Nr. 228 Zweites Blatt. Samstag den 29 September 150. Jahrgang LÄQO Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Hrfcheint tägNch mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener MamitienStätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. ______ Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. Lvnahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Die Wirren in China. Nach eitlem Londoner Telegramm erfährt der Washingtoner Berichterstatter der „Morning Post", .Graf Hatzseldt und dem amerikanischen Geschäftsträger in London, Mr. White, seien am Dienstag im Auswärtigen Amt in London die Entwürfe der englischen Antwort auf die deutsche Note »gezeigt worden. Nach dem Bericht Whites an das Staatsdepartement sei Lord Salisbury grundsätzlich einverstanden mit dem deutschen Vorschlag, daß'die Leiter des Aufstandes bestraft werden müßten. Aber er sei der Meinung, daß dies die Anknüpfung von Friedensunterhandlungen nicht verhindern sollte. Lord Salisbury lehne es nicht ab, dem englischen Gesandten in Peking zu gestatten, über die Strafbarkeit der Boxerführer zu berichten. Außerordentlich scharf nahmen die „Times" Stellung zu Gunsten des deutschen Vorschlags. Allerdings ist die deutsche Politik in der „Times" wahrlich nicht häufig in so wohlwollender Weise beurteilt worden. Bezüglich der Führung der Untersuchung gegen die verdächtigen Großmandarinen befürwortet die „Times", die Feststellung des Sachverhalts vor einem unabhängigen Gericht, das zwar Chinesen als Zeugen vernehmen, aber keinen Chinesen als Beisitzer haben soll. Bekanntlich ist der deutsche Vorschlag allgemein gehalten und geht aus keine das gerichtliche Verfahren treffenden Einzelheiten ein. Diese werden erst später festgestellt werden müssen, es dürften aber, mindestens soweit Deutschland in Betracht Tonfmt, kaum Bedenken bestehen, sich dem von der „Times" befürworteten Vorgehen anzuschließen. Der „Politischen Korrespondenz" wird bestätigt, daß Japan sich ohne Vorbehalt der Note Bülows anae- schlossen hat. Die Antwort besagt im wesentlichen, daß Japan der deutschen Auffassung zustimmt, wonach die Bestrafung der an den Pekinger Verbrechen Schuldigen der Wiederaufnahme des diplomatischen Verkehrs mit Cbina vorangehen müsse, und daß oie japanischen Gesandten in Peking die entsprechenden Weisungen erhalten werden. * * * Der französische Generalkonsul in Shanghai telegraphiert unter dem 25. d. M. folgendes: Der General Ting-fu-tsiang ist zum Oberbefehlshaber der chinesischen West- und Nordarmee ernannt worden. — Nachrichten aus chinesischen Quellen zufolge haben die Vizekönige und Gouverneure vom kaiserlichen Hof Befehl erhalten, alle Ausländerzu bekämpfen und § u töten. Der in Shanghai eingetroffene Präsident der kaiserlichen Universität in Peking, Dr. Martin, erklärte, daß wenig Hoffnung auf Wiedereinsetzung des Kaisers vorhanden sei. Die reaktionäre Partei seizuallrnäch- ti g. Das gegenwärtige Chaos würde wohl geraume Zeit sortdauern. Nach in Wien eingetroffenen Meldungen aus Taku sind dort bisher 60 075 Manninternationale Truppen gelandet. Bei der Einnahme vonPatatschu wurden die Boxer vollständig überrascht und getötet. „Daily News" melden aus Shanghai, die kaiserlichen Edikte vom 12. September verleihen Chunyi, dem Bruder der Kaiserin, der kürzlich in Paotingfu S e l b st- mord beging, wie Lipingheng, der in der Schlacht während des Vormarsches der Verbündeten nach Peking fiel, nachträgliche Ehrungen. — „Central News" welden aus Shanghai: Der „Shanghai Mercury" veröffentlicht eine Bestätigung der Meldung, daß Li- Hung-Tschang geheime kaiserliche Befehle erhalten hat, Trentsin und Peking wiederzunehmen, und daß er versprochen habe, 100 000 Mann Truppen auszuheben. — Ein Petersburger Telegramm lautet: Nach den letzten Meldungen werden sämtliche chinesische Kriegs Häfen blockiert, besonders Futschou und Kanton. Zum Schütze der Transportschiffe werden von den vereinigten Flotten schnellgehende Kreuzer ab- aesandt, um den Feind zu suchen. Bisher ist zwar von den chinesischen Kriegsschiffen kein Ueberfall zu verzeichnen, dennoch hat das Abda mp f e n d e r chi n e s i s ch e n Flotte aus Shanghai den europäischen Admiralen Besorg- n i s eingeflößt. Bisher haben folgende chinesische Kriegsschiffe sich in das offene Meer begeben: 1 Kreuzer, 1 Panzerschiff, 6 schwimmende Batterien, 4 Kanonenboote, 3 Transportschiffe. Nach einem Shanghaier Telegramm ist die Gefahr einer Hungersnot in Nordchina im Wachsen. Die Behörden in Shanghai haben daher gestattet, Reis nach Taku zu verschiffen. Schleunigste Hilfe soll nötig sein. Der „Standard" meldet aus Shanghai: Gerüchtweise verlautet, Graf W a l d e r s e e habe g e d r o h t, den ganzen, für den kaiserlichenHofbestimmten, im Pangtse- thale aufgefundenen Proviant zubeschlagnahmen und eine internationale Expedition zu organisieren, um sich der Kaiserin und ihrer Urn- gebung zu bemächtigen, falls nicht die Anstifter der Unruhen unverzüglich die verdiente Strafe erhielten. Die „Times" besprechen! die Annexion der Mandschurei und kommen zu dem Schlüsse, daß infolge der jetzigen! Lage in der Mandschurei die Anwesenheit zahlreicher russischer Truppen keinen Anlaß zu Besorgnissen geben darf. Es hieße Rußland beleidigen, wenn man annehme, daß es entgegen der Versicherung seiner Regierung die Mandschurei dauernd besetzen werde. • * * Die protestantischen Gebäulichkeiten von Mukden, schreibt ein Berichterstatter des „North China Herald", waren am 30. Juli abgebrannt worden. Die jrönösch- katholische Kirche war bereits durch kaiserliche Artillerie zerstört. Am 5. Juli nahmen wir indes »den Zug von Tieling nach NiutschwaNg, ohne zu wissen, daß duf der Bahnstrecke gekämpft wurde. Unter den Reisenden befanden sich einige Ingenieure, einige Damen, die kn ach Port Arthur in Sicherheit gebracht werden sollten, tzwei französische Schwestern und andere Personen, die am Ende des Zuges in Pferdewagen untergebracht waren. Etwa 40 Li oder weiter nordwestlich von Mukden hielt der Zug. Ich schaute hinaus und sah eine große Schar Boxer — so wenigstens hieß es —, die in einem Felde vor der Bahnstrecke lagen. Die Lokomotive dampfte zurück; es churde ein heftiges Gewehrfeuer auf den Zug eröffnet, hoch wurde niemand getroffen. Die Eisenbahn ward aufgerissen. Am Abend kehrten wir nach der Stelle zurück, wo wir angegriffen worden waren, und fanden eine Station zerstört; auch war der Schaden an der Strecke zu bedeutend, als daß er sofort hätte ausgebessert werden können. Am nächsten Morgen begaben wir uns nach Tieling, wo wir erfuhren, daß am Morgen ein Gefecht stattgefunden habe (6. Juli). 