Nr. 201 Aweitcs Blatt. Mittwoch de« 29 August 1900 Gießener Anzeiger Ut. 1. Gratisdella-«: «iche«r Famitienblätter, Der heWtze Landwirt, Kälter *8r heUsche Dsürskundc. Ibttffc für Depeschen: Anzetger ft*e* Fernsprecher Nr. 5L Telegramme bei Gießener Anzeigers. Das österreichische Schiff „Maria Theresia" telegraphiert, daß das österreichische und deutsche Detachement am 18. August in Peking eingerückt sind und daß der Geschäftsträger Rosthorn mit den Verwundeten mit dem ersten Transport Nach Taku gebracht werde. Das französische Ministerium des Auswärtigen teilt rnit, der französische Generalkonsul in Shanghai telegra- , d-?------■ - . _ Wert heute, daß die Kaiserin, der Kaiser und Prinz I weil es auf dieser Strecke noch von Boxern wimmelt. Um Loudon, 28. August. »Daily Telegraph- meldet aus Petersburg: General Grodekow berichtet, die ganze Amurgegend sei pacificiert. Die Eisenbahn-Bauarbeiten konnten wieder ausgenommen werden. Paris, 28. August. Im Ministerium des Aeußeren nimmt man als wahrscheinliche Ursache, daß der Gesandte Pichon bisher nur eine Depesche sandte. Folgendes an: Die Ankunft der von Peking nach Tienlsin per Kurier abgehenden Nachrichten ist noch immer eine reine Glückssache, Tu an sich im Schansi-Gebiete befinden. Weiter telegraphiert der Konsul, daß am 20. August die Gruppe der Missionare und Ingenieure in Schansinfu südlich von Peking noch lebend und gesund waren, jedoch war ihre Lage sehr verzweifelt. Eine Drahtung des „Daily Tele- gnrph" meldet vom 19. August, die Kaiserin fliehe westlich mit einer Leibwache pon<ä5OO Maün durch gebirgige Gegend. Da Vs unmöglich sei für die Artillerie, aus Peking ihr dähin zu folgen, werde geglaubt, daß sie n ich t ver - folgt werden piürde. In einem Berliner Telegramm warnt die „Köln. Ztg." vor den englischen Sensationsdepeschen, von denen die beiden letzten, welche die Gefangennahme der Kaiserin sowie die Kriegserklärung Rußlands an China meldeten, sich wiederum nicht bestätigten. Als besonders zuverlässig seien die russischen Depeschen anzusehen, da .aus diesen hervorgehe, daß die ftaifenn, der Kaiser (und die gesamte Regierung entflohen sei, wodurch den verbündeten Mächten die Einleitung von Friedensverhandlungen sehr erschw er t werde. Insofern sei das Entwischen des ganzen bisherigen Regierungsapparates ein unerfreuliches Ereignis; daß aber diese Regierung im Innern Chinas große Truppenmassen aufbfeten wird, die den Mächten nachdrucksvollen militärischen Widerstand Entgegensetzen würden, sei nicht anzunehmen. Mit per militärischen Widerstandskraft der Chinesen sei es vorbei. General Doward hat zwar anr 23. ds. gemeldet, die Verbindungslinien in der Umgegend von Tientsin seien jetzt sicher, inzwischen aber mehren sich die Nachrichten, daß noch weiterer Widerstand zu überwinden sein wird. So meldet das Wolffsche Büreau aus Tientsin vom 27., die Eisenbahn Tientsin-Peking sei bis Yangtsun wiederhergestellt, zugleich aber auch, daß große Scharen von Boxern sich 37 Kilometer nordöstlich von Yangtsun sammeln. Militärisch betrachtet bedeuten diese Banden freilich keine Gefahr, aber je länger der Aufruhr dauert — und Aufstände pflegen sich in China ins Unendliche hinzuziehen —, um so mehr droht der friedlichen Bevölkerung das Gespenst der Hungersnot, und um so schwieriger wird auch die Verpflegung der Truppen der Verbündeten. Japanische Meldungen — ob sie aus amtlichen Quellen fließen, ist nicht ersichtlich — berichten ferner vom 23., Boxerund chinesischeTruppen seien abermals im Begriff gewesen, Peking anzu greifen; man erwarte, daß japanische und russische Kavallerie am 25. mit ihnen Zusammenstößen würde. Als Sammelort der Chinesen wird Namyen angegeben; wahrscheinlich ist das Nanyüan, ein zweiter Name für den großen, im Hüben Pekings sich dehnenden kaiserlichen Jagdpark, der gewöhnlich als Nanhaitse bezeichnet wird. In derselben Meldung heißt es, daß von Schantung 9000 Mann mit 15 Geschützen gegen Peking vorrückten. Es kann sich dabei nur um das Heer Yuanschikais, die Kerntruppe der modern ausgerüsteten und geschulten Abteilungen der chinesischen Armee handeln. Die „Morning Post" meldet aus Peking vom 18. August: Die gesamten amerikanischen Streitkräfte mit der britischen Artillerie marschierten auf die äußere Stadtmauer, um einen Angriff der aus dem Süden anrückenden 30 000 Boxer zu erwarten. Der Petersburger Berichterstatter der „Daily Mail" erfährt, in den Unterhandlungen in Peking, deren Beginn fast sicher sei, würde Rußland auf Integrität Chinas, Erhaltung der Mandschudynastie, Zahlung einer Geldentschädigung und gesonderte Behandlung der Frage hinsichtlich der Mandschurei bestehen. Die „Sachsen" ist am 26. d. Mts. in Port Saib ange- tommen. Der deutsche Konsul begab sich an Bord des Dampfers und händigte dem Feldmarschall Grafen Walde r s e e Weisungen seiner Regierung aus. Der Kommandant der „Halcyon" stattete dem Grafen Waldersee einen Besuch ab, ben der Kapitän der „Sachsen" im Namen des Grafen Waldersee erwiderte. Der Feldmarschall ging dann an Land und machte einen Besuch im deutschen Konsulat, worauf er sich wieder an Bord der „Sachsen" begab, die hierauf ihre Fahrt fortsetzte. . Eine Firma in Chicago hat von Rußland einen Auftrag zur Lieferung von sechs Millionen Pfund Ochsen fleisch für die russischen Truppen in China erhalten. Die Wirren in China. Der Gouverneur von Kiautschpu meldet telegraphisch unter dem 24. ds. nachstehenden Auszug aus dem Bericht des Grasen Soden, des Führers der deutschen See- soldaten-Schutzwache in Peking: „Am 21. Juni wurden die Feindseligkerten gegen bte Gesandtschaft eröffnet, diese am 22. Juni infolge Mißverständnisses geräumt und nach englischer Gesandtschaft begeben. kurze Zeit darauf wurde die deutsche Gesandtschaft wieder besetzt; öfterreichjsche und italienische inzwischen abgebrannt. Von da ab unaufhörlich im Gefecht gegen chinesische Truppen des Tung- fuhsiang und Yunglu. Vom 16. Juli bis 9. August Wafferi- sttllstand. Tas Detachement besetzte inzwisck-en den Club. (Den Club hatte Herr von Ketteler zu der Zett, etts er Attache in Peking war, ins Leben gerufen.) Bis rum 14. August mörderisches Feuer aus nächster Nähe. Am 14. August früh Geschütz- und Gewchr- seuer außerhalb der Stadt hörbar. Die Chinesen verließen nachmittags diese Stellungen, als ein indisches Regiment erschien. Detachement ging nun vor, besetzte das Haitethor (das östlichste der drei Thore, die die Ta- tarenstadt mit der Chinesenstadt verbinden), erbeutete 8 Kanonen, eine Fahne, viele Waffen und Munition. 