1 bau r t'iinkn,), **,lle* Ä. Jurazeit. n;A T „ ter6chwana 1 Llndbrttk- Perle Sna.derk ErdtheiP ^’knineelnfc,0^ Polynesischen TaiUetralie= ^a’itikinseln ^ruppee ■ Melbon?' B18mw* 25 Gastes Blatt. Mittwoch den 81. Januar 1900 Weßener Anzeiger Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und Ausland«! nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg«. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ISczugspreis viertcljährl. Ml. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestell« viertcljährl. Mk. 1,9b monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrleljähUß. mit Bestellgeld. Erscheint tägtlch ctu LuSnahme deS Montags. Die Gießener AamttienVtStler werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter Mr heff. Volkskunde- wüchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den s.lgmden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. 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Äc» Beurteilung dieser Erklärungen giebt es, wie bei E.en Dmgen, verschiedene Gesichtspunkte. Wenn wir uns fitnns E des Staatssekretärs nicht durchweg einver- 1! noen erklärten, wenn wir mancherlei vermißten, anderes zu zahm, zu zart, zu schonend fanden, so leitete uns dabei der berechtigte tiefe Unwille unserer Leser und des ganzen Volkes über die Schmach, die englischer Uebermut uns an- gethan hatte, und die einzugestehen und zu verurteilen und nach Möglichkeit wieder gut zu machen, die großbritannische Regierung Tag um Tag, Woche um Woche ungenützt verstreichen ließ. Auch heute noch halten wir daran fest, daß solch unwürdigem Gebaren gegenüber eine festere, temperamentvollere Sprache mindestens nicht geschadet hätte, denn die englische Außenseite ist so beschaffen, daß es sehr schwer hält, bis etwas durchkommt. Diesen Standpunkt halten wir also fest. Dies hindert uns aber nicht daran, uns der Anerkennung, die des Grafen Bülow Auftreten im Reichstage bei dem gesamten Aus lande gefunden hat, aufrichtig zu freuen. Besonders wertvoll waren in dieser Beziehung die Aeußerungen der russischen Presse. Sprach doch die „Rossija" ganz offen von einem Siege Deutschlands, dessen sich Europa freuen könne. Die deutsche Diplomatie habe sich auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt; wenn die Diplomaten des übrigen Europa auch so energisch wären, würde manches anders sein. Umgekehrt erklärte die „Nowoje Wremja", daß die englische Regierung unbestritten eine volle diplomatische Niederlage erlitten habe. Und der „New- Aork World", ein tonangebendes Blatt der Bereinigten Staaten von Nordamerika, stimmte bei, indem es Bülows Rede als einen „Triumph friedlicher Mittel über englische Gesetzlosigkeit" feierte. Selbst Frankreich stand nicht zurück; so las man im „Journal des Debats", die deutsche Regierung habe einen Erfolg errungen, den ihr niemand neiden werde, denn sie habe die Interessen aller neutralen Mächte im Kriegsfälle verteidigt; und die „Republique franyaise" erklärte: „Deutschland hat allen neutralen Mächten einen wahren Dienst erwiesen." Zweierlei dürfen wir freilich bei allen diesen Aeußerungen nicht übersehen: erstens die allgemeine Abneigung gegen England, die gelegentlich des Transvaalkrieges sogar in Nordamerika immer mehr an Ausdehnung gewinnt. Ferner aber müssen wir uns immer bewußt bleiben, daß auch heute noch die Zahl von Deutschlands Neidern größer ist, als die seiner ehrlichen Freunde, und müssen deshalb alles Lob etwas mißtrauisch betrachten. Hier aber ist das Mißtrauen nicht am Platze, das zeigen uns die „Times" die beste Dolmetscherin aller chauvinistischen Gesinnungen und Regungen in England; nach ihnen kann ja des Grafen Bülow Rede nur „ein aus Erstaunen und Bedauern gemischtes Gefühl Hervorrufen"; ja sie cntblöden sich nicht, zu bemerken, daß es nicht weise sei, die Praktik allzuweit zu treiben, und internationale Fragen auszubeuten, „selbst für die Förderung einer Flottenvorlage." Diese giftige Auslassung ist ein sicherer Beweis dafür, daß Graf Bülow den englischen Hochmut wirklich an einer empsindlichen Stelle getroffen hat. England war eben verwöhnt: die Presse der anderen Länder war ja offen genug gegen die englische Willkür und Rücksichtslosigkeit aufgetreten; aber von so offiziöser Seite, wie von dem Vertreter des deutschen auswärtigen Amtes war bisher an den neuen Uebelthaten der großbritannischen Regierung noch keine Kritik geübt worden. Wie gesagt, wir freuen uns, daß das Ausland dieser Kritik einhellig zustimmt. Eine andere Kritik an Englands politischen Maßnahmen, einschlagende Kritik über die Ereignisse selbst. Es war eine bewegte Woche, die hinter uns liegt: täglich wurde die Entscheidung erwartet. In England hoffte man klopfenden Herzens auf die endliche Entsetzung von Ladysmith, in den anderen Ländern lauschte man auf die Nachrichten vom Kriegsschauplätze nicht ohne bange Sorge, ob es den tapferen Buren und ihren heldenhaften Führern gelingen würde, dem Anstürme der englischen Uebermacht Stand zu halten. Nun, im wesentlichen ist die Entscheidung gefallen. Die Buren haben das auf sie gesetzte Vertrauen nicht getäuscht: alle Angriffe der englischen Truppen sind unter sehr harten Verlusten für diese zurückgeschlagen worden. Die Situation der englischen Regierung ist äußerst mißlich: in den nächsten Tagen tritt das Parlament zu- sammen und das Kabinett Salisbury kann nur verlorene Kämpfe, nur große Verlustlisten und noch viel größere Rechnungen aufweisen, lauter Debet, dem gar kein Kredit gegenübersteht. Gerade das ist aber in englischen Augen das Schlimmste, was sich ereignen kann. Deutscher Reichstag. 