'ms 8o uik, 2450 er Mann kann fct- Neßallratlsn jr ff ••Mit# v. MnbrO ;«s Dianes iirbÜn? * trte Strffftaft t Si. 01269 aa Ki lalle«. EOÖ- (ßidt ertbeill I. Schulhof, ' rl Loos. Idor Sc»!. üVius Wart, I iar\ Stern. l/ti ,at)t)Uf/ /» Mm itüler gefudt. W l unter $ Slaltti.__„ I.W8* Johannes tr. emp6 j Unterkunft für ** amen für ^n:" . lerberge * ;o6« E?- KW“”’’ fe5 ***P Ohr a 8 Öflz Samstag den 31. März 1900 Kk. 76 Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger 2(mts# und Anzeigeblatt für den K«U Giefzen Nezugsprei« viertrljährl. Mk. 2.Ä monatlich 75 Sßfg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstellee viertrljährl. Mk. l,$t monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljadri mit Bestellg'td Llle «nzeigen-Lerunttlun-Svell«, deL In. und «u«a^ nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., au-wärtS 20 Psg MiHWfaw, Gxhedition und Drucker«: >4«fflt<6e Ar. 7. Adrefie für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher 9h. 51. ttweW* *♦* Anzeigen zu der nachmtttag« fftr du ^uxien erscheinenden Nummer di» vorm. 10 The. Musterungen spätestens afcwM vorher. RMrtH«. tit Eichener liwifUelUUcr wrlea de« Anzeiger • Mfrd mit „Hest. leSWkt* e. .Blätter fr Heß. «vikskunde' ■M- 4«ti deigelegt. Grallsbeilagss: Gießener Familienblätter, Der hrsstkche Landwirt, DllMer für Kelßlche Volkskunde.__________________ B Anzeigers aib Wittko. * »aSgentlicht worden sind. «us der Provinz Oberhessen des Großherzogtums jfyffen, den preußischen Kreisen Dillenburg und Ufingen den Orten Altenberg und Kinzenbach des hiesigen Die Redaktion des Gießener übernimmt mit dem 1. April Herr Paul Kreises dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgetrieben werden. Wetzlar, den 26. März 1900. Der Königliche Landrat. Males und Urovinfielles. («aoayme Siaseaduasen, gleichviel welchen Inhaltes, werde» grnndsützlich nicht ausgenommen.) Gießen, 30. März 1900. Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 168 Jahren, am 31. März 1732, wurde zu Roh-au a. d. Leitha einer der herrlichsten und gefeiertsten Tonkürstler, Fran» Joseph Haydn, geboren. Er bildete sich durch eigene Kraft zum Schöpfer der modernen Instrumentalmusik aus, und schuf — der Erste, welcher in dieser Form komponierte — seine schönen Symphonien, Quartette und Konzerte. Als hoher Sechziger schrieb er noch sein unsterbliches Meisterwerk: .Die Schöpfung". Haydn starb zu Wien am $1. Mai 1809. Bekanntmachung. ttu die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien bes Distrikts = Eiunehmereibezirks Gießen II Unser Bureau befindet sich von heute ab Krünvergerstraße Yr. 12III. Gießen, den 28. März 1900. Großherzogliche Distrikts - Einnehmerei Gießen II. Stroh. Bekanntmachung. e tr.: Ankauf von Saaner Ziegenböcken durch den Landwirtschaftlichen Verein für die Provinz Oberhessen. Bekanntmachung. Zur Verhütung der Verschleppung der Maul, und Kauenseuche wird die Abhaltung der auf den 4. April d. I. »Wetzlar und auf den 5. April d. I. in Ehrings- Hansen anstehenden Biehmärkte an die Bedingungen ge- knüpfst, welche durch meine Bekanntmachung vom 4. Oktober 1898 angeordnet und in Nr. 234 des KrerSblattS von 1898 Bekanntmachung. Letr.: Die Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschaft „Union“ in Berlin. DaS Großherzogliche Ministerium des Innern hat der Allgemeinen Versicherung-- Aktien-Gesellschaft „Union“ in Berlin die Erlaubnis zur Ausdehnung ihres Geschäftsbetriebes auf die Versicherung gegen Einbruchsdiebstahl unter den früheren Bedingungen auf Widerruf erteilt. Gießen, den 27. März 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. • • Bon der Uuiverfitat. Man schreibt und: Herr Geh. Kirchenrat D. Köstlin wird allerdings, wie gestern ge- meldet, im Sommersemester Urlaub nehmen. Es geschieht jedoch nur, um die gute Jahreszeit zu einer Kur benutzen zu können, von der die völlige Genesung des in erfreulicher Rekonvaleszenz befindlichen, in weiten Kreisen geschätzten Hochschullehrers erwartet wird. Es darf zuversichtlich gehofft werden, daß D. Köstlin, der in der zweiten Hälfte des Wintersemesters seine Vorlesungen und Uebungen wieder gehalten hat, im Herbst völlig gekräftigt und genesen seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen wird. * * Ernennung. Zum Nachfolger des am 1. Feb. d. I. verstorbenen Professors der Zoologie an der Kgl. Preuß. Forstakademie zu Eberswalde, Geheimen Regierungsrats Dr. Bernard Al tum ist dessen seitheriger Assistent Pro- fefior Dr. Karl Eckstein, welcher seine Studien an der hiesigen Universität (unter Profefior Dr. Ludwig) ab- solviert hat, ernannt worden. • * Der Obermeister der hiesige« Fleischer-Innung, Herr Louis Pirr nebst Gemahlin feierten gestern das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Pirr, welcher zu den Gründern der hiesigen Innung gehört und langjähriger Obermeister ist, erfreut sich ungeteilten Wohlwollens bei seinen Kollegen und der hiesigen Bürgerschaft. — In Anerkennung seiner Verdienste und zur Wiederkehr des Hochzeitstages wurde gestern Vormittag Herr Pirr nebst Gemahlin durch ben Vorstand und die Ehrenmitglieder der hiesigen Fleischer- Innung beglückwünscht. Der Beglückwünschung hatten sich viele Freunde und Vertreter verschiedener Vereine, in denen Herr Pirr Ehrenämter inne hat, angeschlossen. Der zweite Vorsitzende der Fleischer-Innung, Herr K. Ludwig Sack, gedachte des Jubelpaares in tiefbewegter ausdrucksvoller Rede und überreichte im Namen der Innung Geschenke, mit dem Wunsche, daß es dem Jubelpaare noch lange vergönnt sein möge, in Gesundheit zusammen zu sein. Auch von auswärts wurde das Jubelpaar vielseitig beglück- toÜn^*' Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Totgeborenen, betrug in der Woche vom 11. bis 17. März in Mainz 54, in Darmstadt 35, in Offenbach 2d, in Worms 29 und in Gießen 16, zusammen 159, davon 38 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 34,5, Darmstadt 25,7, Offenbach 30, Worms 39,6 und auf Gießen 33,5 — Die Todesursache anbelangend, verstärken an Masern 1, (Darmstadt), an Scharlach 1 (Darmstadt), an Rachenbräune (Diphtherie) 2 (je 1 in Mainz und Gießen), an Halsbräune (Kroup) 2 (Darmstadt), an Diarrhöe und Brechdurchfall 5 (je 1 in Mainz und Offenbach, 3 in Worms), an Wochenbettkrankheit 1 (Worms), an Lungenschwindsucht 19 I (je 7 in Mainz und Offenbach, je 2 in Darmstadt und Gießen), an akuten entzündlichen