morgen, l list, benen. SIN ns statt, ialb gesucht, )16] Je bit UtflmitisL otiyWtk ) ein tüchtig« Th. 11» bfal« 3 U6r M* 2.05 Mr o-r Ah«. -«LZ » ta ahreszei® ;asse _g, K'onzer fiSSST , rrogr®^’ VOD ÖV 1 rbl^-5 LWOO Sonntag den 29 April Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger Aints- und Anzeigeblntt für den Ttveis Gieren Uczugspreis viertcljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstelleu vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. haaftme von Anzeigen zu der nachmittags für den Waiden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Ubr. Abbestellungen spätestens abends vorher. er. »» yrsLeivt lägklch in Ausnahme des MontagS. Die Gießener >ixiiCic«6(ütfcr IN dm dem Anzeiger te Wechsel mit „Hest. kwtmirt" u. „Blätter fli heff. Volkskunde" Itchkl. 4 mal beigelegt. «rtefüen, Expedition und Druckerei: Fch-tstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische UotKsKunde. Adresse für Depeschm: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil solchen Steuergesetzes ins Leben treten lassen wolle, so würde das ganze Flottengesetz in der Luft schweben. Die Steuern unter 1 würden etwa 40 Millionen bringen. Abg. Frese: Die Projekte seien nicht alle einwandfrei, namentlich gelte dies für die Zigarettensteuer. Man möge sich mit einer Resolution begnügen. Die Fortsetzung der Beratung wird auf Dienstag anberaumt, damit inzwischen die Parteien sich über die vorliegenden Anträge schlüssig machen können. §4. Personalbestand: Au Deckosfizieren, Unter- I Offizieren und Gemeinen der Matrosendivisionen, Werst- I divifionen und Torpedo Abteilungen sollen vorhanden sein: I 1) volle Besatzungen für die zur aktiven Schlachtflotte ge- I hörigen Schiffe, für die Hälfte der Torpedoboote, die I Schulschiffe und die Spezialschiffe. 2) Besatzuugsstämme I (Maschinenpersonal a/9 übriges Personal, 1/i der vollen I Besatzungen) für die zur Reserve-Schlachtflotte gehörigen I Schiffe, sowie für die zweite Hälfte der Torpedoboote. I 3) 1'/,fache Besatzungen für die im Auslande befindlichen I Schiffe. 4) Der erforderliche Landbedarf. 5) Ein Zuschlag I von 5 Prozent zum Gesarutbedarf. § 5. Bereitstellung der Mittel: Die Bereit- I stellung der erforderlichen Mittel unterliegt der jähr- I licheu Festsetzung durch den Reichshaushalts- I Etat. § 6. Beschaffung der Mittel: Soweit die Summe I der fortdauernden und einmaligen Ausgaben der Marine- I Verwaltung in einem Etatsjahr den Betrag von 117525 494 I Mark übersteigt und die eigenen Einnahmen, welche dem Wunsch aufgrund der am 1. April 1900 geltenden Gesetze I zufließen, zur Deckung des Mehrbedarfs nicht ausreichen, wird der Mehrbetrag gedeckt: 1. Durch Erhöhung der Stempelabgaben auf Wertpapiere und Lotterie-Lose, sowie durch Einführung einer Stempelabgabe auf Kuxe, Schiffs- konnossamente und Seefahrkarten, 2. durch Einführung einer Abgabe auf Schaumwein, sowie durch Erhöhung der Zollsätze auf ausländische Schaumweine, Liqueure, Zigarren und Zigaretten, 3. sowie die unter 1 und 2 bezeichneten ! Abgaben und Zölle nicht genügen durch Einführung einer : ergänzenden, den Massenverbrauch nicht belastenden Reichssteuer, deren Höhe für die einzelne Finanzperiode nach Bedarf festgesetzt wird. § 7. Schlußbestimmung. Dieses Gesetz tritt gleichzeitig mit den im § 6 erwähnten, noch in dieser Gesetzgebungsperiode zu erlassenden Steuer- und Zollgesetzen inkraft. Das Gesetz über die deutsche Flotte vom 10. April 1898 wird aufgehoben. Staatssekretär Tirpitz gab die Erklärung ab, daß er heute namens der verbündeten Regierungen zu dem Anträge noch keine bestimmte Stellung nehmen könne. Die Frage sei vom Bundesrat gestreift worden, I und die einstimmige Annahme sei dahin gegangen, I daß ein Verzicht auf den Bau der Auslandskreuzer bis 1916 ganz ausgeschlossen sei. Da- I gegen liege die Möglichkeit einer Erwägung vor, daß die I Entscheidung über den Bau so lange hinausgeschoben werde, I bis die Regierung den Bau der kleinen Kreuzer für I nötig halte. Es folgte eine Debatte, die keine wesentlich neuen I Gesichtspunkte zutage förderte. Bei der Abstimmung I wird zunächst § 1 der Regierungsvorlage gegen die I 8 Stimmen der Konservativen, Nationalliberalen und des | Abg. Frese (freis. Vgg.) abgelehnt. § 1 des Zentrumsantrages wird sodann gegen I diese 8 Stimmen angenommen, ebenso die §§ 2, 3, 4 I und 5 des Zentrumsantrages. Eg folgt die Beratung des § 6 (Beschaffung der I Mittel). Abg. Müller-Fulda (Zentr.): Der Mehr- I bedarf infolge der Flottenvorlage sei noch nicht ganz Har» I gestellt. Eine Ergänzungssteuer sei event. ins Auge zu I fassen. Er halte Vorschläge deS Reichsschatzamts für er» I wünscht. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann: Er könne den I Mehrbedarf selbstverständlich nicht auf Heller und Pfennig I berechnen. Im allgemeinen stelle sich die Sache so: 1. Die I Steuer auf Wertpapiere, Lotterielose, Connoffamente, und I Schifffahrtkarten (ohne Kuxe) sei soweit vorbereitet, daß sie I zugleich mit der Flottenvorlage in Kraft treten könne; sie I werde etwa 40 Millionen mehr ergeben. 2. Schaumwein- I steuer, Saccharinsteuer, erhöhte Zölle auf Champagner bieten I noch bedeutende technische Schwierigkeiten. Eine Vorlage I könnte frühestens bis zum Herbst fertiggestellt werden. I Die Genehmigung der verbündeten Regierungen sei aber I festgestellt. Eine Erhöhung der Zölle auf Zigarren I und Zigaretten sowie auf Liköre verspreche dagegen I kein en Erfolg, weil die Verminderung der Einfuhr die I Zollerhöhungen wett machen würde. Zu Nr. 3 der Forder- I ung des Zentrums in § 6: Einführung einer ergänzen- I den Reichssteuer, deren Höhe für die einzelne Finanz- I Periode nach Bedarf festgesetzt wird, könne er für heute I noch keine Erklärung geben. Wenn man eine solche Steuer I für eine entfernte Zukunft in Aussicht nehme und gleich- I wohl das Flottengesetz erst mit dem in Kraft treten eines Verständigung über die Flottenvorlage? In der Budget-Kommission des Reichstages ist gestern uit großer Mehrheit ein von der Zentrumspartei ein» gebrachter Gesetzentwurf bis auf einen noch nicht liachberatenen Paragraphen angenommen worden, der ion der Regierungsvorlage in wesentlichen Punkten ab- »eicht, aber nach den Erklärungen des Staatssekretärs lirpitz Aussicht zu haben scheint, vom Bundesrate unter kn Vorbehalte späterer Erweiterungen acceptiert zu werden. Abg. Müller-Fulda war folgender Gesetzentwurf >ein°5. I d>° Etfenbahndirektion den Jntereffen