187. Sitzung vom 29. Januar. 1 Uhr. Präsident Graf B a l l e st r e m verließt ein Dank-Telegramm der Kaiserin für die ihr aus Anlaß des Ablebens der Herzogin Friedrich von Schleswig-Holstein ausgesprochene Anteilnahme des Reichstages und fügt hinzu, der Kaiser habe bcn Ausdruck der Teilnahme des Hauses mit besonderer Befriedigung entgegengenommen. Tages-Ordnung: Etat für'die Einführung des Checkverkehrs. Abg. Roes icke-Kaiserslautern (Bd. d. L.) giebt zu erwägen, daß der Checkverkehr eine noch größere Konzentration der Mittel aus dem Kleinverkehr bei der Reichsbank zur Folge habeu werde. Durch den hohen Diskont, wie er jetzt bei der Reichsbank bestehe, könne man deutlich sehen, ein wie teurer Spaß das für den Mittelstand werden müsse. Die Gelder, die im Postcheckverkehr flüssig werden, müßten deshalb nicht an die Reichsbank abgeführt werden, sondern an lokale Kassen, Kommunalsparkassen ?e. Redner hält Ueberweisung an eine besondere Kommission für nötig. Staatssekretär v. Podbielski meint, der Vorredner sehe zu schwarz. Er, Redner, sei der Vater dieses Kindes. Wenn mau bedenke, daß der Geldverkehr bei der Post im Jahre 7 bis 8 Milliarden betrage, und daß sich täglich in den Brieftaschen der Briefträger 40 bis 50 Millionen Herumtreiben, so sehe man doch^ welche Unsummen des Nationalvermögens zinslos liegen. Gerade dem solle der Checkverkehr abhelfen. Es handele sich also um eine Veredelung des Geldverkehrs, und zwar um einen Versuch. Abg. Gamp (Rp.) hält dieses Vorgehen der Postver- waltung für taktisch und praktisch richtig. Der Checkverkehr werde hauptsächlich den Kaufleuten und Gewerbetreibenden zu gute kommen, der Landwirtschaft aber indirekt insofern, als sie Gelder bequemer zahlen und empfangen könne. Dem Kleinverkehr werde das Checkwesen gar nicht zu gute kommen. Redner meint, die Gebühren für den Checkverkehr könnten am besten ganz wegfallen, etwa in Verbindung mit anderweiter Regulierung des Zinssatzes. Staatssekretär v. Podbielski hält es für empfehlenswert, erst Erfahrungen zu sammeln, um später ev. die Gebühren herabzusetzen. Abg. Singer (Soz.) findet die Gebühren entschieden zu hoch. Wenn man kleine Leute heranziehen wolle, müsse .man billigere Bedingungen stellen. Staatssekretär v. Podbielski bemerkt, die österreichische Postverwaltung zahle allerdings 2 pCt. Aber die Vertreter der Handelskammern hätten gesagt, die Regierung solle nicht so hoch gehen. Herr Singer habe die Mitwirkung des Reichstages gewünscht. Aber hier handele es sich eben. |wm eine Sache, über die man noch keine Erfahrungen habe. Deshalb handele es sich jetzt um einen Versuch. Schluß folgt. * Vom Kriegsschauplatz. Es unterliegt nun auch nicht dem leisesten Zweifel mehr, daß die Engländer eine furchtbare Niederlage am Tugela erlitten haben. Bullers offizielles Telegramm an das Kriegsamt in London, das wir bereits mitteilten, macht zwar keinerlei Angaben über die englischen Verluste, aber offenbar mit Erlaubnis des Kriegsamts veröffentlicht das „Reuter'sche Bureau" folgende, die ganze Schwere des Schlages für die Buller'sche Aktion am Tugela, wie in Natal überhaupt kennzeichnende (inhaltlich tettweise bereits wiedergegebene) Meldungen: London, 29. Januar. Das „Reuter'sche Bureau" berichtet unterm 24. d. M. aus deür Burenlager am Modderspruit: Nach Berichten der Buren Über die Einnahme von Spionskop durch die Engländer wurden die Buren überrascht. (?) Diese wurden verstärkt und besetzten zwei in der Nähe liegende Hügel. Die Engländer machten unter dem Schutze der Artillerie einen Bajonettangriff und besetzen die Ausläufer eines Bergrückens, sie wurden jedoch alsdann niedergemäht. Mittlerweile stürmten die Buren den Haupt- Kopje. In der ersten Verschanzung ergaben sich 150 Engländer; in anderen Verschanzungen leisteten sie erbitterten Widerstand, wurden aber schließlich vertrieben. Viele Lyddit-Geschosse krepierten nicht. Die Engländer ließen 1500 Tote auf demSchlacht- felde zurück. Auch die Buren hatten bedeutende Verluste. Der Präsident Steijn reiste nach seinem Besuche des Burenlagers am Modderspruit wieder ab. Loureutzo Marques, 29. Januar. (Meldung des „Reuter'schen Bureaus".) Eine Buren-Depesche, datiert vom Tugela, 24. Januar, die sich auf den Kampf der Buren um die Wiedergewinnung des Sprons- kop beziehen dürfte, berichtet: Heute, Mittwoch, geht ein hartnäckiger Kampf vor sich. Die Abteilungen der Buren rücken Schritt für Schritt vor. 150 Engländ er in den ersten Verschanzungen ergaben sich; Die Gefangenen werden nach dem Hauptlager gesandt. Der Kampf dauert fort. .Sauren(?o Marques, 29. Januar. Aus dem Buren» lager bei Modderspruit in der Nähe von Ladysmith wird unter dem 25. Januar gemeldet: Die Zahl der Toten, die die Engländer gestern ckuf dem Schlachtfelde zurückließen, beträgt 1500. Der 24. Januar war der Tag, an welchem General Warren den „Spionskop", wie Buller meldete, trotz schwerer Bedrängnis durch die Buren und beträchtlicher Verluste „hielt". Rechnet man zu den 1500 Toten (die Zahl findet sich in zwei Telegrammen von verschiedenen Tagen) nnd 150 Gefangenen noch etwa 2000 Verwundete — was noch niedrig gegriffen ist — so kommt man auf einen Gesamtverlust von 3650 