Krankheiten der AtmungS- I organe 50 (14 in Mainz (davon 7 an Influenza), 13 in I Darmstadt sdavon 4 an Influenza), 8 in Offenbach sdavon I 2 an Jnfluenzaj, 11 in Worms sdavon 1 an Influenza), 14 in Gießen), an Gehirn-Apoplexie 5 (3 in Mainz, I je 1 in Darmstadt und Worms), an allen übrigen Krank- I heiten 69 (25 in Mainz, 15 in Darmstadt, 8 in Offenbach, I 12 in Worms und 9 in Gießen); gewaltsamen Tod er- I litten 4 Personen (3 in Mainz, 1 in Offenbach). Der Landwirtschaftliche Verein für die Provinz Ober- Hex beabsichtigt, in der ersten Hälfte des April dS. Js. fine Kommission von Sachverständigen in das Zuchtgebiet [fit Saaner Ziegen nach der Schweiz zu schicken, um Ziegenböcke für die Ziegen-Zuchtvereine und die Gemeinden in der Provinz ankaufen zu lassen. Der Ankauf erstreckt sich nur inf Ziegenböcke bester Qualität. Die Ankaufskosten trägt btr Landwirtschaftliche Provinzialverein, und steht außerdem ein Nachlaß am Ankaufspreise in Aussicht, dessen Höhe sich M der Beteiligung am Import richtet. Die Gemeinden, bezw. Ziegen-Zuchtvereine, welche sich in diesem Import beteiligen wollen, werden hiermit auf- zisordert, ihre Bestellungen schriftlich bis zum 3. April W. IS. unter Angabe der besonderen Wünsche bei den Herren Direktoren der Landwirtschaftlichen Bezirksvereine über der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Vereins für He Provinz Oberhessen in Alsseld anzumelden. Die angekauften Tiere werden unter den Bestellern versteigert. Erreicht der Steigerlös nicht die Höhe der Ankaufssumme, so wird der Fehlbetrag prozentualisch dem steigpreise der einzelnen Tiere zugeschlagen. Uebersteigt der SteigerlöS die Summe der Ankaufspreise, so erfolgt fine Rückvergütung nach demselben Maßstabe. Ort und Lag der Versteigerung der angekauften Tiere unter den Bestellern in Gießen wird später mitgeteilt. Hardt-Hof, den 23. März 1900. Der Präsident hrt landwirthschaftl. Vereins für die Provinz Oberheffen. I. V.: Schlenke. Pu die Grosth. Bürgermeistereien deS Kreises. Ich empfehle Ihnen, auf vorstehende Bekanntmachung ßiniveisend, von der gegebenen Gelegenheit Gebrauch zu mcheu, und mir Anmeldungen zu Bestellungen bald zu übermitteln. Besteller aus unserem Kreise erhalten außer btt Beihilfe des Provinzialvereins auch vom Bezirksverein tinen Zuschuß. Gießen, den 28. März 1900. Der Direktor des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins, v. Bechtold. ** Sind die Kosten für die Beurkundung von Rechtsgeschäften bei Gericht niedriger a l s b e i m N o t a r ? — wie vielfach angenommen wird. —i Diese Frage ist entschieden zu verneinen. Das Stempelgesetz orgt nach dieser Riichtung für einen gesunden Ausgleich bei niedrigerer Gerichtsgebühr, und ist somit jede ungesunde Konkurrenz zwischen den Gerichten und den ''Notaren ausgeschlossen. Das hessische Gesetz über den Urkundenstempel vom 12. August 1899, das am 1. Januar in Wirksamkeit getreten ist, bestimmt in seinem Artikel 41 wie folgt: Für tempelpflichtige Rechtsgeschäfte, welche durch einen Notar >eurkundet werden können, ist, wenn das Rechtsgeschäft durch eine andere Behörde beurkundet wird, welche hier- ür keine Vergütung bezieht, ein Stempelzuschlag in Höhe der Notariatsgebühr zu erheben. Der Bezug von Tagegeldern und Reisekosten ist als Gebührenbezug nicht zu betrachten. — Wird eine freiwillige öffentliche Versteigerung von Grundstücken von einem Ortsgerichtsvorsteher vorgenommen, so wird ein Stempelzuschlag in der Höhe des Betrages erhoben, um welchen die Gebühr des Ortsgerichtsvorstehers geringer ist als die Notariatsgebühr für ein Geschäft der gleichen Art. — Im Artikel 43 des, Stempelgesetzes ist bestimmt: Bis zu dem Zeitpunkte, in welchem das Grundbuch als angelegt anzusehen ist, wird, wenn ein Geschäft ortsgerichtlich beurkundet wird, ein Stempelzuschlag erhoben, welcher dem Betrage gleichkommt, um welchen die Gebühren, welche die Gerichtspersonen für den Akt, einschließlich der Fragenbeantwortung beziehen, geringer sind als die Notariatsgebühr für ein Geschäft der gleichen Art. ** Ueber die Thätigkeit des Gewerbegerichts entnehmen wir dem Verwaltungsbericht der Großh. Bürgermeisterei Gießen folgendes: Es wurden im Kalenderjahre 1898 111 Klagen anhängig gegen 100 im Vorjahre. Diese Klagen erledigten sich durch Klagezurücknahme vor und in den Terminen 19, durch Vergleich im ersten und zweiten Termine 63, durch Versäumnisurteil in den Terminen 8, durch Endurteil in den Terminen 10, durch Anerkenntnisurteil im zweiten Termin 1, durch Berufen 2C. 10. 51 Prozent aller Klagen wurden ohne Heranziehung von Beisitzern erledigt. Von den anhängig gewordenen Klagen waren erhoben durch Arbeitgeber 29, durch Arbeitnehmer 82; von den Klagen der Arbeitgeber waren gerichtet 28 auf Einhaltung der Kündigungsfrist bezw. Entschädigung wegen Nichteinhaltung der Kündigungsfrist, 1 auf Herausgabe von Papieren; von den Klagen der Arbeitnehmer 49 auf Zahlung d'es rückständigen Lohnes, 29 auf Entschädigung wegen kündigungsloser Entlassung, 1 auf Herausgabe von Papieren, 1 auf Ausstellung von Zeugnissen, 1 auf Entschädigung wegen Nichteinstellung, 1 aus Entschädigung wegen Zurückhaltung von Papieren. Von den Klagen der Arbeitnehmer wurden erledigt zii gunften der Kläger 46,7 Prozent, zu gunften der Beklagten 53,3 Prozent. An Gebühren erhielten die Beisitzer 76 Mk., die Zeugen und Sachverständigen 9.20 Mk. Ein großer Teil der bei dem Gewerbegericht anhängigen Fälle war dadurch veranlaßt, daß vielfach verabsäumt wurde, bei Eingehung des Arbeitsverhältnisses über die wesentlichen Punkte desselben klare und bestimmte Vereinbarungen zu treffen. Das Gewerbegericht sucht in dieser Beziehung belehrend zu wirken, und es ist wohl die Annahme nicht ungerechtfertigt, daß seit Bestehen der Gewerbegerichte die hauptsächlichsten für die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in Betracht kommenden Bestimmungen der Gewerbeordnung mehr und mehr Gemeingut der Interessenten geworden sind. Damit die Beisitzer über die Rechtsprechung anderer Gewerbegerichte informiert sind, wird ihnen von Amtswegen die Zeitschrift „Das Gewerbegericht" geliefert. _____________ Gladenbach, 28. März. Die Brauerei Friedel u. As Prion in Gießen erwarb käuflich das Gasthaus „Berliner Hof“ hier zu dem Preise von 28000 Mk. WormS, 28. März. Nach der am 26. d. Mts. stattgehabten Einweihung der Brücke überreichte am diesseitigen Ufer eine Abordnung der rechtsrheinischen Arbeiterschaft der Doerr & Reinhartschen Lederwerke Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog eine von Maler Edelbauer und Buchbinder Schmuck künstlerisch ausgeführte Dankadresse, welche der Landesfürst huldvoll entgegenzunehmen geruhte. Der Inhalt der Adresse lautet: „Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Ernst Ludwig von Heffen und bei Rhein. Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allergnädigster Fürst und Herr! Heute, bei der Taufe und Eröffnung der Straßenbrücke, welche Worms mit der Provinz Starkenburg fest verbindet, drängt es uns, die rechtsrheinischen Lederarbeiter des Hauses Doerr & Reinhart, Ew. Königlichen Hoheit unseren alleruitterthamgsten Dank für den hochherzigen Beweis landesväterlicher Mr- sorge zu Füßen zu legen, welcher un« durch d-n endlich-« Bau dieser Brück- gegeben >st. Ew. König!. Hoheit s-M Wille hat die Schwierigkeiten beseitigt, die sich der Er Vermischtes. I * Görlitz, 27. März. (Ein Tiger in Schlesien.) Eine Nachricht, die man für einen verfrühten Aprilscherz I halten könnte, bringt der „Neue Görlitzer Anzeiger": Ein Raubtier schlimmster Art treibt schon ein Jahr sein Un, wesen in den angrenzenden Forsten, vertilgt viel Wild und vernichtet den ganzen Rehstand. Am 18. März wurde das Tier des Vormittags um 9 Uhr in Sabrodt auf 60 Meter von Gebäuden entfernt als Tiger erkannt; auch herbeigeholte Königliche Förster bezeichneten die Fährte als die eines Tigers. Im angrenzenden Revier Proschim hat der Flurschütze den Tiger gesehen, wie derselbe ein Reh zer- > rissen. Hier herrscht eine große Aufregung. Aus entlegenen Ansiedelungen gehen die Kinder nicht mehr zur Schule. Der „Spremberger Anzeiger" schreibt über dieselbe Angelegenheit folgendes: Der Waldhüter des Reviers Proschim ließ am Samstag die Jagdpächter des genannten Reviers durch eine Postkarte wissen, daß in der „Bore", einem bestimmten Teil des Reviers, sich ein Tiger aufhalte, der auf dem Blunower Revier schon 14 Rehe zerrissen und aufgefressen hätte. Selbstverständlich wurde diese Nachricht mit ungläubigem Lächeln seitens der Jagdbeteiligten ausgenommen. Heute liegen aber bestimmtere Nachrichten vor. In der angrenzenden Königlichen Hoyerswerdaer Forst sind die dort stationierten Förster in der vorigen Woche auf die eigentümliche im Schnee hinterlassene Fährte aufmerksam geworden, und heute meldet der Flurschütz von Sabrodt seinem hiesigen Jagdpächter, daß jene seltsame Bestie von Leuten, die durchaus zuverlässig, am Sonntag gesehen worden ist, und daß nach der genauen Beschreibung des Tieres es keinem Zweifelt unterliegt, daß ein irgendwo entkommener Tiger oder Jaguar sich hier aufhält. * Folgendes Sittenbild aus der bayrischen Hauptstadt entwirft der „Fränkische Courier": Die Sal- vatorsaison in München hat bei Schneewetter am Sonntag begonnen. Trotzdem nahmen schon am Nachmittage dieses Sonntags etwa 10 000 Personen Eintrittskarten zu 30 Pfg., am Josephitage, Montag, waren es 13 000 Personen. Die Zahl der an beiden Tagen ausgeschenkten Hektoliter wird für den Salvatorkeller allein auf 700 angegeben, was bei einem Preise von 40 Pfg. das Liter 28 000 Mk. ausmacht. Dazu nur zwei Drittel des Kruges voll, außerdem noch Ausschank im Nokherberggarteu, in den Lokalen des Zacherl- kellers, bei Spöckmaier, und allen Münchener Wirtschaften, I die Zacherlbier führen. Kurz, man darf rechnen, daß 1000 Hektoliter — 100 000 Liter an zwei Tagen verzapft wurden, I wobei die Ausfuhr, die besonders nach Norddeutschland sehr I stark ist, nicht inbegriffen ist. Es bedurfte übrigens aller I Thatkraft der von der Brauerei aufgestellten 33 Brauknechte, I damit die Ordnung einigermaßen aufrecht erhalten blieb. I Ausschreitungen konnten trotzdem nicht ganz vermieden I werden; mancher und auch manche Dame, die den tückischen I Wirkungen des Salvators unterlagen, wurden zur SanitätS-, I aber auch zur Polizeiwache gebracht, die beide im Keller I errichtet waren. Betrunkene Frauenzimmer waren sehr viele I zu sehen; sie boten in ihrer Aufführung einen höchst ab- I stoßenden Eindruck. richtung des neuen Verkehrsweges entgegenstellten. Die rechtsrheinische Arbeiterschaft wird niemals vergeffen, daß es ihr Großherzog Ernst Ludwig war, welcher ihr durch den Bau dieser Brücke den Weg zur nutzbringenden Arbeitsstelle zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung, freigemacht hat. Wer die Bahnen zur Arbeit, dieser ersten Pflicht und edelsten Thätigkeit des Menschen, ebnet und lieb macht, spendet unendlichen Segen! In allerunter- thänigster Dankbarkeit und angestammter Hessentreue verharren die Abordnung der rechtsrheinischen Arbeiter der Lederwerke von Doerr & Reinhart in Worms." Nach Verlesung der Adresse durch ein Mitglied der Abordnung beauftragten Se. Königl. Hoheit dasselbe, seinen Mitarbeitern den landesherrlichen Dank zu übermitteln. X Mainz, 29. März. Der nahezu vier Wochen anhaltende T ü n ch e r a u s st an d naht sich hier seinem Ende, und scheint derselbe aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Niederlage der Meister zu enden. Trotz einer bedingten hohen Konventionalstrafe von 500 Mark haben sich heute zwei der bedeutendsten Tüncher- und Maler- geschäfte, die große Bauten übernommen haben, genötigt gesehen, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen, was die übrigen Meister nötigt, wohl oder übel das Gleiche zu thun. — Die bevorstehende Gutenberg- feier bildete gestern bei der Beratung des städtischen Budgets Gegenstand eingehender Diskussion und auch teil- j weise abfälliger Kritik. Seitens der Sozialdemokraten wurde der von dem Finanzausschuß für das Fest beantragte Betrag von 50 000 Mark beanstandet, und zwar hauptsächlich um deswillen, weil man diesen Betrag nur als Einleitung zu weiteren größeren Anforderungen betrachten müsse, was sich aus den großen Dispositionen, welche für das Fest getroffen würden, befürchten lasse. Wenngleich sich auch Mitglieder anderer Fraktionen dieser Befürchtung der I Sozialdemokraten nicht ganz entschlagen konnten, so wurde I doch der Antrag des Finanzausschusses angenommen, je- I doch in der Fassung, daß der Betrag von 50 000 Mark nicht I überschritten werde. —In einer gestern hier abgehaltenen I Versammlung des hiesigen Gastwirteverbandes! I wurde beschlossen, wegen Abänderung des neuen Stempel- I