ersweq »■83. ad ’ Lager ln rter Geschirre ’accasilber ihilfe6,14 W Meldung ndreher nßfuit 5716 Mincnfabri! iteHunfl. 5684 haffstaedt. garren- machen de BestäsliMy. Sc S-vü-er. wt It|. titrf Sartm. rib^ansiraota MorSrast ff M MiM Mju Rinbetn ' fofort ^ud)t. RattUMä 18- mge Leute ein it 8u erfragen S, im Laden kigeS WtoWw \X. WS alle haui. [beit versieht und ben 15. September ■ofefiot Kalthtt, 1 " 5827 Später ein älteret, !ia für M. SS Lohu. e^ormHjH1 »-«mid'mm 6tt>nfiWk_ Sehen T 5665 J. #««# I*. w * MH? 3 «“'S»#*' Donnerstag den 30 August N^ 202 Zweites Blatt lt>OO Gießener Anzeiger »ilwrrr x. E»UN« Keneral-An^eiger Amts« und Anzeigeblutt für den Kreis Giefzen H« lejeige« zu Vx n»ch»ttt«gA Mr We MDMA« ®ej «icheinmde« 9himewc Mt Htm. M Uhr. >U Wefrewc JliRtthtHittei 10c Nnzeigca-vermittlungSftellea bei In- uni Äuilei*» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tatgegm, Zeilenpreri: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. SSnuflsptcij vierlrlzohxl. i.i i,» monatiidj 75 Ptg. mit tinngeilobn; durch die «bholrftrfle» ■icrttljaljvl. Mk l.Sf monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 oieru')ü|«L mit veflkllgell MMh, «Wckwin uni BmMewi: ». 7. Gratisdeitazr«: Gießener Familiercklätter, Der heWhe Kandwirt, Kätter für hessische Volkskunde. Mbtefh für Depeschen: Anzelger chtstzn». Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Feil. Bekanntmachung. Nachstehend bringen wir den in Uebereinstimmung mit Großh. Bürgermeisterei Gießen auf Grund des § 76 der Gewerbeordnung neu ausgestellten Taris für daS Droschken« fuhrwesen in der Provinzialhauptstadt Gießen zur öffentlichen Kenntnisnahme. Die neuen Taxen treten sofort in Kraft. Gießen, den 28. August 1900. Gooßherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Tarif für das VroschLeifn-rwesen in der ^r-rinziatsanpLstadt Hießen. Vom 1. Mai bis 30. September von morgens 6i/3 Uhr bis abends 9 Uhr. Bom 1. Oktober bis 30. April von morgens 7V8 Uhr bis abends 81/, Uhr. Für Fahrten vor und „ach diesen Stunden doppelte Taxe. I. Zeitfahrteu. | Stunden. || Einspänner Zweispänner. Personen 1-2 3—4 1-2 3-4 JC 4 JC 4 JC X 4 */• 60 — 80 80 1 7, — 90 1 20 1 20 1 50 *1» 1 20 1 60 1 60 2 — 1 1 50 2 — 2 — 2 50 Für jede weitere angefangene 1/i Stunde: Einspänner: 1—2 Personen 0,30 Mk., 2—4 „ 0,40 „ Zweispänner: 1—2 „ 0,40 „ 2-4 „ 0,50 ff II. Streckensahrten. 1. Jede direkte Fahrt zwischen zwei Punkten innerhalb der engeren und weiteren Stadt einschließlich von und nach dem Bahnhofe mit Ausnahme der unten ausgesührten Orte: Einspänner Zweis pänner Personen 1-2 4 60 4 90 3-4 JC 4 1 । 20 2. Direkte Fahrt von einem Punkte der engeren oder weiteren Stadt, bezw. vom Bahnhof Einspänner. Zweispänner. nach Äbmdstern .... Badevburg .... Forstgarten . . . (Sermania .... Gleiberg...... „ (Seemühle) Heuchelheim . . . Klein'Ltndm . . . Krofdorf .... Neue Kaserne . . . LtebigShöhe . . . Philosophenwald (L«ib Schiffenberg . . . Staufenberg . . . Textor'sche Hardt . WellerSburg . . . Wtodhof .... Wteseck..... 1-2 JC 1 3 1 3 2 1 1 3 1 1 3 4 1 1 1 1 4 80 50 80 20 30 50 50 80 20 30 50 20 50 50 50 Personen 3—4 | 1-2 3—4 JC 4 JC 4 JC 4 2 30 2 30 2 80 3 50 4 — 5 — 2 — 2 — 2 50 1 20 1 — 1 50 3 50 4 50 5 _ 2 50 3 — 3 50 2 — 2 — 2 50 2 — 2 — 2 50 3 50 4 5 1 20 1 1 50 1 50 1 50 2 - 1 70 1 70 2 20 3 50 4 — 5 — 5 50 6 — 7 — 1 50 1 50 2 2 — 2 2 50 2 — 2 — 2 50 2 - 2 — 2 50 Nach Zurücklegen einer sub pos. II. 1 des Tarifs angeführten Fahrt muß der Kutscher auf Verlangen fünf Minuten unentgeltlich warten. Tin Kind unter 10 Jahren wird, wenn es mit einem Erwachsenen fährt, frei mitgenommen; für je zwei Kinder ommt die Taxe eines Erwachsenen in Anrechnung. Washington, 29. August. Die Meldung, Li-Hang' Tschang werde als Gefangener zurückgehalten, wird als veraltet betrachtet, da man seit dem 19. ds. nichtmehr von Li-Hung Tschang gehört hat und man annimmt, daß er sich in der Umgebung von Shanghai aufhält. Washington, 29. August. Das erste Kavallerie-Regiment, daS sich auf dem Wege nach China befand und in Lobe eingetroffen war, hat den Befehl erhalten, sich nach Manila zu begeben. — Der General Chaffee meldet dem KriegS- minifierium, daß er von den feit dem 14. August an ihn abgesandten Depeschen keine erhalten hat. Hongkong, 29. August. Die zweite Division des ersten deutschen Geschwaders ist gestern früh 8 Uhr hier eingetrofsen. Die Reise ist gut von statten gegangen. An Bord ist alles wohl. Die Division bleibt bis Ende der Woche in Hongkong und dürfte am Samstag nach Wusung gehen. DaS Kanonenboot „Tiger" ist vorgestern eingetroffen. Die „Hertha" liegt im Hafen zum Docken. Sie fand die Küstenplätze überall durchaus ruhig. — DaS französische Kanonenboot „Comete" ist von Swatau eingetroffen. Die Offiziere berichteten, daß in Swatau alles ruhig gewesen sei, als sie abreisten. — Unaufgeklärte Bewegungen chinesischer Truppen werden aus Wutsch au gemeldet. Einige Abteilungen werden offenbar in die Stadt eiurücken. Das englische Kriegsschiff „Isis" ist von Amoy nach Taku, „Chartage" nach Weihaiwei abgegangen. Der Krieg in Südafrika. Mit dem Gefecht am Sonntag bei Belfast hat ein neuer Abschnitt des südafrikanischen Krieges begonnen, der mehr zu werden droht als eine kurze Episode, denn die Buren haben jetzt wieder einen Bundesgenossen, der sie allein befähigt, den englischen Heeresmassen erfolgreich die Spitze zu bieten, und der ihrer seit alters gepflegten Kampfesweise vollen Spielraum läßt. Der Verlaus des Gefechtes am Sonntag, den 26. August, das die Buren das von Machadodorp, die Engländer das von