Freitag den 30 November 150. Jahrgang 1900 General-Anzeiger lu®-Artik^ Anrts- und Zlnzeigeblntt fut* den Tiveis Gieren äger-KGiD lUs-SGtzm ®iWav Aezugspret, virrteijährl. Mk. 2LS Xttt Snz»»h»e »en Anzeigen zu der nachmittag- für de» füz»dm Tag erscheinenden Nummer bi- vorn». 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. Congers ausersehen sei. Dem „Globe" wird ferner mit* geteilt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich gegen die Schleifung der Takuforts ausgesprochen habe. In Berliner unterrichteten Kreisen glaubt man nicht an eine Abberufung Congers und ist eher geneigt, in der Preßkampagne gegen ihn Machinationen amerikanischer Jnteressentengruppen zu erblicken. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«»« Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde.__________________ Buren und Engländer. Wir teilten gestern mit, daß Lord Robertsdie Nachricht von der Entdeckung eines Anschlagesgegensein Leben bestätigt hat. Trotzdem sind wir etwas mißtrauisch gegen Verschwörungen, welche die Polizei in Transvaal entdeckt, nachdem sich herausgestellt hat, daß das Komplott, - wegen dessen der Deutschs HansCordua sein Leben lassen mußte, im wesentlichen 'Spitzelarbeit war. Daß die englische Polizei wieder einmal eine Verschwörung „entdeckt" hat, kann nach Roberts Meldung nicht mehr bezweifelt werden. Allem Anschein nach handelt es sich um einen anarchistischen Anschlag. Es wimmelt in Johannesburg von zweifelhaften Elementen, die in friedlichen Zeiten als Minenarbeiter und Goldsucher ihr Mück zu machen hoffen, jetzt aber unthätig ein kümmerliches Leben führen und aus Mangel an Beschäftigung aus thörichte Gedanken kommen. Es ist selbstverständlich, daß diese Gesellen streng bewacht werden müssen. Die englischen Blätter verlangen sofort energische Maßnahmen gegen alle sich noch in Transvaal aufhaltenden unerwünschten Ausländer. Der „Standard" fordert sogar die sofortige Ausweisung aller Fremden, deren Achtbarkeit nid)t außer Zweifel steht. Man sollte indessen .bedenken, daß auch unter der eingewanderten englischen Bevölkerung sich Leute von geringem moralischen Halt befinden, der für ihre durch den endlosen Krieg geknickten Hoffnungen auf ihre Art Vergeltung zu üben geneigt sind. Aus C a p st a d t wird telegraphiert: Tie Entfremdung zwischen Holländern und Engländern nimmt ju und eine lebhafte gegen die Englän- länder gerichtete Propaganda ruft überall Unruhe hervor. Die holländische und die burenfreundliche Presse führt gegen die Politik Großbritanniens eine wohlorganisierte Campagne, reizt dadurch das holländische Nationalgefühl, und rüttelt viele Holländer auf, die sich bisher ruhig verhalten haben. Das >Uebel wird noch dadurch verschlimmert, daß in den Bezirken, die von Holländern bewohnt sind, sich noch Buren niederlassen, die freigelassen sind. Diese Leute werden zu thati- qen Trägern der Unzufriedenheit, und die zwischen beiden Teilen der Bevölkerung bestehenden Beziehungen werden immer gespannter. In wichtigen holländischen Punkten in der Kapkolonie herrscht bereits offener Aufruhr, und unter den vereinzelten treu Gebliebenen wächst' die Beunruhigung. _ „Daily Mail" meldet, daß eine englische Kolonne von 1000 Mann von Komatipoort abgegangen ist, um den General D e w e t und den Präsidenten S t e j n, die sich mit 3000 Mann in diesem Distrikte befinden sollen, ab- rufangen. Reuter meldet vom 24. November: Tewet hält Dewetsdorp besetzt. Dies wird von einigen als Anzeichen dafür angesehen, daß er beabsichtigt, in die Kap-Kolonie ein zu drin gen, um sich Ersatzmannschaften zu verschaffen. Von den Engländern werden deshalb alle Furten des Orangeflusses besetzt gehalten. Ohne Vermehrung der berittenen Mannschaften ist kein e H o f fnun g vorhanden, Dewet zu fangen. ^Hersweq •t*. ?8( Zweites Blatt läufig kein Ersuchen an die französische Regierung, die Vermittelung mit England zu übernehmen. Sein erstes derartiges Ersuchen wird erst bei der holländischen Regierung geschehen. Wahrscheinlich wird Krüger die Einberufung eines Schiedsgerichts durch Vermittelung der holländischen Regierung beantragen. Heute mittag stattete Krüger der Schule Beaux arts einen Besuch ab. U. a. war auch der Bruder des Obersten Villebois erschienen, der ehemalige Unterrichtsminister Rambaud und viele Notabilitäten. Dann besuchte Krüger das Quartier Latin, wo ihm die Studenten Huldigungen darbrachtcn. Alsdann