Mittwoch den 29. August IWO Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts« und Anzeigeblatt für den Ureis Glesien. fcteeefret Me >»z«ige» zu der ■e*e(ttefll Kr fc* Min*» Bag Heimen ben 9iumwt HB wnn, K MH. 11< Lnz^gkn.8mnittlunßsstellen des In- and KufUn** nehmen Anzeigen für den Wietzener Anzeiger lMgiG». ArilevpreiS: lokal 12 Pfg., aufwärts 20 Pfg gSquflaprcb •ttrtdiäbrl. Mk. 2M monatlich 75 Vf,. mit Vrmgcrlob,' durch die AbholesteKm merteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Pogbezug Mk. 2,40 vterleljüM. mit Bestellgeld. Erstes Blatt R». SO! M,fi4 Mit LnHncktz»« des «0N4NGB. Bi- Gichener »eeiHtelfÄHtt »»den dorn Anzer-or I» M-cht-l ■* .Hess, tt—»wirr n. ,Släiur MH, und Druckes: KWntOrntze Nr. 7. Graüsdeiiag»: Gießener Famiiirnbtätter, Der hcMche Kan-wirt, Klättrr sSr hefpfche UsLÄumdr. Adrest« für Depeschen: Znz^ger WtotzM. Fernsprecher Nr. 5L Die Offiziösen und Graf Waldersee. Gegen die, namentlich in der freisinnigen Presse an dem Feldmarschall Grafen v. Waldersee und seiner Mission geübte Kritik legt der „Reichsanz." folgende Verwahrung ein: In einem Teil der deutschen Presse tritt immer weniger verhüllt daS Bestreben hervor, den nach China in See gegangenen deutschen Oberbefehlshaber über die Truppen der verbündeten Großmächte durch Angriffe vom Standpunkt der parlamentarischen Fraktionspolitik zu verunglimpfen. Dm Gmeral-Feldmarschall Grafen v. Waldersee begleiten auf seiner Fahrt nach Ostasten neben der ehrenvollen Anerkennung der seiner Wahl zum Oberbefehlshaber beigetretenen ausländischen Staaten da» unerschütterliche Vertrauen Seiner Majestät des Kaisers und Königs und die Segenswünsche der Nation, die in dem zur Erfüllung einer hohen Aufgabe ausziehmdm Feldherrn den Schildhalter ihrer Ehre in fernen überseeischen Ländern erblickt. Schon die Rücksicht auf diese einzigartige Stellung, wie sie bisher niemals einem deutschen Heerführer zuteil ward, sollte hinreichen, um ihren Träger gegen parteipolitische Befehdungen zu schützen. Es kommt hinzu, daß Graf von Waldersee nicht in der Lage ist, sich der Angriffe von Gegnern zu er- wehrm, die dem fern von der Heimat Weilenden jetzt in den Rücken fallen. Ebm deshalb muß an dieser Stelle mit Entschiedenheit dagegen Verwahrung eingelegt werden im Ramm der Tausenden von deut- schm Eltern, deren Söhne draußm vor dem Feinde stehen, wie im Namen dieser unserer braven Truppen, die getreu ihrem Eide mit Gott für Kaiser und Reich den von den Vätern überkommenen Ruhm der deutschen Waffm erhalten und erneuern werden! Ein gleichzeitig veröffentlichter Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." lautet folgendermaßen: »Seit mehreren Tagen hat die »Freisinnige Zeitung" die wenig Tapferkeit erfordernde Führerschaft in der persönlichen Anfeindung des General Feldmarschalls Grafen Waldersee übernommen, der auf Grund eines internationalen Vertrauensvotums als Oberbefehlshaber der in der Provinz Petschili stehenden verbündeten Truppen allseitig anerkannt ist. Wir bezweifeln nicht, daß unser Auswärtiges Amt die Verantwortung, an der Herbeiführung dieses für Deutschlands Weltstellung ehrmvollm Vertrauensvotums vorbereitend und abschließend mitgewirkt zu habm, gern übernehmen wird, und können alle gegen: teuigen Behauptungen nur als Anzeichen der gänzlichen Ahnungslosigkeit ihrer Urheber auffaffen. Ebenso verunglückt, wie die obervormund- schaftltchen Bemühungen um die deutsche Politik, sind die in der „Fr. Ztg." an einem Artikel der „K. Z." versuchtmDeutungskünste. Sie können mit der einfachen Feststellung ebgeferttgt werden, daß, wie sich ohne Verletzung eine# RrdakitonsgehetrnnisseS erklären läßt, der betreffenbe Artikel mit dem Grafen Waldersee und beffen „Programm" in keinerlei Anbindung steht. Durch Unierstellung eines falichen Zusammenhanges gelangt hier bie „Freisinnige Zeitung" dahin, einem Feldherrn von betn Rufe unb ben Erfahrungen beS Grafen Walbersee Mangel an mtlilärischer Voraussicht anzudichten. Dies mutz in allen fachverstänbigenKreisen ben Etnbruck bünkelhaster Ueberhebu.ng Hervorrufen. Ernster, weil für bie Beurteilung unseres Nattonal- « besonders im AuSlanbe ehrenrührig, erscheinen bie Anwürfe, ! betn Hinterhalt einer kleinlichen und selbst die eigene Fraktion von Wahl zu Wahl dezimierenden Parteipolitik gegen einen deutschen Heerführer in dem Augenblick gerichtet werden, wo er, geleitet von den Segenswünschen aller Patrioten, bie Heimat verlassen hat, um im fernen asiatischen Osten für bie Ehre und daS Ansehen des Vaterlandes einzustehen. Gegen derartige Ausfälle dem aus unserer Mitte geschiedenen Feldherrn den Rücken zu decken, ist eine Pflicht deS politischen Anstande», wie der nationalen Selbstachtung." Bemerkenswert ist, daß Professor Theodor Mommsen in der „Nation" kurz zuvor eine Studie veröffentlicht hatte, die den Titel trug „Ninive und Sedan" und in der der große Gelehrte sagt: Der Prophet Jona ging zur Stadt Nlnioe hinaus und setzte sich ihr morgenwärtS, um zu sehen, was ihr widerfahren sei. Unb ba schuf Gott ber Herr einen KürbiS, ber wuchs in einer Nacht unb gab Schatten, unb Jona freute sich über ben Kürbis. Also erging eS betn Volk ber Deutschen, als es in einer Nacht in bie Weltpolitik bineingewachsm war: unb es freute sich über bie Weltpolitik. Aber es würbe nichts mit ber Weltpolitik, wenigstens nichts mit betn Weltkommanbo. Der Oberbefehlshaber war ja ba unb bie Hurrastimmung war auch ba, aber ber Kürbis verborrte. Wir wissen, warum wir nach Paris gezogen sind; wir wissen auch, bah der „JlttS" bei Ninive nicht fehlen durfte; aber was sollen wir jetzt noch weiter in Ninive? Dann aber fährt Mommsen fort: Wir haben volles Verständnis dafür, daß gegen eine durch bie Aufpropfung auf uralte Zivilisation nur wteberwärtiger gestaltete Barbarei die ganze zivilisierte Welt unter die Waffen getreten ist. Volles Verständnis auch dafür, baß bie Schwere ber Aufgabe erst beginnt, nachbem Ninive gefallen ist. Die Aufgabe ist jetzt bie, eine Negierung bafelbst einzurichten, welche ben berechtigten Forberungen einesteils ber Untertanen, anbernteUS ber Auslänber gerecht wirb, welche in diesem Lande der verfaulten Kultur ein dauerhaftes, ebenso nationales wie zivilisiertes Regiment unter dem Dank