'Es hieß, 46 Chinesen seien getötet worden, die Russen hätten keine Verluste gehabt. Als einen Merkwürdigen Beweis für den Aberglauben, der bei der jetzigen Bewegung mitspielt, sei erwähnt, daß die chinesischen Truppen von einem Mädchen angeführt wurden, das zu Pferde saß und kugelfrei sein sollte. Es wurde durch den Kopf geschossen, allein es hing die Fabel, Jpie sei wieder lebendig geworden. Von der Station aus konnte man die brennenden Dachsparren der katholischen Kirche sehen; schwere Rauchwolken stiegen von den presbyterianischen Missionsgebäuden auf. Der Tag blieb im übrigen ruhig, der folgende aber (7.) wurde für die Fremden recht bedenklich. Die etwa 3 Kilometer von der Station entlegene russische Niederlassung war zwar nicht in Gefahr, auf die Station selbst wurde jedoch ein nachhaltiger Angriff unternommen. Das feindliche Feuer war meist unwirksam. Im Lause des Tages wurde unter den Papieren eines Läufers, den ein Kosak ergriffen hatte, eine vierzehn Tage alte Nummer der (amtlichen) Pekinger Zeitung gefunden mit einem Aufruf, wodurch die Kaiserin die getreuen Unterthanen ermahnt, sich gegen die Fremden und deren Religion zu erheben, da Taku Nun gefallen sei. Diese Entdeckung bestimmte die Ingenieure und Offiziere, Tieling sofort zu verlassen. „Wir haben Soldaten genug, um die Eisenbahn gegen Räuber zu verteidigen, nicht aber, um Krieg zu führen", sagte einer der Ingenieure. Es wurde beschlossen. Nach Charbin im Norden zu reisen, da der Weg nach Süden gefährlich sein könne. Die Russen hatten damals etwa 200 Mann Fuß- und Reitertruppen sin Tieling zusammengezogen, waren aber nicht genügend mit Patronen versehen. Unter dem Schutz der Nacht trafen wir eine Auswahl unter unseren Sachen, warfen den Rest weg, steckten die Niederlassung in Brand und machten Uns bei Tagesanbruch auf. Ein bemerkenswerter Umstand bei diesem Rückzug war, daß unsere Karawane von 200 katholischen Chinesen Legleitet war. Pater Lamasse aus Tieling hatte sich zu den Russen geflüchtet und eine große Anzahl Angehörige seiner Gemeinde in einem Hause untergebracht, das ein russischer Ingenieur zur Verfügung gestellt hatte. Für die Flucht hatte man etwa 20 kleine Karren auftreiben können. — Unter den chinesischen Christen befanden sich zahlreiche Frauen und Müder. Was mit ihnen beginnen? Um sie zu retten, beschloß der Oberingenieur, eine halbe Million Rubel zu opfern, denn die Karren, die den Leuten zur Verfügung gestellt wurden, wären anders mit Silber beladen worden. Nach etwa nenn Tagen waren von den chinesischen Christen Fcnim noch einige bei uns. Mehr als einmal, wenn wir dem Tode ins Auge .sehen mußten, hatten wir das feierliche und eindrucksvolle Schauspiel, daß die Leute zu einem langen Gebet niederknieten, mit Pater Lamasse und Pater Villemont zur Seite. Die Gebete wurden in mancherlei Hinsicht erhört. Es war ja nicht im Winter, und wenn uns auch die Nahrungsmittel manchmal ausgingen und das Brot hart und das Wasser brakig war, hatten wir doch im allgemeinen genug. Das Schlafen unter freiem Himmel, wenn von Schlaf überhaupt die Rede sein durfte, war nicht unangenehm. Während eines Marsches von 600 Li, der 11 Tage erforderte, hatten wir mindestens fünf Gefechte zu bestehen, | daneben wurden dank der Vorsicht unserer Führer mehrere Angriffe vermieden oder durch die rafche Bewegung unserer Truppen zurückgeschlagen. Wir empfanden feine Verachtung für die chinesischen Soldaten, sondern waren besorgt, uns so wenig wie möglich in Gefahr zu begeben, um die Zahl der Verluste nicht zu vermehren. Wenn ein Kamps aber wirklich notwendig wurde, dann wurde stink und sicher 'gehandelt. Das waren die Kennzeichen dieses geschickt geführten Rückzuges durch Tausende von bewaffneten Feinden. Mit den Verstärkungen, die unterwegs tzu uns stießen, war die Zahl der uns hegleitenden Regulären nie höher als 350. Dazu kamen 80—100 Eisenbahnarbeiter und Angestellte, die beritten und bewaffnet waren. Das erste Treffen fand am zweiten Tage nach unserem Aufbruch nordwestlich von Kaiyüan statt (9. Juli). Man sah, wie die Chinesen auf den Hügeln über dem Hintertreffen, unserer Kolonne schwärmten. Sie schossen bei weitem Nicht so genau wie die Russen; ihre Gewehre reichten bis etwa 700—900 Meter. Ein Soldat neben mir wurde ins Bein getroffen. Wir hatten im ganzen nur drei Verwundete. Aus chinesischer Quelle hörte ich, daß verhältnismäßig viele Feinde durch unser^Feuer getötet wurden. * Ein Mangel an Karten vom Schauplatz der Ereignisse ' in China ist wohl nicht empfunden worden, aber wenn wir hier auf die Politische Karte von China, herausgegeben von A. Seobel (Verlag von Velhagen HKlasing, Bielefeld und Leipzig), Hinweisen, so geschieht dies, weil uns das Blatt durch besondere Uebersichtlichkeit auffällt. Sie zeichnet sich aus durch .Hervorhebung der Freihandelshäfen, Angabe her neuesten fertigen und projektierten Eisenbahnlinien, sowie reiche Details aller Darstellungen. Wir können diesen interessanten und zuverlässigen Führer in der chinesischen Frage nur empfehlen, zumal her Preis (1 Mk.) im Verhältnis zu dem Gebotenen niedrig zu nennen ist. * * * Telegramme deS Giesterrer Anzeigers. London, 28. September. Nach einem Washingtoner Telegramm hat in Petersburg ein Meinungsaustausch zwischen den Mächten stattgesunden, worauf Rußland seine Meinung in Betreff der Zurückziehung der Truppen änderte. Jetzt sei beschlossen worden, eine Schutzwache für die Gesandtschaft in Peking zu belassen, deren Stärke der Anzahl der von den anderen Mächten zurückgelassenen Truppen entspricht. Ihre Zahl soll ungefähr 200 betragen. Verschiedene Punkte zwischen Peking und Taku würden mit Besatzungen belegt und