besichtigte er das Rousseaudenkmal. Dr. Leyds erklärte, Krüger werde wahrscheinlich am Samstag von Paris abreisen. Morgen wird ihm eine Erinnerungs-Medaille vom Gemeinderat überreicht werden. Der „Gaulois" meldet, Präsident Loubet werde den Präsidenten tfrüger nochmals vor seiner Abreise von hier empfangen. . In der heutigen Sitzung des Generalrates der Seine sprach sich dieser für die Ueberweisung der Transvaal- Angelegenheit an ein Schiedsgericht aus. Der Fremde, der gestern aus einem oberhalb des Kontors des Norddeutschen Lloyd befindlichen Fenster des Grand Hotel Sousstücke unter die Krüger bejubelnde Menge warf, wurde heute durch die Polizei als ein englischer Offizier ermittelt,und ausgewiesen. Telegramm deS Gietzeuer Anzeigers. Paris, 29. November. In der Umgebung Krugers ist man mit dem Erfolg, den er bei der französi- sckien Regierung hinsichtlich eines Vermittelungs- v er such es gehabt hat, sehr zufrieden Da, wie verlautet, die Königin von Holland stch bereit erklärt hat, die Initiative zu einer Intervention zu übernehmen, wird Krüger nunmehr direkt nach dem Haag abreisen, und die Königin formell um ihre Intervention bitten, die dann u n t e r stü tz t v o n Fr a n kr e i ch, R u ß - land und voraussichtlich auch Amerika in Angriff genommen werden soll. (?) Ohm Krüger. Paris, 28. November. Ueber die gestrige Unterredung des Präsidenten Krüger mit dem Minister De l c ässe meldet der „Temps": Beide Herren sprachen ihre Ansichten über die Transvaalfrage aus. Delcasse äußerte sich in keiner bindenden Form, gab jedoch zu verstehen, daß Frankreich selbst keine Initiative ergreifen, andererseits aber auch eine solche nicht verhindern würde. Krüger stellte vor- che Schülp inder-Schürz oßaitiger Auswahl ,u Preisen. C. Röhr <6 -rrchektt täglich «ir Au-nahmk bei Wtniafl« VN •iefefTicr ?<*tn«*erä(ter »ttltn trat Anzeiger t* »«chlel mit „Hess. Siefcnrtrt* n. „Blätter ffr tz«ss. •elUlunbt* »tchtl. 4*00 kaiserlich« Reiter sind von Singanfu nach ^rng-hsiang abge- Mrgen, um den Prinzen verhaften. Wie die „Morning Post" aus Wafhmgton berichte tiirii) in hohen Kreisen erzählt, daß C 6 5 «mArikanische Gesandte in Peking und P e r 1° 1 jtteunb der Kaiserin-Witwe, zum Nachfolger / M großes W E Gießener Anzeiger W I—üS,-Ä**Ä SÄSwKfäS I. Mit Supp tag ' Sterte ^®i*n Fr»nko.v Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Abänderung Gesetzes, die Hundesteuer vom 12. August 1899 betr. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Abänderung Gesetzes, die Erbschafts- und Schenkungssteuer vom August 1884 betreffend. -n. Etwas von unserer Quellwasserleitung. Man schreibt 10. des 11. des 30. kapelle ihre frohe Weisen erschallen ließ, war bald eine recht animierte. Noch lange nach Beendigung des MahleS blieb die Mehrzahl der Festteilnehmer in zwangloser Unter- Annerod liegt 60,72 Meter, die des Nirderdruckbehält^ am Lutherberg 26,76 Meter über der Schwelle ur.fe:e Stadtkirchturms. Beim Ausbruch eines Brandes im Nied/ druckgebiet wird durch sofortige Umstellung einiger Schieirauch das Niederdrucknetz unter Hochdruck versetzt. Die j, Jahre 1896 wiederholt vorgenommenen Versuche mit k Wasserleitung im Stadtkirchturm ergaben einen Strahl, k die 55 Meter hohe Spitze des Turmes noch um 6 Mn überragte, demnach eine Druckhöhe von 61 Meter. ®jj haben also alle Veranlassung sowohl mit der Quality unseres WafferS wie mit der Verwendung der Wafserleitr^ zur Bekämpfung eines entstehenden Brandes zufriedki uns: Die durch das chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen auch in diesem Jahre, wie in den Vorjahren, vorgenommene chemische und bakteriologische Untersuchung unseres QuellwasserS, sowohl desjenigen aus den alten Quellen im Stadtwald und bei Großen-Buseck, wie auch desjenigen aus der Quelle bei Oueckborn, hat wiederum recht günstige Ergebnisse aufzuweisen. Das Wasser wird auch diesmal wieder wie gelegentlich der Untersuchung in den Vorjahren als vortrefflich geeignet für Genuß- und Hausgebrauchs zwecke, wie auch für technische Zwecke bezeichnet. Das Wasser ist im übrigen klar, farblos, geruchlos, von normalem Geschmack und hat eine Gesamthäste von 8, bezw. 9,2» — Die durchschnittliche Temperatur ergab nach den Messungen an den Quellen 6’/2 bis 8° (an der Queckborner Quille während des ganzen Jahres gleich- bleibend = 8°; und in den Hoch- und Niederdruckbchältern im Jahresdurchschnitt 9 bis 10» R. Während für die höher