der Ninioiten- Millionen und unter dem einträchtigen Jubel ber jetzt gegen Ninive ftrettenben Nationen herbeisührt. ES verdient auch beachtet zu werden, was die agrarische „Deutsche Tageszeitung" zu der „übermäßig kräftigen Kanonade" der amtlichen Organe sagt: Zunächst ist ber Ton ber beiben Artikel, besonbers aber ber bek Artikels in ber „Nordd. Allgem. Ztg." so, baß er vielleicht bet Polemiken zwischen zwei oerbiffenen Parteiblättern, nicht aber in einer Erklärung, bie offizielles Gepräge trägt unb alS offizielle Kunb- gebung sich berbietet, geeignet erscheint. In beiden Erklärungen tritt ferner jene Ueberschwänglichkeit zu Tage, die in ben letzten Tagen oft genug von der ernsten Presse aller Parteischattierungen alS bedenklich bezeichnet worden ist. Dadurch, daß man daS Vertrauensvotum ber Mächte, ba« angeblich in ber Zustimmung zur Ernennung beS Grafen von Walbersee zum Höchstkommanbierenbm in Ostasten liegen soll, immer unb immer wieder als etwa« ganz Besonderes, Einzigartiges hinstellt, handelt man nicht der Würde deö deutschen Volkes entsprechend. DaS sollte man doch selbst empfinden, ohne darauf hingewiesen zu werden. Endlich sind die beiden Artikel auch deswegen bedenklich, weil sie andeuten, ja eigentlich rund herauSsagen, baß nunmehr der Gmeralselbmarschall Graf Walbersee über ber Kritik stehe. Das würbe wieberum ber Bebeutung beS GeneralfelbmarschallS nicht entsprechen. Ein Mann von seiner Tüchtigkeit braucht bie Kritik nicht zu scheuen unb verträgt eine berechtigte Kritik gewiß. Das ganze Vorgehen ber beiben Regierungsblätter bekunbel wiederum jene Nervosität, die unserem öffentlichen Leben in ben letzten Jahren baS Gepräge aufgebrückt hat, unb bie nicht als ein Zeichen innerer Gefunbheit erscheinen kann.________________________________________________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, den 28. August 1900. *• Das Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen, Nr. 16, auSgegeben am 22. August 1900, enthält: 1. Ausschreiben Nr. 19 vom 27. Juli 1900, betreffend Einführung von Familien-Stamm- büchern. 2. Ausschreiben Nr. 20 vom 6. August 1900, betreffend die anderweite Regelung der kirchlichen Vermögensverwaltung. 3. Bekanntmachung, betreffend Beitritt zum Gesetz, die Klassifikation deS Diensteinkommens der evangelischen Geistlichen betreffend, für die Pfarrei Birkenau. 4. Verzeichnis der im 2. Vierteljahr 1900 genehmigten Schenkungen und Vermächtuiffe für evangelisch-kirchliche Zwecke. 5. Dienstnachrichten. 6. Aufforderung zur Bewerbung. Zur Wiederbesetzung wird ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Ho l z h e i m, Dekanat Hungen; dem Grafen zu SolmS-Laubach steht das Präfentations- recht zu. •* Der Zweiten Kammer der Laudstäude gingen zu: 1. Die Erwiderung des Ersten Ausschusses auf das Schreiben des Ministeriums der Finanzen vom 29. Mai 1900, betreffend: die Erläuterung der Begründung zu dem Gesetzentwurf, die Herstellung mehrerer Nebenbahnen. 2. Eine Regierungsvorlage, betreffend Verwilligung einer Pension an die Witwe des verstorbenen Chefredakteurs der „Darmst. Ztg." HofratS Becker in Darmstadt. ** Sommerfrische. Unter den vielen Sommerfrischen Oberhessens, die auf längere oder kürzere Zeit von den Städtern ausgesucht werden, um dort die Nerven zu beruhigen und zu stählen, nimmt das „Lehrerheim Vogelsberg" mit den ersten Platz ein. Nur etwa 20 Minuten vom Bahnhof Schotten entfernt, liegt es 350 Meter über dem Meeresspiegel, umgeben von herrlichen Wäldern und umweht von reiner, erquickender Gebirgsluft. Die Verpflegung im Lehrerheim läßt nichts zu wünschen übrig, dabei sind die Preise mäßig. Alle Besucher versichern, daß man sich nirgends besser erholen könne als dort, wo man nichts hört und sieht von dem rastlosen Hasten und Jagen der Welt, wo man so ganz nach Belieben die herrliche Natur genießen kann. Ganz irrig ist die vielfach verbreitete Meinung, daß nur Lehrer hier Aufnahme finden könnten. Wenn daS Lehrerheim auch zurzeit der Schulferien vornehmlich von Lehrern aufgesucht wird, so find doch auch Angehörige anderer Stände jederzeit willkommen, zumal in den Monaten Mai und Juni, wenn keine Schulferien in den Städten sind, und jetzt im Nachsommer, wo schon ein großer Teil der Lehrer wieder in die Heimat zurückgekehrt ist. ** Stottern unb Stammeln. Für die an diesen Sprachfehlern Leidenden wird es von Interesse sein zu hören, daß hier von feiten der unter dem Namen „Hephata" bekannten Anstalt ein Heilkursus abgehalten werden wird. Wie störend ein Sprachfehler den damit Behafteten in jeder Lebenslage trifft, wie er auf Geist und Gemüt erschlaffend wirkt, ist hinlänglich bekannt. Bereits auf der Schulbank von seinen Iriedrich Nietzsche f. Aus langjähriger geistiger Umnachtung hat der Tod den Dichter und Philosophen Friedrich Nietzsche erlöst, einen Mann, effen gewaltiges geistiges Schaffen auf unsere 3cit einen tiefen, vielleicht nnverlöschlichen Eindruck aus- geuvt bat. In der Philosophie, der Kunst, vor allem aber in der Litteratur, begegnen wir auf Schritt und Tritt den Einwirkungen Metzsck-e'scher Lehren, dessen „Uebermenschen- tum aus der einen <^eite mit ebenso viel Begeisterung wie «us der anderen mit schärfstem Widerspruch ausgenommen wurde. Ei? kann heute an dieser Stelle nicht unsere Aufgabe sein, die vielumstrittenc Größe des Naumburger Philosophen zu werten, wir wollen heute nicht untersuchen ob Nietzsche in der That der Titan war, der die ,Um- wertting aller Werte" vornehmen durfte, oder ob "jene unter seinen Gegnern im Rechte sind, die ihn nur als einen Modephilosophen einschätzen. Wir begnügen uns für heute damit, einen kurzen Abriß seines Lebenslaufes und seines Schaffens zu geben. Geboren am 15. Oktober 1844 zu Röcken bei Lützen, studierte 92. von 1864—67 in Bonn und Leipzig klassische Philologie. Bereits im Jahre 1869, im Alter von 25 Jahren, wurde er als außerordentlicher Professor der klassischen Philosophie nach Basel berufen und dort 1870 zum ordentlichen Professor ernannt. In demselben Jahre unterbrach er jedoch seine Lehrtätigkeit, um am deutsch- französischen Kriege als freiwilliger Krankenträger teil- -unehmen. Nach Beendigung des Krieges trat er wieder in fein Dozentenamt ein, das er aber nur noch