M, 281 EMes Blatt. Freitag den 30 November IS». Jahrgang 1OOO General-Anzeiger Amts- «nd Anzeigeblatt für den Ureis Gieren H»Mchsel mit „Hess. SeaÄurt" a. glätter «« frfl. Volkskunde- «DG i mal beigelcgt. Alle Luzeigea-BermittlungSstellm deS In- und AuSlaadeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Meltnlmc »on Nnzeige« -u der nachmittags für de« le% erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. «bbestelluagen fpLtesten- abeadS vorher. / / 'S* & Kolttische Tagesschau. Zu dem von uns bereits kurz erwähnten Antrag deS Zentrums über die Freiheit der Religionsübung meint die „Nat.-Ztg.", daß gegen eine Reihe von Bestimmungen, insbesondere der mit Artikel 12 der Preußischen Verfassung sich deckende § 1 und der den Religionsgesellschaften die freie und öffentliche Ausübung ihres Kultus, das Recht zur Errichtung von Kirchen rc. sichernde § 5 grundsätzlich nichts einzuwenden sei. Aus Sachsen, Braunschweig, Mecklenburg rc. seien in den letzten Jahren wiederholt Vorkommnisse berichtet worden, die bewiesen, daß in diesen Staaten noch gesetzliche Bestimmungen beständen, die mit der Religionsfreiheit der Katholiken unvereinbar seien. In gleicher Richtung sagt die „Köln. Ztg.-, die Ausdehnung der Reichszuständigkeit auf die Frage der Freiheit der Religionsübung sei ihr in hohem Grade erwünscht. Sie brauche auch nicht zu wiederholen, daß sie die Einschränkung der Freiheit der Religionsübung, wie sie nicht zum Ruhme Deutschlands leider noch jetzt in manchen deutschen Bundesstaaten bestehe, aufs tiefste beklage und sehr gern mitarbeiten wolle, wenn es sich darum handele, im Ernste die Abstellung dieser Zustände herbeizuführen. Bon den konservativen Blättern meint die „Krzztg.-, man werde der Absicht, die in den genannten Staaten noch vorhandenen Rechte einer impari- tätischen Behandlung der beiden christlichen Konfessionen zu „Ich verlange", rief er, „für die unglücklichen Neger O^icchtigkeit und Schutz gegen Abschlachtung und Plünderung. Die scheußliche Voulet-Chanome-An- gkltgenheit war nötig, um die tr a u r i g e n G e heint - milse unserer Eroberungen und Kolonisa- tiion zu enthüllen. Hauptmann Voulets Sendung war utrssSrünglich vollkommen friedlich gedacht. Voulet sollte ■ ' I Job. Brahsi x Mottl)’ W ß. Straoa • ‘ p ■ ’ ' ' re|jx 22 No--’ • ‘ ' R. Wagner. ’ ' Mk 2.5( •' einem einzigen Dorfe wurden einmal 8000 Gefangene gemacht, von denen 1000 abgeschlachtet würden. Vigne erzählte ähnliche Greuelthateu vom französischen! Sudan, wo der Sklavenhandel in voller Blüte stehe, und von Madagaskar und beschwor die Kammer, gegen die unterworfenen Eingeborenen gerecht und mild zu sein. Die meisten Abgeordneten waren über diese Erzählungen aufrichtig entsetzt. Die Nationalisten warfen Vigne nur vor, daß er sie an die große Glocke hänge. „Sie spielent den Engländern in die Hände!" rief ihm Paul de Cassagnac zu, und Lasies forderte „im Namen der Vaterlandsliebe" Stillschweigen über die Missethaten der Mörder Voulet und Chanoine. Die Verbrechen kränken die Vaterlandsliebe dieser Leute nicht; sie wird erst empfindlich, wenn man die Verbrecher vor oer Welt anklagt. ruft bei ernsthaften Leuten ein allgemeines Schütteln des Kopfes hervor über das Walten der Zensur und — über die Verfasser. Das russische Drama hat sick) nicht minder aus den unfreiwilligen Banden losgerissen. Freunde wird es sich and) jetzt nur in beschränkter Zahl erwerben; aber die Achtung Aller. Das Drama ist und bleibt bedeutsam, weil es am Eingang einer litterarischen Bewegung von höchster Tragweite steht. Von hier aus führt die Linie direkt zu Gerhart Hauptmanns Erstling „Vor Sonnenaufgang", der schon im Titel bewußt an „die Macht der Finsternis" anklingt, und-veiter zum Sonnenaufgang der neuen Kunst, der die Nebel einer in französischer Abhängigkeit schmachtenden Schablonenhalbkunst verscheuchte. Darum wird Tolstoi mit diesem Werk in jeder modernen Litteratur- geschichte seinen Platz finden müssen, wie ihn Lessings „Emilia Galotti" in der Geschichte der Tragödie des 18. Jahrhunderts gefunden hat. Aber mit dieser historischen Seite ist die Bedeutung der „Macht der Finsternis" keineswegs erschöpft. Sie ist eine Ruhmesthat des naturalistischen Dramas geblieben. Vielleicht sind wir diesem Naturalismus, der uns einstens als Heil und Befreiung erscheinen mußte, im Laufe eines Jahrzehnts entfremdet worden. Aus allen Ecken und Enden tönt heute der Ruf nach einer neuen Kunst, für die man den Mischnamen einer „neoromantischen" er- klügelt hat. Tos Bedürfnis nach Schönheit, nach Kostüm und Vers ist wiederum erwacht, und es regen sick) im weiten Bezirk allerlei Anzeichen dafür, daß der Tag der Wiedergeburt nicht mehr fern ist. Wie immer diese „neoromantische" Kunst aussehen wird, es muß ihr zum Vorteil anschlagen, daß sie durch das Fegefeuer des Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betreffend: Heilgehilfen-Prüfung. Ni: bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß ! • «ngutft GoNschald zu Butzbach, 2. Wilhelm Rauch zu ; Äießr-n und 3. Otto Rott mann zu Gießen die Prü- ' iumg für Heilgehilfen bestanden haben. Gießen, den 23. November 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. za haben. alltags 11 :eD 50 zugleich mit Foureau-Lamy ten Einflußkreis erforschen, der Frankreich um den Tschadsee eingeräumt worden war, und mit der Bevölkerung Handelsbeziehungen an- knüpsen. Diese friedlick)e Sendung nun bezeichnete jede ihrer Haltestellen mit einer Metzelei. Hier einige Auszüge aus dem amtlichen Bericht des Militärarztes Martinet und Leutnants Delaunnay. 48 Stunden nach Voulets Abzug schlug ihnen aus dessen Lager ein so entsetzlicher Leichengeruch entgegen, daß sie nur aus der Ferne die Toten im Busch sehen, sick) ihnen aber nicht nähern konnten, um sie zu zählen. Am 8. Januar 1899 fanden Voulets Aufklärer einen Neger, den sie zum Führer pressen wollten. Er versicherte, er kenne den Weg nach dem Osten nicht. Man schleppte ihn vor Voulet, der ihm sofort den Kops abschneiden läßt. In der Nacht Mm 9. Januar läßt Voulet ein Nachbardvrf überfallen und die Bevölkerung gefangen nehmen. Die Soldaten kehren am Morgen mit 250 Rindern, 500 Schafen, 28 Pferden und 80 Gefangenen zurück. Die Dorfleute hatten sich beim Ueberfall verteidigt und mehrere Negersoldaten getötet und verwundet. Voulet ließ zwanzig Mütter und ihre kleine u.Kiu- d e r m i t L a n z e n t o t st e ch e n. Ein Negersoldat hatte in diesem Scharmützel 124 Patronen verschossen. Wegen dieser Pulververgeudung ließ Voulet ihm eine Kugel durch den Kopf jagen. Am 13. Januar zündete er San- saneussa an, eine blühende Handelsstadt von 10000 Einwohnern. Am -14. verfolgten sechs Soldaten einen Eingeborenen, der sich verteidigte und einen mit einem Pfeilschuß verwundete. Sie gaben darauf die Verfolgung aus. Als sie ins Lager zurückkehrten, ließ Hauptmann Chanoine sie ohne Urteil erschießen. An demselben Tage wurde ein Dorf niedergebrannt. Am 17. führte eine Streifwache dem Hauptmann Voulet zwei Gefangene vor. Er ließ sie, ohne eine Frage au sie, erschießen. Die Soldaten brachten ihm aurh eine Anzahl frisch abgeschnittener Hände. Diesen Brauck) führten Chanoines Spahis ein. Am 24. verfolgte Chanoine einige Angreifer; er stieß dabei auf die Einwohner eines Nachbardorfes und tötete ihrer zehn, deren Köpfe er auf Stangen stecken ließ. Die Träger wurden in den Dörfern aufs Geratewohl gepreßt. Fielen sie vor Müdigkeit zu Boden, so schnitten die Soldaten ihnen den Kopf ab. Mitunter schoß auch! der Feldwebel sie mit einem Revolver tot. „Sonderbar", sagte er, „die Kugel macht ein ganz kleines Loch, man sieht kein Blut, und der Kerl sinkt ganz sachte seitwärts um."- Der Leutnant Peteau, der an dem Zuge der beiden Mörder und Mordbrenner teilnahm, schreibt: „Chanoine wird hier der weiße Samory genannt. Er ist ein Streber und kaltblütiger Bluthun-d, dem alle Mittel recht sind, um in die Höbe zu kommen. Voulet ist ein Schwächling und Strohmann." Als Hauptmann Granderye, der alles selbst gesehen hat, einen 28 Seiten langen, nur Thatsachen enthaltenden Bericht schrieb, warf man ihm vor, sick) um Dinge zu kümmern, die ihn nichts angingen, und bat ihn, aus beruflicher Verschwiegenheit den Mund zu halten. In ^nmrverbote sind, wie sattsam bekannt, ein Teil der die stets das Gute will und nur das Böse schafft — ,it oslimistischem Sinne gedeutet; richtiger wäre es viel- -cid jtt, im Hinblick auf jüngste Ereignisse die Formel um- ■ rufdifiten und zu behaupten, sie seien ein Teil der Kraft, die: jetS das Böse will, und nur das Gute schafft. WeMkitens Grifft letzteres auf des'Grafen Tolstoi er- ||U ichüq lkmdes Drama: „Di e Macht d e r F i n st e r n i s" “ ilt zas seit zwölf Jahren im Truck vorliegt, das bei -Geburt des deutschen Naturalismus — sit venia verbo? Ü" - . d^iiinmendienste geleistet hat und doch nachträglich, wenn and) nur vorübergehend, als das Deutsche Theater in g-ilrn kürzlich eine Aufführung des bis dahin nur in dramatischen Vereinen gespielten Dramas vorbereitete, iieimm Strengen Herrn vom Polizeipräsidium zum Opfer j ftfiel l Pas Wunder wenn der Goethe-Bund der m tue)en lMao«n auf geheiligtem Boden zusammenkam und nach Ur lann-ein Winterschlaf ein erstes Lebenszeichen von sich gab, - , im Len des deutschen Volkes tiefe «11^196 ht£ ..