Dienstag den 30 Oktober 150. Jahrgang Nr. 254 1900 General-Anzeiger Aintr- uird Zlnzrigeblatt für den "Kreis Gieren. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. ZSezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestell« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. ErKes Blatt, Hrscheink täglich Ä Ä mit Ausnahme des d «Gießener Anzeiger NrdakNon, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kiätter für hessische DotKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung der Biehmärkte. Die auf den 6. und 7. November dS. Js. bestimmten Biehmärke zu Gießen werden ausgehoben, da die Seuchegefahr unvermindert fortbesteht. Gießen, den 27. Oktober 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Boeckmann. ' 12 000 Mark. Es hat uns ursprünglich widerstrebt, auf die Affaire einzugehen, die mit dem Briefe des Herrn Bueck und der Feststellung, daß der Zentralverband deutscher Industrieller die Summe von 12000 Mark dem Reichsamt des Innern zur Agitation für die „Zuchthausvorlage" zur Verfügung gestellt hat, an die Oeffentlichkeit gelangt ist. Es war uns unsympathisch, auf Grund einer Praxis, die das Briefgeheimnis als einen überwundenen Standpunkt betrachtet, in Erörterungen über politische Vorgänge folgenreichster Art zu treten, zumal wenn der Brief augenscheinlich auf einem nicht als zweifelsfrei zu bezeichnenden Wege in die Hände derer gelangte, die ihn der Oeffentlichkeit preisgeben. Der bekannte Reichstagsabgeordnete ,Dr. Schönlank, der jetzt den Sturm durch seine Veröffentlichung des Bueckschen Brieses entfesselt hat, ist in der Benutzung von Briefen, deren Schreiber er ebensowenig ist, als ihr Adressat, kein Neuling mehr; er hat bekanntlich s. Z. den berühmten Bries des alten Herrn von der Groeben an seinen „hohen Chef", den Herrn von Manteuffel, auf der Reichstagstoilette gefunden und ihn unbefangen der Oeffentlichkeit übergeben. Aber so wenig sympathisch es ist, ein Schriftstück, das in der angedeuteten Weise an das Licht der Oeffentlichkeit gelangte, zur Grundlage von weitergehenden Folgerungen zu machen, so wird die Erörterung doch zur publizistischen Pflicht, sobald einmal die Echtheit unzweifelhaft anerkannt ist, und sobald, wie es jetzt der Fall ist, von beiden Parteien vor der Oeffentlichkeit für Schuld und Mitschuld oder auch für mildernde Umstände plaidiert wird. Die amtliche „Berl. Korr." hat die Erklärung abgegeben, daß in der That auf Anregung und Vermittelung des Direktors im Reichsamt des Innern, v. Woedtke, Generalsekretär Bueck die Summe von 12 000 Mark zur Verfügung gestellt habe. Die Geschichte geht, wie angedeutet, von Dr. Schönlank, dem Redakteur der „Leipz. Volksztg.", aus. Dieses Blatt veröffentlichte vor einigen Tagen folgenden Brief, dessen Adressat «nicht genannt war: 'Berlin, 3. August 1898. Das Reichsamt des Innern hat mir persönlich gegenüber den Wunsch geäußert, daß die Industrie ihm 12000 Mark zum Zwecke der Agitation für den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses zur Verfügung stellen möchte. Ich habe diese Angelegenheit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralverbandes, Herrn Geh. Finanzrat Jencke, unterbreitet, der es aus naheliegenden Gründen für zweckmäßig erachtet hat, dieses etwas eigentümliche Verlangen nicht zurückzuweisen. Herr Geheimrat ^encke hat für die Firma Krupp 5000 Mark zu dem erwähnten Zweck zur Verfügung gestellt. gez. H. A. Bueck. Das Schreiben trug oben links an der Spitze den Absender-Vermerk: „Zentralverband deutscher Industrieller". Man wird zugeben, daß der Inhalt dieses Schreibens in der That „etwas eigentümlich", daß er sogar so eigentümlich ist, daß man an der Echtheit des Briefes bis zum Beweise des Gegenteils zweifeln mochte. Denn durch! das Verlangen nach einem einseitig aufzubringenden Agitationsfonds muß unfehlbar der Eindruck hervorgerufen werden, daß die Aktion der Regierung, die doch stets und ausschließlich der Gesamtheit dienen soll, ein Ausfluß spezieller Jn- teressenpolitik gewesen sei, daß man die Staatsmaschine in den Dienst einer besonderen Gruppe zu stellen bereit sei. Wir möchten ungern an eine derartige Absicht der Regierung glauben. Wohl aber erscheint uns der ganze Vorgang als der Ausfluß einer, um das Jenckesche Wort zu wiederholen, „etwas eigentümlichen" Auffassung politischer Pflichten, daß es schwer wird, eine bittere Satire zu unterdrücken. Man braucht nur die Analogie aufzustellen, um unfehlbar zu einem gleichgearteten Urteil zu gelangen. Oder wäre es sonderlich verschieden, wenn bei der Vorbereitung des ALarga-rinegesetzes die Butterfabrikanten, wenn bei der Erhöhung der Zuckerprämien die Zuckerinteressenten herangezogen würden, um der Regierung einen Agitationsfonds zu liefern? Bemerkenswert ist noch, daß bei der Veröffentlichung des Briefes ein kleiner Fehler unterlaufen ist, insofern er nicht aus dem Sommer 1898, sondern aus dem Sommer 1899, also aus einer Zeit stammt, in der die erste Lesung des Streikgesetzes beendet war und die zweite Lesung bevorstand. Die Summe sollte also dazu dienen, die end- giltige Entscheidung zu beeinflussen. Der „Vorw." erinnert daran, daß im Juli v. I. Provinzblättern in großer Zahl Flugblätter und „gelbe Hefte" mit Artikeln über die sog. Zuchthausvorlage beigelegt wurden. Diese Flugblätter und gelben Hefte erschienen im Verlage der Schriftenvertriebs-Anstcllt, G. m. b. H. Diesem Verlage also sind, wie zweifellos anzunehmen ist, die 12 000 Mk. zu gute gekommen. Und das alles um das ungefüge Zuchthausgesetz, zu dem 'sich schließlich niemand bekennen wollte. Und zwölftausend Mark! Als Fiesco vor der Entscheidung steht, da stellt er die gewiß nicht einwandfreie Maxime auf: „Die Schande nimmt ab mit der wachsenden Sünde", und er nennt es „namenslos groß, eine Krone zu stehlen". Aber fürviertausendThalerdasganzeSystem der Negierung zu kompromittieren, das ist wahrlich! nicht „namenslos groß", das ist nicht erhaben, sondern — nun, sagen wir: lächerlich. Von einem Panama freilich, das entdeckt worden sei, zu reden, wie das gewisse Blätter thun, ist absurd. Zu verurteilen ist dieses Vorgehen des Reichsamtes des Innern selbstverständlich auf das schärfste. Aber die Cottu, Herz, Schwob, Eiffel und wie sie allo heißen, die Rouvier und Baihaut, die auch Minister waren, die Wilson und Genossen haben sich bereichert an dem Elend ihres Volkes, sie haben Millionen aus dem Säckel der Kleinen in die eigenen Taschen geleitet — auch nicht der