wenige Jahre innehaben sollte, denn bereits 1879 mußte er sich infolge eines mit häufigen Kopfschmerzen verbundenen i Augenleidens pensionieren lassen. Infolge geistiger lieber- I Anstrengung und übermäßig angeroenbeter ^lafmittel fiel I Nietzsche 1889 in geistige Umnachtung, deren Charakter bald jede Hoffnung auf Heilung ausschloß. Sein Leben glich von da an einem müden geistigen Dahindämmern, dem der Tod jetzt ein Ende bereitet hat. Während der Zeit seiner Geisteskrankheit hatte Nietzsche unter der Obhut seiner Schwester, Frau Elisabeth Förster-Nietzsche in Naumburg, gelebt. Im vorigen Jahre war sie mit ihm nach Weimar übergesiedelt. In Nietzsches Schaffen lassen sich drei Perioden unterscheiden. In den Werken der ersten Periode, ber „Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik" und ben „Unzeitgemäßen Betrachtungen", fußt er auf ber Philosophie Schopenhauers unb ber Kunst Richarb Wagners. Bon beiben aiber toenbet er sich in seiner zweiten Periobe ab, bie mit den beiden Aphorismenbänden „Menschliches, Allzumenschliches" (1878) ihren Anfang nimmt. Lier, wie auch in den folgenden Werken: „Morgenröte" und „Die fröhliche Wissenschaft" zeigt er sich bereits radikal skeptisch in philosophischer Beziehung, durchaus atheistisch der Religion gegenüber und übernational in Politik, Kunst und Kultur. In diesen Arbeiten beginnt er eine einschneidende Kritk der Entstehung und des Wertes der heutigen Moral zu üben. Seine Kritik führt ihn dazu, bie heutigen Werturteile als Werte des ab steigen ben Lebens abzuthun unb ihnen seine neuen, lebensbejahenden aristokratischen Zukunfts- ideale entgegenzustellen. Diese Entgegenstellung ist der Hauptinhalt des ersten Werkes seiner dritten Periode: „Also sprach Zarathustra", und zwar geschieht fie hier in poetischer Form. In ben dem Zarathustra-Buche folgenden Arbeiten: „Jenseits von Gut und Böse", „Zur Genealogie ber Moral", „Der Fall SBagner" und „Götzendämmerung" führt er die immer radikaler werdende Kritik der Modernität unb Moral weiter. Die Vollendung seines Hauptwerkes, „Die Umwertung aller Werte", vereitelte feine Erkrankung. Die Lehren Metzsches haben, wie eingangs gesagt, eben so viel Widerspruch als Beifall gefunden und angesichts des Todes des Philosophen wird aller Voraussicht nach ber alte Jbeenstreit mit erneuter Heftigkeit aujlobern. Was, aber auch gegen Nitzsche unb seine Lehren gesagt werden kann, zwei Dinge werben auch feine erbittertsten Gegner, zu denen übrigens auch der alte Nibelungenfänger Wilhelm Jordan gehört, anerkennen müssen: Nietzsche war ein Psycholog größten Stils, und er war ein Dichter, ber die Sprache nicht nur meisterhaft zu beherrschen, sondern der aud) neue Formen zu finden und mit ihnen gewaltig zu wirken wußte. In ihr kommt seine Kraft und fein künstlerisches Feingefühl ebenso machtvoll zum Ausdruck, wie der hinreißende Schwung seiner Gedanken. Seine Sprache, die Form der Lehren, die er vorgetragen hat, würde allein schon ausgereicht haben, enthusiasmierte Anhänger zu seinen Füßen zu'scharen. Es war ein tragisches Geschick, daß Nietzsche, der als Prophet eines neuen, höheren Menschentums in unsere Zeit trat, verurteilt war, int besten Maunesalter in geistigen Tob zu versinken. Sein glänzender Geist, an intensivste Thätigkeit gewöhnt, erlag den gewaltigen Anstrengungen, denen er sich unerbittlich unterzog. Heute ist nun auch fein müder Körper dem Streiche des Todes erlegen. An seiner Bahre werden Begeisterung und Haß aufeinander prallen und der Streit der Parteien wird bald die Stimme der Trauer übertönen. Die Zeit aber wird das richtige Wertmaß auch für Friedrich Nietzsche unb sein Schaffen finden, der allezeit ein Mensch im edelsten Sinne jenes Goethewortes war, nach dem Mensch sein — Kämpfer sein heißt. Ein vorzügliches Buch über Nietzsche hat ber Professor Henri Lichtenberger in Nancy herausgegeben, das im Verlage von Karl Reißner in Dresden in deutscher Ausgabe, erschienen ist. Platze. () Orten berg, 25. August. Im hiesigen Rathaus- saale fand heute die jährliche Verwaltungsrats-! sitzung mit darauf folgender Generalversamm- lungderLudwig-undMathildenstiftung statt. Nach Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten, Oberförster Dr. Weber- Konradsdorf wurden die statutenmäßig festgesetzten Positionen beraten und fanden die Ge- nehmigung der Versammlung, der auch der Regierungs- Vertreter, Kreisamtmarm Sandmann von Büdingen beiwohnte. Mm Schlüsse der Verhandlungen verbreitete sich der Präsident in längeren klaren Ausführungen über den Entwurf eines zu erlassenden Sparkassengesetzes. Nach einer von ihm verfaßten Denkschrift wurden die Gründe dargclcgt, die die öffentlichen Sparkassen zwingen, aus ihrer bisherigen Verfassung herauszutreten, auch die «vorteile vorgesührt, die das zu erlassende Sparkassengesetz Sir Edward Seymour schildert in einem langen Briefe, I den mehrere Blätter veröffentlichen, seinen verunglückten I Marsch zum Entsatz der Europäer in Peking und bte Be- I weggründe, die ihn veranlaßten, diese Expedition zu unter- I nehmen, so gefährlich und hoffnungslos sie auch schien. I Es heißt in dem Schriftstücke u. a. folgendermaßen: Unsere I Expedition steht gewiß einzig in ihrer Art da, denn sie I setzte sich -aus Matrosen und Marinesoldaten acht verschie- I dener Nationalitäten Zusammen; wir hatten weder Train I noch Reserven. Ich bin und war mir des großen Risikos I bewußt, das ich einging, aber angesichts der dringenden I Notschreie aus Peking konnte ich es vor mir selbst nutzt I verantworten, zu zaudern. Ich konnte um meiner Ehre I willen nicht anders. Ich setzte mich selbst an die Spitze des Inges, weil ich darin den besten und einzigen Weg sah, | alle unter einen Hut zu bringen. Als die kaiserlich I chinesischen Truppen in uns unbekanuter Stärke die Waffen I gegen uns erhoben, wurde die Ausführung des Planes I unmöglich und der Rückzug, schwierig. Die Schienen wurden I fortwährend vor und hinter uns aufgerissen. Es ist er- | staunlich, wie schnell sie wieder notdürftig geflickt wurden, I aber häufig geht d>ie Linie im Zickzack, und so konnten I wir nur sehr langsam vorwärts kommen. Eine der größten I Schwierigketen bestand darin, Wasser für die Maschinen 1 zu erhalten; wir