„il^rarchk Bevormundung entrüstet verwarf und A)re ganz- Ab schaffung forderte! So wie die Zensur letzt ge- wurde, war sie geeignet, un^ den Spott der h(r gftfta Welt zuziehen. Heute sucht die Aust fühWng eines Kunstwerks von Tolstoi zu inhibieren, moi'igen legt sie gegen einen Blumenthal^radelburgschen Protest ein, wahllos Kraut und Ruben in einen - ui>. Der deutsche Schwank hat sich seine Freiheit zieht triumphierend von Bühne zu Buhne und xtuwiie v»on diesen Greuelthaten warfen dieselben Leute, dien den Fälscher und Verräter Henry für einen Blutzeugen dein Patcerlandsliebe erklärten und ihm ein Denkmal er* eich ten - wollten, sich sofort zu Verteidigern der beiden Mi tber Voulet und Chanoine auf, besonders Chanoines, Der als der Sohn jenes Generals Chanoine, der das Krtiegsni inister-Portefeuille erschlichen hatte, um das Mi- rdfBiffiuin zu verraten und seinem Kameraden Mercier HeMödienste zu leisten, besonderes Anrecht auf ihr Wohl- woülm tyatte. Voulet sollte das Opfer der Regierungs- rnri le geworden fein. Chanoine aber wäre überhaupt idjLi.Moä gewesen, höchstens ein Verführter, der nicht die ______________ eftreri, bei denen den Hörern in der Kammer das Blut . . L. vat * rschnte. - * - * " -:-c „für die unglücklichen Neger gegen Abschlachtung und im Augenblicke der allgemeine« Bestürzung, die der Ver- lobungSplan des Königs Alexander hervorgerufen hatte, auf eine Rückendeckung, die damals nicht mehr vorhanden war. In Anwesenheit aller Minister brauste er, als der König sich von Draga Mafchin nicht abbringen lassen wollte, mit der Frage auf: „WaS? Ihre Geliebte wollen -sie heiraten, Majestät?" Worauf der König mit zornigem Nachdrucke sagte: „Nicht meine Geliebte, sondern meine Braut!" In Belgrad erzählt man sich — allerdings unverbürgt — daß Gentschitsch, zu einem letzten drastischen Mittel seine Zuflucht nehmend, vor dem Könige mit seinen eigenen ehemaligen Beziehungen zu Draga Maschin geprunkt habe. Der von Gentschitsch unternommene Versuch, Frau Maschin nötigenfalls mit Polizeigewalt aus Belgrad zu entfernen, bewog den König, das Haus der Frau Maschin unmittelbar darauf unter militärischen Schutz zu stellen. Als Gentschitsch infolge dieser Vorgänge gefallen war und ins Ausland abreiste, beeilte man sich in Belgrad, Vergeltung zu üben. Zunächst erschien der Erlaß, womit Gentschitsch ohne Pensionsberechtigung aus dem Staatsdienste entlassen wurde. Das war für einen an Wohlleben gewöhnten, mit Glücksgütern aber nicht gesegneten Mann ein schwerer Schlag. Dann wurde in der Belgrader Presse verkündet, Gentschitsch habe die Geheimgelder seines Ministeriums mit sich gehen lassen. Gentschitsch scheint sich dadurch immer weiter in seinen Zorn verrannt zu haben, wenigstens berechtigt zu diesem Schlüsse die Nachricht, daß er Briefe mit Beleidigungen gegen die Königin Draga an den König Alexander geschrieben habe. Im allgemeinen ist das für Serbien nichts Unerhörtes. Der verstorbene Führer der Fortschrittspartei Garaschanin hat seinerzeit offene Briese an König Milan gerichtet, die von Schimpsworten strotzten. Der Ausdruck, „Mörder" gehörte darin noch zu den milderen. Und Königin Natalie mußte sich, ebenfalls in offenen Briefen, von dem ehemaligen Regenten Nistitsch Dinge sagen lassen, die auch einer Frau aus minder hohen Schichten die Scham- und Zornesröte ins Antlitz getrieben hätten. In dem Falle mit Gentschitsch ist eine Erscheinung immerhin erfreulich. Es zeigt sich nämlich, daß König Alexander in Dingen, die auf seine Gattin Draga Bezug haben, noch immer empfindlich ist, woraus zu schließen wäre, daß seine Liebesglut noch in alter Innigkeit lodert. Promotionen au der Grotzh. Landesuui- verfität im Rektoratsjahre 1899/1900, 1. Lizentiaten der Theologie: Karl Jäger, Seminarlehrer in Friedberg, Karl Eger, Pfarrer in Darmstadt, Emil Fuchs, Pfarrassistent in Lampertheim. 2, Doktoren der Theologie honoris causa: Professor Dr. Alfred Hegler in Tübingen, Kirchenrat Friedrich Heß, Pfarrer und Dekan in Crumstadt. 3. Doktoren der Rechte: Ernst Emil Hoffmann aus Darmstadt, Gerichtsaccessist Peter Paul Liebing aus Mainz, RegierungSaccessist Otto Eger aus Darmstadt, GerichtSaccessist Eugen Seyferth aus Auerbach a. d. B. 4. Doktoren der Medizin: Ernst Friedberger aus Gießen, Alfred Riegel aus München, Adolf Mäusert aus Frankfurt a. M., Karl Kleewitz aus Gießen, Karl He gar aus Freiburg i. B., Emil Berber ich aus Wiesbaden, Hermann Gehrhardt aus Crawinkel, Heinrich Mueller aus Gießen, Hermann Schneider aus Ortenberg, Ernst Pfaff aus Darmstadt, Georg Riese aus Mainz, Edwart Weiß aus Groß-Umstadt, Franz Strerath aus Schlebusch, Georg Schäfer aus Reichelsheim, Max Löhlein aus Gießen, Arthur Wreschner aus Breslau, Dr. phil., Walter Clemm aus Heidelberg, Rudolf Pelz aus Habelschwerdt, Otto Schönewald aus Berlin, Jakob Minrath aus WieS-Oppenheim, Johannes Prümm aus Coblenz, Alfred von Dzia- lowski aus Warschau, Alexander Fischer aus Gießen, August Mayer aus Hauserhof bei Hechingen, August Brundieck aus Ostbevern. 