Schimmer eines Argwohns kann die deutschen Beamten treffen. Gegen eine Verdächtigung muß Protest erhoben werden, wie sie in dem Schlagwort von Panama ruht. Andererseits nehmen wir zwar selbstverständlich an, daß der Chef des Reichsressorts des Innern, der Staatssekretär Graf Posadowsky sowohl wie sein Ministerialdirektor von Woedtke in gutem Glauben gehandelt haben. (Daß Graf Posadowsky das „etwas eigentümliche" Geldgeschäft gekannt hat, ist unzweifelhaft bei der Art des Reichsund preußischen Regierungsbeamtenwesens.) Mer dieser gute Glaube macht die Thatsache nicht ungeschehen, daß im Reichsamte des Innern gegen die politische Moral verstoßen worden ist. Dieses Geschäft ist unvereinbar mit den politischen Reinlichkeitsanschauungen solcher Politiker, die der Ansicht sind, daß Reich und Staat dazu da sind, das Gemeinwohl, nicht die besonderen Interessen einzelner Klassen wahrzunehmen. Auch die dem neuen Reichskanzler nahestehende „Köln. Ztg." bezeichnet das 12 000 Mark-Geschäft als eineU „schweren Mißgriff". Die „Nat.-Ztg." bezeichnet es als zutreffend, daß die „Affaire Bueck" in der letzten Sitzung des preußischen Staatsministeriums nicht zur "Sprache gekommen ist. Wir glauben nicht, daß daraus ohne weiteres zu schließen ist, die maßgebenden Personen wollten keine definitive Stellung zu der Angelegenheit nehmen. Wir erwarten vielmehr, daß infolge der vorliegenden 12 000 Gründe aus dieser „etwas eigentümlichen" Affaire die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. Politische Wochenschau. Graf Bülow, der neue Reichskanzler, hat gleich in der ersten Wochss seiner Amtsführung eine Art Vertrauensvotum erhalten. Ein Vertrag mit England! Albion soll nun plötzlich unser lieber Bundesgenosse sein! Das ist das Vertrauensvotum für den Reichskanzler, daß fast in der gesamten Presse kein Wort der Mißbilligung laut geworden ist. Damit hat dre öffentliche Meinung stillschweigend erklärt: Bülow wird seine Gründe gehabt haben, deshalb wollen wir nicht durch vorzeitige Kritik seine Kreise stören. Es ist dies ein Zeichen, daß ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit in Bezug auf die äußere Politik wieder bei uns eingekehrt ist. Inzwischen haben denn auch bereits Sachverständige, nämlich die deutschen Kaufleute in Hankau, dem Grafen Bülow eine Dankdepesche gesandt und dadurch den Wert des Abkommens für unsere Interessen in China anerkannt. Sonst steht im Mittelpunkte der reichspolitischen Erörterungen das seltsame 12 000 Mark-Geschäft des Reichsamts des Innern, das wir an anderer Stelle ausführlich behandeln. In Bezug auf unser' Kolonialpolitik wurde in der vergangenen Woche berichtet, daß Generalmajor v. Trotha zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ausersehen sei. Dazu bemerkt die „National- zeitung": „In denjenigen Kreisen, welche sich um die wirtschaftliche Entwickelung Deutsch - Ostafrikas bemühen^ würde diese Ernennung einen sehr ungünstige^' Eindruck machen. Generalmajor v. Trotha mag ein fähiger Offizier sein, für die Aufgaben des Gouverneurs, die nachgerade doch in erster Reihe wirtschaftliche sein müssen, hat er nach der Meinung der bezeichneten Kreise während seiner Thätigkeit in Deutsch- Ostafrika nicht die erforderlichen Eigenschaften bethätigt". Es ist eigentümlich, wie die leitenden Herren unserer Kolonialpolitik fast sämtlich sich so schnell den Magen verdorben haben. Sie hatten nach Aufgabe ihrer Aemter meistens nur den Erfolg, daß man sie entweder tadelte oder vergaßt Dr. Kaiser wurde weggebugst mit lauter Tadel; Dr. Peters hatte bei den Afrikanern allzusehr mit Stockhieben gearbeitet und die Gerüchte von brennenden Schmerzen in den Kolonien nahmen schließlich zu seinem Nachteil überhand; Dr. v. Wißmann ist in seinem idyllischen ländlichen Reiche verschollen; Frhr. v. Richt- Hofen „ging", um allerdings das Unterstaats- und jetzt sogar das Staatssekretariat des Auswärtigen Amtes mit akrobatenhafter Geschwindigkeit zu erklettern; v. Bucht«, „ging" auch, soll jetzt freilich, wie es heißt, als Nachfolger des Frhrn. v. Richthofen als Unterstaatssekretär in Aussicht genommen worden sein, was uns nicht sehr glaublich dünkt. Alles, was da unten zu thun hat, „geht" mit der Schnelligkeit der Sternschnuppen. 9hin will man mit dem Generalmajor v. Liebert abrechnen, von dem von gewisser Seite die Rede geht, daß er mit seiner Hüttensteuer-Erhebung das Land, Deutschostafrika, entvölkert und revolutioniert Huben soll. Was für Wunder wird „der neue Herr" Dr. Stübel noch erleben. Ungleich heftiger als der Kampf um Herrn Liebert in unserer Presse tobt in England der Kampf aus Anlaß der Wahlbewegung. Die Lieberalen dort kämpfe« mit Begriffen, denn sie führen, um Chamberlains Politik zu bekämpfen, ein Heer von Anschuldigungen ins Feld, die diesen Staatsmann in bedenklichem Lichte erscheinen lassen — vor dem Auslande, denn der Vollblut- Engländer wird den geriebenen Staatsmann dadurch nicht stürzen lassen. Frankreich ist mit der Bilanz der Welt-Ausstellung beschäftigt. Es dürfte von großem Interesse sein, wenn unter den Millionen, die Äs Gewinn und Verlust gebucht und veröffentlicht werden, auch die Vermögen aufgeführt würden, die von optimistischen Spekulanten diesem Wettbewerbe der Kultur geopfert find. Im ganzen darf man schon jetzt annehmen, daß der Erfolg weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Aber der Franzose hat ein glückliches Temperament; er wird nicht lange trauern, sondern mit einem dicken Strich das Konto schließen und sich mit neuer Kraft dem Fall Dreyfuß wieder zuwenden. Rußland hat sich das Sprichwort zur Lebensregel gemacht: die beste Hausfrau ist die, von der man am wenigsten spricht. Und es handelt danach! Man kann über Rußlands offizielle Politik wirklich nicht viel sagen, denn sie verkörpert die Friedensliebe und die uneigennützige Menschenfreundlichkeit. Was allerdings die Macht des russischen Namens und des Rubels in der Stille vermag, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Mit dem Rubel nach außen und der Knute und der Verbannung, nach Sibirien im Innern, so beherrscht der Zar sein weites Reich und hält seine Nachbarn im Schgch. Der ehemalige Präsident des Transvaal, Paul Krüger, hat das Schiff bestiegen, das ihn seiner Heimat entführt. „Bleich, aber gefaßt" sei er gewesen, berichten Augenzeugen. Und während er unserem Erdteil entgegenfährt, mit dem letzten Hoffnungsfunken auf Hilfe in der Brust, geraten die französischen Diplomaten in die