lea»N Ma$^ Petroleum. Ra v ,0cImi Y Nftäfije H ^ort*agei Roüschutzwi Wik »»Bärtigen fe Kratze 63 in i U fa in mein z«ch tit. '«fttunbMi1(5Wn H»ch«WWM Earl Stal Wur- ittl» Hersonm UH »tttau WtuM W- ^tntt Bra«haisi ötzvMN 12 M. •rWN C. Krnse. KttÄM bM*® ’■ DM nein gehrten N,ltol 11 nnpjejla. i) bitte, M itgewS Witk«.D Werkstatt^ Eteivstraße, Klung' *s5®’ M Df« W chleil-AnlG K, "Ä. ■3S& ^A»A> iss- j I M . «H. A . feövsr ^ets- • Sonntag den 29. Aprll Zlnrts- und Airzeigeblatt für den ^tlveis Gieren Rrboftion, Expedition und Druckern: Schulstratze Ar. 7. Lllr Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Schulreform uud Reformschule. ii. W. Gießen, 28. April. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandunrt, Klätter für hessische Volkskunde.________________ «dreffe für Depeschen: Anzeiger Hie-«». Fernsprecher Nr. 51. fclchetut täglich Bit Ausnahme deS Montags. Du Gießener ;-iv-.itteuö lättcr IBnb-n dem Anzeiger ik Ä«chfel mit „Heff. Ücröroirt** u. ^Blätter 'fn heff. Volkskunde" ltyfl. 4 mal beigelegt. Graf Walderfee. Zu feinem 50jährigen Militärdienst Jubiläum. Der Generaloberst der Kavallerie, Graf Alfred von Walderfee, feierte gestern die 50 jährige Wiederkehr des Tages, an dem er in die preußische Armee eingetreten ist. Was er seinen Königen und der Armee war und ist, das auseinanderzusetzen, ist in dem Lande der allgemeinen Wehrpflicht wohl kaum im einzelnen nötig. In der Geschichte der preußischen Armee steht sein Name mit goldenen Lettern verzeichnet, und seine militärischen Thaten, die er in glänzender Bewährung seiner Fähigkeiten in mehreren Feldzügen als damals noch ziemlich junger Offizier schon vollbringen konnte, haben ihre glorreiche Fortsetzung und Bethätigung in den Jahren des Friedens gefunden, deren wir uns dank der Wehrhaftigkeit unseres Heeres nun schon so verhältnismäßig lange haben erfreuen dürfen. Das Geheimnis der Erfolge und der glänzenden militärischen Laufbahn, auf die Graf Walderfee am heutigen Tage zurückblicken kann, liegt bei ihm, wie bei allen wirklich großen Männern, in seiner Persönlichkeit, in der glänzenden Vereinigung von ausgesprochener Individualität und Universalität, in der Erfassung des einzelnen Moments als Glied des großen Ganzen, in dem liebevollen Studium des einzelnen Menschen unter dem Gesichtspunkte und mit der Rücksicht auf die ihn bestimmenden Verhältnisse. Es giebt vielleicht kaum eine menschliche Berufsart im höheren Kiehener Anzeiger Heneral-Anzeiger Bt, 99 Viertes Blatt. 1900 Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch dir Abholestelln» vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. ist in der Richtung zu bewirken, daß, sie einen die drei I unteren Klassen umfassenden gemeinsamen latein- I tosen Unterbau erhalten. Dieser Gleichberechtigung I arbeitet die Reformschule vor, indem sie, wie wir sahen, I einerseits die drei Gattungen der höheren Schule in ihren I Lehrplänen einander wesentlich nähert, und andererseits I die höhere Schule als organische Fortsetzung der Volks- und Bürgerschule angliedert. Damit bewirkt sie auch eine I Annäherung der durch ihre Vorbildung häufig so sehr I getrennten Stände unseres Volkes. Daß die verstärkte Stundenzahl des Deutfchen und I die Verminderung der altsprachlichen Stunden dazu dient, I eine nationale Bildung zu befördern, leuchtet wohl ohne weiteres ein. Es kann z. B. die bisher auf allen I unseren Schulen außerordentlich vernachlässigte wundervolle nordisch-germanische Mythologi*e, die u a. unendlich erhabener ist, als die