Donnerstag den 29 März tzEcs Blatt. 190® an Amts- unfr Anzeigeblatt für den Kreis Gieren und des Antrages das leere Haus an, die Unmöglichkeit, wichtige von und Uczngsprci» Vierteljährl. Mk 2,98 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» virrtrljährl. Mk. IM monatlich 65 Pjg. vei Poftbezug Mk. 2,40 viertel jährt, mit Bestellgeld. Hohenthal appellierend. Sachs. Bevollm. Graf Hohenthal verweist den Vorredner direkt an die beteiligten Eisenbahnverwaltungen. Abg. Fischbeck (frf. Vp.) befürwortet eine Resolution LLe Anzeigen.VermittlungSfkellm d«r In. und SuSlandeA nehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege». ZeilcnpreiS: lokal 12 Pfg., au-wärtS 20 Pfg. IMifcbw, e«xfriK*n und Druckerei: -chrntstra-e Nr. 7. Bargmann betr. Gewährung von Diäten an die Mitglieder des Reichstages. Redner führt als offenbaren Beweis zu Gunsten In der Spezialdebatte wünscht beim Etat des Reichstages Abg. Spahn (Ztr.) bessere Schnellzujgsverbindungen zwischen Berlin und Leipzig, dabei an den sächsischen Gesandten Graf Adresie für Depeschen: Anzeiger chteß«» Fernsprecher Nr. 51. Hessischer Landtag. Zweite Kammer der Laudftäude. M. G. Darmstadt, 27. März 1900. I Auf Tagesordnung steht zunächst Wahl des ersten I amb zweiten Präsidenten nach Art. 9 Abs. 2 der I landftändigen Geschäftsordnung. Aus Vorschlag des Abg. I « Brentano werden die bisherigen Präsidenten durch I Huriif wiedergewählt. Präs. Haas dankt für diesen er- 1 reuten Beweis des Vertrauens; er werde bemüht sein, I weiterhin unparteiisch seines Amtes zu walten. Der zweite I Präsident, Abg. Schmitt spricht gleichsalls seinen Dank I aus. — Eine Regierungs - Vorlage betr. Abänder - I ung des Gesetzes vom 8. März 1898 über das Rad - I .fahren aus öffentlichen Wegen, Straßen und I Aätzen sieht die Erstreckung der im Art. 1 des Gesetzes I bestimmten Frist, wonach die Regierung ermächtigt war, I auf die Dauer von zwei Jahren das Radsahrwesen im Ver- I ordniungswege zu regeln, „bis auf weiteres" vor. Gemäß I tkin Ausschußantrag wird die Geltungsdauer bis zum I * Atzwil 1904 erstreckt. — Das Haus tritt in die Beratung |pr Regierungsvorlage, betr. die Nachtragsforderungen der verschiedenen Ministerien pro 190 0/19 0 1 zu dem auf dieses Etatsjahr erstreckten Haupt- manschlag für 1897/1900 ein. Abg. David regt zum Kap. Land stände an, daß man versuchen solle, die Eisenbahn führten der Abgeordneten durch Abkommen mit den Eisenbahnverwaltungen (Pauschalsumme) anders zu regeln und zugleich den Ausgabeposten hierdurch zu ver- ringi-rn. Abg. Ulrich wünscht freie Fahrt der Abgeordneten im Lande. Präs. Haas teilt mit, daß er dem Are-au die Sache zur Aeußerung vorlegen werde. Wegen »des t’om Abg. David berührten Punktes beständen Erörterungen im Büreau, die noch nicht abgeschlossen seien. Man motte die Regierung um ihre Auffassung angehen. Abg. Schröder: Die Anregung zur allgemeinen Erteilung von' Freikarten an die Abgeordneten im Lande sei schon früher I gegeben worden. Er habe Bedenken, die Sache so zu verallgemeinern. Zunächst solle man dabei bleiben, daß jeder Abgeordnete seine Ausgaben verrechne. — Abg. S ch m e e l dal nicht die Bedenken des Vorredners. Abg. Ulrich: Es müsse eine Kleinigkeit sein, sich mit den verschiedenen Eisen- Ahn direktionen wegen einer Pauschalsumme zu einigen. Hgg. Bähr und M o l t h a n stimmen der Anregung des !bß. Ulrich zu. Der Ausschußantrag, für Kosten der Zweiten Lämmer und Gehalte 31600 Mk. zu bewilligen, wird angenommen, ferner die unter Rubrik Staatsministerium gehenden Anträge zu Kap. 17—20, die Kabinettsdirektion,- Nberrechnungskammer, Verwaltungsgerichtshof und Haus- iinb Staatsarchiv betreffen. — Bei der Beratung der Kap. 38 und 38a, Evangel. und kathol. Kirche und Nt'kathol. Gemeinde Offenbach betr., entrinnt sich eine lebhafte Debatte. Die Regierung will den -Zkaatszuschuß für die evangelische Kirche im seitherigen Dktrag von 240000 Mk. um 70000 Mk., denjenigen für Äie katholische Kirche im seitherigen Betrag von 137 872 Mk. nm .35 000 Mk. erhöhen und der altkatholischen Gemeinde rin Offenbach einen Beitrag von 600 Mk. zuteil werden Wen. Zweck dieses Schrittes ist, den Kirchen zu ermög- üichem, die sehr niedrigen Gehalte ihrer Geistlichen den Mutigen Verhältnissen entsprechend zu gestalten. Abg. Aaoid: Die Kirche solle ihren Haushalt aus ihren Steuern Wreiten; es sei ein falsches Prinzip, jeden Staatsbürger gn zwingen, zu den Lasten der Kirche beizichragen. Abg. llllrich spricht sich in ähnlichem Sinne aus. Abg. Gut- isleisch ist gegen die Bewilligung. Er erkenne die Beichlingen zwischen Staat und Kirche an und unterschätze Mr den Einfluß der letzteren auf das staatliche und sittliche Leben. Aber nachdem die Kirche selbständig in Bezug Ls ihre Einnahmen gemacht worden sei, müsse sie selb- Amdig für sich sorgen und von ihrem Besteuerungsrecht Minister v. Goßler, Staatssekretär Graf Posadowsky Reichsschatzsekretär v. T h i e l m a n n. Tagesordnung: Dritte Lesung des Etats. In der Generaldebatte verbreitet sich zunächst Abg. S ch e l e - Wunstorf (Welfe) über die ungünstigen Lohn- Arbeitsverhältnisse bei den Steinarbeitern seines Wahlkreises. Gießener Anzeiger General-"Anzeiger ItweNee w« 1u *« für fr« yiyebee Sej «scheinenden Nmmner M v«rm. IG Uhr. rri.