lchtiger tineMsk JiU ieil, NM! i, net «iS im ter, ctifth bnfe 1 fefc KJ ■ ^ksnenD-^ Vn JE & s K toliM »»c *<■ —Jto. esellschch. _RtM re triftige * rckftich u. hlM ii. /'». /«M'- MM-nk, 7. 02270 Mm bei tipv Sail. jche, für dauernde 8587 dieses Blattes. W üMev iteüntt gesucht kas4 «del. sofort gesucht. _____Smyü Mch. @ltern, totWt ««'i* > hn 5oou yhrWtrJ^ gegen sosorttzt j, J. 2441 M seines M- ■«3*5 gSety.' E ihnltunö ö.; Nr. 123 Erstes Blatt. Menst-, de« 29 Mai 190« gSejuflsprcts viertcljährl. Ml. 23# monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholestsL« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierleljähM. mit Bestellgeld. Alle Lnjdgen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Siebener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiL: lokal 12 Pfg., auSwärlS 20 Pfg. Unnnhme m «»zeigen zu der nachmittags für de« S«| erscheinenden Nummer bis von». K) Uhr. «GheßeLimgen spätesten» »bevdS vorher. Gießener Anzeiger General-"Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Sießener InMittenvrätter »erden dem Anzeiger 6* Wechsel mit «Hess. Sem-Wirt" ». „Blätter Mr H«S. Volkskunde- »bchtl. 4 »al beigelegt. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Bg= (tebeftto, Expedition und Druckerei: -4«tDr«-e Ar. 7. B' Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. ___________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hirst«- Fernsprecher Nr. 5L Politische Tagesschau. Soeben ist der sehr ausführliche Bericht des Abgeordneten Müller (Fulda) über die Beratungen der Budget- tommisfion, betreffend die Flottenvorlage, herauSgegeben worden, indem wir die wichtigsten Bestimmungen der Vorlage mit der sich nach den Beschlüßen der Kommission der Reichstag in seiner nächsten Sitzung am 6. Juni zu beschäftigen haben wird, hier wiedergeben: I. Schiffsbestand. 8 1. Es soll bestehen: 1. die Schlachtflotte: aus 2 Flottenflaggschiffen, 4 Geschwadern zu je 8 Linienschiffen, 8 großen Kreuzern und 24 kleinen Kreuzern als Aufklärungsschiffen; 2. die Auslandfiotte-. aus 3 großen Kreuzern, 10 kleinen Kreuzern; 3. die Materialreserve: aus 4 Linienschiffen, 3 großen Kreuzern, 4 kleinen Kreuzern. — Auf diesen Sollbestand kommen bei Erlaß dieses Gesetzes die in der Anlage A aufgesührten Schiffe in Anrechnung. 8 2. (Neu.) Ausgenommen bei Schiffsverlusten sollen ersetzt werden: Linienschiffe nach 25 Jahren, Kreuzer nach 20 Jahren. — Die Fristen laufen rom Jahre der Bewilligung der ersten Nate des zu ersetzenden Schiffes H8 zur Bewilligung bet ersten Rate des Ersatzschiffes. III. Personalbestand. (Neu.) 8 4. An Deckoffizieren, Unteroffizieren und Gemeinen der Matrosendivisionen, Werftdivisionen und Torpedo-Abteilungen sollen vorhanden sein: 1. volle Besatzungen für die zur aktiven Schlachtflotte gehörigen Schiffe, für die Hälfte der Torpedoboote, die Schulschiffe und bte Spezialschiffe; 2. Besatzungsstämme (Maschinenpersonal übriges personal ,/g der vollen Besatzungen) für die zur Reserve-Schlachtflotte gehörigen Schiffe, sowie für die 2. Hälfte der Torpedoboote; 3. ll/zsache Besatzungen für die im Auslande befindlichen Schiffe; 4. der erforderliche Landbedarf; 5. ein Zuschlag von 5 Proz. zum Gesamtbedarf. IV. Kosten. § 5. Die Bereitstellung der zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Mittel unterliegt der jährlichen Festsetzung durch den Reichshaushalts-Etat. 8. 6. (Neu.). Insoweit vom Rechnungsjahre 1901 ab der Mehrbedarf an fortdauernden und einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats der Marine- »erwaltung den Mehrertrag der Reichsstempelabgaben über die Summe von 53,708,000 Mk. hinaus übersteigt, und der Fehlbetrag nicht in den sonstigen Einnahmen des Reichs seine Deckung findet, darf der letztere nicht durch Erhöhung oder Vermehrung der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichsabgaben aufgebracht werden. V. Schlußbestimmung. (Neu.) Dieses Gesetz tritt gleichzeitig mit dem, noch in dieser Session des Zieichstags zu erlaffenden Gesetz, betreffend Abänderung des Reichs- Stempelgesetzes vom 27. April 1894, und dem Gesetz, betreffend die Abänderung des Zolltarifgesetzes, in Krafts______________________________ Der Krieg in Südafrika. Der Vaal ist nun auch, von der englischen Hauptarmee überschritten. Lord Roberts meldet darüber amtlich! vom 26. ds. aus Wolvehoek, einer Eisenbahnstation 30 Kilometer südlich von Vereeniging: Die Vorhut der Armee überschritt den Vaal am 24. ds. bei P a r y s. Die Kolonne Jan Hamiltons steht bei Boschbank. Englische Aufklärungsabteilungen befinden sich bei Viljoens Drift. Die Gruben in dieser Gegend sind unberührt und es wird in ihnen weitergearbeitet. Kein Bur befindet sich! mehr südliche vom Vaal." Ferner meldet aus Pretoria Reuter, daß die britischen Truppen den Vaalfluß bei Groblersdrift in der Nähe von Parys überschritten haben. Die Brücke wurde bei Vereeniging von den Buren in die Luft gesprengt. Nachdem die Buren Heilbron wieder qcnommen haben, sind sie den Briten bis Wolvehoek ge- jotat" — Parys liegt 35 Kilometer westlich von der Station Wolvehoek, Boschbank am Vaal 16 Kilometer nordwestlich von Wolvehoek und 30 Kilometer nordoylich von Parys. enb mit Viljoens Drift die Eisenbahnstation 15 .Kilometer nördlich von Wolvehoek oder die Drift selber gemeint ist, die sichs wenige Kilometer weiter nördlich befindet, ist cms dem Wortlaut der Depesche nicht ersichtlich. Die Linie der Vorposten wird' also durch die drei von Sudwesten nach Nvrdosten am Vaal einander folgenden Punkte Parys, Boschbank und Viljoens Drift bezeichnet. Alle diese Punkte liegen westlich von der