unserer Stadt I tu diesem Punkte entgegenkommt. . △ H°mberg, 27. April. Vermißt wird der 161,1 I rl9trc5°^1 U"l eincm Gute bei Homberg beschul,,!,- russisch-polnischen Arbeiters Anyczyk. Ans der HerrL merkte man fern Verschwinden ans der Strecke H , Nordhausen Nachrichten Über den Aufenthalt des g £ I nach Neuenhof bet Homberg zu richten. ' *“* ns.'r’a 27. April. Von den zehnnene- I Ob er forst er et en, welche genehmigt wurden und dw I nächst errichtet werden sollen, kommen Voraussicht "Uch Oberhessen und zwar je eine nach Gieße», ftetn, ®rün6erg und Salzhausen. Dem Obechchg Übertragen" iU9'ci^ baS 9Ze8enamt als aabttommifiit . L Sprendlingen, 27. April. Unsere Gemeinde ließ du» eine Deputation bei der Beerdigung unseres langjährim Pfarrers Ferdinand Scriba in Laubach einen Stani m feU1Con®Jabt N'ederlegen. Pfarrer Scriba hat ein Ihn oon 82 Jahren erreicht. Rach seinem letzten Examen nur I Erzieher des ihn noch heute sehr hoch schätzenden Sürfai Stuno zu Büdingen, 8 Jahre Pfarrer in Büdingen, 1 3a9rc in Hitzkirchen, von 1863 an hier thätig. Nach seine' Pensionierung zog er nach Laubach. Die beiden bortiqtn Stadtpfarrer geleiteten seine sterbliche Hülle zum (grabt « r Volp hielt die Feier im Hause, Pfarrer Nckck hick die Grabrede. Z\ Kirchhain, 27. April. Unsere &tabt steht bit^ Jfiyr int Zeichen der Feste. Vom 15. bis 17. Juni wird die Generalversammlung des Vereinsausschusses der Landwirtschaftskammer hier tagen. Vom 14. bis 16. Juii wird der Turngau Hessen in unserem gastfteundiiche-k Städtchen sein Gaufest feiern. Mit jenen ist gleichzeitig ein großes landwirtschaftliches Fest verbunden. Der Bor sitzende des landwirtschaftlichen Kreisvereins, Frhr. Scheiss zu Schweinsberg hat an sämtliche Bürgermeister des Kreises em Schreiben erlassen, in welchem ersucht wird, daß sich möglichst alle Gemeinden an dem Feftzuge beteiligen möchten. Seitens des landwirtschaftlichen Kreisvereins sind Preise zur Prämiierung der Festwagen ausgesetzt. Abg. Thiele (Soz.): Warum soll nicht auch auf die Hüttenarbeiter die Achtstundenschicht ausgedehnt werden? Der Hüttenbetrieb ist vielfach) ebenso anstrengend und ausmergelnd wie die Arbeit im Bergbau. Man erhöhe das Einkommen, und der gesamte Arbeiterstand wird in seiner Leistungsfähigkeit gehoben werden. Daß die Reduzierung der Arbeitszeit von 10 auf 8 Stunden keinen Rückgang in der produktiven Arbeitsleistung zur Folge hat, ist erwiesen. Abg. Stolle (Soz.): Ob die sächsischen Beamten Kohlenaktien besitzen, kann ich nicht nachprüfen, aber aus ihren Steuerdeklarationen würde sich ja wohl ergeben, wieviel sie aus Gehalt und wieviel sie aus Privatbesitz emnehmen. Hat doch ein sächsischer Amtsrichter Arbeiter wegen Boykotts der Dresdener Waldschlößchenbrauerei zu harten Strafen verurteilt, von dem sich herausstellte, daß er in dem Aufsichtsrat dieser Brauerei saß. Könnten die Arbeiter unbeeinflußt ihr Urteil abgeben, in 99 Prozent der Fälle würden sie sich für die Verkürzung der Arbeitszeit aussprechen. Ministerialdirektor Dr. Fischer: Das ist dieselbe Behauptung, mit der auch Herr Wurm immer seine Reden schließt: In Sachsen wird zweierlei Recht ausgeübt. (Lär- ; wende Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Ich stelle dem ! Hause anheim, ob es den sächsischen Beamten oder den j sozialdemokratischen Rednern mehr glauben will. Herr Sachse hat selbst den sächsischen Arbeitern zum Streik geraten. (Wachsende Unruhe bei den Soz.) Redner verliest die betreffenden Aeußerungen des Abg. Sachse und sagt hierzu: Wenn das keine Aufteizung zum Streik ist, dann giebt es keine. (Stürmischer Widerspruch bei den Soz ) Minister v. Metzsch ist in das sächsische Streikrevier gekommen, um sich zu informieren, ob die Bergwerksbesitzer in der Lage seien, die ihm bekannten Forderungen der Arbeiter zu erfüllen. (Aha! bei den Soz.) Bedenken Sie, I welche Erregung bei einem solchen Streik herrscht. Ohne I einen gewissen Terrorismus können ja die Arbeiter bei I keinem Streik auf Erfolg rechnen, das haben sie selbst zugegeben. Jedenfalls bedarf es nur des kleinsten Anstoßes, I um eine Explosion zu erzeugen. I Abg. Sachse: In dem ftüher von mir angeführten I »E der übermäßigen Arbeitszeit für Maschinenwärter S. ■ ich doch, wohl recht behalten haben, denn mittlerweile I ist eine Verordnung ergangen, die diesen Maschinenwärtern I und den Kesselheizern die Arbeit über zwölf Stunden ver- I bietet. Abg. GeYer (Soz.): Es ist nicht wahr, daß der sächs. Bergarbeiter-Streik ein sozialdemokratisches Werk war - die Arbeitgeber haben zum Streik getrieben, gerade in'den I Privatwerken ist von ihnen die Unzufriedenheit geschürt I worden. Der Minister kam angeblich in das Streikrevier I um sich zu informieren, war aber des anderen Tages schon wieder ausgekniffen. (Der Präsident ruft den Redner I wegen dieses Ausdrucks zur Ordnung.) Eine Feuersbrunst L in Ottawa der Hauptstadt von Canada am 26. b. JJitS gewütet und zwar auf beiden Seiten des Ottawa- ftuffes. Das Feuer brach in Hüll (einem Vororte t>on &?t um 11 klhr vormittags aus, breitete sich über den Fluß aus und erfaßte verschiedene große ©äaemübkzt wobei eine große Masse Holz vernichtet wurde. Von hef tigem Winde getragen, umfaßten die Flammen bald große ^eile der ärmeren Viertel von Ottawa. Der Schaden wirb jetzt schon auf eine Million Pfund geschätzt. Die Skmüb- ungen, des Feuers Herr zu werden, waren fruchtlos Tie I Bevölkerung Ottawas beträgt 60000 bis 70 000. Tie große Masse derselben lebt von der Holzindustrie. Dasselbe ist auch in Hüll der Fall, wo über hundert Häuser zerstört sind. Die. Flammen haben auf der Straße stehende Wagen zerstört. Einige schreckliche Szenen gab es, als die Insassen der Wagen zu entkommen versuchten. Nach einer Meldung der „Times" waren gegen 6 Uhr abends bereits 2000 Familien obdachlos geworden. Hunderte von Personen lagerten auf den Straßen. Dem „Büreau Reuter' zufolge sind außer den Sagemühlen und Holzvorröteo noch das Elektrizitätswerk und das Depot der tianada- Pacifik-Eisenbahn vernichtet worden. In den Hausern herrscht infolge des Ausbleibens der elektrischen Beleuch tung Dunkelheit. Der Brand ist das furchtbarste Unglück, das sich je in jenem Teile Kanadas ereignet hat. Montreal und Brockville schickten Feuerwehren nach Ottawa. Tas Parlament vertagte sich, weil das elektrische Licht erlosch. Von abends 8 Uhr meldet derselbe Korrespondent Die Miliz wurde einberufen, um das Eigentum der Bürger zu schützen. Die Zerstörung