hie Forts von Taku demoliert. Das sei der Kern der jetzigen russischen Vorschläge. London, 28. September. Aus Shanghai wird gemeldet: Graf Waldersee traf am 24. September vor Tschifu an Bord der „Hertha" ein. Washington, 28. September. Die Kritik, welche die ausländische Presse an der Antwort der Pereinig- ten'Staaten auf die Bülow'scheNote ausübt, macht hier einen großen Eindruck. Die meisten Blätter verteidigen die Politik der Regierung. Die „Newyork- Times" erklärt, der wahre Zweck Deutschlands sei der einer Gebietseroberung. Hierauf sei die Weigerung der Vereinigten Staaten zurückzuführen. Man habe in Washington Deutschland im Verdacht, daß es V e r wickln n g e n h e r b e i f ü h r e n iv o l l e, die ^u einer großen kriegerischen Aktion unter der Führung Waldersees führen sollen. Der Zweck dieser militärischen Operation bestehe in der Besitzergreifung des Vougtse-Thales. Washington, 28. September. Die Regierung hat ihren Gesandten in China, (Songer, angewiesen, sich mit Li-Hung-Tschang in Verbindung zu sletzen, um eine befriedigende Lösung der Krisis zu erzielen. (Songer soll indessen nur die amerikanischen Interessen wahrnehmen. Washington, 28. September. Die Regierung hat beschlossen, die Ernennung des Prinzen Tuan nicht anzuerkennen. Man wird aus dessen Nichtbeftätigung eine conditio sine qua non machen. Peking, 28. September. General Chaffee ist nach Tientsin abgereist, um' Winter-Quartiere in Pungtsang einzurichten. Dieser Ort ist für die Verbündeten sehr wichtig wegen der Nähe der Eisenbahn und des Flusses. Peking, 28. September. Eine große Anzahl von Boxern soll sich verkleidet in die Stadt geschlichen haben. Alle Boxer, die betroffen werden, werden mit dem Tode bestraft._____________________'_______________________________________ Der Krieg in Südafrika. Bor zwei Monaten wurde in Kapstadt von berufener Seite der englische Plan für die nächste Zeit entwickelt. Die Truppen sollten zunächst die Bahnlinie Komatipoort- Pretoria in ihren Besitz bringen, die dann noch im Nordosten verbleibenden Buren durch eine Truppenlime von dem Reste Transvaals absperren, sodann sollte nach endgilttger Ausräumung mit De Wet in dem besetzten Teile Transvaals und in dem Freistaat der Friedenszustand proklamiert werden. Johannesburg und Pretoria sollten als Operationsbasis eingerichtet werden. Die weiteren Operationen im Nordosten würden von den Umständen abhängen, d. h. man glaubte wohl, daß eS nicht zum Vorgehen in das gebirgige Land kommen würde. Die Ausführbarkeit des Planes hing aber von dem Verhalten des anderen Faktors, der Buren, ab. Bis jetzt ist das Programm bis auf die Besitznahme der Bahn nach der Delagoa-Bai unausgeführt geblieben: weder die Absperrung des NordostenS kann als angebahnt betrachtet werden, noch ist De Wet oder doch sein Korps abgethan, geschweige denn der Friedenszustand proklamiert. Englischerseits wurde vor zwei Monaten ein schnellerer Gang der Dinge erwartet. Die sechs jWochen Zeit, die man damals für nötig erachtete, sind längst verstrichen, und wieder haben wir den Beweis vor uns, daß die Engländer die Verteidigungskraft der Buren unterschätzt oder den einmal gefaßten Plan sehr lässig zu verwirklichen gesucht haben. Die englischen Fehler scheinen also wieder bewirkt zu haben, daß, während der eigentliche Krieg in der Hauptsache als beendet anzusehen ist, die Feindseligkeiten sich noch als ganz zweckloser Kugelwechsel eine Weile hinschleppen. Die Hauptmasse der Burenstreitkräfte, bei der sich Schalk Burger und Viljoen befinden, scheint sich an einem Punkte östlich von Pietersburg zusammenzuziehen. Diese Gegend ist für größere Menschenmassen sehr ungesund und von Buschfeld umschlossen, das schwer zu passieren ist. Aus London wird telegraphiert, daß nach einem dort eingegangenen Telegramm die Buren sich jetzt an der Macmac-Drift in nicht großer Entfernung von der englischen Stellung konzentrieren. Die Buren verschanzen sich stark. Präsident Steijn soll sich bei dieser Abteilung befinden und die Buren zum Aushalten anfeuern. Das Buren-Kommando von Donthwite hat am 26. ds. MtS. die englische Garnison auf der Station von Wolverdiund angegriffen. Die Buren bemächtigten sich 50 Stück Vieh, aber die englische Garnison schlug sie endlich zurück, ohne selbst Verluste zu erleiden. Es verlautet gerüchtweise, daß der General Hart die Buren westlich von Klaksdorp geschlagen und ihnen schwere Verluste beigebracht hat. General De Wet soll sich mit 900 Mann südlich der Station Kopje befinden. Zwei englische Obersten sind mit ihren Regimentern zu seiner Verfolgung ausgebrochen. Dem „Standard" wird aus Hektorspruit gemeldet, die Buren hätten, nachdem sie ihre dortige Stellung auf- gegeben, 20 ihrer Geschütze zerstört. „Reuter" meldet aus Vryburg vom 22, September: General Settle hat mit 7000 Mann die von den Buren am 17. ds. umzingelte Garnison von Schweizer Benneck nach einem Gefecht entsetzt, wobei die Buren schwere Verluste erlitten. Der Bürenkommandant wurde gefangen genommen. • * • Burenfreunde aus allen Teilen der Vereinigten Staaten beschlossen in einer Versammlung, eine national-amerikanische Transvaal-Liga zu bilden und Krüger aus- zusordern, die Vereinigten Staaten zu besuchen, und wenn er gezwungen wäre, Transvaal zu verlassen, in den Vereinigten Staaten sein Heim auszuschlagen. Es ist nicht ohne Interesse, sestzustellen, wie viel Verluste der seit drei Monaten geführte Guerillakrieg den Engländern verursacht hat. Am 5. Juni rückte Lord Roberts in Pretoria ein. Bis zum 9. Juni beliesen sich die Verluste auf 335 Offiziere und 2283 Mann tot, 63 Offiziere 551 Mann an den Wunden gestorben, 112 Offiziere 3609 Mann an Krankheiten gestorben, 664 Offiziere 13481 Mann als invalide heimgesandt (die Zahl der Verwundeten übergehen wir, da sie in der letzten Zeit nicht mehr amtlich bekannt gemacht ist). Bis zum 8. September waren die Verluste gestiegen auf 3 83 Offiziere und 2683 Mann tot, 85 Offiziere 791 Mann an den Wunden gestorben, 149 Offiziere 5472 Mann an Krankheiten gestorben, und 1219 Offiziere 27937 Mann als invalide heimgesandt. Der Unterschied beträgt also am Ende der drei Monate: 48 Offiziere 