hellenische, zweckentsprechend gepflegt werden. Einen weit größeren ethischen Gewinn z. B. hätte unsere Heranwachsende ^ugend durch die von einem verständigen Lehrer geleitete eingehende Lektüre von Wilhelm J.ordans „Nibelunge । als etwa durch Vergil. Ferner könnte durch rationellen Litteratur-Geschichtsunterricht und durch die elementare Pflege einer empirischen, von Schulmeipungen freien Aesthetik beigetragen werden zu jener tunst- I lerischen Erziehung, die man jetzt, wo sich, die Reaktion gegen die fade Schöngeisterei früherer Jahrzehnte gelegt hat, wieder um so energischer von verschiedenen Seiten her fordert. Mit gutem Grunde ist in der Protestbewegung gegen die lex Heinze auch an die Mitwirkung der Schule zur Heranbildung eines g e s u n d e n a st h e t i- scheu U r t e i l s, das keiner Bevor mundungdurch den Schutzmann bedarf, appelliert worden. Die Entwickelung des Kunst g e n u s s e s m den Herzen I unserer männlichen und weiblichen Jugend ist u. C. eine I der Hauptaufgaben der Schule der Zukunft. Man sieht, die Vorzüge der Reformschulen sind groß I und zahlreich, und wir möchten wünschen, daß hier ein I energischer Wille eingreife und den verivorrenen Zustanden unseres höheren Schulwesens ein rasches Ende bereite. | Jeder einzelne kann dazu beitragen, die Ideen der Schm- I reform zu verbreiten, und es muß lebhaft an die Mit- »Wirkung der großen Masse der Gebildeten I appelliert' werden,'damit das verheißungsvoll Begonnene I zu einem erfolgreichen Ende geführt werde. Selbstverständlich wird man sich bei der Schulreform davor hüten I müssen, aus einem Extrem ins andere zu fallen, und I während unsere Gymnasien jetzt, wie unser Kaiser sagt, | junge Römer und Griechen ausbilden,' in Zukunft junge I Franzosen und Engländer heranzubilden. Das wird sich I aber gerade durch einen verständigen deutschen und asthe- | tischen Unterricht, zu dem auch noch ein Unterricht in den I Anfangsgründen der modernen Bolkswirtschasts- I lehre treten könnte, durch ein tieferes Eingehen in die I .Kulturgeschichte und gründliche natur wissen- I sch aftliche Bildung vermeiden lassen. Wir glauben, daß kein praktischer Pädagoge, dem sein Beruf, um mit I Schiller zu reden, nicht nur eine milchende Kuh ist, den sie mit I Butter versorgt, im Zweifel darüber sein wird, daß unsere I Jugend auf diesem Wege keineswegs einem dem reinen I Nützlichkeitstriebe verfallenden Amerikanismus entgegengeführt wird, sondern daß ihr so mit größerem Erfolge I eine ideale Weltanschauung ins Herz gelegt werden kann, die ja das letzte Ziel der Bildung ist, als durch einseitig. I das Altklassische betonenden Unterrichts__________________ Schlimmer aber als dieses negative Ergebnis ist die I 'Akrderbnis der Muttersprache, die diese Me-I Ibobe des Unterrichts nach sich gezogen hat. Immer noch I jt ein großer Teil unserer Litteratur belastet mit einer I Äsircrfälligkeit, die der philologische Unterricht mit» I .chchwert hat. Immer noch, baut man lateinische und I maische Perioden aus deutschen Worten. Immer noch I stachtelt man die Sätze ineinander mit Relativen und Par^ I tyipten und merkt es kaum, welche Gewalt man damit I dem Geiste unserer Sprache anthut — gar nicht zu reden I von dem gräßlichen Amtsdeutsch mit den ewigen I 3 n 1 e r f i o n e n nach „un d", mit so schrecklichen Worten I Vie, .zwecks", „behufs" re. re. Insofern unsere Gymnasien I heilte noch vielfach die alten Klassiker mißbrauchen zu I bloßem Belegen der Grammatik, sind sie heute noch An- I fialtem von erfolgreicher Wirksamkeit zur