ist furchtbar. Ein gr wattiger Teil der Stadt ist ausgebrannt und noch wellen Teile sind dem Feuer preisgegeben. Eine Stunde lang W die Polizei außer stände, genau festzustellen, an welchen Orten das Feuer ausbrach und inzwischen hatte es säm in der Stadt gewaltig um sich gegriffen. Es scheint, als ob das Feuer gleichzeitig an drei Stellen ausbraäi Die eine Stelle ist die Hauptbrandstelle in der Stadt selbst, die zweite Stelle befindet sich zwei englische Meilen weiter flußabwärts, die dritte SteUe ist noch weitere zwei Meilen flußabwärts. Während der ganzen Zeit fegte der Wind von den zwei letzteren Brandstellen zum großen Brandt nach der Stadt hinauf. Der Plan der Brandstifter war klug erdacht, da der Feuerwehr eine gewaltige Masse Arbeit zufi^l, die zu bewältigen sie ganz außer stände war. Man sagt offen, daß Vereine von Feniern den Brand angestiftet hätten, um dadurch ihre Sympathie mit den Buren zu zeigen. Vier Todesfälle sind bis her gemeldet, darunter der des Direktors der Feuerwehr- Viele Leute werden vermißt. Abg. Paasche (nl.) hat im Namen der weinbautreibenden Kreise seiner Wählerschaft die Anregung Deiw Y«rrdts zu unterstützen. Nach der Haltung des Zentrums, das die Flottenvermehrung nicht ohne gleichzeitige Lösung der Deckungsfrage erledigen will, steht ja nun eine längere Sitzungsdauer der Session in Aussicht, die Regierungen werden bestimmte Steuerprojekte in Erwägnng nehmen müssen und in der Zwischenzeit wird sich die Zeit finden, auch dieses Gesetz noch zu erledigen. Damit wird der Gegenstand verlassen. — Die Petition des oberschlesischen christlichen Arbeitervereins zur gegenseitigen Hilfe in Beuthen (Oberschlesien) soll, soweit sie die Einführung des achtstündigen Arbeitstages und obligatorische Arbeiterausschüsse verlangt, dem- Reichskanzler als Material überwiesen werden. Soweit sie indessen die Minderung des Jnvalidenversicherungs- Gesetzes und die Frage der Entlassung der Arbeiter betrifft, '0 orr Jje öur Tagesordnung übergegangen werden. Abg. Sachse (Soz.) tritt für die Petition ein, soweit )ie den achtstündigen Arbeitstag für Berg- befürwortet. Reibe schon die bestehende zehnstündige, thatsächlich häufig sogar zwölfstündige Arbeitszeit und die ungesunde Luft die Kräfte des Bergmanns auf, ! fo ttjerfre er durch das Ueberschichtenunwesen vollends zu I Schänden gemacht. Im Betriebe der Stahlgießereien, der Zinkhütten und in vielen anderen Betrieben werden fo enorme Anforderungen an die Kraft und Widerstandsfähigkeit des Arbeiters gestellt, daß er denselben bei übermäßig Arbeitszeit, auch wenn er sich einer noch so guten ^f^üuhon erfreut, vorzeitig erliegen muß. Die für den I Weise"t^"betrieb erlassenen Vorschriften genügen in keiner I Sächsischer Ministerialdirektor Fischer: Herr Sachse I Odt die Berichte der Aufsichtsbeamten mehrfach mißver- I H" Angriffe auf das sächsische Vereinsgesetz waren I völlig unberechtigt. I , (natl.) hält es für ein Unrecht, einem I selbständigen deutschen Bergarbeiter zu verwehren, wenn I er es will, über acht Stunden zu arbeiten. Nur aus sani- I taren Gründen können die Bergarbeiter in ihren Wünschen, I ganger orfreiten zu dürfen, eingeschränkt werden. Mit I dem Achtstundentage würde her ganze gegenwärtige Hütten- I betrieb von Grund aus umgestaltet werden. Soweit die I ^etlhDnmbie Bergarbeiter betrifft, hätte ich nichts dagegen I fie der Regierung als Material zu überweisen. I , .,$^9- ö-Stu mm (Rp.): Zur Abwehr der von gesund- I heitssihadlichen Betrieben drohenden Schädigungen I brauchen wir keine Verkürzung der Arbeitszeit; das kann I Bundesrat schon jetzt kraft der ihm zustehenden Befugnis machen. Bei der Konzentrierung einer 12 stündigen I auf eine 8 stündige Arbeitszeit würden gerade die tüch- I tlgsten Arbeiter benachteiligt werden. I , Abg. Hitze (Zentr.): In Beziehung auf die Berg- I arbeiter stehen wir auf dem Boden des Achtstundentages. Hier aber ist der Achtstundentag auch gefordert für die I Fabriken im allgemeinen. Die Sozialdemokratie hat sich I '0?/r gelM bie obligatorische Einführung von Arbeiter- I ausschussen erklärt, weil sie ihr für die gewerkschaftliche I Organisation gefährlich erscheint. Ist dem so, dann würden ■ die Sozialdemokraten selbst sich einer Heuchelei schuldig ,N>enn sie beantragen würden, die Petition zur I . Berücksichtigung zu überweisen. Durch die Novelle zum I i Jnvalidengesetze sind die Wünsche der Petenten zum Teil I erfüllt worden. In her Revue des Revues läßt der sozialistische Abgeordnete Vigne d'Octon, der als Marinearzt vier Jahre in Afrika zubrachte, mehrere Abschnitte aus einem Buche erscheinen, das er bald veröffentlichen wird. Sie sind eine Fortsetzung der trostlosen Schilderungen, die der Verfasser schon in Romanen und Reiseberichten von dem Treiben der französischen Soldaten im dunkeln Erdteile, ihrer Bestialität, Grausamkeit und Habsucht gegeben hat, und die er auf der Tribüne der Kammer durch Belege erhärten will. Außer feinen eigenen Erfahrungen giebt er die Erlebnisse und Beobachtungen von Korrespondenten wieder, die seine Akten durch so zahl- reiche Zuschriften bereichern, daß er nur Auszüge aus den packendsten Darstellungen geben kann. Als Regel stellte er !auf, daß der harmloseste Junge, der daheim in der Bretagne, oder in den Cevennen niemals einen Hund pder ein Schaf mißhandelt hätte, unter den Strahlen der afrikanischen Sonne, in den Leiden und Entbehrungen der hingen Märsche zur 23 e ft t e wird, die nur daran denkt, i ixne fie fuf) an dem „Negerpack" in dem vermaledeiten I taube für all das ertragene Ungemach rächen kann, ! und, wenn die Gelegenheit sich findet, das „Ebenholz" 1 erbarmungslos miß-han delt, sengt und brennt, und nach dem _ Vorbilde ihrer Vorgesetzten Menschenschacher i treibt. Auf das Zeugnis eines früheren Kolonialministers gestützt, dessen Namen er nennt, erzählt Vigne d'Octon: I Eine Nacht stellten sich Europäer auf den Anstand, um will>e Tiere zu erlegen; der Köder war nicht etwa ein blökendes Lamm oder eine Ziege, sondern ein zehn- j ähriges Mädchen, das man aufein Ne st schwarzer Ameisen gesetzt hatte. Das arme Kind schrie bie ganze Nacht hindurch, bis die furchtbaren Insekten I bs zu Tode gebissen hatten. Die wilden Tiere ließen I sich von der menschlichen Lockspeise nicht anziehen, ohne Zweifel, weil die Nähe der Wachtfeuer ihnen Furcht ein* I flößte. Die neueste Arbeit des Abgeordneten Vigne erregt I in der Pariser Presse großes Aufsehen und dient den I