Belfast nennen werden, war nach dem Berichte Roberts folgender. Im Süden der englischen Gefechtslinie, südöstlich von Dalmanutha, bei Leeuwkloof stand Buller mit der Division Lyttleton nebst 2 Kavalleriebrigaden. Nördlich von ihm, ztvischen Belfast und Dalmanutha, operierte French, bis er den Auftrag erhielt, westlich von Belfast hinter der Gefechtslinie nach Nord westen vorzugehen. Diese Operation war offenbar als Flankenumgehung geplant. French kam bis Lakenvlei an der Straße Belfast-Lydenburg. Nun ging Pole-Carew mit der Garde-Brigade im Zentrum von Belfast aus vor. Aber der Kampf blieb auf allen Teilen des Schlachtfeldes ohne Erfolg. Roberts sucht fkfy diese Thatsache einmal dadurch zu erklären, daß die Buren bedeutend zahlreicher sind, als er erwartet hatte, und vermutlich durch Zuzug von Norden und Osten verstärkt sind, ferner durch die gute Aufstellung und treffliche Verwendung von schweren Geschützen, die ein Feuer aus weiten Entfernungen gestatten, und durch die große Anzahl der sonstigen Artillerie. Man hat vier Posinonsgeschütze, darunter den von Ladysmith her wohlbekannten langen Tom festgestellt. Die englische Verlustliste ist offenbar noch nicht vollständig. Seine ersten Verlust angaben ergänzt Roberts in seinem neuesten Berichte dahin, daß er 5 Tote und 58 Verwundete gehabt habe. Im wesentlichen war der Kampf ein Artilleriegefecht, und zwar auf große Entfernungen, so daß die Verluste nicht übermäßig gewesen sein werden; immerhin ist es -koch zu früh, schon jetzt abschließend zu urteilen. Wie heftig der Kampf war, geht daraus hervor/daß bis in die Dunkelheit hinein gefeuert wurde, und daß Bullers Truppen, wie Roberts nachträglich berichtet, nach Einbruch der Dunkelheit da lagerten, wo sie sich gerade befanden. Ein Bericht des Standard aus Belfast vom 26. ds. entwirft folgendes Bild von dem Gefechte: „General French ging gegen einen Höhenzug im Nordwesten vor und stieß auf geringen Widerstand. Stephensons (18.) Brigade (L0P, Pole-Carews (11.) Division) steht auf einem hohen Gelände im Osten. Die Garden wurden vorgeschickt, üm die Bildung einer Lchsachtlinie jenseits des Monuments Hill vorzubereiten. Oberst Henrys berittene Infanterie plänkelte norb* wärts in der Richtung, in der French operierte. Der Feino' eröffnete dann plötzlich ein konzentriertes Feuer aus starken Verteidigungsstellen im Osten. Unsere Marinegeschütze erwiderten, und es entwickelte sich eine starke Kanonade. Die Buren behaupteten ihre Stellungen bis zum Eintritt der Dunkelheit". Eine spätere Depesche desselben Bericht-Er- statters meldet: „Der Feind ist zurückgewichen, der allgemeine Vormarsch unserer Truppen ist in der Richtung auf Machadodorp im Gange. Gelegentlich wird hier noch gefeuert". Diese Meldung hat indessen Roberts neuester Bericht nicht bestätigt. „ Lord Roberts telegraphiert dann weiter aus Belfast Muß eine Droschke vor Beginn der Fahrt und ohne vorgängige Bestellung eine Strecke Weges zurücklegen, so erhöhen sich die Sätze unter pos. I. und II. 1. des Tarifs um 0,20 Mk. III. Gepäck und Hunde. Für jedes Gepäckstück über 12V2 Kilo und jeden Hund = 0,20 Mk. Handgepäck (Handkoffer, Reisetasche, Hutschachtel) wird frei mitgenommen. Gießen, 28. August 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. H echler. Die Wirren in China. Einer unverbürgten Meldung des Pariser „Siecle" zufolge, hätten die Verbündeten, namentlich die Russen innerhalb Pekin gs eine Schlappe erlitten, und wären genötigt gewesen, fid), unter dem Feuer der Chinesen mit großen Verlusten, 1700 Mann, zurückzuziehen. Auf der russischen Botschaft in Paris weiß man von einem solchen Gefechte gar nichts, und es ist anzunehmen, daß die Nachricht dem Hirn eines sensationslüsternen Pariser Journalisten entsprungen ist. — Ein Shanghaier Telegramm an den „New-Iork Herald" berichtet: Der dortige Mandarin habe ein Telegramm aus Taotiefu empfangen, demzufolge die verbündeten Streitkräfte den Distrikt westlich von Peking eingenommen haben. Trotz der Meldung des französischen Konsuls aus Shanghai, nach der die Kaiserin-Witwe, der Kaiser und Prinz Tu an sich in der Provinz Schonst aufhalten sollen, befindet sich die Kaiserin mit dem Prinzen Tuan nach den an Berliner amtlicher Stelle vorliegenden Nachrichten auf der Flucht nach Sinanfu. Alle anderen Lesarten sind demnach deutscherseits unbestätigt. Der „New York Herald" berichtet aus Shanghai, Li- Hung-Tschang habe die Kaiserin-Witwe ersucht, die Boxer zu entwaffnen und den Prinzen Tuan zu verhaftens, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen. —. Der französische Admiral Eouvrejolles berichtet aus Tientsin via Shanghai: Zwei französische Transportschiffe mit je einem Bataillon französischer Truppen an Bord sind in Taku eingetroffen. Die Admirale beschlossen in einer Konferenz, Li-Hung-Tschang solange gefangen zu halten, bis die diplomatischen Vertreter der Großmächte sich bereit erklärt hätten, mit China Verhandlungen auf» zunehmen. Aus Paris wird gemeldet: Generalkonsul Francois^ der in Marseille eingetroffen ist, sprach sich Berichterstattern gegenüber über die chinesischen Angelegenheiten aus. Der Boxer-Aufstand ist nach ihm das Werk des Prinzen Tuan, der mehr aus Ehrgeiz als aus Fremdenhaß handle. Die Unruhen waren von langer Hand vorbereitet. Francois und der.Gesandte Pichon sahen sie seit einem Jahre voraus, dock) wurden ihre Warnungen nicht gehört. Um die Bezahlung der bedeutenden Entschädigungen, die China für den von den Gesandten erlittenen Schaden zu leisten hat, zu sichern, beabsichtigt die amerikanische