Eisenbahn. Selbst ^an Hamilton, der bisher stets weit östlich von ihr operierte, hat diese Marschrichtung aufgegeben: es scheint, daß er unterhalb de« in Heilbron endenden Bahnstranges direkt von Heilbron nach Wolvehoek, wo der Strang von der Hauptbahn «bzweiqt, gegangen und von hier auf der Straße, die von der Station in der Richtung des Bahnzweiges auf Boschbank losfilhrt, weiter marschiert ist. Die am weitesten westlich stehende Abteilung bei Parys ist ncht naher bezeichnet; nach den übrigen Angaben darf man aber vermuten, daß sie von French geführt wird. Jedenfalls gehört sie nicht lu Methuens Truppen, denn Roberts bezeickMet sie aus- brüÄlMeine Avantgarde. Die Behauptung Roberts daß sich iüdlich des Vaal kein Bur mehr befinde ist natürlich mim arano salis zu verstehen. Er meint nur daß die ihm qegenuberbefindliche feindliche S^eitmacht bis auf den lebten Mann hinter den Vaal zuruckgegangen ist. Denn im Mordosten des Freistaates, also auch südlich von dem genannten Flusse, stehen die Oranje büren nach wie v^ wnb ihre am weitesten vorgeschobenen Posten halten Ficks- bürg, wohin Verstärkungen entsandt sind. Die Buren scheinen sich dort zu konzentrieren. — Das westlich im Freistaate gelegene, von ihnen wiedergenommene Heilbron hatte kurz zuvor Hamilton verlassen. — Aus Bredefort Station wird dem „Daily ChroniÄe" vom 25. Mai gedrahtet: 5000 Buren überschritten den Vaal, nachdem sie alle ihre Stellungen südlich vom Flusse geräumt hatten. Vom Freistaat-Kommando desertierten 1300 am Rhenosterflusse. Im Westen Transvaals rüsten sich die Buren, nach einer Meldung aus Warrenton, dem drohenden; Einfall von Mafeking entgegenzutreten. Wenn sie das mit Erfolg thun wollen, so müssen sie durch Verstärkungen widerstandsfähiger gemacht werden. Ist doch schon ihre auf 3000 Mann geschätzte Belagerungs-, abteilung den vereinigten Truppen Mahons, Plumers, Baden-Powells und zum Teil Carringtons gewichen, und nun wird wohl noch Hunter, der, wie wir bereits mitteilten, Vryburg erreicht hat, zu jenen stoßen. Aus Warrenton wird ferner gemeldet: General Duttoy befindet fick) in der Nähe von W o lm ar an sta d. Seine Armee hat sich während des Rückzuges in wiljde Flucht aufgelöst. Sie betrage augenblicklich nur noch etwa 1000 Mann. In einer einzigen Nacht wurden 73 Mann fahnenflüchtig. „Daily Expreß" berichtet aus Lorenzo Marquez: Ge-, neral Baden-Powell habe dem General Snyman 33 Gesa n g e n e, worunter sich 13 Verwundete befanden, übergeben. Die portugiesischen Behörden lassen nunmehr die nach Transvaal bestimmten Waren passieren. Die Londoner Blätter besprechen in längeren Artikeln die Thatsache, daß das Kriegsamt weitere 11000 Mann Unter st ützungstruppen nach Südafrika entsendet. Sie verzeichnen das allgemeine Erstaunen, das diese Meldung hier hervorgerufen hat, zumal seit den letzten Wochen täglich von der immer mehr zunehmenden Unterwerfung der Buren die' Rede ist. Man kann sich schlecht erklären, weshalb augenblicklich, wo bereits 240 000 Mann englischer Truppen gegen 20 000 bis 30 000 Buren stehen, noch solche Ver- - stärkung nötig ist. Einige Blätter ziehen daraus den Schluß, daß derWiderstandderBurennochlange nicht gebrochen ist; andere dagegen drücken ihre feste Zuversicht aus, daß die Avantgarde Lord Roberts Ende dieser Woche vor Johannesburg eintreffen werde. Das englische Kriegsministerium teilt mit, daß! von den verwundeten Soldaten nur 5 Prozent ihren Wunden erliegen. * < Telegramme des Gietzeuer Anzeigers. London, 28. Mai. Ein Telegramm von der Furt von Modderfontein berichtet, die Division des Generals Hamilton ist auf Transvaalgebiet über gegangen. Die Buren ziehen sich nach dem Norden von Johannesburg zurück, nachdem sie die Brücke bei Verenigingzerstört haben. Sie befinden sich 16 Meilen von hier und sollen eine starke Stellung am Klip River besetzt halten. Zahlreiche Freistaatler weigern sich, nach dem Transvaalgebiet zu ziehen. London, 28. Mai. Lord Roberts telegraphiert aus Bereniging vom 27. ds. M., 2 Uhr nachmittags: Genera' Baden Powell berichtet, daß die Verbindung zwischen Bulawayo und Mafeking wieder hergestellt sei. Lebensmittel sind in Mafeking eingetragen. London, 28. Mai. „Daily Mail" meldet aus Lorenzo Marquez: Krüger giebt zu, daß jetzt die Lage Transvaals äußert ernst sei. Stein und Staatssekrektär Reitz seien immer noch fest entschlossen, einer Kapitulation sich zu widersetzen. (?) Die Buren beabsichtigen den letzten Widerstand in den Gatrandbergen bei Johannesburg zu leisten, wo 3000 Kaffern mit dem Aufwerfen von Verschanzungen beschäftigt sind. Große Quantitäten Dynamit sind nach Johannesburg gesandt. London, 28. Mai. Aus Mafeking wird gemeldet, daß die Engländer am 24. Mai Ficksburg besetzt haben. Sie wurden angegriffen, warfen den Feind aber zurück. Die Verluste auf beiden Seiten sind noch unbekannt. London, 28. Mai. Ein Telegramm der Exchange Telegraphen Company meldet, die Buren hätten sämtliche Brücken über den Vaalfluß zerstört. Manerwarte energischen Widerstand jenseits des Flusies. Loudon, 28. Mai. Seinem gestrigen Bericht fügt Lord Roberts hinzu, daß das kanadische Artillerie-Korps, aus Baira kommend, die Kolonne des Obersten Plumer mit unglaublicher Schnelligkeit erreicht hat. Ein Leutnant, der nicht wußte, daß die englischen Truppen aus Heilbronn zurückgezogen waren, wurde von den Buren gefangen genommen. London, 28. Mai. Der Buren-General Dewet sol Friedensverhandlungen einleiten. (?) Krüger erließ angeblich eine Proklamation an die Buren, diese möchten erklären, ob sie die Fortsetzung des Krieges oder den Frieden wünschen. Deutsches Reich. Berlin, 