ßr"'—g- spätesten« «fr—M Hrfrer. öbcaud) machen. Mit der Zahlung einer solchen Summe pUffe man zudem keine Zufriedenheit; der heutigen Be- Egung würden neue Anträge folgen. Ein weiterer Gesichtspunkt sei der, daß staatliches und kirchliches Leben wid>t allzuviele Berührungspunkte miteinander gemeinsam h:ben sollten, die sich zu Konflikten eigneten. Eine gesunde Atwickelung habe dazu geführt, die Arche auf eigene Me zu stellen. Er sei auch der Meinung, daß man das für sich selber brauche. Staatsminister Rothe: Die Mzierung halte an ihrem alten Standpunkte fest, daß die eoangelische und katholische Kirche für ihre Bedürfnisse fdhft aufzukommen haben. Der bei der Auseinandersetzung Piit .her Kirche im Jahre 1875 für die evangelische Arche bklvilligte Zuschuß von etwa 174 000 Mk. sei auf Grund rechtlicher Verpflichtungen berechnet worden, die der Staat gkgemüber der Arche gehabt habe, und weiter auf Grund her historischen Entwickelung der Arche im Lande. Die im Jahre 1888 erfolgte Erhöhung auf 240 000 Mk. habe nkqt eine Aenderung des prinzipiellen Standpunkts der Äegiierung bedeutet, sondern die Anerkennung, daß der ... ______ ... Nie Staatszuschuß den veränderten Verhältnissen nicht Gesetze, wie z. B. die Gewerbenovelle, zum Abschluß zu bringen. mehr entspreche und daß er angemessen erhöht werden müsse, wenn das Verhältnis zwischen Staat und Arche in seiner ursprünglich gedachten gegenseitigen Bemessung sollte bestehen bleiben. In der gleichen Lage befinde man sich heute, der Staatszuschuß sei den veränderten Verhältnissen entsprechend zu erhöhen. Er sei nicht in der Lage — und habe dies, um nicht Hoffnungen, die vielleicht unerfüllt blieben, aufkommen zu lassen, mit Bestimmtheit schon früher erklärt — einen höheren Zuschuß für die Zukunft in Aussicht zu stellen. Er hoffe, daß das Haus die Vorlage gutheißen werde. Der Staat habe ein eminentes Interesse an der gedeihlichen Entwickelung der Arche; man dürfe sagen, der Staat leide, wenn die Arche leidet. Abg. Schröder erinnert daran, daß trotz teilweiser Trennung der Archen die Imponderabilien zwischen ihr und dem Staat bestehen bleiben und hofft für die Zukunft bei besserer Finanzlage größere Bewilligungen. Abg. Schönberger stimmt für die Vorlage, wünscht Verteilung der Zuschüsse nach der Seelenzahl der Archengemeinschaften und verwahrt sich gegen spätere Erhöhung. Abg. Weidner spricht sehr warm für die Vorlage; er hält den Zuschuß für viel zu gering. Er freue sich über die Erklärung der Regierung, daß der Staat das größte Interesse an der Arche habe und wünscht, daß die Regierung allezeit sich dieser Ueberzeugung bewußt bleiben und nie ihre heiligsten Pflichten vergessen möge, die Arche zu unterstützen, wo immer es möglich sei, um ein geordnetes wohlsttmertes Staatsleben aufrecht zu erhalten. Abg. Ulrich wünscht, daß die Archen ihre Geistlichen ausreichend, aber selber bezahlen. Die an die Erhöhung der Archensteuer geknüpften Befürchtungen seien eine Kleinmütigkeit der Gläubigen. Solange die Arche sich als geistiger Machtfaktor im Leben des Volkes zu bethätigen verstehe, solange könne sie auch ohne Staatszuschüsse vorwärts kommen. Ministerialrat B r e i d e r t stellt fest, daß gar kein Grund vorhanden fei, die Rückzahlung der den Archen gewährten Darlehn, worüber der Hauptstaatskasse Schuldscheine ausgestellt seien, zu bezweifeln. Abg. Ulrich schildere amerikanische i Zustände. Bei uns aber erkenne Regierung und Volk das historische Verhältnis zwischen Staat und Arche an und wolle die Beziehungen weiter pflegen und erhalten. Aba. S ch m e e l weist die öffentliche Behauptung des Abg. Ulrich, daß die Archen nicht die gemachten Darlehn zurückzahlen würden, als durch nichts gerechtfertigt und als Mißachtung der Kirchen zurück. Die Beratung wird hier bis morgen abgebrochen und in die Verhandlung über Kap. 114, Ver- waltungskostenderdirektenSteuernundrn- di retten Auflagen, eingetreten. Die Regierung verlangt in Summa 53 951 Mk. mehr für das kommende Finanzjahr. Darin stecken auch die Mittel zur Einleitung der Neuorganisation des Kassenwesens und der Ueber- I leitung der Steuerkommissariatsgehilfen aus ihren Privat- | stellungen als Gehilfen der Steuerkommissare in die von I der Kammer geforderten Saatsstellungen, d. h. ckls Gehilfen der Steuerkommissariate. Ein Antrag Schröder will eine Sshaltsskala für diese Beamten festgelegt wissen und beabsichtigt gleichzeitige Verhandlung mit dem vor- 1 liegenden Kapitel. Finanzminister Küchler setzt auseinander, daß der jetzige Voranschlag nichts weiter bedeute, I als daß die seitherigen Gebühren vom 1. April in die Staatskasse fließen sollen und daß von diesem Tage eine provisorische Regelung der Gehalte der Gehilfen nötig fei; dieses Provisorium bezwecke eine Verbesserung der I Gehilfen, greife einer definitiven Regelung aber nicht vor. Die verschiedentlich geltend gemachten Bedenken werden durch die Ausführungen des Finanzmiiiisters zerstreut und der Antrag des Ausschusses, der mit dem Verlangen der Regierung übereinftimmt, wird angenommen. Schluß der Sitzung 1 Uhr 15 Minuten. — Nächste Sitzung Mittwoch I vormittag 9 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Debatte über die Bewilligungen an die Archen, Regierungsvorlage, I betr Bewilligung eines Beitrags für das Gutenberg- fihn«en ho Ju. mieten. r; 1184 bitte an l Inzwischen ist ein Antrag Gröber-Bassermann eingegangen, in der Resolution Bargmann das Wort Diäten zu ersetzen durch, das Wort Anwesenheitsgelder. (Heiterkeit.) Abg. Bass ermann (natl.) empfiehlt den Antrag Bargmann in der so amenbierten Fassung. Alle Bedenken müßten, schweigen, wenn die Diäten nur in Gestalt von Anwesens heitsgeldern gezahlt würden. Alle früheren Gegengründe seien durch die Erfahrungen widerlegt: namentlich auch die Annahme, daß ohne Diäten die Tagungen kürzere sein würden. Abg. Groeber (Zentr.) spricht sich im gleichen Snmc. aus. Als selbstverständlich sehe er es an, daß neben den Präsenz- geldern die Freifahrtkarten beibehalten