gesetzes eine Petition an die erste und die zweite Kammer I zu richten. Nach der Ansicht der Petenten sind die Gast- I wirte und die Wirte im allgemeinen durch die neue I Stempelgesetzgebung am meisten benachteiligt. — Unter I dem Titel „Hessische Rechtsprechung" erscheint von I nächsten Monat an hier eine juristische Fachzeitschrift, die I von dem vor kurzem gegründeten hessischen Richterverein I herausgegeben wird. Das neue Blatt wird Entscheidungen der hessischen Gerichte, solche des Verwaltungsgerichtshofes, I der Justizverwaltung, über Kosten- und Gebuhrenwesen I und sonstige Abhandelungen juristischer Natur bringen. — I Sei Schießübungen, die heute morgen an einem I Außen fort hier stattgefunden haben, hat sich ein schwerer I Unglücksfall ereignet. Von der Bespannung eines Train- I wage^A des Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 3 wurden zwei I junge Pferde scheu und gingen durch, dabei an den Seiten- I strängen einen Unteroffizier und zwei Soldaten mitreißend. I Der Unteroffizier erlitt einen Schenkelbruch, der eine I Doldat eine Gehirnerschütterung, und der zweite Soldat | trug schwere innere Verletzungen davon. )( Aus dem Rheingau, 29. März. Die N i e d e r - I Waldbahn wird ihren Betrieb auf der Strecke Rüdes- I heim - Niederwald den 1. April und auf der Strecke Aß- I mannshausen-Niederwald mit dem ersten Ostertag eröffnen. I D. Frankfurt a. M-, 28. März. Neue Tiere des I Zoologischen Gartens. Im Raubtierhaus sind gegen- I wärtig 6 Löwen, 4 Jaguare, 7 Panther und Leoparden, I 5 Hyänen und 4 Tiger ausgestellt. Zwei der letzteren, I die vorige Woche eingetroffen sind, gehören der seltenen I sibirischen Rasse an, welche den Königstiger an Größe I weit übertrifft, und haben wiewohl sie noch jung sind, I schon langes zottiges Haar. Im Vogelhaus werden über I 100 neue Käfige, ganz aus Metall und Glas kon- I struiert, gegenwärtig aufgestellt, und die zu ihrer Besetzung I ausersehenen Vögel sind zum Teil schon eingetroffen. Als I Geschenk wurden dem Garten von Herrn L. H. Reiß von der Insel LelebeS zwei Hammerhühner besorgt, von I denen leider eines durch den Frost zu Grunde ging. Die I Hammerhühner lassen bekanntlich ihre Eier vom heißen I Sande ausbrüten, die Jungen kommen flügge auf die Welt I und zerstreuen sich, ohne ihre Eltern zu kennen. — Das neue Säugetierhaus steht im Rohbau fertig und soll I über 100 Käfige aufnehme», so daß die Reichhaltigkeit der I Tiersammlung in übersichtlicher Weise sich gruppieren läßt. I Mit der Giraffe, die wie die Nachrichten aus dem Sudan I beweisen, auf lange Zeit hin das wertvollste Tier für die I Zoologischen Gärten bleiben wird, ist der Tierbestand des I Gartens auf eine hervorragende Stufe gestiegen. „Gerrhy", I wie das Tier mit seinem nubischen Namen heißt, ist mit I feiner Berliner Kollegin das einzige Exemplar seiner Art I in Deutschland und fast auch auf dem europäischen Kon- I tinent. Wie beabsichtigt wird, soll in diesem Sommer I Auch Kochsche SchmetterlingSsammlung zur I Ausstellung gelangen und zwar in einer ganz neuen er- I wetterten Form. Statt der früheren 3000 werden dieses- wal zirka 20 000 Schmetterlinge ausgestellt, und das I - ^ugewent damit vielleicht das Großartigste werden, was I in dieser Art jemals getroffen worden ist. — Am kommenden Sonntag ist der Eintritt des vormittags auf 20 Pfg. pro । Person ermäßigt; nachmittags kostet es 1 Mark, Kinder 50 Pfennig. I m. Borken (Hessen), 29. März. Gestern nachmittag 1 fand im Gasthaus zum Schlößchen eine Genera lv er- I < sammlung des Landwirtschaftlichen Vereins I i für den Amtsgerichtsbezirk Borken und Nachbaraebiet statt Der Vorsitzende des Vereins, Herr Rittergutsbesitzer Hof- I mann senior (Borken), begrüßte zunächst die erschienenen I ■ Herren und brachte sodann einige eingegangene Schrift I ■ stücke zur Kenntnis. Hierauf hielt Herr Direktor Reinsch- I ■ Melsungen einen Vortrag über „die Anwendung von Kunst- I 1 dünger zur Frühjahrsbestellung". Die anschließende Dis- I kussion gestaltete sich zu einer recht lebhaften, namentlich I wurde über die erzielten Resultate bei Anwendung der be | 4’5 KW, Sr« BO MS J dck.^neöüte U' Sie», 27- W Li bekannt geeerben j $ fnuS von fru L. kommen Klimts $’ V bie J.r.fitn mißen, daß Ämben Pr°M«n Sri, ba säst alle M ftaiimter der Pro I* olt fjiben sich aber a jXr MnM Haushtt firr aber bit Prosessoren flfefer in bei ümverM yrr ist; mb in ttrntm hruehenenrechtni rnM raMm'che idpiiad txnyVMt V-Mtt Drn;m1 p-.olestierenben tzEhe tribd? Hausherren ber Stan !m doch nicht M'b tbenfaM in M iiiü* fein W gtptont. !e|srten Mitgliedes anxti Zur Entlassung des Fürsten Bismarck. (Schluß.) Bismarcks unmittelbar hierauf folgendes Gespräch mit Windthorst am 14. März 1890 drehte sich bekanntlich ausschließlich um die Frage: wie sich im neuen Reichstag das Zentrum stellen werde und welche Ansprüche es erhebe. Windthorst,forderte die volle Herstellung des Zustandes der Gesetzgebung vor 1870, was Bismarck sofort als „exorbitant", als „unannehmbar" bezeichnete. Dieses harmlose Gespräch wurde dem Kaiser noch am nämlichen Tag mit der Abweichung von der Wahrheit hinterbracht: der Kanzler habe dem Zentrumsführer durch die Vermittelung des Herrn von Bleichrvder zu sich bitten lassen, um mit Windthorst über eine „Kooperation" zu unterhandeln, das heißt zu dem Zweck, in den Meinungsverschiedenheiten Bismarcks mit seinem kaiserlichen Herrn die Unterstützung des Zentrums zu gewinnen. Wenn der Kaiser nur gewartet hätte, bis am folgenden Tag die Zentrumsblätter in vollem Unmut das Gespräch Windthorsts mit Bismarck ausplauderten, so würde er erkannt haben, daß die Zwischenträger, die ihm diese Entstellungen hinterbracht, in gröblicher Weise ihn zu täuschen sich erfrecht hatten. Denn, wenn nicht Windthorst der vergeblich Fordernde gewesen, und ein Einverständnis zwischen ihm und Bismarck erzielt worden wäre, würde die Zentrumspresse natürlich weislich geschwiegen haben. In der begreiflichen Erregung über die falsche Nachricht aber handelte der Kaiser anders. „Sofort nach Empfang jener Meldung", berichtete mir Bismarck, „sandte der Kaiser den Ehef seines Zivilkabinetts, Herrn (von) Lucanus, an mich ab mit dem Gebot: Seine Majestät fordere von mir, daß ich ihm zuvor Meldung mache, wenn ich mit Abgeordneten politische Gespräche führen wolle. s & entgegnete etwa: „Ich bitte. Seiner Majestät auszusprechen, oatz ich niemanden über meine Schwelle verfügen lasse." xarüiiT erschien der Kaiser selbst am 15. März früh bei mir, aiS ich noch im Bett lag, und verlangte mich sofort zu | sprechen. Ich klerdete mich rasch an und trat meinem I gegenüber. Erregt fragte er mich, was die Unterhandluna I, I Windthorst zu bedeuten habe. Ich entgegnete, daß iüd)t Unt?r I Handlungen', sondern vertraulich persönliche Aussprachen I gesunden hätten. Darauf betonte der Kaiser sein Recht I zeitig von den Verhandlungen seines Kanzlers mit I fuhrern in Kenntnis gesetzt zu werden. Diesen Anspruch | lch mit der Erklärung zurück: „Ich lasse meinen ^erfehr J. I Abgeordneten keiner Aufsicht unterwerfen und über m I L-chwelle niemanden gebieten." „Auch nicht, wenn ich es Ihnen als Souverän befehl, >• I ries der Kaiser in großer Erregung. „Auch dann nicht, Majestät", erwiderte ich. „Der Beieb I meines Kaisers endet am Salon meiner Frau." Dann I x?