Gegnern der Kolonialausdehnung als will*! fommene Handhabe. Severine regt in der „Fronde" I den Gedanken an, eine Versammlung von Frauen gegen I die Verbrechen der Afrikaeroberer zu veranstalten. Aus Stadt und Sand. (Slrrorryme Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 28. April 1900. ** »eschichtskalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 94 Jahren, am 29. April 1806, wurde in Wien der Dichter Freiherr v. FeuchterSleben geboren. Allgemein geachtet, zog er sich durch seine Thättgkeit als UnterstaatssekretSr 1848 das Mißfallen der Regierung und höheren Siände in solchem Maße zu, daß ihn der Kummer über setneZurückschung am 3. September 1849 im 45. Lebensjahre tv8 Grab stürzte. — Vor 65 Jahren, am 30. April 1835, wurde zu Stronach in Tirol Franz v. Defregger, einer der bekanntesten Genremaler Deutschlands, geboren, der sich durch seine humorvollen Szenen aus dem bayrischen Volksleben einen Ruf erworben hat. Der Künstler wirkt seit 1871 als Professor an der Münchener Maler-Akademie. ** Wettlaus. Eine interessante Wette wurde am Donnerstag Nachmittag hier zum Austrag gebracht. Ein Fußgänger sollte vom Philosophenwäldchen aus in 5 Minuten ein Lokal in der Stadt erreichen. Ihm war der Weg querfeldein gestattet. Sein Partner zu Wagen hatte ihm 3 Minuten vorgegeben. Der Läufer, der auf seinem Wege durch die Wiesen außer zahlreichen Gräben auch noch die Wieseck zu überspringen hatte, gewann die Wette. Nach Verlauf von 4i/2 Minuten langte er in dem Lokal an. Der Wagen traf 1/2 Minute später ein. -r Huugeu, 26. April. In dem benachbarten Orte Ruppertsburg brach heute am Hellen Tage Feuer aus. Drei Scheunen sollen eingeäschert und zwei Wohnhäuser beschädigt sein. — In Trais-Horloff gerieten zwei Land- ih, 46. Täglic w im Schotts s Ntäfrifit.gd NsXer ÄOj ärztlich v. gut gelag •m» Neuen koarüag d,o 29 HDpreö Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gfrartenfrrafor 2. ««gebot Mt 1 Weißbinder. 1 Fahrbursch-, 2 Lauf- ertrtUerx 1 tücht. Tapezier und Polsterer, 1 Rad- -fld>er, 1 Kastenmacher, 1 Schuhmacher, 4 ™ /«uSer Eriche, 1 Kellner, 1 Fahrburscke, einige Dienstmädchen, 2 Laufmadchen, 1 Kinder- ti6d,ei.irHn«,iU™ Frileur, 1 »lafer, i Mner, b* 1 Med>«nikr; 1 Sattler, ■ ’ SÄ‘ ®*,tUKI' i Schumacher, mehrere Spengler gegen tägliche Vergütung, 1 Wagner. Bekanntmachung. ie Mai wird die im Laudb-st-llbezirke der Postagentur ir beleaene Posthllfstelle zu Holzheim in eine Postagentur um. S Melde erhält die Bezeichnung: „Holzheim (Kreis Gießen)«. Der Postverkehr der neuen Postagentur wird durch zwischen Lang- 66ic» und Holzheim einzurichtende Botenposten vermittelt. Die D:enststunden für den Verkehr mit dem Publikum werden wie ^^an^Werktagen: von 9 bis 12 Uhr vormittag« und von 3 bis 6 Uhr nachmittags, . b) an Sonntagen, an gesetzlichen Feiertagen und an den Geburtstagen Sr. Majestät des Kaisers und Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs: von 8 bis 9 Uhr vormittags und 12 bis 1 Uhr nachmittags, Johann ausschließlich für den Telegraphendienst: von 5 bi» 6 Uhr nach« mittags. Die Bestellung der Postsendungen in Holzheim wirv werktäglich jW-mal, um 9'/. Uhr. vormittag» und 3% Uhr nachmittag«, an Sonn- und Feiertagen einmal, um 91/* Uhr vormittag«, stattfinden. Darmstadt, den 11. April 1900. Kaiserliche Ober»Postdirektion. Maier. Nt M "M Wtz find in »d», ik. *ng laraHf 6in/°rllIi|l 8,®» Wt! 7°°°s PL* !’««« DoxomU !' »«ch ®itj, sausen. Dem ri ia» Nebenamt als '£ Mete®,«* MjWfc S“ '« 2«N fci $farreü Scriba^- feinem letzten i - Lq $fQ^et ’n W°n hi« Laubach. Die Wu e sterbliche Hülle r er im Hause, fflamr e • Katharine Schmidt $ 8 Heinrich Schomber ® A 8 Verlobte. A Lollar, den 29. April 1900. 01818 K « K »®®G«®O»GOOG0G®GGO®GGVGGO l flnfttt Stabt ftyt; ’tftt. float 15. bis 17. t 1M 8erein-M^c/. ra. U. M\nt:v\ n Mfirern gcfei Mit jenen Fest verbunden. iVi Kreisvereins, Fch ri. he Biirgermeister tat tynt txW wird, k . m^MbefriliWr.: zur KreisyereiilS st V .gen ausgesetzt. Evaug. Gottesdienste der Methodisten-Gemeiude. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengafse. «oirulog den 29. April, nachmittags 2 Uhr: SonntagSschule, 4 Uhr: Predigt. HilfSprediger Urech. Mittwoch, abends 81/, Uhr: Bibelftunde. __Jedermann freundlichst willkommen._____________________ Frödel scher Kindergarten. cZubwttfktafc 4. Anfang am 24. April, vormittags 9 Uhr. Knaben und Mädchen vom dritten Jahre an finden freundliche Aufnahme. Ahrend des Sommers Spaziergänge und Spiele im Freien. Anmeldungen werden in meiner Privatwohnung, Wahnyofstratze 57, 2. Stack, und im Kindergarten jederzeit entgegen genommen. 8546 Hochachtend H. Thielmann, gepr. Kindergärtnerin. Msbrnajt t/tabt Don Lmdü m^ : beiden «Seiten bei tttci Hüll (einem Breite: tags aus, breitete sich MÄm gioy Sägetnü1 w-M MÄt. ta Mu dtt dch oon Lttam. n Pfund i werden, waren p--- iqt 60000 bis 70 W der Holzindustrie ^ ) über aufderSttaesch- Szenen gab es, als du 1 6 llhr «6«**?- gewtw. AM« tiaßen. T« ,M - Memühlen "«d. WZH .SZtz ung ’st ' a „nJ»Xb" ä*1 genau Me- t ganze" d rKAr -SZsK Einkassierer. Wir suchen per sofort einen tüchtigen umsichtigen Giukafsierer für bi* Stadt. Kaution von 200 Mark erforderlich. (ginger Co. Nähmaschinen-Akt.-Ges., 8009 Hieben, Nahuyofstraße 4. HiiipfrMiiinicii Täglich frische Maibowle im Glas. 8133 Schotts Weinstube zchAhoskrMgegtMkrSchgllMr. Vorzüglicher lettischer und franz. Kognak ärztlich empfohlen die Flasche von Mk. 1.50 an ö gut gelagerter Qualität stets vorrätig bei 2106 L & G. Wallenfels, Weinhandlung Telephon 46. Markt 21. Pb Hotels u. Restaurants Vorzugspreise. 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Gerüchte nicht zur Besserung deS Verhältnisses zwischen den beiden Parteien beitragen, ist erklärlich. Die hiesigen Deutschen hoffen, daß in Berlin keine Sympathie für dieses Projekt vorhanden ist, und sind der Ansicht, daß eine Pen« fion für den greisen Mataafa viel angebrachter sein würde, schon deshalb, weil dann keine weiteren Rücksichten auf die 13 Häuptlinge seiner Partei zu nehmen sein würden, die zur Zeit unserem Gouverneur das Leben recht schwer machen. Ein jeder derselben möchte mindestens Gouverneur eines Distriktes werden. Die erste Bekanntmachung des Gouverneurs nach den Festlichkeiten der Flaggenhissung lautete dahin: daß er allen Eingeborenen für ihre Teil- nähme an der Festlichkeit danke und sich freue, daß sie sich anständig betragen hätten. Die Feierlichkeiten seien aber nun zu Ende und er ersuche sie. sich schleunigst wieder nach ihren Heimatsplätzen zu begeben. Eine andere Nachricht von Amerika besagt, daß der Kreuzer „Philadelphia" sich bereit mache, dem Kapitän Schröder als Gouverneur von Tutuila nach Samoa zu bringen. Da in Tutuila zur Zeit schwerlich ein passendes Quartier für den Herrn Gouverneur zu finden ist, wird er wohl vor der Hand in Apia wohnen. GrMsdeitagr«: Gießener FomilieublStter, Der hesfifthe Landwirt, Hlätier fSr hessische Volkskunde.