gelegenen Teile der Stadt der erforderlichen Druckhöhe wegen nur von dem Hochdruckbehälter bei Annerod und zwar ausschließlich Queckbsrner Wasser geliefert wird, nimmt der Niederdruckdebälter am Lutherberg nicht allein Wasser aus den alten Quellenanlagcn im Wald und bei Großen Buseck auf, sondern erfährt auch eine je nach größerem und geringerem Bedarf deS Niederdruckgebiets zu ermessende tägliche Zugabe Queckborner Wassers auS dem Gotha, Lv. avvviuvv.. — .v*,--------/ , erhielt Staatsminister ^Strenge feine Entlassen g. Sein Nachfolger wird, wie verlautet, der frühere Präsident der fürstenbergischen Kammer, Hentig. (Herr». Strenge, vormals ein bürgerlicher Rechtsanwalt, ist von den X-ibfc= raten des Landes seit langem arg befehdet worden, x. I gingen Stci»l : - "widerte bar Sifcn.i ich „.ich nj in ' W vor ru | r schril wurde bann aus, warum hineinlegen,- f u nd die Wc schon alles toi das Zimmer nahm etwa \ "§ic glaube, W können,- 3'vech uns fi Haltung beisammen. Der Eisenbahnverein Gießen veranstaltete am Dienstag im festlich geschmückten Slem'schen Saalbau einen Kommers zur Feier deS Geburtstages des Großherzogs und der Großherzogin. Wiewohl die Eisenbahner zeitig in Scharen Herbetgeströmt waren, erlitt der Beginn des Kommerses eine Verzögerung, weil die Musik ihnen einen Streich gespielt hatte; sie war nämlich zum Zapfenstreich kommandiert und konnte daher erst nach Beendigung desselben kommen. Als sie endlich bei den schon fest im Zuge befindlichen Eisenbahnern erschien, begann sie sofort mit dem „Großen Festmarsch" von Gottlöber, worauf Elsenbahn- direktor Schoberth, der Vorsitzende des Vereinsvorstandes, den Kommers mit einer Begrüßungs- und Festrede eröffnete. Der Vorsitzende führte mit schwungvollen Worten aus, daß dies das erste Fest dieser Art sei, das der Verein feiere, und daß die Entstehung des Vereins und die gemütliche Zusammenkunft seiner zahlreich erschienenen Mitglieder ohne Ansehen, ob hessische oder preußische Nnterthanen, lediglich auf die preußisch-hessische Eisenbahn-Gemeinschaft zurückzuführen sei, die ihr Zustandekommen der kräftigen Initiative deS Grvßherzogs verdanke. Sodann gedachte der Redner der vorzüglichen Herrschertugenden unseres LandeS- herrn und pries nicht minder die herrlichen Geistesgaben und die Milde der Großherzogin Viktoria Melitta, die es sich zur Lebensaufgabe gestellt habe, ihrem Volke ein l-uchtendes Beispiel werkthätiger Nächstenliebe zu geben. Hiernach, so schloß der Redner, hätten die Eisenbahner alle Ursache, Ihrer König!. Hoheiten ganz besonders am heutigen Tage in inniger Dankbarkeit und unwandelbarer Treue zu gedenken. In das dreifache Hoch stimmte die Versammlung mit brausender Begeisterung ein und sang stehend die hessische Nationalhymne. Die nunmehr folgenden Musikvorträge, sowie namentlich die Vorträge theatralischen und gesanglichen Inhalts ernteten wegen ihrer durchweg schönen und gediegenen Ausführung reichen Beifall. Dem aufs vorzüglichste durch Eisenbahn-Sekretär Becker geleiteten Vergnügungsausschuß, sowie allen Mitwirkenden, besonders den Herren Schufst, Straub, Belloff, Schlitt und Tränkner und dem Gesangverein des Eisenbahnvereins gebührt für chre vortrefflichen Leistungen, mit denen sie den Festabend verherrlichten, die vollste Anerkennung und der Dank der Vereinsmitglieder. Erst spät nach Mitternacht, nachdem das äußerst reichhaltige Programm, der „Fahrplan der Eisenbahner", abgewickelt war, endete dieses ohne jeden Mißton verlaufene schöne Fest. treten. Die Tagesordnung für die erste Sitzung umfaßt: 1. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte betreffend, sowie Antrag des Abg. Schmer! zu diesem Gesetzentwurf und Vorstellung der staatllch bestätigten Farstwarte, ihre Be- soldungsoerhältnisse betreffend. 2. Regierungsvorlage, die Anstellung eines fünften Arztes u. s. w. bei der Fraueu- Abteilung des LandeshoSpttals in Hofheim betreffend. 3. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, die Höheren Bürgerschulen betreffend. 4. Regierungsvorlage, die Regelung der Gehaltsverhältnisse der Landwirtschaftslehrer betr. 5. Regierungsvorlage, den Gesetzentwurf, das Faselwesen betreffend. 6. Regierungsvorlage, Verwilligung einer Pension der Witwe deS Hofrats Becker in Darmstadt betreffend, sowie Antrag des Abg. Dr. Gutfleisch und Genoffen in gleichem Betreff. 