Verlernung der I teilt! chen Sprache. iLs bestehen in Deutschland 31 sogenannte Reform- I schulen. Bon diesen sind 20 nach der vom Direktor des I Aokliye-Gymnasiums in Fran ksurt, Reinhardt, ge- I stasßenen Organisation eingerichtet, während elf das so- I «nannte Altonaer System angenommen haben. Beide I Holum das gemeinsam, daß sie den modernen Sprachen I Md den Naturwissenschaften einen weit größeren I 6pie (raum einräumen, während sie den altsprachlichen Un- I km djt erst in den mittleren Klassen beginnen lassen. I .Welches sind nun die Vorzüge des Reformplans? Sie I jinb rein pädagogischer, sozialer und nationaler Art. Wen- I ten iuir uns zu dem ersten Punkt. Gymnasium und Real- I tzynrnasiiun alten Stils beginnen den Lateinunterricht in I tzexla. Der durch die Sprache vermittelte Inhalt spielt I dabc i nur eine ganz nebensächliche Rolle. Nun ist es ja | jur Genüge bekannt, welche Olual das Lateinische für I manchen der kleinen Sextaner ist. Mühelos freilich iver- | ten niemals neue Kenntnisse erworben; wenn aber trotz ehrlicher Arbeit und dem besten Willen bei normal be- gahtc Jungen nur mit Ach und Weh, unter Er totung a(Ur Freude am Unterricht, das Ziel der Klasse erreiicht wird, dann muß etwas faul im Unter^chtsplan Lu Und es ist in der That auch von medizinischer Seite !it.aenua ausgesprochen worden, daß mit dem Erfassen “ter raffinierten lateinischen Grammatik dem Gehirn des vmm- und zehnjährigen Jungen zu viel zugemutet wird. , Die Forschungen über die Psychologie und Physiologie der isiiiidesseele liefern immer neues Material für diese Beobachtung. Darum ist im Reformplan der Beginn des Lateinischen nach Untertertia hinaufgerückt worden. Wenn wirklicher Sinn für sprachliche Dinge schon früh rear gemacht werden soll, so kann es nur durch die Muttersprache erreicht werden. Ein mächtiger An- tncib zur Erweckung des Interesses an der Sprache ist das, ms- durch die Sprache ausgedrückt wird. Wie belebend mb. fördernd wirkt der Inhalt, der dem Knaben durch das Deutsche überliefert wird. Hier kann er anknupfen m bas, was ihm vertraut ist, was er täglich hört und liebt hier werden alle geistigen Funktionen lebendig, die in chauunq, die Phantasie, das Gefühl werden gefördert, vM nur der mit abstrakten grammatischen Kategorien -weitende Sprachverstand. Hans Hoffmann, der bekannte Novellist der einst selber Gymnasiallehrer war, hat das bittere Wort vom deutschen Unterricht am Gymnasium Ligt- „Wer kümmert sich überhaupt in einem °r deutlichen Gymnasium um's Deutsche? Flick- tmben f inb das, weiter nichts". Neben das Deutsche tritt nun an den Reformschulen iUn in Sexta das Französische, das als einzige Fremdsprache'betrieben wird. Dieses liegt als moderne miß verhältnismäßig einfache Sprache der Fassungskraft kitmiäbriger Schüler gewiß weit näher dis das Lateinische Bis einschließlich Quarta wird als Fremdsprache nur das Französische und zwar mit hoher Stundenzahl betrieben; es kann schon nach Abschluß dieser Zeit fraglos ein recht erfreuliches Wissen und Können erreicht sein. Sinn kann eine neue Fremdsprache einsetzen Es ist ein nicht zu verkennender Nachteil des alten System», daß tecieits dann eine neue Sprache einsetzt, wenn die zuerst betriebene kaum über die ersten Anfänge hinaus ist. Das sozial Wertvolle des Rejormplane» liefflt darin, daß die Zwangslage f°rtt°lll sich in relatw irü-hem Alter für einen bestimmten Berns zu entscheiden, ta 5 Mai soll in Berlin eine vom Verein für Schul- ttfmmt veranlaßte Besprechung stattflnden, in der eine ymeinfame Kundgebung beschloßen werden soll, dm sol- i-nik Forderungen aufstellt: l. Alle neunkl-ssigen o beren Schulen (Gymnasium, Realgymnasium und Narrealschule) müssen die g lei chen Der echti gun a en tu wissenschaftlichen Studien und höheren Laufbahnen Mn- 2. Die weitere Gestaltung aller höheren Schulen Ivo ahme »on Anzeigen yi der nachmittags für ben Wjmb«! Lag erscheinender. Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abenbS vorher. Sinne des Wortes, die so sehr die Keime zur persönlichen Einseitigkeit und Abschließung gegen alles Fremdartige in sich trägt wie der Beruf des Militärs; diese aber ist auf bie Dauer in keinem Berufe gefährlicher als in dem des Soldaten, sofern er mehr sein will als das Fleisch gewordene Exerzier-Reglement. Die Geschichte lehrt es, daß alle großen Feldherren große Menschenkenner und feinsinnige Beurteiler der Lebensverhältnisse waren, nut denen sie ihr Beruf in so ganz besonderer Weise und unter meist so außergewöhnlichen Umständen zusammenführte. Und fo ist auch beim Grafen Walderfee der große Soldat immer von der großen rein menschlichen Individualität überragt. Unter den heute lebenden Männern von vaterländischer Bedeutung hat wohl kaum ein Mann in so verschieden- artigen Situationen für das Wohl feines Vaterlandes ge- wirkt. Wir wollen hier nur erinnern an die Zeit, als der Graf Walderfee als Militär-Attachee vor dem Auvbruch des großen Krieges in Paris thätig war. Nicht zum mindesten seinen von intensivster Menschenkenntnis und von militärischer wie politischer Einsicht getragenen Berichten über die militärischen und politischen Zustände in Frankreich ist es zu verdanken gewesen, daß man über diese Verhältnisse in Deutschland klar sah, und daß man an leitender Stelle mit einiger Zuversicht auf Erfolg den j schnöde hingeworfenen Fehdehandschuh aufnahm. Wahrend des Feldzuges sind es bann nicht nur ftme mannigfachen, von außergewöhnlichem militärischen Scharfblick zeugenden Maßnahmen gewesen, insbesondere als Generalsstabsoffizier bei dem Kriege an der Loire, sondern vor allem fein hervorragender politischer Takt und seine diplomatische Gewandtheit, die ihm wohlbegründeten Anspruch auf den I Dank der Nation erworben haben. Der Volkskrieg an der Loire zeitigte trotz aller vorhergegangenen Siege der deutschen Armee doch verschißene höchst kritische Momente. I Die Armee des Prinzen Friedrich Karl befand sich seit» I weise in einer höchst prekären Sage und man neigte in dem I Hauptquartier des Königs Wilhelm der Ansicht zu, daß I bie Auffassung dieses Hauptquartiers an der leitenden I Stelle mehr zum Ausdruck kommen müßte. Für diese I höchst schwierige und an und für sich doch wohl sehr un- I dankbare Mission wurde der damalige Oberstleutnant Graf I Walderfee von seinem Könige auserseheu. Er hatte direkt I an den König zu berichten, und zeigte sich dieser Aufgabe I in ganz hervorragender Weise gewachsen, sodaß der Prinz I Friedrich Karl, der jedenfalls diesen Abgesandten aus dem I Hauptquartier zunächst nicht mit sehr freundlichen Augen I ansah, ihn bald zu seinem Vertrauten und Ratgeber machte. I Auch bei anderen Gelegenheiten während des Feldzuges I ist er mit besonderem persönlichen Geschick für die Besei» I tigung der Reibungen ein getreten, die zwischen der Diplo- I matie und dem 'Generalstabe zeitweise herrschten, und | nachdem die große französische Armee durch die Gin» I schließung von "Paris endgiltig niedergeworfen war, wurde I er dazu äusersehen, die Kriegsentschädigung in Gestalt der I fünf Milliarden von dort einzutreiben. Dann