5. Doktoren der Tierheilkunde: Karl Sey- boldt aus Stuttgart, approbierter Tierarzt, Ordentlicher das Besondere im Allgemeinen, das Individuelle rhi Typischen zu gestalten. Danach wird man bei Tolstoi vergeblich suchen. Ansätze hierzu finden sich höchstens in zwei Episodenfiguren, in dem alten Kloakenfeger Akim, der die einfache Sprache der Bibel redet oder stammelt, und in dem Knecht Mitritsch, her, den „himmlischen Vater" als drittes Wort gebraucht. Hier ist also auch in der Sprach der Versuch zu individualisierender Zeichnung gemacht. Es braucht nicht daran erinnert zu werden, wie die deutschen Naturalisten gerade diesem Mittel ihre .Hauptaufmerksamkeit geschenkt haben und gelegentlich bis an die Grenze des Zulässigen gingen, indem sie den Dialog in kindlick,es Lalleln auflösten. ... „?}£ der Greuel ist beiden gemeinsam. Darin ist Tolstoi schlechterdings nichl inehr zu überbieten. Ein ganzes Sundenregister findet sich bei dem knecht Nikita. Er ist änsänglich ein gutmütiger Tölpel, dieser dörfliche Don Juan, bis ihn feine Erfolge bei den Weibern auf Abwege drängen. Er verführt die Frau seines Brotherrn, die lüsterne Anissa, zum Ehebruch und hat die Hand dabei im Spiele, als sie ihren kränklichen Alten durch Giftpülver chen aus der Welt schafft. Dann geht er mit dieser Frau die Ehe ein, wird ihrer aber bald überdrüssig. Er stößt die Waise Manna, die sich ihm vertrauensselig hingegeben hat, roh von sich und schwört seinem eifervollen Vater nie in nähere Beziehungen zu ihr getreten zu sein. Er leistet diesen Meineid mit einer Kaltblütigkeit, als ob er eine Tasse Thee zu trinken hätte. Tann 'bandelt er mit seiner Stieftochter Akuliim an und giebt sich dazu her, das Kind von ihr bald nach der Geburt aus Zureden seiner Frau, Akulinas rechtmäßiger Mutter, im geller zu oer scharren, nachdem man zuvor dieses Kind getauft hat. Professor Dr. phil. Wilhelm Pfeiffer in Gießen, honoris causa, Emil Grundmann aus Chemnitz, approbierter Tierarzt, Joseph Kirch mann in Ichenhausen, Tier arzt, Franz Bauer aus Racendowo, approbierter Tierarzt, Oskar Wucher aus Neuburg a. D., approbierter Tierarzt, i Gustav Nebele in Oehringen, Oberamtstierarzt. 6. Doktoren der Philosophie: Harry Medforth Dawson aus Leeds, cand. ehern., Wilhelm Eidmann aus Stockhausen, cand. ehern., Assistent am chemischen Laboratorium der Landesuniversität, Karl Weber in Konrads- dorf, Großherzoglicher Oberförster, Heinrich Grünewald in Jugenheim a. d. B., Großherzoglicher Oberförster, Ludwig Deubner aus Riga, cand. philol., Adam Flechsenhaar aus König i. O., LehramtSaccessist, Philipp Zimmermann aus Esselborn, cand. ehern., Franz Fischer auS Freiburg i. B., cand. ehern., Julius Hülsen in Frankfurt a. M., Architekt, Otto Saame aus Eschwege, cand. phil., Wilhelm Pfanhauser aus Wien, cand. phil., Adolf Koch aus Frankfurt a. M., cand. ehern., Alfred Thiel aus Waldenburg i. Schl., cand. phil., Emil Lange auS Dresden, cand. rer. natural., Otto Friedberger aus Gießen, cand ehern., Jakob Curschmann aus Büdingen, Lehramtsaffessor, Walther Lejeune aus Heusenstamm, cand. cam., Otto Mensendieck aus Hamburg, cand, phil., Karl Greimer aus München, approbierter Apotheker und Nahrungsmittelchemiker, Assistent am pharmakologischen Institut der Landesuniversität, Fritz Cro- togino aus Grabow a. O., cand. phil.. Hermann Biedenkopf in Chemnitz, Landwirtschaftslehrer. 7. Zum fünfzigjährigen Doktorjubiläum wurde erneuert a) das Diplom als Doktor der Rechtswissenschaft: dem Polizeirat a. D. Dr. jur. Otto Speyer in Frankfurt a. M., dem Geh. Justizrat und Rechtsanwalt Dr. jur. Arthur Osann in Darmstadt, dem Geh. Justizrat, Professor Dr. jur. Heinrich Dern- burg in Berlin, dem Geh. Rcgierungsrat, Kreisrat Dr. jur. Johann Julius Braden in Friedberg. b) daS Diplom als Doktor der Medizin: dem K. Stabsarzt a. D. Dr. med. Christoph Temmink in Münster i. W., dem Großh. Kreisarzt i. P. Medizinalrat Dr. Gustav Heumann in Bensheim. c) das Diplom als Doktor der Philosophie: dem Stadtpfarrer a. D. Dr. phil. Emil Steinmetz in Mainz, dem Kommerzienrat Dr. phil. Theodor Fleit- mann in Iserlohn, dem Großherzoglichen Gymnasialdirektor i. P. Dr. phil. Johann Baptist Keller in Bensheim. Stadt «ad Kand. Gießen, 29. November 1900. Sb. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 26. November sprach Dr. G. Schott von der Deutschen Seewarte in Hamburg über die geographischen Ergebnisse der deutschen Tiefsee-Expedition der „Valdivia" von 1898/99. In der Einleitung berichtete er über den äußeren Verlauf dieser Unternehmung, deren Leiter Prof. Chun in Leipzig, deren Mitglieder eine ganze Reihe von jungen Gelehrten waren. Die angelaufenen Stationen waren die Canaren, Kamerun, Südwestafrika, Kapstadt, Kerguelen- Land, St. Paul, Amsterdam, Padang auf Sumatra, die Nikobaren, Ceylon, die Malediven, Tschagos Inseln, Seychellen. Der Abgang erfolgte im August 1898, die Rückkehr im April 1899. Der Redner verbreitete sich sodann eingehend über die Methoden der ihm zugewiesenen oceanographischen Untersuchungen, erläuterte einige wichtige