______________ laus-, Ladislaus- und andere schöne „Laus"-Straßen und Czechen- und Slovakenplätze. Zunächst freilich ist gar feine Hoffnung dafür vorhanden, und wir müssen uns mit den armen Heinen Rastelbindern begnügen, die als ein lebendiges Merkzeichen für die Größe der berühmten ezechischen Nation auf dem Berliner Pflaster ihr Geld verdienen müssen! Die Hetzrufe aus Prag werden nutzlos verhallen: Politik wird noch immer nicht mit Zeitungspapier gemacht: und bie Leute, die sich einbilden, daß man dazu Kanzleipapier gebraucht, das in den Ministerien und Botschaften vollgeschrieben wird, sind auch nicht allzugut unterrichtet: feines parfümiertes Briefpapier zierlichsten Formats soll eine viel größere Macht in den Verwickelungen und Entwirrungen auf dem diplomatisch Turnierplatz ausüben als alle Zeitungen und Botschastsberichte der Welt. So war es vor hundert Jahren, so soll es noch heute sein. Der sonderbare Schwärmer, der sein schweres Geld bei Herrn Scherl für eine Annonce opfert, um die Regierungen der Völker dadurch zu endlicher Parteinahme für Transvaal zu bewegen, wird mit seinem, von Millionen geteilten schönen Wunsche daher ebensowenig Glück haben, obgleich er seine Annonce „Im Namen ganz Deutschlands: Jakobi, Stallschreiberstraße 62" unterzeichnet. Der schlaue John Bull hat zu viel gute Freunde — und Freundinnen auf dem Kontinent. Da kann auch der schneidigste Leitartikel in der einflußreichsten Zeitung nichts dagegen machen, viel weniger eine Apostrophe im Anzeigenteile des Berliner Lokalanzeigers! Ich glaube nicht einmal, daß der Zeitungsfeldzug gegen die miserabelste Kartoffel der Welt — das ist nämlich die Berliner! — einen großen Erfolg haben wird. Wenn man, gleichviel wo, in Berlin gezwungen ist, seine Sättigung teilweise durch Kartofseln zu besorgen, so hegt man den berechtigten Wunsch, dieses brave amerikanische Kraut mit den nahrhaften Wurzelknollen wäre entweder für alle Zeiten „drüben" geblieben oder doch nicht über die „Lustgartenpflanze" hinausgekommen, als die sie Elßholz in seiner Anleitung zur Gärtnerei 1657 noch anführt. Die Berliner Kartoffel ist ganz das Gegenteil von jenen duftigen und appetitlichen Knollen, die jener englische Gärtner in der Asche fand, nachdem die grünen Beeren der von Franz Drake gestifteten und in allen Schullesebüchern verewigten ersten europäischen Kartoffelstauden bei der Herrentafel in irgend einem englischen Schlöffe Häglich Fiasko gemacht hatten. Sie ist ebenso grob in der Schale, wie ordinär im Geruch: das weiße Mehl ist von dunHen, beinahe schwarzen Partieen durchsetzt und mit abscheu- Kaum waren aber die Festlichkeiten vorüber, als sich auch die Thätigkeit der neuen Verwaltung bemerkbar machte. Zunächst erschien der kaiserliche Erlaß über die zukünftige Gerichtsbarkeit in Samoa. Darnach wird dem Ge- richtswesen für Weiße das Gesetz der Konsular-Gerichtsbarkeit vom 10. Juli 1879 zugrunde gelegt. Bezüglich der Eingeborenen bleibt es dem Gouverneur Vorbehalten, Bestimmungen unter Genehmigung des Reichskanzlers dahin P treffen, wie weit auch die Eingeborenen dieser Gerichtsbarkeit unterworfen find. Die Bestimmungen bezüglich Grundbesitzes und Minenrechte kommen hierbei nicht in Betracht. Solche Gesetze werden vom Reichskanzler, bezw. von dem Gouverneur von Samoa unter Genehmigung des Ersteren erlaffen werden. Je nach Art und Schwere des Vergehens hat das Urteil des Gerichtshofes mit oder ohne Zuziehung von Beisitzern zu erfolgen. Berufung an das Reichsgericht in Leipzig kommt in Wegfall, dagegen wird ein Appellgericht in Samoa konstituiert, bestehend aus dem Gouverneur und vier Beisitzern, deffen Urteil endgiltig ist. In allen Fällen, in denen Eingeborene vorher dem Munizipalgericht oder dem Obergericht unterworfen waren, sollen sie auch in Zukunft dem Apia-Gerichtshof unterstellt sein. Unter Eingeborenen find zu verstehen: alle Samoaner, sowie Ureinwohner anderer Südseeinseln. Unser neu ernannter Richter KniPPing hat den Apia-Gerichtshof in dem Stadtteil Maiafele eröffnet, und wenn auch sofort nach Eröffnung einige Zivilklagen anhängig gemacht wurden, so ist doch seine öffentliche Thätig« keil bis jetzt anscheinend mehr standesamtlicher als juristischer Natur gewesen, da er in der kurzen Zeit bereits drei Paare ehelich verbunden hat und noch mehrere Eheschließungen in «brrffe fir Depeschen: Zotiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. Selbstverständlich will der, der sich eine Reise nach Paris leisten oder gönnen kann, nach der Heimkehr von guten Freunden und Bekannten gebührend bewundert sein, und so legt er dem Strom seiner Rede keine Zügel an, zumal wenn ihm die gefällige Göttin Phantasie zur Hilfe kommt; und ebenso geht eS Vielen, die mit Tinte und Feder über das berichten, was Paris und die Ausstellung bietet. Sie bewundern Paris und feine Exposition Universelle dermaßen, daß sie jeden Blick für sonstige That- sachen verlieren, vor allem dafür, daß Deutschland und seine Städte einen ganz anderen, viel gewaltigeren Fortschritt gemacht haben, wie Paris. Und ebenso muß derjenige, welcher die großen Ausstellungen von Berlin, Leipzig und Nürnberg gesehen hat, sehr aufrichtig bekennen, daß damals in unserer Heimat im Verhältnis originelleres geleistet - । wurde, wie in Paris. Eine Weltausstellung hat einen ganz n I anderen Rahmen, sie bietet hundertmal mehr, sie kann Schaustücke unterbringen, die in kleineren Ausstellungen unmöglich find, aber darum darf man noch lange nicht Borr der Pariser Ausstellung. Bon Georg Paulsen. W. C. Paris, 27. April. . Nachdruck verboten. KchMN , Ochm. WM Mitota >/o Shifltn «ollÄckm spanische Rmli Chinesen Helt Credtib. ionildank s- ierr. Kredit mer Bankverein ique Ottomane ,ar. Kreditbank tlen. Melmeer L Vrridtoval lic- Sr 27. Ml 18ÜU' ‘oeflrtt. Silbers ’ ung Gold-^ PorWlsni g [.in jUonoP01'® °fet «ene Gouverneur Samoas und seine erste Thätigkeit. laf Apia, 23. März, wird der ..Welt-Sorresp." ge s schieben: MS Ende Februar mit