Mann, vorausgesetzt, daß die Nachrichten aus burischer Quelle genau und unter den Toten die garnicht erwähnten Verwundeten nicht inbegriffen sind. Ob die Engländer auf dem in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag bewerkstelligten Rückzüge noch Abgänge gehabt haben, ist auch heute nicht klar. Buller sagt zwar: Die Streitkräfte Warren's waren am 27. Januar südlich des Tugela ohne Verlust auch nur eines Mannes zusammengezogen, aber diese Bemerkung scheint sich doch lediglich auf den Rückgang über den Fluß zu beziehen. Unklar bleibt ferner, ob General Lyttleton am 24. Januar am Spionskop mitgekämpft, oder nördlich von Potgieters Drift ein Gefecht zu bestehen gehabt hat. Das Kriegsamt meldet das erstere, während eine soeben angelangte Depesche des Reuter'schen Bureaus besagt, die Angabe des Kriegsamts sei unrichtig, es sei vielmehr Lyttleton's Brigade gewesen , welche innerhalb zweier Stunden unter heftigem Feuer ben „Spionskop gestürmt" habe, was am Dienstag, dem 23. Januar, geschehen sein muß. Behält das Kriegsamt Recht, so erhöht sich die Gesamtsumme der Verluste von 210 also auf 3860 Mann. Bedenkt man nun, daß General Warren nach Abrechnung der Kavallerieabteilung Lord Dundonalds (1200 Mann), welche nördlich nach Akton Homes vorgerückt war und verschwunden ist, sowie nach Abrechnung von etwa 4000 Mann, welche seine linke Flanke deckten, ungefähr 6800 Mann ins Feuer führen konnte, so wäre Warren's Korps in furchtbarster Weise decimiert und fast aufgerieben worden. Daß die Verlustangaben nicht in der offiziellen Meldung Buller's enthalten sind, darf bei der ernormen Höhe derselben nicht Wunder nehmen. Das Kriegsamt zieht es vor, die Hiobspost lieber durch die Vermittelung des Reuter'schen Bureaus aus den Burenlagern am Tugela und bei Ladysmith bekannt werden zu lassen. Unbegreiflich bleibt, daß das Kriegsamt bis heute noch nicht weiß, wo Lyttleton am 23. gestanden und ob an diesem Tage auch das Zentrum Buller's nördlich von Potgieters Drift engagiert gewesen ist, unbegreiflich ferner, daß der nach der rötlichen Verwundung General Woodgate's die Führung am Spionskop übernehmende Offizier eigenmächtig beschloß, die Stellung aufzugeben und die Truppen am 25. früh zurückzog. Man kann sich die Situation nur so zurecht legen, daß dieser Offizier nicht mehr imstande war, sich mit General Warren, dem Höchstkommandierenden des .linken englischen Flügels, speziell bei der Spionskopaktion, ins Benehmen zu setzen und gezwungen war, Hals über Kopf zu fliehen. Die Stimmung in Loudon nach der Katastrophe am Tugela schildern folgende Telegramme : London, 29. Januar. Die gesamte Presse erkennt das vollständige Fehlschlagen des Natal-Feldzuges an und bezeichnet die Lage Ladysmiths als hoffnungslos, wartet aber den Rat General Roberts' und die Entscheidung der Regierung vertrauensvoll ab, ob Buller weitere Verstärkungen zu senden seien oder der Rückzug aus Natal und die Konzentrierung der Truppen gegen den Orangefluß ausgesprochen wird. Niemand spricht vom Friedensschluß. London, 29. Januar. Die „Times" schreiben, General Roberts müsse sich entscheiden, ob es möglich und klug, sei, weitere Versuche zur Befreiung Ladysmiths zu unternehmen. Es sei wahrscheinlich, daß man früher oder später von beispiellosen Katastrophen erfahre. Zu vergleichen sei nur die Katastrophe der Uebergabe von Aorktown an die Amerikaner. Die „Times" raten der Regierung, für eine möglichst beschleunigte Absendung von 50 000 Mann Sorge zu tragen und Schritts zu thun, weitere 50 000 Mann, die erforderlich seien, zu entsenden. — Die „Morning Post" sagt, die ersten Erfordernisse der jetzigen Lage seien die sofortige Instandsetzung der Marine für alle Fälle, die Mobilmachung der Miliz und die Einberufung der Freiwilligen. Die Nation verlasse sich bezüglich der Verhinderung der Intervention von Außen auf die Marine. Aus diesen Zeitungsstimmen geht hervor, daß die öffentliche Meinung in England die Niederlage Buller's als ein für den ganzen Krieg epochales Ereignis bewertet und dafür hält, daß der Schlag weit vernichtender war, als das Kriegsamt zugestehen will. Sie ahnt, daß die Entscheidungsstunde schon geschlagen, daß der ganze Krieg für England so gut wie verloren ist. ♦ * • London, 29. Januar. Bullers Depesche übte hier eine erschütternde Wirkung. Die Blätter leugnen nicht, daß die Lage durch den Rückzug über den Tugela eine sehr kritische geworden sei. Die „Times" schreibt, die am sorgfältigsten geplante und ausgeführte Bewegung des Feldzuges sei gänzlich gescheitert. Der Rückzug über den Tugela müffe als Beweis dafür gelten, daß ein weiterer Versuch, Ladysmith zu entsetzen, vor der Hand nicht geplant sei, und so werde mau denn über kurz oder lang von einer Katastrophe hören, die, abgesehen von der Kapitulation von Yorktown im Jahre 1781 fast ohne Beispiel in der Geschichte Englands dasteheu werde Sodann betont das Blatt die Notwendigkeit baldiger Entsendung von 50 000 Manu Truppen nach dem Kriegsschauplätze, und gleichzeitig müßten Vorkehrungen für e neu Nachschub von einer weiteren ebenso großen Truppenzahl getroffen werden. Nicht nur die unmittelbaren Ziele des Krieges, sondern das Ansehen und die Stellung Großbritanniens in den Augen der Welt und der Kolonieen ständen auf dem Spiele. „Morning Post" sagt, die Lage erheische nicht nur Mobilisierung der Miliz und Heranziehung der Freiwilligen zum aktiven