27. Mai. Der Kaiser besuchte gestern die Hohkönigsburg, wo Architekt Ebhardt und Forstmeister Gümbel den Kaiser begrüßten. Unter Ebhardks Führung verweilte dser Kaiser über zweieinhalb Stunden auf der Burg, auch gab der Kaiser mehrfach Ideen bezüglich der künftigen Neugestaltung der Burg an. Der Kaiser begab sich dann nach Straßburg. In des Statthalters, Palais fand Frühstückstafel statt. An derselben nahmen u. a. Teil: der kommandierende General v. Meerscheidt- Hüllessem, die Divisionskommandeure, Staatssekretär von Puttkamer, Unterstaatssekretär v. Schraut. Nach der Tafel empfing der Kaiser den Professor Seder von der Kunst- gewerbeschule, der Zeichnungen vorlegte. Um 4 Uhr fuhr der Kaiser, begleitet vom Statthalter, nach dem Bahnhofe. Nach herzlicher Verabschiedung vom Statthalter fuhr, der Kaiser um 4 Uhr 20 Min. ab. — Die Kaiserlichen Prinzen reisen am 30.Mai zu den Pfinystferien von Plön nach Berlin. — Die Blättermeldung, daß der scharfe Ton in der RededesPrinzenLudwigvonBayernzu Straubing durch Vorgänge bei den Verhandlungen zwischen dem Staatssekretär v. Podbielski und der bayerischen Regierung wegen Einführung der einheitlichen Brief-- marke veranlaßt worden sei, ist, wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, unbegründet. Dagegen wird uns versichert, daß die Mißstimmung des Prinzen auf einen Vorgang während der Feierlich-' lichkeiten anläßlich der Großjährigkeitserklärung des deutschen Kronprinzen zurückzuführen ist. — In Hirschberg a. d. S. starb der Justizrat Dr. Jäger im Alter von 75 Jahren. Mit Dr. Jäger, wie wir in der „Geraer Ztg." lesen, ist einer jener Kämpfer aus dem Jahre 1848 dahingegangen. Er war Mitgliejd des Frankfurter Parlaments, gehörte von 1866—71 dem Norddeutschen Reichstage und dem Zollparlamente, sowie mit Unterbrechungen von 1871—85 dem Reichstage als Abgeordneter an. In seiner fünfzigjährigen Thätigkeit als Landt^sabgeordneter des Fürstentums Reuß j. L. hat er die meisten reußischen Gesetze mit beraten und in der Hauptsache beeinflußt. Bis 1894 war er etwa 30 Jahre Bürgermeister von Hirschberg. Er hinterläßt zwei Söhne, von denen der eine praktischer Arzt in einem Vororte von Mainz ist. — lieber den Assistenten-Prozeß gegen die Reichspostverwaltung meldet man aus Hamburg: Die Civilkammer V des hiesigen Landgerichts verkündete; heute vormittag das Urteil in dem Prozeß der Poft- und Telegraphenassistenten gegen den Postfiskus wegen Nachzahlung des ihnen während der Probedienstzeit angeblich zu wenig gezahlten Gehaltes. Es handelt fich um ein Objekt von ca. zwei Millionen Mark. Das Landgericht wies die Kläger kostenpflichtig ab. — Die Maßregelung des Professors von Liszt, der -in der Lex Heinze-Versammlung im Zirkus Renz scharf gegen den Entwurf gesprochen, verlangt unzweideutig die „Kreuz-Zeitung", v. Liszt habe sich lediglich in den plattesten Redensarten bewegt: „Ganz absonderlich aber muß es erscheinen, daß ein ordentlicher Professor der Rechte dabei and) äußerlich als der enge Verbündete eines sozialdemokratischen Abgeordneten vor das Publikum getreten ist. Welche heillose Verwirrung muß da bei der studierenden Jugend Platz greifen, und wie muß namentlich bei ihr das Gefühl gefährdet werden, daß die Umsturz- Partei der gemeinsame Feind aller Ordnungsparteien sein muß!" (Warum ist die „Kreuz-Zeitung" so bescheiden, sch mit dem einen Liszt zu begnügen? Veranstalte sie doch gleich eine Razzia auf alle Professoren, die gegen die Lex Heinze protestiert!) — Bei der Reichs t a g s er s a tz w ah l in Nürnberg wurde der s o z i a l i st i s ch e Schriftsteller Dr. S y dL- kum gewählt. - In maßgebenden militärischen Kreisen legt man großen Wert darauf, daß die Offiziere, des Landheeres sich mit der Flotte und deren Einrichtungen so vertraut als möglich machen. Daher ist angeordnet worden, daß 27 Offiziere nach! Schluß der Kriegsakademie nach Wilhelmhaven, Kiel u. s. f. ab kommandiert werden, die teils den Matrosenabteilungen, teils den Kriegsschiffen überwiesen werden und umgekehrt. München, 27. Mai. Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer gab Ministerpräsident f^hr. v. Crailsheim Aufklärung über das Befinden des Königs Otto. Er habe sich genauen Aufschluß von dem behandelnden Arzt geholt. Danach bestehe ke i n e u n m 111 e l * bare Gefahr für das Leben des Königs. Es werde Nichts verheimlicht, und es sei auch niAs zu verheimlichen. Genau kenne man das Leiden nicht. Entweder fei es ein Blasen- oder ein Nierenleiden. Eine genaue Konstatierung sei unmögliche da der König einer körperlichen Untersuchung den äußersten Widerstand entgegensetze. Gewalt wolle man aber nicht anwenden. Es sei deshalb auch von einer beabsichtigten Untersuchung mit Röntgen-Strahlen abgesehen worden. Der König könne sich, wenn er sitze, nicht allem wieder erheben. Er könne auch nicht gehen und sich daher int Garten auch nur sitzend aufhalten. Appetit und Verdauung seien gut, ebenso der Schlaf._________________________________ Ausland. Christiauia, 27. Mai. Der Kronprinz-Regent hat die Sanktion des neuen norwegischen Gesetzes, wonach die Konsulat steuern in die Staatskasse und nicht wie früher an die gemeinsamen Konsuln bezahlt werden sollen, verweigert, was hier große Verbitterung erregt. Die politische Krise ist ausgebrochen. Im Storthing hat der Präsident mitgeteilt, das Ministerium habe seine Demission verlangt. Bon der Präsidentschaft wurde folgender Vorschlag eingebracht: Das Storthing ersucht das Ministerium, nicht zu demissionieren und die Sanktionsverweigerung zu kontrafignieren. Die Regierung bleibt vorerst im Amte. London, 27. Mai. Lebhaft