de« Postdampfer von Auckland IHi trnennnng deS Präsidenten Dr. Solf zum Gouverneur ?Maf, gab eS großen Jubel und nicht enden wollende 1 lanbß rbungen der Genugthuung. Im Munizipalrat hielten l ■ n Aelteste der Stadtverordneten, der englische Advokat «sarmtherS, und der neuseeländische Advokat Gurr je eine '»spräche, in der sie ihrer persönlichen großen Freude und h-tt btr gesamten Bürgerschaft über die Ernennung deS Dr. Ewlf zum ersten Gouverneur von Samoa Ausdruck slicten, und sich gegenseitig in der Aufzählung der vor- i ftglich en Eigenschaften dieses letzten Präsidenten der Mum- ^alibil zu übertreffen suchten, worauf beschloffen wurde, vitst Oobenfltoerten Gesinnungen in eine Adresse zusammen- i । Raffen und diese dem Gouverneur am Tage der Flaggen« lßifsuug feierlichst zu überreichen. Schon gelegentlich der Flaggenhissung fand der Gou- i Mtraecr Gelegenheit, feinen Takt zu vethätigen. Als be- 1 M wurde, daß an dem Feste selbstverständlich eine große '»zahlt der Anhänger MataafaS teilnehmen würden, be- »lihtisgte sich der in Apia wohnhaften Anhänger der Gegen- Mi eine gewaltige Furcht; sie begannen ihre Häuser >ib Hütten zu räumen und ihre Habseligkeiten bei den Weiße a in Sicherheit zu bringen. Einige geringfügige Ausschreitungen in einem in der Nähe von Apia gelegenen ' Dorf« wurden auf daS Unverantwortlichste übertrieben, und ■äfeilte nicht an Pessimisten und Schwarzsehern, welche ».«»glaublichsten Dinge prophezeiten, und den Gouverneur mi Ratschläge« aller Art belästigten. Aber da« den Par- bden «gegenüber gleich taktvolle und energische Auftreten des SouütmeuTfl stellte schleunigst das volle Vertrauen wieder ha, anb dieses Vertrauen hat sich als berechtigt erwiesen. As am zweiten Festtage sich infolge strömenden Regens im Aenderung des Programms nötig machte, und em Zusammenstoß der von Malinun zurückkehrenden Prozession Schulen und Missionen mit den ^ranziehenden Atua« Dorfs Lasten drohte, war eS dem taktvollen Zurückhalten d tt Missionsschulen, sowie dem rechtzeitigen Erscheinen eine« LlldymgSdetachementS S. M. S. Kormoran- zu verdanken, M Auch dieser Festtag ohne jeglichen ernsten Mißklang mditj. Freude und Dankbarkeit find es daher, die wir »t bet ersten Post der Heimat vermelden, nachdem das l'hMrz-weiß-rote Reichsbanner über unseren Inseln weht. Heben Fäden, die wie Wurzelsasern ausfehen, durchwachsen; de, Geschmack ist erdig und unangenehm: eine Parodie auf alles das, was in der kleines Stadt und aus dem Lande als „das Brot der Armen" gilt. Woran es liegt, mögen die Götter wissen. Hauptsächlich wohl an der Gleichgiltigkeit der Wirte und Hausfrauen, die sich damit wie mit etwas Unvermeidlichem abfinden. Denn wenn der dürre und sandige Boden der Mark keine besseren Resultate hervorbringt, so lassen sich auf Land- und Wasserwegen schnell und billig die Produkte anderer Provinzen heranschaften. Wer ich glaube, es wird damit wie mit manchem Anderen hübsch beim Alten bleiben! A. R, Aussicht stehen. r , ,rr Eine für unsere gegenwärtigen Verhältnisse recht ungelegene Nachricht kommt aus Washington. Der in Fiji befindliche Exkönig Tanu hat sich durch den amerikanischen Generalkonsul Osborne an bie amerikanische Regierung mit der Bitte um Unterstützung zur Bestreitung der Kosten feiner Erziehung gewandt. Die Nachricht lautet nun, daß der Staatssekretär Hay der Bitte geneigt fei und bet beutschen und englischen Regierung den Vorschlag gemacht habe, daß die drei früheren BertragSregierungen die Kosten für bie Erziehung bieses Jünglings übernehmen möchten. Natürlich erzählen sich die Eingeborenen bereits, baß Tanu bann nach einigen Jahren dem beutschen Gouverneur beigegeben würde, um als Berater in samoanischen Angelegenheiten zu dienen. So lächerlich und sinnlos dies auch ist, bie Eingeborenen glauben es, unb baß solche Berliner Brief. (Plaubereien aus der Saiserstabt.) (Nachdruck verboten.) ».«, Joseph komme. - WaS die 8,-ch.« m-chie«. - Eoader- hare Schwärmer. — Die Berliner Kartoffeln. Berlin rüstet sein Festgewand. In den Tannenwäldern der Ifcgtgenb schallt die Axt, um grünen Schmuck zu schäften, und in den Ze tungen findet man Anpreisungen von Eichenlaub- Mlanden aus - Papier; spekulative Wiener annoncieren trans- !rm le Kaiserbilder; schwarzgelbe Fahnen werden geschneidert, -k» die österreichischen Vereine halten Extrasitzungen ab; m bn Kaserne des Franz-Regiments aber wirbeln die Trommeln ijk) schmettern die Trompeten; denn dort finden unter Leitung k Professors Roßberg die Proben der Musiker und Spielleute d-n Garnison Berlin für den großen Zap enstrerch> statt, der cr Wend des 4. Mai zu Ehren Franz Josefs veranstaltet wird. soll der Radetzki-Marsch uns begeistern, und „Prinz Eugen, k edle Ritter" zu Ehren des Freundschaftsbündnisses zweier Amarchen und ihrer Völker erschallen Hoffentlich erfahrt der Sltan nichts von dem letzteren Musikstück; denn da es siw Amtlich in dem schönen alten Liede um die Wichse handelt, kb«tr tapfere Prinz einst den Türken verabreicht hat, konnte ch Las möglicherweise höllisch verschnupfen. Vielleicht ccker ijier gar nicht so einpsindlich und betrachttt die kleine Geschichte Belgrad vom großen weltgeschichtlichen Standpunkt aus, d-r d« zeigt, wie bald der eine, bald der andere oben oder unten liegt. Anders unsere nervösen Nachbarn mit der nies-fteudigen «Wamantensprache, die Czechen! Der taktvolle undsympathische ganz Berlin geteilte Vorschlag, die Königgratzer Straße" m eme „Franz-Josef-Straße" zu verwandeln um dadurch dem Mitbten greifen Monarchen een Zeichen der hohen Achtung und 8-rehorung zu geben, deren er sich m Bersin. erfreut, hat den Ita Deutschenfressern und Spektakelmachern rn Prag derartig Kamm schwellen lassen, daß sie sich erfrechen, rn höhnischer Beile- über diesen Vorschlag herzuziehen und zu verlangen, daß sickl nur eine ganze Reihe anderer Straßennamen geändert üffbeit müßten, sondern auch das Denkmal des alten Fritz etne SMgung für den österreichischen Herrscher sei rc. rc. Es ist tiabe:, daß bie ezechischen Großmäuler so gar wenig zu sagen s ckm, sonst bekämen wir vielleicht in Bälde Wenzeslaus-, Stanis- Humoristisches. * Stilblüten aus Reporterberichten. Einen Strauß von Stilblüten, gesammelt aus den Manuskripten eiliger Reporter, bietet das „Neue Wiener Tageblatt" dar. Am unfreiwillig-gelungensten sind solgende Sätze: Im höchsten Grade bestürzt, wurde die Blechbüchse nebst dem Stück Pechsackel und der Zündschnur mit der Annahme, daß dies eine