Instrumente zur Tiefseeforschung, wie das Sigs- bee'sche Lot und das Negretti Zambrasche Umkehrthermometer, endlich einen Wasserschöpfer, ferner die Art ihrer Handhabung und die damit verbundenen Schwierigkeiten, und ging dann auf die erzielten Ergebnisse ein, die allerdings nur teilweise und lückenhaft vorliegen, deren end- giltige Feststellung vielmehr noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Immerhin sind als wichtige Resultate schon jetzt die Auffindung zahlreicher untermeerischer Rücken, also eine Veränderung der Ansicht von der Gestaltung des Bodens des Südmeers, die Feststellung einer 3000 Meter über» Verbrechen und leere Frömmigkeit stoßen sich hart an einander; Sünde und Aberglaube gehen Hand in Hand typisch für russische Zustände! Diese Szene, in der die entartete Anisja nach dem Fläschchen mit dem Taufwasser sucht, während ein unschuldiges Kind mit dem „Großväterchen" Mitritsch in dumpfer Stube beisammen ist und seine Angst nicht verbergen kann, gehört zum Machtvollsten, was das Drama je geschaffen hat. Unten aus dem Keller schallt das Geräusch des Grabens; ängstlich lauscht das Kind dem Wühlen in der Erde und hat eine Ahnung, daß hier ein fürchterliches Verbrechen begangen wird. In der Sprache der dramatischen Technik heißt dieses Mittel, Vorgänge, die sich hinter der Scene abspielen, durch unbeteiligte Personen berichten oder beobachten zu lassen, nach einem schon von Homer in der Ilias angewandten Vorbild eine Teichoskopie. Es wird wenige solcher Tetcho- skopieu in der Weltlitteratur geben, die den Zuschauer so bis ins Marl hinein erschüttern. Doch nach dieser letzten Frevelthat ist Nikita auch am Ende seiner Kraft a.igelangt. Die Stimme des Gewissens erwacht in ihm, und er bricht unter ihrer Macht zusammen. Atulina soll schnell verheiratet werden, damit aller Argwohn beseitigt wird. Die Dorfleute strömen in großer Zahl ani Hochzeitstag zusammen. Nikita ist vernichtet: den Mut, sich zu töten, hat er nicht mehr. Aber sein Gewissen muß diese erdrückende Last abschütteln. Vor dem Hochzeitszug, unter den Augen seines Vaters, beichtet er, beichtet alles, was er verbrochen. Wie Raskolnikow in Dostojewskis Roman muß er sich die Worte aus der Kehle reißen. Die Macht des Gewissens siegt; der hartgesottenste Sünder unterliegt ihr noch. Da bricht Tolstois sittliche Größe mit elementarer Gewalt durch. Dieses reuige Ge "»dien 1893 ES - Aus H' Mph S'rngcl wlrlsch-st whb an icn Sarlttuhral btt MrütziMo Wt «18 HiuB Weier gnßlhili prafiIfölt unb i i. JJ. Mi» blt ist. - SBh au§ ä Ubiltom S'-unj MIM bMossm i ftffir ÜJr. 6. Alb ■ ffllnlt bin Propst i :)r Anion Flöhe, itH, vsrMlrge > ttr botllgen U bi ' "0 Jahren ytstorl An eigens rühmte von 21 : 35 C von berühmte Kunst. M l Franzosen, I und Amerika schein Wege aus plnRohmafer ’elO'nen Be, Wlob sländnis eines Verbrechers ist die Krone seiner von Ärcuelm angefüllten Tragödie. Richard III., dieses Scheusal in» Menschengestalt, das von einem Zug dämonischer öW über die winzigen ErdenmensckM erhoben wird, wM sich wie ein Verzweifelter gegen das Albdrücken des w wissens; den Mut zur Beichte durfte ihm .Shakespeor nicht mitgeben, wenn er ihn nicht erniedrigen wollte, un Lady Macbeth verrät doch nur in somnambulem ihre Schuld. Tolstoi erblickt in dieser freiroiW' kehrung des Sünders gewiß den schönsten Sieg bens, in dem Gewissen den stärksten Verbündeten v Kirche. Freiwillig klagt sich in der „Auferstehung ” Fürst Nechljudow an; freiwillig klagt sich hier derM Nikita au. Alle sind Sklaven jener sittlichen Macm, der Mensch mit sich herumträgt. So gipfelt „die 'J der Finsternis" in einem Triumph des Rechts. 1 liegt die Größe dieses schaurig schönen Werkes. Die kurze Inhaltsangabe, die hier mitgeteilt m, hoffentlich niemand davon abhalten, sich eingehende'. dem Drama zu befassen. Es ist wirklich ein te - den Inhalt vieler Meisterwerke der Litteratur — man uc nur an den Oedipus, an die Orestie, an den die Braut von Messina — so zu erzählen, daß sich oer schuldige Hörer davon angewidert fühlt. Die irn«/ I des Stoffes sind belanglos; die Art der Behänd . 1 ausschlaggebend. Denn in allen Künsten hat Zeiten das Wie entschieden, aber nicht das Mas. darum wird Tolstoi auch nicht nach dem vbeifla. ■ aller Gesichtspunkte gerichtet werden dürfen. 