mußten sie mit Eimern aus Quellen I füllen, wenn wir welche fanden. Unser erstes Gefecht mit I Boxern hatten wir an der Station Lang Fang, wo wir I drei oder vier Tage auf der Eisenbahnlinie festgehalten I wurden. Die Boxer zeigten viel Mut und sind thatsächlich I Fanatiker, die sich für unverwundbar halten. Wie sie jetzt I hierüber denken, weiß ich nicht. Nach einigen Tagen ver- I einigten sich die kaiserlich chinesschen Truppen, de genau . wie die Deutschen bewaffnet sind, mit den Boxern. Unsere I einzige Hoffnung, einer Niederlage auszuweichen, war jetzt, I zurückzukehren. In Yangtsun, wo die Schienen den Fluß erreichen, war kein Geleise mehr, unsere Vorräte wurden I knapp und wir hatten viele Verwundete. In diesem Lande I wird jedem Mann, der von den Chinesen gefangen wird, I der Kopf abgeschnitten; deshalb muß man bei seinen Ver- 1 mundeten aus harren und sie verteidigen. Wir verließen bei dungtsun die Eisenbahn, ließen altes, I was wir nicht tragen konnten, zurück, nahmen die vier | Dschunken, deren wir habhaft werden konnten, und schafften I unsere Verwundeten auf diese. Dann begannen wir unseren Rückzug entlang des Flusses, schliefen wie und wo wir I konnten in den Feldern, aßen wenig und tranken Peiyo- wasser, das ungefähr schmeckt wie rote Erbsensuppe, in welche die schauderhaftesten Sachen hineingeworfen sind. I I Vielleicht das schwerste Gefecht hatten wir bei Peitfang. Hier wurde Kapitän Jellicoe schwer verwundet, aber er I erholt sich setzt prächtig. Auch mein armer Maat Myatt, I der viele Jahre bei mir gewesen ist, wurde neben mir I tätlich verwundet. Den ganzen Tag marschierten wir I kämpfend vorwärts und schafften in der nächsten Nacht I unter heftigem Feuer die Deutschen und Russen über den Fluß. Um 1 Uhr nachts machten wir uns dann wieder au und versuchten, im Dunkeln vorwärts zu kommen. Gegen halb drei Uhr, als es noch stockfinster war, wurden wir au der Front mit Gewehr- und Geschützfeuer empfangen. Eine Dschunke - die, auf der sich die Geschütze öefanbtit — wurde in den Grund gebohrt. Das war ein schwerer Verlust, aber es war doch besser, als wenn es eme Dschunke mit Verwundeten gewesen wäre. Wir "ahmen dm Stellung des Feindes im Sturm. Ein vdev zwei Stunden nach Tages- anbruch erreichten wir das große Nordarsenal Tientsins. Während wir versuchten, es zu passieren, kamen wir unter ein schweres Feuer. Ich sandte die Marinesoldaten und andere stromaufwärts über den Fluß und wieder das Ufer hinab, um die Stellung zu nehmen, was auch gelang, da die Deutschen ebenfalls von der anderen Leite stürmten. Das war wirklich! unsere Rettung. Wir konnten dem Widerstand im Freien nicht länger ftand halten, uno unsere Verwundeten nahmen an Zahl zu. So brachten wir sie an Land in Wareiihäusern unter, befestigten den Platz und hielten Angriffe an diesem Tage und in der solgenden Nacht mit Erfolg ab. Das Arsenal enthielt moderne Waffen, Geschütze und Munition, die von einigen fachmännischen Offizieren auf einen Wert von 60 bis 80 Millionen Mark beziffert wurden. Bevor ich den Platz verließ, setzte ich alles in Brand und sprengte in die Luft, was ich konnte. Wir fanden Munition, die in unsere und die deutschen Gewehre paßte, und bewaffneten einen Teil unserer Truppen mit Gewehren, die wir hier gefunden hatten. Wir fanden auch viele Tonnen Reis, die uns seh* sehr t^rige^ bre-mat waren unsere Aussichten sehr- dunkel, und eine Katastrophe schien nicht ""wahrscheuilich. Trotzdem habe ich nicht ein einziges Mal bedauert datz ich den Vormarsch gemacht habe. Ich wurde meinL vor mir selbst verlieren, wenn ich es gethan hatte. Mitschülern gehänselt, nicht fähig, sich durch Worte zu ver- I j teidigen und sich der Lacher zu erwehren, nicht imstande, | < die zu Hause gut erlernte mündliche Aufgabe seinen Lehrern i . aufzusagen, wird der Stotterer bereits in seiner^"geno- jähren zum traurigen, niedergeschlagenen, oft erschlossenen, i mißmutigen Stiefkind der Natur. Das m 'Anwendung > kommende Verfahren ist, nach dem „Reichs-Medizinal-An- zeiger" (Nc. 25, 1893), kein medizinisches oder operative-, < sondern heilpädagogisch (heilgymnastisch) und durchaus rationell. Die Vorzüge dieses Verfahrens sind wisienschast- lich anerkannt und Tausende verdanken ihm die Wiederherstellung ihres sprachlichen Befindens. Zu einer Bekräftigung über den Wert der Neumann'schen Methode mag angeführt I werden, daß dessen Anstalt von den berühmtesten Aerzten, wie dem Geh. Medizinalrat Pros. v. Leyden empsohlen und von Aerzten im eigenen oder im Jnteresie von Angehörigen | in Anspruch genommen wird. Die Sprechstunden sind I Freitag, 31. August von 11—1 und 4—7 Uhr nachmittags im Hotel Einhorn in Gießen. Bad-Nauheim, 26. August. Vorgestern sand hier im Surtheater die erste Aufführung eines Schwankes der Frank- I furter Schriftstellerin Anna Hill, „Erlkönig" betitelt, I statt, der sich sehr freundlicher Aufnahme zu erfreuen hatte. DaS Stück ist ein richtiger Schwank mit vielen wirksamen I Szenen. Freilich ist die Grundidee — ein Geizhals, der I seine eine Tochter, die einen Maler heiratete, verstoßen hat, I und seine andere Tochter einem vermeintlich reichen, aber I sich als Fälscher entpuppenden Mann geben wollte, nicht neu. Die Verfasserin wurde mehrfach gerufen. § Friedberg, 28. August. Der Senior der hessischen Gerichtsschreiber, Herr Fe ick hier, wird morgen sein 50jähriges Dieustjubiläum feiern. Seine treue Dieustführung wurde schon vor mehreren Jahren durch Verleihung eines Ordens besonders anerkannt. Der Jubilar ist ein geborener Oberhesse und erfreut sich trotz seiner I 71 Lebensjahre körperlicher und geistiger Rüstigkeit. )( Grün berg, 26. August. Wie alljährlich am Lud- wigstage, so wurde auch gestern wieder die diesjährige I Hauptversammlung des Spar- und L e i h k a s s e - I Vereins Grünberg im Sitzungssaale des Vereins- I Hauses abgehalten. Als Vertreter der Regierung war Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold erschienen; I außerdem waren wohl sämtliche zum Sparkassebezirk ge- I hörigen Gemeinden durch die Bürgermeister vertreten. Um 11 Uhr eröffnete der Direktor der Kasse, Oberamtsrichter Mickel, mit herzlicher Begrüßungsansprache die Ver- I sammlung und erstattete sodgnn den Geschäftsbericht für I das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Gesamteinnahme betrug 571687 Mk., die Gesamtausgabe 528 732 Mk; der Gesamtumschlag beziffert sich somit auf l WO 419 Mark und ist gegen das Vorjahr um etwa 206 000 Mk.gestiegen. I Die der Einleger hat sich (um 46) auf 2610, die | Spareinlagen (um rund 59 000 Mky auf 1390 000 Mk. vermehrt. Aus 14 Gemeinden des Bezirks sind bedeutende | Mehreinlagen zu verzeichnen, besonders aus Grünberg, I Atzenhain, Ober-Ohmen, Ruppertenrod u. a. Auf den Kops der Bevölkerung entfällt eine Durchschnittseinlage von 63 M. 70 Pfq. gegen 80 Mk. 19 Pfg. in 1898. Es ist dies gewiß ein sehr erfreuliches Zeichen von dem Sparsamkeitssinn der Bewohner unserer Gegend, die gerade nicht zu den gesegnetsten Strichen unseres Landes gehört- Das Gesamtvermögen der Kass? 