Bombe sei, dem Bezirksgerichte übergeben. Diejenigen Arbeiter, welche die Blechbüchse gefunden und zu tragen hatten, standen wahre Tantalusqualen aus. — Erwähnenswert ist, daß beide Villenbesitzer scharfe Bulldoggen haben und sich die ganze Nacht nicht rührten. Gestern ist hier Herr N. N. nach kurzweiligem Krankenlager einem tückischen Leiden erlegen. Sein Absterben ruft die lauterste Teilnahme seiner Kollegen hervor. — Mit mehreren Leiten bewaffnet, drang der Direktor in das Zimmer. — Se. Exzellenz der Leichnam ruhte in einem Metalldoppelsarg. — Herr ^r. t. hatte die Gnade, auch im Gumpendorfer Spitale von der hohen Besucherin angesprochen zu werden. — Wenzel Wolf arbeitete auf einem Neubau in der Schönbrunnerstraße in Meidsing. fielet war schwerhörig und am linken Auge erblindet. Vor dE Monaten wurde er Witwer. — Ein schnell herbeigerufener L? M heitswachmann durchschnitt den Riemen und wurde, n ch enj-cine Aerzte der Rettungsgesellschaft bilfe geleistet Umetzel, die da Wohnung gebracht. — Es war eine 0^ von^G^m ^stattung eine Bestie in Menschengestalt exekutiert statt. — des Heimgegangenen findet (Seim Sturze eines Der Train zuckte dreimal sörmlich zusammen Felsblockes auf ein Eisenbahngeleise.) «SÄ tton diese; Blattes. ^omttag b<8 * Eröffnung t iet n<“ "ttari.s,,, teawirtschi 1 brillauter hmmesstraße. L 11 Bit M le ©töningtr. Eintritt Ä ? 81. Der Vorstand. tirau Jfiil lM iessen, sagen, V c < si* t :r neues bietet. Gerade das fehlt recht in Pariü; Wer frühere Ausstellungen gesehen, der muß eingestehen, daß man sich damals im bescheidenen Maße, oft mehr Mühe gegeben hat, etwas originelles herauszufinden, wie Paris. Es sind wunderhübsche Paläste an der Seine errichtet, aber ein Ausstellungskenner wiederholt: Ungefähr so war fast alles schon da! Allerdings giebt es einige Ausnahmen. Aber von denen sind die Mehrzahl Nicht schön, sondern schauderhaft, wie das große Eingangs Portal znr Ausstellung, und auch unter den Palästen der fremden Staaten sind mehr wie eins, über die jeder den Kopf schüttelte, wenn ein solches Gebäude ernsthaft zu praktischen Zwecken in einer modernen Straße aufgeführt werden sollte. Unser sonst so schönes deutsches Haus wird auch zu bunt, das bekannte Tucherhaus in der Berliner Friedrichstraße ist gar nichts dagegen. Der Marine-Pavillon des Reichs wirkt viel harmonischer. Die Pariser Ausstellung wird ihre Hauptanziehungskraft den fremden Industrien verdanken. 'Denn von den französischen Fabrikanten hat sich ein großer Teil so fürchterlich saumselig gezeigt, daß man gar nichts anderes sagen kann, als: die Leute haben nicht erwartet, daß ihre ausländischen Konkurrenten so wuchtig auftreten würden. Paris sollte und mußte seine Ausstellung haben, das war die Hauptsache, die heimische Industrie wollte ja mitmachen, natürlich, aber ohne besonderes kostspieliges Chaussement; man mußte die Gedanken ändern, als man merkte, was das Ausland vorbereitete. Alle Achtung, was man von unserer deutschen Eisen- Industrie, von unseren gewaltigen Maschinen sieht, das redet eine weit beredtere Sprache, als das RepräsentationS- hauS, dem die ernste deutsche Schlichtheit vorangegangen ist. Von den deutschen Leistungen sprechen die Franzosen nicht viel, aber sie schauen sie sich an, so genau, daß man merkt es steckt wahres Interesse dahinter. Und bei unserer deutschen, bei der englischen und anderen Industrien können sich die Franzosen bedanken, daß jene durch ihre Ausstellungs-Gegenstände Schwung in die Sache gebracht haben, daß man, wenn auch nicht viel neue Ausstellungs-Gebäude doch wenigstens zum Teil wahre Wunder der modernen Arbeit sehen wird. Es ist notwendig, gegenüber der gar zu aufdringlichen Reklame von französischer himmelstürmender Genialität die Dinge auf das rechte Maß zurückzuführen, denn damit braucht noch gar nicht in Abrede gestellt zu werden, daß unendlich viel schönes vorhanden ist, was man freilich anderswo auch schon so ungefähr sah. Sprechen wir nun von Paris selbst! Ja, die alte Lutetia steht auf demselben Fleck wie vor zwanzig Jahren, aber die allgemeinen Einrichtungen sind ebensoweit zurück. Um nur ein Beispiel anzuführen: Die Langsamkeit der Post, die für den Namen „Paris" geradezu krähwinklig ist, ist, ist unvermindert. Was sagt ein Deutscher dazu, daß man heute noch, in der Weltausstellungszeit, einen Brief, der sicher mit den Nachtzügen abgehen soll, schon nachmittags um 5 Uhr zum Postamt geben muß? Bei Auflieferung nach 6 Uhr treten für den Fall, daß die Beförderung noch am selben Abend erfolgen soll, Zuschlagstaxen ein. Und ähnlich langsam ist die Bestellung.. Na, was würden Deutsche dazu sagen? Gewiß nichts schmeichelhaftes, wenn wir es hätten. Uns gehen ja die französischen Zustände nichts an, aber diese Thatsache darf nicht vergessen werden, wenn man die Bedeutung von Paris als moderne Stadt würdigen will. Motordroschken, Telephon und sonstiges allein macht es nicht, dem Wesen nach muß modernen Ansprüchen Rechnung getragen werden. Und wetten möchte ich. daß ein Deutscher, der zum erstenmale in Paris ist und sich einen Briefkasten suchen will, bestimmt keinen ohne zu fragen findet. Bei den Dingern ist es sörm- llch aufs Verstecken angelegt. Paris ist eine Stadt des Vergnügens und allerersten Raffinements, damit zugleich eines großen Fremden- und Geschäftsverkehrs, aber an die Einrichtung und künstlerisch- geschmackvolle Ausgestaltung von Geschäftsräumen und Schaufenstern kommt es mit deutschen großstädtischen Geschäften absolut nicht mit. Und wenn Jemand noch so sehr für Paris schwärmt, wenn er partout die Großartigkeit deutscher Riesengeschäste bestreiten will; es hilft ihm nichts, es ist so: Paris ist in dieser Beziehung zurück. Die Franzosen geben sich gern als Steuerer ersten Ranges, in Wahrheit sind sie konservativ wie nur einer in ihren Gewohnheiten und eigenartigen Anschauungen. Frankreich hatte die ersten Warenhäuser in Europa. Bei uns setzen solche Geschäfte nun Ehre darin, das Aeußere ihres Geschäftshauses dem Umfang des Betriebes anzupassen, in Paris bleibt alles unverändert seit langen Jahren. Und weil bei uns die Dekorationskunft so außerordentlich entwickelt ist, so fürchte ich beinahe, auch in der fertigen Ausstellung wird mancher Deutscher, der sich zu Hause umgesehen, köpf- schüttelnd sagen: Bei uns wird das besser gemacht! Auch andere öffentliche Einrichtungen, Bahnhöfe, Hotels, Restaurants u. f. w. stehen an anderer Einrichtung und hinsichtlich der