7. Regierungsvorlage, die Pensionen der hessischen Friedensinvaliden betr. 8. Regierungsvorlage, die Ausbeutung deS Kohlenfeldes der Braunkohlengrube „LudwigShoffnung" betr. 9. Regierungsvorlage, die Veräußerung von fiskalischen Grundstücken betreffend. -zu Achlsauwa ’ morgen abend i mch aber im r warten und 1 tdNMNMs, d iungen non g sitzen auch in iti eifriger Ui । mir und eim i bei beiden j Aus Stadt und Land. Gießen, 29. November 1900. •* Die Zweite Kammer der Landstände wird am Donners- dem 6. Dezember zu einer kurzen Session zusammen- taut •'M« i, zu sein. ** Kourert-Bereiu. Wir haben schon bei Anfang bi: Saison in ausführlicher Weise der Darbietungen des Konzer Vereins gedacht, damit jedoch bei der Fülle der musikalisch: Genüsse das beste nicht übersehen werde, möchten wir hei: nochmals auf den 2. Dezember Hinweisen. Die in dich Konzert mitwirkende Sängerin, die Altistin Frl.Therrse Bih: ist eine Künstlerin allerersten Ranges und dürfte bltcklich zu den meistbeschäftigten Sängerinnen gehocri Altistinnen sind überhaupt knapp, gute Altistinnen find ak eine Seltenheit, und nur der gute musikalische Ruf uns^ Konzert-BereinS hat es ermöglicht, diese vortreffliche ©änp; für Gießen zu gewinnen. Außer dem gesanglichen di! 1 haben wir noch eine hervorragende Orchesterleifi. > zu erwarten. Universitäts Musikdirektor Trautmann ui durch Zuziehung hervorragender auswärtiger Kräfte ch einheimisches Orchester zu einem Klangkörper gestaltet, bi: sich auch großen Anforderungen gewappnet zeigen roitb ar: Aufgaben wie die Eroika-Symphonie von Beethoven, bi: Tannhäuser-Ouverture von Wagner glänzend lösen nid Möge das zweite Konzert des Vereins es eben so maiit wie das verflossene erste, und den Beweis erbringen, o? für vornehme musikalische Darbietungen der Klubsaal öt zu klein sei. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Als zlrer Gastrolle spielt Karl William Büller den „Doklc: Wespe" in dem vieraktigen BenLdix'schen Lustspiele gleih-- Namens. Die „Köln. Ztg." schreibt über Büller i „Dr. Wespe": „Tas war ein Abend, an den die Besucher noch lange jin.'i denken werden. Alle Faktoren vereinigten sich m tnsflichem Gelindes Benedix'schen allerliebsten Lustspiels „Doktor WcSpi". Titelrolle gab Hei r Büller, der sich rasch Bürgerrecht auf uni« - hervorgehobenen sachlichen Mitteilungen war ihm vong besonderem Interesse, daß die Darmstädter MaM Industrie den: Verbleiben der- Zentralwerkstättc her ragenden Wert beilege. Frankfurt a. M., 28. November. Gestern kamen 0 Großherzog und die Großherzogin von Hessen i wie Großfürstin H e l en e v on R u ß l a n d nach hrer, maq- verschiedene Besuche in der Stadt und begaben sich s in den „Fürstenhof", um mit dem dort wohnenden Etbach Schönberg zu frühstücken. Nachmittags ^/i fuhren die Herrschaften nach Darmstadt zurück. I |P Äl h iw Man begreift kaum, daß es ein und dieselbe Person ist, bh tinj a. j „Eharlesen-Lorbee-kra»; ausgezeichnet. Bad-Nauheim, 28. November. Em schreckliches Uv glück ereignete sich am Sonntagvormittag in der hiefigri! Turnhalle. Bei einer Turnübung am Reck stürzte der sck mehreren Jahren hier in Arbeit stehende, noch nicht gan 24 Jahre alte Lackierer Anton Beimert so unglückli: auf den Kopf, ddß er sofort in das städtische Krankenhab gebracht werden mußte, wo er nach furchtbaren Schmerze Montagnacht 12 Uhr verschied. Der unglückliche jungi Mann war nach dem Sturz bis kurz vor seinem Sollt ki klarem Bewußtsein, trotzdem nach Aussage des Arzte- hr Halswirbel und das Rückgrat gebrochen waren, i»W die beiden Beine vollständig lahm und der linke -kW mi- weise gelähmt war. Beimert, ein braver, fleißiger MM. der bei allen, die ihn kannten und ihm näher standen, styr beliebt war, verdient die innigste Anteilnahme an fewtn tranigen Geschick. — Um den hier und da auflauchendm Gesprächen entgegenzutreten, als ob bei den llebungen nicht die vorschriftsmäßige Hilfsstellung stattgefunden hätte, sti auch hier bemerkt, daß dies nach Aussage sämtlicher »n wesenden in vollstem Maße der Fall war, es aber bei bei großen Schnelligkeit des Falles nicht verhindert roetbtr konnte, daß der junge Mann so unglücklich stürzte. DaS Reck war nur 1,40 Mtr. hoch; der Sturz erfolgte demnal? Z" st d-ß " °i' Snuig W« il,r anittcthtn ad ännahM'/ : «Berlin «w» ■ ivar unb M -. -iHMgcn ji’JJ j . Staate ; ' ''(rin ivcitn B nennen wir tbt : zuaehWLU, V i I leitsverbreche" i worben war. । n,w wandte )if ■ ni-j wir bei . unb den wir e : kannte ihn als . ;u hohen Meise i