1. , i« I hui durften- oW und/" M in fernen ' Lten zwer U' fc. Dar«? ; lchüntz Pete ein LeMei , Boden bröckle i schnitt. fc. »* vo.ibewAM xrei-jagd,. a ttn'no^ iuW . - M ersten ß 1800 hnsen » - hiervon w breitenden, an einzelnen Stellen bis 6000 Meter >. reichenden Tiefe des südlich von Afrika und dem iudisc Ozean liegenden Meeres sowie die Entdeckung einer , 50 bis 80 Meter Tiefe unter dem kalten Oberflächenwaß liegenden wärmeren Wafferschicht von 3 bis 4 Grad Celsu zu bezeichnen. Auch ist es von Bedeutung für die Metern logie und für die Frage her Möglichkeit weiteren vc- dringens nach Süden, daß in der Gegend der wieder otz gefundenen Bouvet.Jnsel kälteres, weiter im Osten ö: gegen wärmeres Wasser, also geringere Eisbedeckung, gh funden wurde. Die sehr interessanten Schlußbemerkun^ über die Fischerei vom Bord der „Valdivia" aus war« wegen der vorgeschrittenen Zeit leider nur zu kurz. Tu Schluß des Vortrags bildete die Vorführung einer grofi Anzahl von Lichtbildern, die mit reichem Verstände für die Bedürfnisse der wissenschaftlichen Geographie am gewählt, teilweise ungemein bezeichnende Landschaften ay den Tropen Afrikas und Asiens, aus den Subtropen Afrika und besonders von den subantarktiichen Inseln Bouvet, guelen, St. Paul und Amsterdam sowie den subantarktislfii mit Treibeis und Eisbergen gehenden südlichen QJhtri' wüsten darstellten, namentlich auch eine gute Vorstrl!^ von der Pflanzendecke der berührten Länder gaben. La Vortrage folgte mit Recht reicher Beifall. § Pohl-Göns, 28. November. Ein imposanter Lchr. zug bewegte sich heute nachmittag durch unseren Ott, u die entseelte Hülle des nach kurzem Kranksein verschickua ältesten Gemeinderats- und Schulvorstandsmitglieds Johar« Langsdorf XI. zur Ruhe zu geleiten. Von derAchtun die der im 72. Lebensjahre Verstorbene allenthalben guv; zeugten die zahlreichen Rlumen- und Kranzspenden am ßnü*. —o. Oden Haus en, 25. November. In bieic-- Frühjahre wurde ein hiesiges 14jähriges Schulmädäu' nicht aus der Schule entlassen, da es das Ziel der Volk- schule nicht erreicht hatte. Nunmehr hat auf Eingalr der Elteru und im Einverständnis des Schulvorstandes di- Kreisschulkommission in den letzten Tagen die Entlasin^ gestattet. -a- Londorf, 28. November. Mit Freuden hat mai im nördlichen Kreise Gießen in den letzten Tagen b? Dampfwalze auf den ausgebesserten Straßen arbeit sehen. Leider aber muß man bemerken, daß nicht üiP Landwirte sonderlich viel Verständnis dieser Wohlthat ein- gegenbringen. Denn was die Dampfwalze gut ntacht M stört der Landmann, wie zu sehen ist, mit der — Pflug- schleife. „o" R v d h e i m a. d. Bieber, 28. NovenM Äst reub die Staatsstraße G i e ß e n - R o d h e.lm, \o\w\ sie hessischem Gebiete angehört, schon längere mit beiden Seiten wohlgepflegte Obstbaumpflanzungen H fehlten auffallenderweise auf preußischem Gebiet nocy m vielen Stellen die Obstbäume. Nunmehr fchemt man ah« auch hier das Versäumte nachzuholen, indem die freien Strecken bepflanzt und alte krüppelhafte Bäume entsem: und durch junge Stämmchen ersetzt^ werden. Am Äu?- gang unseres Dorfes, von der Haltestelle der BieberlM bahn ab, wird die Straße nunmehr.auf beiden Zeiten mit Lindenbäumen bepflanzt. Nur schade, daß durch b’.e Anlage der Bieberthalbahn die üppigen jungen Obstbäuine so stark beschnitten werden mußten; sie haben dadurch niett selten eine unschöne Form erhalten. z. Stangenrod, 28. November. In der vorige' Woche verkaufte die hiesige Gemeinde einen größere- Posten C h r i st b ü u m e für ca. 800 Mk. — In biejea Winter findet in hiesigem Gemeindewalde eine außer ordentliche Holzfällung statt, um Geld flüssig zu luadw für den Schulhausneubau. Der Gemeiudewald weilt ei ’ sonders schone Fichtenbestände auf; so wurde in v=r flossener Woche ein Stamm von über 4 Cbm. y-- mefjen. , . —i. Grünberg, 28. November. In Geilcchmei» hat die Schulchronik einen kaum glaublichen Fall zu^ver zeichnen gehabt. Am Montagmorgeii kommt eine öran und entschuldigt ihren Jungen von 1 2 I a h r e n wegen — Katzenjammers. Der Knabe, auch sonst cm nette« Früchtchen, hatte im Verein mit noch drei Schülern der Volksschule und zwei Fortbildungsschülern am Sonniag eine große Flasche Branntwein geleert^ unS sich dabei so betrunken, daß er am Montag die Schule nicht besuchen konnte. Ter Lehrer soll int Zweifel sein, ob die beschriebene Versäumnis zu den gerechtfertigten oder, zu den ungerechtfertigten Versäumnissen zu zählen ist Hausens Kasseler Hafer Kakao Weihmhtsgeschcnke! Prall E s Vertreter: Carl Daub, Betzdorf a. d. Sieg. beveuteuv untre Preis. 6692 7292 in seinen vorzüglichen Eigenschaften. Fritz Schnlz jnn., Aktien-Geseuschatt, Leipzig. G as - Gl Uh körper = ES B * rr es E «S ö s. 8 es S a © s n dürften. Um diese Zeit wird dann' das Gebäude ein- zioeiht und seiner Bestimmung übergeben werden können. -2cr Neubau ist für zwei Schulklassen eingerichtet und ent- tyit in seinem unteren Stocke zwei Schulsüle und im wirren zwei Lehrerwohnungen. fc. Darmstadt, 28. November. In der Maschinenfabrik Don A. Rodberg fand gestern nachmittag der Kesselschmied, lthrlöng Peter Mertens dadurch seinen Tod, daß ihn (in Kesselteil, der von einem anderen abgelöst wurde, zu Ladin drückte und ihm den Hals an der einen Seite zerschnitt. fc. Worms, 28. November. Im Jagdgebiet Herrnsheim- Vsthiofen-Abenheim wurden bei der vorgestern und gestern ioi dem Inhaber, Frhrn. Heyl zu Herrnsheim, veranstalteten kreiibj agd,. an der auch, wie gemeldet, der Großherzog tiilnihm, insgesamt 3493 Hasen und 141 Hühner geschossen. - Am ersten Jagdtage wurden von 41 Schützen im ganzen 1800 Hasen zur Strecke gebracht. Der Großherzog hat hiervon 188 Stück geschossen. jät Küchenherd, fnr MchKiiche. Spielend zu handhaben, überall aufzubewahren. Große Ersparnisse an Feuerung und Zeit. — Neber- raschendr, gründliche Reinigung der feinsten Wäsche (Gardinen rc.), wie der gröbsten, bei absoluter Schonung derselben. Prospekte kostenfrei durck den Vertreter 7477 Otto Pickert, Giessen, Bahnhofstraße 22, II. Baldigste Bestellung geboten. 