Regierung, den .Mächten den Vorschlag zu machen, sich der chinesischen Zölle zu bemächtigen und deren Verwaltung einer internationalen Kommission anzuvertrauen. Wie weiter aus Washington gemeldet wird, dementiert die amerikanische Regierung die Gerüchte, daß sie oder eine andere Macht eine Konferenz zur Ordnung der Dinge in China angeregt habe. Für das deutsches st asiatische Expedition s- Korps, dessen Transport nach China Anfang September erfolgt, ist im Döberitzer Lager eine kriegsstarke Kompagnie Jäger formiert worden. Die Jäger werden zur Zeit mit dem neuen Gewehr vertraut gemacht. Am 7. September erfolgt ihre Einschiffung in Bremerhaven. Dem russischen Regierungsboten zufolge wurde die Formierung von acht Mitrailleusen-Batterien anbefohlen, die für die vier sibirischen Armee-Korps bestimmt sind. Zur Ergänzung der mobilisierten Abteilung des Kosakenheeres ist eine Kosaken-Schwadron und eine Infanterie-Kompagnie formiert worden. Telegrarmue de- Gießerrer Anzeigers. London, 29. August. „Daily Mail" meldet aus Rom: Der italienische Gesandte in Peking meldet die Rückkehr der italienischen Truppen nach Peking, die an der Verfolgung der Kaiserin-Witwe teilgenommen haben. Loudo«, 29. August. „Morning Leader" meldet aus Washington: General Corbin, Unterstaatssekretär im Kriegsdepartement, dementiert die Nachricht des „Siöcle" über eine Niederlage der Verbündeten in Peking. Paris, 29. August. Der Marineminister hat den fran- zofischen Admiral Courrejolles um eine Liste gebeten, um den Offizieren und Soldaten, die sich in China besonders hervorgethan haben, OrdenSauSzeichnungeu zu verlecheu. Ausland forderliche gesetzliche Grundlage ersetzen. Der Reichskanzler und der KriegSminister tragen die Verantwortlichkeit dafür, daß in dieser Beziehung nicht Zweifel und Unklarheiten entstehen, wie solche vor einem Menschenalter zu erbitterten parlamentarischen Kämpfen geführt habe». Deutsches Reich. Berlin, 28. August. Heute fand in der SiegeS-Allee I die Enthüllung der drei neuen Denkmalsgruppen der Kurfürsten Friedrich I., Albrecht Achilles und Joachim I. I im Beisein des Kaiserpaares, deS Kronprinzen und der Spitzen der Behörden, der hier anwesenden Minister und I hoher Militärs statt. Zur Feier waren auch die noch lebenden Nachkommen der Nebenfiguren der Standbilder geladen. Nachdem der Kaiser das Zeichen zur Enthüllung gegeben, fielen die die Standbilder umspannenden Tücher. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten hierauf die Denk- I mäler eingehend und sprachen wiederholt ihre Anerkennung I über die Ausführung derselben aus. Den Schöpfern der I Gruppen überreichte der Kaiser mit huldvollen Worten I Ordensauszeichnungen, und zwar dem Pros. Manzel den I Rothen Adlerorden 4. Kl. mit der Krone, dem Prof. Lessing den Kronenorden 3. Kl. und dem Bildhauer Gretz den Rothen Adlerordeu 4. Kl. Ein zahlreiches Publikum hatte sich in der Siegesallee eingesunden und begrüßte das Kaiser- I paar bei seiner Ankunft und Abfahrt lebhaft. Nach der Em- | weihungsseier besuchte das Kaiserpaar die Ateliers der I Professoren BegaS, Breuer und Lessing. — Die gemeldete Teilnahme Kaiser Wilhelms und König Alberts an der aus den 18. Oktober anberaumten Grundsteinlegung deS V ö l k e r s ch l a ch t d e n k m a l s in Leipzig findet nach nunmehr endgiltigen Bestimmungen nicht statt. Beide Fürstlichkeiten werden sich durch Prinzen ihrer Hauser vertreten lassen. . — Am Abend des 1. September wird anläßlich der großen Herbst-Parade ein großer Zapfenstreich vor dem königlichen Schlosse stattfinden. Das Kaiser paar wird mit I seinen fürstlichen Gästen, die zur Parade hier emtreffen, ihr vom Rittersaale des königlichen Schlosses aus beiwohnen. __ Eine Summe von 11 300 Mk. hat der Kaiser aus seinem Dispositionsfonds der Stadtgemeinde zu Marienburg zur Bestreitung der Kosten für den Ausbau des dortigen Rathausturmes überweisen lassen. — Staatsminister v. Bülow stattete heute nachmittag dem russischen Botschafter v. Osten-Sacken einen längeren Besuch ab. . __ v. Usedom, Kapitän zur See, Kommandant des großen Kreuzers „Hertha- ist unter Enthebung von letzterer Stellung dem Oberbefehlshaber über die verbündeten Truppen in Ostasien zugeteilt, Derzewski, Fregatten- I kapitän von der Marinestation der Ostsee ist zum Kommandanten der „Hertha- ernannt worden. — Bon dem preußischen Minister der öffentlichen Ar- beiten und dem Chef des Reichsamts für die Verwaltung I der Reichs-Eisenbahnen ist folgendes Rundschreiben er- Wir erwähnten vor einiger Zeit, daß die Wahl des Direktors des statistischen Amtes der Stadt Königsberg i. Pr. Dr. Dutlo zum besoldeten Stadtrat von Königsberg die Bestätigung des preußischen Ministers des Innern Frhrn. v. Rheinbaben nicht gesunden hat. Seitdem Gras Wilhelm Bismarck, der zweite Sohn des Alt- | reichskanzlers, Oberpräsident der Provinz Ostpreußen ist, bestehen dort sehr scharfe gesellschaftliche Gegensätze und es ist anzunehmen, daß auch die Nichtbestätigung des freisinnigen Dr. Dullo auf den Einfluß des Grasen Bismarck zurückzuführen ist. Es ist nun bemerkenswert, was die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." und die konservative „Kreuz- ztg." zum Falle Dullo, der in der gesamten preußischen Presse seit Wochen lebhaft erörtert wird, sagen. Das offiziöse Blatt der preußischen Regierung schreibt: „Der Minister des Innern hat den in der Frage der Bestätigung zum besoldeten Stadtrat von Königsberg gewählten Dr. Dullo lediglich die in erster Instanz durch den Regierungspräsidenten mit der Zustimmung des Bezirks- Ausschusses