25 Mann hatten mehr als 1000 gegenübergestanden, von denen über 200 gefallen. Tie Seesoldaten haben sich hervorragend benommen, sämtliche Europäer haben ihre Ruhe, Unerschrockenheit und ihr gutes Schießen bewundert. Verwundet sind: Berger schwer an linker Kopfseite, Reinhardt linker Arm; Weißhardt rechtes Gesicht, Gehör verletzt; Ekardts rechte Hand; Förster rechte Schulter; Wirts linkes Bein; Bencke Gesicht (geheilt); König Gesicht und Schulter (geheilt); Günter linker Arm, Hüfte, Lunge; Granlich Gesicht (leicht): Seiffert Bein (Bein steif); Klauß linker Ellbogen (Typhus, in der Besserung). Die übrigen gesund". Aus diesem interessanten Bericht des Führers der deutschen Schutzwache erfahren wir, so knapp er ist, einiges Neue. Daß auch diese kleine Truppe, von der schließlich nur noch die Hälfte gefechtsfähig war, dem deutschen Namen Ehre machen würde, hatte man zwar allenthalben daheim erwartet, aber wir hören jetzt durch den Grafen Soden, daß ihr Verhalten darüber hinausgegangen, daß es von sämtlichen Europäern bewundert wurde, und daß am 11. August, als endlich der Entsatz heranrückte, die 25 deutschen Soldaten noch gegen 1000 Gegner — lauter reguläre Truppen, wie auch Graf Soden bestätigt — zum Angriff vorgingen, ein Thor besetzten und acht Kanoneü und anderes Kriegsmaterial erbeuteten. Sie haben ferner nicht nur die deutsche Gesandtschaft, sondern auch das in der Nähe gelegene Gebäude des internationalen Clubs bis Kum Schluß gehalten. Der Kaiser richtete denn auch sofort nachstehendes Telegramm an den zweiten Admiral des Kreuzer-Geschwaders zur Weiterbeförderung nach Peking: „An Leutnant Graf v. Soden in Peking. Ich spreche Ihnen und Ihren) Mannschaften die herzlichsten Glückwünsche sowie diejenigen der Armee und der Marine zu dem guten Erfolg Ihrer heldenhaften Ausdauer aus. Ihre deutsche Treue und Tapferkeit gereichen Ihnen zur höcbsten Ehre. Ich verleche Ihnen gleichzeitig den Roten Adler- Orden 4. Kl. mit Schwertern und erwarte Vorschläge zur Dekoration Ihrer Mannschaft". Der kurze Bericht des Grafen Soden deutet an, daß erft die ausführliche Schilderung der Thaten und Leiden des Häufleins Ausländer, das inmitten der feindlichen Hauptstadt zwei Monate lang gegen die chinesische Soldateska Stand gehalten hat, sich lesen wird wie ein Sensationsroman, dem an Spannung kaum ein anderes Kapitel in dein' dicken Buche der Weltgeschichte gleich- konnnen dürfte. Weiter meldet die „Agenzia Stefani" aus Taku unter den: 26.: „In Peking wird jetzt eine Expedition zusammengestellt, die zusammen mit der Begleitmannschaft die Verwundeten, die Frauen und Kinder nach Tientsin bringen soll. Die Familie des italienischen Gesandten Salvago-Raggi wird sich diesem Zuge anschließen, um sich für einige Zeit nach Japan zu begeben. Ein See-Offizier wird die verwundeten italienischen Marinesoldaten nach Tientsin begleiten. In Peking stehen jetzt fünf Kompagnieen italienischer Marine-Infanterie. Am 29. werden italienische Truppen unter dem Befehl des Obersten Garioni, von Hongkong kommend, in Peking erwartet." die Straße von Peking bis Taku völlig zu sichern, wären 100 000 Mann nicht zu viel. Diese stehen aber zu einem solchen Zweck nicht zu Gebote. Washington, 28. August. Da« Ministerium des Innern hat eine Depesche von Conger und das Kriegsministerin« eine solche von General Chaffee erhalten. Den beiden Depeschen zufolge sind keinerlei Aenderungen weder in der diplomatischen noch in der militärischen Lage in China in den letzten Tagen eingetreten. Der Kreuzer „Gastine-, der in Shanghai vor Anker lag, hat Befehl erhalten, sich nach Amoy zu begeben, wo Unruhen aus« gebrochen sind. Die Regierung beschloß, vor der Hand keinerlei Ersuchen an die Mächte zu richten, um sich an der Bildung einer internationalen Kommission zu beteiligen, die demnächst über die Frage betreffend die Zukunft China« beraten soll. Der Krieg in Südafrika. Robert- betrachtet die spannende Episode, die von De WetS kühnem Zuge durch das britische OkkupatiouS. gebiet auSgefüllt ist, als abgeschloffen. Sein letzter Bericht über den verwegenen Burenführer ließ das schon völlig klar erkennen. In diesem stellte er Betrachtungen darüber an, wie sehr sich seit dem Aufbruch De WetS aus Bethlehem die Dinge zu dessen Nnguusten verändert hätten. Im Freistaat, nach dem sich De Wet nunmehr thatsächlich zurück- wendet, seien inzwischen von den Kämpfern 4000— 5000 gefangen genommen und nach Ceylon geschickt worden. Die kleine Schar unter Olivier griff, wie Roberts aus Belfast vom 27. ds. meldet, am 26. Winberg von drei Seiten an, wurde aber von Bruce und Hamilton mit beträchtlichen Verlusten zurückgeschlagen. Dabei wurde Olivier- mit seinen drei Söhnen gefang'en genommen. De Wet selbst ist, wie ein früheres Telegramm von Roberts sagt, nur von einer schwachen Leibgarde umgeben und habe seine Artillerie in Transvaal gelassen. Eingeborene berichten, daß De Wet die Oranje-River-Kolonie bereits erreicht habe. Er hat seinen ganzen Train eingebüßt und seine Streitkräfte seien auf 250 Mann zusammengeschmolzen. Der englische Oberkommandierende betrachtet also De WetS Unternehmungen im Oranje-Freistaat für die Zukunft als aussichtslos und hat beschlossen, ihn sich selbst zu überlassen. Diese Argumentation erinnert ein wenig an die des Fuchses, dem die Trauben zu sauer waren, nachdem er festgestellt hatte, daß sie zu hoch hingen. Wenn sich Roberts nicht durch die vergebliche Vergeudung an Kraft und Zeit davon überzeugt hätte, daß es ihm so gut wie unmöglich ist, den schlauen Fuchs zu fangen, so würde er ihn schwerlich laufen lassen, um ihm in seinem Rücken weitere unangenehme Neberraschungen zu bereiten. Man kann nach den Erfahrungen der letzten Wochen mit Sicherheit annehmen, daß das Häuflein De WetS von dreihundert Mann in kurzer Zeit wieder erheblich anschwillt. Wir möchten aus dem Zurücklassen der Geschütze in Transvaal schließen, daß De Wet in dieser Beziehung seiner Sache sicher ist, und darin eher eine Stärkung als eine Schwächung der Sache der Buren sehen, denn ihre Artillerie in Transvaal hat dadurch eine erwünschte Unterstützung erfahren, und gleichzeitig ersteht die Oranje - Artillerie zu neuem Leben. Weshalb De Wet nach diesem wage- halsigen Zuge nun wieder zurückkehrt, ist vorläufig sein