%rause&-^ MM-. 1900 fit. 280 EMS Blatt Kmeral-Unzeiger ^«■Artikeln Aintr- unb Anzeigeblatt für den Kww Gieren. Alle Anzeigen-BermittlungSstellm deS In- und Auslandes nrhmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. B**to*, Wxpediliov und Dnidcrd: Fch.tßratze Ar. 7. I *1 5 unb j »»« Anzeigen zu der nachmittags für bnt sBßend« Lag erfcheinenden Rümmer bis vor». 10 Uhr. «Bestellungen spöiestenS ekiM vorher. Gratisbeilagen: Gießener Famüienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde.______________ Adrefle für Depeschen: Anzeiger Kietzen. Fernsprecher Nr. 51. den am 3. Dezember ds. Js. m Herborn unb am 6. Dezember ds. IS. in Dillenburg stattfindenden Märkten verboten. Dillenburg, den 22. November 1900. Der Königliche Landrat. Bogen . Bogen . 01 Kind,, 20Pf». Donnerstag den 29 November 150. Jahrgang <6 kosten 25 100 erscheint täglich mii Ausnahme deS Montag». Die Gießener stamilienßtätter Krke dem Anzeiger V Wechsel mit „Heg. Imtmirr m. Mäkler st hest. DvlkSkunde- Gchtl. 4 mal beigelegt. Amtlicher Heil. Gießen, den 26. November 1900. Aetr.: Den Wiesengang. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen «t die Grotzh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung illsrrer Verfügung vom 2. Oktober 1900 (Gießener Au° yiger Nr. 234) noch im Rückstände find, werden an deren sofortige Erledigung erinnert. v. Bechtold. M r i*‘ j Spül®«'«1’“* i hkli von Schnmo itmfM 11 's Deutscher Reichstag. B erli n, 27. November. Das Haus setzt einige Rechnungssachen von der Tagesordnung ab, erledigt einige andere ohne sonderliche Debatte und setzt dann die erste Beratung der See- mannsordnung fort. Abg. Lenz mann (Freis. Volksp.) hält die Vorlage in vielen Beziehungen für gut, in anderen für verbesserungsbedürftig. Strenge Disziplin müsse walten. Die Bezahlung der Ueberstunden der Offiziere sei der freien Vereinbarung zu überlassen. Redner tadelt die Umwandlung des Namens „Kapitän" in „Schiffer" und will dem Schiffsführer das Recht der.elterlichen Zucht gegen! Schiffsjungen belassen wissen. Redner empfiehlt weiterhin Kon- trollierung der Heuerbase, hält die unbedingte Sonntagsruhe für undurchführbar, will dagegen das Koalitionsrecht der Seeleute uneingeschränkt gesichert haben. Bundesbevollmächtigter Bürgermeister Dr. Pauli- Bremen tritt für Beibehaltung der notwendigen Sonntagsarbeit in ausländischen Häfen ein. Abg. Schwartz (Soz.) bezeichnet die Vorlage als unzureichend, da sie einseitig die Interessen der Rheder vertrete, und verlangt vor allem volle Koalitionsfreiheit der Seeleute, unbeschadet der notwendigen Disziplin an Bord, Sonntagsruhe und die Errichtung von See-Schöffenämtern, ferner Beschränkung der Arbeitszeit und schließlich im Interesse ausreichender Unfallverhütung ein unabhängiges Reichskontrollamt für die Klassifizierung der Schiffe. Abg. Raab (Antis.j polemisiert gegen die Hamburger Rheder wegen der versuchten Beeinträchtigung der Koalitionsfreiheit der Schiffsoffiziere, und verlangt weitgehende Kontrolle, Verkürzung der Arbeitszeit und aus- reick>ende Bestimmungen über die Sonntagsruhe. Die Vorlage biete viel zu wenig. Staatssekretär Graf Posadowskh verteidigt die Vorlage als auf sozialen Grundanschauungen aufgebaut und bittet, möglichst wenig daran zu ändern. Die Bemannung der deutschen Schiffe sollte ebenso wie in der englischen Mannschaftsordnung geregelt werden. Im übrigen aber stehe die deutsche Mannschaftsmarine auf der Höhe. Die Schiffahrtsgesellschaften haben keinen übergroßen Gewinn. Auf dem Gebiete der Schiffahrt hat allerdings die Sozialpolitik noch große Aufgaben und vielleicht ist einmal eine andere Organisation zu schaffen. Aber die deutschen Rhedereien stehen hinter den ausländischen sozialpolitisch nicht zurück. Hamburgischer Senator Burchard wendet sich gegen Einzelausführungen von Schwartz und Raab, und polemisiert namentlich gegen letzteren. In Deutschland sei für die Seeleute besser gesorgt als anderswo. Abg. Kirsch (Z.): Für Seeschöffengerichte werden wir eintreten, ebenso für eine bessere Formulierung der Bestimmungen über die Sonntagsarbeit. Es wird sich auch in der Kommission darum handeln, die sozialen Interessen der Seeleute gerecht abzuwägen mit den ebenfalls sehr gewichtigen Interessen der deutschen Rhederei. Äbg. Stockmann (Rp.): Meine Freunde werden für unsere seefahrende Bevölkerung an der Verabschiedung der Vorlage mitwirken. Im großen und ganzen trifft die Vorlage das Richtige und kommt auch den Wünschen unserer Seeleute in weitem Maße entgegen, ohne die Interessen der Rhederei außer Acht zu lassen. Es zeigt von einem zu weitgehenden Mißtrauen gegen die Rhedereien, wenn man jede freie Vereinbarung neben der Seemannsordnung ausschließen will. Die Sonntagsruhe werden wir direkt in das Gesetz aufnehmen müssen. Von der äußersten Linken sind hier Bestrebungen hervorgetreten, die darauf hinausgehen, die Disziplin auf den Seeschiffen zu untergraben' Diesen Bestrebungen werden wir entgegentreten. Hamburgischer Senator Dr. B u r ch a r d giebt zu, daß auch heute noch im Hamburger Hafen englische Kohlenschiffe am Sonntag gelöscht würden; es hat sich indes bei einer ziemlichen Zunahme der ein- und auslaufenden Schiffe eine stetige Abnahme der Sonntagsarbeit bemerkbar gemacht. . . Äbg. Dr. Hahn (wild) hofft, daß die Sonntagsarbeit im Hamburger Hafen immer mehr abnehmen wird. Er habe eine sehr hohe Achtung vor der Fürsorge der Seeberufsgenossenschaft für die Seeleute, möchte aber nicht, daß diese in sozialer Hinsicht ihr allein zufällt. Für die Sicherheit des Schiffmanns ist in den letzten Jahren nicht überall ausreichend gesorgt worden; die Tiefladelinie wird sich ohne weiteres nicht durchführen lassen. rbe-NäbmasclM iteme. rtei'e, Nähnadeln etc, j IjiM/ M Z*V.: 83' Zw empfehlen |!,°88es Lager in IMÄM der b6w5hrkn Fabrikate 1 & Naamann in Dres! und Stauer in Durlach er erhielt in P8ri8 l90(l binnen die Goldene Mcdti iwnhl ... 