400 Mann tot, 22 Osfiziere 240 Mann an den Wunden gestorben, 37 Osfiziere 1863 Mann an Krankheiten gestorben und 555 Offiziere 14456 Mann als invalide heimgeschickt; also ein Abgang von 17631 Köpfen, ungerechnet die Verwundeten und Kranken. Das sind eben so viel, als wahrscheinlich Buren während der ganzen Zeit überhaupt im Felde gestanden haben! Bemerkt sei noch, daß der Verlust an Toten während der zwei Wochen vom 25. August bis 8. September, in welche die Entscheidungskämpse bei Belfast, Machadodorp und Lydenburg fallen, 2 Offiziere 84 Mann beträgt. Man darf auf eine etwa fünffache Anzahl von Verwundeten schließen. Hinsichtlich der Zahl dieser, sowie der in süd- afrikanffchen Lazaretten befindlichen Kranken sehlt jeder Anhalt. Nach der „United Service Gazette" vom 8. September belief sich der Abgang vor dem Feinde und durch Krankheit in der vorhergehenden Woche auf 33 Offiziere 909 Mann. Entsprechend dem starken Abgang sind in den letzten drei Monaten, vom Auslande wenig beachtet, ohne Unterbrechung starke Nachschübe von Mannschaften wie Pferden nach Südafrika abgegangen. Genaue Zahlen liegen hierüber nicht vor, doch darf man annehmen, daß das englische Kriegsministerium bemüht gewesen fein wird, zum wenigsten den direkten Abgang von Toten und Heim- gesandten zu decken. Das wären an Mannschaften 16969, an Offizieren 662. Damit läßt sich die von der „United Service Gazette" gebrachte Nachricht, daß vom 1. bis 10. September 3651 Offiziere und Mann abgingen, wohl in Einklang bringen. Die 66 2 Offiziere freilich vermag England auch nicht annähernd vollzählig zu ersetzen, selbst wenn einzelne der Heimgesandten zum zweiten Male nach Südafrika geschickt werden konnttn. Als eine „Kriegslehre" verdient Beachtung, daß den nicht berittenen Mannschaften, Unteroffizieren wie Gemeineu, statt der bisherigen Patronentaschen je ein Bandelier mitgegeben wurde, das 100 Patronen ausnehmen kann. Griechen, Türken und andere haben die Vorzüge solcher Bandeliere bekanntlich längst eingesehen; die Buren tragen sie — oder Patronengürtel — auch zu Pferde. — Angesichts der Notwendigkeit so starker Nachschübe ist es nicht verwunderlich, wenn die seit Anfang Mai einbeorderte Miliz (einzelne Bataillone dienen noch länger) immer noch unter den Waffen behalten wird. In den Lagern zu Aldershot wie in der Salisbury Plain sind neuerdings in aller Eile Baracken für den Winter- aus enthalt von Truppen errichtet worden. Schlimmer noch als mit dem Menschenverlust sieht es mit dem Abgang von Pferden aus. Insgesamt soll er sich bis Anfang September auf 910 0 0 belaufen haben! Die englischen Militärblätter sind eins darüber, daß die letzten Operationen im Osten wie im Westen des Transvaals geradezu eine Verwüstung des Pserdebestandes im Gefolge gehabt haben. Nach der United Service Gazette sind aber im ersten Drittel des September 820 Pferde von England nach Südafrika abgegangen und nach der Army und Navy Gazette treffen dort zwischen dem 15. September und 25. Oktober nicht weniger als 13 000 Pferde ein, die genügen sollen, um dem Guerillakriege ein Ende zu machen. Die Annahme des Anerbietens der niederländischen Regierung seitens des Präsidenten Krüger hat diesseits und jenseits des Kanals zahlreiche Federn in Bewegung gesetzt. Wie vorauSzusehen war, ist die Haltung der meisten englischen Blätter sehr unfreundlich, die sich, wie z. B. beim „Daily Telegraph" bis zur Gehässigkeit und zu Drohungen versteigt; denn das Blatt sagt offen: „Daß Krüger die Reise nach Europa auf einem niederländischen Kriegsschiffe macht, wird in unserm Lande nicht so bald vergessen werden, und es könnte einst der Tag kommen, an dem das niederländische Volk die sinnlose Feindschaft bitter bereuen könnte, die es während des Verlaufs dieses Krieges gegen ein Volk, das ein ganzes Jahrhundert lang stets und überall sein Freund gewesen ist, an den Tag gelegt hat." Aus die englische Freundschaft und ihre Bethätigung könnte man in den Niederlanden sicher mancherlei Glossen machen, im allgemeinen aber brauchte man sich in England über diesen Schritt der niederländischen Regierung nicht in der Weise zu ereifern, denn im Grunde genommen, ist die Sache äußerst harmlos. Wie aus einer Erklärung des niederländischen Ministers des Aeußern, de Beaufort, hervorgeht, hat zwischen der englischen und niederländischen Regierung eine Verständigung stattgefunden dahin, daß erstere nichts dagegen einzuwenden hatte, daß dem Präsidenten Krüger ein niederländisches Kriegsschiff für die Reise nach Europa zur Verfügung gestellt wurde. Zudem hat der niederländische Konsul in Lourenzo Marquez in seiner Depesche an den Minister de Beaufort ausdrücklich festgestellt, daß Krüger lediglich aus Rücksicht für seine tief erschütterte Gesundheit nach Europa gehen wolle, sodaß also jedwede politische oder diplomatische Aktion seinerseits von vornherein ausgeschlossen ist. Irgendwelche Verlegenheiten werden und können der niederländischen Regierung also sicher nicht erwachsen. Holland ist übrigens für einen kranken Greis, der ohnehin ein halb tropisches Klima gewöhnt ist, namentlich im Winter kein geeigneter Aufenthaltsort, und dann wären Huldigungen, die man ihm zugedacht hat, auch nicht dazu angethan, seinen Gesundheitszustand zu bessern, ganz abgesehen davon, daß dabei auch internationale Rücksichten ins Spiel kommen, über die man sich doch nicht ohne weiteres Hinwegsetzen kann. * * * Aus Tegernsee ist uns von der „Deutschen Buren- zentrale" ein von Herrn Fritz Bronsart v. Schellendorf unterzeichneter Ausruf an die Völker des europäischen Festlandes und Amerikas zugegangen. Der Aufruf soll zur Gründung eines „Nationalvermögens" für die Buren durch Veranstaltung von Sammlungen begeistern. Die Schaffung dieses „Nationalvermögens" soll den Zweck haben, nach Einverleibung der Burenstaaten in die englischen Kolonieen den Buren die Erhaltung ihrer Nationalität zu sichern und nebenbei die durch den Krieg Geschädigten zu unterstützen. Das Ganze ist ein Unternehmen europäischer Burenfreunde, die Sammlungen sollen auf privatem Wege veranstaltet werden. Die Verteilung der Gelder soll später durch einen internationalen