< hi"ru: »Rur infolge meines Versprechens Kaiser V,> I fcs m .'/inst Dessen Enkel zu, dienen, sei ich im Amt geblieben I /renn ich rndes Seiner Majestät unbequem werde, sei ich ÜPrn 1 bereit, mich zurückzuziehen." 1 . Die weiteren Mitteilungen der Fürstin Bismarck Aber die» I besprach, das sie unfreiwillig mit anhörte, an mich kann i* I wiedergeben. Sie machte mir in Parzin Ende Oktobe' I }°92, lote ihr Gemahl in Friedrickssruh am 29. April 1893 I w n tz/hl daraus, daß sie beide empfunden hätten, von diesem | an sei ein vollständiger Bruch zwischen dem Kaiser I und Kanzler eingetreten. Bismarck aber bezwang in den (Btun I mSr $aienr'r bire. 'wch der erregten Morgenszene vom I t ^ar5c verflossen, seine Empfindung soweit, daß er nun dock I bloß an der vom König befohlenen Denkschrift über die Aui rechterhaltung der Kabinettsordre von 1852 arbeitete und da- I Geschehene in hingebender Vaterlandsliebe und Pslichterfüllunä I Atrug, ohne em Entlassungsgesuch einzureichen, das ihm du I Verantwortlichkeit für die dadurch geschädigten deutschen Jntn I essen aufgebürdet haben würde. I Ganz in diesem Sinne beschied er auch den General von I vahnke, der am Frühmorgen des 17. März bei Bismarck mit dem Auftrag erschien: der Kaiser erwarte das Entlassungsgesuch I des Fürsten und sei bereit, denselben zu diesem Behuf nach. I mittags 2 Uhr zu empfangen. „Da der General den Austraa I n- /l? eÜien direkten, sondern nur unter Bezugnahme aus I eine Besprechung am Tage zuvor ausgerichtet hatte", berichte | wir Bismarck etwa, „so erwiderte ich, daß ich nach meinem I augenblicklichen Gesundheitszustand nicht ausgehen könne uno I bezüglich der schriftlichen Eingabe um Frist bitten müsse. Dann I fuhr ich etwa fort: „Ich halte es für eine Gewissenlosiak,,' I gegen Seine Majestät und das Vaterland, wenn ich unter den I jetzigen Umständen fahnenflüchtig würde. Ein von mir jetzt ein I gereichtes Entlassungsgesuch würde aber auch ein ganz falsches I geschichtliches Bild der Sachlage darbieten. Seine Majestät f)iv I K ?ie .^cht- mich jederzeit zu entlassen. Der Kaiser von I Österreich sagt auch, wenn er sich von einem Minister trenne I will: „Wir haben befunden", den ober jenen feiner Armin | SU entheben. Ich. aber kann meine politische Laufbahn nicht mit I CXenJ-Ät "bschlleßen, dessen Folgen ich .für Volk und Reich I als höchst verderblich erachte." I Mrt diesem Bescheid ging General v. Hahnke von bannen, und I Ars.warck deutete mir die weiteren, seither bekannt gewordene, I Greignifse dieses Tages' an: wie er den Ministern in einer I letzten Beratung mit ihnen am Nachmittag des 17. März Kennt I Uis von den Ereignissen der jüngsten Tage mit dem Bemerken I gegeben, daß er seiner Meinung nach nicht mit der Rücksicht I behandelt werde, auf die fein Alter wohl Anspruch hätte; wie I sich die Minister sämtlich damit ebenso einverstanden erklärten, I wie mit Bismarcks Denkschrift über die Notwendigkeit des Fort" I bestehens der Kabinettsordre von 1852; wie sie dann noch am I nämlichen Abend bei Herrn von Bötticher, ohne den Fürsten, zu einer Beratung über einen etwa beim Kaiser und König zu unternehmenden Schritt zusammengetreten seien: wie aber der Kaiser, schon infolge der ihm merkwürdig schnell vermittelten Beschlüsse des Ministerrats vom Nachmittag in diese vertrauliche Abendversammlung einen Adjutanten entsendet habe mit der Aufforderung: „jede weitere Bemühung zu untcrlaffen: er bedürfe ihres Rates nicht mehr; seine Entschlüsse bezüglich des Fürsten Bismarck stünden fest." . „Ja, noch am Abend des 17. März erschien der Kabinetts- ck>es Seiner Majestät wieder im Reichskanzlerpalais mit einem amtlichen Excitatorium wegen meines Abschiedsgesuches und mit dem Ausdruck der Verwunderung, daß dieselbe noch nicht äuge gangen sei. Der Kaiser erwarte es zu einer bestimmten Stunde." Diesem bestimmten Befehl Seiner Majestät gegenüber hatte I ich das Gefühl wesentlicher Erleichterung und „schön heraus" M sein. Ich sträubte mich nur dagegen, die schriftliche ErNärung, die Seine Majestät von mir forderte, innerhalb weniger Stunden fertig zu stellen, und bemerkte hierüber Herrn Lucanus etwa folgendes: „Ich sei bereit, meine schlichte Absetzung sofort ui unterzeichnen; zu einem Abschiedsgesuch aber, welches das letzte amtliche Schriftstück eines um die Geschichte Deutschlands und Preußens einigermaßen verdienten Ministers darstelle, bebürie ich längerer Zeit. Das sei ich mir und der Geschichte schuldig, die einst wissen solle, warum ich meine Entlassung erhalten habe." Dieses eingehend begründete Schreiben setzte ich am 18. März auf, arbeitete daran aber noch mehrere Tage. Denn es war sehr umfänglich geworden und sollte meine letzte amtliche Handlung würdig vertreten. Uebrigens entledigte sich Herr Lucanus noch eines anderen kaiserlichen Auftrages. Er teilte mir nämlich auch mit : Seine Majestät biete mir allergnädigst an, mich zum Herzog von Lauen bürg zu machen. Ich erwiderte darauf etwa: „Das hätte id- schon lange werden können, wenn mein Streben danach ge standen hätte." Darauf glaubte mir der Chef des kaiserlichen Civilkabinetts auch noch die weitere Versicherung geben zu fön nen: „Seine Majestät mache sich verbindlich dafür, daß mii zur Ermöglichung der standesgemäßen Führung des Herzog Titels und -Ranges eine Dotation bewilligt werde." Ich wics auch das bestimmt zurück, indem ich etwa äußerte: „Ich hätte doch eine solche Laufbahn hinter mir, daß man mir nicht