Geheimnis. Den Grund, den sich Roberts dafür zurechtgelegt hat, können wir nicht als stichhaltig ansehen: ein Mann, der mit Troß und Geschützen einen Marsch von mehr als 300 Km. mitten durch feindliches Gebiet — so kann man den besetzten Oranje-Freistaat nennen — gemacht hat, wird nicht davor zurückschrecken, ihn ohne wesentliche Gefahren, d. h. unter Bedrohung lediglich seiner rechten Flanke, nach Osten fortzusetzen. Viel wahrscheinlicher ist, daß er den Präsidenten Steijn sicher aus dem Bereiche der umklammernden englischen Abteilungen bringen, den nördlich kämpfenden Buren neue Hilfstruppen — nach englischer Schätzung etwa 7000 Mann, lauter auf feinem Marsche gesammelte Leute — zuführen und seinen eigenen Munitionsvorrat ergänzen wollte. Diese Aufgaben hat er gelöst; vermutlich glaubt er nun, der allgemeinen Sache der Buren mehr zu nützen, wenn er seine Guerillakriegführung, in der er unerreichter Meister ist und zu der er verhältnismäßig geringe Hilfsmittel nötig hat, im Oranje-Freistaat fortfetzt. Die Zukunft wird lehren, ob er darin recht hat. Lord Roberts glaubt jedenfalls vorläufig an seme Unschädlichkeit. DaS ergibt sich nicht nur aus seinen eigenen Darlegungen sondern auch aus seinen neuesten Handlungen. Er hat von neuem das Kommando über seine Ostarmee übernommen, um ihre beinahe seit Monatsfrist stockenden Operationen wieder in Fluß zu bringen. Seine letzten Berichte vom 24. waren schon aus Wonderfontein datiert, und am 25. befand er sich in Belfast beim Gros. Hier stehen sich jetzt die feindlichen Streitkräfte unmittelbar gegenüber. Belfast wurde von Pole-Carew am 24. unter Verlust von nur 14 Verwundeten besetzt. Vor Belfast, östlich von Dalmanuthal, der nächsten Eisenbahnstation, bewegte sich am 24. French mit seinen vier Kavalleriebrigaden. Den rechten Flügel der Engländer bildet jetzt Buller, der endlich auf seinem zögernden Marsche von Paardekopp über Ermelo, Twyfelaar und Geluk am 24. Leeuwkloof 10 Kilometer südöstlich von Dalmanutha erreicht hat» Ihre erste Stellung haben die Buren zwischen Belfast und Dalmanutha, und es scheint demnach, als ob Buller ihre linke, südliche Flanke umgehen will, während French sie in der Front sesthält. Uebrigens hat Buller, wie schon mitgeteilt, wieder einmal Lehrgeld zahlen müssen. Sein Vormarsch fand am 23. heftigen Widerstand. Man erinnert sich, daß die Buren eine lange Linie von Machadadorp bis Carolin besetzt hatten, die so gut gewählt, war, daß sich Buller nicht an sie heranwagte. Schließlich kam er bei Leeuwkloof doch mit ihr in Berührung. Die Buren versuchten zunächst, Bullers Kavallerie eine Falle zu legen. Als sie glaubten, sie drin zu haben, eröffneten sie auf ganz kurze Entfernung mit Fünfzehnpfündern und Maschinengewehren heftiges Feuer. Nur das schleunige Eingreifen einer Abteilung der 21. Batterie, das die feindlichen Geschütze zum Schweigen brachte, rettete die Kavallerie aus der Falle. Dafür aber gerieten zwei Kompagnieen des Liverpoolschen Infanterie-Regiments in eine andere Falle, die wirksamer war. Sie drangen, wie Buller berichtet, infolge eines Mißverständnisses feuernd in einen Hohlweg vor, wo sie ungefähr 1500 Meter vorrückten und der Hauptmacht aus dem Gesichtskreis kamen. Hier wurden sie von den Buren umringt und erlitten schwere Verluste. 10 Mann fielen, 1 Hauptmann, der in Gefangenschaft geriet, und 45 Mann wurden verwundet und 32 Mann gefangen genommen. Auch die umzingelte Kavallerie kam nicht ohne einige Verluste davon. Man darf daraus gefaßt sein, daß ähnliche Manöver der Buren jetzt öfter wiederkehren, denn das Gelände von Machadodorp an nimmt wieder den Charakter eines wilden Gebirges an, das viel Aehnlichkeit mit dem von Natal hat, in welchem Buller so unangenehme Erfahrungen gemacht. Aus den Kriegsschauplätzen im Norden und im Westen von Pretoria hat sich nach Roberts letztem Berichte nicht viel geändert. Baden- Powell und Paget haben am Pienaars - River durch Hamilton, der seit einiger Zeit verschollen war, Verstärkung erhalten. Alle drei scheinen über die Station PienaarS- river noch nicht vorgerückt zu sein, da in deren Nähe noch 13 Buren gefangen werden konnten. Das Gelände ersor- dert hier auch die größte Vorsicht. Denn das Boschveldt ist von dichten Waldungen bedeckt, in denen jeder Ueber- blick verloren geht. Das Hauptquartier Groblers, der hier kommandiert, befand sich vor mehreren Tagen bei Cyferkuil am Platflusse, etwa 15 Kilometer nördlich von der Station Pienaarsriver. Von dem äußersten Westen verlautet, daß Methuen — die Meldung ist vom 24. datiert — endlich in Zeerust angekommen und mit Carrington, der noch immer in Ottos Hoop steht, Fühlung genommen hat. Ihnen wird vermutlich bald Delarey wieder zu schaffen machen, der bekanntlich De Wet bei Bank über die Eisenbahn geleitet hat. Von Kitchener und den Kavalleriebrigaden fehlt dagegen jede Spur. Folgende Meldungen ergänzen das Obige: Der Kriegsberichterstatter der „Morning Post" meldet aus Belfast: Roberts kam hier Samstagmorgen von Wonderfontein an und nahm eine Rekognoszierung der Buren st ellung vor, die sehr stark ist und sich über einen langen, hohen Bergrücken, acht Kilometer östlich von Belfast, erstreckte. Buller und French stehen sieben englische Meilen von Belfast. Die Buren halten auch die dazwischen liegende Hügelkette. Bullers Streitkräfte, sowie Stephensons Brigade am äußersten linken Flügel wurden SamStagmorgen von den Buren heftig beschossen, zwei Granaten fuhren in die Stadt. Die Buren beschießen auch das britische Zentrum. Die britische Artillerie erwidert das Surenfeuer. Das Gelände ist überaus schwierig. Wenn die Buren Stand halten, sei ein Entscheidungskampf zu erwarten. Der Standard meldet aus Belfast vom 25. ds., die Hauptstellung der Buren ist ein starker Halbkreis von Bergen, dessen Durchmesser durch Belfast geht. Den Höhen- zügen sind Ausläufer vorgelagert, die nur durch Moräste erreichbar sind. Die Stellung hat eine Front von 40 Kilometern. Der Feind ist gut verschanzt. Die Buren sind offenbar zum Widerstande bereit. Ob sie unfern Angriff abwarten werden, wird sich zeigen. Ihre Stellung ist bisher durch die dreitägigen Angriffe Bullers nicht erschüttert. Reuter meldet aus Geluksfarm vom 26.: Pole Carew bekam am Samstag, nachdem er Belfast besetzt hatte, Fühlung mit der Hauptmacht des Feindes bei Dalmanutha. Seme Artillerie zerstörte eine Pflanzung östlich von Belfast. Die Buren