peinlichste Verlegenheit. Sie könnten ja Englands Zorn erregen, wenn sich unvorsichtige Menschen finden sollten, die etwa Krüger bei seiner Ankunft einen Empfang bereiten. Das beste wäre vielleicht, man schlösse den alte» Mann ein und transportierte ihn heimlich des Nachts über die Grenze, damit er die Allgewalt „angewandten Christentums" noch gründlicher kennen lernt, als bisher. Eine akute Krisis ist in Spanien ausgebrochen, aber schon nach wenigen Tagen beendet worden. TaS Kabinett Silvela ist zurückgetreten und seine Stelle hab das Kabinett Azcarraga angenommen. Die chronische Krisis, unter der Spanien seit langen Jahren leidet, wird dadurch nicht berührt. Silvela oder Azcarraga, ist nur eine andere Nummer, aber derselbe Faden. Der Rücktritt des konservativen Kabinetts Silvela ist den» auch weniger aus grundsätzlichen als aus persönliche» Meinungsverschiedenheiten erfolgt. Den Hauptanstoß gab die Ernennung des Geivaltpolittkers General Wevler zum Generalkapitän von Madrid, eine Maßregel, die bene Kurse entspricht, die der frühere Kriegsminister Azear- raga einzuschlagen gedenkt. Politische Tagesschau. ?Diein Dar-es Salaam erscheinende „Deutsch-Ostafr. Ztg." berichtet über einen Giftmordversuch, der auf Veranlassung des Sultans Senekambi, eines Häuptlings in Mittel-Uluguru, an dem Stationsleiter von Kiffakki, Leut. Styx und dem Plantagenleiter Moritz verübt wurde: Leutnant Styx war zur Vornahme von Protokollvernehmungen von Kissaki nach der Emtnplantaqe marschiert. Es gelang ihm, eine lange Kette von groben Unregelmäßigkeiten und Vergehen aufzudecken, die sich der Häuptling Senekambi vor allem dem Plantagendirektor Moritz gegen« über hatte zu Schulden kommen lassen. Dieser Umstand veranlaßte Sene- kambi den Plan zu fassen, sowohl Leutnant Styx wie Herrn Moritz ermorden zu lassen. Als ein geeignetes Werkzeug für Ausführung seiner Absichten erschien dem Häuptling der Tschausch (schwarzer Polizeiunteroffizier), der Leutnant Styx nach der Eminplantage begleitet hatte. Da der Tschausch zufällig der Schwiegersohn von Senekambi war, so ging er bald auf die Vorschläge seines Schwiegervaters ein, und bestach den Hausboy des Leutnants Styx, der das von einem schwarzen Zauberer bereits besorgte Gift in das Sodawasser gießen sollte, was sein Herr und auch Herr Moritz gewohnheitsgemäß tranken. Das etwas trübe Aussehen des Sodawassers veranlaßte beide Herren, das Wasser nicht zu trinken und es näher zu untersuchen. Beim Heranrufen des Hausboys erklärte dieser auch nach kurzem Zögern, daß er Gift auf Befehl des Tschausch habe hineingießen müssen. Sowohl der Boy wie der Tschausch wurden nun sofort verhaftet und gerichtlich zu Protokoll vernommen, wobei auch der Tschausch sein Verbrechen eingestand Es stellte sich heraus, daß das angewandte Gift das unter den Eingeborenen wohl bekannte langsam aber sicher wirkende sogen. „6 Tage-Gift" war, wobei der Vergiftete nach 6 Tagen unter den Erscheinungen des Schwarzwasserfiebers sterben muß. Der Häuptling Senekambi wurde durch Plantagendirektor Moritz, der mit zwei As- karis in der Nacht der hoch auf den Bergen liegenden Boma des Häuptlings einen Besuch abstattete, festgenommen und nach der Eminplantage gebracht, von wo er mit dem Tschausch, dem Hausboy sowie noch mehreren Mitschuldigen an der Kette nach Kissakki geschafft wurde. Die Engländer scheinen sehr unangenehm überrascht zu sein durch die neuesten Aktionen der Buren, welche an allen Ecken und Enden des Oranje-Freistaates und Transvaals die englischen Truppen angreifen, Städte besetzen und die Eisenbahnen bedrohen. Dabei scheinen die Burenfrauen eine hervorragende Rolle zu spielen, wie u. a. aus einem Bericht des Bureau Reuter aus M a f e k i n g über einen Rekognoszierungszug des famosen Lord Methuen hervorgeht. Es heißt nämlich in diesem Berichte: Am Tage vor dem Einzug in Zeerust wurde Lord Methuens Abteilung von den Buren während des Marsches mit Artillerie beschossen. Tie Buren hatten in Farmhäusern /Deckung gesucht, die, wie es sich nachher herausstellte, voll von Frauen und Kindern waren. Es wurde festgestellt, daß aus Häusern geschossen worden war, wo nachher nur Frauen und Kinder gefunden wurden, cs konnte aber nicht nachgewiesen werden, daß es thatsächlich die Frauen warm, die geschossen hatten. Die Zerstörung der Farmhäuser und die Vergewaltigung der Insassen derselben hatten die Buren, Männer wie Frauen in Verzweiflung gebracht und man kann sich daher nicht Wundern, wenn sie wieder zu den Waffen greifen. Lord ,Roberts scheint dies auch cingosehon zu haben, denn er hat Lord Methuen befohlen, folgenden Erlaß im westlichen Transvaal bekannt zu geben: „Burghers, die sich freiwillig ergeben, und die vorher nicht den Neutralitätseid geleistet haben, werden nicht aus Südafrika fortgeschickt werden. Es können solchen Burghers, die auf dem Schlachtfeld gefangen genommen werden, keine Versprechungen bezüglich ihrer weitern Behandlung gemacht werden. Burghers, die sich freiwillig ergeben, und den Eid noch nicht geleistet haben, oder wenn sie ihn geleistet haben, gezwungen worden sind, ihn zu brechen, wird nach Beendigung der Feindseligkeiten erlaubt werden, auf ihre Farmen zurückzukehren. Für Güter, die solchen, die sich freiwillig ergeben, von jetzt ab weggenommen werden, wird Zahlung geleistet." Auch dieser Erlaß ist nicht frei von Zweideutigkeit, die Gelegenheit zur Willkür bietet. Die flüchtigen Uitlandcr, welche mit allen Mitteln auf die Vernichtung der Burenrepubliken hingearbeitet haben, sind sehr ärgerlich darüber, daß sie noch immer nicht nach ihren alten Heimstätten zurückkehren dürfen. Das Flüchtlings-Komitee in Kapstadt hat an Herrn Chamberlain folgendes Telegramm gesandt: Die Uitlander-Flüchtlinge protestieren gegen ihre Zurückhaltung hier, obgleich sie bereit sind, in den Stadtgarden zu dienen. Es herrscht große Unruhe und Unzufriedenheit über die unerklärlich^ Verschiebung ihrer Rückkehr. Sie protestieren ferner gegen kapitalistische Ernennungen und Gesetzgebung in Transvaal. Am 24. Oktober waren über 100 frühere Freiwillige auf der Eisenbahnstation in Kapstadt erschienen, um in ihre Heimat Transvaal zu fahren, als im letzten Augenblick die Erlaubnis hierzu zurückgezogen wurde und es ging auch kein Zug ab. — Aus Bulawayo wird gemeldet, daß Schwierigkeiten mit den zurückgekehrten V o l u n - teere entstanden sind. Diese verlangen 10 Schillinge pro Tag, wie es bei ihrem Eintritt abgemacht war. Inzwischen Hatte aber Oberst Plumer den Sold auf 5 Schillinge pro Tag herabgesetzt. Die Sache wird dem Gericht zur Entscheidung übergeben werden. Aus Stadt und Zand. Gießen, 29. Oktober. ".Das neue uaturwifskuschaWchchatistische Seminar ist KU Beginn des Wintersemesters eröffnet worden. Es besitzt eine besondere Bibliothek und ist in einem geräumigen Zimmer des Kollegiengebäudes untergebracht. Der Leiter, Professor Dr. Biermer, hat die Einrichtung getroffen, daß die Uebungen in zwei getrennten Abteilungen für ältere «ud jüngere Semester abgehalten werden. * * Auszeichnung. Der Kaiser hat dem Großh. heff. Geh.