'beläuft sich auf 1 a33 880 Mk die Passiva beziffern sich auf 1293 254 Mk., es verbleibt somit ein Reinvermögen im Betrage von 140626 Mk. Obwohl der Gesamtumsatz bedeutend in die Höhe gegangen ist, hat sich der Reingewinn in den letzten Zähren erheblich, vermindert. Es ist dies hauptsächlich durch die im ^ahre 1896 für Darlehen erfolgte Herabsetzung des Zinsfußes von 4 einhalb auf 4 Prozent verursacht. Die Hoffnung, daß sich die Differenz von einhalb Prozent durch die zu erwartende Geschäftsvermehrung wieder ausgleichen wurde, hat sich leider nicht erfüllt. Um wenigstens eine geringe Erhöhung der Einnahme zu erzielen, beschloß die Versammlung auf Vorschlag des Vorstandes, daß künftig für Kausschillinge, die am Fälligkeitstermin nicht entrichtet werden statt 4 wieder 4 einhalb Prozent Verzugszinsen bezahlt'werden. Ferner beantragt der Vorstand, diesmal von der Bewilligung der verschiedenen Subventionen an die Arrzte, die Handwerker-, Kleinkinderschule u. s. w. abzusehen. Nur für Prämien an Dienstboten des Bezirks, die 5 Jahre ununterbrochen und treu bei derselben Herrschaft gedient haben, wurden 200 Mark, zur Unterbringung von skrophulösen Kindern unbemittelter Eltern P" bethenhaus zu Bad Nauheim 300 Mk. und an diese Anstalt selbst 50 Mk. bewilligt. Da sich die Arbeiten des VereinS- dicnerS nach Ucbersiedelung in das neue Sparkassegebaude und durch Änrichtung eines weiteren Geschäftstages vermehrt haben, wurde auf Antrag des Vorstandes dessen Jahresgehalt von 280 Mk. auf 400 Mk. erhöht. Als letzter Gegenstand der Tagesordnung wurden die'Vorstandswahlen vorgenommen. Die nach den Satzungen ausscheidenden. Bürgermeister Zimmer- Grünberg, F e l d mann -lauter und Sen g-Lehnheim wurden wiedergewählt. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinschaftliches Mittagessen. §§ Ulrichstein, 25. August. Ein hiesiger Einwohner setzte sich, als er einen Wagen Heu nach Schotten fuhr, unterwegs auf den Wagen, fiel herunter, sodaß er vor das Wagenrad kam. Er wurde überfahren und blieb tot am willkommen waren. Das Thermometer zeigte während unseres Marsches zuweilen über 100 Grad im Schatten (etwa 40 Grad- Celsius), und unser Durst war in der ersten Woche groß. Was wir alles gegessen und getrunken Haben, mag ich mir gar nicht ins Gedächtnis zurückrufen. An einem Tage erschpssen wir einen' Reiter mitsamt seinem Pferde im Gefecht und verzehrten; dann noch an demselben Nachmittag das Pferd. .. , Alle Anstrengungen, mit Tientsin in Verbindung zu treten, scheiterten daran, daß die Chinesen in dichten Schwärmen das Gebiet durchzogen. Unsere bewaffneten Trupps wurden zurückgetrieben und unsere Läufer gefangen und getötet. Schließlich gelang es einem Mann^ durchzukommen, aber er mußte den Brief aufessen, den! wir ihm mitgegeben hatten. Dann kam die Ersatzkolonne^ die meist aus Russen bestand, und wir kamen mit etwa 200 Verwundeten in Tientsin an. Hier (der Bries ist m Tientsin geschrieben) halten wir nun den Platz; die Chinesen feuern zuweilen auf uns und versuchten auch, uns unter Wasser zu setzen. Gestern traf mich eine verirrte Kugel an dem Platze, an dem ich jetzt schreibe. Wenige vielleicht haben versucht, eme aus acht, Nationalitäten zusammengesetzte Expeditionstruppe zu fuhren; es erfordert sowohl Takt als gutes Temperament. Die Fremden waren indessen sehr nett gegen mich, und je weiter die Sache ging, sagten sie einfach: „A vos ordres , und „Wir werden thun, was Sie sagen." Es war sehr interessant, die verschiedenen Nationalcharaktere zu beov- achten. Am meisten bewunderten wir die Deutschen, aber I an Tollkühnheit und Lust draufzugehen, kam vielleicht niemand den Amerikanern nahe. Die Franzosen zeigten keine besondere Annäherung an eine andere Nationalität. Die Deutschen und Russen waren geneigt, zusammen zu halten, die Amerikaner waren immer mit uns. Die Japaner neigten zu uns, aber die Russen waren ebenfalls sehr freundlich gegen sie. Die Italiener und Oesterreichs waren brave Jungens, aber nur wenige Mann. Natürlich gab es eine Menge ergötzlicher Zwischenfälle, aber auch manche Vermischtes. • Zur Beobachtung seines Geisteszustandes und wegen eines körperlichen Leidens wurde der Hauptmann ff allen» berg von der ostafrikanischen Schutztruppe vom Militar- ArresthauS I in Berlin, wo er sich in Untersuchungshaft befand, nach dem dortigen Garnison-Lazarett I übergesührt. Hauptmann Kallenberg wird, wie seinerzeit berichtet wurde, des Mordes an einer Negerin und an ihrem Kinde beschuldigt und befindet sich seit Anfang April m Unter- HU"93m Scher, nach Ostasten. Aus emem Orte an der Westmündung des Nordostseekanals wird folgender ..Scherz berichtet: Mehrere junge Leute unternahmen eine Bierreise. In heiterster Stimmung erklärte plötzlich Emer, er werd sich bei dem Bezirkskommando als Freiwilliger für das chinesische Expeditionskorps melden. Die Uebngen pflichteten dem Ulkmacher bei, und die Meldung ging sofort ab. Die Beteiligten hatten den „Scherz" bald vergessen. Dieser Taae erhielt dec Hauptbeteiligte vom Bezirkskommando die Gestellungsordre für das Freiwilligenkorps. Der Schreck über die im Rausch begangene That soll unbeschreiblich g WCfC* Vränbe. Die Filiale der Breslauer Oelfabrik in Oderberg ist teilweise nieder geb rannt. Der Schaden beträgt 100 000 Gulden. — Die galizische Stadt Uh-now ist zur Hälfte niedergebrannt. Tausend Personen sind ob- dachlos^ einsame Königin. Ein Mitarbeiter der