erwiderten das Feuer aus weittragenden Geschützen. General French steht in Bullers Flanke. Dort fand ein lebhaftes Artilleriegefecht zwischen den Engländern und den Buren statt. Die Geschütze deS Feindes haben eine starke Stellung. Der Feind beabsichtigt augenscheinlich, im Gebiet zwischen hier und Machadodorp aufs zäheste zu kämpfen. Lord Roberts meldet aus Belfast vom 26. ds. 11 Uhr nachts: Wir waren den größeren Teil des heutigen Tages in einem Umkreis von 30 Meilen in ein Gefecht verwickelt. Die Division Lyttleton mit zwei Kavallerie-Brigaden, daS Ganze unter Buller, manöverierte südöstlich von Dalmanutha. French marschierte mit zwei Brigaden Kavallerie nordwärts auf der westlichen Seite an Belfast vorbei und trieb den Feind nach Lekenvlei an der Straße Belfast Lydenburg zurück. Als French Lekenvlei erreicht hatte, rückte Pole Carew mit feiner Gardebrigade zur Unterstützung von Belfast aus. Der Feind, der augenscheinlich von Norden und Osten her bedeutende Verstärkungen erhalten hatte, leistete dem Vormarsch Bullers und Pole Carews hartnäckigen Widerstand. Er hatte drei solcher Geschütze wie den „Langen Tom" und viele andere Artillerie im Gefechte. Sein Feuer war sehr heftig und dauerte bis zur völligen Dunkelheit. Buller hofft (?), daß seine Verluste über 40 Mann betragen werden. Von den anderen Truppenteilen wurden noch keine Verluste gemeldet. Die Buren leisteten entschlossenen Widerstand und haben zahlreiche Geschütze zusammengebracht. Das Gelände ist sehr schwierig, wohl geeignet für die Taktik der Buren, aber ungünstiger für die Verwendung der britischen Kavallerie, als dies nach unseren seitherigen Erfahrungen irgendwo der Fall gewesen ist. Lord Roberts berichtet ferner über die Operationen, die zum Entsatz des Obersten Ridley führten, der bei Wyn- burg mit 250 Berittenen und 25 Infanteristen von 1000 Buren mit zwei Geschützen angegriffen und umzingelt worden war. Ridley verlor einige 30 Mann. — General Run die meldet, daß sich in Harrysmith 169 Buren ergaben. Aus Transvaal trafen in Wien 55 von England aus Johannesburg Ausgewiesene ein. Sie beabsichtigen, beim Grafen Goluchowsky Beschwerde wegen der Ausweisung zu erheben und durch das Auswärtige Amt ihre Schadenersatz-Ansprüche gegen die englische Regierung geltend zu machen. Die Ausgewiesenen wurden wie die wilden Tiere eingefangen und zur Küste geschleppt, obwohl sie sich nicht das Geringste hatte zu Schulden kommen lassen. Man holte die Leute aus den Werkstätten, aus den Wirtschaften, aus ihren eigenen Wohnungen, ja selbst aus den Betten, ob angekleidet ober nicht. Barfuß oder in Pantoffeln wurden sie von dannen geführt. Wie ein Transport Schlachttiere, Männer, Frauen und Kinder, wurden sie fortgeführt zu den Schiffen und mit anderen Ausländern des Landes verwiesen. Die Leute beklagen den Verlust ihrer gesamten Habe. * • * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 28. August. Die Morgenblätter besprechen die Lage in Transvaal und beglückwünschen sich dazu, daß Lord Roberts selbst die Direktion der Operationen gegen Botha übernommen hat. Botha ist stark verschanzt im Norden von Belfast. Seine Stellung ist nahezu uneinnehmbar. Er leistet hartnäckigen Widerstand. Ferner drücken die Morgenblätter ihre Genugthuung über die Gefangennahme von Olivier aus. London, 28. August. „Daily Mail" meldet aus Pietermaritzburg: Die Buren, die in Natal eingedrungen sind, beschlagnahmten 200 Pfund Dynamit in der Kohlengrube von Jngagan. Die englischen Militär- Behörden verboten infolgedessen den Grubenbesitzern, mehr Dynamit auf Lager zu halten, als für einen Tag notwendig wäre. Loudon, 28. August. Das Kriegsamt veröffentlicht die Verlustliste über die Operationen bei Belfast. Buller verlor 3 Tote und 24 Verwundete, die übrigen bei Belfast operierenden Truppen hatten 4 Tote und 30 Verwundete. Polttische Tagesschau. Etwa 150 Zeitungsverleger Sachsens unb Thüringens traten dieser Tage im Deutschen Buchgewerbe- Hause in Leipzig zusammen, um für ihren Teil Stellung zu nehmen zur Erhöhung der Papierpreife und zu ber dadurch bedingten erheblichen Vertheuerung der Zeitungsherstellung. Die Versammlung nahm gegen zwei Stimmen folgende Resolution an: „Die am 26. August im Deutschen Buchgewerbehause zu Leipzig tagende Versammlung sächsischer und thüringischer Zeitungsverleger erachtet im Hinblick aus die eingetretene Erhöhung der Papierpreise, sowie aus die Mehrbelastung, die der Postzeitungstarif für die Zeitungen bringt, eine entsprechende Erhöhung der Abonnements- und Inseratenpreise als eine Notwendigkeit. Sie beauftragt die Vorstände des Deutschen Buchdrucker-Vereins und des Thüringischen Zeitungsverlegervereins, diese Erhöhung in Sachsen und Thüringen mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln in die Wege zu leiten, und richtet an die Kollegen der genannten Staaten das dringende Ersuchen, sich dem Vorgehen der beiden Vorstände allseittg anzuschließen. Gleichzeitig werden die genannten Vorstände beauftragt, dem Publikum die notwendige Erhöhung in geeigneter Weise durch die Tagespreise bekannt zu geben. Die im Laufe der Verhandlung gemachten Vorschläge für die Neuregelung der Abonnements- und Inseratenpreise werden den beiden Vorständen als Material zur Berücksichtigung überwiesen." Deutsches Reich. Berlin, 27. August. Der Kaiser hörte heute vormittag von 9 Uhr ab den Vortrag des Chefs oes Zivil- Kabinetts von Lucanus und Marine-Vorträge. Heute nachmittag wohnten per Kaiser und die K a i s e r i n dem Adler- schießen beim 1. Garde-Regiment zu Fuß bei. Den ersten Schuß auf den Adler gab der Kaiser ab, der sich sodann auch an hem Schießen auf den anderen Schießständen beteiligte. An dem Schießen beteiligten sich auch der Kronprinz und die übrigen bei dem Regiment stehenden Prinzen. Das Kaiserpaar begab sich sodann nach dem Neuen Palais zurück. , — Morgen vormittag findet in Gegenwart des Kaisers und vieler geladener Gäste die E n t y ü l l u n g d r e i e r neuer Denkmalsgruppen in der Sieges-Allee statt. Es handelt sich um die Standbilder der Kurfürsten Albrecht Achilles, Friedrichs I. und Joachims I. — Auf Befehl des Kaisers findet am 30. ds. vormittags 10 Uhr im Zeughause die feierliche Nagelung und Weihe von 64 neuen Fahnen und Standarten statt. Darunter befindet sich die für das 1. und 2. Bataillon der sechs ostasiatischen Infanterie-Regimenter (und des ostasiatischen Reiter-Regiments. Die