Ausschuß geregelt werden. — Tausende von Buren haben durch den Krieg ihr Vieh, viele ihre Wohnsitze verloren, und diese Leidenden zu unterstützen, ist ein wohlthätiges Werk. * Telegramme deS Gießener Anzeigers. Loudon, 28. September. Nach einer Meldung aus Kapstadt wurde gestern von dem legislativen Rat das Verratsgesetz in zweiter Lesung mit 13 gegen 9 Stimmen angenommen. Lissabon, 28. September. Der Kommandant der englischen Truppen an der Küste von Mozambique teilte den portugiesischen Behörden mit, daß er heute am Geburtstage des Königs vonPortugal eine Ehrenparade über 12000 Mann abhalten werde, wozu er die Osfiziere der portugiesischen Truppen einlabe. Deutsches Reich. Berlin, 27. September. Aus Rom inten wird gemeldet: Bei der heutigen Frühpürsche in der (Ober* försterei Goldap erlegte der Kaiser einen starken Pier- zehnender. — Der Kaiser hörte gestern in Rammten den Ausland. Paris, 27. September. Nachdem der S o z i a l i st e n- Kongreß zunächst beschlossen, in Zukunft alle drei Jahre, das nächstemal in Amsterdam zusammentreten, nahm er heute früh die Diskussion über die Bündnis- Frage wieder auf. Jules Guesde hielt eine vielfach! unterbrochene Rede gegen den Antrag Kautsky. Der Belgier Anseele stimmte ihm bei. Der französische Blcmquist Baillant verlangte eine klarere Formulierung der Vergleichsresolution. Zuletzt ergriff Reichstagsabg. Auer das Wort, um in einer mit Beifall aufgenommenen Rede die Frage Millerand als eine innerfranzösische Sache hinzustellen. Bei der Abstimmung nach Nationalitäten, wobei jede Nation zwei Stimmen hatte, wurde der V e r g l e i ch Kautskys in der Frage Millerand (wonach ein Sozialdemokrat unter gewissen Bedingungen in ein bürgerliches Ministerium eintreten kann) mit 29 gegen 9 Stimmen a n g e n o m-m e n. Die französischen Guesdrsten erhoben hierauf einen furchtbaren Lärm. An einzelnen Stellen kam es zu Raufereien und der Vorsitzende konnte erst nach einigen Minuten die Ruhe wiederherstellen. In der Nachmittagssitzung faßte "der Kongreß Resolutionen bezüglich Gründung von Parteiorganisationen in den Kolonien, Verurteilung der Trusts und auch des Militarismus. Der auf einen französischen Antrag hin auf die Tagesordnung gesetzte G e n e r a l st r e r k wurde prinzipiell anerkannt, doch solle ihm der volle Ausbau der gewerkschaftlichen Korporationen vorausgehen. Der Kongreß wurde hierauf für den internationalen Sozialismus geschlossen. „ , , „ _ Wien 27 September. Eine hiesige Lokal-Korrespondenz will wissen, der Kaiser von Japan werde iM nächsten Frühjahr eine Reifen ad) Europa antreten, ■’uerft den Haren besuchen und dann nad) Wien kommen. ö Budapest, 28. September. Wegen Einreihung des Bürgermeisters der Hauptstadt in die Kategorie der Mi- nisterialsekretäre und Verleihung des Kronenordens dritter Klasse an den Bürgermeister inter- vellierte heute der Abg. Polonyi im Gemeinderat, wobei er dem Wunsche Ausdruck gab, diesen der Bürgerschaft angethanen Affront abzuwehren. Die Versammlung begleitete die Aufforderung mit Beifall. Bürgermeister Hal- mos hat den erhaltenen Orden bereits zuruckge- '""Konstantinopel. 27. September Der russische Botschafter in Wien, Gras Kapmst, hat vorige Woche nnt Bezug auf die rumänisch-bulgarischen Zwischenfälle d'em Grafen Goluchowski im Auftrage des Grafen Lamsdorff erklärt, daß Rußland nach wie vor loyal auf dem Boden der Petersburger Abmachungen von 1897 steht deni Boden der Petersburger Abmachungen von 1897 kanstaaten mit Entschiedenheit hintanzuhalten bestrebt ist. Die andern Botschafter Rußlands erhielten die nämlid)e Instruktion ebenso die Vertreter Rußlands in Sofia und Bukarest mit dem Zusatze, daß sie aus das vollkommene Einverständnis Rußlands mit Oesterreich-Ungarn hinzuweisen haben, wenn aber trotzdem Nuloarien und Rumänien von einer gewissen kriegerischen ^alttina nicht lassen wollen, sie wissen zu lassen, daß sie dies auf eigene Gefahr thun, da weder Rußland noch Vortrag des stellvertretenden Chefs des Militär-Kabinetts, A^ueral v. ^illaume, und den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Botschafters Fürsten zu Eulenburg c A. » 1 eic^aar wird am 13. Oktober, von kommend, in Essen eintreffen und den Ge- besuchen. Am folgenden Tage wird Has '^.^Erupp sche Etablissement und die Kolonie Sud-Essen besichtigen. c a f6LSA l ließ anläßlich des Ablebens des spanischen Marschalls Martinez, C am Pos der Witwe sein Beileid aussprechen. f ~ Z^^ichskanzler Fürst Hohenlohe ist von na^ ,der Jus.el Rügen hierher Zurück- gekehrt umd nahm heute vormittag in gewobnter Weil.» fallen rS“ Seb )"t9eSen’ ^ude herrscht in Trojas — Die Kommission des wirtschaftlichen Aus- sd)nsses hat heute im Reichsamt des Innern ihre Beratungen über die wichtigsten Positionen des Zoll- tarifes beendet. Die Beschlüsse werden im nächste?' Monat dem Plenum vorgelegt werden. In der „D. Kol.-Ztg." nimmt der Gouverneur vo7 Deutsch-Ostafrika, Generalmajor v. Lieb ert, das Wort zu einer längeren Darlegung über die Ziele und die Erfolge seiner mehrjährigen Amtsführung in der Kolonie. Die Durchführung des ersten Punktes seines Programms, die Herstellung des Friedens in her ganzen Kolonie, ist, wie Herr v. Siebert im einzelnem schildert, vollkommen gelungen. Was den zweiten Punkt des Programms, Ausbreitung der deutschen Verwaltung bis auf die großen Seen anlangt, so betont Herr v. Liebert, daß infolge dieser Ausdehnung die großen Seen thatsäch- lich an die Küste sangeschlossen sind und aus dem losen Begriff der deutschen Jnteressen-Sphäre eine wirklid)e Kolonie entwickelt sei. Bei der Durchführung der dritten Aufgabe, der Hütten- und Gewerbesteuer, werde für die ersten Jahre große Schonung und Nachsicht empfohlen. Die Steuer sollte nur erhoben werden, soweit der friedliche Machtbereich der Station reicht. Bisher haben sich (feine Schwierigkeiten ergeben. Dank der Ausführung der Steuer hoben sich die Einnahmen der Kolonien trotz Herabminderung der Zollbeträge von 1,6 auf 3,6 Millionen, lieber H!ie vom Generalgouverneur seit jeher mit besonderer Energie vertretene Zentral-Eisenbahnfrage schreibt er: Alle Mühewaltung kann nur einen Tropfen auf einen heißen Stein