75 Pfg. . 2 Mk. 80 Pfg. 500 Bogen ... 12 Mk. 50 Pfg. 1000 Bogen . . , 20 Mk. Hierbei machen wir Sie auf Ihre Obliegenheiten der Itr Unfallunterfuchung erneut aufmerksam. Die gesetzlichen Hstimmungen hierüber sind in den neuen Nnfallverfiche- mmgSgesetzen zum Teil geändert. I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 26. November 1900. tetr.: Ausführung deS Gewerbe-UnfallversichernngSgesetzes. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Hinweis auf unsere Bekanntmachung vom 16. Ok- teber l. I. (Anzeiger Nr. 244) beauftragen wir Sie, da kt gesetzte Frist vom 15. November abgelaufen ist, und bis jetzt noch wenige Anmeldungen unfallverficherungspfiich- tigec Betriebe bei uns eingelangt find, die nach der fraglichem Bekanntmachung anmeldepflichtigen Betriebsunter- ichmer zur sofortigen Einreichung ihrer Anmeldungen in zwei Exemplaren aufzufordern. Auch wollen Sie uns innerhalb 8 Tagen ein Verzeichnis Iber sämtliche in Ihrer Gemarkung belesenen versiche- nmczspflichtigen Betriebe einsenden. I. V.: Dr. Wagner._____________ Gießen, den 24. November 1900. verr.: Unfallanzeigen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Land- gemeinden des Kreises Der Kopf des Formulars für Unfallanzeigen, welcher lit den Worten „Zur Beachtung" überschrieben ist, hat one veränderte Fassung erhalten, welche durch das Gesetz ktt. die Abänderung der Nnfallversicherungsgesetze vom 30. Juni 1900 (R.-G.-B. Seite 573) veranlaßt ist. Behufs Acrbrauchs der alten Bestände ist die Benutzung deS alten Formulars noch bis zum 1. Januar 1902 zugelassen. DaS neue Formular kann, wie das alte von der C. Z. Winter'schen Buchdruckerei in Darmstadt bezogen werden. wähl PuM dm stiastw. tyortw, ttttfli Hrchn jet, Tihvhe, »litte *11. stpellstevS ausM» nnenstrasss & deutscher W*’ Feder schreiben ) Fabrikstempel: Gießen, 27. November. Detrr. Die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler in 1901. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen t» die Grotzh. Bürgermeistereien des Streifti. Wir sehen Ihrem. Berichte darüber entgegen, wieviel ßch eine Sie für voraussichtlich im Jahre 1901 zur Bedeckung kommende Stuten nötig haben werden. »I. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Die Abhaltung von Viehmärkten im Stadt- und Landkreis Hanau ist von mir unter Aufhebung des Verbots vom 16. v. Mts. — P. 8990 — mit dem heutigen Tage wieder Mattet worden. _ . _ c x Der nächste Viehmarkt in der Stadt Hanau findet am k. MtS. statt. Hanau, den 24. November 1900. Kgl. Polizeldrrektor. Bekanntmachung. Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und «auienseuche wird der Auftrieb von Rindvieh, Schweinen mb Schafen aus den Kreisen Gießen und Wetzlar zu Abg. Bargmann (Frf. Vgg.) erttärt sich für eine ausgedehnte Sonntagsruhe der Seeleute. Die Ausnahmefälle zu bestimmen, sollte man int Gesetz spezialisieren. Ein Entgelt für die Ueberstundenarbeit der Offiziere ließe eine Schmälerung ihrer Autorität nicht befürchten. Auch! gegen eine Herabsetzung der Arbeitszeit in den Tropen auf acht Stunden habe er nichts einzuwenden. Rednev schließt sich dem Anträge auf Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern an. Abg. Raab : Durch das Koalitionsverbot haben sich, die Hamburger Rheder in sozialer Beziehung um den letzten Rest von Achtung gebracht. Unerhört ist es, daß ein Mann wie Schiff, der die Depesche sandte: „Schiff und Ladung verloren, Mannschaft leider gerettet!" noch im Vorstande der Seeberufsgenossenschaft sitzt. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich, kann ich zur Stellung der Seeberufsgenossenschaft zur Fragender Unfallverhütungs-Vorschriften ein Schreiben des Vorstandes an die Mitglieder der Berufsgenossenschaft vom, 18. Februar 1896 anführen. In diesem Schreiben wird gesagt, daß die Unfallverhütungsvorschrifterr weniger einen direkten praktischen Zweck hätten, als nur zur Dekoration dienen. (Hört, hört!) Wir wollten, meine ich, jede auftauchende Frage durch eine hübsche Unfallverhütungsvorschrift zu lösen versuchen. Je harmloser, desto besser (hört, hört!), mundus vult decipi? (Hört, hört!) Ich wäre vielleicht von selbst nicht so weit in meinen Angriffen gegangen; wenn man aber so gereizt wird, dann packt man nicht blos dies aus, sondern vielleicht noch mehr. (Bravo!) Staatssekretär Graf Posadowskh : Abg. Raab hat ein Schreiben verlesen, das, wenn es authentisch ist, von großer Bedeutung ist. Ich kann nur erklären, daß uns dieses Schreiben absolut unbekannt ist. Ich bitte den Abg. Raab um eine Abschrift. Hiermit ist die Diskussion geschlossen. Abg. Lenzmann will in persönlicher Bemerkung gegen den Senator Burchard sein Mißtrauensvotum gegen den Bundesrat mit Hinweis auf die Debatte über die 12 000 Mark-Affaire begründen, wird aber vom Präsidenten Grafen Ballestrem daran gehindert. Nach weiteren persönlichen Bemerkungen der Abgg. M o l k e n b u h r und Schwartz wird die Seemannsordnung einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. (Erste Beratung des Gesetzentwurfs betr. die privaten Versicherungsunternehmungen. Reiche ungs fachen.) Koloniales. Grenzregulierung in den Schutzgebieten. Zwischen dem Gouverneur von Kamerun I. v. Puttkamer und dem Gouverneuer des englischen Calabar - Protektorates Sir Ralph Moor finden