ung für Stern । berg wäre ; [tjatige i incigüch, aber i ; .jivch'el an der ' ori ilr.’ii, sowie n ah als am Plc Hsprechuntzen? Tuet tiietip'tben 'öurei Öfeinem reckten N'swN bu;ty. 1 immer noch j iiif hoben K vie/leichr 6 Lächler obn Me Revision Ausland. Kopenhagen, 28. November. Der Kolonialtat hat in St. Croix eine Resolution gefaßt, datz die Bevölkerung eine Einverleibung der westindischen Inseln in den amerikanischen Staatsverband nicht wünsche. Dies wurde dem König Christian telegraphisch mifgeteilt. Bern, 28. November. Durch Vermag vom 10. April 1897 hatten Frankreich und die Bereinigten Staaten von Brasilien dem schweizerischen Bundesrat die schiedsrichterliche Entscheidung des Streites über die Grenze zwischen Guyana und Brasilien übertragen. Der Bundesrat nahm das Schiedsamt an Im Streit steht ein an Goldminen reiches Gebiet, das etwa zehnmal so groß ist wie die Schweiz. Der Bundesrat muß seine Ent scheidung bis spätestens 6. Dezember fällen. Konstantinopel, 28. November. Infolge Requisition des amerikanischen Geschäftsträgers ist das amerikanische Schiff „Kentucky" vor Smyrna ein- getroffen. — Die Europareise des Prinzen Georg verfolgt den Zweck, die Unabhängigkeit Kretas zu erreichen. Thatsächlich hat Prinz Georg den vier Kretamächten den Vorschlag gemacht, daß Kreta an Griechenland angeschlossen werden solle, und zwar in der Form, wie das Reichsland Elsaß Lothringen an Deutschland. Er wollte weiter als Statthalter in Kreta verbleiben. Der russische Minister Graf Lamsdorff hat aber den Prinzen Georg während seines Aufenthaltes in Rußland keinen Augenblick im Zweifel darüber gelassen, daß an dem gegenwärtigen Zustande der Kretafrage nicht gerüttelt werden dürfe. Spätere Schritte beim Zaren halten auch keinen befferen Erfolg. Livadia, 28. November. Der Kaiser verbrachte den gestrige« Tag gut. Er schlief am Tage anderthalb Stunden. Um 9 Uhr abends betrug die Temperatur 36.8, der Puls 68. In der Nacht schlief der Kaiser ziemlich gut. Heute ftüh waren das Empfinden und der Kräftezustand befriedigend. Um 9 Uhr betrug die Temperatur 35,8, der Puls 68. _______________________________ Der «rlmrtstig des Sroßher;oglichra jlaarts wurde am Mittwoch von den Behörden und der Bürgerschaft der Stadt Gießen durch ein Festmahl, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer versammelt hatten, im großen Saale des Gesellschaftshauses festlich begangen. Den Toast auf den Großherzog und die Großherzogin brachte der Rektor der LandeS-Universität, Geh. Justizrat Proftffor Dr. Schmidt, aus: „Trübe Wolken sind in dem vergangenen Lebensjahre unsres Herrscherpaares über dem großherzoglichen Hause und über unserem Lande dahingezogen. Ties erschütternd hat der Tod in unserem Herrscherhause und in dem heimatlichen Hause Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Einkehr gehalten. Niedergebeugt stand unser hessisches Volk und beklagt mit seinem Fürsten und seiner Fürstin die schweren Schicksalsschläge, die — so schien es — nicht enden wollten. Mit dem Ausdrucke dieser Trauer aber verband sich in unserem Lande der Ausdruck der Treue, die ihre sichersten Proben nicht in glücklichen, sondern in schweren Tagen ablegt. Wir, die wir hier versammelt sind, um den Geburtstag unseres Herrscherpaarcs zu feiern, wir wissen die Liebe zu unserem großen geeinten Vaterlande, die Liebe zu Kaiser und Reich, mit der Liebe für unsere engere Heimat zu verbinden. Wir kennen die Wahrheit be8 Wortes: „Hier sind die RixtLn Wurzeln Deiner Kraft." Was Jahrhunderte lang die Schwäche unseres dcuischen Vaterlandes, den Fluch innerer politischer Zerrisienheit gebildet hat, das ist jetzt unsere Stärke. Richtig gefaßt bedeutet dieses Nebeneinanderstehen der deutschen Gliedstaaten nicht einen Ansporn zu ungesundem, kleinlichen PariikularismuS, sondern den Ansporn für jeden Einzelstaat, den friedlichen Wettkampf um die höchsten Güter unseres Volkes zu führen, es einander gleich und zuror zu thun in der Pflege rechter nationaler Gesinnung, in der Pflege geistiger und künstlerischer Ideale, in der Förderung und Erfüllung wirtschaftlicher Aufgaben. Und daß in diesem friedlichen Weltkampf unser Großherzogtum seinen Platz mit Ehren einnimmt, dafür wollen wir am heutigen Tage Zeugnis ablegen und unserem Landesherren aus vollem Herzen Dank sagen. Ein treuer Freund und Bundesgenosse Seiner Majestät des Kais.rs, ein Förderer und Beschützer von Wissenschaft und