-Rat Frhrn. v. Gagern zu Mainz den R. A.-O. 2. Kl. verliehen. * Postalische». Im Verkehr mit den deutschen Postämtern in Beirut, Jaffa, Jerusalem und Smyrna sind von jetzt ab Postpackete und Postfrachtstücke bis 10 Kg. über Hamburg mit Nachnahme zulässig. Meistbetrag der Nachnahme 1000 Fr. = 800 Mk. * * Konzert-Verein. Im Inseratenteil gibt heute der Konzert-Verein sein erstes Konzert (Sarasäte) kund und ersucht zugleich seine Mitglieder, die ausgelosten Karten bei Herrn Challier in Empfang nehmen zu wollen. Stadttheater. Es sei nochmals daraus hingewiesen, daß am Dienstag Blumenthal-Kadelburgs neues Lustspiel „Die strengen Herren" wiederholt wird. Bei den Ausführungen dieser Novität gelten ohne Ausnahme wegen der hohen Honorarkosten erhöhte Eintrittspreise. e* Nachsendung von Telegrammen. Die bisherige Bestimmung, daß Telegramme, deren Empfänger seinen Aufenthaltsort verändert hat, allgemein nach dem neuen Aufenthaltsorte nachtelegraphiert werden, auch ohne daß dies ausdrücklich verlangt worden ist, sofern der neue Aufenthaltsort des Empfängers den Telegraphenanstalten unzweifelhaft bekannt ist, innerhalb Deutschlands liegt und sich daselbst, wie am ursprünglichen Bestimmungsort, eine Reichs- (bezw. eine bayerische oder württembergische Staats-) Telegraphenanstalt befindet, ist, wie wir in den „L. N. N." lesen, aufgehoben worden. Fortan werden Privattelegramme im deutschen Verkehr, wie dies schon seit längerer Zeit versuchsweise eingeführt ist, allgemein nur noch dann nachgesandt, wenn dies entweder vom Ausgeber vorgeschrieben oder vom Empfänger beantragt worden ist. In derselben Weise wird mit Telegrammen des außerdeutschen Verkehrs, deren Aufgabeort in Europa liegt, verfahren. Dagegen werden Telegramme, die außerhalb Europas aufgegeben sind, auch ohne besonderen Antrag nachgesandt, wenn der neue Aufenthaltsort des Empfängers in Deutschland liegt und der Empfänger die Nachsendung von Telegrammen nicht ausgeschlossen hat. Staats- und Diensttelegramme werden wie b'-her ohne besonderen Antrag nachgesandt, wenn der neue A ifenthaltsort des Empfängers unzweifelhaft bekannt ist. •• Zur Feier des Totenfestes. Von allen evangelischen Gemeinden des Landes soll nach dem Vorschlag einer Konferenz von Geistlichen und Synodalen zu Mainz folgende Eingabe an das Großh. Oberkonssistorinm gerichtet werden, der wir eine gewisse Berechtigung nicht absprechen können: Das Großh. Oberkonsistorium hat durch Ausschreiben vom 20. d. M. infolge Allerhöchster Entschließung S. K. H. des Großherzogs, wonach, um die Weihe des Totenfestes von der Unruhe, die mit der Feier des Doppelgeburtstages S. K. H. des Großherzogs und I. K.H. der Großherzogin in Stadt und Land naturgemäß verbunden sei, zu sichern, bei solchem Zusammenfallen beider Tage das Totenfest am Sonntage vor dem Geburtstage gefeiert werden soll, die Pfarrämter angewiesen, das diesjährige Totenfest auf den 23. Sonntag nach Trinitatis zu legen. Diese Verfügung der hohen Kirchenbehörde geht auf der einen Seite von Voraussetzungen aus, die in der Wirklichkeit nicht begründet sind, auf der anderen Seite droht sie, dem kirchlichen Leben unserer Gemeinden und dem Gewissen gerade unserer ernstesten Gemeindeglieder und der Geistlichen insbesondere so große Gefahren zu bringen, daß wir uns einer großen Pflichtverletzung schuldig machen würden, wenn wir es unterlassen würden, der hohen Kirchenbehörde unsre uns tief bewegenden Bedenken gegen genanntes Ausschreiben in aller Ehrerbietung vorzulegen. An dem Geburtstage S. K. H. des Großherzogs und I. K. H. der Großherzogin vereinigt sich glückwünschend das Hessenvolk in Fürbitte für die Negierung und das Haus unsres Landesfürsten und läßt sich aus GotteSwort mahnen an seine Pflichten gegen die christliche Obrigkeit. So trägt dieser Tag in Wirklichkeit in unserem ganzen Lande den ernstesten Charakter, der in keiner Weise die Feier des Totenfestes stört, und wird in der Not der Zeit diesen Charakter immer mehr annehmen müssen In diesem Jahre aber, wo das Hessenvolk am Geburtstage seines Landesherrn und seiner Gemahlin der schweren Heimsuchungen gedenkt, die der Tod im verflossenen Jahre über unser Großh. Haus gebracht hat, wird seine Feier ganz von selbst auch zur Totenfeier werden. Die Feier des Totenfestes hat, trotzdem sie erst seit 45 Jahren durch Allerhöchste Verfügung gesetzlich festgelegt ist, in unseren Gemeinden schon längst tiefe Wurzeln gefaßt und ist im Bewußtsein des Volkes mit dem letzten Sonntage des Kirchenjahres, der uns von selbst an Tod und Ewigkeit mahnt, an dem sich unser Hessenvolk mit dem weitaus größten Teile unsres übrigen deutschen evangelischen Volkes zu dieser Feier vereinigt, untrennbar verwachsen. Eine Verlegung der Totenfeft- feier von diesem Tage um weltlicher Festlichkeiten willen kann unser christliches Volk nicht verstehen und sie muß unsere Kirche dem Gespütte iunerhalb und außerhalb derselben preisgeben. Dies sind unsre sachlichen Bedenken; wir haben aber weiter noch entschiedene Bedenken gegen die rechtliche Zulässigkeit des Ausschreibens. Eine seiner Zeit auf gesetzmäßigem Wege eingeführte Feier kann nur auf dem Wege des Gesetzes, also nur mit Zustimmung der Landessynode geändert werden (§ 3 und § 107 der Kirchenverfaffung). Wir wollen auch nicht versäumen, das Recht der Gemeinde festzustellen, auf Grund der SS 3 und 108 der Kirchenverfaffung eine Aenderung ihrer Totenfestfeier abzulehnen. Wir geben uns aber der festen Zuversicht hin, daß die hohe Kirchenbehörde in Erwägung der von uns vorgetragenen Bedenken bei Sr. König!. Hoheit beanttagen werde, es bei den Bestimmungen des Ausschreibens vom 4. November 1892 zu belassen, und demgemäß das Ausschreiben vom 20. Oktober l. I. zurückziehen werde. § Grebenhain, 28. Oktober. Ein neuer Industrie- Zweig wird demnächst in der Vi Stunde von hier entfernten Ahlmühle emporblühen. Der