Dienste, sondern Flottenrüstungen, um einer Einmischung von außen vorzubeugen. „Daily News" sehen die einzige Aussicht auf Entsatz von Ladysmith in einem Vorstoß auf Bloemfontein. Andere Blätter raten, Ladysmith seinem Schicksal zu überlaffen und unverzüglich den ursprünglichen Feldzugsplan, der iu dem Vorstoß nach dem Oranjestaat bestand, wieder aufzunehmen. Englands Herrschaft in Südafrika müffe unbedingt wiederhergestellt werden, koste es, was es wolle. London, 29. Januar. Der „Manch. Guard." bringt eine neuere Meldung aus Spearmans Camp, wonach es es sich herausstellt, daß die Engländer den Spionkop bei Nacht und Nebel erobert haben, sich jedoch nach einigen Stunden, sobald die Sonne aufgegangen, unter großen Verlusten zurückziehen mußten. Telegramme des „Gietzeuer Anzeiger". London, 30. Januar. Die „Times veröffentlicht ein Telegramm aus Lorenzo Marquez vom27. d., wonach das Organ der Buren-Regierung, die „Standard und Diggers News" in einer Note betreffend den Austausch von Kriegsgefangenen berichtet, daß Transvaal keinen Unterschied zwischen Rebellen der Kapkolonie und den Buren mache. — Oberst Gurko, der russische Militärattachee, ist in Prätoria eingetroffen. Weiter dementiert das Blatt das Gerücht, nach welchem die englischen Bewohner Transvaals Befehl erhalten haben, das republikanische Gebiet zu verlassen. Präsident Krüger habe den englischen Gefangenen mitteilen lassen, daß, wenn die Lebensmittel in Transvaal auf die Neige gehen sollten, sie das Schicksal der Buren teilen müßten. Loudon, 30. Januar. Die meisten Blätter sehen die Uebergabe von Ladysmith voraus. „Daily Mail" ist der Ansicht, daß es nur ein Mittel gebe, den Feldzug zu beenden, nämlich die Absendung von zwei neuen Armeekorps zu je 50 000 Mann. Das Blatt gibt zu, daß zur Verwirklichung dieses Vorhabens die Aushebung eingeführt werden müsse. Das Blatt erwähnt als Beispiel die Vereinigten Staaten von Nordamerika während des Seccessio- nisten-Krieges. „Morning Post" glaubt, daß die einfache Verdoppelung der Truppen die Frage nicht lösen werde und meint weiter, wenn nicht eine wesentliche Veränderung der militärischen Taktik Englands eintrete, England das Schicksal Spaniens auf Kuba erleiden werde. „Morning Leader" sieht ebenfalls die Aufgabe von Ladysmith voraus. Loudon, 30. Januar. Aus Kimberley wird unterm 26. per Heliograph gemeldet: Die Beschießung dauert fort, obwohl sie gestern bedeutend an Heftigkeit nachgelassen hat. In der vergangenen Nacht ist das Feuer wieder stärker geworden und war nicht gegen die Befestigungwerke gerichtet, sondern gegen die Wohnhäuser. 145 Geschosse wurden zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens in die Stadt geworfen. Sämtliche Geschosse sind Fabrikate des Transvaal st aale s. London, 30. Januar. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird behauptet, England werde sich, wenn alle anderen Pl^r, die Buren zu bezwingen, erfolglos sein sollten, der Delagoa Bai bemächtigen und von dort aus in Transvaal eiudringeu. Loudon, 30. Januar. Aus Lorenzo Marquez wird von Blömfontcin gemeldet, daß aus Furcht vor einem Einfall der Basutos zahlreiche Bürger den Oranje Freistaat verlassen und sich nach Transvaal geflüchtet haben. Sämtliche Staatspapiere des Oranje- Freistaates sind ebenfalls von Prätoria nach Johannesburg gebracht worden. Deutsches Keich. Berlin, 29. Januar. Der Kaiser arbeitete heute vormittag in Primkenau allein und unternahm dann einen Spaziergang. Der Kaiser und die Kaiserin gedenken heute nachmittag 5 Uhr nach Berlin abzureisen. — Nach einer Meldung aus Hildesheim erklärte Abg. Frhr. v. Hodenberge in einer Versammlung, daß die Welfen strikte gegen die Flottenvorlage seien. — Als zweite Sommerresidenz des Kronprinzen scheint das kronprinzliche Schloß in Oels ausersehen zu sein: Wie von dort gemeldet wird, soll das Schloß im Sommer vollständig um- und ausgebaut werden. — Da mit Rücksicht auf die am königlichen Hofe herrschende tiefe Trauer jede persönliche Beglückwünschung des Kaisers zu seinem Geburtstage ausgeschloffen war, so hat, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, der Reichskanzler Fürst Hohenlohe diesmal auf schriftlichem Wege seine Glückwünsche übermittelt. Der Kaiser dankte dafür umgehend in den huldvollsten Worten und gab dabei gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, baß auch in dem neuen Lebensjahre ihm die treue Mitarbeit des Fürsten zum Heile des Vaterlandes in ungeschwächter Kraft erhalten bleibe. — Die erste Beratung der Flottenvorlage wird nach den nunmehrigen Dispositionen für Donnerstag den 8. Februar auf die Tagesordnung des Reichstages gesetzt worden. — Der „Nat. Ztg." zufolge wird die Rede, welche Präsident Graf Ballestrem am Geburtstage des Kaisers bei der Reichstagsfeier hielt, als ein Anzeichen dafür betrachtet daß mindestens ein erheblicher Teil des Zentrums der Flottenverstärkung geneigt sei. — lieber die Erkrankung des Abgeordneten Dr. Lieber berichtet die „Germania": Abgeordneter Dr. Lieber ist seit einigen Tagen an einem schmerzhaften Magenübel erkrankt. Sein Zustand war vorgestern sehr besorgniserregend. Seit gestern ist aber eine entschiedene Besserung eingetreten. Die Besserung hat auch im Laufe des heutigen Tages angehalten und erfreuliche Fortschritte gemacht. Weimar, 29. Januar. Der Landtag beriet heute in erster Lesung die Vorlage, betr. die G ehaltserhöhung