bedeuten, so lange der Kolonie das große moderne Verkehrsmittel, die Eisenbahn, und zwar einer Hauptader quer durd) das Land, fehlt. Sollte der Reichstag die jetzt bis ins kleinste ausgearbeitete .Bahn-Vorlage wiederum ablehnen, so ist aller Fleiß und ldas ganze bisher dort angelegte Kapital verloren. Cronberg, 27 September. Graf und Gräfin L o n y a y (Kronprinzessin Stephanie von Oesterreich) statteten heute nachmittag der Kaiserin Friedrich einen Besuch ab und kehrten um 3 Uhr nach Schloß W o l fs- gar ten zurück, wo sie als Gäste des Großherzogs von Hessen weilen. Oesterreich-Ungarn eine Verschiebung des Mus quo oder andere Konsequenzen aus einent etwaigen Kriege dulden werden. Voraussichtlich haben die österreichisch-ungarischen Diplomaten identische Erklärungen abgegeben. Manila, 27. September. Die Insurgenten -griffen neuerdings die amerikanischen Truppen an, wobei die letzteren zwei Tote und acht Verwundete hatten. Die Amerikaner machten 26 Gefangene und töteten oder verwundeten 35. Aus Stadt und Land. Gießen, 28. September 1900. ♦ * Abschiedsmahl. Zu Ehren unseres früheren Oberbürgermeisters, des Finanzministers Gnauth, findet, tote wir vernehmen, am Abend des 11. Oktober in Steins Garten ein Abschiedsmahl statt. Um die Teilnahme daran weiteren Kreisen der Einwohnerschaft zu ermöglichen, ist der Preis des Gedeckes auf Mk. 2.50 einfchließlich eines Schoppens Wein festgesetzt. Näheres soll, wie wir hören, in den nächsten Tagen durch Inserate milgeteilt werden. * • Nene Apotheke. Wie verlautet, beabsichtigt die Stadt Gießen, beim Großh. Ministerium um die Erlaubnis zur Errichtung einer städtischen Apotheke einzukommen, bezw. sich die Konzession zu einer solchen für später zu sichern. - a- Kleiu Lindeu, 26. September. Bei der gestrigen Ob st Versteigerung an der Kreisstraße zwischen hier und Dutenhofen war eine große Menge Kaufliebhaber von Klein- Linden, Allendorf, Heuchelheim und selbst von Gießen anwesend, weshalb das Obst einen recht hohen Preis erreichte. Hauptsächlich verteuert wurde das Obst durch einige Spekulanten von hier, die größere Quanten kauften, um die Aepfel in Gießen wieder abzusetzen. Der Korb Aepfel er» -reichte durchschnittlich einen Preis von 3 bis 4 Mk., sodaß der Centner mit 9 bis 10 Mk. bezahlt wurde. % Lich, 27. September. Wie bereits gemeldet, hat die am vergangenen Sonntag in Worms tagende Generalversammlung des LandeS-Gewerbevereins als Ort für die nächstjährige Generalversammlung unsere Stadt bestimmt. Zugleich wird damit eine Ausstellung der Schüler- Arbeiten und Gesellenstücke verbunden. Es ist dies hier die -erste derartige Veranstaltung. Die Vorarbeiten dazu werden schon in aller Kürze in Angriff genommen werden müssen. — Der Spengler Heinrich Walz erhielt für sein in Worms ausgestelltes Gesellenstück einen ersten Preis. -a- Nieder-Florstadt, 28. September. Am Sonntag Nachmittag gingen der Heinrich Ludwig Roth und Ludwig Stelz von hier nach Dorn-Assenheim, um ein Fahrrad zu kaufen. Auf dem gekauften Rade fuhr Roth nach Hause, während Stelz dort in eine Wirtschaft ging. Hier traf er ein bekanntes Mädchen, mit dem er sich unterhielt. Hierüber ärgerten sich drei in der Wirtschaft ebenfalls anwesende Burschen und belästigten Stelz so lange, bis er die Wirtschaft verließ. Kaum aber war er einige Minuten unterwegs, als chn jene Burschen mit je einem offenen Messer in|ber Hand einholten und ihm an Kopf, Brust und Rücken Stichwunden beibrachten, durch die Stelz lebensgefährlich verletzt wurde und zusammenbrach. Hierauf suchten die Thäter das Weite. Der in seinem Blute besinnungslos Llufgefundene Verletzte wurde in einer unweit des Kampf« Platzes befindlichen Wirtschaft notdürftig verbunden und auf «inem Wagen noch in der Nacht nach Nieder-Florstadt zu seinen Eltern gebracht, wo er zurzeit hoffnungslos darnieder- liegt. Am verflossenen Montag war das Gericht aus Friedberg an Ort und Stelle und fand dort eine abgebrochene Messerklinge mit gekrümmter Spitze vor. Auch wurde der Verletzte vernommen. Die drei Thäter sind bis jetzt noch «icht ermittelt. + Vom Vogelsberg, 27. September. In vielen Orten hiesiger Gegend sind Unterschriften gesammelt worden für ein internationales Telegramm, das nach einjähriger Dauer des südafrikanischen Krieges von den vereinigten Völkern des europäischen Festlandes an die Buren- Republiken durch Vermittelung der Buren-Komitees gesandt werden soll und folgenden Wortlaut hat: An die Buren- Republiken. „Euren jetzt ein volles Jahr hindurch geführten heldenmütigen Freiheitskampf verfolgen wir mit Bewunderung. Gott gebe Eurer gerechten Sache den Sieg und erhalte Eurem Lande völlige Unabhängigkeit." Dieses Telegramm wird im Namen aller Unterzeichner von den vereinigten Komitees mit Angabe der Gesamtsumme der Unterschriften gezeichnet. Die Unterschriften werden gesammelt den südafrikanischen Republiken eingesandt. Bis zum 30. September müssen alle Unterschriften bei dem deutschen Buren- Komitee in Tegernsee in Bayern eingegangen sein. Damlstadt, 26. September. Der Großherzog ist heute nachmittag in Begleitung des Flügeladjutanten Kramer auf mehrere Tage zur Weltausstellung nach Paris gereist und wird dort unter dem Pseudonym Graf Starkenburg Absteigequartier nehmen. Darmstadt, 27. September. Der außerordentlich großen Zahl von 17 vor dem diesmaligen Schwurgericht der Provinz Starkenburg bereits anstehenden Fällen wird sich Doraussichtlich, wie die „Darmst. Ztg." schreibt, noch eine Anklage wegen vorsätzlich er Brandstiftung anreihen. Der verheiratete Wirt Johann Münch von Siedelsbrunn wurde kürzlich unter dem dringenden Verdacht eines solchen in drei Fällen begangenen Verbrechens verhaftet und hat nach anfänglichem Leugnen ein volles Geständnis abgelegt. Die That des M. ist um so bemerkenswerter, als sie eine ganz besondere Hartnäckigkeit in der Erstrebung des verbrecherischen Zieles zeigte, da M. innerhalb zweier Tage seine Hofraite dreimal in Brand steckte. Er ist gut versichert und gedachte wohl, mit der Brandentschädigung ein Geschäft zu machen. Zum erstenmal zündete er sein Haus am 15. ds. Mts. an, worauf jedoch das Feuer, ohne nennenswerten Schaden