Nagelung findet in der Rubmesholle statt. Derselben wohnen bei der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, die übrigen hier anwesenden Söhne des Kaiserpaares, der Kriegsmi- nrster, Graf Bülow unb andere. Die Militär-Bevollmäch- trgten der fremden Staaten beteiligen sich an der Nagelung ber Feldzeichen für das ostasiatische Expeditions-Korps. Nachdem der letzte Nagel eingeschlagen, findet die Weihe der Feldzeichen xm Lichthofe statt. — Ein Geldgeschenk von 10000 Mark hat der Kaiser,aus seinem Dispositionsfonds der katholischen Schulgemeinde zu Gnesen als Beihilfe zu den Kosten für den Bau eines neuen Schulgebäudes überweifen lassen. — Wie die „Post" hört, hat der Präsident des preußi- schM Oberverwaltungsgerichts Persius seine Entlassung aus hem Staatsdienste nachgesucht. — Der Bundesrat beginnt seine regelmäßigen Sitzungen wieder Mitte September. — Das preußische Staatsministerium trat heute nachmittag äu einer Sitzung zusammen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Zeitungen lassen nicht ab, auf die baldige Berufung des Reichstages hinzudrängen und zwar rufen darnach solche Blätter am lautesten, die im Juli dieselbe bekämpften. In Bezug auf das Bedürfnis der Versammlung des Reichstages liegen die Dinge gegenwärtig nicht anders. Auch jetzt ftjt kein Grund vorhanden, die parlamentarische Ruhepause vorzeitig zu unterbrechen. — Die „Bresl. Ztg." schreibt, die fiskalische Zentralverwaltung in Oberschlesien beschloß, zum kommenden Winter keineSteigerung der Kohlenpreise vorzunehmen und auch auf den üblichen Winterzuschtag zu verzichten. — Das Deutsche Hilfskomitee für Ostasien teilt mit, daß der Staatssekretär des Reichspostamtes von Podbielski sämtliche Po st an st alten angewiesen hat, Geldbeträge für die in Ostasien kämpfenden Deutschen anzunehmen. Durch diesen Erlaß ist jedermann Gelegenheit gegeben, Beiträge auf bequeme Weise an die Sammelshelle der Postämter gelangen zu lassen. Daß diese Verfügung ihren Zweck nicht verfehlt, beweist die Thatsache, daß täglich bei dem Deutschen Hilfskomitee für Ostasien in Berlin 200 bis 400 Anweisungen vom Postämtern aus allen Teilen des Reiches im Betrage von 2—5000 Mark eingehen. Alle Mitteilungen sind zu richten an den General-Sekretär Emil Selberg, Wilhelmstraße 68 in Berlin. Düsseldorf, 27. August. Der hiesige Schlachtenmaler Rocholl wurde dem Stabe Waldersees beigegeben. Rocholl befindet sich an Bord der „Sachsen". Kronberg, 27. August. Das griechische Kronprinzenpaar hat heute vormittag die Heimreise nach Athen angetreten. München, 27. August. Nach den „Neuesten Nach- richjten" mutmaßte man auf Schloß Hohenburg bei Tölz, daß ein Attentat auf den Erbgroß Herzog von Luxemburg beabsichtigt fei, weil Drohbriefe und Warnungen einliefen. Die Münchener Polizei stellte Nachforschungen an. Eine ernste Bedeutung der Attentatsgeschichte wir di mb er bezweifelt. Der Erbgroßherzog ist übrigens noch immer leidend; die Wirkungen der vor zwei Jahren eingetretenen Fußlähmung machen sich fortgesetzt be» merkbar. Ausland. Paris, 27. August. Nach einer Meldung der hiesigen Abendblätter übersandte die Polizei der Staatsanwaltschaft in Mailand die den Aufenthalt Bres cis in Havre und Paris betreffenden Aktenstücke, die wichtige Aufschlüsse über die Vorgeschichte des Attentats enthalten. R o m, 27. August. DerPfarrervonSanktSe- b a st i a n (Rom) wurde unter der Anklage der Verherrlichung des Königsmordes verhaftet. Wien, 27. August. Heute trafen die aus Transvaal von der englischen Regierung aus gewiesenest 56 Kroaten im größten Elend ein. Das Ministerium des Aeußern verfügte telegraphisch die Sicherstellung ihrer Habseligkeiten. (Siehe auch: „Der Krieg in Südafrika") — Der Fürst von Bulgarien passierte heute Wien und begab sich direkt nach Sofia. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß nach seinem Eintreffen hort die r u m ä n i s ch - b u l g a r i s ch e n D i f f e r e n z e n in beiderseits ' zufriedenstellender Weise betgelegt werden. t m ; Prag, 27. August. Gestern fand bet Nachod tn einem Walde an der preußischen Grenze eine von ca. 35 000 Personen besuchte czechische Volksversammlung statt Der Hauptredner, Dr. Herold, erging sich in heftigen Angriffen auf Deutschland, das er beschuldigte, daß es die Annexion Böhmens plane. Böhmen, das ein Damm gegen die germanischen Bestrebungen sein sollte, sei ein Tummelplatz deutscher Agitatoren; die österreichischen Staatsmänner müßten darauf bedacht sein, daß Böhmen nicht das Schicksal Elsaß-Lothringensl teile. Das czechische Volk müsse sich rüsten für den Zeit- puntt, wo es sich entscheiden werde, ob auf dem Prager Dome die Fahne des heiligen Wenzel oder die preußische Fahne wie 1866 aufgepflanzt werde. Ein Vertreter der Czechisch-Radikalen ierHärte, Böhmen habe tnaitj ^u fürchten, solange Frankreich und Rußland besteyen. ^n einer zweiten czechischen Volksversammlung auf dem Georgsberge bei Raudnitz sprach Abg.Dr.Gregr vor etwa 40000 Personen. Er bezeichnete das böhmische Staatsrecht als das einzige Ziel und ruW^ofe Opposition als die allein richtige Taktik der Czechen. Der Radikale Baxa erklärte, 'für die Czechen, tenen am Reiche nichts aelegen sei, müsse die Losung abgegeben werden: „Für das Par ament giebt es keinen Pardon! Die Ser- Achtung des^Parlaments sei die erste Etappe zur Erreichung des Staatsrechtv. Budapest, 27. August. Hiesigen Berichten zufolge werden in allen bulgarischen Grenzstädten die rumänischen Reisenden und Waren zuruck- gewiesen. Fast alle in Rumänien lebenden Bulgaren reisen heim. — Der „Budapesti Hirlap" meldet, der Untersuch ungsrichter Florescu hätte auch ein bulgarisches Komvlo11 gegen König Karol entdeckt, und daß | chich schon im Mai gelegentlich ber Verhaftung dreier ver- dächtiger Bulgaren ein geplantes Bombenattentat entdeckt wurde. „ ,. m Sofia, 27. August. Ter rumanr,cheVertreter überreichte die Antwortnote auf die letzte bulgarische dLote. Rumänien nimmt darin Kenntnis von der Bereitwilligkeit Bulgariens, die Erpresser gerichtlich zu verfolgen, nennt mehrere Thäter und spricht die Erwartung aus, daß die bulgarischen Gerichte die übrigen Thäter eruieren werden. Die Note weist die Ergebnisse der bulgarischen Unterluch ung bezüglich des Mordattentates auf den Rumänen Karadjow in Sofia zurück, wonach der Mord ein Racheakt sein und nicht mit dem macedonischen Komitee zusammenhängen sollte, und sieht in der bulgarischen Auslegung des Falles deutliche Vorbedachte der Skizzierung für die Verteidigung und für bps Verhalten der Angeklagten. Die Note meint, die bulgarische Behauptung, stets rm Sinne der Erhaltung der besten Beziehungen gewirkt zu haben, entspreche nicht den Thatsachen, da rn der Verzögerung der Verfolgung der Morderpresser gerade das Gegenteil gesehen werden müsse, und fordert sofortige gerichtliche Maßnahmen. Yokohama, 27. August. Nachrichten aus Soeul zufolge teilte der koreanische Minister des Aeußern dem japanischen Vertreter mit, daß in Uebereinstimmung mit der Anregung der letzteren die Regierung Koreas eine Streitmacht zur Wahrung der Ordnung an die Nordgrenze entsende, zugleich versicherte er, daß der Ausbruch der Unruhen durch örtliche Zwistigkeiten veranlaßt worden und nicht auf feindselige Gesinnung gegen die Ausländer zurückzuführen sei.