ist der Geburtstag der Monarchin gefeiert worden. In Oxford feierte die Studentenschaft, die seit Anfang des Krieges sich im Zustande der aufbrausenden Gärung befunden hat, den Tag durch solide Keilereien mit dem jungen Volke der Stadt, wobei es blutige Köpfe und auch einige Verhaftungen absetzte. Es hieße jedoch der ganzen Sache zu viel Gewicht beimessen, wollte man näher auf Darstellung und Erklärung des von den heißblütigen Musensöhnen vollführten Unfugs eingehen. In der Hauptstadt hatte man in Kensington einen Bazar zum Besten der Wittwen und Waisen der im Kriege Gefallenen eröffnet. Die von Kaiser Wilhelm zu dieser Gelegenheit als Regimentschef des Dragonerregiments Royal beigefteuerten Geschenke wurden allgemein bewundert. Darunter befinden sich ausgezeichnete Porzellanstücke, ferner ein prächtiger Tafelaufsatz, eine Uhr, zwei Paar Vasen, einige Bilder, die er selbst gemalt hat, und ein Dutzend seiner Photographieen mit seinem Namenszug und den Worten: „Für den National- Bazar 1900." Der Kaiser begleitete seine Geschenke mit einem Schreiben, worin er seiner Sympathie für Englands tapfere Krieger in Südafrika Ausdruck verleiht. — Tumulte in Jersey sollen dadurch veranlaßt worden sein, daß bei der Mafeking-Feier eine französische Frau auf die demonstrierende Menge Wasser goß. Darauf schlugen die Demonstranten mehrere Fenster im französischen Viertel ein. Der Bürgermeister von St. Helier verbot sodann Ansammlungen in den Straßen und es wurde ruhig. Am Donnerstag fand man die Statue des angeblich französisch gesinnten Bürgermeisters Bandanis mit Theer bestrichen. Die französische Fahne wurde vom französischen Hotel heruntergezogen und die Barrieren, die zum Schutze des französischen Viertels errichtet waren, wurden demoliert. Eine große Abteilung Militär mußte mit aufgepflanztem Bajonnett das französische Viertel bewachen. Nach Mitternacht begann der eigentliche Tumult. Das Militär mußte die Volksmenge mit dem Bajonnett angreifen. Einige dreißig Personen wurden verhaftet; 700 bis 800 Demonstranten sammelten sich dann vor der Wohnung des Bürgermeisters an, warfen mehrere Fenster dort ein und obwohl Bandanis persönlich an die Menge appellierte, wurden auch noch die Fenster verschiedener ftanzösischer Geschäftsleute zertrümmert. Jersey ist die südlichste und größte der England gehörigen normannischen Inseln. Wien, 26. Mai. Wie die „Neue fr. Presse" erfährt, wurde der Rat bei der Wiener Nuntiatur Msg. Prinz Croy, ein Verwandter der Erzherzogin Isabella und des belgischen Königshauses, vom Papst beauftragt, die Versöhnung des Königs Leopold der Belgier mit seiner Tochter, Gräfin Stephanie Lonyay anzubahnen und durchzusühren. Prinz Croy weilt seit Wochen in Brüssel; es gelang ihm bisher nur, den König zu einer Begegnung mit seiner Tochter zu bewegen, und erst nach dieser Begegnung, deren Zeitpnnkt aber noch nicht bestimmt ist, will der König weitere Entschlüsse, namentlich bezüglich der Titelsrage, fassen. Msg. Prinz Croy trifft Ende Mai wieder in Wien ein. (Bekanntlich ist Prinz Croy ein Reichsdeutscher, ein Sohn des mediatisierten Herzogs von Croy-Dülmen in Westfalen.) Budapest, 26. Mai. Pacak besprach in der Delegation die Ausweisungen aus Deutschland. Die Furcht vor Deutschland lasse die Meinung auskommen, daß Oesterreich nicht mehr im Stande sei, selbständig die eigenen Angelegenheiten zu wahren. Auch der deutsche Gesandte in Belgrad ist ein Ratgeber Milans, nur hält er sich im Hintergründe und schiebt Oesterreich vor. Die Gewehrlieferungen für Serbien bekommt Deutschland, während die österreichischen Banken das Geld hergeben müssen. Dem Dreibund schade, daß er als Hort der deutschen Bestrebungen im Innern hingestellt wird. Der Redner bedauere, Goluchowski das vollste Mißtrauen aussprechen zu müffen, und fordert die Czechen auf, schon mit Rücksicht auf die Erneuerung der Handelsverträge die Obstruktion auszugeben. Peking, 26. Mai. Bei Putingsu wurde eine Abteilung chinesischer Kavallerie von den Anhängern der Boxersekte angegriffen. Der Oberst fiel; 70 Mann wurden getötet oder verwundet. ______ Aus Stadt und Kand. " Das Oberkonfistorium erließ an die evangelischen Pfarrämter des Landes folgendes Ausschreiben: Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin wurde gestern abend von einem toten Prinzen entbunden. Statt der von unä vcr- geschriebmen Fürbitte wollen Eie am nächsten Sonntag in das Kirch en geber an der bezeichneten Stelle etnschalten: „Du hast, o treuer Gott, nach Deinem unerforschlichen Ratschluß die Hoffnungen, welche alle Herzew bewegten, nicht in Erfüllung gehen lassen. Wir kommen nuy zu Dir mit dem dringenden Flehen, Du wollest, zumal in dieser Zeit, wo das Grotzherzogltche Haus auch durch andere Trauer heimgesucht ist, den betrübten fürstlichen Eltern mit Deinem reichsten Tröste nahe sein, der Goßberzogin gnädig betstehen und jede Gefahr von ihrem teueren Lebm abwenden."' VeteraueuVereiu. In der am Samstagabend stattgehabten Monatsversammlung wurde Stadtverordneter Louis Emmelius einstimmig zum Eh renmitglied ernannt.