getroffenen Entscheidung aufrecht erhalten. Daß für diese Entscheidung die Zugehörigkeit Düllos zur freisinnigen, Volkspartei nicht maßgebend war, geht daraus hervor, daß in zahlreichen anderen Fällen der freisinnigen Volkspartei angehörende Magistratsbeamte anstandslos bestätigt wurden, insbesondere daß in Königsberg Stadträte, die der freisinnigen Volkspartei angehören, bestätigt wurden . Maßgebend für die Nichtbestätigung Düllos war die weit über den Rahmen sachlicher Kritik hinausgehende Form, worin er jahrelang agitatorisch gegen die Regierung und die höchste staatliche Autorität aufgetreten sei. Düllos aufreizende Agitation trug überdies wesentlich zur Verschärfung der politischen Gegensätze innerhalb der Bürgerschaft von Königsberg bei. Ohne Zweifel ist ein so leidenschaftlicher Parteimann für ein obrigkeitliches Amt ungeeignet. Der Minister des Innern sah von einem disziplinarischen Einschreiten ab, indem er erwartete, daß ein Hinweis auf die Dienstpflichten Dullo veranlassen würde, die sich aus den Anforderungen seiner amtlichen hört wurde und deren Richtigkeit im wesentlichen anerkannte. Dullo, wie er beantragt hatte, eine Abschrift der Verfügung pes Ministers des Innern zu erteilen, lag reu Anlaß vor, weil die Verfügung nicht an Dullo, sondern an den Regierungspräsidenten gerichtet war und diesem eine Anweisung erteilt wurde, in deren Ausführung seine Unterredung mit Dullo stattfand." ä Es wird hier cklso von dem Regierungsblatte zugegeben, daß Dr. Düllos freisinnige Bethätigung der Amaß feiner Nichtbestätigung ist. — Dazu schreibt "un die Kreuzzi^ : „Sicherlich wird das Abgeordnetenh aus, wenn es die liberale Partei durchaus will, sich einer Besprechung des Falles Dullo nicht entziehen. .Aber selbst die große Mehr zahl derjenigen, die sich über die Art seiner Erledigung beschwert fühlen, wird gegen die Staatsregierung im Ernste höchstens den Vorwurf erheben können, daß sie tn einem Einzelfalle von den ihr durch die Gesetze gegebenen Befugnissen nicht den passenden Gebrauch ge- "^Tanach wird Frhr. v. Rheinbaben nicht auf die Unterstützung der Konservativen rechnen dürfen. London, 28. August. Der Washingtoner Korrespondent der „Morning-Post- meldet seinem Blatte unter dem gestrigen Tage, er erfahre, daß die russische Regierung bereits bei amerikanischen Geldleuten sich unter der Hand erkundigt habe, ob die Aufnahme einer schwebenden Kriegsanleihe in New-Jork angängig sei. Amsterdam, 28. August. Von einer zahlreichen Menge lebhaft begrüßt und durch den Delegierten der Königin Generalleutnant Gras du Monceau und asle im Haag anwesenden Minister und Hofbeamten und den Bürgermeister feierlich empfangen, ist der Schah heute nachmittag hier angekommen. Nach Ankunft des Zuges wurden 33 Kanonenschüsse gelöst. Als der Schah vor dem Palais vorsuhr, blies ein Trompeterkorps die persische Nationalhymne. Paris, 28. August. Die „Libre Parole- fällt heute mit Heftigkeit über den russischen Finanzminister Witte her. Er sei nach Paris gekommen, um 500 Millionen zu holen, die sein Vertrauensmann Bankdirektor Rothstein in Amerika nicht erlangen konnte. Die halbe Milliarde sei der Preis des Zarenbesuchs, der nicht erfolgen würde, wenn Frankreich nicht dafür bezahlte. Rußland treibe dem Bankbruch entgegen, weil es sich finanziell übernommen habe. Witte sei ganz in den Händen Rothschilds. - Die Untersuchung über das Attentat auf den Schah ist abgeschlossen. Saison । wurde als durchaus zurechnungssähig befunden. Er selber weigerte sich, geminderte Zurechnungssähigkeit als mildernden Umstand anzunehmen. Der Rapport des Untersuchungsrichters nimmt Vorbedacht und die Möglichkeit des Attentats trotz der ungenügenden Waffe an, dagegen läßt er die Anklage gegen den angeblichen Mitschuldigen Valette fallen. Wien, 28. August. Wie von bestinsormierter Sette gemeldet wird, reist der Zar via Berlin, wo eine Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser stattfindet, nach Paris zur Weltausstellung und von dort nach Wien und Bukarest, um den beiden Höfen einen Besuch ab- I zustatten. Der Tag der Reise ist noch geheim. I — Der König und die Königin von Rumänien I sind hier eingetroffen und empfingen heute nachmittag den Besuch des Grafen Goluchowski und des Generalstabschefs I Beck. Die Königin reifte am Abend nach Neuwied. Budapest, 28. August. Der Senat der Universität yar I die Bildung einer radikalen Studentenpartei u nUt= sagt. Die Mitglieder der Partei wurden für das nächste Semester von allen Begünstigungen ausgeschlossen und drei I Führer wurden für zwei Semester relegiert. Die Be- I treffenden appellierten an den UnterrichtSmmister. Man I glaubt, daß der Minister die Strafen aufheben oder I wenigstens mildern wird. — Aufsehen erregt, daß eme von I der Volkspartei patronisierte, von rumänischen Agitatoren I verkündigte griechisch-katholische Christenfeier, I für die der Papst seine besondere Erlaubnis erteilte, von I der Regierung verboten wurde. Pola, 28. August. Die Polizei verhaftete den aus Rom gebürtigen Anarchisten Friedrich Projertti. Sofia, 28. August. Infolge ernster Difs-r-nz-n nut I dem Minister des Innern RadoSlawow beabsichtigt der KriegSminister Paprikow zu bemifflontcrcn. Konstantinopel, 28. August. Bemerkt wurde, daß der deutsche Botschafter Baron v. Marschall schon peftetn, also noch ehe -r nach seiner Rückkehr vom Urlaub 'n offr zieller Audienz empfangen wurde, vom SuUan zum Diner geladen wurde. Die Einladung wird mitbm I Wunsche deS Sultans, den Bau der Bagdadbahn zu beschleunigen, andererseits auch mit der^ eventuellerl Ent- - s-ndung einer deutschen Sp-z-almission zum Jub,. läum des Sultans in Zusammenhang gebracht. $ § „Nachdem durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre vom 9. Juli d. Js. bestimmt worden ist, daß sich das Ostasiatische Expedxtxons- korv s vom 16. Juli d. Js. ab im Feldverhältms befindet, haben von dem letztgenannten Tage ab die für den Kriegsfall zugunsten der freiwilligen Krankenpflege getroffenen Bestimmungen des M11 x t d r t a r i f 8 — (Fahrpreisermäßigung bezw Frachtfrexhext) — Anwendung zu finden. ZuvÄ gezahlte Fahrgelder und Frachten find Suruckzuerstatten. Die Beförderung der Sendungen für dxe Zwecke der frckwxllxgen Kranken. I pflege ist thunlichst zu beschleunigen und sowext angängxg, auf den Antrag der Absender auch mit Personenzügen zu bewirken. Dw Herren I Eisenbahnkommissare werden ersucht, dxe Verwaltungen der ihrer Aus. I sicht unterstellten Privateisenbahnen entsprechend zu verständxgen. I — Der „Reichsanzeiger- veröffentlicht die Verordnung I zur Ausführung des Reichsgesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung, vom 30. Ium 1900. — ES wird gemeldet, daß der Plan bestehe, em I Pantheon in Berlin zn erbauen, in dem nach ihrem Tode Deutschlands große Männer beigesetzt werden sollen. Als Platz für diese künftige Ruhmes- und Ruhestätte sei die Umgebung des königlichen ! Schlosses gedacht. Die Kreise, denen der Gedanke entstammt und die ihn auszuführen hoffen, veranschlagen die Kosten für das Terrain, auf dem das Pantheon erbaut werden soll, aus 20 Millionen, die durch eme Lotterie aufgebracht werden sollen. — Die „Nationalzeitung- erörtert bie Frage, ob etwa | die in Ostasien stehenden Regimenter als dauernde I Truppenkörper gedacht find, vielleicht als Kolonial- I armee. Sie folgert das aus der Thatsache, daß an Stelle I der in die ostasiatische Formation eingetretenen Offiziere I in deren heimischen Truppenteilen andere Offiziere ernannt I oder vorgerückt sind. Dann aber auch aus der schon früher I beabsichtigten, wieder aufgeschobenen, nun nber^erfolgenden I Verleihung von Fahnen an die ostasiatischen Truppen- teile Auf jeden Fall könne die Bildung von Kolomal- truppen oder die dauernde Formation der m Ostasien stehenden Truppenteile nicht ohne Gesetz erfolgen. Das Blatt schließt: In keinem Falle kann die Verleihung von | Feldzeichen die für eine Vermehrung der Truppenteile er* Stellung ergebenden Grenzen innezuhalten. Der Regierungspräsident hat daher, wie gegenüber den in der Presse verbreiteten gegenteiligen Mitteilungen festzustellen ist, im Auftrage des Ministers Dullo die thatsächlichen Vorkommnisse niitgeteilt, worin eine Verfehlung gegen die Pflichten eines mittelbaren Staatsbeamten zu erblicken ist Besonders ist dabei hervorzuheben, daß Dullo über eine Reihe dieser Vorkommnisse bereits früher amtlich ge- Aus Stadt und Land. Sichen, 29. August 1900. ** Personalnachrichten. Der Kreisassistenzarzt Dr med Adolf Schwan zu Gedern wurde zum Kreis MfiftSrftbei dem Kreisgesundheitsamt Darmstadt und her Dr. med. Georg Langer mann in LamvÄheA zum Kreisassistenzarzt bei den Kreisgesund- lwtts^rntern Schotten und Büdingen nut dem Amtssitze in Gedern, beide mit Wirkung vom 1. September l. treue Arbeit. Nachdem seit dem >zahre 1896 das Großherzogtum Hessen, dem Beispiele einig anderer deutschen Staaten folgend, die P?vgung leihung einer die langjährige treue Arbeit ehrenden M e daille inauguriert hatte, durfte es rnteress > mit der Inschrift „Für treue koration bis zum heutigen Tage be - .. -t von rund 350 Stück zur Verleihung gelangt ist unb^t männlkbe^uflenb ber beiden oberen Dolksschulklassen Obwok" d-r Schubkarren bei ihr sonst «ich. in allzuhoh» fleht weil sie darauf die Erzeugnisse der Landwirt- L Ä H°us° ,°hr°n muß, sieht man sie jetzt doch °mt wrbrem Feuereifer sich darauf losstürzen, ja einen s°nn- uÄn Straßenkampf um den Besitz des kostbaren Fahr- pgtruments führen. Bei dem nächsten Sonntag stattfindende» Fuaendsest wolle» nämlich die Schüler erwähnter Klaffen I Schublarreurennen mit Hindernissen um die vom 27. ds. abends: Unsere Bewegungen vol ziehen ich notwendigerweise langsam wegen der großen Ausdehn 0 der Gcsechtslinicn und ber Schwierigkeit, ine bo« ©elanbe bietet, auf dem wir operieren: aber heutig «o* wir befriedigende Fortschritte. Bullers Ber gen dal ein, eine sehr starke Position, ungefähr zwei Meilen nordwestlich von Dalmanuth - 3 ) I Buller bei Bergendal. Ich hoffe, ball unsere Bet luste^n 10) YarS°zu°erf°l7-n hatte" und ber Feind sich entschlossen Mitrailleuse wurde erbeutet. Es war eine jchone Leistung. I Butter ührte die Truppen sehr geschickt Das Zusammenwirken von Artillerie- und Jufanteriefeuer war äußerst I wirkungsvoll. Auf unserer linken Flanke ging General | Fron ch bis zu den Swartzkopjes an die Straße nach Lydenburg vor und machte Bahn für den morgigen Vor- I Marsch der Division Pole Carews. General Rundle I weidet, daß bei Brandwater gestern wahrend eines Erkundigungsritts ein Offizier gefallen und emer verwundet worden sei. Ein Bur fiel und 17, wurden gefangen genommen. Ferner wurden 700 Stuck Rindvieh erbeutet. I Bad en-Po well meldet, daß er gegen den Norden von Warmbad vorgestoßen sei und Nylstroom, ohne Widerstand zu finden, besetzte. Das Gelände, in dem er und I Paget operieren, sei ein dichtes Buschseld. Da es für jetzt nicht wünschenswert sei, nordwärts weiter vorzurucken, kehrten ihre Truppen nach Pretoria zuruck. Dewet erschien mit einer kleinen Streitmacht in der Nähe von ^eUbron. Es verlautet, daß S t e i n u n b Krü ger sich v ereinigt haben. 