würden. Abg. Singer (Soz.) stimmt dem Anträge Fischbeck zu. Die Diäten seien ein notwendiges Korrelat des allgemeinen. Wahlrechts. Wenn die Nationalliberalen und Zentrum die träten durch Anwesenheitsgelder ersetzen wollten, so begreife er nicht, weshalb sie das nicht auch schon längst im Mgeordneten- hause beantragt hätten. Jedenfalls aber möge man auf ber anderen Seite des Hauses nicht denken, daß feine Freunde sictz durch Diäten oder Präsenzgelder hindern lassen wurden, gegen Gesetzentwürfe, die sie für unheilvoll hielten, nach wie vor von allen Mitteln der Geschäftsordnung Gebrauch zu machen. Und keinesfalls könne etwa davon die Rede sein, daß die verbündeten Regierungen daran denken dürften, ähnlich wie seinerzeit bet dem Verbindungsverbot für Vereine zu verfahren, b. h. etwa die Diätengewährung mit einer Einschränkung des Wahlrechts zu verknüpfen. . c £ Abg. Gräfe (Antis.) plaidiert für den Antrag Fischbeck. Abg. v. Karborsf (Rp.» bemerkt, seine politstchenFreunde hätten sich bisher immer gegen Diäten ausgesprochen. Em Teil davon interessiere sich aber jetzt für Diäten: ieboch sei wegen der Kürze der Zeit noch kein Fraktionsbeschluß gefaßt worden, und die Reichspartei werde sich daher an der Abstimmung nicht beteiligen. (Heiterkeit.) .. r .... Abg. Rickert (frf. Vg.) hält es für selbstverständlich, daß nicht etwa im Zusammenhänge mit dieser Frage an dem Wahlrecht gerüttelt werden dürfe. Redner wendet sich bann noch gegen Herrn von Karborsf. . . , Abg. Richter (frf. Vp.) erklärt, baß seine Freunde bereit fein würden, für die Groeber-Bassermann'sche Fassung zu stimmen. Er bestreitet alsdann, daß es sich bei einem Anträge dieser Art um eine Ueberrumpelung handeln könne. Die Debatte wird geschlossen. - Hierauf wird gegen die Konservativen und Fürst Bismarck (die übrigen Reichsparteiler entfernen sich vorher) die Resolution in ber Fassung Groeber- Bassermann angenommen. — Beim Etat bes Reichskanzlers Ienft9lbg. Richter (frf. Vp.) die Aufmerksamkeit des Reichskanzlers auf eine in der Reichskanzlei thätig gewesene 60 Jahre alte Reinmachefrau, um dieselbe dem Wohlwollen des Reichskanzlers zu empfehlen. (Der inzwischen erschienene Reichskanzler nickt zustimmend.) , ,, Beim Etat des Auswärtigen Amtes erklärt auf eine Anregung des Abg. 58 affe rm an n (nl.) betr. Sichern,» ber bentfchen Schiffspfandrechte im Auslande und speziell in Holland ber Di- von Körner, auf biesseitige Vorschläge habe Holland noch nicht geantwortet. Beim Etat des Reick)samts des Innern beschwert sich Abg. Eickhoff (frs. Vp.) darüber, daß ein thüringischer Jndustrieverein, der in Shanghai eine permanente Ausstellung seiner Erzeugnisse errichtet hat, vom Reiche dabei mit 15 000 Mk. unterstützt werde. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, er hatte Nicht gedacht, baß wegen einer solchen kleinlichen Sache, wegen einer Unterstützung, die er auf Empfehlung ber weimarischen Regierung gegeben habe, solche Angriffe hier hätten erneuert werben können. Abg. Prinz C ar o l a t h (wildlib.) wünscht Erleichterung des Frauenstudiums. Staatssekretär Graf Posadowsky entgegnet, was er in Aussicht gestellt habe, sei bereits erfüllt. Frauen würben zur medizinischen Approbation zugelassen, wenn die Vorbedingungen dafür erfüllt seien. Letzteres sei allerdings noch erschwert. Abg. Rickert (frs. Vg.) meint, gerade Preußen müßte in dieser Beziehung vorangehen. Was sollten denn die Frauen machen, wenn ihnen nicht die Gewähr gegeben werde, alle Vorlesungen hören zu können. Redner bittet den Staatssekretär, auf das preußi)d)e Staatsministerium einzuwirken, daß die Ange- legenheit baldigst geregelt werde: seine, Redners, Freunde würden ihn dabei unterstützen. Abg. Rosenow (Soz.) erinnert an die vom Dause beschlossene Resolution zur Arbeiterwohnungsfrage. Staatssekretär Graf Posadowsky entgegnet, man könne doch nicht verlangen, daß ber Bundesrat in dieser überlasteten Session sich schon mit ber Resolution beschäftigt habe, und darin irgend etwas habe thun können. , , Abg. Schrader (frs. Vg.) meint, nach dieser Erklärung werde man wohl noch Jahre warten können, ehe etwas geschehe. Es folgen bann Auseinandersetzungen zwischen dem Abg. Eickhoff (frs. Vp.) und dem Staatssekretär Graf Posadows- k y nochmals über die kleinindnstrielle thüringische Export - Vereinigung: ferner zwischen dem Abg. Bebel (Soz.) u»8 Arendt (Rp.) über den Tuckerbries im Falle Peters. Abg. Fürst Inn- und Knyphausen (Rp.) empfiehlt eine von ihm beantragte Resolution betr. Verhandlungen mit den Nordseeuferstaaten im Interesse der Hochseefischerei in ber Nordsee, namentlich unter Einführung von Schonzeiten. Staatssekretär Gras Posadowsky bemerkt, es solle eine Kommission gebildet werden zur biologifchen Erforschung der nördlichen Meere. Auch die Frage der Schonteviere werde ge- 1>rfifSbgCmüllet.®‘dgan (frf. Vp.) ift mit der T-nd-n, d-v Resolution einverstanden, bittet aber doch uni beten Zuruck ziehung. bsl chWe: e Ä 8iiÄ JQeiud>t Rr. 74 tetl freß pewtfMemttet r/rfren frtie Anzeiger fr •***! -k .M- bettetet* ». „BUtter ► Vt Mlfunfre- frriyktt museum 2C. __ Deutscher Reichstag. 177. Sitzung vom 27. März. 1 Uhr. Arn Bundesratstische: Staatssekretär Graf Bülow, Kriegs- sortier mrfche oefuchl. AUe Klinik. : Arbeitet lohnender K/MM HtMann Heß. gefudjt M irfÄT^T" tarnet, Kreuzplah^ chÜttMriinS M wr< lEi . gesulb! oon . nn brtvrr W.. Hfl aur . , Onirr: r etzneid«, t r >ür Hosen um ng gesutt tltider, Siejfi'- foiorP 1 Haute- >f ! Wiift UHm iljn, i Wnibi-iKn, fcr udit alsbald ßlllilt »bemftr, IftfllW Graüsdeilagr«: Gießener Fmrntienblatter, Der heWche Landwirt, Zlätter für hessische Volkskunde. ■_____________ ' * !