Besitzer der Mühle wird sich nämlich auf die Fabrikation von gepreßten Stuhlsitzen mit Löchern verlegen. Die nötigen maschinellen Einrichtungen sind schon teilweise hergestellt. Wetzlar, 28. Oktober. Im Anschluß an die erste ordentliche Tagung unserer neugebildeten Handelskammer sand vorgestern abend im „Herzoglichen Hause" ein Festessen statt, an dem über 70 Herren teilnahmen. Generaldirektor Kaiser, der Vorsitzende der Kammer, leitete die fröhliche Tafel mit einer Rede ein. Es sprachen noch Bergwerksdirektor Roth, Bürgermeister Moritz, Gymnafial- direktor Pros. Dr. FehrS, Oberstleutnant Retzlaff, Fabrikant Neumann und Kreiskassen Direktor Schlabach. Die Fidelttas leitete dann Dr. Braun. Es wurden an den Reichskanzler und den Handelsminister Brefeld Telegramme gesandt. Landrat Dr. Goedeck aus Charlottenburg, f™?c* 9tcr# beglückwünschte die neue Handelskammer telegraphisch. Seligenstadt, 26. Oktober. Die Bürgermeister der Landgemeinden des Kreises Offenbach gaben gestern dem aus dem Staatsdienst scheidenden Kreisrat Haas eine Ab- schiedöseier, zu der sich über 100 Teilnehmer im „Frankfurter Hos" versammelten, darunter die Beamten des Kreises und der Gemeinden, mehrere Landtagsabgeordnete und persönliche Freunde des Gefeierten. Ansprachen des Kreisamtmanns Dr. Valckenberg, des Bürgermeisters Büttner, des Geheimrats Haas und seines Sohnes, des GerichlS- accesfisten HaaS, des Schulrats Schaub, des Rechtsanwalts von Brent, uo re. gaben den Gedanken Ausdruck, die das Fest hervorrief. Höchst (im Odenwald), 28. Oktober. Die Verlobung der Königin Wilhelmina von Holland hat auch die Entdeckung eines eigenartigen Inkognitos zur Folge gehabt. Bei der letzten Anwesenheit der Königin von Holland in König bei Höchst weilte nämlich auch ihr jetziger l Herzog Heinrich von Mecklenburg Schwerin, in Nahe. Er war in der Gastwirtschaft „Zur Post" in Höchst als ein Herr v. Bülow abgestiegen, wurde täglich von einer Hofequipage abgeholt und begleitete die Herrschaften aus ihren Spazierfahrten. Gastwirt Olb aus Höchst ließ es sich daher nicht nehmen, seinem Inkognito jetzt zu seiner Verlobung zu gratulieren. Hieraus erhielt er folgende Antwort: „Der jetzt erkannte Gast dankt aufrichtig für die freundlichen Glückwünsche Herzog Heinrich." ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Dillenburg ist der Großindustrielle Kommerzienrat Fritz Haatz 78 Jahre alt, gestorben. — Die Bahnhofswirtschaft in Diez ist vom 1 Januar zu verpachten. — ©in Teil des Simon Blad'schen Vermächtnisses in der Höhe von 156635 Mk. von Berlin ist am 26. d. SNt«. an die Stadt ausgezahlt worden. Der Rest, den Mainz noch zu erhalten hat, beläuft sich aus ungefähr 100000 Mk. — Innerhalb weniger Wochen haben sich zwei zur Probe in Frankfurt bedienstete Schutzleute ums Leben gebracht. Am 26. d. M. erschoß sich der 30 Jahre alte, unverheiratete Schutzmann I. Dikczum vom 1. Polizeirevier, lieber die Ursachen des Selbstmordes ist man völlig im Unklaren. Das Polizeipräsidium hat eine Untersuchung zur Feststellung etwaiger Motive eingeleitet. — In einem Gasthause in Mainz wurde ein Ehepaar verhaftet, das eine Reihe gefälschter Arzneirezepte bei sich trug. Die Rezepte waren zur Erlangung von Morphium bestimmt. — Der 24 jährige Bahnarbeiter Wilhelm Alsenz aus Oberingelheim geriet im Zentralbahnhos zu Mainz beim Zusammenkoppeln der Wagen zwischen die Puffer und wurde schwer am Kopfe verletzt. Der Verunglückte wurde sterbend ins Hospital gebracht. Der Prozetz Masloff in Könitz. Vor dem Konitzer Schwurgericht begann am 35. d. M. der Meineidsprozeß Masloff, der angeblich! Licht tot die Winterschc Mordaffaire bringen soll. Angeklagt ist der Arbeiter Masloff nebst Frau und die Frauen Roß und Berg. Als Zeugen sind 117 Personen geladen. Es handelt sich in der Hauptsache um folgendes: Masloff hat ausgesagt, er hätte am Mordabend einen Diebstahl bei Lewy geplant. Und während er längere Zeit auf dem Bauche liegend eine günstige Gelegenheit abwartete, hätte er um MitterUacht ein Stöhnen, das aus dem Keller Lewys kam, gehört. Später sei dann der alte Lewy mit einem Lichte in der Hand aus seinem Hause getreten, gefolgt von vier Männern, die ein langes Paket trugen. Die Männer seien mit ihrer Last zum See gegangen, und er habe inzwischen den geplanten Diebstahl ausgeführt. Alle diese Aussagen hält die Änklagebehörde für wissentlich! falsch Masloff sagt Ju1. a. aus: Nach dem Diebstahl, der bald ans Tageslicht kam, seien „Herren aus Berlin" zu ihm gekommen, die ihn ausgefragt hätten. Er hätte ihnen gesagt, daß er bei Lewy „Gewimmer" und „Gebabre" gehört hätte. — Es wird festgestellt, daß Masloff vor dem Untersuchungsrichter Zimmermann ausgesagt hat: Der zweite der drei Männer schien der „Pineenez-Lewy" zu sein. Nachdem das Wimmern anfgehört habe, sei ein Geräusch entstanden, als! ob gescheuert worden sei. Masloff sagt ferner aus: Als ich die Wäsche zu Lewy brachte, fragte mich Frau Lewy, welcher junge Mensch in' der Mordnacht etwas gesehen habe. Ich antwortete^ „Ich war der junge Mensch" Moritz Lewy sagte: „Still? Still!" Als ich mit dem Wäschekorb fortging, kam der alte Lewy mit dem Polizisten Kühn und forderte den letzteren auf, ihn zu verhaften, da er immer spreche, das; er gemordet habe. Seine Schwiegermutter habe ihm erzählt, daß unter Lewy's Wäsche Taschentücher gewesen seien, die feiner als die Lewy'sche Wäsche waren. Die Angeklagte Frau Roß sagt aus. ^ch kam des Sonntags abends zu Lewy und da horte ich winseln, so, als ob ein Kranker Schmerzen habe. Als ,st ortgmg, habe ich mir gesagt, daß ick, noch niemals solches Gewmsel bei Lewy gehört hatte Zwischen der Lewyschen Wasche sei ihr ein feines Taschentuch ausgefallen Ihre Tochter habe gesagt das Taschentuch c, mit E W/ gezerchnet Sie babe das aber nicht weiter beachtet, bis der Kops gefunden worden sei. Sie sei Dienstag nach Ostern bei Lewy gewesen, der sehr niedergeschlagen gewesen sei. Lewa babe sie gefragt, was ihr fehle, darauf habe sie geantwortet: „Mir fällt Gewinsel ein". Am 1. Oster- feiertage sei bei ihr ein stellensuchender Knecht gewesen. -Dieser habe ihr erzählt, er sei am Mordtage in Könitz aewesen und habe dort den Zug versäumt. Als er nun abends durch die Rähmstrai'e aegangen sei, habe er drei Leute mit einer Last aus dem Lewy'schen Hofe treten und nach dem Mönchsee gehen sehen. Als ich wieder bei Lewy war, sagte ich zu Frau Lewy: „Sie bekommen ferne Aufwärterin, da bei Ihnen der Mord geschehen 0t . Frau