Kunst, so steht in dieser festlichen Stunde Seine Königliche Hohert der Großherzog vor unserem Auge. Ihm zur Seite steht seine erlauchte Gemahlin, die Schöpferin und Gönnerin der Werke Menschen« freundlicher Leebesthätigkeit. Lassen Sie uns der Dankbarkeit und Verehrung für unser Herrscherpaar beredten Ausdruck geben und stimmen Sie mit mir ein in den Nus: Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin hoch, und abermals hoch, und zum dritten Mal hoch." Als das begeistert aufgenommene Hoch verklungen war, wurde nachstehendes Glückwunschtelegramm verlesen, unb unter allgemeiner Zustimmung an den Groß her zog ab- gcsandt: Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Darmstadt. Die zur Ferer des Geburtstags ihres Herrscherpaaretz in den Räumen des GesellschaftsveremS zu Gießen vereinigte Festversammluna verbindet mit dem Ausdruck ehrerbietigster Glückwünsche die Versicherung unwandelbarer Treue. * Im Auftrage: Der Rektor der Landesuniversität. Arthur Schmidt. Die Stimmung beim Festmahl, dessen Darbietungen der Küche und dem Keller des Wirtes des Gefellschafts- der Bövsennachrichtetii 3'/,°/o 4»/j PreuBB. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 Aal Kein Kaufzwang. MS- Besichtigung erbeten. 7889 F'ranko-Versandt nach Auswärts. der 528 ?ben eingetroffen bei 7746 7749 SVt % Reichsanleihe . . 7120 71.70 99 50 90.50 87.00 87.00 87.00 80.0" 80 00 4 0/o 4 0/o 3‘ 2 °/o 3’/i% Bürgsrmeisterei-BÜrenu zur Einsicht der ^Beteiligten offen. Geilshausen, den 28. November 1900. Grotzherzogliche Bürgermeisterei Geilshausen. Wagner. 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 190-5 8. 13, 14 8. 21, 22, unk. b. .1905 Vermischtes. ♦ Paris, 28. November. Im St. Louis-Schacht der Kohlengrube von Aniche fand heute eine Explosion schlagender Wetter statt. 50 Bergleute wurden getötet, viele verwundet. * New-Fork, 28. November. Ein zwischen Cleveland und Pittsburg verkehrender Schnellzug suhr infolge des Umstandes, daß das Bahnbett unterwaschen war, in den Ohiofluß. Bon hundert, meist in den Schlafwagen befindlichen Passagieren sind nur wenige aufgetaucht; zehn retteten sich durch Schwimmen. _________ do. do. do. do. Schell fische Kabeljau in la. feinster, blulfrischer Ware so« verdienen, sie bekäme 2000 Mk. Reisegeld nach Leipzig". Tyalsciche sei ferner, daß Fräulein P. damit renommierte, sie habe durch Frau v. G. erzielt, daß der Oberstaatsanwalt Jsenbiel einige Tage vor der Verhandlung nach Leipzig zum Reichsgericht gefahren sei. (!!!) Wie das „B. T." berichtet, haben Rechtsanwalt Tr. Werthauer sowie die Staatsan waltschaft gegen die'Staatsbürger Zeitung wegen dieses Artikels Strafantrag gestellt. Krimiualtommissar Thiel bekanntlich wegen Begünstigung und Amtsmißbrauch verhaftet worden ist, sei unseren Lesern hier im Bilde vorgeführt. Thiel wird wahrscheinlich in diesem Prozeß noch eine wichtige Rolle spielen, wenn sich nicht das Gerücht bestätigt, das sich am Mittwoch in den Vormittagsstunden in Berlin verbreitete, daß er seinem Leben ein Ende gemacht habe. An amtlicher Stelle in Berlin ist von dem Selbstmord bisher nichts bekannt geworben. Neueste Meldungen. Berlin, 29. November. Kriminalkommissar Thiel ist gestern dem Kriminalschutzmann Stierstädter vor dem Untersuchungsrichter gegenüber gestellt worden. Die Vernehmung nahm viele Stunden in Anspruch und dchnte sich bis zum spüren Abend aus. lieber das Ergebnis des Ermittelungs verfahrens verlautet bisher nichts bestimmtes. (Die Nach richt von seinem Selbstmorde ist demnach also offenbar falsch. D. Red.) ^enoniuienx «3* 1 'ssrK: h'l @ä«9=rinnt 't OtMerl «Wfafat Itaut» 8«noet auswärtiger SM £lnem Klangkörper gefta! önJen gewappnet zeigen r Aphonie von Bechü n ®a9net glänzend lös» öe5k Vereins es eben st und ben Beweis erbtinje Darbietuugen der Älub{t des LtadtthentttS. W iiliaw Büller den,! euBe^dix'schenLuWi. 3t0-w treibt über M m den die Besucher noch lau; verrichten sich m iuffliäic n Lustspiels „$oflor ÜB.!: dtt sich risch Bürgnrichl i lkilnsttu vcrW (8, in sch ne SnbioibuihtM ootlftfot: ff und düselbe Person Ifl, ßlftidoi", al8 „Mpe" m fem ohtuoiti Minec' Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für das Jahr 1901/1902 liegt vom 1. Dezembcr d. I. an acht Tage lang auf dem 3 % ' do 3>/i1 io. Kopsols . 3 '■-[ u,itteilung dieser Tinge zurückgehalten zu haben, weil ti annahm, Rechtsanwalt Dr. Werthauer werde sich vcr- Mlaßi sehen, sie zur Kenntnis des Gerichtshofes A. & G. Wallenfels Müikt 21. — Fernsprech-Nr. 46. Berlin, 28. November. 