Ehre abgeschnitten und gekränkt habe, hiermit als unwahr zurück. 03569]___________Ara« Kattenhaner. 03525] Am Wismarer Weg ein Stück Land, 750 Qu.-Mtr., zu ver. pachten. Näheres Westanlage 5L __ Dachdecker. Asterweg 13____________ Herantworckich für ttti allgemeinen Teil: P toittte; für den «nitigceieit; Hans Beck. — Druck und Strtag der Brützt'fqru Uuwrrfi.läli.BuL- und Stemdruckerei (Pietsch Erben) in Steten. MiWKWueit SkllfHkliidir Verschiedenes i Beliiiniitnunijiiiißeii HlictiUludjr (Offene Stellen vermiet nn gen