zu- muten könne, dieselbe damit zu beschließen, daß ich einer Grati fikation, wie sie eifrigen Postbeamten zu Neujahr zu teil werde, nachlause". „Durchlaucht" — bemerkte ich, als der Fürst hier eine Pause machte — „wäre es nicht möglich, daß ich in meinem Werk den Wortlaut jener Denkschrift, Ihres „Entlaffungsgesuckes mitteilte?" „Nein, das geht nicht?" erwiderte er ernst und bestimmt, aber freundlich gegen mich, wie immer. „Denn es ist eine Staatsschrift. Sie muß von Berlin aus veröffentlicht werben. Durch mich darf es niemand thun. Sie wissen, wie oft id) sawn bei den Angriffen des „neuen Kurses" auf meine Politik uno Person, und namentlich bei Widerlegung der Legende, dah t® freiwillig gegangen sei, iba ich ja ein „Abschiedsgesuch" "N gereicht hätte, die Leiter dieses neuen Kurses stets vcrgeoua' um Veröffentlichung jener Denkschrift ersucht habe. Wenn mi ihre Veröffentlichung von mir aus für erlaubt hielte, so hone ich sie also schon längst abdrucken lassen. „ Sie dürfen also nur als „ziemlich bestimmte Vermutmrg aussprechen, daß ich in diesem meinen letzten amtlichen Schreiben die gesamte damalige politische Lage und die Gründe erörtert haben werde, die mir — wenn nicht der bestimmte entgegen gesetzte Befehl Seiner Majestät vorgelegen hätte — meinen Ruck tritt, trotz meiner Jahre und Gesundhcitsverhältnisse, nicht er laubt erscheinen ließen, weil dieser Rücktritt nach meiner lieber zeugung dem Staatsinteresse widerspreche. Denn namentlich m der auswärtigen Politik konnte mich niemand ersetzen: ntemano besaß meine Erfahrung, niemand das Vertrauen der answärtigen Mächte — das ich mir in langen Jahren mühsam erworben hatte - ZW-chuchl ktüliete i r. begegnen, gltii täi bar gthgla Ultr, lomit < uill) bi/onfat um $mn bttldhi 10a btm ja ddiet ist unb würbe bttl whltn. Di 7r<üm ihn 6ilftibuni MßWchm (MWi ma fif)t brttanUnM y.iöm worbm fob. D 'n btm Ittel ■ krRnligibuchhM •mä) nschtmtn unb ji H iüt jwtt ZucWin tnibtUtn Mm i brrn stznViü Tchichhvß» etjoi Maurer-, j ö-cker.,Tchr^ biuberarbeiti den ’ ,, »oteitta« MStoMg« “"'»ii wta. ; JW. Mtiti liegen m t6 ,iur EiM -NMr*xrflreet btx 28. Stabil be« 28, bt« IW??? »ach 1611 ium sprochenen Düngemittel verschiedentlich berichtet. Zu Punkt „Neuwahl des Vorstandes" stellte Rittergutspächter Lüttich (Niederurff) den Antrag, den seitherigen Gesamt- Vorstand durch Akklamation wiederzuwählen. Dieser Antrag wurde einstimmig «angenommen. Der Vorstand besteht aus folgenden Herren: Rittergutsbesitzer Hoftnann, Vorsitzender, Amtsrichter Dr. Schreiber, stellvertretender Vorsitzender, Stadtkämmerer Müller, Schriftführer und Kassierer, sämtlich aus Borken. Zur Festsetzung der Vereinsbeiträge pro 1900/1901 beschloß die Versammlung einstimmig, auf Antrag des Herrn Vorsitzenden, den seitherigen Jahresbeitrag von -1.50 Mk. bestehen zu lassen. Zu „Was giebts neues auf dem Gebiete der Landwirtschaft" stellte der Herr Vorsitzende den Antrag, betr. Fleischschau- Gesetz eine Petition an den Herrn Landwirtschaftsminister zu richten, in welcher die Bitte ausgesprochen werden soll, der Herr Minister wolle betreffs dieses Gesetzes dafür sorgen, daß ausländisches Vieh und Fleischwaren bei Einfuhr derselben Kontrolle unterworfen würden als das einheimische. Der Antrag fand einstimmige Annahme. Zum Schlüsse der Versammlung brachte Herr Lüttich (Niederurff) auf den Gesamtvorstand ein dreifaches Hoch aus.. 50 218 gemacht werden. fm fm 34,03 483 fm 1,37 60 empfiehlt 1284 lltrflciiimniiuii .(ijiipfebliiiirti'u 34 38 4 3950 3160 72 Nadel stämme 13,88 Eichen-Derbstangen haltend, Nadel-Derbstangen haltend, Nadel-Reisstangen Sch. Arnold II Marktftratze L8. n w 0,40 2417 Der Vorstand. abgegebenen Sruttier, der verkauften Derbrauchsrier, Zuchttabellm, Tabellen ü er dte Ausgabm, Zusammenstellung und dergl. Jeder Gtflü elzüchter sollte diese Buchführung benutz-n und einführen. X. Einem allgemeinen und dringenden Bedürfnis kommen die soeben im Großh. Staatsverlag erschienenen amtlichen Handans- gaben verschiedener Teile de» nunmehrigen Rechtes entgegen. Es liegen drei solcher Bände vor, die in ganz praktischer Anordnung alles auf das betreffende Gebiet bezügliche (reichsgesetzliche und hessische Bestimmungen) zusammenfaffend geben, den Ueberblick ungemein erleichtern und dadurch die Kenntnis sowie Handhabung der fraglichen Bestimmungen ungemein fördern werden. Die Umwälzung, die sich durch Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und der vielen hierdurch nötig gewordenen anderweiten Vorschriften auf den verschiedensten Gebieten des Rechts vollzogen hat, ist eine so weitreichende und einschneidende, daß zur Bewältigung des Stoffes für Studium und Praxis Teilausgaben aller Art unter keinen Umständen entbehrt werden können. Erfreulicherweise ist mit Inkrafttreten des neuen Rechts das vorher bereits für dasselbe vorhandene Interesse des weiteren Publikums noch erheblich gesteigert worden und wird fürderhin weiterwachsen. Auch der Laie hat vielfach Veranlassung, sich mit den neuen Bestimmungen beschäftigen und bekannt machen zu müssen. Gerade in dieser Richtung sind handliche Teilausgaben unbedingt von Nöten, und so werden die eingangs erwähnten amtlichen Ausgaben nicht nur den in Betracht kommenden Beamten ein unentbehrliches Hilfsmittel sein, sondern sicher auch bei vielen anderen bereitwillige Aufnahme, sowie Verwendung finden. Beispielsweise wird für Kaufleute und alle mit Geldgeschäften Befaßten die Kenntnis des auf den Dienst der Gerichtsvollzieher Bezüglichen von Wichtigkeit sein und die Verhältnisse der freiwilligen Gerichtsbarkeit, sowie des Notariats können für jeden aktuell werden. Die Ausgaben dürfen deshalb auf einen großen Abnehmerfteis rechnen. Der eine Band umfaßt die das Notariat und die freiwillige Gerichtsbarkeit betreffenden Bestimmungen, die bezüglichen Reichsgesetze, Ausführungsgesetze, Dienstanweisung und Gebührenordnung für Notare und das Gesetz über den Urkundenstempel. In dem weitern Band ist alles auf das Grundbuchwesen bezügliche, die Grundbuchordnung nebst allen Ausführungsvorschriften vereinigt, während der dritte Band die den Dienst der Gerichtsvollzieher und das Zustcllungswesen regelnden Bestimmungen, Gerichtsvollzieherordnung, Dienstanweisung und Gebührenordnung für dieselben, Verordnung über Zustellungen und Behändigungen u. s. w. bietet. Postalisches. Vom 1. April ab beträgt auch im Verkehr mit O ester- reich-Ungarn sowie im Verkehr» mit den deutschen Schutzgebieten und deutschen Kriegsschisfen im Auslande die Gewichtsgrenze für einfache Briefe nicht mehr 15, sondern 20 Gramm. — Im weiteren sind im Verkehr mit den deutschen Schutzgebieten Geschäftspapicre unter denselben Bedingungen wie im inneren Verkehr Deutschlands zulässig, das Meistgewicht ist indes auf 2 Kg. festgesetzt. Die Gebühr für Geschästspaprere von mehr als 1 bis 2 Kg. beträgt 60 Pfg. — Aus Anlass der Einführung ermäßigter Taxen für d en Ortsverkehr werden vom 30. März ab Freimarken und Postkarten zu 2 Pfg. zum Verkauf kommen: diese Marken zu 2 Pfg. sind schiefergrau und gleichen in Bezug auf die Zeichnung den allen Marken. Nach Räumung der noch vorhandenen alten Marken werben auch die 2 Psg.