kam die Zeit des Friedens. Es ist bekannt, I wie Gras Walderfee mit besonderer Schnelligkeit die mi- I litärische Stufenleiter bis zum höchsten Range erklommen | hat. In den schwierigsten und verantwortungsvollsten | Stellungen, so besonders als Chef des Generalstabs der I Armee, war er berufen, daran zu arbeiten, daß in den! I Jahren des Friedens die große Maschine der Armee nicht I einrostete, sodaß sie die Bahnen, die ihr ein Roon und I Moltke gewiesen hatten, mit zäher Beharrlichkeit weiter I verfolgte. Und als der greife Feldmarschall Graf Moltke I seine Augen schloß, da konnte er das mit der Beruhigung I thun, daß der Graf Walderfee ihm ein würdiger Nachfolger I sein werde. Er stand sieben Jahre an der Spitze des I IX. Korps. .Heute steht er als berufener Heerführer für I kommende Eventualitäten an der Spitze der 3. Armee- I Inspektion, also einer Gliederung, die im Ernstfälle ein I einheitliches Ganze bilden würde. Er ist in der beneidens- I werten Lage, Mich körperlich heute noch nach 50 Jahren I militärischen Dienstes allen Anforderungen und Strapazen I gewachsen zu sein. Auch hat er das Glück, eine Gemahlin an seiner Seite I zu sehen, die in Unermüdlicher stiller Wohlthätigkeit gleich I ihm schafft und wirkt. Eine kernige Gesundheit läßt ihn I den heutigen Tag in voller körperlicher Rüstigkeit und I Frische erleben. Möge es ihm noch lange Jahre ver- I gönnt sein, in völliger geistiger und körperlicher Frische I so segensreich weiter zu wirken, wie er das bis jetzt über- I all da gethan hat, wo seine freie Persönlichkeit sich in I amtlicher und nichtamtlicher Stellung betätigen konnte. Graf Walderfee ist am 8. April 1832 in Potsdam I geboren. Aus dem Kadettenhause trat er am 2/. April | 1850 als Setonbeleutnant im G-rde-Artillerre-Regrmenb ein. Am 31. Mai 1859 wurde er Premierleutnant. Am , | am 28. Juli 1866 zum Major befördert. Am 2d JUlii 1870 wurde er zur persönlichen Dienstleistung beim König Wilhelm kommandiert, nachdem er am 25. Juli 1870 zum Oberstleutnant befördert war. Vom 2. bis 31. Januar 1871 war er Chef des Generalstabes des XIII. Armeekorps und wurde dann vom 28. Februar bis 3. März 1871 zur Kommandantur in Paris kommandiert, und am 12. Juni 1871 als kaiserlicher Geschäftsträger bei der französischen Republik ernannt. Am 24. Juni 1871 erfolgte dann seine Crnennung zum Kommandeur des 1. Hannoverschen .Ulanen-Regiments Nr. 13. Am 18. August 1871 erfolgte« seine Beförderung zum Oberst. Am 9. Dezember 1873 wurde er zum Chef des Generalstabes des X. Armeekorps ernannt. Am 10. August 1876 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor. Seine Beförderung zum Generalleutnant erfolgte am' 11. Juni 1882. Seine Beförderung zum General der Kavallerie datiert vom 23. April 1888, während er am 10. August 1888 zum Chef des Generalstabes der Armee ernannt wurde. Am 2. Februar 1891 wurde er dann zum kommandierenden General des IX. Armeekorps ernannt, und am 12. September 1895 erfolgte seine Beförderung zum Generaloberst der Kavallerie mit dem Range eines Generalfeldmarschalls. Am 1. April 1898 erfolgte seine Crnennung zum Generalinspekteur der 3. Armee-Inspektion. Kunst und Wissenschaft. Preisausschreiben. In der vorjährigen Versammlung des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege hat Prof. Dr. Heim aus Erlangen einen Vortrag gehalten über „Das Bedürfnis größerer Sauberkeit im Kleinbetrieb von Nahrungsmitteln". Um die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf diese Frage zu lenken, wünscht der Ausschuß des Deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege auf dem Wege des Preisausschreibens eine größere Zahl von Aufsätzen über diesen Gegenstand zu erhalten, die sich zur Aufnahme in die Unterhaltungs-Tagespreffe oder auch zur Aufnahme als Lesestücke in deutsche Volksschullesebücher eignen. Diese Aufsätze sollen 1. kurz sein (2-3 Druckseiten zu je zirka 400 Worten), 2. für Bolks- schullesebücher dem Fassungsvermögen von Schulkindern im Lebensalter von 9—14 Jahren angepaßt fein und 3. auf die verschiedenen in dem Vortrag von Prof. Heim berührten Punkte sich beziehen. Es sollen Preise von 50 bis 100 Mark für den einzelnen Aufsatz, im Gesamtbetrag von 200 Mark, vergeben werden. Das Preisrichteramt werden ausüben Dr. Erwin v. Esmarch, Proseffor der Hygiene in Göttingen, Dr. Ludwig Heim, Proseffor der Hygiene in Erlangen, Dr. E. Lent, Geh. Sanitätsrat in Köln, Dr. Matthias, Geh Regierungsrat und vortragender Rat im königl. preußischen Kultusministerium in Berlin und Dr. A. Spieß, Geh. Sanitätsrat und Stabsarzt in Frankfurt a. M. D»e von den Preisrichtern eines Preises würdig erkannten Aufsätze werden Eigentum des Vereins, der die preisgekrönten Aufätze in Druck veröffentlichen und den Herausgebern von Unterhaltungs-Tagesblättern und Schullesebüchern zum Abdruck kostenfrei zur Verfügung stellen wird. Die Aufsätze sind bis zum 1. Oktober an den ständigen Sekretär des Vereins, Geh Rat Dr. Spieß in Frankfurt a. M, kostenfrei einzusenden, von dem Abdrücke des Vortrages von Prof. Heim nebst der sich bajan schließenden Diskussion in einem oder mehreren Exemplaren auf Ansuchen kostenfrei bezogen werden können. Der Name des Verfaffers eines einzusendenden Aufsatzes ist in einem mit einem Kennwort versehenen verschloffenen Briefumschlag der mit dem gleichen Kennwort versehenen Handschrift beizufügen. Blickensderfer Schreibmaschine. Weitaas bestes System Höchste Auszeichnung: Chicago 1893. Goldene Medaille: Solingen 1896. Goldene Medaille: Moulins 1896. Goldene Medaille: Ronen 1896. 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Eme Anzahl deutscher und belgischer Frauen hat in Brus,el unter dem Namen „Bur en Hilfe" eine selbständige Frauen-Hilssvereinigung begründet, die sich die Aufgabe stellt, unter Beiseitelassung aller politischen und nationalen Sonderbestrebungen, so rasch als möglich den notleidenden Fa- mrlren und vor allem den hilfsbedürftigen Waisen der Buren Unterstützung zu bringen. Das Komitee beabsichtigt, nach den Burenlanden Sendungen an Geld, Lebensmitteln und anderen notwendigen Gebrauchsgegenständen, sowie eine Frauenabordnung, die persönlich an der Hilfsthätigkeit mitwirken und die Errichtung der Waisenhäuser leiten wird, zu befördern. Es wird nach )en Ratschlägen des Staatssekretärs Dr. Leyds handeln, anverer- eits gemeinsam mit dem in Pretoria und Johannesburg thätigen deutschen Frauen-Hilfsverein arbeiten. Sendungen werden erbeten an: Frl. Julie Michot Vorsteherin des Altersber- sorgungshauses zu Brüssel, Blaesstraat 60. Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus. eidenstoffe,r Sammte von Elten & Kernen und Velvets M« ml Humoristisches. Wie niedlich! Ein Bürschchen von kaum 16 Jährlein, Mit ebensoviel Schnurrbarthärlein, Schwang, den Revolver in dem Händchen, Sich auf das Wagentrittbrettendchen; Der dicke Prinz erschrack ein bischen, Da fiel mit einemmal ein Schühchen, Doch als verzogen sich das Räuchlein. — Zeigt ungefährdet sich das Bäuchlein, Die Polizei jetzt sucht die Fädchen Zu diesem Bübchen-Attentätchen. * Vorbeigeschossen. Ein englisches Journal veröffentlicht am einem Album der Herzogin von Fife Eintragungen von Mitgliedern da königlichen Familie über den Präsidenten Krüger. Der Prinz oon Wales schrieb: „Mr. Krüger ist ein guter Kenner des Tabaks, ein schlechter Kenner des englischen Volkes." Im Gegenteil: Ohm Krüger raucht keinen guten und kamt die Engländer schon längst. („Münchener Jugend/) * Auch eine Kritik. Professor der klassischen Philologie: .Ja, seh'n Sie, meine Herren, das ist ja eben das großartige, daß wir n der lateinischen Sprache ein untrügliches Mittel haben, die Erzeuziiffe der sogenannten neuen Litteratur aus ihren Wert hin zu prüfen Dao sich nämlich solch ein poetisches Werk in gutes Latein übersetzen läfjt. so können Sie überzeugt sein, ist es gut; — wenn nicht, so legen Sie es nur getrost beiseite I- * Gipfel der Zerstreutheit. Profefforsgattin: „Aber Mämuhev, wo hast Du denn Deine Stiefel?" Professor: „Die hab' ich zum putzen vor die Thür des Schlafcoupös gestellt." Omnibus-Kuchen. 200 Gramm Butter (oder gute Margarine) und 250 @t(nnn_ Zucker rühre man recht schaumig, zerschlage 2 Eigelb mit etwas T Milch und rühre dieses nach und nach mit zirka der Hälfte bes ka.er gehörenden Pfundes Mehl unter die Butter. Wenn alles gut gemischt ist, füge man hinzu: 60 (3ramm föe, gehackte Mandeln, für 5 Pfg. Zitronat, 10 Pfg. Suttanroken ' J? etwa- abgeriebene Zitronenschale; das zu Schnee geschlagen,«^, menge man mit dem Reste des Mehles unter den Teig. Ist dies geschehen, so streue man ein Päckchen Dr. Oetker;*^ pulver L 10 Pfg. darüber, ziehe es durch die Masse, fülle diese Jk. mit Butter ausgestrichene und mit Mandeln ausgestreute Form, l,«, 10 Minuten stehen, stelle dann in den heißen Ofen und backe bn mäßiger Hitze ungefähr eine Stunde. Ein sehr guter billiger Kuchen! Familien-Uachrichten. Sohn ®c&<,rc,te: Dem Rechtsanwalt Windecker in Friedberg « Verstorbener Herr Heinrich Sernrnler IV. in Ehrin°sk>a„s- Herr Hemnch Pfeffer IV in Bad-Nauheim. Herr Apotheker Gravelius in Neu-Isenburg. Herr Pfarrer i. P. Ferdinand r Laubach. Frau Bella Elsaß in Frankfurt a. M. Herr Reall^^' August Braun zu Heppenheim. Herr Konrad Kißler in Darmir»!^ Herr Jean Leydecker in Bürgel a. M. Frau Margarete «»n« • Wiebelsbach. Frau Professor Dr Ottilie Moldenhauer in 2)arme, Kabinett u. Küche zu vermieten rtt. Dietz. 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'M« zufrieden zu stellen und bitte um geneigten Zuspruch. 812f Nachdem ich mich entschlossen, das Geschäft unter Leitung meines ersten Kommis, Herrn Hrch» Spengler, weiter zu führen, habe auch das Lager in allen Artikeln, soweit darin Lücken entstanden waren, durch Neuanschaffungen vervollständigt. Es wird auch ferner mein Bestreben sein, durch streng reelle Geschäftsführung, bei billigsten Verkaufspreisen, die mich beehrende Kundgeh Marktplatz 5. Martin Scheel, Marktplatz 5. ' AMgr- • tik Erl 2411 a Aw* Tuch- und Manufakturwaren-Handlung Fr. Kroqmann W. A. Mozart. Brahma. Prämiiert: Butzbach 1898. Zarzicky. «8T durch 3134 ti. ZomWcKrmr r Mbmderlkhrlmg?L" Ä 2347] I. P. Tann, Bismarckstr. 10. Seltersweg 9 Giessen 3120 und Gießen, Sonnenstraße 24. 3092 Kleinstückarbeiter KaushSNtliu i (Pietsch Erben) in ihn für dauernde Beschäftigung sofort gesucht. — Druck und Verlag der Brühl'schm Umverfitäts-Buch« und Sleindruckerei (Pietsch Erben) in «iiüßea. 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Kauffrau oder Mädchen sofort zur Aushilfe gesucht. 