angerichtet zu haben, gelöscht wurde. Eme zweite Anzündung am nämlichen Tage hatte schon befferen Erfolg, denn der Dachstuhl brannte trotz Ein- I schreitens der Feuerwehr ab. Hierbei soll M. die Spritz- manuschaft mit der Angabe, er sei ja versichert, vom Löschen abgeraten haben. Er bezog mit seiner Familie eine Notwohnung und wiederholte schon in der Nacht vom 16. zum 17. ds. Mts. abermals seine That. In der fraglichen Nacht war wegen eines in dem benachbarten Ober-Abtsteinach ausgebrochenen Brandes die SiedelSbrunner Feuerwehr alarmiert worden und M., der Feuerwehrhornist ist, hatte selbst hierbei mitgewirkt. Als die Mannschaft abgerückt war, begab sich M. in seine Hofraite und legte im unteren Geschoß abermals Feuer. Das Feuer wurde, da man verschiedentlich mißtrauisch geworden war, sehr rasch bemerkt und so zeitig bekämpft, daß man trotz erheblicher Zerstörung des Hauses noch deutliche Spuren der verbrecherischen Manipulationen (Pelroleumgebrauch u. s. w.) wahrnehmen konnte. Darmstadt, 27. September. Die Regierung ist, wie die „Frkf. Ztg." meldet, bisher der Frage, ob die Ständekammern sich im Herbst abermals mit der Lehrerbesoldungsvorlage befassen sollen, noch nicht näher getreten. ES ist jedoch Anlaß zu der Annahme vorhanden, daß die Erste Kammer, falls sie dem Ansuchen des LandeSlehrer- vereins um Wiederaufnahme der Verhandlungen entsprechen will, ihre Zustimmung nicht versagen wird. Sie wird sich darüber aber erst äußern können, wenn der Petitionsausschuß der Ersten Kammer sich mit diesem Ansuchen beschäftigt und es der Regierung zur Gegenäußerung übermittelt hat. Hoffentlich geschieht das bald. — Dem Achtuhr- Ladenschluß, über den man demnächst schlüssig werden wird, steht die Regierung sympathisch gegenüber. Sie wird den Anträgen auf den Achtuhr-Ladenschluß, die von den interessierten Kreisen an sie gerichtet werden, anstandslos stattgeben, sobald sich eine erhebliche Majorität dafür ausgesprochen hat. In den größeren Städten des Großherzogtums dürfte der Achtuhr-Ladenschluß in größerem Umfange zur Einführung kommen. Wetzlar, 27. September. Als Ersatzmann für das durch den Tod des Prinzen Albrecht zu SolmS-Braunfels erledigte Landtagsmandat des Kreises Wetzlar soll von konservativer Seite der Regierungspräsident von Tie- schowitz in Aussicht genommen sein. Er war früher Landrat im hiesigen Kreise. Frankfurt a. M., 27. September. Gestern abend wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft der in die A s f a i r e Marx verwickelte Bankier Robert Selig mann, unter dem dringenden Verdacht der Untreue, des Wuchers und der Hehlerei verhaftet. Gleichzeitig wurden seine sämtlichen Geschäftsbücher beschlagnahmt. Das Gerücht, wonach ein in letzter Nacht verübter Sebstmordversuch eines hiesigen am Röderberg wohnenden Kaufmanns mit der Verhaftung in Verbindung stehe, entbehrt jeder Begründung. Universität und Aschschule. Man schreibt aus Bonn: Wie in früheren Jahren, so ist auch in diesem Jahre für das Winterhalbjahr die Zahl der Studierenden der hiesigen Hochschule, die Bonn verlassen, ganz bedeutend. Der voraussichtliche Gesamtabgang wird auf 700 Studierende berechnet (abgemeldet haben sich heute schon 540); der Zuwachs dürfte dagegen entsprechend den Erfahrungen früherer Jahre 450 kaum übersteigen. — Aus Leipzig wird mitgeteilt: Der Spezialarzt für Ohren-, Hals- und Rachenkrankheiten Professor E. R. Hagen beging unter regster Anteilnahme aller Bevölkerungskreise sein bOjähriges Doktorjubiläum. — Der Philologe Geh.-Rat Professor Dr. Johannes V ah len, Senator der Universität und Sekretär der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, feiert den 70. Geburtstag. Gerichtssaal. Bukarest, 27. September. Der Polizei «Kommissar SachelartdeS wurde, weil er die Rechtsanwälte Bercanu und Georgescu grundlos geschlagen hatte, zu einem Monat Kerker und 1007 Lei Schmerzensgeld verurteilt. Spott, Spiel, Jagd. Marvurg, 27. September. Gestern fand das Revanche- Fußballspiel der Akademischen Fußballvereinigung gegen dm Gießener Fußballklub statt. Da Gießen sich mehr auf die Verteidigung beschränkte, so war ein offenes Spiel nicht zu erwarten. Das Spiel spielte sich fortwährend vor dem Gießener Goal ab. Es gelang Marburg vor der Pause ein Goal zu treten und nach der Pause wurde noch ein Goal erzielt. Das Spiel endete zu Gunsten Marburgs wie das erste Spiel mit 2: O Goals. (Oberh. Ztg.) Arbeiterbewegung. Hamburg, 28, September. Auf der Werft von Blohm u. Voß in Hamburg kam es zu Schlägereien zwischen den Streikenden und zugereisten Werftarbeitern. Die Werftbefitzer haben deshalb 40 daran beteiligte Arbeiter entlasten. Auch die Wiedereinstellung früherer Streikender wurde sistiert. Washington, 28. September. AuS bester Quelle verlautet, daß Unterhandlungen schweben, die voraussichtlich den Streik der Kohlenarbetter durch schiedsrichterlichen Spruch beenden werben. Handel Md Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vem 87. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Prämien auf Kredit per ult Sept. 0.65%, do. per ult Okt. 2.20%, do. per ult. Novbr. 0.00%, Diskonto-Kommandit per ult, Sept 0.65 %, do. per ult. Okt. 0.00 %, Lombarden per ult Sept. 0.00%, do. per ult. Okt. 0.85%. Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00%, Notierungen: Kreditaktien 203.70-80-70, Diskonto- Kommandit 168.60-30-60-10, Staatsbahn 141.20-000, Lombarden 25.30-00, Italiener 93.70, Spanier 71.70.00, Bproz. Mexikaner 25.10, Bochumer 171-170.50-171 bz., Laura 192-192.50-191.50 bz., Harpener 176,70-000.00 bz., Gelsenkirchen 186.50-000.50 bz., Privat-Dis- kont 48/le%. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 203.50-2.80-000.00 bz., Disko oto-Kommandit 168.10-167.50-00 bz., Staatsbahn 141.20-00 bz. Lombarden 25.30-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 000.00 bz., Sproz. Mexikaner 00.00 bz., 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz., Bochumer 000.00 bz., Deutsche Bank 000.00-000 bz. Märkte en. Ariedberg, 26. September. Wie seither immer, war auch der heutige Ferkelmarkt von Verkäufern und Käufern stark besucht. Der Markt verlief jedoch flau bei stark weichenden Preisen. Viele Ferkel wurden darum von ihren Besitzern wieder mit heimgenommen. Das Paar Ferkel 1 Qualität war schon für 24 Mk. erhältlich, geringere für 10—12 Mk. Die Liebhaber von Spanferkeln batten so seit langer Zeit wieder einmal Gelegenheit und benutzten sie auch reichlich, einen billigen Braten zu erhalten; dmn daS Pfund stellt sich bei diesen Preisen nur auf rund 50 Pfg. Obstdurchschuittspreise vom 24. Sept. 1900 (die Preise verstehen fich bei sofortiger Lieferung): Aepfel, je nach Sorte . . der Centner Mostäpfel....... „ Birnen ...... M „ Zwetschen „ Pfirsiche „ „ Trauben „ „ Frankfurt a. M., den 24. September 1900. Mk. 6-12. 3.00. 5-12. 3.00-4. 9-12. 18-25. Centralstelle für Obstverwertimg. Kriefkasten der Redaktion. s. in K. Wir bitten nur um eine kurze Besprechung de« Büchelchens über „Ktndergartenzwang", das wir Ihnen zu dem Zwecke zusandten. Kirchliche Nachrichten. Esasgelische Gemeinst Sonntag den 80. September. 16. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Vtadtttrche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 2% Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Die Vorbereitung für die Kinderkircke der Matthäusgemeinde findet Freitag den 5. Oktober, nachmittag 3 Uhr, im Konfirmandensaal statt. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Sonntag den 7. Oktober findet Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch« lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 29. September. , Nachmittags um 4% Uhr und abends um 8 Uhr: Belegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 30. September. 17. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Meße. , um 9% Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen. An den Wochentagen ist täglich des abends um 6% Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 29. September 1900. Vorabend 5« Uhr, morgens 8W Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 6« Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast« Sabbathfeier am 29. Septbr. 1900. Freitag abend 5« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 6“ Uhr. Wochengottesdienst: morgens 530 Uhr, abends 5M Uhr. Dienstag morgen 5 Uhr, nachmittag 2bj Uhr. Neueste Meldungen. TelephovischeMelbnugeudesGietzeuerAuzeigerS. Wildparkftatiou, 28. September. Die Kaiserin ist heute früh 7 Uhr hier eingetroffen. Kirl, 28. September. Fünf Matrosen der Kriegsmarine unternahmen heute nacht eine Segelfahrt in der Kieler Fö'hrde. Das Boot kenterte. Vier find ertrnukeu; drei davon sind Reservisten, die heute entlassen werden sollten. Paris, 28. September. Dem „Echo de Paris" zufolge steht der polytechnischen Hochschule eine''ähnliche Re- organisatiou bevor wie der MMärschule von St. Cyr. Loudon, 28. September. Die „Times" melden ans Peking: Die letzten Expeditionen hatten bezweckt, die Sicher- heit in der Umgegend der Hauptstadt zu erhöhen und die Verproviantierung zu erleichtern. Das Blatt besteht darauf, daß es notwendig sei, Paotivgfu vollständig dem Erdboden gleich zu machen. Der Widerstreit der englischen und russischen Interessen stehe jedem Versuche, die Eisenbahn wiederherzustellen, entgegen, waS im übrigen eine leichte Arbeit wäre. ♦ * * Madrid, 28. September. Im neuen Staatshaushalt find Mehrausgaben im Betrage von 100 Mill. Pesetas beabsichtigt. Das Kriegsministerium fordert 26, das Marineamt 15, der Bautenminister 12, das Finanzministerium 25 Millionen. Letztere Summe soll zur Umwandlung von einer Milliarde Schutzbonds dienen, die zum großen Teil das Portefeuille der Bank von Spanien belasten. Die allgemeine Erbitterung über diese Mehr- ausgabeu dürfte die Regierung zu Fall bringen. Mailand, 28. September. Der Bruder des Königs- Mörders Bresci ist gestern in Freiheit gesetzt worden. Derselbe befand sich unter der Beschuldigung in Untersuchungshaft, von dem Attentat gegen König Humbert vor dessen Ausführung gewußt zu haben. New-York, 28. September. Wie verlautet, ist in der Republik San Domingo eine Revolution ausgebrochen. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannette Strauch,, geb. Gauss Giessen, den 27. September 1900. 6363 Danksagung statt. Liste ist im Umlauf. 638»' fLine kl. 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Alleiniger Inhaber derselben ist der Kaufmann Ludwig Althaus zu Gießen. Aktiva und Passiva find auf letzteren Student oderPrimaner für Nachhilfestunde« gesucht. Gefl. Angebote werden unter A L 6367 an die Expedition d. Bl. erbeten._______ Bekanntmachung. In das Vereinsregister unterfertigten Gerichts wurde eingetragen der „Verein der Detaillisten" zu Gießen. Die Satzung ist am 30. Juni 1900 errichtet. Mitglieder des Vorstandes sind: Ernst Balser, Wilhelm Herbert, August Noll I., Karl Röhr, Bernhard Oppenheimer, Heinrich Friedrich Nassauer, Robert Jmhäuser, Wilhelm Haas, Robert Stuhl, Franz Schmidt, sämtlich Kaufleute zu Gießen. Gießen, am 25. September 1900. Das Gemeindeobst, meistens Aepfel, Birnen und Zwetschen, wird öffentlich versteigert. 1. Montag den 1. Oktober d. I. Hörnsheim nachmittags 1 Uhr; 2. Donnerstag den 4. Oktober ds. Js. a. Münchholzhausen vormittags 8 Uhr, b. Lützellinden nachmittags 1 Uhr. Zusammenkunft jedesmal beim Gemeindevorsteher. Grob'Rechtenbach, 24. Sept. 1900. 6370 Das Bürgermeisteramt. SWt. MiaWsns. Kreid aut. 6295 Morgen: (MlWtlW 50 M Pa. neue Hellerlinsen echtFrkf.Wiirstchen Prima Apfelmost im 6368 AranLfurter Kof. Prim Apfelmost im 6369 Hessischen Hof. k Kapitalien Nachhilfe in all. Gymn.- u. llHinnUJl» Realfächernd.erfahr.,akad° fleb. Schulmann. Offerten unter Dr. B. Nr. 6228 an die Expedition d. Bl. __ <.. Jr Me S Mebep Mo, rbantasj lUtn Här i,E tot SiJ'tfi W tiitu der W, »to »ft« $«■ Der diesjähiige Laubhüttenfest-Ball findet in Heuchelheim im Wmmt Mmigsburp Empfehle prima juuges Pser-e-tW, sowie prima frisches Fett und auS« gelassenes in Büchsen. Warme Fleischwurst zu jeder Tageszeit. 6379 Kessler, KMemetz-er. 04067] Sandgasse 47 ist em kleines Logis zu vermieten.____________________ lsMansardenwohnung zu vermieten. JJV 04068_______________Kirchenplatz 6. 04076] Jemand zum Wecktragen gesucht.___________L. 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