-Marken mit dem Germaniabild versehen. Die neuen Marken zu 1, 2, 3 und 5 Mk. werden nicht, wie bisher die 2 Mk.-Marken, ausschliesslich im Dienstbetrieb verwendet, sondern auch an das Publikum verkauft. Die Freimarke zu 1 Mk. ist rosa und zeigt die Abbildung des Reichspostamts, die zu 2 Mk. ist blau und zeigt zwei altgermanische Krieger, die zu 3 Mk. ist schieferviolett, trägt die Inschrift 1797. 22. März 1897, Bild: Enthüllung des Kaiser Wilhelms-Denkmals in Berlin, die zu 5 Mk. enthält in schwarzer Umrahmung das Markenbild, in duukelroter Farbe: die Darstellung der im Berliner Schlosse abgehaltenen Feier zur Erinnerung an die Neubegründung des Deutschen Reiches. Eier-Abschlag! Ia. frische Lier jum Lustrinken per Stück 5Rflaehud)t rentiere nicht". Um nun mit Erfolg dieser Meinung au begegnen, gießt es kein vorzüglicheres Mittel, als die Anfnotierung l>tt gelegten Eier, sowie der erfolgten Ausgaben. Von großem Werte, unb besonder« von Interesse eines jeden Geflügelzüchter« ist es, amrt derselbe von dem jährlichen Resultat seiner Zucht genau unter- tlälet ist und würde dies nur anregend zugunsten einer rationellen (Näaelzucht wirken. Diesen Erwägungen verdanken eine Anzahl Trd.llen ihrs Entstehung, welche im Auftrage des Verbände« der »buhesstschen Geflügelzucht-Vereine von dem Vorsitzenden desselben thim fahr bekannten Geflügelzüchter I. Knaup, Heldenbergen heraus- Mbrn worden fhib. Diese Tabellen find in einem stattlichen Hefte inltr dem Titel „Buchführung der landwirtschaftlichen Geflügelzucht" der Verlag«buchhandlun« von H. May Nachfolger in Lauter- M erschienen und zum Preise von 60 Pfennig zu beziehen und fib sür zwei Zuchtstämme eingerichtet einfach und praktisch gehalten aab enthalten Listen zum Einträgen der täglich gelegten Eier, der Verdingung. Die zur Errichtung einet Mansarde Ms dem Verwaltungsgebäude der Machthofe» erforderlichen Maurer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner- u. Weitz- biuderarbeite« sollen ÄieaStag den 3. April l. Js., vormittags 11 Uhr, ms dem Stadtbauamt öffentlich ver- Mg en werden. plane, Arbeitsbeschreibung und Ndingungen liegen bei uns in Zimmer Ä. 6 zur Einficht offen, woselbst Äigebotsormulare erhältlich find. Zuschlagsfrist 14 Tage. Ließen, den 28. März 1900. Das Stadtbauamt. Schmandt. 2393 Mineralwasser. Dem verehrten Publikum zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich außer dem von mir seither geführten prima Tafelwasser al«: chertrudis, Setzer, Aömer, Germania, Ludwigs und Schwak- heimer, auch sämtliche medicmische Wasser auf Lager führe und empfehle hiervon besonders Köuigl. Selters, Emser Krähucheu, Aachiuger, Marienbader Kreuzbrrruuerr, Wildunger Helenen Quelle, Saxlehvers Bitterwasser, Huniadl Janos, Karlsbader Mühl und Schloß it a. m. Da ich sämtliche Wasser nur in Waggonladungen beziehe, bin ich in der Lage, die billigsten Preise notieren zu können und halte mich bei Bedarf bestens empfohlen. 1619 Mineralwasser- und Kohlensänre-Haudlnng J. Weisel, Simnenstrüßk 6. FeiOs Saurrkrnut empfiehlt tu8 C. Roth II. in solchem Masse wie ich. Es gab auch damals schon auf dem ßwii'te der auswärtigen Politik — sagen wir autokratische Miss- ari fe — die, namentlich in unserem Verhältnis zu Russland, llnrdezu alle Erfolge in Frage stellten, die unsere, Politik seit ^rzehnten erlangt hatte." Ter Fürst gab mir hierüber unter Kni Siegel der Verschwiegenheit nähere Einzelheiten. „Sie Annen also", fuhr er fort, „der „Vermutung" Ausdruck geben, b»fi mein sogenanntes „Entlassungsgesuch" im Gegenteil eine sehr nüÄdrückliche Begründung der Notwendigkeit meines ferneren Schleidens im Amt enthalten habe, und dass ich — angesichts einer verhängnisvollen Wendung der deutschen Geschichte, falls Widers entschieden wurde — wohl auch mit aller der Kraft an (rrjörung vnb Beredsamkeit, die ich etwa besitze, meine Heber» -puning begründet haben werde." Die weiteren Aussprachen Bismarcks über diesen erschüttern- fcn weltgeschichtlichen Vorgang waren mehr persönlicher Natur sind nicht mitteilbar. Daun hielt er inne und reichte mir die- Ka„d zum Abschied, geleitete mich auch freundlich bis zur Schwelle seines Hauses. Ich war tief ergriffen von der Größe der Stunde, Vie der gewaltige Mann mir vergönnt hatte, dankte ihm aufs innigste für seine Güte und nahm Abschied. „Aus Wiedersehen!" sagte er herzlich beim Scheiden. Tas Wort sollte nicht in Erfüllung gehen." Knaben Handarbeit. Sonntag de« 1. April, von vormittags 11 bis nachmittags 2 Uhr. soll in dem Konferenzzimmer der Stadtknabenschule eine Ausstellung der von den Schülern im diesjährigen Unterrichtskursus für erziehliche Knaben hindarbeit gefertigten Gegeustände stattfinden, zu welcher wir hiermit einladeu. Gießen, den 28. März 1900. 