Preise hinter deutschen gleichen Bauten zurück. Mancher alte, recht alte Zopf hängt im französischen Ver- kehrslcben und im öffentlichen Leben, und wehe dem, der ihn abzuschneiden wagt. Das ist eben provisorisch! Dazu gehört auch ein ziemlich starkes Stück von Schlamperei, das sich besonders vormittags breit macht: Kehrichthaufen auf dem Trottoir, ein Handel mit allem Möglichen und Unmöglichen dito, vom Modemagazin bis zum Wurst- und Käsehandel, so daß man oft kaum von der Stelle kann und anderes. Manchem erscheint's interessant, Schlamperei bleibt's doch. Die Pariser Polizei sagt zu alle dem nichts. Ihre Wirksamkeit beginnt so eigentlich erst bei politischen Krawallen, wo indeffen nicht gefackelt wird. Sie ist darin der deutschen Polizei weit über. Infolge des ganz kolossalen Verkehrs in seinen Hauptstraßen und der kleinstädtischen Behandlung so vieler Dinge auf offener Straße, die von Rechtswegen hinter Thür und Fenster gehören, verbindet sich in Paris die Weltstadt mit viel Krähwinkelei. Jetzt ein Rennen und Hasten, als ob es um Millionen gehe, dann ein langes Schmatzen, als ob man Millionär sei. Ein großes Theaterspiel, in dem die Akteure in Bruchteilen von Sekunden wechseln. Die Pariser ind eben konservativ. Verschiedene Beispiele: Arn Kon- ördienplatz, von welchem man bei rechter Aufstellung das deutsche Repräsentationshaus an der Seine sehen kann, steht die Statue der Stadt Straßburg mit ihrer n«., Last von Kränzen (Trauer), dito Fahnen usw. Ein scher, der vorbei geht, lächelt, denn Straßburg ift und wird unser bleiben. Aber die Chauvins von würden nicht lächeln, wenn der vom Regen und Sonn * schein gleich mitgenommenen Plunder entfernt würde t?* rüber schreibt niemand in diesen Ausstellungs Flittertaae^ Die Pariser haben Biertrinken gelernt. Aber sie bleihL dabei recht mäßig. Es ist ja auch kein Unglück für fi Aber Spaß hat es mir doch gemacht, wie ich Qm $ vard saß, und eine Schar junger Krieger vor mir neh * mir, und wo sonst noch Platz war, sich fcftnagcltc. VQ,J schemlich Kriegsschüler von St. Cyr. Aber nur ein leerte das schwache Viertel-Liter-Glas, ein Drittel bliebt die Hälfte gefüllt. O weh, wären deutsche Kadetten gewesen! Und zur selben Stunde wurden die einy-h..., „kostenden" Ausstellungsbillets mit 50 uud 60 angeboten. Augenblicklich fleckt das Geschäft noch J? wie man sieht. Nicht in Bier, nicht in Billets. Es könnte eine böse Prophezeiung für den Verlaus br Ausstellung sein, daß die Pariser Damen im bisherig Nachwinter und Frühlings-Anfang Schwarz alsModesarb. gewählt hatten. Schwarz in solcher Zeit des AuSstellunas- Wachsens! Aber sie behalten es ja nicht, das Schwarz, « war eben eine solche konservative französische Damen.Capriu weiter nichts. Heiß brennt die Sonne in den Nachaiii. tagsstunden, noch eine kurze Weile und das Schwarz wav- dert zur — na, sagen wir Teufels-Insel! —— Während ich dies schreibe, steht auf meim Tische ein Fliederftrauß, so eine tüchtige Hand voll, für 16 Pfennige im teuersten Pariser Stadtteil erworben. Slnberfoo kostet er die Hälfte. Und der süße Duft erinnert daran daß in dem Tollkopf Paris, dieser tollen, etgenfunriyt hochmütigen Dame, doch auch ein guter Kern steckt, btt dem Pariser bunten Leben ein charakteristisches Merkmal aufdrückt, manchen, oder eigentlich jeden entwaffnet. Das ist die harmlose Höflichkeit des Parisers im Verkehr, dir Wertschätzung und Beachtung eines jeden. Das ist die Pariser Tugend, eine recht, recht große sogar. Wer weiß wie viel Trubel, ob bessere Klaffen, ob Ar. beiter, Geschlecht einerlei, jedweder nimmt auf einander die Rücksicht, welche die Höflichkeit selbstverständlich gebietet die man aber in Deutschland leider ost nicht findet. 01 ein Mann mit dem Ordensband seinen Kaffee trinkt, m bescheidener Mann findet nichts dabei, sich neben ihn zu setzen, und niemand stört ihn, wenn er bezahlt und sich anständig benimmt. Die Franzosen sind Tollköpfe, aber sie haben ein außerordentlich feines Gefühl für gesellschaftliche Formen; jeder möchte man sagen. Wenigstens weif er Anstößigkeiten zu vermeiden. Da könnte einer sagen, daS macht die Republik! Lieber Gott nein, die macht gar nichts. Nirgendwo in der Welt ieht man so viel Orden, Ordensbänder und OrdenS-Jm, tationen auf der Straße, wie in Paris, und das ift nity gerade republikanisch.--- 2 Portionen 2 Portionen 2 Portionen für DIE GUTE SPARSAME KÜCHE Eine ausgezeichnete Sorten-Verzeichnis von Erbsensuppe: feiner Erbsengeschmack. Erbsen- mit Bohnensuppe: äusserst nahrhaft und wohlschmeckend. Erbsen mit Reissuppe: Erbsengeschmack, sehr nahrhaft. Erbsen- mit Sagosuppe: sehr kräftig und schmackhaft, feines Aroma. Erbswurstsuppe: die vorzüglichste ihrer Art; giebt eine äusserst schmackhafte, sehr nährende und sättigende Erbssuppe. Gemüse- (Julienne-) Suppe: erfrischend, von hervorragendem Wohlgeschmack. Gerstensuppe: sehr gut u. gesund, vorzügliche Abendsuppe. Grünerbsensuppe: feiner, aromatischer Geschmack. MAGGI’8 Gemüse- und Grünkernsuppe: feine Restaurationsrappe. Haferschleimsuppe: sehr fein im Geschmack; auch als Kranken- und Kindersuppe vorzüglich. Kartoffelsuppe: fein und kräftig, sehr beliebt. Kerbelsuppe: blutreinigend; vorzüglich geeignet als Beimischung zu anderen Suppen. Kraftmehlsuppe: besonders nahrhaft, leicht verdaulich. Linsensuppe: echte Linsensuppe, sehr geschätzt. Reissappe: recht gut und schmackhaft. Reis-Julienne-Sappe: Reis- und Gemüsekräutergesohmack, vorzüglich. Sago-Suppe: feines Sago-Aroma, schleimig und kräftig. Tapioka-Suppe f*kräftig und sehr beliebt. Kraftsuppen ä 10 Pfg.: Tapioka-Crecy-Suppe: feine Tapioka mit Karotten, sehr gut, schönes Aussehen. Tapioka-Jullenne-Suppe: sehr kräftig und beliebt, als Beimischung zu anderen Suppen vorzüglich geeignet. Weizengriessuppe: sehr schmackhaft und gesund. Rlebelesuppe: \ aus Eierteig, besonders wohlschmeckend Sternchensuppe: J und nahrhaft. Pikante Sorten ä 15 Pfg. per Würfel (ä 2 Portionen): Londonderry-Suppe: sehr nahrhafte, pikante Suppe, besonders in Holland sehr beliebt. Curry-Suppe: sehr pikante, englische Suppe; vorzüglich, um andere, besonders Schleimsuppen, zu kräftigen. Zu haben in allen Delikatess-, Kolonialwaren - Geschäften und Droguerien. Wi eder Verkäufer gesucht. In Gartons ä Mk. 1.80 überall zu haben, wo nicht, vom Erfinder Gg. Bruck, Darmstadt. Federleicht ist der neueste elegante Herrenhut und wird in schwarz, grau und mode geliefert. 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