— Der Verein richtete nachstehendes Telegramm an den Großherzog: Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, Darmstadt, Der Beteranenvecein Gießen, aufs schmerzlichste betroffen durch den so unerwarteten Tod Sr. Großh. Hoheit des Prinzm Wilhelm, übermittelt Eurer König!. Hoheit bei dem schweren Verlust in treuer Anhänglichkeit den Ausdruck allseittgen herzlichen Beileids. LouiS Petri III., Vorsitzender. Es traf nachstehende Antwort ein: Petri, Vorsitzender des Veteranenvereins. Danke Ihnen und dem Verein recht herzlich für Teilnahme in schwerer Prüfung. Ernst Ludwig. •• Hoftrauer. Wegen des Ablebens des Prinzen Wilhelm ist eine Hoftrauer bis zum 14. Juni einschließlich angeordnet worden. ** Ehegesetz. Im Auftrag des Groß Herzogs hat das Ministerium der Justiz folgenden Entwurf eines Gesetzes, die Legitimation durch nachfolgende Ehe betreffend, nebst Begründung den Ständen des Großherzogtums und zwar zunächst der Zweiten Kammer zur verfassungsmäßigen Beratung und Beschlußfaffung vorgelegt. Entwurf eines Gesetzes, die Legitimation durch nachfolgende Ehe betr. Ernst Ludwig von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein rc. Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit wie folgt: Einziger Artikel. Hat sich die Mutter eines unehelichen Kindes vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs verheiratet, ohne daß das Kind nach den Vorschriften des code civil durch die Eheschließung die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes erlangt hat, so finden, wenn der Ehemann der Mutter seine Vaterschaft nach der Geburt des Kindes in einer öffentlichen Urkunde vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes anerkannt hat oder sie nach diesem Zeitpunkt anerkennt, die Vorschriften der §§ 1719 bis 1722 des Bürgerlichen Gesetzbuchs mit der Maßgabe Anwendung, daß die Legitimation als mit der Eheschließung erfolgt gilt. Erworbene Rechte Dritter bleiben unberührt. Die Begründung deS Gesetzentwurfs wird noch mitgeteilt werden. •• Aus dem Militarwochenblatt. Stein, Oberleutnant im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, ist für die Zeit vom Schluß der Kriegsakademie bis zum Zusammentritt der UebungSflotte Mitte August d. Js. zur 4. Torpedobootsdivision und für die Zeit vom Zusammentritt der UebungSflotte bis zur Beendigung der Flotten- Manöver Mitte August bis Mitte September ds. Js. kommandiert. Zu L e u t u a n t S wurden befördert die Fähnriche: Hessler, Goedicke im Inf. Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116. *♦ Persoualnachrichte«. Ernannt wurden Pfarrvikar Becker zu Zwingenberg, Dekanat Zwingenberg, zum Pfarrverwalter; Pfarrasfistent Kraus zu Wackernheim zum Pfarrassistenten in Gießen, Dekanat Gießen; Pfarramtskandidat Lenz zu Gießen zum Assistenten der Pfarrei Nieder- Jngelheim, Dekanat Mainz (mit dem Wohnsitz in Wackernheim); Psarrverwalter Müller zu Horchheim zum Pfarrassistenten in Offenbach a. M., Dekanat Offenbach; Pfarr- Verwalter Mahr zu Groß-Umstadt zum Pfarrverwalter in Horchheim, Dekanat WormS; Pfarrvikar Hotz zu Wolfskehlen zum Pfarrvikar in Dieburg, Dekanat Groß-Umstadt; Pfarrvikar Schultheis zu Düdelsheim zum Pfarrvikar in Wolfskehlen, Dekanat Eberstadt; Pfarramtskandidat Korell, zuletzt in Darmstadt, zum Pfarrvikar in Düdelsheim, Dekanat Büdingen. — Am 5. Mai wurde der Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor und Vorstand der Betriebsinspektion Worms, Jacob Geibel, zum Regierungs- und Baurat mit Wirkung vom 9. April 1900 ernannt; der KreiSamtmann, Regierungsrat Friedrich v. Hahn zu Darmstadt wurde vom 1. Juni an mit Versehung der Stelle des KreiSrats des Kreises Oppenheim beauftragt. ** Der Oberhessische Obstbauverein hielt am Sonntag im Lenz'schen Felsenkeller seine General-Versammlung ab. Außer einer großen Anzahl von Mitgliedern wohnten der Versammlung bei die Herren Prov.-Direktor Geh. Rat v. B e ch t o l d, Kreisamtmann Frhr. v. Schenkzu Schweinsberg, der Vizepräsident des landwirtschaftl. Provinzialvereins Oekonomierat Schl en ke, Landesökonomierat Müller, Generalsekretär Dr. Müller, die nach Eröffnung der Versammlung vom Vorsitzenden, Regierungs- und Kreisrat Dr. Braden, begrüßt wurden. Der von den Herren Dr. v. Peter und C. Reichelt- Friedberg erstattete Rechenschaftsbericht des Ausschusses zeigte, daß der Verein auch im verflossenen Jahre eine rege und erfolgreiche Thätigkeit entfaltet hat. Die Mitgliederzahl in den Kreisvereinen hat sich!, mit Ausnahme derjenigen zu Lauterbach und Schotten, gehoben; dem Gesamtvereine gehören 4448 Mitglieder an. Die Berichte der Techniker bekunden durchgehends das zunehmende Interesse an der Obstbaumpflege. Besonders bewährt hat sich die Heranbildung der Feldfchützen zu Baumwärtern und deren Anstellung als Gemeindebaumwärter. In dem Ausfchußbericht wird der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die Gemeinden noch mehr Sorgfalt auf Pflege des Obstbaues verwenden würden, wenn alljährlich ziffernmäßig der Ernteertrag veröffentlicht werden könnte. In seinen Darlegungen über Baumbesorgung und Obstverwertung als Unternehmungen der Geschäftsstelle teilte Herr Dr. v. Peter mit, daß die Geschäftsstelle im letzten Jahre S ri' °" W,‘ Ed Ä-S fc*?ü** L °>« *sl Ailattgrvnndt, OK MM ^,n0 V w- lci; fltfW ? M die W/. 0,-Mamers MMvockge zu, W* e itib zwar IbffWW" S aM bete'lO Z stempel der linse ttagcn, und veil, Htittr Neuern ni nM die W Mjelte auch des! st^.uer daö GÄ'ö süilher zu GM sanieren rofttbt, dlurchuuS nutzer geschlagenen pr> ü Anbetracht d bi^ntarife eint flMt, unb 3) i Dickung natnent auch sür die ai Dieinbaugebiete a lijfy Ichwiengkei! Erhöhung hat die da n Reichstag geri zt seyenlwürfe fes Stellung zu btn 6 Sl-Mru-l bringen. Mauer llniversi iV Dw dmgt W fiiito btt Buch Marburg, 2 S^eebobe eine L-ehrerbunde Wen und dem ton Aundesvorfi fc-mmhing eröfsr Epfer über .Die b'cte der Jugel Rinb des Ma S'lttbtn, üut $ 'HMchi^tu des Werken finde 35diunb. Dutä well ein außer! dchnfi habe fil Äe Schundlittei fe IvichlWm r$nftenfritif vo den Bezug von 5000 Obststämmchen aus etften Baumschulen vermittelt habe: Die Obstverwertungsgenossenschast in Friedberg