jetzt Unterhandlungen stot über die endgültige örtliche Festlegung der Grenze der beiderseitigen Gebiete am Croß- oder Calabar-Flusse. Darüber wurden schon 1895 örtliche Untersuchungen und Vermessungen angestellt, an denen deutscherseits der jetzige Hauptmann v. B e s s e r teilnahm. Jetzt wird diese Grenzfrage zum Austrage gebracht und wohl bald ihre Erledigung finden. Gegenwärtig sucht das Auswärtige Amt möglichst in allen Schutzgebieten die Grenzfragen zu berichtigen. Nach den bisherigen Vereinbarungen mit fremden Regierungen steht ein endgültiger Ausgleich hinsichtlich Ostafrikas, Kameruns und Togos bevor. Dann bleibt nur die Ordnung zweier Grenzfeststellungen übrig. Zunächst imNordenvonSüd- westafrika, wo nach den Untersuchungen des Majors v. Franyois die alten Bestimmungen über die Abgrenzung von 1890 nicht aufrecht zu erhalten sind. Ein neues Abkommen ist nötig. Endlich fehlt noch eine Verständigung mit England über die genaue Abgrenzung der beiderseitigen Anteile von Neu-Guinea. Diese Abmachung wäre um so dringlicher, als die Goldfunde daselbst schon zu Versuchen englischer Goldsucher Anlaß gegeben haben, ihre Gerechtsame vom englischen auf das deutsche Gebiet auSzu- dehnen. Zur Vermeidung vieler späterer Streitigkeiten müßte die Grenze völlig genau festgestellt werden. Holland hat schon vor mehreren Jahren sich mit England über die gemeinsame Grenze auf Neu-Guinea verständigt. Aus Kiantschou wird amtlich gemeldet: Das deutsche Kabel Tschifu-Tsingtau hat eine Länge von rund 380 Kilometer. ES landet im Kiautschougebiet an der nordwestlichen Ecke der Klarabucht. Von dem dort aufgestellten Kabelhaufe führt eine oberirdische Leitung zum deutschen Postamt. In Tschifu ist außer der Station der Nordischen Telegraphengesellschaft noch das dortige deutsche Postamt in die Leitung eingeschaltet. Ostaftikanische Centralbahn. Ueber die Rentabilität der geplanten ostafrikanischen Centralbahn urteilt Oberstleutnant D W vierltljährl. Mk. 2,29 Gießener Anzeigers Gerding in einem Aufsatze der „Deutschen Kolomalzeiwng" folgendermaßen: Bezüglich der Rentabilität will ich nur kurz erwähnen, daß der von mir für die Linie Dar-es-Salaam—Mrogoro aufgestellte Kosten- Überschlag mit der Gesamtsumme von 14 700 000 Mark abschlreßt, was einem Preis von rund 64 000 Mark für das Kilometer entspricht. Sxe von mir gleichfalls zunächst nur für die Linie Dar-es-Salaam-Mrogoro ausgestellte Ertragsberechnung schließt mit einem jährlichen uebers^utz von 5,6 v. H. der Anschlagssumme unter Einrechnung einer ausreichen- den Abschreibung auf den Reservefonds ab. Den Einnahmeberechnungen habe ich einen jährlichen Gütertransport von 12 000 Tonnen in jebet Richtung, also unter Annahme von 300 Betriebstagen 40 Tonnen täglich, zum Durchschnittstarif von 40 Pfg. für das Tonnenkllometn zugrunde gelegt. Diese Zahlen halte ich für durchaus nicht zu hoch gegriffen. Mit Rücksicht auf das außerordentlich ertragsfähige und günstige Gelände, welches die Linie durchzieht, und dm Umstand, daß die Bahn sofort den ganzen Karawanenverkehr an sich ziehen wird, steht für mich die spätere Rentabilität sowohl der ganzen Centralbahn, wie auch die, jentge der zunächst geplanten Anfangsstrecke außer jedem Zweifel. Dieselbe wird sich nicht nur rentieren, sondern mit der Zeit eine bedeutende Einnahmequelle füe die Kolonie werden und dazu beitragen, die letztere unabhängig von der Unterstützung des Reiches zu machen und auf eigne Füße zu stellen.__ Volltische Tagesschau. Abermals ein Beitrag zu dem Thema Polizei und Kunst ia Preußen.' Für den Totensonntag war im Stadttheater zu Dortmund die Aufführung von Schillers „Maria Stuart- angesetzt. Kurz vor der Vorstellung sah sich jedoch die Polizeibehörde auf drahtliche Anordnung der Regierung in Arnsberg veranlaßt, die Aufführung zu verbieten, da der Charakter des Stückes mit dem Ernst des Totensonntags nicht verträglich sei! Der Direktor war genötigt, den Besuchern des Hauses von der Bühne herab die Zurückzahlung des Eintrittsgeldes anzubieten. Statt „Maria Stuart- gab er dann, da nur wenige Personen fortgingen, musikalische und deklamatorische Vorträge, während zugleich die Eintrittskarten Giltigkeit für die nächste Vorstellung von „Maria Stuart- behielten. Nach der Berliner Polizeiverordnung vom 19. März 1898 soll am Totensonntag in den Theatern nur „der ernste Charatter gewahrt- werden. Aehnlich wird es in Dortmund sein. Meint man in Arnsberg oder Dortmund, daß „Maria Stuart- ein lustiges Stück sei? An demselben Sonntag wurden in Frankfurt „Nora-, „Faust" und „Walküre-, auf den königlichen Bühnen in Berlin „Lohen griu-, „Faust", „Nathan der Weise" aufgeführt, cms den übrigen Theatern der Reichshauptstadt „Rosenmontag", „Johannisfeuer", „Ueber unsere Kraft", „Fernande", „Gerda Mohr", „Die Jüdin", „Die Glocken von Corneville", „Der Troubadour-, „Jugend-, „Die Räuber-, „Der Prozeßhansl" rc. Vermutlich wäre in Berlin, wenn die „Räuber" erlaubt wurden, auch „Maria Stuart" nicht verboten worden. Auch dieser Vorfall zeigt wieder, in welchem Maße die Bühne dem wechselnden Er- rneffen der Verwaltung überliefert ist. Was der eine Zensor erlaubt, das verbietet der andere. Natürlich kann auch der Dortmunder Theaterdirektor an das preußische Oberverwaltungsgericht gehen. Aber was nutzen nachträgliche Entscheidungen? Der angerichtete Schaden wird damit nicht wieder gut gemacht. Wie in der Denkschrift ausgeführt wird, die von der Deutschen Kolonialgesellschaft ihrer in der Frage der Zollvergünstigungen für deutsch-koloniale Erzeugniffe an den Reichskanzler gerichteten Eingabe als Begründung beigegeben