sämtlicher Staatsbeamten. Staatsminifter Rothe befürwortete warm die Vorlage, deren Durchführung möglich sei ohne Steuererhöhung. Ausland. Wien, 29. Januar. Die „Neue Fr. Pr." publiziert ein Interview ihres Berliner Korrespondenten mit Dr. Leyds. Letzterer giebt zu, mit dem Grafen Bülow den Krieg betreffende Fragen besprochen zu haben, bedauert jedoch, Näheres darüber nicht mit teilen zu können. Vom Kriege will Dr. Leyds nichts wissen; er erklärte nur: „Uns geht es gut, wir können eS aushalten." Nom, 29. Januar. Hier cirkulieren Gerüchte von der unmittelbar bevor st ehendenLandungenglischer Truppen in der Delagoabai. Lokales und Urmmyielles. ** Stadttheater. Auf die morgen Mittwoch stattfindende Volksvorstelung: „Iphigenie auf Tauris" machen wir nochmals aufmerksam. — Donnerstag den 1. Februar gastiert Fräulein Clara Drucker als „Isabelle" in dem Sardou'schen Schauspiel: „Der Fall Clomenceau". Die Künstlerin ist bereits hier eingetroffen, um an den Proben teilzunehmen. Als zweite Gastrolle (Freitag) hat sich Fräulein Drucker den „Pariser Taugenichts" gewählt. *♦ Vortrag Westmark. (Vornotiz.) Im Laufe der nächsten Woche wird der Afrikareisende Oberleutnant a. D. West mark dahier einen Vortrag halten. Ueber Weftmarks Vorträge schreiben unter anderen die „Münch. Neuesten Nachr.": „Im katholischen Kasino hielt vor einem zahlreichen Auditorium der Afrikareisende Th. Westmark einen ebenso interessanten als stilistisch vollendeten Vortrag über seinen Aufenthalt in Afrika." „Wests. M ": „Man hatte wohl erwartet, daß die Ausführungen des bekannten Weltreisenden höchst intereffant werden würden, aber auf einen so dem Inhalt und der Form nach herrlichen Vortrag war man doch nicht gefaßt. Die mit jugendlichem Feuer vorgetragene Rede ergriff sicherlich jeden Zuhörer." ** (Deutscher Flotteuvereiu) Der ProvinzialAusschuß der Provinz Oberhessen vom Deuschen Flottenverein ladet für morgen (Mittwoch) abend 8>/z Uhr nach Stein- Garten zu einem Vortrage des Herrn Marinepfarrer a. D. Heims über „die Flottenfrage" ein. Das große Interesse, welches alle Kreise des deutschen Volke- gegenwärtig für diese brennende Frage hegen, dürfte auch dem in Aussicht stehenden Vortrage ein volles Haus sichern. Das Nähere besagen die Plakate. *• Am Sonntagabend feierte der evangelische Arbeiterverein dahier in Steins Garten Kaisers Geburtstag. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und alles Dargebotene zeigte, wie im Verein ein frisches, fröhliches Leben pulsiert. Den Mittelpunkt und Höhepunkt des Abends bildete die von Herrn Pfarrer Schlosser gehaltene Festrede, die in freimütiger, packender und begeisternder Weise, von hoher Beisterung getragen und unter großen Gesichtspunkten ein bedeutsames Stück Weltgeschichte an unserem Auge vorüberziehen ließ und Kaiser und Reich feierte. Sie klang aus in ein jubelnd aufgenommenes Hoch. — Die Festrede war umrahmt von einem Prolog und einem Epilog, die beide das kleine Töchterchen des zweiten Vorsitzenden, Herrn Ritsert in anmutiger und unbefangener Weise vortrug, von warmen, herzlichen Be- grüßungs- und Schlußworten des Vorsitzenden, Herrn Pfarrer Dr. Grein, sowie von sehr schön und präzis vor- J getragenen Gesängen des gemischten Chors. Auch das Festspiel „Kaisers Geburtstag" und das Lustspiel „Der verkannte Elsässer" fanden reichen, verdienten Beifall ebenso wie die Deklamationen des Herrn Schufst. Allen Mit- wirkenden, insbesondere dem zweiten Vorsitzenden, Herrn Ritsert, sprach Herr Pfarrer Grein zum Schluß den wohlverdienten Dank des Vereins aus. Möge der evangelische Arbeiterverein auch fernerhin evangelisches Christentum und Patriotismus pflegen! " Polizeibericht. In einem hiesigen Hotel kam vor einigen Tagen einem Kellner fein Portemonnaie mit 76 Mark Inhalt abhanden. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib desselben waren erfolglos. Nachdem der Polizei hiervon Anzeige erstattet und Nachforschungen an- ; gestellt wurden, fand sich daS Portemonnaie samt seinem I ganzen Inhalt auf einem Klosett vor. »* Die Ziehungsliste der Geflügel-Ausstellung erscheint in der morgigen Nummer. △ Neustadt a. M., 29. Januar. Hier wurde die Leiche eines jungen Mannes gelänbet, bei welchem j 65 Mk. an barem Gelde, eine goldene Taschenuhr und mehrere Revolverpatronen gesunden wurden. Man vermutet । in dem jungen Mann einen Studenten der evangelischen Theologie namens Kunz aus Königsfeld in Baden. Derselbe scheint sich am Ufer erschossen zu haben und hieraus ins Wasser gestürzt zu sein. Mainz, 29. Januar. (Groß feuer.) Gestern nachmittag gegen dreiviertel fünf Uhr ertönte die Feuerglocke. SZx5 sSLq Mndes'sAA »s-s $£SÄS Mr- NL Mdha> -"'"^Meeingefun M mlt Irr Seueriveh LöDrbeiten Äc ein Scan ino Win U Ä Sä * t Mnadgedretzimr. ***•?£» entströmt, und habe su hen von den Knaben in der Halte mrtgete. ■5ranb entftanben sei. das nähere ergeben. _ * ftoMenb A w J Studenten Nöyer wurde am 27. d. V sechs- Monate seiner in das 130. Inf.-Ri * Elberfeld Handlungen im M am 15. Februar vo handelt wird gegen nnd acht Sachverstä * Duderstad gymnasiums, Proses/ Festakts wr tfaijerfei undti lieb jo fort tot. * fflaabeburg, cheti-und Patron liMMude total al deutend. Nenschen sin veselischast läßt in Pr * Hamburg, 28 lidierte der Fährd Amerikahöft nach Grc dampser der PMsch ten aus -er Elbe. 2i mittschiffs aufgeschnitv Wch durfte der Fäl Anzahl an Bord * eilten SM me Mnnschch und welche setzten, ch er Sw u in i2 Uhr »Ä ? Attt SCl 181 SNk, Wchin-f Die Lieferung von 15.