2o von Dewets Leuten wurden am Samstag nordwestlich von Pretoria gefangen. Die Buren in Pretoria erklären, Botha leiste den Eng- । ländern noch einmal Widerstand und beendige dann den Krieg. Steijn und Krüger beabsichtigen, das Land über der Delagoabay zu verlassen. Das Gebiet im Westen ist jetzt ziemlich sicher. Das Zusammentreffen der lieber gäbe der Buren bei Harrismith mit der Rückkehr Dewets laßt die Annahme zu, daß die Freistaatburen nicht geneigt sind, sich einer anderen Expedition anzuschließen. Außer bei harrismith streckten eine große Anzahl Buren bei Heidelberg und Standerton die Waffen. Dieselben werden gemäß der neuen Proklamation behandelt. Die „Central News" melden aus Pretoria vom Montag nachmittag: Hier ist soeben eine Depesche von der Front angekommen, der zufolge der Angriff gegen General Botha erfolgreich war. Die Linien der Buren smd durchbrochen. Der Feind hat sich zurückgezogen. Die englischen Verluste sind bedeutend. Wie weiter aus London gemeldet wird, ift bet den Kämpfen in der Nähe von Lydenburg am Donnerstag der deutsche Befehlshaber der burischenArtillerie v. Dalwigk^ angeblich ein Vetter des Kanonenkönigs Krupp, tätlich verwundet worden. * Telegramm deS Gieheuer Auzeigers. London, 29. August. Der Sozialistenfuhrer John Burns präsidierte gestern in Butterfields Park einem großen Meeting. In einer Ansprache erklärte er, er sei immer Gegner des südafrikanisch en Krieges gewesen, er bleibe bei seiner Ansicht und hoffe trotzdem wiedergewählt zu werden. Früher oder später, so sagte er, werden wir doch in Afrika verlieren. Neue Jouberts und Cronjes werden erstehen und sich erheben, wenn England mit einer anderen Macht im Kriege liegt.____________________________________________ ___ Politische Tagesschau. Kanzler -t bafa Mt« Witterten Unübertroffen zur Haut- u. Schönheitspflege. ^Myrrhqlin-Seife Als beste Kinderseife ärztlich empfohlen. London, 29. August. Die englische Admiralität hat beschlossen, vier Kriegsschiffe des Mittclmeergeschwabers mit ‘i’lpparaten für drahtlose Telegraphie auSzurüsten und Gibraltar und Malta als Stationen für den Telegraphendienst einzurichten. Paris, 29. August. Der Gegenstand der Unterredung, die zwischen dem Kolonialminister Decrais und Lord Salisbury in der dtähe von Gerardmer in den Vogesen stattgefunden hat, soll die Vorgänge in Ma rokko und die Frage des Yangtse-Gebietes gewesen fern. Decrais ist inzwischen wieder nach Paris zurückgcfehrt Rom, 29. August. Auf dem Bachnhofe zu Massa- Carrara wurde ein Individuum verhaftet, das nach eigenem Geständnis nach Rom reisen wollte, um den Könrg Viktor Emanuel zu er morden. Mailand, 29. August. Der Mörder Bresci ist in der letzten Wadjt unter starker Bewachung vom Zellengefängnis in das Gefängnis des Schwurgerichts überführt worden. Er hat zum Verteidiger den Advokaten Merlino gewählt, der die Verteidigung angenommen hat. Auch der gerichtlich bestellte Verteidiger Martelli wird auf Brescis Verlangen die Verteidigung übernehmen. Der Prozeß, begann heute früh 9 Uhr und wird nur gegen Bresci allein geführt, ida ldie Untersuchung über seine Mitschuldigen noch nicht abgeschlossen ist. Für den Sicherheitsdienst sind außer der Polizei zwei .üompagnieen Infanterie beordert. Triest, 29. August. Nachdem die russische Regierung für Schiffe, die Konstantinopel anlaufen, eine 10 tägige Quarantäne angeordnet hat, sistierte der österreichische Lloyd das Anlaufen der Häfen von Odessa und Baku und stellte die Warenaufnahme für die genannten Häfen ein. Konstantinopel, 29. August. Um den Umtrieben des mazedonischen Komites ein Ende zu machen, beabsichtigt die Pforte den Mächten die Einberufung einer Konferenz vorzuschlagen, um die Beschwerden und Wünsche der Mazedonier entgegen zu nehmen und Beschlüsse über die einzuführenden Reformen zu fassen. Washington, 29. August. (Kabelmeldung der „Paris-Nouvelles".) Heute hat die außerordentliche Sitzung des gesetzgebenden Körpers des Staates Kentuckn stattgefunden, in der ein Gesetz angenommen wurde, wonach die Neger in Zukunft des Stimmrechts verlustig erklärt sind. Washington, 29. August. Die Regierung ersuchte die früheren Präsidenten C l e v e l a n d und Harrison, das Amt eines Mitgliedes der internationalen Friedens-Konferenz, die nach dem Haag einberufen werden soll, anzunehmen. Briefkasten der Redaktion. Ltammgäste am runden Tisch Restaurant .Stephan»« t»* bet Gerhard. Der Saal de« Zentralhotel» in verlm dürste der größte Saal Deutschland» sein, er nußt 75 : 28 m. Ihm dürfte an Sröße der der StadthaUe in Mainz folgen, der 53 :28 m mißt. Aus dem Gcschästsleben. Das Münchener Bürgerbräu erhielt auf der Pariser Wcll- autzstellung 1900 die höchste Auszeichnung, den Grand Prix, in Gruppe 62 „Münchener Glohbraucreien*. Ehre de» Sieges kämpfen. Und gerade in diesem Wett- sviel ist der Sieg doppelt verlockend, weil er einen doppelt schönen Preis bietet. So sieht man denn überall Knaben, die sich darin üben, wie man einen Schubkarren im Fahren lupft-, um ihn über ein Hindernis zu heben. Leider muß mancher feinen Versuch damit bezahlen, daß er nut einem nicht sehr harten Körperteil in zu nahe Berührung mit dem Erdboden kommt; der Karren geht dann nicht m die Hohe, wohl aber der Fahrer herunter. Für Gelachter der Umstehenden braucht die gefallene Größe al^vann freilich mcht I zu sorgen; doch das macht nichts, eine Mmute später hilft I man über einen anderen lachen. I Butzbach, 28. August. Als Heine« äußeres Zeichen seines Dankes hat, wie die „Butzb. Ztg.