ist, hat die Tabakskultur sowohl in Neuguinea wie in Kamerun bis jetzt Ausbreitung in weiterem Umfange nicht finden können, obwohl die Boden- und klimatischen Verhältnisse der Kultur günstig sind. Widrige Verhältniffe bezüglich der Beschaffung geeigneter Tabakarbeiter beeinflußten bislang die Versuche ungünstig, vor allem aber war es nicht möglich, mit den alten, Tabak produzierenden Kolonialländern in Konkurrenz zu treten, weil deren altbewährten Einrichtungen gegenüber die Herstellungskosten der Tabake in den deutschen Kolonien zunächst noch zu hoch sind. Hat sich erst diese Kultur in unfern Kolonien eingebürgert, so dürften die Kosten sich mit der Zeit ermäßigen; vorläufig aber ist die Konkurrenz z. B. mit Sumatra ausgeschlossen. Hier würden Zollerleichterungen Wandel schaffen können. Sie würden nicht, wie von mancher Seite befürchtet wird, dem Tabakbau in Deutschland selbst Konkurrenz schaffen, da hierzulande nur Einlage- uud Umblatttabake gebaut werden, in Neuguinea ünd Kamerun aber nur Deckblatttabake. Letztere gewährt der Boden und das Klima in Deutschland nicht; Deutschland ist gezwungen, diese Tabake zu importieren. Das Quantum der aus Amsterdam, dem ersten Markte der Welt, für Deckblatttabake beträgt ca. 60,000 bis 80,000 Ballen zu 80 Kilogramm im Jahre, die Bezüge find in sieter Zunahme begriffen; man kann ca. 20 Millionen Mark jährlich rechnen, die für solche Deckblatttabake allein aus Deutschland nach Holland wandern. Zollerleichterungen, wenn nicht völlige Beseitigung des Zolles von 50 Mark für 100 Kilogramm, würden allein imstande fein, es deutschen Tabakspflanzungs-Unternehmungen zu ermöglichen, den Konkurrenzkampf gegen das auf diesem Gebiete übermächtige Holland einzuleiten und mit Aussicht auf Erfolg durchzufi'chren. Tie „Köln. Volksztg." glaubt, im F r e i h e r r n v o m Stein einen Eideshelser gegen die Polen Politik derpreußischeu Regierung ausspielen zu können. Sie zitiert nämlich aus einer Denkschrift Steins vom Jahr 1807 folgende aus die Polen bezügliche Stelle: „Soll die Ration veredelt werden, so muß man dem unterdrückten Teil derselben Freiheit, Selbständigkeit und Eigentum geben und ihm den Schutz der besetze angedeihen lassen." Daß diese Worte des großen Staatsmanns heute „mit doppeltem Interesse" zu lesen sind, darin pflichten wir der „Köln. Volksztg." vollkommen bei. Denn jene Worte erinnern die preußischen Staatsbürger polnischer Zunge an die Pflicht der Dankbarkeit, die sie dem preußischen Staate schulden. Hat doch der „unterdrückte Teil" des polnischen Volkes aus den polnischen Bauern und den spärlichen Trümmern polnischer Handwerker und Kaufleute bestanden, und sind doch die Unterdrücker der polnische Adel und der polnische Klerus gewesen! Gegen letztere beide Faktoren hat der preußische Staat, ganz nach dem Verlangen des Freiherrn ^vorn Stein, dem unterdrückten polnischen Bauernstände Freiheit, Selbständigkeit und Eigentum gegeben. Gerade des-, halb aber ist der polnische Adel und der polnische Klerus zum Feind des preußischen Staates geworden. Schon W i l h e l m I o r d a n hat im Frankfurter Parlament hierüber sich zutreffend wie folgt geäußert: „So lange Preußen sie (Adel und Klerus) ruhig gewähren ließe und sie nicht daran hinderte, das Volk in der alten geistigen Bevormundung und leiblichen Erniederung festzuhalten, ließen sie sich die Fremdherrschaft ruhig gefallen und erwiesen sich als gehorsame Unterthanen. Als aber die preußische Regierung anfing, eine Gleichstellung aller Stände anzubahnen und die Bauern zu befreien, da war es ihnen ein unerträglicher Gedanke, die ihnen bisher untergebenen Leute ihres Volksstamms aus ihren Banden gelöst zu sehen, da erst entbrannte ihr Haß, und von diesem Augenblick an haben sie mit unablässiger Hartnäckigkeit auf die Empörung hingearbeitet, indem sie ihrer engherzigen Selbstsucht, der es nur um Erhaltung ihrer alten unwürdigen Zustände zu thun war, den Mantel der Vaterlandsliebe und der Begeisterung für die polnische Rationalität umhingen." Wie weit Freiherr vom Stein davon entfernt war, den preußischen Staatsangehörigen polnischer Zunge eine Bewegungsfreiheit zu gewähren, die den Wünschen der )’ üonalpolnischeii Agitatoren entspricht, geht unwider le!:sich aus seiner Haltung zu den russischen Plänen hervor, '''ölen in Personalunion mit Rußland, Selbständigkeit im Innern und eine ton,stitutionelle Verfassung zu geben. Als im Winter 1812 die polnische Umgebung Kaiser Alexanders I. derartige Absichten nährte, hat Stein die Gefahr einer in ihnen liegenden polnischen Propaganda klar erkannt: seine damaligen Briefe enthalten hierfür die Belege. Damals war es, daß Stein die Frage aufwarf, ob „ein aus Edelleuten, Juden und tiefgebeugten Leibeigenen bestehendes Volk, verbildet durch eine zweihundertjährige Anarchie, des Genusses einer vernünftigen Freiheit fähig" sei. Sobald später auf dem Wiener Kongreß die polnische Frage eine überwiegende Bedeutung, gewonnen hatte, machte Stein am 6. Oktober in einer Eingabe an Kaiser Alexander seine Bedenken gegen die russischen Pläne betreffs Polens geltend und wiederholte sie in einer Unterredung am 19. Oktober. Er fügte hinzu, daß die Gründung eines selbständigen polnischen Staates den Keim der Uneinigkeit zwischen dem despotisch regierten Rußland und dem verfassungsfreien Nachbarstaat enthalte, während sie in denjenigen polnischen Landesteilen, die Preußen und Oesterreich zufielen, eine fortwährende Gährung erhalten werde. Prozeß Sternberg. Berlin, 27. November. Zuerst wird Schriftsteller Stockhausen vernommen. Er kennt den Schutzmann Raupach), der