™ * w « L *We 1 n- kle-ruar bei 4, •SU* * nyüllez. en Mittwoch genit aufTauris- - Donnerstag den Drucker als usp'el: .Der Fall Teit8 hier eingetroffen, klS zweite Gastrolle er den „Pariser ®H06 bei o'l, ? «'-h'« et ; ®(W<»,«der ^""»gknglischet (pi ^en- SÄJ ’85Ä- wacht. $Q0eS ta9 beriet heut, Lr-tz v\ Iw Laufe bet Atttot £)\)tt\voA-. Mn Vortrag hatten, n unter anderen die ltholischen Kasino hielt n der Afrikareisende ressanlen als stilistisch lufenthalt in Afrika." wartet, daß die AuS- aden höchst intereffant dein Inhalt und der man doch nicht gefaßt. »tragene Wtbt ergriff ■ oüinjiaMfäub itn Ttvttrnveretn nach TternS Herrn Marmpfarrer enfrage" ein. DaS t des deutschen Volkes age hegen, dürste auch in volles Haus sichern. er evangelische Arbeiter- lsers Geburtstag. Der gefüllt, und alles Dar- ]*8, höh-M « ««* ,|oj(er 81^11* 34' wd b-g-il<-r«dn Wch, mitt groß-" K-M beschichte «n un|e“® mt Reich f«"“■ ®" twmwtiH W "7 ein.« W ™. eine b ,t« “,b ,r ’*!?« ’S * itcn ^n'/x^w -äÄ** *•* i Schall. . hem !“«Ä“ i***" e,S'« "i @*S.» iiat- IftfA elWyUenrt' goldene W denten y^en-. - Mächtige Rauchwolken stiegen ini ber ,-trabe auf, die Turnhalle der Mainzer Turn-Gesellfchaft, welche im Satire 1894 erbaut ivurde, stand in Hellen Flam- nipn «Pbenan lieaende Jnvalidcnhaus stand in großer Z sahr da df- F ammen nach dieser Seite schlugen. Nach anaestr'enater A^eit der freiwilligen ^-euerwehr gelang es hnf ^Pitpr auf feinen 5>crd zu beschränken. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. In der verflossenen Nacht hielt Militär im Saale Festlichkeit zur KaifersgeburtvIagSseier ab Ncuh dessen Verlassen des Saales am gestrigen Morgen ».iil niemand den verschlossenen Saal mehr betreten haben. Da« »euer muß schon lange darin geglimmt haben, dasselbe suchte ich e7st durch den ungeheueren Druck einen Ausweg, p« war plötzlich ein furchtbarer Knall zu vernehmen, der tBüren und Fenster hinausfchlug. Erst dann wurde das Feuer wahrgenommen. Herr Kommissar Kramer war der erste, welcher an der Brandstelle-ankam und in das Nachbargebiet eindrang. Auch die Herren Oberbürgermeister Dr. Gaßner, Regierungsrat Lochmann, Polizeirat Travers, Kriminalkommissar Kindhäuser, Kommissar Daun hatten sich am Brandplatze eingefunden. Herr Oberwachtmeister Engel war mit der Gendarmerie alsbald an der Brandstelle erschienen. Herr Feuerwehr-Kommandant Pricken leitete persönlich die Löscharbeiten. Im Januar 1894 war an derselben Stelle ein Brand ausgebrochen, dem damals das Gutenbergkasino zum Opfer fiel. — Wie nachträglich versautet, sollen zwei Knaben (Verwandte des Wirtes) nachmittags an den Gasärmen in der Turnhalle, einer Gas- ^ebenleitung, die mit der Hauptleitung des Lüftres nicht in Verbindung steht, gespielt haben, indem sie dieselben aiigesteckt und brennen ließen. Von der Festlichkeit der verflossenen Nacht sollen nun noch die Hähne des Haupthahns aufgestanden haben, während die Hauptleitung zu demselben abgedreht war. Als dieselbe später geöffnet worden sei, um das Gas in die vordere Wirtschaft zu leiten, fei dann das Gas aus den geöffneten Hähnen des Lüftres entströmt, und habe sich später, als der Raum gefüllt war, den von den Knaben brennen gelassenen Seitenlichtern in der Halle mitgeteilt, wodurch die Explosion und der Brand entstanden sei. Die eingeleitete Untersuchung wird das nähere ergeben. Vermischtes. * Koblenz, 29. Januar. Der Leutnant Döring vom 28. Inf.-Reg., welcher im verflossenen Sommer den Studenten Klöpekoru im Duell erschossen hatte, wurde am 27. d. M. begnadigt, nachdem er ungefähr sechs-Monate seiner Festungshaft verbüßt hatte. Er wurde in das 130. Jnf.-Reg. nach Metz versetzt. * Elberfeld 29., Januar. Die erste Serie der Verhandlungen im Militärbefreiungsprozeß wird am 15. Februar vor der Strafkammer stattfinden. Verhandelt wird gegen 32 Angeklagte. Es sind 159 Zeugen und acht Sachverständige geladen. * Duderstadt, 29. Januar. Der Rektor des Pro- ghmnasiums, Professor Meyer, wurde nach Beendigung des Festakts zur Kaiserfeier plötzlich vom Schlage gerührt undlb lieb sofort tot. * Magdeburg, 29. Januar. In der Zünd Hütchen-und P a t r o n e n f a b r i k zu Schönebeck ist das Hauptgebäude total abgebrannt. Der Schaden ist bedeutend. Menschen find nicht zu Schaden gekommen. Die Gesellschaft läßt in Prag und Riga weiterarbeiten. * Hamburg, 29. Januar. Um 6 Uhr 30 Min. kollidierte der Fährdampfer „Alton a" auf der Tour Amerikahöft nach Grasbrook mit dem großen Schleppdampfer der Packetfahrt-Gesellschaft „E x p e d i e n t" mitten auf der Elbe. Die „Altona" wurde auf Steuerbord mittschiffs ausgeschnitten und s a n k in fünf Minuten. Gesetzlich durfte der Fährdampfer 133 Personen befördern. Die Anzahl an Bord betrug höchstens 100. Von allen Seiten eilten Schiffe zur Rettung herbei. Man hofft, daß die Mannschaft und alle Passagiere gerettet wurden. Ob welche fehlen, ist erst in einigen Tagen festzustellen, da die genaue Anzahl nicht festzustellen ist. Es waren meistens heimkehrende Arbeiter. Zwei Personen wurden verletzt. * Budapest, 28. Januar. Der Beamte der Straßburger Filiale von Siemens u. Halske, Eduard Borg holder, der nach Defraudation von 6000 Mark geflüchtet war, ist hier verhaftet worden. B u d a p e st, 29. Januar. In Arad sand heute morgen um 3 Uhr ein stoßartiges Erdbeben statt. Es wurde keiner lei Sck>aden verursacht. * New-York, 29. Januar. Am Heine-Denk- m a l wurden die Arme und Köpfe der Nixen abgehackt. Die Polizei schoß auf den Vandalen, der getroffen wurde; indessen war die Verhaftung unmöglich. Universität und Hochschule. — Ernannt r Der Privatdozent an der Universität Berlin Dr. Oskar Piloty zum a.