- meldet, der I Ausschuß des Oberhessischen ObstbauveremS beschlossen, seinem langjährigen Präsidenten Geh. RegierungSrat Dr. I Braden zu seinem 50jährigen AmtSjubtläum eine Ehrenurkunde mit Widmung zu überreichen, die• ein SWiL glied des Ausschußes, Oberlehrer Wams er-Butzbach, mit feinem künstlerischen Verständnis und großer Sorgfalt ent- worfen und ausgeführt hat. Das Blatt stellt einen architektonisch hübsch gegliederten Portikus, m einem Obstparke errichtet, dar. Durch eine korinthische L>aule m zwei Hälften getrennt, bietet die eine Hälfte Wandfläche zur Anbringung der Widmung, die andere Hälfte ist geöffnet I und gestattet freien Ausblick auf das aus dem Grün her- I vorragende Gebäude der Obstbauschule nut den Hohen des WintersteinS im Hintergründe. Der über dem Ganzen geöffnete obere Bogen läßt ein Obststillleben erblicken Mid I hinter dem Mauerwerk hervor ragt blühendes und Früchte tragendes Geäste. Die Säule ist umrankt von Reben und im Borgrunde zieren Rosensträucher und Blumenbeete das farbenreiche Bild. Die Widmung lautet: „Dem verdienten langjährigen Präsidenten, Herrn Geh. RegierungSrat Dr. Braden, zu seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläum in Dankbarkeit der Oberhesfische Obstbauverein.- Q Bleichenbach, 27. August. Nach Beschluß deS hiesigen Gememderates ist eS der Elektrizitätsgesellschaft in Melbach jetzt nun auch gestattet, die Leitung durch unser Dorf zu führen. Ebenso zeigen sich die Gemeinden Aulen- Diebach und Rohrbach dem Unternehmen geneigt. In kurzer Zeit werden die noch fernstehenden Gemeinden die etwaigen Vorurteile überwunden haben und durch Anschluß einen zeitgemäßen Fortschritt fördern helfen. Darmstadt, 28. August. George W. Buchanan, der hiesige britische Geschäftsträger, wurde zum Botschaftssekretär in Rom ernannt. , F „ Mainz, 28. August. Ein hiesiger Seifenfabrikant er- | hielt von einem auswärtigen bedeutenden Wurstfabrikanten etwa 30 Zentner verschiedene Wurstsorten, die sämtlich verdorben waren. Die Wurst war speziell als verdorbene Wurst zum Zweck der Seifenfabrikation angekauft worden. Damit aber kein Mißbrauch mit der Wurst getrieben werden | konnte, so wurde dieselbe unter polizeilicher Aufsicht m die I Seifenfabrik verbracht, woselbst sie gleichfalls unter Polizei- licher Kontrolle für den Genuß völlig unbrauchbar, d. h. unter hohem Dampfdruck zur Seifenfabrikation hergerichtet ""^Mainz, 28. August. Die Mittel des Univ ersitäts- f o n d S sind sehr erschöpft; eS ist deshalb an unsere Stadt von der Regierung das Anfinnen gestellt worden, den bei der hiesigen Realschule entstandenen Fehlbetrag im Betrage von Ml. 12000, der durch den UniversitätSfondS nicht gedeckt werden könne, auf Kosten der Stadt zu übernehmen. Die Bürgermeisterei ist aber nicht gewillt, diesem Wunsche nachzukommen, und hat eine ausführlich motivierte Petition an beide Kammern der Landstände ausgearbeitet, mit dem Ersuchen, das seinerzeit dem Universitätsfonds entnommene Baukapital für das neue Gymnasium in Mainz durch das Land verzinsen zu lassen. Dadurch würde der Fehlbetrag bei dem UniversitätSfondS hinreichend gedeckt werden können. Die Bürgermeisterei stützt sich in ihrer Petition auf die Thatsache, daß andere Gymnasien in Heften aus Mitteln deS Staates erbaut worden sind. —„Die Frankfurter Polizeibehörde läßt einen angeblichen österreichischen Hauptmann der Reserve, der sich Louis B l e y e r nannte, steckbrieflich verfolgen. Dieser verstand es, sich in Frankfurter Familien einzusühren, und verübte bei dieser Gelegenheit Betrügereien. Der Flüchtige ist anscheinend ein Ungar und ist etwa 35 bis 36 Jahre alt. Mainz, 28. August. Ein hiesiger Tabakhändler erläßt soeben ein Rundschreiben an die Zigarren und Tabak geschäfte, mit dem Ersuchen, sich gegen den Acht- Uhr - L a d e n s ch l u ß zu erNären. — Gestern weilten, wie der „Mainz. Anz." schreibt, vom Kriegsministerium in Berlin der Abteilungschef, Oberstleutnant Fromm und Major Ravenstein hier zwecks Besichtigung von Festungswerken. Die Anwesenheit der Herren ist mit der Erbauung von A u ß e n f o r t s in Verbindung zu bringen. — Gestern vormittag haben zwei Gendarmen von Ingelheim den 45jährigen, unverheirateten Jakob Weiland aus Wackernheim, der dort den Husaren-Gefreiten Heftrich erstochen hat, und den der Beihilfe beschuldigten 25 jährigen, in Gonsenheim gebürtigen Karl Krieger hierherqebracht und in das Provinzial-Arresthaus eingeliefert Der Jakob Weiland ist wogen Körperverletzung schon mit zwei und vier Monaten Gefängnis vorbestraft. Gr wird diesmal wegen Totschlags vor das Schwurgericht verwiesen und sein Fall schon in der kommenden Tagung des Ähwurgerichts verhandelt werden. Als Verteidiaer wird Rechtsanwalt Dr. Brenner fungieren. Außer der Beihilfe zum Totschlag wird sich der mttverhaftete Karl Krieger wegen schwerer Körperverletzung (er hat einem Husaren mit der Heugabel in den Unterschenkel gestochen) iu verantworten haben. Tie Heugabel, mit der der Weiland den Gefreiten totgeftochen, ist keine Patentgabel, sondern eine massiv geschmiedete, dreizinkige Gabel mit ca. 3 Meter langem Stiel. Ter tätliche Stich ist von oben Elpoabtut ler bni k'erung er Hand rurg-, ' Königin Haag an- 'gemeiftrr nttag hier 1 Kanourn- 5 vorsuhr, imne. Ult heute x Witte iUmm x Rohstem ie halbe Ulhs, der lr bezahlte. N, veil es R in bin über das n. Saison Er ftlbtr mildernden & MentatS ; er die An- litte sallen. ierter Seite io eine Zu- finbtt, nach nach Wien i Besuch ab- Rumänien lchmittag des tra/NN •witb. iverM hat Ui unter« da« nächste >en und drei f. Die Leister. Wn x\^tn thtx bah