Lewy sagte: „Der ganze Winter ist nicht so viel wert, daß so viel Aufhebens von ihm gemacht wird. Den Mörder bekommt man doch im Leben nicht^raus, dazu ist die jüdische Gemeinde zu reich". Acht Tage spater gingich wieder zu Lewy. Frau Lewy habe ft: sehr freundlich empfangen und ihr einen Stuhl angeboten. Der gleich- falls anwesende Lumpenhändler Brunn habe Frau Lewy w/e dann soll mir sofort der Kopf abgeschlagen werden. axxa hpr ntfp Qemh kam, dieser Mit Brunn in die Wohnstube "sie sprachen vom Morde. Brünn sagte: Sie können uns den Buckel runter rutschen. Aus Befragen aat die Angeklagte, st° Hube sich die Fleischreste die ibr Seroti actocnft. nickst geholt Als sie einige Tage väter w eder bei Lewy gewesen sei, Hobe der alte Lewy vor ib^ aewcint und sie gebeten, nichts vom Morde zu sprechen S<5k habe damals wieder Wäsche geholt. -Prä- sident: Sie hatten für Lewti ein Laken gewaschen? — Angeklagte: Ich habe darin dunkeles Menschenhaar und Fleischfasern, anscheinend Fleischxeste gefunden. — Erster Staats anwalt: Wenn ich recht verstanden, fanden Sie schlecht ausgewaschene Blutflecken im Laken? Angeklagte Roß: Jawohl. — Präsident: Frau Roß! Sie und Ihre Tochter haben häufig um polizeilichen Schutz gegen die Mißhandlungen von feiten Ihres Schwiegersohnes Masloff nachgesucht. — Angekl. Roß: Jawohl. Präsident: Es ist ausgefallen, daß nach dem Morde keine derartige Beschwerde mehr cingegangen ist! — Angekl.: Ich habe mit Masloff wenig mehr gesprochen. Präsident: Masloff, wie erklären Sie diesen Umstand? — M a s l o f f: Ich rede gar nichts. (Heiterkeit.) Tie Angeklagte Frau Martha Masloff bemerkt: Am Eharfreitag habe sie bei Lewy Aufwartedienste verrichtet. Tabei habe sie auf dem Ofen eine weiße Uhrkette gefunden. Als sie dieselbe in die Hand nahm, habe ihr Frau Lewy die Kette fortgerissen und gesagt: Was wollen Sie mit der Kette, die gehört meinem Sohn. Ferner habe sie eine Zigarrentasche bei Lewy gefunden, in der eine Photographie Ernst Winters enthalten war. Sie habe ihre Wahrnehmungen ihrem Manne erzählt. Dieser habe sie aufgefordert, sich die Photographie anzueignen. Am folgenden Tage sei sie wieder zu Lewy gegangen. Sie habe geglaubt, Frau Lewy werde im Tempel sein und alsdann werde sie die Photographie an sich nehmen können. Es habe aber geregnet, deshalb ging Fran Lewy nicht in den Tempel. — Präs.: Weshalb wollten Sie sich die Photographie aneigney? — Angekl.: Weil Lewys bestritten, den Winter gekannt zu haben. — Präs.: Sie wollten also die Photographie der Behörde einreichen? — Angekl.: Jawohl. — Es wurden alsdann die protokollarischen Aussagen der Angeklagten verlesen. Danach hat dieselbe bei dem Untersuchungsrichter gesagt: Ihre Mutter und Schjwester hätten ihr von dem Taschentuch ,erzählt. Ihr Mann habe am Mittwoch nach dem Morde seine Wahrnehmungen in Gegenwart ihrer Mutter erzählt. Dienstag habe sie ihren Mann gefragt: wobei er sich seine Hosen so beschmutzt habe. Ihr Mann habe geantwortet: Er habe lange aus der Lauer gelegen. Angeklagte Frau Auguste Berg: In der Lewy- schen Wäsche sei ihr ein Taschentuch aufgefallen, weil dies reiner und feiner als die andern war. Dasselbe hatte em rotverschlungenes Monogramm „E. W." Sie habe diesem Taschentuch erst Bedeutung beigelegt, als Oberlehrer Hofrichter und Zahnarzt Maibauer bei ihr waren, ^hre Mutter habe den Herren die Geschichte von dem Knecht erzählt. Daraufhin habe Masloff seine Wahrnehmungen erzählt. Ihre Mutter habe sich darüber geärgert. Präs.: Weshalb ärgerte sich Ihre Mutter? — Angekl.: Sie sagte, Masloff hätte warten sollen, bis er gefragt werde. Präs.: Fanden Sie es nicht auffallend, daß der Knecht und Masloff dieselben Wahrnehmungen gemacht und sich trotzdem in der menschenleeren Straße nicht gesehen hüben? — Angekl.: Darüber habe ich nicht nachgedacht. Es werden hierauf die protokollarischen Aussagen der Angeklagten verlesen. Die Angeklagte bemerkt alsdann: Jedesmal, wenn sie an das Laken denke, komme es.ihr so vor, als ob der ermordete Winter hinter ihr stände. Frau Masloff bemerkt noch: Seit dem Winter- schen Morde habe sie sich in ihrer Wohnung gefürchtet, denn es habe von dieser Zeit ab bei ihr „gespukt". (Heiterkeit.) Der Präsident bemerkt den Angeklagten Bernhard Masloff und Frau Roß: Niemand im Hause und in der Nachbarschaft von Lewy, auch, nicht der neben wohnende Bäcker, der in der Nacht gebacken, habe das Mindeste an jenem Märzabend gehört. Beide Angeklagte erwidern aber, daß sie ihre Bekundungen vollständig aufrecht halten. Am 2. Verhandlungstag fand in dem Lewy- schen Hause sowie in den Straßen, auf die dieses hin ausgeht, ein Lokalaugcnscheintermin statt, zu dem die Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Geschworene, ferner die"Angeklagten und eine Anzahl Zeugen zugezogen waren. Die Straßen waren durch Militär mit aufgepflanztem Bajonett abgesperrt. Masloff mußte an den kritischen Stellen niederknien, dabei wurde bemerkt, daß auf dem Konitzer - Pflaster, wie Masloff angicbt' anderthalb Stunden zu liegen oder zu knien fast zu den Unmöglichkeiten gehört. Die eingehende Besichtigung dauerte beinahe zwei Stunden. Zeuge Bäckermeister Lange, der Pensionsvater des ermordeten Winter, berichstet über das Verschwinden des Winter und über die Auffindung der Leichenteile im Mönchsee. Ueber den Verkehr Winters kann er nur aussagen, daß der junge Mann mit Klabonn und Böck, sowie mit den Fräulein Hoffmann, Tuchler und Caspary verkehrt habe. Von einer Bekanntschaft Winters mit Moritz Lewy weiß er nichts. Der nächste Zeuge, Bauunternehmer Winter, der Vater des Ermordeten, bestätigt auf Befragen des Präsidenten, daß das aus dem Paket mit bem einen Leichenteil geflossene Wasser eine etwas rötliche Färbung gehabt hat. Was den Verkehr seines Sohnes anbelangt, so vermag er nur zu sagen, daß er Umgang mit Rahmel und Böck gehabt habe. Von einem Verkehr mit Moritz Lewy ist auch ihm nichts bekannt. Bekannt ist ihm, daß sein Sohn mit den Damen Caspary und Tuchler in Verkehr gestanden hat, worüber er ihm wiederholt Vorhaltungen gemacht hat. Prof. Paszotta, der Leiter des meteorologischien Observatoriums in Könitz, bekundet, daß in der Nacht vom 11. zum 12. März der Mond nicht in die Höfe der Häuser an der Danzigerstraße hineinscheinen konnte, wie Masloff behauptet hat. Verschiedene Zeugen berichten über die Auffindung der Winterschen Leichenteile. Oberlehrer Hofrichter, der frühere Führer der Konitzer Antisemiten, wird darüber befragt, warm er an