Ordonanz des Direktors v. Meerscheidt-Hüllessem war, seit etwa zehn Jahren und hatte ihn in einer außerdienstlichen Angelegenheit auszusuchen sich vorgenommen. Als der Zeuge zu Raupach kam, hat er diesen u. a. gefragt, ob es denn jetzt Mode bei der Polizei sei, daß Beamte Briefe an Zeugen schreiben, sie zu beeinflussen ? Er habe noch hinzugesetzt: Sie werden schon wissen, was ich meine. Auf diese Weise sei wohl Herr Raupach dazu gekommen, später Herrn Stierstädter einmal vorzuhalten, daß er an die Briefe denken möge. Gerichtsassessor Dr. Herz hat als Untersuchungs richter die Ehlert und die Schnörwange in Kottbus vernommen und -flieht Auskunft über den Eindruck, den beide auf ihn gemacht haben. Sie machten keinen besonders glaubwürdigen Eindruck. Die Ehlert erkannte damals in der ihr vorgelegten Photographie Sternberg wieder. Hierauf wird die Zeugin Klara Fischer der Zeugin Frl. Bieber gegenüber gestellt. Sie habe sofort gesagt, daß sie mit einem Herrn Beziehungen habe und Besuche von ihm empfange. Die Zeugin schildert unter lebhaftem Protest des Frl. Bieber den Verkehr in dem Bieberschen Pensionat in sehr ungünstigen Farben. Sie giebt zu, bei dem Gespräch über Sternberg recht horte und unfreundliche Ausdrücke über ihn gebraucht zu haben, ebenso wie Frl. Pfeffer. Als sie mit Herrn Schneider nach London gegangen war, hatten sie von der Pfeffer einen Brief erhalten, in dem sie dringend aufgefordert wurden, nicht hierher zurückzukehren, da hier die ungeheuerlichsten Dinge gegen sie vorgebracht werden sollten. Später hätten sie von Fräulein Pfeffer erfahren, daß alle diese Dinge von Frl. Bieber herrührten. Letztere erklärt darauf, daß sie dem Frl. Pfeffer nur das erzählt habe, was ihr Frau Schneider über ihren Ehemann und Frl. Fischer mitgeteilt habe. Der nächste Zeuge ist der Kaufmann Berg m a n n , der in dem Goldgeschäfte von Belmonte thätig ist. Gr macht Aussagen, woraus hervorgehen soll, daß der gestern vernommene Zeuge Hofmeier, der in dem nämlichen Geschäft eine Nebenbeschäftigung hatte, in dieser Strafsache für Luppa ober Sternberg sehr thätig gewesen sei. Er weiß, daß Hofmeier sich bestrebt habe, Blümke in dem Geschäft anzubringen. Er habe sogar sich bereit erklärt, das Gehalt gleich auf drei Monate ans seiner Tasche zu deponieren. Er habe auf Befragen auch zugegeben, daß er von Blümke etwas herausbekommen möchte. Wenn er mir alles sagen wollte, was ich wissen will, könnte Blümke sofort 10 000 Mk. verdienen und ich 30 000 Mk. Zeuge Hofweier bleibt dabei, daß dies ein Scherz sei. Zeuge Bergmann behauptet dagegen, daß es sehr ernst gemeint gewesen sei. Einmal habe Herr Hofmeier auch gesagt, der fremde Mann habe erklärt, er komme von Dr. Werthauer. Als bann in ben Zeitungen Mitteilungen darüber standen, daß mehrere Personen in der Sternbergschen Sache wegen Beeinflussimg verhaftet seien, habe der Inhaber des Belmonteschen Geschäfts, Herr Levv, den Zeugen *11 litt all( friegen die Aester nicht, ich bin schlauer ipj, f i e. Der Zeuge erkennt in der ihm vorgelegten graphie Luppas den Herrn wieder, den er bei Hofmc» gesehen habe. Dieser wird vom Präsidenten unter Warnung vor dem Meineide befragt, ob er nicht zugetr< wolle, daß der angebliche Jänicke Herr Luppa war. Zeu, Hofmeier giebt zu, daß ein egewisse Ähnlichkeit h liege. Der Zeuge Bergmann beschwürt seine Aussage. T« Angeklagte Sternberg stellt durch Befragen fest, Herr Hofmeier seine Bemühungen für ihn, die ohne pra! tisches Ergebnis gewesen, eingestellt habe, als er die Polizei zu seiner Vernehmung zitiert worden sei. Zeuge Kaufmann Kelbe ist mit dem gestern bet nommenen Zeugen Häusler bekannt. Dieser hat ihm et zählt, daß er auf Anregung des Herrn Wolf versuch solle, aus der Margarete Woyda herauszubekommen.« etwa Frieda Woyda der Schwester etwas über die Sten Hofmeier gewarnt. Dieser habe aber gesagt: M ft «-"S1 .....- ...... .....ntes KgeiP««^ JÄÄ’S *Ht W Lia '«Ä ' 411Q d ft dl« eine bin« n. Liubhein Hälfe em a ■ unb eine ordn «alt vLwhafün 3 *1925 hielt die sen- wirtschaft^, bsspital Mio 6oö ft- eine S für eine solch- ftochlöser Su herein" W 3350 M- Men (btt ai Deinng QU’)- Ichrkursuö u bewilligt. S* M? die Sm t-eqen Privatb IN der Ge Mrn-Mlehl 4 M. und f DarrrM ipoihurpo 8omm?rftnrüt Zriedr. Tchäf-r M), Ludwig ^Mäidrucketei Lffrnbach, zur Handel mittag^ von 1C Handelslannner Mitglieder der! Sievers un wieder wiihlbo Vvehm ch ei btt MMtL votMÜMen. fc. tzM Zweigverl im „Taunus' ab. Den 8 GeMsberic -liederzahl ift M 1899 in stiegen. Die schästjsthrr 4 Verwögen bti dem Bericht Mteilung t Pflichtbeiträge geMchch (2 längere die ebenfalls vorn Hauptberö 1 Anfrage für g, c bar gehalten. 5 - Boirlen durch ! entworfen gegenseitig Aus Stadt un- Kund. Gietzen, 28. November l^- ** Aus dem Büreau des Stadttheaters wn uns geschrieben: Herr Karl William B ü l l e r g > im hiesigen Stadttheater an drei Abenden uno - am Donnerstag den 29. ds., Freitag den 30: os. Sonntag den 2. Dezember. Das Gastspiel f,1,bct ^enI? höhten Eintrittspreisen statt, indes haben Abonnemen^ billets mit Zuzahlung Giltigkeit. Am Donnerstag kom „Zirkusleute" zur Aufführung, worin Herr -vu den „Landowsky" spielt. ^-»burtS -pf. Nidda, 27. November. Zur Feier des Gevu tages des Großherzogs und der Großherroa fand gestern abend im „Hotel Traube" ein fofang ’ kommers statt, an dem, eingeladen von der fteiwM Feuerwehr, die hiesigen Vereine (Gesang-, Tarn-, Ra s y Krieger- und Bahnbeamten-Verein) und em großer ci Bürgerschaft sich beteiligten. Den musikalischen L-u y bergsche Sache gesagt habe. Nach einer kurzen Pause wird Frl. Bieber m Grund einer eingegangenen Karte darüber befragt, ci sie Herrn Sternberg vor diesem Prozeß gesehen ober g- fannt oder von Herrn Sternberg größere Geldsumv-r erhalten habe. Sie erklärt unter Hinweis auf ihren r leistenden Eid, daß dies entschieden nicht der Fall sn Der Vorsitzende läßt hierauf Frau Hausmann M mals vortreten und befragt sie nochmals über ben fc fall, bei dem sie den Kommissar Thiel in ihrer Wohn.