________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 28. August 1900. •• Warnung! Die Besitzer hiesiger Gastwirtschaften werden vor einem zuletzt in Mainz aufgetretenen unbekannten Hoteldieb gewarnt, der sich Hotelsekretär vr. jur. Georges Mandlesco, auch Dr. v. Marsa genannt hat und am 19. Mai 1871 zu Ploesci in Rumänien geboren sein will. Der Genannte, der sich gewandt und elegant benehmen soll, ist etwa 1,72 Meter groß, von schlanker Statur, hat schwarze Haare und ebensolchen Schnurrbarts stark ge« bräuntcS Gesicht und macht den Eindruck eines Südländers. Bekleidet ist er mit dunklem, kurzem Sackcocke, gestreifter Hose, braunen Lederschnürschuhen (vom Knöchel ab mit braunem Tuche besetzt), hellem Strohhute mit geradem Rande. Ec führt eine gelblederne Tasche mit sich. -r Klein Linden, 27. August. Nachdem es die ganze vorige Woche und besonders am Samstag noch in Strömen geregnet hatte, trat unerwartet am gestrigen Tage das herrlichste Wetter ein. Von dem wolkenlosen Himmel lachte freundlich die Sonne nieder und lud zu Ausflug und Spaziergang ein. Man wandte sich vorzüglich nach unfern Orte, der den Bewohnern Gießens am nächsten liegt; und hier bot sich den Ausflüglern auf der Kirchweih reichlich Gelegenheit, einige vergnügte Stunden zu verbringen. Bon 3^2 Uhr ab, nachdem der festliche Umzug vorüber, bewegte sich auf der Straße von Gießen her eine nicht endenwollende Menschenmenge, sodaß man denken mußte, ganz Gießen sei auf den Beinen. An der Abzweigung der Wetzlarerstraße teilte dieser Strom sich und ergoß sich hauptsächlich nach den Wirtschaften, in denen Tanzmusik war, nach der „Burg" und der „Deutschen Eiche". In beiden Wirtschaften war der Andrang so stark, daß viele Besucher keinen Platz mehr fanden. Ebenfalls waren sämtliche anderen Wirtschaften Überfüllt, ganz besonders auch die Gartenwirtschaft des Herrn Spuck. Die Wirte können ganz mit dem gestrigen Tage zufrieden fein, zumal es bei solch prächtigem Wetter an Durst nicht fehlte. Leider öffnete heute mittag am zweiten Kirmestage wieder Gott PluviuS die Schleußen des Himmels, weshalb auswärtige Teilnehmer nur in geringem Maße eintrafen. Doch herrschte in den Festwirtschaften auch heute eine lustige Kirmesstim- tnung, die noch erhöht wurde durch die recht gute Musik der beiden Kapellen, deren Leistungen allgemein anerkannt wurden. tz. AltenBnseck, 28. August. Gestern Vormittag ertränkte sich der Landwirt Johannes Weiner hier in der in seiner Hofraite befindlichen Pfuhlgrube. Was ihn zu dieser That veranlaßt hat, ist bis jetzt noch völlig unbekannt. '" Wendelsheim, 27. August. Ein nach Taufenden zahlender Fremdenschwarm ergoß sich gestern über unser Dorf, um die Verwüstung in Augenschein zu nehmen, die das durch einen Wolkenbruch hervorgerufene Hochwasser hier verursacht hat. Einstimmig hörte man überall, daß die Verheerung größer sei, als man sich vorgestellt habe. Ob schon die vom Wasier Heimgesuchten inzwischen Übermenschlich gearbeitet haben, um den Schlamm aus den Häusern zu entfernen, bietet das überschwemmte Gebiet doch immer noch einen sehr traurigen Anblick. Wenn man bedenkt, daß ein unansehnlicher Bach, der sich etwa einen Kilometer lang dicht an dem Dorfe vorbeizieht, zu einer Breite von etwa 200 Metern sich ausdehnen konnte, alle dicht daran- liegenben Gärten überfluthend, wenn man die kolossalen Steine, bis zu 20 Zentner schwer, die das Wasier mit sich führte, und das mehrere Fuß hoch mit Schlamm bedeckte Terrain, wenn man 'die eiugestürzten Häuser, die Brücken und Gartenmauern besichtigt, kann man erst beurteilen, welches großes Unglück über unser Dors hereingebrochen ist. — Durch Ministerialrat Braun fand eine Besichtigung der Gemeinde statt, wobei eine staatliche Unterstützung zugesagt wurde. Mainz, 27. August. Von einem Freiwilligen des Expeditionskorps nach China ist heute früh folgende am 16. August in Port-Said aufgegebene, von der Kaiserlich Deutschen Marineschiffspost beförderte Postkarte hier eingetroffen: „Port Said den 15. August 1900. Am 4. August sind wir in Bremerhaven eingeschifft. Bei uns an Bord ist es nicht gerade hervorragend bequem, aber der Mensch gewöhnt sich schließlich an alles. Von Tatsächlichem ist zu berichten, daß wir einen fliegenden Fisch gefangen haben, daß Gibraltar uns recht uneinnehmbar angeblinzelt hat, und daß man bei der Morgenwäsche vom Salzwasser nicht reiner, sondern schmutziger wird." Die Karte zeigt in künstlerischer Ausführung die Porträts des Prinzen und der Prinzessin Heinrich und des kleinen Prinzen Waldemar. — In einer Wirtschaft in der Rheinstraße trank vorgestern der 23 Jahre alte Müller Heinr. Sarpe aus Engen, Kreis Herrfurth vier Glas Bier. Ehe er zahlte, verlangte er von dem kleinen Sohne des Wirtes, der allein mit dem Gaste in dem Lokale anwesend war, eine Bürste zum Reinigen seiner Kleider. Während der Abwesenheit des Jungen stahl der Müller, der sich seit 8 Wochen ohne Stellung herumtreibt, auch erst vor Kurzem in Worms wegen Fahrraddiebstahls mit 3 Wochen Gefängnis bestraft worden ist, die im Buffet stehende, die Tageseinnahme enthaltende Kassette und verduftete damit. Als der Junge mit der Bürste zurückkam und der Gast nicht mehr da war, war fein erster Blick nach der Geldkaffete. DaS Verschwinden derselben bemerken, und sofort dem Dieb nachzueilen, war für den Jungen baß Werk eines Augenblicks. Er erblickte auch ben Dieb noch in ber Rheinstraße. Als dieser aber merkte, daß man ihn entdeckt, ergriff er eilenden Laufes die Flucht. Durch die Karmelitenstraße