eine von ;tn Agitatoren irtstenseier, 8 erteilte, von stete den o^ ojertte Mw * onvtte\ xtbt, schon E' Irland in guttan l«» witb wt b® >dabb«h« geführt gewesen, und ging durch die Lunge und den Herz- I beutel in das Herz. Weiland, der mit seinem Bruder I und dem vorgenannten Krieger allein, und ohne jede weid- I liebe Bedienung, in ihrom gemeinsck)afiUchen großen Hause I wirrschaftetc, ist sehr vermögend Reue über seine Thal I zeigt er gar keine So zynisch, wie er der fast zwei Stunden I Nüiyrenden Sektion des erstochenen Heftrich beiwohnte, so I frech und zynisch ist auch heute noch fein Benehmen. — I Aussehen erregten gestern am Rheine die Schiffe I der-K omtesse de Brean aus Paris. Mit ihrem weißen I Farbenanstrick> und ihrer Bauart an und für sich lenken I die Schiffe die Aufmerksamkeit aller Vorübergehenden auf I sich. Die Komtesse ist damit von Paris gekommen und I fährt von hier rheinabwärts nach Holland. Von den beiden I viereckig gebauten Schiffen ist das eine von der Komtesse I und das andere, das auch die geräumige KückK enthält, I von der aus 12 Personen bestehenden Dienerschaft bewohnt. I Das erstere bietet in allen seinen Räumen (schlaf und I Wohnzimmer, Salon ufto.) den auserlesensten Luxus. Tas I Promenadedeck ist rundum von blühenden Blumen um- I geben, was einen ungemein freundlichen Anblick gewährt. I Tas Ganze zeugt von dem Reichtum der Tarne. Die beiden I „Le Lotus" benannten Wohnschiffe werden auf der Fahrt I von dem kleinen Tampser „Scabaree" geschleppt. Zur I weiteren Ausrüstung der Schiffe gehören noch 5 Ruder- I boote verschiedener Systeme. Komtesse de Brean bleibt I mit ihren Schiffen zwei Tage hier. ♦ Bad Em8, 28. August Die Morgenkonzerte der hiesigen Kurkapelle erfreuen sich seit einigen Tagen eines i höchst seltenen Gastes. Auf dem hinter dem Brunnen- gebäude hervorragenden jähen Berggipfel, Klopp genannt, stellt sich nämlich zur Freude der zahlreichen Kurgäste bald nach Beginn der Konzerte ein Reh ein. Vergnügt äsend, zeitweise aufhorchend und in den belebten Kurpark niederschauend, hält dasselbe stets eine gute Stunde aus und zieht | sich bann in den angrenzenden Wald zurück. — Im viel besuchten Lesezimmer deS Kurhauses liegen 67 deutsche, 41 ausländische Zeitungen, sowie 52 deutsche und 11 ausländische Zeitschriften, im Ganzen demnach 171 verschiedene Blätter auf. — Die letzte Kur liste weist 10268 Kurgäste und 10523 Passanten, im ganzen also 20791 Fremde auf. •• Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. I In Freiendiez bei Limburg wurde auf einem Bahnüber- I gange ein Fuhrwerk überfahren. Zwei Personen wurden verletzt, die beiden vor dem Wagen gehenden Pferde wurden I getötet und das Fuhrwerk zertrümmert. — Das Regierungs- I blatt veröffentlicht folgende Namensveränderung: Am I 8. August wurde dem am 17. März 1875 zu D a rmstadt I geborenen GerichtSaccessisten Dr. Moritz Mainzer ge- I stattet, neben seinem seitherigen in Zukunft den weiteren I Vornamen Friedrich zu führen. — In Westhofen war I der 24jährige Wilhelm Weinbach im Keller seines Vaters I mit Ausschwefeln der Fässer beschäftigt. Dabei kam er I auch an ein leerstehendes Spritfaß, welches mit lautem I Knall explodierte und in Brand geriet. Weinbach wurde I von den zu Hilfe eilenden Nachbarn und Hausbewohnern I mit Brandwunden bedeckt aufgefunden. Der schwer Ver- I letzte kam in baS Hospital nach WormS, wo er nach sechs I Stunbeu verstarb. — Die älteste Frau in Büdesheim, I bie Witwe Kaspar H00S, geb. Frei, ist verschieben. Sie I war geboren am 3. Dezember 1800, hat also nahezu 100 I Jahre erreicht. — Währenb eines Streites in einer Wirt- I schäft in Ludwigshafen holte ber Wirt Epple sein Jagb- I gewehr aus seinem Wohnzimmer unb erschoß ben Arbeiter I Genzinger. Krdriterimvrsunß. Aavre, 28. August. Der Ausstand ist allgemein, nachdem die Hafenarbeiter heute in einer neuen Versammlung einstimmig die Fortsetzung des Streiks beschlossen haben. In Dünkirchen scheiterten die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zwecks Herbeiführung einer Verständigung. Dre Not unter den Ausständigen begirmt groß zu werden. Der Aubstand hat sich nun auch auf Algerien erstreckt. In Baue haben heute tausend Hafenarbeiter die Arbeit niedergelegt. Universität und Hochschule. Der Lehrstuhl des verstorbenen Profeftors Dobbert an der LeLniiLm Hochschule in Ch-rlottenburg ist noch nicht besetzt. Wie d-S Beniner Fremdenblatt milteUt, ist für b<8 nächste H.ib- iabr Prof Dr M G. Zimmermann mit der Vorlesung über Kunstgeschichte betraut. Professor Zimmermann, geb. 1861 in Elbing, lehrte früher an der Düsseldorfer Akademie und ist kurzem Prtvatdozent an der Berliner Universität - Der Re chStags- abgeordnete Generalsekretär Dr. theol. Hille soll, wie verschiedene Blätter melden, zu Beginn des bevorstehenden Wintersemesters an der vhilosovhisch.theologischen Fikullät zu Paderborn die Profestur für MoÄ rmd SozialwiffmschRst übernehmen, die bisher Dr. Schneider, der jetzige Bischof von Paderborn innehatte. — Der Prtvatdozent und Realschulprofefior Dr. Leopold Klug ist zum ordentlichen Profeffor der dirstellmden Geometrie an der Universität Klausenburg ernannt worden. ^i900', Ä sE, 'KrkIK"' i" «»' Iw»® *«?»*v *5'8* -andei mr- Verkehr. KolksVirtschaft. Fruktirter Börse vem 88. August. Wechsel auf New-York tu 0.00-00. PFÄeUeu auf Kredit per ult Sept 2.OO’/o, do. per ult Okt. 3.00°/o, Diskonto-Kommandit per ult Sept 0.00%, do. per ult Okt. 2.70 ®/o, Lombarden per ult Sept. 0.70%h do. per ult Okt. 1.00 /». Deutsche Bank per ult. Aug. 0.00%. ÄotierUM