—। **TTITMTW TT. I I I ■ III HJI ■■ jl-------" ' Abg. Fürst Inn- und Knyphausen (Rp.) zieht die Resolution zurück. , . Abg. Rembold (Zentr.) empfiehlt eine Resolutton belr. Revision der Vorschriften! zur Bekämpfung der Maul-und Klammseuche, namentlich in Bezug auf die wirtschaftlich schädlichen Staatssekretär Gras Posadowsky erwidert, vom Gesundheitsamte werde die Frage ganz sorgfältig geprüft werden ob die Vorschriften von 1895 zu ändern seien. Die Nachteile der Sperren seien nicht zu leugnen, man müsse aber bedenken, daß gerade durch Viehmärkte und sonstige Verkehrsansammlungen die Seuche verbreitet werde. Morgen 1 Uhr: Fortsetzung der dritten Etatsberatung. Schluß 6 Uhr 15 Min. * Vom Kriegsschauplatz. Loudon, 27. März. Ein Telegramm berichtet, daß aus Kimberley eine größere Expedition abgeht, zuerst nach Gciquatown, um die dort sich sammelnden Rebellen zu vernichten, und dann im Verein mit den bei Warrertton stehenden Truppen zu operieren und Mafeking zu entsetzen. Nach allen in Kapstadt eingehenden Meldungen ist jedenfalls der Westen noch durchaus nicht pazi- fiziert, und fortwährend hört man von neu auftauchenden BurendetachrmentS, welche die Verbindungen bedrohen und die britischen Truppen dauernd in Atem halten. — Aus Ladysmith meldet „Daily Mail", daß die Buren sich vom Biggarsberg nach LaingSnek zurückziehen. — Eine Kapstädter „TimeS"-Meldung besagt, nach Mitteilungen von Besuchern Transvaals sei Krüger entschlossen, den Kampf bis zum äußersten fort- zusetzen, obwohl viele Burghers anfingen, zu bezweifeln, ob dies etwas nützen werde. Nach angeblich zuverlässigen Berichten seien seit Kriegsausbruch 2000 Buren gefallen, einschließlich der Verwundeten, Kranken und Gefangenen müsse der mäßigsten Schätzung zufolge ihr Gesamtverlust 15,000 übersteigen, mehrere tausend Frei- staater und Aufständische, welche die Waffen niedergelegt haben, nicht mitgerechnet. Es werde bezweifelt, ob die Republiken jetzt 30,000 Mann den Truppen Roberts und Bullers gegenüberstellen könnten. London, 27. März. Die „Times" veröffentlicht in ihrer heutigen zweiten Ausgabe ein Telegramm aus Lourenzo Marquez, worin berichtet wird, daß die Militärbehörde in Transvaal die Eingeborene'« zur Anfertigung von Schanzgräben verwendet. ES sind zu dieser Arbeit schon zahlreiche Schwarze requiriert worden, sodaß mehrere Goldgruben wegen Mangel an Arbeitern die Arbeit entstellen mußten. London, 27. März. Nach Meldungen über Bloemfontein aus dem Lager bei Victoria West entgleiste ein mit englischenSoldaten besetzterEisenbahn- zug. Viele Leute wurden verwundet. Loudon, 27. März. Die englischen diplomatischen Vertretungen erhielten den Auftrag, die angebliche Verwendung von Dum - Dum - Geschossen in Südafrika auf das Entschiedenste zu dementieren. — Wie der „Berl. Lok. Anz.- aus London meldet, hat Prof. Theodor Mommsen daS Ersuchen des Prof. Sonnenschein in Birmingham um Motivierung seiner neulich in einer amerikanischen Zeitschrift gegen die englische Südafrika-Politik erhobenen Anschuldigungen durch einen Brief beantwortet, in welchem es heißt: „Außerhalb Englands ist nicht eine einzige Stimme zur Verteidigung Ihres südafrikanischen Krieges laut geworden. Es ist der Fall DreyfuS, gegen England gerichtet. Glauben Sie, daß diese allgemeine Entrüstung unbegründet ist? Biele Ihrer besten Landsleute teilen die Ansicht des Kontinents, aber der Kriegszustand läßt sie schweigen. Die Buren- rcgierung mag Anlaß zu Klagen gegeben haben, allein diese sind nicht die Ursache, sondern der Vorwand des Krieges. Wer an die Diamantfelder und die Besetzung Kimberleys denkt, wird schwerlich Lord Salisburgs Versicherung: „Wir suchen kein Territorium, wir wollen keine Goldfelder" ernst nehmen. Jamesons Raubzug wird heute allgemein verurteilt, oder wollen Sie behaupten, daß nicht wenigstens ein Teil Ihrer Regierung an diesem skandalösen Verbrechen beteiligt gewesen ist? Sie möchten England von Cecil Rhodes und seiner Bande trennen, aber vergeblich. Glauben Sie allen Ernstes, ein Volk wie die Buren habe einen Eroberungskrieg gegen das britische Reich führen wollen? Fortan werden die Holländer am Kap ein zweites Irland bilden, und der Rächer wird früher oder später kommen. Glauben Sie mir, jeder Freund Englands trauert über solche Siege." * * * Telegramme des „Gießener Anzeiger". London, 28. März. Au« Al iw al North wird vom 26. dss. MtS. gemeldet: Der Ober-Kommissar der Artillerie ist in Begleitung deS Generals Astorney, sonne des Gouverneurs hier eingetroffen, um die Distrikte, welche in letzter Zeit von den Engländern besetzt worden sind, in Augenschein zu nehmen. Der General Astorney beschäftigte sich mit den vom General Brabant in Betreff der Führer der Aufständischen getroffenen Maßregeln, und drückte seine Befriedigung hierüber auS. London, 28. März. Wie verlautet, hat der nach Südafrika abkommandierte Oberst Herzog von Norfolk auch die Mission, eventuell Friedensanerbietungen der Buren entgegenzunehmen. Loudon, 28. März. Die „Times" meldet aus B l ö m- fontein vom 26. März: Der General Princeloe, welcher ohne sein Amt als Kommandeur des Distriktes Blömfvntein niederzulegon, sich nach seiner Farm begeben wollte, ido,tu er angeblich vom Präsidenten Krüger die Erlaubnis erhalten hatte, ist verhaftet und nach Prätoria gebracht worden. Der Kommandant, welcher die Verhaftung voruahm, erklärte auf bestimmten Befehl Krügers zu handeln. Berlin, 28. März. Nach einem Telegramm des „Lokal- Anzeiger" aus London ist das Unterbleiben der Verschiffung der Gefangenen der Armee des Generals Cronje nach St. Helena darauf zurückzuführen, daß Präsident