'zu Den interessantesten Novitäten der heurigen musitalr scheu Saison. Behebt, ständig genossen, körperliche Schwäoiezustände. 7003 in Filz, Leinen und Stramin re. Geschnitzte Holzsachen etc Wc'iönachts-Litteratilr. teilt eigenartiges Prachtwerk erschien unter dem Titel „Weirü hm t e Gemälde der W e l 1". In der Größe tton ?7 : 35 Ctm. bietet der stattliche Band Abbildungen Hon iberühmtcn Gemälden, Meisterwerken der modernen .8im(ti. Wir begegnen außer Deutschen auch Engländern, Hrar,zosen, Italienern, Spaniern, Skandinaviern, Russen raub Amerikanern. Die Abbildungen sind auf mechani- gdiein Wege hergestellt duru) Photographie. Im allge- Anm. 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November. ^KI ": liciiae Gemeinde eiw ii^ för co. 800 Mk. iem GemeindemB-^^ i. Der ejtünbe aut; 1? im von über /#«• ' )6 r- E' -rrW .jenöonlyQö er Mabe, auch H . " not» te" i «SrngiKH” * * • unübertroffen in Lenchlkraft, Haltbarkeit und Brenndauer per Stück 40 Pfg., 10 Stück Mk. 8.50, desgleichen 6074 ÜNF* la. selbstzündende Gas-Glühkörper "dT per Stück 85 Pfg., empfehlen A & G. Wallenfels, I! Tapisserie!! J. H. Fuhr, Sonkklißkliße 25, empfiehlt den Eingang ganz besonders schöner in gezeichneten und angefangenen Arbeiten, sowie aller Arten **Stoffe, Materialien und sonstigen in sein Fach einschlagenden Artikeln zu billigsten Preisen. Kinder-Arbeiten jeder Art. ttf f Htrtltttrt Qltcr keinen Bunt- und Goldstickereien, sowie Zeichnung, Monogramm- re. werden bestens und billigst auSgeführt. 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Krupp Grusonwerk, Magdeburg-Buckau, Universität und Hochschule. — Aus Heidelberg wird geschrieben: Die durch Hosrat Idos; ? Stengel's Tod erledigte ordentliche Professur der Land- ilrlfi&eft wird an der hiesigen Universität nicht wilder besitzt, sondern ton Karlsruhe aus kommissarisch verwaltet werden. Damit entfällt Mt b-Shertge Möglichkeit an der Ruperto-Carola, in Landwirlschafts- Wic wia Hauptfach zu promovieren, was in Anbetracht mangelnder Ser er Jnstttuts-Apparale, Versuchsfelder rc., der Voraussetzungen ßcher und zugleich akademischer Arbeit, wie sie Hrlle, Jena i. 8. reichlich bieten, eine Anomalie und Merkwürdigkeit gewesen 10. - Wie aus Wien berichtet wird, wurde in der am 26. ds. ab- Mlrncn Sitzung des Profefforen Kollegiums der medizinischen full5t belchloffen, als Nachfolger des verstorbenen Hosrates Pro- rftffor Dr. E. Albert an der Lehrkanzel der zweiten chirurgischen Himil den Professor der Chirurgie an der Königsberger Universität, Or Tnton Freiherrn v. Eiselsberg, einen Schüler Theodor Bill- idiiB, vorzufchfagen. — In Greifswald ist der Oberbibltotheksr Ha de rttgcn U toer sttätsbibliothek, Dr. W. Müldener im Alter von A Je bren gestorben. meinen sind diese Nachbildungen gelungen, ein einfarbiges Bild ist ja nie im stände, den Eindruck eines mehrfarbigen Bildes genau wiederzugeben. Zu jedem Bilde sind einige Angaben über den Maler gegeben. Tie Hauptsache ist der unglaublich billige Preis, 3 Mk. für die kleine Ausgabe mit 105 Bildern. (Verlag von Otto Maier, Leipzig.) Ein Standard-Work in der Bibliothek jedes tiefer eindringenden Litteraturfreundes werden die Shakespeare-Vorträge des berühmten Aesthetiters Friedr. Theodor Vischer bilden, die sein Sohn Robert Vischer in drei stattlichen Bänden herausgegeben hat. (Stuttgart, Eotta.' Band l bringt eine umfassende Einleitung, in der die meisten wichtigeren Fragen der Shakespearesorschung eine eigenartige Beleuchtung erfahren; die ganze zweite -Hälfte des Bandes ist einer eingehenden und umfassenden Untersuchung über den Hamlet gewidmet. Band 2 beschäftigt sich mit Macbeth und Romeo und Julia. Die übrigen Dramen sollen in vier weiteren Bänden zur Darstellung gelangen. Vischers Vorträge haben durchaus nichts Lehrbuchartiges, ihr Hauptreiz besteht vielmehr in der persönlichen und selbständigen Stellungnahme des Verfassers zu seinem Helden, den er wie nur wenige in seiner ganzen Tiefe und Universalität verstanden hat. Dabei bleibt auch das Einzelne und Kleine nicht unbeachtet, sprachliche Schwierigkeiten werden gelöst, ver worrene Knoten der Handlung entwirrt, verborgene Schönheiten aufgedeckt. Das alles in jener Lebendigkeit des ,,Vordenkens", wie nur das gesprochene, vom Augenblick gefundene, hier ui treuer Nachschrift überlieferte Wort sie gewährt. Je weiter das Wer^k der Herausgabe dieses Shakespeare-Kommentars fortschreitet, desto allge- _ meiner wird die Erkenntnis, daß wir in der Hinterlassen- " schäft dieses mit der „edlen Leidenschaft des Lehrens" in seltener Weise begabten Lehrers einen unvergleichlichen Schatz besitzen. 