mußte leider ihre Thätigkeit einstellen; es ist aber zu hoffen, daß dieselbe wieder ausgenommen wird wenn das Interesse der Mitglieder an ihr wieder ein regeres wird. Der Sekretär des Vereins, C. Reichest, berichtete über die Wanderlehrthätigkeit des verflossenen Jahres. Er hielt ‘24 Vorträge, besichtigte mehrere zur Bepflanzung mit Obstbäumen vorgesehene Kreisstraßen, um geeignete Vorschläge betr. Sortenwahl machen zu können, und vertrat sowohl gelegentlich der Ausstellung des deutschen pomologischen Vereins in Dresden, wie der Ausstellung der deutsck)en Landwirtschaftsgesellschaft in Frankfurt a. M. mit Erfolg die Interessen desObsflraues. In dem Spezialberichte über die in Büdingen und Friedberg statt- gehabten größeren Ausstellungen und eine Anzahl Lokal- ausstellungen hob Herr Reichelt den hohen Wert der letzteren in Bezug auf Verbreitung der Sortenkenntnitz hervor. Er ging näher auf die in letzter Zeit gemachten Erfahrungen in der Obstbaumpflege und auf die Versuchsgärten in Büdingen und Alsfeld ein. Mit der Anlage von Versuchspfanzungen im Vogelsberg konnte nicht begonnen werden, da die hierzu erforderlichen Mittel noch nicht bewilligt sind. Für das Jahr 1900 ist eine größere Obstausstellung in Alsfeld vorgesehen. An der landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt wird sich der Verein beteiligen. Da die Ausstellung nach Provinzen geordnet wird, forderte der Referent die Mitglieder auf, ihr Möglichstes zu thun, damit die Provinz Oberhessen würdig vertreten werde. Generalsekretär Dr. Müller teilte einiges über die bereits getroffenen Vorbereitungen mit, und lud zu reger Teilnahme an den anderen Gruppen der Ausstellung ein, an fügend, daß für die Preisverteilung ccl 27 000 Mk. zur Verfügung ständen. Mit Bezug auf die in dem Ausschußbericht zum Ausdruck gekommene Befürchtung, daß das Interesse der Gemeinden an der Obstbaumpflege infolge der noch nicht geklärten Eigentumsverhältnisse bezüglich der an den Kreisstraßen stehenden Obstbäume beeinträchtigt werde, teilte Kreisamtmann Frhr. v. Schenk zu Schweinsberg mit, daß diese Pflanzungen durch die Kreis-Baumwärter gepflegt würden. Der Vorsitzende empfahl dagegen den Gemeinden, diesen Bäumen gerade eine besondere Pflege angedeihen zu lassen, denn die den Gemeinden zu gewährende Ablösungssumme werde nach dem Erträgnis der letzten 10 Jahre bemessen. Der hierauf vom Sekretär C. Reichelt gehaltene Vortrag über: „Entfernungen der Baum Pflanzungen von der Nachbargrenze" wurde eingehend besprochen. Die Versammlung war mit dem Referenten der Ansicht, daß die im bürgerlichen Gesetzbuchs vorgesehene Minimalentfernung von 2 Metern zu niedrig bemessen sei. Ein ausgewachsener Obstbaum habe einen Kronendurch»- messer von durchschnittlich 8 Metern; das lleberhängen der Baumkronen über die Nachbargrenze würde viel Vevdruß imfr unzählige Prozesse zur Folge haben. Es wurde beschlossen, von feiten des Vereins die xum Erlaß der Ausnahmebestimmungen befugten Behörden, in erster Linie die Großh. Staatsregierung w ersuchen, die Mindestentfernung so zu bemessen, daß jegliche Beeinträchtigung der Nachbarpslanzungen vermieden und damit den Obstanlagen im allgemeinen Luft und Licht erhalten wird. — Der Kassenbericht weist in Einnahme 19 323.99 Mk. auf; darunter sind 4876.39 Mk. Ueberschuß aus dem Vorjahre, 4386 Mk. Mitgliederbeiträge, 2223.85 Mk. Ertrag aus der Vereinszeitschrift, 3100 Mk. Stachszuschuß, 1500 Mk. Zu-, schufse der Kreise, 110 Mk. Zinsen, 2329.75 Mk. Ertrag aus Ausstellungen, 526.13 Mk. sonstige Einnahmen. Unter den Ausgaben sind verzeichnet 2002.65 Kosten des Vereinszeitschrist, 2507.43 Mk. Kosten für Vorträge, Versammlungen, Demonstrationen und Informationen, 2623.10 Mk. Gehalte und Funjktionszulagen, 832.27 Mk. Bureaukosten, 481.06 Mk. für Verlosungen bei Versammlungen, 100 Mk. Zuschuß zur Obstverwertungsstelle in Frankfurt a. M., 686.85 Mk. für Kassenführung und Einkassieren der Mitgliederbeiträge, 306.70 Mk. für Prämiierung und Reisestipentdien für Baumwärter, 1794.01 Mk. Kosten der Ausstellungen, 2165.57 Mk. für Unterhaltung der Versuchsgärten und Honorierung der Vereinsbaum- wärter. Die Rechnung und der mit 15 500 Mk. abschließende Voranschlag sür 1900/1901 wurjden genehmigt. Der Verein verfügt über einen Reservefonds von 2400 Mk. — Von den zurzeit in Oberhessen thätigen Obstbaumwarten sind 92 zur Führung des Titels „Obstbaumwart des Oberhessischen Obstbauvereins" berechtigt. Dieselben hielten am Sonntagvormittag eine Versammlung ab, in der u. a. beschlossen wurde, denjenigen Vereinsbaunnvarten, die sich mit der Vermittelung des Obstverkaufs zwischen den Gemeinden und der Obstverwertungsstelle zu Frankfurt a. M. befassen wollen, die offiziellen Preisnotierungen zuzu- stelleu. Zum Schluß fand die Aushändigung der Diplome an die nachstehend verzeichneten neu ernannten Vereinsbaumwarte statt: Heinrich Schlessinger aus Nieder- Bessingen, Phil. Jünger aus Annerod, Heinr. Gärtner aus Staden, Friedr. Rühl aus Brauerschwerrd, Friedr. Hänselt aus Glashütten, Georg Schmidt aus Holzhausen, Marlin D ö l l aus Borsdorf, Heinr. S t a r k IV. aus Saasen. _ Friedberg, 28. Mai. Der „Oberheff. Anz." meldet, daß Prinz Heinrich von Preußen im Juni zu mehrwöchentlichem Aufenthalt auf dem hiesigen Schlöffe ein- treffen wird, um die Kur in Bad Nauheim zu gebrauchen. ? Gedern, 27. Mai. Gestern fand im „BergnnrtS- hause" eine Versammlung statt, in der Landtagsabgeordneter Weidner aus Herchenhain über seine Thätigkeit im 30. Landtag Bericht erstattete. Bürgermeister NiSpel eröffnete die Versammlung und erteilte Herrn Weidner daS Wort. Dieser begrüßte die zahlreiche Zuhörerschaft und schilderte in beredten Worten die Vorgänge der letzten Der- Handlungen und seine Stellungnahme zu den einzelnen Vorlagen. Nachdem er diesen Punkt durch klare Darstellung und Begründung erledigt hatte, ging er zum zweiten Punkt seines Bortrages, einige demnächst im 31. Landtag zur Vorlage gelangende Regierungsvorlagen betreffend, über, wovon er besonders zwei für hiesige Gegend wichtige behandelte. Die eine Vorlage betrifft die Landwirtschaft, bezw. die Viehzucht, die andere das Gewerbe. Seme Ansicht darüber wurde von allen Anwesenden geteilt. Alle MMni Mitinhabei » M Ett, ist dm 9 Erd m hm9i tontti; 5 M"ur9 unter fr E^rgGtt. _ Uh Qtn 25. ——Großh^ Dar-W J ben nächste ”*4 d« 2 $i'Nu. Sä !