Dailv Mail" entwirft ein interessantes Bild der jungen Königin von Holland. Er nennt sie die ,,einsame Königin" denn die einsame Kindheit, die sie gehabt, habe ihrem eigentümlichen selbständigen Wesen und ihrer i endlichen Schönheit ein seltsames und anziehendes Ge- vräge gegeben. Die Amsterdamer sprechen viel von ihrer hiibschen Königin, und viele Erzählungen sind über sie, QudI aus der Kinderzeit, in Umlauf. Die Königin Wilhelmine hat niemals in ihrer Kindheit eme Gefährtin gehabt, und auch jetzt ist sie ganz auf ihre Mutter angewiesen. Ihre einzigen Berwandten sind der Prrnz und die Prinzessin von Wied, die emmal jährlich eine ooer zwei Wochen im Haag zubringen und bann einen großen Empfang ober Ball geben, unb ber Bruder der KouigmEmma, I rin i von Walbeck-Pvrmont, der mit seiner Gemahlin noch! Mener ncZ Hollan^ommt. Man erzählt, baß die König n Wilh?lmine bie einzigen wirklich heteren Stunben ni.f PitiTm verlebte, ber vor zwei Jahren, als ihr mnoer Onkel ben SSf besuchte, veranstaltet würbe. Da- lunger L nkm mir Ouabrille, worauf sie sich! ge- I Vfrfiränfen muß, sonbern sie walzte mit dem "bsta kn Ä » -krgnügt umher! daß sL ihre Krone Aber bas ist eine Streitfrage in Hollanb'. Tmürlicki würbe dieses kleine Ballabenteuer lebhaft be- Äwn und gab zu verschiedenen Deutungen Anlaß: Einige behaupten, daß dieser Zwischenfall wirklick) statt- I apfnnben habe, und daß bei ihrem eifrigen Walzen die I Sronc sich loslöste und hinfiel, und tadelten die Königin I streng wegen ihres Mangels an Würde. Andere bestreiten | überhauch die Wahrheit ber kleinen Episode. Die That- für die Bevölkerung zeitige. Nach dem geschäftlichen Teile I vereinigten sich die Mitglieder der Versammlung unter I Anschluß vieler Herren aus Ortenberg und Umgegend, unter I denen auch der frühere Präsident der Sparkasse, I förster Hoffmann- Butzbach, zu einem Festessen im Saale pes Kasinos. Die Kapelle der Ortenberger Feuerwehr konzertierte während des Mahles. Kreisamtmann Sandmann brachte mit beredten Worten den ersten Toast auf den Kaiser und den Großherzog aus. Der frühere Präsident, Oberförster Hoffmann- Bußbach, gedachte der außerordentlichen Verdienste des hochhetagten, noch in Rüstigkeit seinem Rechneramte vorstehenden Bürgermeisters Roth-Ortenberg, dem ein kräftiges „Hoch" ausgebracht wurde. Erst die späte Abendstunde trennte die Festteilnehmer. , Aus dem Rheiugau, 27. August. Die Weinberge zeigen weiter gute Entwickelung. Die Julihitze hat das Wachstum derartig gefördert, daß die Reise der Trauben etwas früher als sonst zu erwarten sein dürfte; auch der August war — trotz des vielen Regens seit der Mitte des Monats — den Weinbergen günstig. So dars man eine gute Mittelernte erwarten und, vorausgesetzt, daß der September viele trockene und sonnige Tage bringt, auch ein qualitativ befriedigendes Ergebnis. b. Ans Rheinhessen, 26. August. Der Knecht Weiland von Wackernheim, der, wie gemeldet, letzter Tage einen Soldaten mit der Mistgabel erstochen hatte, versuchte sich im Arrestlokal durch Erhängen das Leben zu nehmen, wurde aber infolge Eintretens des Beschließers an diesem Vorhaben gehindert. Mainz, 26. August. Die hiesigen kausmännischen Vereine haben, wie der „Mainzer Anz." schreibt, Anlaß ge nommen, sich in einer gemeinschastlichen Sitzung mit der Frage der Errichtung einer hessischen Handelshochschule zu beschäftigen. Landtags-Abgeordneter Molt Han, Präsident des Vereins Mainzer Kaufleute, führte den Vorsitz. Er ist der Ansicht, daß an ihrem Zustandekommen nicht mehr zu zweifeln ist, und erklärte es für die Pflicht der Mainzer kausmännischen Vereinigungen, energisch dafür einzutreten, daß dieselbe in Mainz als : selbständige Anstalt errichtet werde. Admiral Seymour über seinen Marsch. Men btn b der Enthielt' bis 80 b5 Platz 1 die Luft, W und ■men Teil gefunden "ns feilt .' mag i* "iem Taoe Pferde irn -den Nach. nndung zu in dchen ewaffneten Ner gern Mann, essen, bett ^Wane, i mit etM »rief ist in tz', die Chi- 1 auch, uns ine verirrte acht Atio- zu führen; ment. Die ich, und je )v orbres", i W W ce M. deob- iWn, aber ielleicht nie- zeigten keine lalität. Die n zu halten, )ie Japaner ensaUs schr sicher waren Natürlich gab auch manche issichteu W iai)r)'Mili4v Mert, daß nie Achtung i hätte. :jA; «s»$- unb wegen nnÄaUu* Dom Miiäl' rchchungshaft I übergefühtt- erichtet wurde. chremKinde Kprif h W* Otte an dn \bex Flhers ewtSitt* «et, n «* jiitr M w ofoit ab. Die Mn. Dustr atommanbo bie Der *4 iwflt . Mabrtt ;at>t uw»» Otiw pd ob W As S-- Ä-A -Kmdd'c Ä & S« t, «»J&ten als ihr JahreN' b ’M? tf.üft fache aber ist die, daß die Königin wirklich mit der Freude eines jungen Mädchens Walzer tanzte. Tabei glitt die Dicrmantentiara, denn sie trug keine Krone, nach hinten, weil eine Haarnadel sich gelöst hatte, und gleichzeitig ging eine Locke des kurzen, braunen Haares am Hirtterkopf auf. Eine Hofdame hatte in einer Sekunde alles wieder in die Ordnung gebracht, die die Etikette erfordert. Aber in Holland hat man sich lange nicht darüber beruhigen können, daß die junge Königin mit 18 Jahren auch einmal vergnügt sein wollte. Tas einsame Leben an der Leite ihrer Mutter hat die ernste Leite ihrer Natur schon früh gereift, und mit Recht tonnte man von ihr sagen, „sie spielt niemals, sie arbeitet immer". Lange ehe sie Königin wurde, hatte sie in einem kleinen Privatmuseum das Spielzeug aus ihrer Kindheit fortgelegt. So methodisch und praktisch war sie schon damals, daß jede Puppe mit ihrem Namen, dem Namen des Schenkers und dem Datum, wann die kleine Prinzessin sie erhielt, versehen war. Wilhelmine hatte eine ungezogene Puppe, die durchaus nicht gerade sitzen wollte. Wie geduldig sie sie auch in Positur setzte, schmeichelte und schalt, sie saß nicht gerade. Da sagte ihre königliche Herrin endlich: „Du ungezogene Puppe, du; wenn du dich nicht ordentlich beträgst, mache ich dich zur Königin, und dann hast du niemand zum Spielen." * Bon der Pariser Weltausstellung. Tie Zahl der Besucher der Weltausstellung ist nunmehr erheblich im Steigen begriffen; während sie vor drei Wochen sich aus höchstens 1OOOOO Besucher pro Tag belief, beziffert sie sich gegenwärtig auf 250 000. Ter Preis der Tickets ist auf 30 Cent, gesunken. Ter Schluß