dem Mordtage, an jenem Sonntage, den Winter gesehen habe. Hofrichter hat die Angaben gemacht, daß er den Winter an dem kritischen Tage in der Danzigerskraße, wie er glaubt, um halb sechs Uhr herum, gesehen hat. Wegen seines geröteten Gesichts hielt er ihn anfänglich für berauscht, doch habe Winter so höflich gegrüßt, daß Zeuge von seiner Annahme zurückgekommen sei. Verschiedene junge Damen aus Könitz haben dann noch zu berichten, wann und in wessen Gesellschaft sie Ernst Winter zum letzten Male begegneten. Kreisphysikus Müller resümiert sein medizinisches Gutachten dahin, daß der Tod Winters durch,Verblutung eingetreten sei, und zwar infolge eines Schnittes in den Hals. Höchstwahrscheinlich ist, wie der Sachverständige aussührt, ein starker Erstickunasversuch vorhergegangen, worauf auch die im Schlundkopf vorgefundenen Speisereste schließen lassen. Sachverständiger Mitt en zweig setzt die Todesstunde bis auf 7 Uhr an und nimmt als Todesursache Verblutung an. Sachverständiger Dr. Stürmer glaubt als Todesursache Verblutung und Erstickrlng annehmen zu dürfen. Fortsetzung folgt.________________ Vermischtes. * Wien, 27. Oktober. In einem hiesigen Hotel erschoß sich der Baron Brunicky in dem Augenblick, als ec von Polizei-Agenten verhaftet werden sollte. Gegen ihn war eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung erstattet worden. * Ueber eine Verschwörung gegen Walderfee berichtet die in New-OrleanS erscheinende Zeitung „TimeS-Democrat" wie folgt: „Mein Gott! Mein Gott! Das ist wirklich entsetzlich!" So rief ein wohlbeleibter Herr aus, indem er auf einen Trolleywagen an der Prytaniastraße von seiner Zeitung ausblickte. „Ich spreche vom Feldmarschall Grafen v. Waldersee", erklärte er einem neben ihm sitzenden Bekannten. „Der Graf verlebt tolle Tage im Orient! Seit drei Wochen futtert er sich nun schon langsam, aber sicher, nach Peking durch, und erst gestern erhielt er, als der Weg schon klar schien, einen Schlag in den Magen durch ein weiteres Bankett in Schanghai. Graf Waldersee ist einer der größten Gsurmets im europäischen militärischen Dienst", fuhr der Wohlbeleibte, sich schüttelnd, fort, „aber jede menschliche Natur hat ihre Grenze, und ich habe meine Zweifel, ob er das aushalten kann. Wie sein ganzer Weg blockiert ist, das sieht rein wie ein offenkundiger Fall von Verschwörung der Mächte auS. Sie konnten seiner Ernennung nicht wohl opponieren, sie möchten ihn aber auch nicht gern an Ort und Stelle haben, und so steckten sie die Köpfe zusammen und stellten den macchiavelliftischen „Job" auf, der eine Schande für die europäische Diplomatie bedeutet." — „Welchen „Job" meinen Sie?" unterbrach der Bekannte den Wohlbeleibten mit dem Ausdruck des Erstaunens. — „Nun, sie blockieren seinen Weg mit 25 Gänge-DinerS und locken ihn mit Luncheons in den Hinterhalt und flankieren ihn mit Champagnerfrühstücken. Von dem Augenblicke an, da er mit seinem kleinen neun- zimmerigen, transportablen Hause und seiner Eismaschine und anderem Gepäck eines einfachen alten Soldaten losgezogen ist, hat er sich enormen Blockaden von Essabilien gegenübergesehen. Sobald er eine Angriffslinie von Banketts geworfen hatte, fand er sich den Vorposten einer andern gegenüber. Seit Wochen enthalten die Zeitungen unter den Kabeldepeschen eine stehende Meldung ungefähr des Inhalts: „Feldmarschall Graf Waldersee ist heute morgen auf seinem Wege nach Peking hier eingetroffen. Er wurde mit eindrucksvollen Zeremonien empfangen und wird heute Abend bankettiert werden." Alles, was neu gedruckt werden mußte, war Datum und Ort. Mich wundert nur, daß der Graf es so lange hat aushalten können, denn es handelt sich dabei sicherlich um ein tiefangelegtes Komplott, und glauben Sie mir, die Franzosen sind die Urheber; sie sind eine Nation von Köchen und die geschworenen Feinde Deutschlands. Da sich der arme Mann nunmehr dem Schauplatz der Aktion nähert, so verdoppeln sie natürlich ihre Anstrengungen, und wenn er das Bankett in Shanghai überlebt, wird er sicherlich ein weiteres in Amoy und eine Kette von Kollationen den ganzen Weg bis zu den Taku-FortS entlang vorfinden. Wie das enden wird, weiß nur Gott allein, und ich freue mich unbändig als Amerikaner, daß unser Land nichts damit zu thun hat." — „Woher wiffen Sie denn, daß wir nichts damit zu thun haben?" fragte der Bekannte den Wohlbeleibten. — „Weil wir ihn mit Pie (eine Art Pastete) gefüttert haben würden," antwortete der Wohlbeleibte, „unb dann wäre er nicht weiter, als bis zum Suezkanal gekommen." In den EnHIungsjalra verlangt der Körper eine Kost, welche die Blutbildung erhöht und den Appetit gewissermassen ständig anregt, sodass man mit Lust und Liebe immer weiter essen möchte. Wo dies nicht der Fall ist, ist Blutarmut und Bleichsucht die Folge. Damm empfehlen tausende von Aerzten Hausens Kasseler Hafer-Kakao, weil ihn die junge Welt begierig trinkt. 7006 Eomsbsricht von €»nrad »letz, Bankgeschäft, Gießen, Johannesstraße 1, Ecke Neuenweg. (1 ToAksß vom 27./10.|20./10. «oor 27./10 e vom 1 «r 20./10.I £ I Ts«rss vom |27./10|20./10. la 1 1 Corn | 27./10 4 V0M I ■» I 2°/io.|Ä 1 | Gomrfe vom 27./1O 20 /10 11 Centff 00m 27./1O 1 20 /IO 6V» 8 »Vi 3 8V, 8i/e Ststtiwttl. D. Reichs-Aul. do...... Preuß EonsolS do...... Badische v. 86 Bayr.St.-Obl. 95.60 87.50 95.70 87 45 93”— 9430 85.85 94.10 85.85 92.70 92.10 3 4 <7, 5 <7, 4 5 Ung. Anl. . . do.Staatsrte. do. E.B.Gold v. 89 . . . . Arg. inn. Anl. do. üuß. v. 88 do. v. 1897 ChtnefischeAnl. 78.50 91.05 100.90 68.90 62.10 90— 98.10 98— 75.10 100.10 90*55 101.- 68*90 62— 90.— 4 37, 4 37, 4 37- 4 Pfälzische. . . Pfälzische. . . Dtsche. Eisenb. Südd. Braunschweig. Lds.-E.-B.IIE. do. IE. Allg.dt.Kleinb. 100.70 96.50 90.30 91.30 96.— 100.15 92.80 96 — 90.30 91 — 96.— 4 4 «7, 37, 4 4 Frkft. Hyp.- Creditverein do. Ser. 27 . do. Ser. 28, 30, 33 . . . do. Ser. 29 . Ldw.Cred.-Bk. Hambg. Hypbk. 98.50 99 30 91.60 91 60 98.70 98.50 99.30 91.60 91.60 98.70 Mitteldt. . . . Nationalbk. . . Oest. Ered.-Act. Wien. Banker. Kleyer Fahrrad 108— 129 9k 205 6C 116.60 150.50 108.8C 129.85 202 50 —— 151.50 Hörder Bergw. Kölner „ Mannst.-Fa^on Nordst. Bergw. Phönix „ NiebeckMontan Schalter Grub. Bochumer Guß 132.60 350— 220— 218.25 156.— 209.— 338.50 178 — 130— 347.— 218— 215.25 154— 207— 339— 173 90 3Vi 8Vi 8 B‘A 3*/2 a.Heff.Sr.-Obl. do...... do...... Württemberg. Bremen v. 1899 99.95 92.20 84.20 92*— 99.50 91.60 81.80 572 41/2 4 S7s ", n.1898 'Egypt. unific.. Egypt. priv. . 