und mehrere Seitengassen ging die wilde Jagd nach dem Diebe los. In der Löhrstraße stellte ben Flüchtigen eine Anzahl Jungen, bie ihn so lange festhielten, bis ein Schutzmann erschien unb ihn verhaftete. Die Kassette, die einige 50 Mk. enthielt, wurde dem Dieb abgenommen unb er selbst geschloffen zuerst ber Kriminalpolizei zugeführt unb bann in baß Untersuchungsgefängnis eingeliefert. — In einer gefährlichen Situation würbe gestern, wie ber „Mainz. Anz." schreibt, nachmittags am Rheinquai in ber Nähe des Köln-Düsseldorfer Billet- hauses ein schlafenber Mann gefunben, ber sich jebensalls in feiner Betrunkenheit bort hingelegt hatte. Der Kopf bes Schlafenden hing über bie Quaimauer hinab, währenb ber Körper langgestreckt auf ber Straße lag. Der Hund bes Mannes saß nebenan unb bewachte feinen schlafenben Herrn! Die Polizei verbrachte ben Schlafenden aus feiner gefährlichen Lage, der hierüber, nachdem er geweckt worden war, in nicht geringes Erstaunen geriet. Er wußte gar nicht, wie er an den Rhein gekommen war. Frankfurt a. M., 27. August. Zwei Bockenheimer Husaren, bie als Burschen bei hiesigen Offizieren bienten, gerieten vorgestern abenb in bem Quartierhauß in Streit, bet sich bis in bie Kronprinzenstraße fortsetzte, wo einer von bem anbern mit einem scharfkantigen Gegenstanb einen Schlag über den Kopf erhielt, der eine schwere Verletzung zur Folge hatte. Civilisten mischten sich in den Streit, unb wenn bie Polizei nicht sehr energisch eingefchritten wäre, hätte es zweifellos noch weitere Verletzungen abgesetzt. Hauau, 27. August. In Hast genommen wurde heute ber seit April dsß. IS. hier beschäftigte Maurer Josef Schilling, der, wie sich herausstellte, von ber Staatsanwaltschaft Heidelberg unb dem Amtsgericht Füssen (Bayer«) steckbrieflich verfolgt würbe. In beiden Orten hatte er als Streineiter fungiert unb war mit den Streikgeldern durch- gegangen. Die Fahndung nach ihm erfolgte daher wegen Betrugs. Hier in Hanau hatte er sich alsbald nach Antritt eines ArbeitSverhältnisieS an die Rockschöße der Sozialdemokratie und der gewerkschaftlichen Organisation gehängt unb bas große Wort geführt. (H. Anz.) ** Kleine Mitteilungen auS Hessen unb ben Nachbarstaaten. Die Frau, bie, wie wir vor einigen Tagen melbeten, in Offenbach unter blatternverbächtigen Erscheinungen erkrankt unb ins Krankenhaus verbracht worden war, ist dort gestorben, und zwar sollen Blattern als Todesursache festgestellt worden sein. Berlin, 28. August. Wie bie „Staatsbürger Zeitung" hört, soll balb nach der Ankunft beß Reichskanzlers in Berlin ein Thronrat stattfinben. Kiel, 28. August. Durch eine Explosion im Patronenlager beB To rpe bobootes G. 89 würben ein Deck-Offizier, ein Obermaat, ein Heizer unb ein Matrose verletzt. Die Verwundungen bes Heizers finb schwer. Der Unterleib würbe ihm völlig aufgerisien. Die Beschädigung beS Torpebobootes ist anscheinend gering. London, 28. August. „Daily Mail" meldet aus Rom: Ein ernster Aufruhr fand in Palermo statt, tolobei mehrere Personen getötet und zahlreiche schwer verletzt wurden. Die Ursache des Aufruhrs war das Verbot, das Gebet der Königin Margherita in der Kirche au beten. Vier Personen, die trotz des Verbots dieses Gebet in der Kirche beteten, mürben aus derselben ausgewiesen. Die draußen Stehenden nahmen für die Ausgewiesenen Partei, und es kam zu heftigen Zusammenflüßen, sodaß die Gendarmerie ein- schreiten mußte. (Die Königin-Witwe Margherita hatte nach der Ermordung ihres Genrahls ein Gebet versaßt und niedergeschrieben. Dieses „Gebet der Königin" hat aber die Zustimmung der obersten Mrchenbehörde nicht erhalten, und die Geistlichkeit verbietet den Gebrauch öffentlich. Die Königin-Witwe soll sich der päpstlichen Entscheidung gebeugt haben. D. Red.) Wieu, 28 August. Nach einem tschechischen Nacht- Meeting bei Raunitz zogen die jungen Leute mit einer schwarzen Fahne mit rotem Felde nach dem Orte zurück. Aus dem Marsche begegnete die Kolonne bem Bezirks- Hauptmann. Derselbe forderte mit lauter Stimme bie Beseitigung ber Fahne. Da biefer Aufforberung nicht Folge geleistet würbe, sprang ber Beamte auß bem Wagen, riß die Fahne auß ben Hänben beß Trägerß, zerbrach bie Fahnenstange unb nahm baß Tuch an sich, worauf er weiterfuhr. Alß bie Menge in Raunitz ankam, zog sie vor bie Bezirkshauptmannschaft unb gab bort in stürmischen Rufen ihrem Unwillen über ben Vorgang Ausdruck. Genbarmen umstellten das Gebäude und zerstreuten bie Menge. Wien, 28. August. Die beutschen Varteiführer nehmen gegenüber ben bevorstehenben Verhandlungen beß Ministerpräsibenten v. Körber ben Stanbpunkt ein, baß lebiglich bie Obmänner-Konserenz baß maßgebenbe Organ für bie Haltung ber beutschen Parteien fei. Nur biefe werbe bem Ministerrat auf etwaige Derhanblungen Antwort erteilen. Sie werbe auch einberufen, wenn v. Körber an einzelne deutsche Parteiführer herantreten sollte. Es steht mit Sicherheit zu erwarten, daß die deutschen Führer in Würdigung der Wichtigkeit des gemeinsamen Auftretens auch in voller Einigkeit auftreten werden. A aU (Heesen) zw. Darmstadt u. Heidelberg, Hotel u. Pension „zur Krone« Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Fahr, grat. Bes,: G. Diofenbaoh. A eidenstoffe, ’ÄKJSS«“^4? HAM- Sammle von Elten & Kernes $»und Velvets „„ ,„L Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß A. Bergemann dahier zum provisorischen Oktroierheber am Seltersthor ernannt, verpflichtet und am 21. d. Mts. in seinen Dienst eingewiesen worden ist. Gießen, ben 24. August 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________________I. V.. Wolfs.