der Ausstellung ist endgiltig auf den 6. November festgesetzt. Am 25. d. M. wurden Verstärkungsarbeiten an den Geländern der Brücken auf dem Ausstellungs-Terrain vorgenommen. — Tas Begräbnis eines der Opfer der letzten Katastrophe gestaltete sich zu einer großartigen Trauer-Kundgebung. Kunst Md Wissenschaft. Darmstadt, 26. August. Die Vorbereitungen zur diesjährigen 3. Ausstellung der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler sind bereits soweit gediehen, daß wieder das Zustandekommen einer künstlerisch bedeutsamen Kunstausstellung gesichert ist. Obwohl unsere regsamen einheimischen Künstler sich an den großen Ausstellungen dieses Jahres wieder lebhaft beteiligt haben — wir finden Werke von Mitgliedern der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler in München im GlaSpalast und Sezession, Berlin, große Ausstellung und Sezession, auf der Pariser Weltausstellung u. a. O. — so ist nun doch auch hier wieder eine vortrefflich beschickte Ausstellung zu stände gekommen, auf der mehrere der Künstler mit hochinteressanten Kollektionen vertreten sind. Nachdem nunmehr hier in Darmstadt dem Kunfigewerbe in so überaus reichem Maße Förderung zuteil wird, kann es nicht mehr Aufgabe der hiesigen Maler sein, auf ihrer Ausstellung dasselbe in den Vordergrund zu stellen; indes werden die Räume deS KunstvereinS auch dieses Jahr durch hervorragende Dekoration und kunstgewerbliche Stücke in vornehmer Weise ausgestattet fein. Verschiedene hier noch weniger bekannte, hervorragende Künstler sowie kunstgewerbliche Firmen stellen in ganz repräsentativer Weise aus. — Darmstädter Kunst in Paris. In Nr. 32 der in Hannover erscheinenden „Deutschen Bauhütte* befindet sich in einem Aufsatz, „DaS Kunstgewerbe in der Pariser Ausstellung" überschrieben, ein Passus, der recht erfreut. Er lautet: Eine der schönsten Leistungen der kunstgewerblichen Abteilung ist daS bürgerliche Zimmer, das die Künstler der Darmstädter Kolonie ausgestattet haben. Die vornehmen, einfachen Formen der lichtgrauen Holzteile, die Gliederung der Decke und der ge- putzten Wandflächen über dem Getäfel durch schmale Holzleisten und die prachtvollen Farben, die das Fenster von Christiansen über diese trauliche und schlichte Ausstattung ergießt, machen diesen Raum, der so wohnlich und vor allem so deutsch wirkt, wie kein anderer der Ausstellung zu einem Gipfelpunkt. Am Darmstädter Fürstenhof hat endlich unsere Kunst eine Stätte gefunden, wo sie nicht dazu gebraucht wird, mittelalterliches Sottesgnadentum und sagenhafte Heldentugenden verschollener Ahnen dem Volk in ein helles Licht zu rücken, sondern ein freies Heim, wo die Künstler unabhängig ihren Eingebungen folgen können. Und wenn auch, in wahrhaft fürstlicher Weise, bei der Ausstellung der Kolonie nicht einmal der Name des Fürsten genannt wrrd, dem fie in jeder Hinsicht ihr Werden und Bestehen verdankt, so wird dieser Name doch stets genannt werden, wenn dereinst von dem neuen Erblühen der deutschen Kunst gesprochen wird, als der eineS modernen, zeitgemäßen Fürsten, auf den seine Künstler ebenso stolz sein können, wie er auf sie. Hätten wir in Deutschland noch drei solcher Höfe, so sollte es um die deutsche Kunst bald bester bestellt sein. Paris, im Juli 1900. Ktteratur. W. Wir haben jüngst schon einmal auf den Grieben- schen Schwarzwaldführer (Berlin, Goldschmidt, 3 Mark) kurz aufmerksam gemacht. Es ist wohl einer der besten Führer, der mehr über das Land als über die Leute genau orientiert. Ph. Bussemer, der Verfasser der neuen, 11. Auflage behandelt in knapper Fassung das gesamte Schwarzwaldgebiet von Heidelberg bis zum Bodensee, bietet dem Fußwanderer eine gute und zuverlässige, in Zeitangaben allerdings für Leute mit Siebenmeilenniefeln berechnete Wegführung, macbt mit altem Interessanten bekannt und ist auch bezüglich der Gasthöfe gut unterrichtet, wenn er freilich auch hier und da allzu viele Namen ndnnt und dabei selbst solche dritten und vierten Ranges aufzählt. Für jeden Schwarzwaldtouristen ist es jedenfalls empfehlenswert, sich in den Besitz des sehr genau orientierenden, allerdings auch nicht immer ganz zuverlässigen Mitgliederverzeichnisses des Schwarzwälder Gastwirts-Vereins zu letzen, in dem man Auskunft Über Preise rc. erhält. — An dem Grieben'schen Buche zu bedauern ist, daß bloß der südliche Teil mit einer Sonderkarte bedacht ist, das Kniebis- Gebiet verdient eine solche ebenfalls. Von Wörls Reisehandbüchern ist in Wörls Reisebücher-Verlag, Leipzig, in neunter Auflage der „Kleine R h e i n f ü h r e r" erschienen. Dieser Führer geleitet den Rheinreisenden von Mainz bis Köln durch das Rheinthal und seine Seitenthäler und enthält mit Rücksicht auf den Umstand, daß eine dreifache Bereisung des Rheins mittelst Tampfbootes und der zu beiden Seiten des Stromes sich hinziehenden Eisenbahnen möglich ist, eine dreifache Beschreibung des Rheinthales, sodaß der Reisende je nachdem er das eine oder das andere Verkehrsmittel benutzt, sich ohne Mühe in dem Reisehandbuch zurechtfinden kann.________________________________________ Aus dem Geschüftsleöen. — St. Goar a. Rh. Das bekannte historisch berühmte „Hotel zum Goldenen Löwen" bat den Geschäftsbetrüb mit dieser Saison von der Köln-Mairzrr Heerstraße verlegt in die Rheinpromenade Nr. 1, zwei gewaltige Löwen halten auf herrlich gelegener Terrasse gleichsam die Wacht am Rhein und tragen nicht wenig zur Verschönerung der Stadt lei. DaS HauS war früher Rathaus und diente in letzterer Zeit als Amtsgericht. — Auf der Welt-AuSstellung in Paris erhielten die Goldene Medaille die in der Halle für Fahrrüder und Motorwagen ausgestellten Dürkopp - Rüder dec Firma Bielefelder Maschinenfabrik (vorm. Dürkopp u. Co.) in Bielefeld. — Die Freiherrlich von Tucher'sche Brauerei, Aktien- Gesellschaft in Nürnberg, welche bekanntlich chre Biere auf der Pariser Weltausstellung in dem nächst dem Eiffelturm belegenen Restaurant „Guibout Toliffac" sowie in sämtlichen „Bars automatiqued* oer Ausstellung, ferner in den Expreßbars auf den Boulevards, sowie in verschiedenen großen Restaurants im Zentrum von Paris zum Ausschank bringt, ist von der dortigen Ausstellungs-Jury mit der goldenen Medaille prämiirt worden. ____________________ Humoristisches. — Neues von GerenisfimuS. Serenissimus läßt sich Bericht erstatten über einen Sisenbahnunfall und erfährt, daß das Unglück durch Auslaufen des Zugs auf einen Prellblock verursacht worden ist. — „Unbegreiflich das, lieber Kindermann, wäre doch — äh — leicht zu vermeiden gewesen; warum läßt man denn diesen — äh — Prellblock nicht einfach weg?" Serenissimus soll eine Inspektionsreise an einen entfernten Ort unternehmen, will aber durchaus nicht über Nacht ausbleiben. Sein Adjutant stellt ihm vor, daß es absolut nicht anders geht. Da kommt Durchlaucht eine Idee: „Aeh, habe Ausweg gefunden, einen Tag fahre hin und zurück, den zweiten Tag inspiziere ich!" „Münch. Jugend/ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gieße«, 28. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0 90—1.00, Hühnereier per St. 6—7 4, 2 St. 00—00 H, Enteneier 2 St. 00—16 4, Oänfe- eicr per ©t’OO—00 Käse 1 St. 5—8 H, Küfematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 24 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar X 0.70—0.80, Hühner per St. X 1.00—1.40, Hahnen per Stück X 0 60—1.00, Enten per St. X 1.80—2.00, Gänse per Pfund X 0.00-0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H Schweinefleisch per Pfd. 50—70 4, Schweinefleisch. gesalzen, per Pfd. 74 A, Kalbfleisch per Pfd. 84—66 4. Hmamelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 bis 6.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 5.50—6.00, Milch per Liter 18 H. Bohnen per Pfund 9—15 H. — Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheiseitproduktü« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Juli 1900 auf 695 213 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleisen 134 541 Tonnen, Bcssemerroheisen 40 869 Tonnen, Thomasroheisen 405077 Tonnen und Gießereiroheisen 114735 Tonnen. — Die Produktion im Juni 1900 betrug 683 217 Tonnen, im Juli 1899 685 434 Tonnen. — Vom 1. Januar bis 31. Juli 1900 wurden produziert 4 746 770 Tonnen gegen 4 685 858 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Der Jahresbericht des Vereins der Deutschen K a u f l e u t e für das Jahr 1899 zeigt außerordentliche Leistungen. So zahlte der Verein an Stellenlosenunterstützungen 10 209 Mk., ohne einen Nachweis dec Hilfsbedürftigkeit zu verlangen, dazu an anßerordeiitlickxni Unterstützungen 834.60 Mk., zusammen für Unterstützung.), zwecke 11 043 Mk., bei einer Mjtgliederzahl von ca. 5000. Für die Stellenvermittelung wurden 3962.61 Mk. aufge- wendet. Außerdem wurden für Bildungszwecke 7611.47 Mk., sowie für Rechtssckmtz 538.75 Mk. ausgegeben. Die Kranken» und Begräbniskasse des Vereins verausgabte für Hwifcii- und Begräbnisgelder 65918.12 Mk Als Grundstock für die ncugeschaffenc obligatorische Alters- und Jnvaliden- pensionskasse wurden 2000 Mk. abgesctzt. Das Gesamtvermögen des Vereins erhöhte sich nm 8 786.44 Mk. und beträgt jetzt 148 614.34 Mk. Insgesamt hat der Beredt an Stellenlosenunterstützung bisl)er 63 608 Mk. seit Bestehen dieser Einrichtung gezahlt, außerdem an außerordentlick>en Unterstützungen 4645 Mk., zusammen 68 253 Mk. j Auszug Äto den KircheubScher» der Stadt Gieße». Evangelische Gemeinde. Setraute. MatthäuSgemeinde. Den 18. August. Wilhelm Michael Beckrr Kaufmann zu Hanau und Auguste Mühlig, Tochter deS Wagnermeister- Heinrich Mühlig zu Gießen. LukaSgemeinde. Dm 18. August. Joseph Karl Peter Ziegler, Apotheker zu Butzbach, und Mathilde Kißner, Tochter deS verstorbenen PsarrerS Julius Kißner zu Bellersheim. Johannes gemeinde. Den 21. August. Ludwig Freitag, Pfarrverwalter zu Holzheim und Martha Windecker, Tochter deS verstorbenen Pfarrer- Wilhelm Windecker zu Rödgen. «-taufte. Mat thäusgemeinde. Den 18. August. Dem Schlosser Heinrich Dörr ein Sohn, Ludwig, geboren den 28. Juli. Den 19. August. Dem Omnibuskutscher Johanne- Hoßfeld eine Tochter, Marie Katharine, geboren den 15. Juni. Denselben. Dem Fuhrmann Karl Dittmar eine Tochter, Kätha Lina, geboren den 31. Juli. Denselben. Dem Schneider Friedrich Besold eine Tochter, Auguste, geboren den 15. Juli. Den 24. August. Dem Fabrikant Adolf Klingspor eine Tochter, Erna Klara, geboren den 22. März. Markusgemeinde. Den 19. August. Dem Glaser Theodor Schäfer eine Tochter, Minna Karoline Elise, geboren den 29. Juni. Den 22. August Ein unehelicher Sohn, Heinrich Kurt Max Karl, geboren den 2. Juli. Den 23. August. Dem Gastwirt Johann Heinrich Bernvt ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geboten den 24. Juni. { LukaSgemeinde. Den 19. August. Dem Gärtner Wilhelm Zierlein eine Tochter, Bertha Luise Auguste, geboren den 29. Juli. Denselben. Dem WagenwSrter Georg George eine Tochter, Marie Elisabeth, geboren den 23. Juli. JohanneSgemeinde. Den 19. August. Dem Gärtner Wilhelm Burkhardt ein Sohn, Karl, geboren den 24. Juli. Denselben Dem Taglöhner Georg Schmidt ein Sohn, Johann Karl, geboren den 27. Juli. Denselben. Dem Postschaffner Heinrich Schwarz ein Sohn, Wilhelm Karl, geboren den 6. Juli. Familien Nachrichten. Vermählte r Earl I. Hehlein mit Paula Heßlein, geb. Michel, in Mainz. Geparde«: Jsaec Bender in Seligenstadt. — Rechnung-rat Martin Schaffnit in Darmstadt. — Frau Philippine Mathilde Pfalh, geb. Bisstnger, in Offenbach a. M. Kriefkasten der Redaktion. Herrn 8. Gießen Den Fleck entfernen Eie am beste« durch Auskochen und nachherigen Abreiben mit Benzin. (Ihre Anfrage ging uns erst heute früh zu.) P. P. Den Eingang sämtlicher Saison-Neuheiten tr in Tuch und Buckskin für Herbst und Winter 187 zeige ergebenet an. Hochachtungsvoll Markus Bauer. Anfertigung noch Mass in eigener Werkstätte. Essig-Essenz wirkt wie Gift, wesshalb beim Gebrauch derselben Eesigfabrikanten^Verbande*. 4534 Di V karmtmachung. 2Bir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Fnedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. Oktober von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof Ber- weilenden eine Viertelstunde vor Schluß derselben auf diesen durch ein Glockenzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 24. August 1900. 5673 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________________ I. V.: Wolff.__ MdlW Werbliche Fortbildungsschule zu Frankfurt a. M. 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