-> gesehen haben will. Der Vorsitzende will namens wissen, ob seit dem Tage, an dem hier vor Gericht dust Vorfall erwähnt worden, etwa Herr Luppa bei ihr gt wesen sei. Der Zeugin Callis wird vom Vorsitzenden borge halten, daß sie auch in einer Kuppelsache Krüger als Zeug-, vernommen worden sei und auch bei dieser Gelegenbci sofort von ihrem Verkehr mit Sternberg gesprochen bob- Die Callis wird wiederum vom Vorsitzenden ernstlich er mahnt, die Wahrheit zu sogen und auf die Strafen Meineids verwiesen. Zeuge Ludwig R i 11 e r h a u s i-stl ein Freund de- Sternberg'schen Hauses und kennt £>errn Sternberg y.' etwa 10 Jahren. Als Sternberg verhaftet worden im hat der Zeuge Frau Sternberg in größter Aufregung g: funden. Sie habe erklärt, daß sie ihrem Manne ein sollt« \ Vergehen an einem kleinen Mädchen nicht zutraue nü habe den dringenden Wunsch ausgesprochen, daß doch mc dem Leumund des betreffenden kleinen ^Rädchens Emir telungen angestellt werden möchten. Er habe sich schlief lich etwas gegen seinen Wunsch bereit erklärt, Rachsohld ungen anzustellen und habe ebenso wie seine Ehesnrn unb eine Frau Trapp Erkundigungen nach der Friet>s 'Äonby bei dem Rektor und einem Lehrer in Reydorf unb vn einigen Schülerinneii angestellt. Die Auskunft stv nut günstig ausgefallen Frieda Woyda sei ihm als inigxmit würdig und als windbeukelig geschildert wurden. Staatsanwalt Braut macht darauf, aufmerksam, dv. der Zeuge in der vorigen Verhandlung mchk vereidet wo^ den ist, weil er der Begünstigung verdächtig erschien, a nun der Zeuge diesmal nach unb nach doch schon mehl Ermittelungen zugegeben habe, als er anfänglich ar deutete, ersuche er ihn, alles mitzuteilen, was er |onj noch zur Sache wisse. Der Zeuge bekundet unter M- hilfenahme seines Notizbuches noch mancherlei. Eine? Tages habe ihm Frau Sternberg erzählt, es sei ein -Ram bei ihr erschienen, der einen falschen Bart getragen habe, und habe ihr an geboten, daß er ihren Man-K gegen 20000 Mark befreien könnte. Der Main I sei dann noch einmal wiedergekommen unb habe ein an geblich von (Sternberg herrührendes Papier mitgebratfr auf dem die Worte standen: „Errette mich, errette muh, sonst bin ich verloren. Dein Gatte." Da die Worte w- orthographisch geschrieben waren, habe er sofort ge/cM daß es sich um einen Menschen handele, der M erpressen wollte. Frau Sternberg habe fity ferner dE - - beklagt, daß sie von allen möglichen Personen überlaut werde, die immer behaupteten, sie wußten etwav. £ । habe sich auch, über die Machen schäften gegen ihren Ja in der Presse beklagt und behauptet, biefe gingen voncink« bestimmten Journalisten ans. Auf Verlangen dev B - i sitzenden nennt der Zeuge nach längerem Strauben Dm | Namen des Journalisten Borges, mit dem er fuj w Verbindung gesetzt habe, um ihn zu ersuchen, doch dM agressiven Artikel zu unterlassen. Der Gerichtshof bfr schließt, den Zeugen u n v e r e i d i g t zu lasten, da er oe- Begünstigung verdächtig erscheine. ' Die Aussagen der Frau R i t t e r h a u s und der (M j Trapp über die Mitteilungen, die ihnen die Mitschüler innen der Frieda Woyda bezüglich- des Charattere der letzteren gemacht haben, sind ohne Mang, ebenso die uns fagen dreier Mitschülerinnen der Woyda, die nur allen von anderen Mädchen gehört haben wollen. Mi em, Frau Biebas hat die Callis einige Zeit gewohnt, o- biefe eines Tages aus ihrer Wohnung weggebliebcn _ Als die Callis nicht mehr bei ihr war, seien eine- W Frau Krüger und Frau Stabs bei ihr erschienen, sich nach, der Callis zu erkundigen. j Der Vorsitzende bricht hier die Beweisaufnahme uni) vertagt die Verhandlung auf Donnerstag. 1616 !Dif. abgeschlossen. Ktteralur Echter 7694 Prachtvolle Neuheiten in 6603 Gaskronen etc. Elektrische Lampen. bezeichnet, nur gegen bareS Geld zu mahlen. Doch soll in solchen Gegenden, wo das „Mollern" fest eüv gebürgert ist, dasselbe beibehalten werden. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den vom Kreisverein Friedberg-Hanau gestellten Antrag: Die Generalversammlung wolle beschließen: Dem Vorhaben derStadtFrank- furt, im Vogelsberg Quellen zu einer neuen Quellwasserleitung zu fassen, entgegenzutreten, inbesondere dahin zu wirken, daß die großh. hessische Staatsregierung die Genehmigung versagt, da sonst den Mühlen an der Nidda, Nidder, Wetter und Horloff durch die MMnehmeu. ko. Frankfurt a. M., 27. November. Der Mittelrheinische Zweigverband deutscher Müller hielt gestern hier im „.Taunus" seine ordentliche Generalversammlun'g ob. Den Vorsitz führte Herr W. Hildebrand. Den Seschäftsbericht erstattete Herr Feldmann. Die Mit- zliedErzahl ist seit der letzten Generalversammlung, die im tyriil 1899 in Gießen stattfand, von 329 auf 934 ge- stieg'en Die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Ge- MfstSjahre 4402 Mk., die Ausgaben 4399 Mk. Das vermögen des Verbandes beziffert sich auf 4275 Mk. AuS dm Bericht über die Thätigkeit des Vorstands ist die Mitteilung von dem bevorstehenden Abschluß eines Haft- MchtvertrageS seitens deS Verbandes mit einer BersicherungS- Mschaft (Mobiliar gegen Feuer) hervorzuheben. Eine längere Debatte rief die Regelung der Mahllöhne, über lie ebenfalls Herr Feldmann referierte, hervor. Die u>m