$>»* Haltbarster Essig. JHF Xan aohte auf Sohutgmarke u. Vameiuzug. W* Garantirt 80%, chemisch rein. In Flaschen & ’/» Liter tu Bereitung von 14 Flaschen Essig. BfiUiersVfein {SS^ESSCOZ. i mit feinstem Wein-Aroma. 5* ist §h-i7 N ■bberg S 'ZahlA n Wert b ^nkenntd r gemachh Aage von ^begonnen nicht bc- ite Dbstaus- ^irtschast- ^ber Verein geordnet l' lhr Mög- M würdig ler teilte jungen mit, kuppen dec ^Verteilung - Bezug auf ommene Bein der Obst^ Eigentuml- en stehenden tniann Frhr. biese Pflanz- vürden. Ter iben, bieift M zulassü!, st'UNgssUMK ire bemessen. lt gehaltene mpflanz- >f eingehend t gereuten bowfäM mti[en fei. •nenburd)» ingen der Beckruß intbe de- der Aus- ster Lrnrv iinbeftent» tigung der »dstünlagen cd. - Der .. auf1, dar- m ^ox'* trag aus der .500 Mk. Zu« Ml. Ertrag inahmen. ) Kosten bei iTtiäge, Ler- isormationem 832.27 M i Serfamnt' ngsM m g und Kn- ür Präuiiie- iWt IntetfjMS M. adM- leHL^ 2400 M - slbauinwarten art des Oberen hielten am der u. a. W »d>°IÄ Md-nN- ranksurta-M- innigen W. ber Diplome mten M». ffn," meldet, «i« * JsN‘ ® h,i« i*e m mib der le 7 W in ® . wtt "ff W.9 , f'fcwS* 9'n„b wii* Se9lrf* LaE? A- b-. f B 3820 3811 Zu jeder Flasche „Dr. Fischers Essig- Essenz“^ wird eine hübsche Postkarte mit Ansicht gratis überall beigefügt Verkaufsstellen: Wilhelm Haas, Drogenhandlung, Bleichstrasse. Heinrich Wallach, Delikatessenhandlung. A. & G. Wallenfels, Drogenhdlg., Marktpl. Gust. Walter, Drogenhandlung. Generaldepot für Hessen Ihrigs Kontor,:Darmstadt. Handel und Derkehr. Uolkswirtschast. Grünberg, 26. Mai. Fruchtmarkt. Weizen 16,00—00,00 Mark, Korn 16,50—17,00 Mark, Gerste 00,00—00,00 Mark, Hafer 14,75—15,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Kartoffeln 3,80-4,00 Mark. Jagd und Sport. x Ridda, 28. Mat. Vom herrlichst« Wetterlbegünstigt, sand ! beute hier der Frühjahrsbezirkstag des SiNor dbeztrks । Gau 9 des D. R. B., verbunden mit Konkurrenz-Reigen und Vereins-Dauerfahrt, statt. Letztere nahm ganz besonders das Interesse der Vereine in Anspruch. hatten sich doch nicht weniger als 15 Vereine hierzu gemeldet. — Dem Gießener Radfahrer Verein 1885 gelang eS, in der Gruppe 3 den 1. Preis zu erringen. ES hatten sich diesmal di« älteren Herren dieses Vereins zahlreicher als je beteiligt und Mann für Mann kamen sie frisch und munter am Ziele an. (Der Preis ist bet Herrn Aug. Kretzschmar, am Marktplatz in Gießen, ausgestellt.) WAwflmlvM a. Main Linie Lauda-W. (Heidelberg-Würzburg) ” (Baden) „ Lohr-W. (Würzburg-Frankfurt) 146 Meter über d. Meere. Empfehlensw. bild. Sommer Aufenthalt. Herri. gesunde Lage an Main u. Tauber. Grossartige Burgruine, nahe Waldspaziergänge, schöne Ausflüge ins Main- u. Tauberthal, markiert im Odenwald und Spessart. Schwimm- und Wellenbäder, Angel- und Rudersport. Pension Mk. 3—4 pro Tag. Näheres | durch den Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs Wertheim a, Main. 3799 Arbeiterbewegung. Hamburg, 26. Mat. Die Direktion der Hamburg-Altonaer Straßea-Etsenbahn-Gesellfchaft erhöhte freiwillig daS Monatsgehalt der Schaffner um 5 Mk. zur Vorbeugung des auch für hier drohen- den allgemeinen Ausstandes ler Straßenbahn-Angestellten. Bekanntmachung. ter Mitinhaber der Firma „Weber rEitzler" zu Lick», Heinrich Ludwig K ist am 23. Mai 1900 aus bin Geschäft geschieden. ^MereS vMid von dem anderen Teilhaber, AGist Heinrich Weber, auf alleinige Machaung unter der seitherigen Firm» MLii rgeführt. - Eintrag im Fiwen. CTUjvter ist erfolgt. 3802 Lch, am 25. Mai 1900. Großh. Amtsgericht. Die Dampfftraßenwalze arbeitet Hi öeit nächsten Tagm in hiesiger U markung wie folgt: Am 29. d. M. Eder Straße Krofdorf—Wißmar, ^30., 31. d. M. und am 1. Juni er. Schorf—Waldhaus, am 2. Juni er. -2- Krofdorf-Gleiberg. Die be- roinnt«n Straßen sind an diesen Stgeni für Fracht- und Holzfuhrwerk ^sfdorf, den 26. Mai 1900. Die Polizei-Verwaltung. Der Bürgermeister. 3801 Lichtenthaeler. Bekanntmachung, betr.: Die Au- und Abmeldung zur Juvalidenverficheruug. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß wir zu den An- und Abmeldungen sowie Lohnveränderungen neue Meldeformulare eingeführt haben, welche für die Folge zu benutzen find. Dieselben werden auf unserem Bureau, Zimmer No. 14, und auf dem Meldebureau des Großh. Polizeiamts, sowie durch unseren Kaffeboten Schwan kostenlos verabfolgt. Zur Meldung ist der Arbeitgeber verpflichtet; jede Person, die nicht blos vorübergehend (unter einer Woche) beschäftigt iwird und weder der hiesigen Ortskrankenkaffe noch einer Fabrik-Krankenkaffe angehört, muß spätestens am dritten Tage nach Beginn der Beschäftigung bei uns angemeldet und spätestens am dritten Tage nach Beendigung deS Arbeitsverhältuisses wieder abgemeldet werden. Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhältniffes em- tretende, die Beitragsleistung beeinfluffende Aenderung (wie z. B. Krankheit, militärische Dienstleistung oder zeitweise Einstellung der Arbeit) binnen 3 Tagen nach deren Eintritt bei uns anzmeigen. Zuwiderhandlungen gegen die Meldepflicht werden nach § 179 des Reichsgesetzes vom 13. Juli 1899 mit Geldstrafe bis zu 20 Mark geahndet. Gießen, den 26. Mai 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff.__________ t-drom darin einig, daß man einen tüchtigen Vertreter der h lichen Gegend gefunden habe, und, nachdem Bürgermeister im Namen der Versammlung dem Landtagsabgeord- vcirlu Weidner für seinen Vortrag gedankt hatte, trennte ma sich mit dem Wunsche, daß derartige Versammlungen -sfich recht oft wiederholen möchten. Darmstadt. 27. Mai. Das Befinden der Groß- rperzogin ist den Umständen nach befriedigend. Prinz (Heinrich von Preußen ist Freitagabend von Jagdschloß LM'sgarttn nach Kiel zurückgereist. , , Darmstadt, 28. Mai. Unerwartet ist die Nachricht von Vu cim Freitag eingetretenen Tode des GeheimeratS und ^rojib. Leibarztes Dr. Eigenbrodt. Niemand nahm in Hinein Walten und Wirken wahr, daß er 74 Jahre alt UM und vor einigen Jahren sein 50jährigeS Doktorrubilaum Hemnaen hatte. Wo immer er stand, ob am Krankenbette, a:b ül? langjähriger Geschäftsführer des Alice-Frauenvereins f D Krankenpflege, ob als Vorsitzender deS ärztlichen «er- eM als Mitglied deS Kirchenvorstandes der evangelischen ESMgemeinde, ob als Vorsitzender des hiesigen Protestanten- . leikins, überall trat feine Persönlichkeit wohlthuend her- rnor. Er zählte zu den wenigen, noch lebenden Darmstadter Würgern, die noch dem alten Gemeinderat angehörten. bm. Mainz. 27. Mai. Die von der Budgetkommission ^Reichstags zur Deckung derKosten der Flotten- orlage gemachten Steuervorschläge beschäftigten ;i^ die hiesige Handelskammer. Nach Ansicht der Handelskammer, die seinerzeit einstimmig der Einbringung der Mottenvorlage zugestimmt hat, sind die von der Budget- -dMifsion gemachten Vorschläge in keiner Weise zu billigen, unb zwar zunächst aus dem allgemeinen Grunde, weil sie in Mnha.steter Weise und ohne Zuziehung Sachverständiger den beteiligten Kreisen ausgearbeitet sind und den oaempel der Unfsrtigkeit und der Unreife an der Stirn r tagen, und weil zurzeit ein Bedürfnis für die Einführung • i euer Steuern nicht nachweisbar ist. Im speziellen ver- inteilt die hiesige Handelskammer die einzelnen Steuer- Projekte auch deshalb, weil 1) die Erhöhung der Börsen- ruoer das Geschäft an den deutschen Börsen noch mehr wie Mer zu Gunsten der ausländischen Konkurrenzplätze er- fileeren würde, 2) insbesondere die Connosfementsteuer eine !durchaus ungerechtfertigte, namentlich aber in der vor- rMla-genen prozentualen Form ungeeignete Maßregel und in Anbetracht der bestehenden kombinierten See- und Eifen- ^ntstife eine sehr schwer durchführbare Belastung bar= 4Mt, und 3) die Schaumweinsteuer eine höchst nachteilige xSitfurg namentlich für die billigeren Erzeugniffe, dann aber nui) 5ur die auf die Schaumwein-Industrie angewiesenen ^'Leinbaugebiete ausüben würde und ihrer Erhebung wesentliche Schwierigkeiten entgegenständen. Gegen die geplante "Lrhöhung hat die Handelskammer bereits eine Eingabe an ZXuReichstag gerichtet und wird, sobald die anderen Steuer- ^rsetzentwürfe feste Gestalt angenommen haben, nähere (Stellung zu den Entwürfen nehmen und nachdrücklichst zum ftufibriKf bringen. — Bei der Gutenbergf eier wird die Moskauer Universität ihr Ehrenmitglied A. D. Toropow osfisiellen Vertreter nach Mainz entsenden. Er überbringt für das Gutenbergsmuseum eine Biographie des Er- S.-ubcrS der Buchdruckerkunst in russischer Sprache. Marburg, 28. Mai. Am Freitag fand im Restaurant CSeebobe eine Versammlung des oberhessischen HNbrerbundeS statt, die von ca. 65 Lehrern aus Ober- und dem Kreise Biedenkopf besucht war. Nachdem d«! Z undesvorfitzende, Hauptlehrer E. Schneider, di^ Ber- .iMlung eröffnet hatte, referierte zunächst Herr Wtcken- ijofir über „Die gegenwärtigen Bestrebungen aus dem @e- «Übet Jugendlektüre", D,e „Jugendfchnst" fet em Stäub des PhilantropirmuS, Ste fet entstanden aus dem M-ben, eine Lektüre zu schaffen, die den Interessen und vl-tHrfniffen bc8 Kinde« angepaßt war. Neben wenig guten Serien finde sich in der Jugendlitteratur leider sehr mel (Kjrob Durch diese Schundlitteratur werde m der Ktuder- rnd ein außerordentlicher Schaden angenchtet, Dte Lehrer- s»i, habe sich nun aufgerasft und energisch Front gegen le schundlitteratur gemacht, Sodann führte der Referent ci- wichtigsten Grundsätze bet gegenwärtigen Jugend- sfhnstsnklitrk vor. Die JugeudschrifteuauSschusse stellen die Neueste Meldungen. Darmstadt, 28. Mai. (Tcleph. Meld, des „Gieß.' Anz/' 12 Uhr 30 Min. mittags.) Hessischer L^and- taa Präsident Haas eröffnete nach 11 Uhr die Satzung- der zweiten Ständekammer und gab den auverordentlrchenl Gefühlen des Schmerzes und der _ Iraner Ausdruck, die das Großherzogliche Haus nnd das hessische Land durch den Verlust des Prinzen Wilhelm von Hessen und den totgeborenen Prinzen erlitten haben. Er habe einen Kranz an dem Sarge des Prinzen WUheUn niederge-4 legt. Eine von dem Großherzog an die Kammer gerichtete Adresse wurde verlesen, und dre Kammer beschloß eine Beileidsadresse an Se. Königl. Hoheit zu sinden. Bureau wurde mit der Mfassung betraut. s^.acw>cm schlossen war, das Gesetz betreffend dre Geh al ter der V o l k s s ch u l l e h r e r morgen aus die Tagesordnung zu setzen, vertagte sich die Kammer bis morgen früh 9 uyr. In dem Befinden der G r o ß h e r z o a r n, da^ anfänglich nicht ganz unbedenklich erschien, ist ersreulrcher-- weise eine bedeutende Besserung eingetreten, |