77.20 M. Gerichlssaal. 8. Mainz, 29. November. In der viel besprochenen Angelegenheit betr. den Raubmörder Kuhmichel, in der die „Wormser Ztg. die Nachricht brachte, daß Kuhmichel unschuldig sei, während der Förster Sauerwein in Konradsdorf ein Geständnis abgelegt habe, verurteilte die Strafkammer den verantwortlichen Redakteur der „Wormser Ztg. , L. Schapper, zu einer Geldstrafe von 80 Mk. und den Berichterstatter d-r „W. Z." in Darmstadt, von dem die Nachricht ausging, zu einer Geldstrafe von 100 Mk. und in die Kosten. __ Berlin, 29. November, lieber die Dispositionen des Reichstages schreibt ein Berichterstatter: Wie uns von gut unterrichteter Seite versichert wird, ist man fest überzeugt, daß die Ehina-Vorlage noch vor dem Eintritt in die Weihnachtsferien erledigt werden wird, denn der Budget-Kommission werden voraussichtlich nur drei ober vier Sitzungen zur näheren Prüfung des Nachtragsetats Vorbehalten werden. Tie Ablehnung der vom Abg. R i ch t e r in Aussicht gestellten Anträge, die bisher noch nicht eingegangen find, ist als gewiß anzusehen. Die zweite und dritte Lesung im Plenum könnte sich glatt vollziehen, nachdem die Jndemnitätsfrage in der Kommission glücklich gelöst sein wird. Es ist als sicher anzunehmen, daß der Seniorenkonvent dem 10. Dezember als dem Termin für die erste Etatsberatung in Ueberein- slimmung mit der Budget-Kommission zuneigen wird. Halle a. S , 29. November. Gestern wurde das VolkS- blatt beschlagnahmt und der Redakteur Swienty verhaftet. Die Beschlagnahme erfolgte wegen eines Hunnen-Medaillcn-Liedes, das in dem sozialistischen Blatte veröffentlicht worden war. London, 29. November. Die Fabrik zur Herstellung von rauchlosem Pulver in Ipswich ist durch eine Explosion vollständig zerstört worden. Sämtliche Ueberreste sind in einer Entfernung von 200 Meter von der Fabrik aufgefunden worden. — In Manchester und Bradford kamen Vergiftungen durch Arsenik vor. Die Spi- täier sind mit Kranken gefüllt. Lille, 29. November, lieber die Grubeu - Katast r o p h e im Distrikt Aniches wird noch folgendes gemeldet: Die Geistesgegenwart eines Maschinisten rettete alle Arbeiter, die in den Fenelon-Schacht hinabgelasseu werden sollten, und sich schon 100 Meter unter Tags befanden. Im Zustande der Betäubung kamen sie aus Tageslicht, erholten sich aber rasch wieder. Drei Stunden vergingen, bis die erste Hilfe möglich war. Die mit Dynamit gefüllte Kiste befand sich 100 Meter unter Tags. Es sollen 14 Kohlenarbeiter getötet und 10 verwundet sein. — . . , Neapel, 29. November. Seit zwei itagen entwickelt der Vesuv wieder eine große eruptive Thätigkeit. Der Krater schleudert Felsblöcke bis über 100 Meter hoch. Bisher besteht aber noch keine Gefahr für die Umgebung. Manila, 29. November. Der amerikanische Panzer- kreuzer Aosamite ging im Sturme am 15. ds. in der Höhe der Insel Guan unter. Das Schiff hatte eine Wasserverdrängung von 6179 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 16 Knoten. Kommandant des Schiffes war der Kapitän Ide, der topographische Aufnahmen auf der Insel machen sollte. Paris, 29. November. 2 Uhr iiachm. '(Telephonmeldung des „Gieß. Anz.") Präsident Krüger verlaßt Samstag mittag 11.50 Uhr mit dem Nord-Expreß Pans und fährt direkt nach Köln am Rhein, wo er bis Montag verbleibt. Von dort reist Präsident Krüger über Magdeburg nach Berlin, wo er bis. Dienstag vormittag eintrifft. Kottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Asraelttifche Aettgionsgemetade. SamStag den 1. Dezember 1900. ...... Vorabend 480 Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr, Sabbalhausgang 518 Uhr. ____________ Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 1. Dezember 1900. Freitag abend 4 Uhr, Samstag vormittag 880 Uhr, nachmittags 183 Uhr, Sabbathausgang 510 Uhr. Nachmittag 3°, Uhr TchrifterklLrung. Wocheruwt'esdienft: morgens 7 Uhr, adendö 4 Uhr. „u bringen. . v , .. . 