98— 75.50 105.10 100.— 4 4 4 Elisab.-B.strfr. Kaschau-Oderberger v. 91 Lombarden. . 97.50 97.20 37, 4 4 37, @ er.141—250 do. 46—190 Meining. Hyp. do. neue . . do. unk. 1907 98— 90 50 99— 99.50 91 — 98— 90.50 99— 99.50 91.— Henninger Brauerei. . Farbw. Höchst. Zementfabrik Karlstadt . . 132.— 361.50 109.50 130— 361.50 105.50 Gelsenk. Brgw. Harpen. Brgw. Ber. Königs- u. Laura . . . 184— 176.75 197.40 188— 175 75 195.— 3V1 5 4 5 hambg.v.1899 eueianwif»«. Griech.E.B.v. 1890 .... Griech.Monop. Italiener Rte. do...... Oest. Goldrte.. Oest.Silberrte. Oe t.Lokalbahn „ Galiz. Karl Ludw. ° Bahn in Silber . . Portug. Staat do...... Rum. am. Rte. 92.20 37.60 41.75 94.25 87.60 94.10 3 5 5 3 4 37s „ garant. Mexico v. 99 . do. Ser.I-III do. Silber. . Siäto-en Darmstädter . do...... Gießener (alte) do. v. 96 . . Mainzer . . . do...... Offenbacher. . Wormser . . . do...... Frankfurt a.M. Darmstadt . . Mannheimer . 97.40 41.90 25 80 91*— 97.20 41.40 25 6l 90.70 3 4 3 3 S 3 do...... Oest. StaatSb. bo. I-VHI . do. 0. 85 . . do. Grg.-Retz Prag-Dux 96 . Raab-Oedenb. (alte) . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar.G.B. Livorneser . . Sicll. v. 91 . ToScaner . . Ruff. Südost . do. Südwest 97*80 87.70 76*50 1 1 1 1 IS 1 § 1 f l*£ 4 4 4 87. 3V« Pomm. Hypbk. Preuß. Hypbk. VIII—XII do. neue . . . do. 1905 Rhein. Hypbk. unk. 1904 . 97 50 91 90 L91.9U 85— 90.60 97.50 96 60 93— 89.— 90.60 Bad. Anil.- u. Sodafabrik . Fabrik Griesh. Chem. Fabrik Albert.... Elektr. Boese. „ Anl. Köln 385— 243 50 159.— 123.50 69.50 380— 243— 156.10 120— 69.50 ttfoiHditi. Oest. Staatsb. do. Südbahn Gorihardbahn. Jura-Simplon Princ Henry . 140— 24.80 139.50 108.- 136.90 25 — 139— 107— 4 3 5 6 97*50 96.80 74— 100.30 35.75 23.55 85.35 58.20 96 80 96.10 85.25 23.80 87.60 37, 37. 4 87. 4 4 87, 3V. 31/2 4 1 I.SSS 1 1 1 1 1 | 1 «Oft 1 I 1 —0 I I 0» « sr I 1 1 0 0 CO eß co I I CO I co 1 | ® O O 1 1 CO 1 CO 1 1 ss*s’i *1 *1 *i ä*i 1 8 4 3 3 4 5 4 4 | I CO CO Cn 1 CO CI —1 J J ^4 CO \ CD QO O *1 I 'l *1 ’| V» 1 1 1 O c 1 0 Q O 70.- 68.20 97.90 67.- 60— 97— 93.95 94.80 87. 4 4 4 47, Westdeutsche Bodencredit in Cöln . . Ung. Lds.-Ctr. Aioerst. BuderuS . . . Eisenb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar 91.30 90— 97^50 94.50 91.30 90— 97*75 94.50 „Kontinent!. Nürnbg. . „ Helios. . , Lahmeyer „ Schuckert „ Siemens & Halske Filzfabr. Fulda Löhnbgr Mühle Faber LSchlei- cher..... MaschfGritzner Schnellpreffen Frankenthal . SchuhsabrOtto Herz & Co. . Siemens Glas Nordd. Lloyd . 98— 123.70 135.50 185.40 160.20 120— 75.- 94.50 125.85 136.50 188.90 159.50 120— 75.- 4 4 6 87, Northern Pac. Transvaal . lieft in Procrnlen. Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau - Regul. Cöln-Mnden. 74.20 164 60 126*— 131.— 73.70 157 75 189— 131— 4 Rumän.v.1890 Ruffen o. 80 . 72.50 98.60 72.80 4 4 Münchener . . Nürnberger. . 100.45 100.05 99J5 4 4 Dasan«Urals! Wladikawkas. 1 1 ■ 1 II 94 90 94.90 luh'lftiti. 165.— 166,— 177.— 141.50 137— 111.90 168.— 166.— 177.50 141.— 232.50 108.50 3 4 Madrider. . . Mein. Th. 100 1 1 1 1 128*30 31/2 4 »Vs 3*/8 Ruffen Gold« Anl...... Ruff. Staats- Rte., Rubel . Schweden n. 80 Schwei-. . . . 1 III I l'S I* 92— 95.50 4 4 4 4 4 47, Pforzheim . . Wiesbaden . . Babenhausen . Liffaboner . . Rom n—vni Buenos - Aires 100.45 98.30 67.90 95.40 100.50 98.10 67.20 95.10 5 3 4 Anatolier. . . Salon.-Mon. . -flwdßrtrfe. Gothaer unkb. 1903 .... 97.40 54.50 97.60 97.10 54.40 99.— Dtsch.Reichsbk. Berliner Hand. Darmstädt. Bk. Deutsche Bk. . Dt. Genoffbk.. Dtsct. - Comm. 148— 144.90 132.60 189— 107.75 172.90 147.35 148.50 130 20 185.80 105.90 171.— 5 3 27, 8 Oesterr.v.1860 Oldenb.Th.40 Raab-Grazer . Türk. fts. 400 per Stück in Rk. Ansbacher fl. 7 133.70 123.50 107— 39.15 131.80 98 95 106— 38.90 3 4 Serben v. 95 . 6050 58*— 4 StaLeotzriAil. S.-Braunf.. . —.—< 4 Grundschbk. Ser. V—VI 91.— 98.- Dresdener . . Franks. Bank . 143.50 180.— 141.40 180.- Bliesenbach Bergw. . . . 135.10 185.50 Augsburg, fl.7 Brschw.Thlr20 24.60 24,50 130.90 4 5 Spanier . . . Türk.Zoll-Obl. 1 1 *1 *1 100.70 87. 87, do...... do. Lich . . . :i 1 :*i *1 1 1 1 f: 4 87, do. i-n do. uni. 1906 91 — 88 50 93— 89.50 D.Eff. u. Wechselbank . . . 115.30 115.30 Concordia Bergw. . . . 200.— 255.— Freiburg, fs.10 Mailand, fs.10 24— 15.40 15— 1 1 1 bo.fone.LitB. be.conoJjit.C. do. LiLD. 46.80 25.35 46.80 22.20 87, Nsnbg.-Vierst. Sftil.'lriniL »•utKDt. 88.50 89.— 4 87, Frkft. Hypbk. XIV..... bo-xn-xiii 99.— 91.80 98.95 91 80 Pfälzische Bank Schaffhsr. „ Bank f. Süd- 132— 128- 181.70 127.60 Dortm. Union GschwlrBergw. Donnersmark- 86 80 214.25 88.50 210.— Meininger fl. 7 Pappenh. fl. 7 BenedtgerL. 80 23.80 28*70 24— 23.50 28.60 4 Ung. Goldrte.. 96.10 95.55 47s Homburger . . —.— 87» do. XV. . . 92.— 92.- deutschland . 102.— 101.50 Hütte..... 219.50 217.75 Städtischer Arbeitsnachweis Gieße« Gartenkrähe #. Augetzot -er Arbeitnehmer: 1 8or^r, 1 Sadierer, 1 6«!^, }JBüreau« diener, i Hausbursche, 1 Mechanikerlehrling, 2 Waschfrauen, 1 Schrerbgehllfe, 1 >t.ag- löhner, 1 Fuhrknecht. , o _ Nachfrage der Arbeitgeber: 4 Rodarbeiter, 1 Schuhmacher, 8 Bauschreiner, 1 Hausbursche, 1 jüngerer Arbeiter, 1 Dienstmädchen. Lehrttnger 2 Bäder, i Drechsler, 1 Friseur, 1 Glaser, 1 Kupferschmied, 1 Sattler, 2 Schneider, 2 Schreiner, 3 Schuhmacher, 1 Wagner. Bekanntmachung. Das Grundstück Flur XXVIII, Nr. 163, Gemarkung Gießen, am Erdkauterweg, soll, in 21 ea. 800 Quadratmeter große Lose eingekeilt, an Ort und Stelle auf die Dauer von 4 I ihren Samstag den 3. Wovember, nachmittags 4Vr Mr, öffentlich verpachtet werden. Zusammenkunft am Erdkauterweg, nach« mittags 4 Uhr. Für Bewohner deS SchiffenbergerwegS, des Riegelpfades und der Liebigstraße rc. würde ftch das Gelände wegen seiner Lage gut zur Bewirtschaftung empfehlen. Gießen, den 24. Oktober 1900. 7098 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolfs. 7002 R i 11 Pt R in der Musikalienhandlung Ernst Challler (Rudolph’s Nachf.) und an der Abendkasse: Loge Mk. 4.—, Sperrsitz Mk. 3.50 (letzte Reihen Mk. 2.25), Studentenkarten Mk. 1.—, Schülerkarten Mk. 0.40 Gallerte Mk. 0.60. Für Mitglieder nur im Vorverkauf (bei weiterem Bedarf): Loge Mk. 3.d0, Sperrsitz Mk. 3.—, resp. Mk. 2.—. Nach Schluss des Theaters Omnibusverbindung nach verschiedenen Richtungen. Theater-Verein. Erste Vorstellung: Donnerstag den 1. November, 8 Uhr pünktlich. Cyprienne. Lustspiel in 3 Akten von Sardou und Najac. Jephta’s Tochter. 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