K'üger an Lord Salisbury ein Telegramm gerichtet hat mit der bündigen Eiklärung, daß im Falle der Ausführung jener Buren mit den englischen Gefangenen in Prätoria ent'prcchend verfahren würde. Was er mit diesen vorhabe deutete der Präsident nicht an Berlin, 28. März. Nach Berichten aus London melden die „Times" aus Blömfoutein vom Montag: Gestern wurde eine Kavallerie-RekognoSzierung gegen Br and fort gemacht. Die 16. Lanzenreiter trieben die Buren in Scharmützeln aus ihren Stellungen in offenes Gelände hinaus, nachdem die 9. Lanzenreiter versucht halten, den Feind zu umgehen. Die englischen Verluste sind gering. Deutsches Reich« Berlin, 27. März. Der Kaiser besuchte heute vormittag im Auswärtigen Amt den Staatssekretär Grafen Bülow und hörte später im königlichen Schlöffe die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke, des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Diederichs und des Chefs des Marinekabinetts Frhrn. v. Senden-Bibran. — Generalfeldmarschall Prinz Georg von Sachsen ist nunmehr, unter Belastung in dem Verhältnis als Generalinspekteur der zweiten Armeeinspektion, von einer Stellung als kommandierender General des 12. Armeekorps enthoben worden. An seiner Stelle wurde Generalleutnant, Freiherr v. Hausen, bisher Kommandeur der 32. Division, zum kommandierenden General des 12. (säch- ischen) Armeekorps ernannt. — In der Budgetkommission des Reichstages legann heute die Beratung der Flottenvorlage. Die Regierung war durch die Staatssekretäre Tirpitz, Graf Bülow und v. Thiclmann, die Vertreter Bayerns und Sachsens, der Hansestädte und einen großen Stab von Kommissaren vertreten. Zur Sicherung der Diskretion waren besondere Maßnahmen getroffen. Da die Regierungsvertreter strengstes Stillschweigen verlangten, beschloß die Kommission, heute unter Ausschluß der Berichterstattung an >ie Presse zu verhandeln. Die Mitglieder des Zentrums ;aben beantragt, in der Kommission eine Generaldebatte und zwei Lesungen stattfinden zu lassen und die General- tebatte in vier Hauptabschnitte zu teilen, nämlich 1. Notwendigkeit und UnHang der Flottenvermehrung, 2. Kosten und Beschaffung der Mittel, 3. Gesetzliche Festlegung der Vermehrung und 4. Durchführung der Vermehrung. Ferner beantragten die Mitglieder des Zentrums, anläßlich der Generaldebatte eine Reihe von Fragen an die Vertreter der verbündeten Regierungen zu richten. Die Kommission erklärte sich mit den Vorschlägen des Abg. Müller-Fulda über die geschäftliche Behandlung des Flottengesetzes einverstanden. Aus der nicht geheimen Diskussion ist zu erwähnen, daß auf eine Anfrage des Abg. Bebel, ob die Nachricht von der Erwerbung deutscher Kolonieen in Asien begründet sei, Staatssekretär Graf Bülow erwiderte, an )ieser Nachricht sei nichts wahres. Morgen wird die Beratung fortgesetzt. Ausland. Wien, 27. März. Der größte Teil der liberalen Gemeinderäte legte seine Mandate nieder. Wien, 27. März. Gerüchtweise verlautet, Bürgermeister Lueger werde sich demnächst mit einer nahen Verwandten des Eisenbahnministers Wittek verloben. Konstantinopel, 26. März. Der Sultan ordnete an, daß die aus der um 6 Prozent erhöhten Zehnten- und Hammelsteuer eingehenden Gelder direkt von den Valis dem Kriegsministec zur Verfüguug gestellt werden. Hiermit hängt ein erlassenes Jrade zur Anschaffung Krupp'scher Schnellfeuerkanonen für das 1., 2. und 3. Armeekorps zusammen. Lokales und Ursviiyielles. *♦ Absperrung der Wasserleitung. Auf die heutige Bekanntmachung des Wasserwerks, bett, die am Donnerstag Vormittag stattfindende Absperrung der Wasserleitung in der äußeren Frankfurterstraße und Umgebung machen wir unsere Leser besonders aufmerksam. *• Butzbach, 26. März. Wie verlautet, beabsichtigt die Großh. Regierung auf dem neben dem Provinzialarresthaus zu Darmstadt gelegenen Platz eine Anstalt für jugendliche (also int Alter von 12 bis 18 Jahren befindliche) Strafgefangene männlichen Geschlechts zu errichten. Ferner soll das Landeszuchthaus Marie nsch loß vergrößert und im Zusammenhang hiermit die Zellenstraf- anftalt Butzbach, welche gegenwärtig zur Aufnahme sowohl von Zuchthäuslern als auch von zu Gefängnis Verurteilten dient, ausschließlich für Gefängnisstrafgefangene vorgesehen werden. Butzbach, 27. März. „Ehret die Toten, dte es verdienen!" Dies bewahrheitete sich auch wiederum am vorigen Sonntag bei dem Begräbniffe des nach kurzem Krankenlager verstorbenen Herrn Chr. Dietrich Störiko. Trotz der rauhen Witterung bewegte sich ein Leichenzug von hier selten gesehenem Umfange nach dem Friedhöfe, um dem Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Mit dem Der- storbenen ist einer jener Butzbacher aus unserer Mitte geschieden, die lange Jahre hindurch in regster Bethätigung für manche gute Sache eingetreten sind. So war der Dahingeschiedene Mitbegründer und langjähriger Turnwart des hiesigen Turnvereins, dem er über 53 Jahre, zuletzt als Ehrenmitglied angchörte. Er war ferner Mitbegründer und erster Hauptmann der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, Mitbegründer des Oberhesfischen Obstbauvereins, ähriges Vorstandsmitglied des hiesigen Borschußvereins und anderer Vereine. Nach der ergreifenden Grabrede des §err*t Pfarrers Schrimpf widmeten warm empfundene Nachrufe unter Niederlegen von Kränzen Herr Lederhändler W. namens des Borschußvereins und Herr Reallehret @Qerfcr namens des Turnvereins. Auch von auswärtigen Tnrv. vereinen waren Abordnungen erschienen. Alles dies war sicher ein Beweis, wie sehr sich der Verblichene der Liebe und Achtung von hier und auswärts zu erfreuen hatte. Er ruhe in Frieden! Friedberg, 27. März. Herr Taubstummenlehrer