2414 Gnauth, Oberbürgermeister. Hahn, Oberlehrer. Cervelatwurst feinste Gothaer, haltbare Winter- wäre, empfiehlt _ 2312 Emil Fischbach. Täglich von morgens 7 Uhr bis abends 10 Uhr 2127 frische, warme Aleischwurst k Pfund 40 Pfennig. Neuenweg 83. liic x AM lä ®*«rhu ^rte ich . lachens gJ «SS Nm LkK Sh*® bl9len deutsch^ N den QJenetfii, N bei tHü2 N Entlassung 'U dleim General den Er Bezugs nrfitet batte", IÖQB ich nacfi . nusgkhen lin,. Üt bitten miiiie < eme ©eiPifeJ ö, wenn ich ueü; E von mii^r aum ein mi- P; * Mejr W. ?fr Sc- inem Micha» ;Jenen feiner i ichr J-flufMn /i!t! - h Tür to mS h bafjnfttoiihmwi, v, • er Mm wrtw 'n SttÜka in tm i bei ll Mz ’t ail ömtaVv. Öl mit btt NM Wyiüch W \ tbniianbtn nNln itroenbigkit bti ne sie bann noch c r, ohne ben stüisd ' Stiftt unb Ser ’n feint; wie ab ig W-X vnM' Matz w bttfc k xM echendei je i^tutg zn untere t tznWWe beiit erschien brr M/S urzleryM «il «w ischiebrzisMm.n^ ieselbe noch M m» .er bestimmten Ä?) iajeftüt geg* t ig unb „schön je» ie schriftliche Hb erhalb wenig« -c : Herrn Lucar ite Absetzung" abesiivM ts richte tisters JgMt * her GeW F ne entiaiW fi*u' Srfireibm ‘‘ te mein' E tblid) bafut,. tigt x* ia äußerte,^,, >aß manjnn -. >n, daß ' Neujahr i»'' [§ der E. daß ilt „Entlaßt tr ernst i? veröffe^^ W W.L; nC ,nnb Wetterbericht. Die Lustdruckvertcilung gestaltet sich andauernd ungünstig. Während nämlich über West- und Zentral-Europa das Barometer gestiegen ist, lagert über dem Mittclmeer eine Depression und ist dortselbfl sogar noch eine weitere Abnahme der Barometerstände zu verzeichnen. Demgemäß bestehen über dem Gebirge zrem- lick) beträchtliche von Norden nach Süden gerichtete Gradienten, wodurch für das Alpenvorland andauernd trübes Wetter mit Niederschlägen bedingt ist. Am Südfuße des Gebirges herrscht unter Föhn-Einfluß wolkenloser Himmel. Auch im übrigen Süddeutschland ist unter der Einwirkung des relativ hohetr Barometerstandes teilweise Aufklärung eingetreten. Tie Temperaturen liegen fortgesetzt tief. Voraussichtliche Witterung: Im Norden wechselnde Bewölkung, im Süden noch »völlig bis trüb mit zeitweisen Nieder- schlägen. Allgemein kühl._____________________________ — In seinen Lebenserinnerungen führt der berühmte Heidelberger Professor Kußmaul, indem er die Anw-ndung des kalten Wassers zur Abhärtung kräftig anpreist, aus, daß jeder seinen Eltern danken sollte, wenn sie ihm eine kräftigende, abhärtende Erziehung haben angedeihen lassen. In der Thal können in diesem Punkte die Ettern an den Kindern viel sündigen, anstatt ihnen durch eine vernünftige Strenge Wohlthaten zu erweisen, die sür das ganze spätere Leben von größter Wichtigkeit find. Hierher gehört auch, daß man den Kindern keine alkoholhaltigen und aufregenden Getränke giebt, welche ihrem noch zarten Organismus schaden. Die Kinder brauchen keinen Wein, kein Bier und auch nicht den aufregenden Bohnenkaffee. Für diese ist ein gesunde« Getränk Kathreiner's Malzkaffee, den man mit einem entsprechenden Milchzusatz getrost dem Säugling geben kann, (weil es so oft vorkommt, daß Kinder die reine Milch nicht mehr trinken mögen.) Pfarrer Kneipp, dec den Bohnenkaffee einen Vergifter der Menschheit nennt, hat auf diesen gesunden Kaffee-Ersatz für Kinder besonders hingewiesen und empfiehlt, wenn man ein übriges thun will, statt Zucker guten Honig als Süßstoff zu verwenden. Damit das Publikum auch sicher ist, den richtigen Kathreiner's Malzkaffee zu erhalten, sei bemerft, daß dieser nur in Packeten mit dem Bilde des Prälaten Kneipp ali Schutzmarke verkauft wird.___________________________ Der Stolz jeder Hattsfrau ist wohl „alles blitz und blank zu haben". Von größter Bedeutung für die Hausfrau sind daher die Putzmittel. Es ist aber nicht leicht unter den vielen Produkten, welche angepriesen werden, das praktischste und vorteilhafteste heraus zu wählen. Von einem Putzmittel wird verlangt, „ohne große Mühe schnell und sicher den Metallgegenständen einen schön anhaltenden Glanz zu ver» leihen". Vor allen Dingen darf ein Produkt, das im Haushalt verwendet werden soll, nicht giftig fein. Außerdem darf dasselbe aus den Putzflächen keine Schrammen machen, sowie die Putzkraft niemals verlieren. Alle diese Vorzüge verbürgt der von der bekannten chemischen Fabrik von Fritz Schulz jun., im Jahre 1893 erfundene Globus-Pntz- Extrakt. Derselbe ist laut Gutachten von drei gerichtlich vereideten Chemikern absolut frei von allen schädlichen Substanzen, schmiert nicht wie Putzpomade, erzeugt mühelos und rasch einen prachtvollen Glanz, der allen Gegenständen aus Gold, Silber, Kupfer, Nickel, Messing rc. ein überaus vorteilhaftes, wie neues Aussehen gibt. Der „Globus- Putz-Exftakt" hat sich wegen seiner hervorragenden Güte überall zur vollen Zufriedenheit eingeführt, was der von Jahr zu Jahr stets steigende Umsatz am besten zeigt. Die jetzige Fabrikation beträgt ca. 200.000 Dosen täglich, wozu die Blechdosen, Kartonnagen und Kisten auch in eigener Fabrik hergestellt werden. Dieser kolossale Absatz in GlobuS- Putz> Extrakt ist hauptsächlich durch die Verwendung der besten Rohmaterialien erreicht worden. Der Hauptbestandteil, di« ächte Kieselkreide wird m eigenen Bergwerken bei Herren Schulz u. Philipp (Inhaber der Firma Fritz Schulz jun.) gewonnen und in der dazu gehörigen Dampf- schlämmerei, die mit allen der Neuzeit entsprechenden Maschinen eingerichtet ist, zur größten Feinhett vorgearbeitet. Globus-Putz-Extrakt ist mehrfach prämiiert worden und ist in allen Kolonialwaren-, Drogen-, Eisen- unb dergl. Handlungen in Dosen zu 10 Pfg. u. 25 Pfg. erhältlich. Nur ächt mit Schutzmarke „Globus im roten Querstreifen" und Firma „Fritz Schulz jun., Leipzig". haltend. Die Versteigerung beginnt in dem Distrikt Wehrholz und kommt das L-tamm- und Stangenholz zuerst zur Versteigerung. Rulterrhausen, 29. Mär, 1900. Großh. Büraermeisterei RutierLhausen. Rlintet. 2426 "Mrverkauf. Die Gemeinde Salzböden hat 112 Fichtenstämme III. und IV. Kl. = 48,06 fm, 20 Fichten-Stangen I, 10 Stangen II. und 10 Stangen in. Kl. zusammen 2,7 fm zu verkaufen. Unter dem Rindviehbestande der Sitae Ad. Schäfer zu Kiuzeu- d-kh ist die Maul- «ud Klaueu- Leuche amtlich festgestellt worden. Tehöftsperre ist angeordnet. Krofdorf, den 28. März 1900. Der Bürgermeister. 2427 Lichtenthaeler. Der Ausbau des Weges von Lsteuhofeu nach Münchholz- staaße»^ soll vergeben werden und büLlift sich der Kostenanschlag auf 900 Mark. Offerten find an mich bit -um 10. April l. Js. ein- Michen. Der Kostenanschlag liegt Em tont Gemeindevorsteher in Duten- forni zur Einsicht offen. Rroftorf, den 27. März 1900. Der Bürgermeister. 2429 Lichtenthaeler. Kleiderstoffe in sämtlichen modernen Geweben sowie gestickte Roben, nur hochaparte Neuheiten in grossartiger Auswahl. Jede bessere Robe verkaufe ich nur einmal hier am Platze. Seltersweg 85 Carl IVowack Seltersweg 85 Spezial-Geschäft für feinste Damen-Moden. >» errah! ökbst ohne SchwefelsäuTe Gartenrecheu, Rofenpfähle, Kokosfaserstricke, Raffiabast, Pflanzenkübel, Blumentische empfiehlt Louis Lony, Bahnhofstraße 27. 1828 5-Zimmerwohnungen sämtlich mit LV Seltersweg 25, zu herabgesetzten Preisen. 2249 billigst 608 zu vermieten. 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