______________________5696 Bekanntmachung, betreffend, städtisches Elektrizitätswerk. Um die Abgabe von Elektrizität für den Bedarf des Stadtgebietes bis zum 1. April 1901 bewirken zu können, ist es j-tzt schon erforderlich, die Verteilung elektrischer Energie in diesem Gebiet festzustellen. Das Werk wird im Gleichstrom-Dreileitersystem 2 mal 220 Volt ausgeführt. Die Stärke der Leitungen und die Führung derselben wird in ben Straßen entsprechenb dem vorausfichtlichen Bebarfe an elektrischer Energie für die einzelnen Bezirke bestimmt. Wirb babei auch Spielraum für einen über ben Rahmen der ersten Anmeldungen hinausgehmden Verbrauch vorgesehen, so können durch nachträgliche Anmeldungen den Abnehmern Schwierig- leiten und besondere Kosten erwachsen. Es wird deshalb dringend gebeten, den voraussichtlichen Bedarf an elektrischer Energie bis zum 1» Oktober d. I. auf den dafür in dem Büreau des städtischen Elektrizitätswerkes (Reumühle) unb bei der Großh. Bürgermeisterei unent- gelttich zur Verfügung stehenden Formularen anzumelden. Die Bedingungen für den Bezug elektrischer Energie sind ebendaselbst erhältlich. Die Aufforderung zur Stellung definitiver Anträge auf Anschluß erfolgt dann Wäter. Zur Erläuterung fei bemerkt, daß jedes Grundstück in der Regel nur einen Anschluß an die elektische Leitung erhält, d2ß abtr die verschiedenen Gebäude eines Grundstückes ober die verschied men Stockwerke eines Gebäudes durch besonderen, mietweise überladenen, Zähler in ihrem Verbrauche kontrolliert werden können. Bei der Anmeldung ist getrennt anzugeben ber voraussichtliche Bedarf an elektrischer Energie: a) für Beleuchtungszwecke durch Bezeichnung der Art, Stärke und Zahl ber Lampen, b) für elektrische Motoren nach Pferbestärken des Elektrometer», c) für sonstige Zwecke unter Beschreibung ber Verwendung, bie beiben letzten Angaben mit Zufügung ber Tageszeiten unb Stunden, in welchen der Betrieb voll und beschränk stattfindet. Jede gewünschte weitere Auskunft erteilt der Betriebsleiter des städtischen Elektrizitätswerkes, Herr Mulert, auf ber Neumühle in den Stunden von 11—12 Uhr vormittags und 5—6 Uhr nachmittags. Gießen, den 27. August '900. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 5705 Gebäude verkauf auf Abbruch. In der Pfarrhorraite zu Eberstadt bei Lich soll Montag den 3. September 1900, mittags 2 Uhr, eine aus gutem Eichenholzfachwerk bestehende, mit Ziegeln gedeckte gut erhaltene Scheuer — 11,25 m lang, 8,5 m tief, 2 Stock zus. 5,1 m hoch, auf den Abbruch öffentlich versteigert werden. Lich, den 27. August 1900. Die Fürstlich Solmfische Bauverwaltg. Schön, Bauinspektor. 5707 Arbeitsmrsteigerung. Die zur Reparatur eines Ge« meindebrunnens nötigen Arbeiten, sowie die Anschaffung einer neuen Pumpe von Tannenholz sollm Lawstag den 1. September, vormittags 8 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei unter ben im Termin bekannt gegebenen Bedingungen wenigstnehmend versteigert werden und zwar: veranschlagt zu 1. Maurerarbeit 10 2. Zimmerarbeit 21 „ 3. Pumpenmacherarbeit 57 , 4. Pflasterarbeit 38 „ 5. Brunnenreinigungsarbeiten 4 „ Trohe, am 27. August 1900. Großh. Bürgermeisterei Trohe. __________Schmidt. 5706 Bekanntmachung. Donnerstag den 30. d. M., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 55 1. 1 Vertikow, 1 Kommode, 1 Tischchen, 4 Stühle, 1 Regulator und drei Paar Vorhänge mit Zubehör,' 2 Mehrere Schränke, Sofas, Betten, Stühle und sonstiges Hausgerät, ferner 2 große Wagen, 1 Klavier u. 1 Schreibtisch u 30 Blumenkörbe zwangsweise gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung der unter ad 1 aufgeführten Gegenstände findet voraussichtlich bestimmt statt. Gießen, den 28. August 1900. 03539 Seipel, Gerichtsvollzieher. Frankfurt a. M., erbeten. 5702 528 eben eingetroffen bei Schlafstelle frei, sowie ein gebt. Sport- wagen zu verkaufen. Neuenw. 42, II. - J>ru4 unk «-rl., k« Um>--st>°l1-»uch. unk etdabrwkrd m oberen Stock 3- biS 4-Zimmerwohn. ■1) per 1. Okt. d. I. zu verm. Grüne- bäum, Möbelgeschäft, Bahnhofstraße 35. NDöbliertes Zimmer zu vermieten- ______________Hammstraße 10, Hl- Schreibgehilfe 67,4 zum sofortigen Eintritt gesucht. Meldung christlich. Geißler, Gerichtsvollzieher. 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Herr Melchior Schäfer Gastwirt (Offene Stellen SldlrHklndw Kerschiedenes Vermietungen Vereine Wietgelnche MM. G. llleinhennM /Mahnhofstr. 59. — Teleph. 66. > - Hiessen. frir Militär, Reise und Jagd. «25 Emil Schmidt seither Teilhaber der Firma Liebrichs Nachfolger Giessen 16 Neuenweg 16 empfiehlt WE' SM 'onli-7 ÄiW' ’« 1*J* Heule ein Zu erfrage« , 'M >üyYmLdchtir rktplstz n. tiges Viädche« ihvfstiaßt io. lew LJ&' w/MlSL. ein geb^A 9leuen®^> &*«»• WI» fll - M --------- [übninfl/ rbeiten vertraut, llung. ... Qt. 5115 an Die i erbeten*___ M JUisergarten. 'Sinnig schönster ^artenaufenthalt. M h. Preiselbeeren empfiehlt 5608 Wilh. Haas, Dleichstraße 18. Heute frifite Schellfische, »ablia«, Zander, Scholle«, Alu»- -echte, lebende Äarpfcu, Schleie und vale einaetroficn. SM) Prompter versandt nach auSwärtS J. W. Stz-lh-f, Ieu».n rrclonialwaren« und Delikateffengeschüft. »ine« Baum guter Eßbirveu QMcibirnrn) verkauft 5602 Wilh. Haas, Bleichfiraße 18. 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Der Vorstand der israelitischen Religion-gemeinde Gießen. tfnerfannt leistunaSfäb. BezuaSquelle für ZieliKatellen, Ilfche, chellügel, Konserve«. Spezialität^ ^lescrnng für Helellschasts-Hssen. 5188 L>erfandt nach auSvLrIS sehr prompt, da nur 4Minuten v. d. Bahuhofen u.Hauptpostamt. Aktiva. 1. AusgelieheneKap.talien: a. gegen gerichtliche Obligationen 35968.74, b. gegen Schuldscheine u Bürgschaftsleistung 167713.30, c. gegen Cedierung von Güter kaufgeldern 296898.60, d. Wertpapiere 37239.40 e. Immobilien 25494 85 Zwiebelkuchen Dienstag, Donnerstag u. Samstag, morgens von Uhr ab. B. Schomber, Aallthorstrgße 51. A. Henrich, Direktor. I. Henrich, Kontrolleur. Wagner, Rechner. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. I. Wolff. Bekanntmachung. Maööiner Ar. Levi-Stiftung. Aus obiger Stiftung find am J. Oktober er. die Jahreszinsen pro der Passiva 597239.— 65 Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, baß S. Bcrgemanv dahier zum provisorischen Oktroierheber am SelterSthor ernannt, ver» pst chtet und am 21. d. Ms. in seinen Dienst eingewiesen worden ist. Gießen, den 24. August 1900. Kekanntmachung. Donnerstag den 80. d. SL, nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 55 1. 1 Dertikow, 1 Kommode, 1 Tischchen, 4 Slüble, 1 Regulator und drei Spar- und FeiHKaff'e ju Lang-Göns eingelr. Ken. mit unöesch. Kastpflicht. Bilanz am 31. Januar 1900. Emil Horst, Giessen Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. 5658 Miijt Likfklllng in grliitgmr Ausführung ju billigen preisku. Grosses Lager in Trittstufeo, Platten, Daohfalzziegeln, Krippen, Trögen usw. 1899/1900 mit 106,50 Mk. einem Drittel an zwei Arme der israelitischen Religion»' IW* Das Belegen ganzer Zimmer wird fachmLrmisch ausgeführt. Neferenzen: Psychiatrische Klinik, Physikalisch-chemisches JustUut, UnwerfitalS. Bibliothek, KreiSamt rc. rc. Th. JBrück, ZchloWfft 16. 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