P. Landau feiert heute sein 40jährigeS DienstjubilSnw. Langsdorf, 26. März. Der heute dahier abgehaltene Schweinemarkt war sehr gut befahren. Es wäre« ca. 250 Stück Ferkel und ca. 50 Einleger aufgetrieben. Ter Handel war ein sehr lebhafter, so daß fast alles verlaust wurde, was aufgetrieben war. ES kosteten Ferkel daS Paar 37—48 Mk., Einleger das Paar 70-100 Mk. M. Darmstadt, 27. März. Am letzten Samstag toutbc Rechtsanwalt Soldan aus Worms durch die Anwalt-, kammer von der Anklage wegen unwürdigen, mit feinte Berufe nicht zu vereinbarenden Verhaltens freigesprocha. Der Generalftaatsanwalt hat für eine Verwarnung, h« geringste im Disziplinarverfahren zulässige Strafe plL-. diert. Bekanntlich hatte Soldan wegen eines in btt i „Wormser Zeitung" erschienenen Artikels von dem Redakttur ; derselben Rechenschaft verlangt, und ihn bei deren Ser- Weigerung thätlich angegriffen, wofür S. seinerzeit von btt Strafkammer in Mainz eine kleine Geldstrafe erhalten hatte. Darmstadt, 27. März. Die „Darmst. Ztg." schreüt: Auf die in einer Reihe von Zeitungen veröffentlichte Kuvb- gebung der Geistlichen des evangelischen Dekanat- Worms inbetreff der Geflügel- und Katzen-Au-. stellung in WormS und Darmstadt ist von Großh. Ober« konsistorium eine Antwort ergangen, worin es u. a. heißt: „Ihre Kundgebung irrt darin, daß sie besagt, zu den fraglichen Ausstellungen sei „die Genehmigung der Staatsbehörde erteilt worden." Das ist nicht der Fall. Einer solchen Genehmigung bedurfte es nicht, sie wurde | nicht nachgesucht und nicht erteilt, ja die Staatsbehörde hatte gesetzlich keine Möglichkeit, jene Ausstellungen polizeilich zu hindern. Dagegen ist Großh. Ministerium, sobalb es von uns um Einwirkung einer Verlegung derselben gebeten war, in dankenswertester Weise mit seinem Einfluß in unserem Sinne thätig gewesen, und es ist wesentlich diesem zuzuschreiben, daß die Katzen-AuSstellung am Chat- Freitag geschlossen sein wird." A «u8 Rheinhessen, 27. März. Die Pariser Weliau«. stellung wird durch den Lokalweinbauverein von Oppenheim durch vier Proben: 1886 er, 1889 er, 1893 er und 1895er Oppenheimer Weine beschickt werden. Außerdem wirb Herr Weingutsbesitzer Frohwein von Elberfeld noch eimge Proben selbstgezogener feiner Oppenheimer zur Ausstellung bringen. __ Frankfurt a. M., 24. März. Herr Stadtrat Riese, der seitherige Chef des Tiefbau- und Trambahnamtes in Frankfurt tritt, wie wir bereits kurz meldeten, in die bekannte Baufirma Philipp Holzmann u. Co. als Direktor ein- es soll ihm ein festes Einkommen von 50000 Mk, zugesichert worden sein. Bei diesem Riesengehalt dränge, sich unwillkürlich Vergleiche auf, die es allerdings begreiflich erscheinen lassen, daß Herr Riese sofort auf diese seltese Offerte einging. Erhält doch Fürst Hohenlohe als Reichskanzler nur 4000 Mk. mehr als Riese, während sich dte anderen Minister mit weit geringeren Gehältern btgnügen müssen. Der Oberbürgermeister der Reichshauptstadt bezieht 30 000 Mk. und Oberbürgermeister Adickes-Frankfurt alles in allem 26 000 Mk. Herr Riese selbst hatte bet der Stadt 12 500 Mk.; seine Karriere ist also glänzend. Aehn- liche Gehälter zahlen nur noch die größten ElektriMts* Gesellschaften, die ersten deutschen Bankinstitute und die großen Schiffsbauwerften im Osten deS Reiche«. *♦ Kirchhain, 26. März. Heute fand die landespouzei- liche Prüfung und Abnahme der Ohmthalbahn statt. ; Kurz nach 11 Uhr trafen verschiedene RegierungS- sowie höhere Wege- und Meliorationsbau Beamten von hier ein und wurden vom Landrat Herrn Freiherrn Schena zu Schweinsberg empfangen. Nachdem auch einige Herren aus Marburg «ingetroffen und sich die Baukommisfion versammelt hatte, wurde zunächst der Bahnhof der 91"*' bahn besichtigt. Alsdann wurde der bereits anMeme erste Bahnzug von den Behörden, von einem Teile bei städtischen Vertreter und einer größeren Anzahl beteiligter Grundeigentümer bestiegen, worauf derselbe in der Richtung, nach Schweinsberg abdampfte. Die Vertreter der Stavtt sowie die betreffenden Grundeigentümer brachten ihre Anträge auf Beseitigung der durch den Bahnbau eingetreten Wege- und Grundstücksbeeinträchtigungen vor, derm Berücksichtigung bezw. Prüfung zugesagt wurde. 0" Revifionszug traf um 3 Uhr hier wieder em. (Ovh. Wl m. Ziegenhain, 27. März. In der Sitzung deS lanv wirtschaftlichen Kreisvereins am 16. dsS. Mts. würbe Beschluß gefaßt, am Mittwoch dem 30. Mai dsS. JJ- Bunten Bock zu Ziegenhain eine Lokalsch^r unj> V, miierung von Rindvieh abzuhalten. Mit der■ ° schau wird eine Verteilung von Prämien an verbunden. Das Komitee wird unter Zustimmungi®« ~ standeS des landwirtschaftlichen KreiSveremS die tfW der Prämien vornehmen. ofl,rM04 Miet}, 26. März. Zum Nachfolger des Ober» f direktorS Tasche hier ist, rote die „Robl. Ztg tx' ’ Oberpostdirektor Rebbock in Dortmund ausersehe».___. Vermischtes. • Berlin, 28. März. Der 34 Jahre alte ®i[enW schaffner Hermann Voß hat gestern Abend seine dr Kein ?arbb Idiomatische Hersb [nübertroffen schor ■ ^*8 Typer^u , ,r »lisch, französisch, i« , schwediBcb, Wh, i Achisch eto.h ' jmrhMte Konatrutt Die Maschine wi dem Kaiser, (pnehn Beispi Bereit* 49,000 i bebSrdea and Katalog franko. Groye V Allein-Vertrh Brtihl'sche ünii IN ii Bi«, 27. Mj. D i HmrHW Eqilsm, I Hniversitlizprosessorei : iipüt* protestierte, ai erst nach der 8uf| • Hiilussm nifinet weil Bi bett/, s Ntn AM ' MerstrHr M >». März, von •tat» AiMsiir SrreMüstL, j, , »«( eafl ' H kennilürnahnik Gießen, bet Mw|hii ' bena' 388 do rm 8 "Lx-'S <. 