-o. Professor für analytische Chemie an der Universität München. — verschiedenes r Zum Nachfolger des verstorbenen Professors der Laryngologie Dr. Karl Stört an der Universität Wien ist Profesior Dr. Ottokar Chiari ausersehen. Arbeiterbewegung. Aachen, 29. Januar. Die gestrige Bergarbeiterversammlung beschloß für den 1. Februar allgemeinen Ausstand zur Erzwingung ihrer Forderungen. Die Betriebsleitung hält an der I4tägigen Kündigung fest, erklärt die Arbeiter, die diese Frist nicht cinhalten, für entlassen und weist nach, daß die Löhne in den letzten vier Jahren um 25 Proz. gestiegen. Man glaubt nicht an einen allgemeinen Ausstand, da viele Arbeiter dagegen sind. Aachen, 29. Januar. Infolge des in der gestrigen Bergarbeiter, Versammlung gefaßten Beschlusses, am Donnerstag in den allgemeinen Ausstand einzutreten, ist hier eine Abteilung Gendarmerie eingetroffen, welche auf verschiedene Ortschaften verteilt wurde. Die Ruhe ist bisher nirgends gestört. Wien, 29. Januar. Die Besitzer der Kohlenbergwerke werden heute abend hier eine Besprechung abhalten. Man erwartet, daß sie Beschlüsse fassen werden, die eine Beendigung des Streikes ermöglichen. Wien, 29. Januar. Im Kohlenrevier Kladno verboten die Gewerke den Aerzten der Krankenkaffen, während des Streiks den kranken Bergarbeitern unentgeltlich Medikamente zu verabreichen. Die Statt: Halterei ordnete sofort die Aufhebung des Verbots an und wies die Gemeindevorsteher an, für die Ausfolgung von Medikamenten an die Bergarbeiter zu sorgen, da dies gesetzlich vorgeschrieben sei. Bei der heutigen Morgenschlcht in den Gruben des Ostrau-Karwiner Reviers zeigte sich eine Zunahme der Streikenden um etwa 1000 Arbeiter, besonders in den Schächten des Grafen Zarisch und des Erzherzogs Friedrich. Telegramme des »Gießener Anzeiger". Paris, 30. Januar. Die Verhandlungen zwischen den aus- ständischen Zimmerern und ihren Arbeitgebern verliefen resultatlos. Der Ausstand dauert fort. Die Zahl der Ausständischen beträgt 1300 Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 30. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. 0.80—0.90, Hühnereier per St. 8—9 St, 2 St. oo—00 Enteneier 1 St. 0—0 St, Gänse- eier per St. 0—00 St, Käse 1 St. 6—8 St, Küsematte 2 St. 6—6 St, Erbsen per Liter 20 St, Linsen per Liter 30 St, Tauben per Paar X 0.00—1.00, Hühner per St. X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 1.20—2.00, Enten per St. X 2.00—2.40, Gänse per Pfund X 0.50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 St, Kuh' und Rindfleisch per Pfd. 62—64 St, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 St, Schweine- fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 S», Kalbfleisch per Pfd. 64—66 St, öammelfieisch per Pfd. 60—60 St, Kartoffeln per 100 Kilo 3.90 bis 4.50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 6.50—7.00, Milch per Liter 16 St. Briefkasten. -r. Bermuthshain. Wir haben noch nichts gehört ober gelesen. Im übrigen „forchten" wir uns nicht so sehr. Ihr Name bleibt natürlich vorläufig ganz aus dem Spiel. D. Red. Ärmste Meldungen. Depeschen deS Bureau .^trclb*. Berlin, 30. JaMax. Das Kaiser paar ist gestern: nachmittag 5 Uhr von Primkenau nach Berlin zurückgereist. Das Herzogspaar gab ihm das Geleit bis zum Bahnhof. B e r l i n , 30. Januar. In der Angelegenheit des Pri- vatdozeuten Dr. Arons erfährt die „National-Zeitung'< zuverlässig, daß die Mitteilungen über eku Kompromiß unbegründet sind. Die Entscheidung des Smatsministeriumsi dürfte bereits erfolgt fein, allerdings nichl^im Sinne des Urteils der philosophischen Fakultät. Berlin, 30. Januar. Heber den Zusammenstoß zwischen dem Schleppdampfer Expedient und dem Fahrdampfer Altona wird aus Hamburg gemeldet, daß die ursprünglich gehegte Hoffnung, bei dem Zusammenstoß würden keine Menschenleben zu beklagen fein, sich als trügerisch erwiesen hat. Bis Mitternacht waren bereits mehrere Leichen geborgen. Es werden im ganzen ungefähr 30 Personen vermißt, meistens Arbeiter und es, ist zu befürchten, daß alle diese Leute ihr Leben bei der Katastrophe eingebüßt haben. Die Führer der beiden Schiffe wurden verhaftet. Wien, 30. Januar. Aus Anlaß des Sterbetages des Kronprinzen Rudolf ließ Kaiser Wilhelm auf denn Grabe desselben einen prachtvollen Kranz mit der Widmung : Kaiser Wilhelm II. seinem Teuren Freunde niederlegen. Wien, 30. Januar. Das „Fremdenblatt" konstatiert, daß entgegen der Meldung der „Ostdeutschen Rundschau" die Spordawerke an die englische Regierung Kanonen weder verlauft noch geliefert haben. Rom, 30. Januar. Die Königin O l g a ist an Influenza erkrankt. London, 30. Januar. Das TadelsvotüM gegen die Regierung wird Dienstagnacht im Unterhause durch Lord Titzmaurice, den ehemaligen Untersekretär des Aeußeren beantragt werden. Es wird das Bedauern über den Mangel an Geschicklichkeit, Vorsicht und Urteil ausdrückeu, das die Regierung in den südafrikanischen Angelegenheiten seit 1895 und in ihren Kriegs-Vorbereitungen entwickelt hat. London, 30. Januar. In hiesigen politischen Kreisen wird versichert, daß