2 le ,Staatsb. Ztg." erzählt, dav vor einiger Zeit m qUitt eine Bankfirma Platho und Wolff bestanden habe, btren einer Inhaber mit Herrn Sternberg eng befreundet itnr und „bereits vor zwanzig Jahren durch seine Be- ".ichuugen zum Justizminister v. Friedberg eine Freilassung Zlerr bergs erzielt haben soll". Tie weiteren Mitteilungen ,Staatsb. Ztg." lauten: Ein weiblicher Nachkomme jenes? Bankinhabers, 1-MNin wir ihn Frl. P., hat von den freundschaftlichen vinpfindungen ihres Vaters für Sternberg einiges geerbt und jmhltc sich veranlaßt, sich des Herrn Sternberg an- svnehmen, nachdem dieser im Frühjahr wegen Sitllich- Mskterbrechens zu zwei Jahren Gefängnisßrafe verurteilt ; oortw n war. Etwa im Juni trat sie bereits in Aktion uind wandte sich zunächst an einen Herrn, dessen Ze ug- nis wir dem Gericht zur Verfügung stellen uni) Den wir einstweilen X. nennen wollen. Fräulein P. ftninte ihn als einen Mann, der durch seine Beziehungen ljofjen Kreisen eventuell in der Lage sei, eine Begnadig- i.ji(t i iir Sternberg auszuwirken: sie erklärte, Stern- ier g wäre b e r e"i t, 500 000 Mark für wohltätige Zwecke zu spenden. L. erwiderte, dies sei mioglitch, aber nur dann, wenn der Tenor des Urteils W>eij»el an der Schuld läßt und das Vorleben des Ver- Hiieillen, sowie seine Familienbeziehungen einen Gnaden- ift als dm Platze erscheinen lassen. Es sanden darauf Sejpwchungeu zwischen Fräulein P., 3E. und pem jetzt Llictjti gen Direktor Luppa, einem Angestellten de§ Steriu nemidheii Bureaus statt. Tie Verhandlungen führten zu Pchieni rechten Ergebniß; eines Tages sagte Frl. P. dem t.: „Mit Luppa kommen wir nicht zum Ziele, gehen Sie Rechtsanwalt Dr. Wert Hauer, der erwartet Sie itrorgeii abends 6 einhalb Uhr". A. folgte dem Rate, Miß aber im Vorzimmer des Dr. Werthauer kurze Zeit Wärtern und ist dort unfreiwilliger Zeuge eines Vor- Hinirnisses, das für die gegenwärtigen Prozeßverhand- .'.Hiiflan von großem Interesse sein dürfte: Zwei Damen rißen auch im Wartezimmer des Dr. Werthauer und sind sti ni riger Unterhaltung begriffen. Plötzlich geht die Thür nui umb eine Dame kommt herein. Sofort springt eine beiden sich unterhaltenden Tarnen auf und ruft: „Io v ft ia Fräulein Pfeffer!" Auf die Pfeffer imirbL’ dann wie folgt eingeredet: „Sagen Sie doch gut Mj, warum ivollen Sie denn den armen Sternberg fjjinciiliegen; sorgen Sie auch dafür, daß die Fischer nnb die Woyda gut aussag en. Sternberg wird jfafoit alles wieder gut machen re." Hierauf wurde 3ü in ücü '.immer des Dr. Werthauer gerufen. Tas Gespräch mohui etwa folgenden Verlauf. Dr. Werthauer meinte: Sic glauben, die Begnadigung für Sternberg erzielen können: diese hat aber für uns einstweilen keinen %ed„ uns kommt es doch zunächst daraus an, die Re- • lyjjioiu durchzusetzen. Mit der Begnadigung haben wir gimmer noch Zeit. Wenn Sie aber so gute Beziehungen iin f)oben Kreisen haben, so können Sie doch Hi,Reicht bei den Ober-Staats-Anwälten Mochl e r oder Is e n b i e l etwas machen, damit l«ic R e v i s i o n Erfolg h ck t und damit vor allen ' fein ci e u Sta.atsanwalt Romen versetzt werde". ■Lertoibertc daraus ziemlich erregt: „Auf bcrarttge^uige thn ich mich nicht einlassen und muß es ablehnen, darauf Kuaeben; in Begnadigungsfachen stehe ich natürlich - ntjrt) wie vor zu Diensten". Damit war die Unterredung im einem schrillen Mißklang beendet. _ Tie „Staatsb. Ztg." behauptet weiter, daß ^raulein P. I eine Frau G., die mit der Familie des Oberstaats- .mmlts Jsenbiel befreundet sei, hier alles Mögliche zu «tonficn Sternbergs versucht habe. Sie habe auch Herrn ,L bie Namen der Mitglieder des Reichsgerichtsjenat^, ’b*i die Revision zu erledigen hatte, mit der ^.ewerkmig jooiflnnt, „ob er nicht zu einem der Mitglieder Be- ^.thinigen Herstellen könnte, es wäre da etwas z iftihlich, mürbe Mp.' Iv» lhkik dtt BiMgW n feiner a t eine unüfvr/’^^ ai nicht tarnen. 6U )i,r up* W W*. - bcMffi in dtt Süfonsi nnnbtt. in kd' Mimg am Rcck ftefjtnbe, noä B »nton Seimert s-W [ort in das fiädlifcht^M oo er nach fur^btrn ^- erfchied. Der W« un bis kurz vor st» » >g * Ä btiÄ 70-80 ®«$ auth, etet’WffiW :.auSM* „ gegen rii'11“ ä »tr‘ tb «'An!-' al)" der An!'? «ten. »rttet«*? et n» ^.chtsir-LÄ bet bi* „tretet' her 2a 31/2 f7c do. 8. 7/8, unk. b. 1906 4 /o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 do. unk. 1905 Bei Erkältungen, ft'ÄÄ lösend - Apotheker Alb rechts Aepfelsäure.Pa stillena Schach« tri 80 Pfg. in den Apotheken und besseren Drogerien. Haupt-Depotl Hirsch- und Universitäts-Apotheke. 7094 Telephonischer Kursbericht Frankfurt, den 29. November. 95.20 Kreditaktien . . . . . 208.50 87 5( Diskonto-Kommandit . . 179.30 94.95 Darmstädter Bank . . . 132.80 87.31 Dresdener Bank . . . . 148 40 92.20 Berliner Handelßges. . . 1 1.50 95.— Oesterr. 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