2> ^ermeisterej, .Wetz« 63; A"rn, tu ittw , M-l Hüb M erb«. Mtrbtav i Mrfelb noch < mer zur ? * lieft ^rblichr^ i 18 '* w ' WX * *«■ ®si; "«"iS'ltiebti ?6, f«ft oltstt [llt"8«rt.l tt!. -100 ffi(, *S«Mlah ,e dmch di, gtl *<*, niu sniO *ifa Straf ^gen eines j, >kels von bem^. ° 'hn bei bettel seinerzeit k, ^ldstrafe etl* varmst. zig.» jj, len veröstentlch- gelischenDel-it l- und Kaheii ist von GG? ngen, worin lj, n, daß sie .die Genehch 'as ist nicht' ' e es nicht, za die te.) it rh. Minister i::. Berieguy hfc ise mii (du und d it Mnlitch n-MÄz üa ;ttt Tiadtrn! Sii TrambchM« :j mtlbtM, in hit h u u. U & itnen von 50000M MS. fi[^ 34 8 it itaWW''“ ojort aus diese B i Hohenlohe als !«• riese, wchrnd ft [to SeW«bl Riese di- n IanklW11 ;te I°«d »«*[: itbene , SA :?;s tf&t , OOU V “’tf- tntutnet ” M»* ‘ $■ ■*9"S *» 1 zuges^s (0|,' 3« ‘5.®bi >' Ji*** de« ftri-dtt c t i 1896. 1896. 1898. Goldene Medaille: Mouline Goldene Medaille: Rouen Goldene Medaille: Omaha t Wahnsinn erschlagen. Nach der That durch^nttt sich den Hals. Boß war schon seit langer Zett wegen -!lcs unheilbaren Leidens schwermütig und trug sich mit “VSSÄ M.» «.™ ... Saisers spielte sich gestern nachmittag eme vielbemerkte Episode ab. Der Kaiser kam auf einem Schimmel die isinden entlang, begleitet vom Generalmajor v Scholl und lintm Flügeladjutanten. Bor der Universität sah der t rrscher eine in Grau gekleidete Dame, die sich vor ihm irrneigte. Er erkannte sie sofort und die Menge war überrascht als der Kaiser die Dame zu sich heranwmkte und hr vom Pferde aus die Hand reichte. Es war Fräulein Lindner vom Königlichen Schauspielhause, der der Kaiser noch nachträglich zu ihrem Jubiläum gratulierte. • London, 27.März. DieKälte und die fürchterlichen Regengüsse rufen eine starke Krankheits- zunahme hervor. Blickensderfer Schreibmaschine. Weitaus bestes System! Höchste Auszeichnung: Chicago 1898. Goldene Medaille: Solingen 1896. Kein Farbband, direkte Färbung. Automatische Herstellung der Wort-Zwischenräume. 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März. 2)cr Deputation bildender Künstler der islcrreichischen Sezession, welche gegen die Stellungnahme der Inirersitätsprofessoren zu dem Gemälde Klimt's „Philo- iopfric" protestierte, antwortete der Kultusminister, der Streit sei verfrüht; erst nach der Aufstellung des BUdes in der Universität könne bie Diskussion eröffnet werden. Arbeiterbewegung. Berlin, 27. Mürz. Sämtliche Arbeitgeber der Tischler- brauche erklärten heule in ihrer außerordentlichen Generalversammlung den Streik als beendet und nahmen den Vorschlag des Einiguugs- amtes einstimmig an. Morgen wird der Betrieb überall wieder ausgenommen. In einer Resolution wurde erklärt, daß man gegen diejenigen Arbeiter, welche im Ausstand beharren, energische Maßregeln treffen werde, zumal auch der Holzarbeiteroerband, ebenso wie die Arbeitgeber, den Streik schon als beendet erklärt haben. Telegramme des »Gießener Anzeiger^. Mährisch Ostrau, 28 März. Infolge der Auflösung sämtlicher radikaler Arbeiter Vereine ist hier eine wesentliche Beruhigung eingetreten. Man glaubt, daß der Streik in den nächsten Tagen vollständig beigelegt werden wird. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Götzen vertreten durch He Ägtvt-n Q-t 1 Lo os und I. M- Schulhof. Bremen, 27. MiUz. [ßer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Helgoland, Kapitän W. Flanke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr abends wohlbehalten in Gaiveston angekommen. Ärmste MeÄAWkL. Depeschen deS Bureau «Herold*. Büdingen, 28. März. Der Vorsitzende der kürzlich gegründeten hiesigen Ortsgruppe deS deutschen Flottenvereins, Prinz Alfred zu Ysenburg, sandte aus Anlaß der Konstituierung an den Kaiser, den Großherzog und den Prinzen Heinrich von Preußen Huldigungs-Telegramme, welche alle drei Beantwortung fanden. Berlin, 28. März. Die Budget-Kommission des Reichstages gedenkt am Donnerstag dem 29. März die allgemeine Besprechung der Flotten-Vorlage zu schließen und sich sodann bis nach den Osterferien zu vertagen. Berlin, 28. März. Die Abreise des Abgeordneten Dr. Lieber soll dem „Lokal-Anzeiger" zufolge, wenn das Befinden gut bleibt und die Witterung es gestattet, am Donnerstag event. schon heute erfolgen. Berlin, 28. März. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus London erfährt „Globe", der Verkauf der dänischen Antillen an die Vereinigten Staaten sei ihatfächlich zum Abschluß gekommen. Berlin, 28. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Trieft: Graf und Gräfin Lonyay haben gestern Schloß Miramare endgültig verlassen. Sie bestiegen 5 Uhr 45 Minuten abends den Salonwagen des Triester Kourier- Zuges und trafen heute früh in Mailand ein, von wo sie die Reise nach Genua fortsetzen. Dort werden sie übernachten und fahren am nächsten Tage über Ventimiglia nach Nizza. Sodann wird in Cap Martin längerer Aufenthalt genommen. Berlin, 28. März. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Rom: In Neapel dauern die Studenten-De- monstrationen fort. Professor Sem mol a hielt vor 2000 Studenten eine Rede über die Einberufung der Konstituante. Die Führer der Linken beschlossen, der parlamentarischen Aktion eine umfassende Agitation im Lande hinzuzufügen. Berlin 28. März. In einem Telegramm aus B r ü s s e £ veröffentlicht der „Lok.