Hauptverband erstrebte einheitliche Regelung der Mahl- Kn frage für ganz Deutschland wurde nicht für durchführ- lot gehalten. Dagegen sollen sich die Müller in kleineren Shirten durch einen (bereits von einem Rechtsanwalt in Hassel entworfenen) Vertrag zu einer Erhöhung der Mahl- litjne gegenseitig verpflichten. Als wünschenswert wurde Eik begründet den Antrag: Er meint, auf dem Wege des Prozesses werde kaum etwas zu erreichen sein, aber die hessische Regierung habe die moralische Verpflichtung, die Interessen der Müller zu wahren. Sammelweiher könnten den Schaden, der durch die Fassung der Quellen verursacht werde, nicht ersetzen. In der Debatte wurde darauf hingewiesen, daß die Quellen tm Oberwald meistens im Besitz des hessischen Fiskus sind und sich deshalb eine Einwirkung auf die hessische Regierung und die hessischen Kammern empfiehlt. Der Regierung wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie einer nichthessischen Stadt überhaupt gestattet habe, nach neuen Quellen zu suchen, ohne den Verband der Müller zu befragen. Auch die Quellen der Kinzig sollen in Anspruch genommen sein und es wurde deshalb außer dem obengenannten noch ein zweiter Antrag angenommen, „bei der preußischen und hessischen Regierung darauf hinzuwirken, daß diese die Bezugsrechte der Besitzer von Triebwerken an Bächen und Flüffen auf Wasser erwirken oder schützen, sei es durch Servitute oder andere Einrichtungen." Hierauf berichtete Herr Hildebrand über die Anlage von Sammel- (Stau-)Weihern. Im Anschluß an das Referat beschließt der Verband, die hessische sowie die preußische Regierung zu ersuchen, die für die Anlage von Stau Weihern notwendigen Vorarbeiten vorzunchmen. Es soll dabei hervorgehoben werden, daß die Stau Weihern nicht nur im Interesse von Landwirtschaft und Industrie liegen, sondern auch geeignet sind, die schädlichen Hochwasser einzuschränken. Ferner wurde noch beschlossen, in Frankfurt a. M. eine Arbeitsnachweisstelle einzurichten. Erwähnt sei noch, daß sich die Zahl der Kreisvereine wieder vermehrt hat, und daß die Bildung derselben als sehr förderlich für die Interessen der Müller erkannt wurde. Der im Juli hier abgehaltene Verbandstag des Verbandes deutscher Müller hat infeige ungenügender Beteiligung mit einem Defizit von Wundern Sie sich nichts länger über die blendende Wäsche Ihrer Nachbarin, sondern versuchen Sie sofort Dr. Thompson’s Seiienpulver, Marke schwan, und alle Freundinnen werden fortan Ihre schwanenweisse Wäsche bewundern. 3047 31 sn verlange es überall! Was soll ich zu Weihnachten schenken? viele und gehen von einem Schaufenster zum andern, ohne einen Entschluß zu fassen. Wir möchten einen guten Rat geben und darauf aufmerksam machen, nicht zu versäumen l Karton ä 3 Stück (Mk. 1.50) der allen Damen auf dem Toilettetisch unentbehrlichen Pat. Myrrholin-Seife zu kaufen ; dieses Geschenk wird stets Freude bereiten. Die Pat. Myrrholm- Seife ist überall, auch in den Apotheken, erhältlich. Nach Orten ohne Niederlage versendet die Myrrholin-Gesellschaft m. b. H. in Frankfurt a. M. 2 Kartons franko gegen Nachnahme von Mk. 3.— 6682 Adolf Soirneuthal. Eine Kü n st l e r l a u f- bahn als Beitrag zur Geschichte des moder neu Burgtheaters. Von Ludwig Eiseuberg. Dresden und Leipzig. E. Piersons Verlag. Ter Biograph Sonnenlhals richtet in dem vorliegenden Buche dem gefeierten Schauspieler ein Denkmal auf, das in der^Hauptfigur nicht nur die ganze Künstler-Individualität Sonnenthals zeigt, sondern in den Reliefbildern des Sockels auch die Stationen darstellt, die der Mime auf feinem Werdegang zur Knnstlerschaft zurückgelegt hat. Wenn der Autor 450 Druckseiten gebraucht, und seine Darstellung etwas breit anlegt, so läßt sich das insofern rechtfertigen, als er dem Leser ein Stück Kulturgeschichte darbieten will. Er schildert deshalb nicht nur den Künstler, sondern auch den Menschen in seinen Beziehungen zur Familie und zur bürgerlichen Gesellschaft. Ohne den reichen sittlichen Fonds, den der am 21. Dezember 1832 zu Budapest geborene Adolf Sonnenthal als schönes und sichieres Erbteil aus dem Elternhaufe hinwegnahm, wäre es niemals möglich gewesen, daß der Sohn verarmter jüdischer Krämerleute, der zum Schneiderhandwerk greifen mußte, um als halberwachsener Bursche sein Brot zu verdienen, später in der besten Gesellschaft Wiens hätte eine Rolle spielen, ja daß Kaiser Franz Josef ihn in den erblichen Transportable Petroleum- Heizöfen, garantiert geruchlos u. gefahrlos, vorzüglich heizend und billiger als Kohlenheizung empfiehlt speziell auch für Bureaux, Läden Wilhelm Orbig Nachfolger ft Feuerwehrkapelle und der Männergesangverein über- ncinmen. Nach der Begrüßung durch den Kommandanten Wehr, Herrn Betzberger, hielt Pfarrer Werner die Astrede. DaS auf das Fürstenpaar ausgebrachte Hoch wurde ul Begeisterung ausgenommen und darauf die National- Hnne gesungen. Es wechselten Vorträge der Kapelle und Gesangvereins sowie patriotische Gesänge der Ver- smmelten mit einander ab, und die ganze Veranstaltung ij als eine durchaus gelungene zu bezeichnen. n. Liudheim, 27.November. Die Spar- und Leihlasse zu Büdingen hat der hiesigen landwirtschaftlichen . _ x . - Cx u . bwshaltunasschuie aus den Ueberschüssen deS abgelaufenen I Wafferentziehung großer Schaden erwachsen durfte . Herr ZchreS eine außerordentliche Unterstützung von 1000 Mk. > ""in. h'6 inb eine ordentliche von 100 Mk. überwiesen. Doch rst anjrre Anstalt nicht die einzige gemeinnützige, die einen imhaften Zuschuß erhalten hat. Die Kasse hat vielmehr 1925 Mk. für derartige Zwecke verwendet. 