zunächst eine Rekonstruktion des Kabinetts als Vorläufer eines späteren vollkommenen Ministerwechsels erfolgen werde. In Regierungskreisen behauptet man, daß das Ministerium im Unterhause noch auf eine sichere Majorität von 129 Stimmen rechnen könne, mithin zum Rücktritt keine Ursache habe. Die Thronrede werde auch einen Passus enthalten, daß die Regierung entschlossen ist, den ftuieg bis zu einem Erfolge weiter zu sührsn. London, 30. Januar. Die Einschiffung der egyp- tischen ünd .indischen Truppen-Abteilungen, welche nach Südafrika bestimmt find, ist bis nach der Parlaments Er- öffnung vertagt worden. Man glaubt, daß die Regierung sich entschlossen hat, vorläufig keine weiteren Truppen nach dem Kriegsschauplätze zu senden. London, 30. Januar. „Morning Leader" ist der Ansicht und erklärt, die Leitung der Geschäfte könne nicht länger Chamberlain überlassen bleiben. ITTarfus Bauer Spezialität in feiner Kinder-Garderobe. Gießen, Kirchenplatz u- 718 MililntillchilttKi Wstkrstkin-FieferuW. Die Lieferung von 48 cbm Schichtpflastersteinen zweiter Sorte von 16 cm Höhe, von bestem Basalt, mit ebenem Haupt, gut schließenden Fugen, soll auf Submission vergeben werden. Angebote sind bis zum 8. Februar bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Oeffnung derselben nachmittags 2 Uhr erfolgt. Leihgestern, 29. Januar 1900. droßh. Bürgermeisterei Leihgestern. ____________Heß._________809 Lieferungen für die Freiherrlich Riedesel'sche Verwaltung dürfen in Zukunft urrr gegen Bestellscheine erfolgen. Die Letzteren sind drn Rechnungen beizufügm. Nicht belegte Rechnungen werden nicht anerkannt. Freiherrlich Riedesel'sche Renikarnrner __________Eulefeld. 792 Hotzversteigerung im Sießener ZtMmld. Montag de« 5. Februar, vormittags v'/z Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald in den Distrikten Neuheege und raune versteigert werben: 49 Eichenstämme mit 13,36 iw 183 Kiefern- und Fichtenstämme Mtt 83,39 fm, 142 Kiefern« und Fichtenstangen mit 11,78 fm, 37 rm Nadel-Scheitholz, 7 „ EichenKnüppelholz, 217 „ Nadel- 116 „ Nadel-Stockholz, 220 Wellen Eichen-Reisig, 3620 „ Nadel-Reisig (teilweise Durchforstung). Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an der 2. Schneise. Gießen, 29. Januar 1900. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 778 KllNhoh-Verstejgklllvg in der Gräflichen Gberförflerei Arnsbnrg. Mittwoch deu 7. Februar, nach Zusammenkunft 97, Uhr vor« mittags am Steinbruch, nächst der Straße Lich—Butzbach, werden aus den Distrikten Hain, Seeberg, Deckelborn, Seewald und Hard versteigert: Scheiter rm: 135 Buchen, 2 Weichholz. Prügel rm: 40 Buchen, 52 Eichen, 3 Nadel, 12 Weichholz. Stöcke rm: 44 Buchen, 59 Eichen, 43 Nadel. Ztammreifer rm: 90 Buchen, 1031 Eichen, 45 Weichholz. Astreiser rm: 250 Buchen, 362 Eichen, 211 Nadel- und Weichholz. Die Reiser aus den Distrikten Hard 8, 9 und 10 werden nicht oorgezeigt. 796 Mittwoch den 31. Ionuar d. nachmittags 2 Uhr, werden im ©tefei’fcbeii Saale versteigert: 1 Sofa mit »i Stühlen und 2 Sesseln, 1 Nähmaschine, 1 Kleiderschrank, 1 vollst. Meyers Konversations-Lexikon (noch neu), 1 Pferd, 6 Malter Kartoffeln, eine Partie Sckuhwaren, 1 Silberschrank u. a. 810 Geißler, Gerichtsvollzieher. (itipfchhuiflcu Stadt. Schlachthaus. Freibank. 814 Heute und morgen: Ochsknflkisch 50 M Frische Sendung prima große Rollmöpse, per Stück 7 Pfg-, per Dtzd. 80 Pfg., per 100 Stück Mk. 6,25, Bismarckheringe in 2- u. 4-Ltr.-Dosen, russ. Gardinen. 649 H.F. Nassauer. Zur Notiz! 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen Verluste unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Marie Ro-enhausen sagen innigsten Dank Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz'icher Teilnahme bei dem uns so plötzlich und schwer betroffenen Verluste unserem unvergeßlichen Gatten, Vaters und Schwagers Herrn Karl Mohr Bahnmeister sagen wir hierdurch unseren inntufle.i Dank Ganz besonderen Dank dem Herrn Kaplan Kronenberger für die trostreiche Grabrede, sowie den Herren Bahnbeamten und für die zahlreichen Blumenspenden. Im Nomen der trauernden Hinterbliebenen: 797 Elise Mohr, geb. Maßmann. Gießen, Olpe, Dallmin, Trepnitz, den 30. Januar 1900 transportabel bfqiirm nah reinlich geruchlos und gefahrlos. Sehr empfehlenswerte Heizung für Sakristeien, Mreaus, Wartezimmer etc. Todes-Anzeige. Verwandten Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott Dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigff geliebten Gatten, unseren lieben Vater, Bruder, Schwager und Onkel SSZarl motz Wageuwärter nach schwerem Leiden zu fich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die trarreruben Hinterbliebenen. Erkerscheibkn m. Erker sofort billig abzugeben. 788 Abbruch Seltersweg 43. ODOOOOQOOOOOOOOQOOOOOOOOQ WetrMMWü 808) Die seit Jahren von Herrn Leutnant Edel inneoehabte Wohnung Schillerffraße 14 (Nordanlage), bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Mansarde rc., ifl wegen dessen Versetzung, per 1. Mai, evtl, schon früher, beziehbar, zu vermieten. I. Grünewald, Bankgeschäft. Bahnbofstraße 50. 800] Sudwiastraße 42 dritter Stock. 7 Zimmer mit allem Zubehör, per l.Mai, auch früher, zu vermieten. Will). Geipp !♦, Ludwigstraße 28. 0359] Geräum., mit Wasserleitung versehene Parterrew. nebst Zub., evlt. auch Gartenant., per März oder April zu vermieten. 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