'tlobiis-Pntzextrakt ■ ■K£Mßs6M«Biee*OMaÄl ist die Nur die Marke „Pfellriag“ gibt Gewähr für die Echtheit unseres Lanolin-Toilette-Cream Lanolin Man verlange nur „Pfeilring“ Lseiolin-Cream Marke und weide Nachahmungen zurück. 1596 Lanolin-Fabrik Martinikenfelde. Weihnachlsmustk. D i e beiden letzten Walzer von Johann Strauß, Abschieds-Walzer (F-dur) und Jschler-Walzer (A-dur) sind soeben im Musikverlag von Hermann S ee- mann Nachfolger in Leipzig erschienen (Preis der Ausgabe für Klavier zu zwei Händen je 1.80 Mk.). Neben dem Ballet „Asck>enbrödel" sind diese Walzer die einzigen im Nachlaß des verewigten Wiener Meisters vorgefundenen Kompositionen, die ein in sich abgeschlossenes Ganze bilden. Sie gehören nach dem Ausspruch musikalischer Kapazitäten zu dem Besten, was der „Walzerkönig" geschrieben hat; der „Abschieds-Walzer" mit seinem zum Teil wehmütigrührenden, stellenweise aber wiederum geradezu fascinie- renden, hinreißend wirkenden Klängen darf vielleicht ganz besonders als der „Schwanengesang" des Meisters bezeichnet werden, während der „Jschler-Walzer" durch seine teils pastoral angehauchte, teils überaus graziöse und pi- kannte Melodik ebenfalls seine Nomenklatur rechtfertigt. Ohne Zweifel dürfen diese beiden Walzer binnen kurzem zu den am meisten genannten und gespielten Kompositionen von Johann Strauß gehören, und sie zählen entschieden R'ftTtz'Schuliji Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. — Allrndorf a, v. Lda., 28. November. Drr heutige Markt war im Vnglttch mit d m Herbstmaikl früherer Jahre trotz künftigen WetterS fchwacd beludbt. DaL kürzlich wegen der Seucheng'fahr kceiSamtlich erlassene Vnbok detz Marktes, das nachher wieder aufgehoben wurde, hat hierzu wohl bcigetragen, ist aber jedenfalls nicht die einzig? Ursache von dem Ergebnis. In Schafen und Fukctn war daS Angebot ziemlich statt; nur fehlte es zu fehr an stäusern. F'tkrl wurden das Paar durchschnittlich für 20 Mk. o rfauft; Hämmel kosteten 42, Lämmer 30 Mk. Der Krämermarkt war recht gut besucht. r. Limburg a. d. Lahn, 28. November. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro Malter.) Roter Weizen, Mk. 12.72, weißer Weizen Mk. 00.00, Korn Mk. 11.00, Gerste Mk. 8 63, Hafer Mk. 6 06. — Bom Kohlenrnarkt. Angesichts der Kohlennot und der infolge der Preikverteucrung bevorstehenden Jntelprllat on im Reichstage ist cs bedeutsam, daß die letzte Satzung des Kohler.syndtkaUs wettere Beratungen wegen Ausfuhrprämien nichts weniger als von der Tagesordnung abgesitzt bat. Gleichzeitig wurde konstatiert, was allerdicgs erst noch bewiesen werden soll, daß die Kodlennot auf; gehört habe und die Händler wieder normale Bedingungen machten. Selbstverständlich hat der unmittelbar bevorstehende Winter die Versorgung endlich erzwungen, wenn dieselbe auch mit englischer Kohle zum Teil und selbst bei einheimischer Kohle zu sehr hohen Pieisen einzeireien ist. Diese höheren Za jungen aber hat der Mittelstand nun doch nicht einfach dadurch verwunden, daß er sie bezahlt ha, sondern in seinen weiteren Ausgaben wird sich für lange Zeit dieser v rschärfte Koste punkt zur G ltung bringen._______________________ Wöchmtticht Ueberficht der Todessalle iu Metzen " 47. Woche. Vom 18. bis 24. November 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 80lh(tn^ 1600 Mann Militär) SterdlichkrUSzifftt: 29,35, nach Abzug der Ortsfremden 18,87°/oo- Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im lebensjahr: 2. vom -15. Jahr l.L Luagenfchwindsucht 1 — — 1 Masern 1 — — 1 Langenentzündung 2 (1) 2 (1) — — Langenerweiterung 2 2 —*• — Schlagflaß 2 (1) 2 (1) — — Krebs 2 (2) 2 (2) — — Gicht 1 1 — — Niere' t itzündung 1 (1) 1 (1) — — Brechdurchfall 1 1 — Nhachilis 1 — 1 — Summa: 14 (5) 10 (6) 2 2 Fritz Nowack f Weihnachtsaufträge m Maßhemden erbitte frühzeitig. 7717 Zubehöre erprobt. sowie 6984 Emil Mbadi. 27 WarkMaße 27. feinste deutsche, Dr. Oetkers feinste französische Emil Fischbach. Kirchenplah 11, Eiugaug Schloßgaffe. o 5898 12 bis 30 Mk., früher 22 bis 50 Mk. 7598 A. Reinig Blusen.rtine Se"*e-! ™ J garantiert solide, i 8 Carl ülowack Modewaren. Seidenstoffe. fariiw, hKWrtläMI, Merfiifilillle Elegante englische Wagen * T ® i * -T®, , * r-i mit Federgestell, hellem Klappverdeck, Randpolster und Luxuriöse Ausstattung. Hochmoderne Ausführung. Ledertuchausschlag, Mk. 17.—. 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