450 Mk. er- hirli die Gewerbeschule in Büdingen, 500 Mk. die landwirtschaftliche Winterschule dort, 500 Mk. daS Math'lden- haff ital und 100 Mk. die Kleinkinderschule daselbst; 200 Mk. fiao für eine Krankenpflegerin auf dem Lande, 100 Mk. für eine solche in Büdingen, 400 Mk. für den Badebesuch stwvhulöser Kinder und 50 Mk. für den „Viktoria-Melitta- kerein" bewilligt. Außerdem erhalten die Bezirksgemeinden 3350 Mk. als Beitrag zu den Kosten für die Fortbildungs- schu' en (der auf manche Gemeinde fallende Anteil reicht zur Drrl ang auS). 250 Mk. wurden für den Obstbaumwärter- MursuS und 600 Mk. zum Gehalt des Vereinstierarztes bewülligt. Vom 1. Januar 1901 an verzinst die genannte ftafjic die Einlagen mit 33/4 pCt., während sie für Darlehen gegen Privatbürgschast 5 pCt., für solche gegen Mitbürg- schajst der Gemeinden 4S eingeheiff B b,e >be iff ff!11»*. :t Di "! *. u"9 des Ä^*»W LW iternbern S ^sehen § t unMr°Be.re Geldjr Ptuu V^lnroei5 aus fr ^Mieden nicht der > fff g Jte nochmals über d - i- ihm» teilt not °«demhier>wrGkri» ™ berr Luppa bei: lritb vom Borsitzendei r «fache Krüger alz nd auch bei dieser Gel- mü Sternberg ’ vom Vorsitzenden ernr ogen und aus die Sich ter Haus ist! ein gM id kennt Herrn Sterup- ernberg verhaftet wr 'berg in größter daß sie ihrem MaM kin ss en Mädchen nicht Mm lsch ausaesprochenffatzdo.- enden kleinen Wchens! möchten. Sr habe sich unsch bereit erklärt, % : ebenso wie seine M Maen nach, der Fck h Lehrer in Reydo estelü. Tie Äusku^ da Äoyda fei telig geschilder/^^ t macht darssausmrksM Krhand^nchibff istigun- /tlöächtlgNM rachM'nack doch ch- M als er anianz" ICA mitzuteilen, nxts - bekundet« fas noch manck^ c :ndertz erzählt, es en salfchen Bart «freue formt‘ J , dergekommen und . nöhreedes W»*'! m: „wette ein Satte." WJ, iw*. Holte 0 * , * ^ei ten gegen iW t «ui 'S»111*,* '««**■ Sä« *%*&»*; neu W „neu. \ -hört habe" .eit «pS* itunbiS® w-W hi hi« Jwner», SW®"5, '-ff-'?'*5 lt'gke', g, tvorin nü« UöD h* t'" 1 frtiö'- xratlbe elf*’ Soeöe« eingetroffev: Erste wirkliche 9keicheit !! fcbcnhrr NX I • Von ärztlichen Autoritäten glänzende Er- eurastnenie erzieh mit „sanato^en“. Zu haben in Apotheken und Drogerien. (Nervenschwäche) Bauer & Cie., Berlin SO. 16. 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Tas erste Novemberheft der „Gesellschaft" (E. Piersons Verlag in Dresden) beschäftigt sich zweimal mit dem österreichischen Philosophen und Parlamentarier Bartholomäus Carneri, dem Ethiker des Darwinismus, einem der interessantesten Charakterköpfe der zeitgenösslscl)en Ge- chichte innerhalb der schwarz-gelben Grenzpfähle. Dav eine Mal ist es Rudolf Steiner, der Carneris Bedeutung aus seinem Wissen und Wirken in einem kritischen Es|ay bespricht, das andere Mal ist cs die feinsinnige Dichterin Marie Stona, die in geistvollem Plauderstil ein Bild des bedeutenden Mannes festzuhalten sucht: beide Aufsätze, gleich fesselnd und anregend geschrieben, geben jeder itt seiner besonderen Weise, wertvolle Ausblicke auf die Schaffensgebiete Carneris. Neben diesen Arbeiten ästhetischer Art fesselt der Spitzenartikel der neuen „Gesellschaft", der sich mit Chamberlains Aufsehen erregendem Werke „Die Grundlagen des 1 9. Jahrhundert s" eingehend beschäftigt und die Weltanschauung dieses künstlerisch empfindenden Gelehrten einer Kritik unterzieht. Von dichterischen Schöpfungen der neuen Nummer ist an erster Stelle der Schluß des Zweiakters von Richard Scl)aukal „Einer, der seine Frau besucht" zu nennen neben einer fein empfundenen Novelle „Einsegnung" von Adele .Hindermann und einer Skizze von Josef Trübwaffer Der arme Hans", die in rührender Weise das Geschick eines alten Pferdes erzählt. Zahlreiche lyrische Beitrage und eine größere Reihe Mitiken über litterarische Novitäten vervollständigen den Inhalt der interessanten Nummer. Handel und Verkehr. Uolkswirtschast. — Welche ri sige Lelstungöfähtgkeit unsere deutschen Kampfs schlffahrttz Gesellschaften bcsitzen, beweist die Thatsache, daß z. B. der Norddeutsche Lloyd in Bremen innerhalb kürzester Frist rrotz der starken Beanspruchung seiner Dampfer durch die Paffagi-rfahrt vtcht weniger als 16 seiner großen transatlantischen Dampfer für die Truppen Transporte nach China der Kaiserlichen Marine zur Vc.fügung24 Noribr. (Allgemeiner Deutscher Verstcherungs Verein.) Im Monat Oktober 1900 wurden 1262 SchadenfSlle reguliert. Davon entfielen auf die Haftpflicktverstcherung 610 Fülle, und zwar 342 wegen Körperverletzung und 268 wegen Sachbefchä- hiaung; auf die Unfallverstcherungg 588 Fälle, von denen. 5 dw sofortigen Tod und 4 eine gänzliche oder tellweise Jnvalidttat der Verletzten zur Folge hatten. Don den M tgliedern der Kapitalversicherung für den Todesfall find 64 in diefem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat Oktober 6470 Versicherungen. Von den vor dem 1. August 1900 an gemeldet en Schäden der Unfall- Versicherung (incl. der TodeS- und JnvaliditätSfälle) sind nur 188 noch in Behandlung. _____________ Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplanergafse aus. ft Seltersweg 68 Fritz Nowack Seltersweg 68 Spezial-Geschäft für Betten und Schlafzimmer-Einrichtungen empfiehlt seine bewährten Qualitäten in Bettwaren, wie Daunenköper, Bettbarchent und Bettdrelle ferner: Bettfedern und Daunen in nur staubfreier Ware. Rosshaare und Kapok in prima Qualitäten. Lager der "bewährtesten Patent-Matratzen ™ sowie Anfertigung von dreiteiligen Kapok- und Rosshaar-Matratzen in gediegener Arbeit. bti tu X * X •SS«« 6693] Schöne 5-Zimmer-Wohuv^ nebst Zubehör per 1. Januar zu I verehr!. 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