-Anz." eine Unterredung mit Dr. L e y d s. Derselbe erklärte, er habe bei seinem lungsten Besuch in Vans, den Minister des Aeusieren Del c ässe e nicht gesehen, lieber die Bedeutung der bereits angekündigten Buren-Gesandt- schast befragt, sagte Dr. Leyds, er sei von der Ausgabe und dem Zweck dieser Sondermisston weder amtlich noch privatim unterrichtet worden. Sollten diese Herren mtt chm an der Herstellung des Friedens arbeiten, so wären sie ihm doppelt willkommen. Im übrigen ist Dr. Leyds mehr als ie ohne direkte Nachrichten über die Ereignisse in Südafrika. Brüssel, 28. ML z. Dr. Leyds wird heute nach Paris zarückkehren, wo er eine längere Unterredung mit dem Minister des Aeußeru Delcasss haben wird. Madrid, 28. März. Sämtliche liberalen Blatter fordern die Regierung auf, beider portugiesischen Regierung Einspruch zu erheben, gegen den Verkauf der portugiesischen Eisenbahnlinien an England. Loudon, 28. März. Aus B o k o h a m a wird vo>i gestern gemeldet: Ein russisches Geschwader ist in C h e m u l p o em- getroffen und wird sich nach Söul begeben. Dies wird daym gedeutet, d.aß Rußland von der chinesischen Regierung eine bedeutende Konzession zu erlangen beabsiclstige. Es handelt sich, wie verlautet, um die Abtretung des £>afcn5 Masampo, etwa 20 Meilen südlich von Chemulpo. Tie Ankunft des russischen Geschwaders ruft die größte Besorgnis hervor. Dublin, 28. März Die Mitglieder der nationalen irländischen Partei sind zu Ostern zu einem großen Kongress hierher einueladen, in welchem die Grundlage zu einer Liga der vereinigten Irländer gelegt werden soll. Melbo u rne , 28. Mörz. Hier ist ein bedauerlicher Zwischenfall vorgekommen, der ernste Folgen haben dürfte. Die Volksmenge entfernte vor einigen Tagen eine deutsche Fahne, welche sich an dem Hause eines deutschen Kaufmannes befand. Tie Menge glaubte, der Kaufmann sei ein Freund der Buren. Der deutsche'Konsul forderte von der australischen Regierung, einem ihrer höheren Beamten Befehl zu geben, die Fichne in Gegenwart der Würdenträger der Stadt wieder an ihre Stelle zu bringen Die Regierung sprach ihr Bedauern über den Vorfall aus, und versprach auch die Bestrafung der Schuldigen, erklärte aber den Wunsch des Konsuls als unausführbar. Ter deutsche Konsul hat die deutsche Reichskanzlei von dem Zwischenfall verständigt. Darmstadt, 28. Mäij, l Uhr 15 Min. nachmittags. (Telephon Meldung ) In der heutigen Beratung der Zweiten Kammer wurde der Gesetzentwurf, betreffend die Einführung einjähriger Budgetperioden, gegen die Stimme des Abg. Schröder angenommen. — Die Regierungsvorlage, betr. die Forderung von 70,000 Mk. für die evangel. Kirche, 35,000 Mk. für die kathol. Kirche und 600 Mk. für die freireligiöse Gemeinde in Offenbach zur Aufbesserung der Gehalte der Geistlichen wurde nach heftiger Debatte gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Abgeordneten Bölling und Gutfleisch angenommen. Die heute zusammengetretene 1. Kammer ist sämtlichen Be- schlüssen der 2. Kammer ohne erhebliche Debatte beigetreten und vertagte sich alsdann bis zum 18. April d. I. Xonfirmanden-Auzitye Markus Bauer, Kirchenplatz II. Bekanntmachung, betr.. Absperrung der Wasserleitung. Wegen Ausführung von Wafferlettungsarbeiten In der Frank- surterftrahe sind wir genötigt, nächsten DouuerStag de« IS. März, von morgens 6 bis 8 Uhr, die Wasserleitung in der töeven Aranüfurterstratze (jenseits der Mthekmstraße) vis zur Krrerrkltrrtk, in der Kosmaunstraße, der Ktinikstraße, der Kisse- kandstratze, der Krednerstraße, ans dem Mittelweg, sowie in der uhrstraße «ach der Arrenktinik avzusperren, was wir hiermit zur -jil Kenntnisnahme der betreffenden Anwohner bringen. Gießen, den 28. Mär- 1900. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. 1370 Otto Bergen. Isi'kKklllMlMll holWersteigerung. Montag den 2. April d. I. srd im hirfigen Gsmeindewald fol* Lides Holz versteigert: ^8 rm Nadel-Knüppel, hiervon sind 33 rm 3 und 4 m lang; 83 „ Nadel-Stöcke; MO Nadel-Wellen. Oie Zusammenkunft ist nachmittag» Z llhr beim Pflanzgarten. G-roßen-Linden, 24. März 1900. Bürgermeisterei Großen Linden. Leun. 2325 Versteigerung. DouuerStag deu 2S. März 8' IS., nachmittags 2 Uhr, ver- Vchere ich aus dcm Nachlaß des chiirn Georg Brömer, Liebig« ßrahe 63: 2379 Nue Partie Schwellen und alte Kippwageu, sonstige Hölzer, Aisau^und Geschirrteile, sowie eine Parti. Kartoffeln u. Stroh I. A. Schneider. in rill uiin cii Will. MMhaus. Freibank. 1960 Heute und morgen: Gchftssttislh 54 stsg. Kalbsteil- 45 Plg. Schellfische Kabeljau in la. feinster, blutfrischer Ware soeben eingetroffen bei 528 A. & G. Wallenfels. Markt 21. — Fernspreck-Nr. 46. Backsteine, Feldbraud, Prima Qualität. Nahe und gute Abfahrt. Auch können solche an die Baustelle geliefert werden. 2363 Andreas Euler. Nistkästen für Stare, Meisen, Rotschwänzchen sind billig zu haben. 0789 Asterweg 9, Hinterhaus links. Krieger Denkmal! Die Mitglieder der Gesangvereine, welche sich an der Enthüllungsfeier dee Kriegerdenkaials akiiv beteiligen, werden zu einer Arobe auf Kreilag dm 30. d. 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Rödgen, den 28. Mürz 1900. Mehrere Nachbarn., Berente erfuhrt y. *•«<<**■ — «n» R r ü > [’fat? n nntxdNM-RuA- cek sBirtsch Erbe») b Gießcu. Die heutige Yummer umfaßt 12 Sette». Todes-Anzeige. Heute vormittag 12 Uhr verschied nach kurzem Leiden unsere liebe, gute Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante frei Marie Euler, geb. Pimper, im Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Euler. 01241] Ein möbliertes Zimmer per 1. April, sowie ein unmöbliertes Zimmer sofort zu vermieten. Asterweg 12 HI. 01228] Zwei lneinandergeyende schön möblierte Zimmer zu vermieten. Kudwigsptah 4 III. Für ein Kolonialwarengeschäft wird für Ostern ein Lehrling *^06 mit schöner Handschrift gesucht. Selbstgeschriebene Offerten zu richten unter Nr. 2383 an die Expedition d. Bl. 2373] Ein braver, ordentlicher Junge bei freier Station els Kellner-Lehrling für Ende April gesucht. BahnhofS-Restauration Gießen. 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