666 ___________Stephaustratze 18, in. UM DajdlSerlin t ibt Sinbtmng der 3 tont FoW Mc *tn Osts hn € Mdnilk geben mll. ltck Prinzen von Htinrich in Mr -t Da» Gras wachsen otmgtn, bah die Dei Wrwafln segelt. HmaliiMbchrebu' -Lohen Politik zu h -^itd noch \wx c mvch mW* i ivnden noch tzesa > nannten politische vermögen. Weit über . MNiväi-ch unter Nllnst.di'e anfang. VroßjährigkeilSerkia ijiaden wird. Nien i diese fcntuoue einen v vielmehr als sestft! !> weilgehender polih’l i m hem Sinne, hab troffen merken, nie, lEllgen zu führen, ha nWenSbvlliverk bild! solches anerkenn Welt zu würdigen g -'denlsche Sieichzhauptfl so ivird man NeWaM des im ^nmenden Festtage fallen werden. ---- 3006 Erlernen unter meiner persönlichen Leitung, auch bei ungünstiger Witterung in einem geschlossenen Raume, auf einem Lernapparat. Hiermit bringe zur gefl. Nachricht, daß ich von nun an, neben meiner seit vielen Jahren bestehenden Schlosserei, ein InstMMonsgeschiist für Kas-, Wasser-, Atosett- und Made-Einrichtungen betreiben werde und ein Musterlager in diesen Artikeln unterhalte. Für alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten halte ich mich bestens empfohlen, und werde Anwendung des neueste» «ud beste» Materials meine verehrten Auftraggeber zu befriedigen suchen. Zur Besichtigung meines Musterlagers lade ergebenst ein. Hochachtungsvoll Carl Stehr I., Dmigschh 5. Gießen, im April 1900. F. Mendelssohn Barthoq Jensen. Kjerulf. Löwe. Die Verhaut ,'praMil Abgeorl fab wir •Wpbm mW JW- M grsagrwv deshalb auch an > Erörterungen knu iW sich heute Jtwi noch vor un W ist bei der •«tntTumäatttt iWotöetle s*[a IS™9 hlt der M° ** Ä Z ö'ä« JOfftti tat kW Uld Reparaturen und Ueubesiehen von Sonnen- und Regenschirmen schnell, gut und billig. dauernde Beschäftigung sofort gesucht, i - Louis Katz, MSuoburg 16. I TülhÜßkk Akdklitk Liebigstr. 61. 4. 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(3057 MlhtigkrUerdkkneLtgksniht 2708 Ateichstraße 4. 2968] Zwei tüchtige Fahrburschen gesucht. Brauerei Textor (Hardt). Hausbursche gesucht. 01794________Otto Luft, Zum Löwen. Ein Haugdki schk Marburg 12. Lehrling gesucht. Heinrich Arnold, C»*0i795j Glasermeister, Grabenstraße 8. Lehrling gesucht von «olonialwareu.Grotzhandlung. Schriftliche Offerten an die Expedition dieses Blattes unter U 1628. findet bei einem jungen Ehepaar bei Mainz Stellung per 1 Juni. durch___________Frau Hütteuderger Wir suchen ein junges Mädchen (nicht unter 16 Jahren) auS guter FamL in die Lehre bei sofortiger Bezahsttz — Reflektanten wollen sick melden i Laden Aeueuweg Nr. 4. Anmelduis werden entgegen genommen Fiecc!» mittag zwischen 1 bis 3 Uhr. ____Braubach & Fische Kmdrlmildlhkü tzkD. Frau K. Audel, Selters 01734] Jemand zum Siö'to-fli tragen sofort gesucht. Bahnhof d) „Zwischen uns ist nichts geschehen“ Zarzicky. Der Flügel ist aus dem Instrumentenlager von Herrn W. Rndelph he, Der Ertrag ist für wohlthätige Zwecke bestimmt. Billete sind von Montag ab in der Musikalienhandlung von EM Challier zu haben, daselbst auch Umtausch der vorverkauften Karten. Für u Besitzer von vorverkauften Karten, welche durch die Verschiebung nicht Gebraute von denselben machen können, wird selbstverständlich im gewünschten Falle itr Onäbcben, welche selbst, näh. können, er WV solche, welche das Sleibetm. edoy. wollen, werden ges. Bahnhofstr- Junge Mädchen welche zu Ostern die Schule verlass., w 2364 Georg Philipp «^ 01787] Wegen Verheiratung MI''! Mädckens suche ordenttickes Mäder _________Frau Aacoö, Westanlage^, Kindermädchen auf 15. Mi gesuc 2876 Kttchenpla3° Mädchen MZ Näheres Airchstraße 13,