Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Alle Anzrigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eulge-m. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., au-wLr^S 20 Pfg. RiMHn, Expedition und Druckerei: Fch»tßr«te Ar. 7. weg 20. sie» Steife«, olle * Damen« Troße 90 4 130 "1507 215 Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde.__________________ Liczugspreis Ditrteljährl. Ml. 2LO monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn r durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9« monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. !■■»>*« »»» Anzeigen zu der nachmittags für den pltzmde»L»ß erscheinenden Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. »destellungen spätesten- abends vorher. Adresse für Depeschen: Anzeiger chi«-««. Fernsprecher Nr. 51. Erstes Matt Mittwoch den 28 November ISO. Jahrgang iWOO te Gothaer, $en in Getto, MW-, MMM, kei, Fhee, Vanille, Punsch-Essenzen, hd weine senheim, goldene HedMÜe. Conserven, e n und feinen Quill Telegramme deS Gießener Anzeiger-. London, 27. November. „Morning Post" berichtet aus Paris, daß von den Vertretern der Mächte die Zirkular note Delc asses an g en o mm en wurde. Außerdem wurden noch zwei Punkte angenommen betreffend Errichtung eines Denkmals für Ketteler und die Entschädigungsfrage. Diese letztere Klausel sei seitens Englands und Italiens vorgeschlagen worden. Washington, 27. November. Wie man sich nt politischen Kreisen erzählt, besteht zwischen dem Präsidenten Mac Kinley und dem Gesandten Conger eine ernste Meinungsverschiedenheit. Es ist leicht möglich, daß Conger demnächst von seinem Posten abberufen werden wird. Auf alle Fälle wird Conger demnächst für einige Zeit nach Washington komm'en, um mit Hay über die China-Frage zu beraten. _ (Bekanntlich ist Conger für die Ergreifting strenger Maßregeln, während die amerikanische Regierung eine versöhnliche Haltung beobachtet. D. Red.) Peking, 27. November. Wie verlautet, haben die Gesandten die von China zu verlangende Entschädigung auf 1350 Millionen Francs festgesetzt. Dieser Betrag soll von den europäischen Mächten vorgestreckt werden, die dafür die Finanzkontrolle in China übernehmen. _ ,. Peking, 27. November. Bei dem Kampf um die P e i t a n g - F o r t s ist auch deutsche Artillerie in ganz hervorragender Weise thätig gewesen. Es war die erste schwere Feldhaubitzen-Batterie unter dem Kommando des Hauptmanns K r e m k o w. Diese vor nicht allzulanger Zeit nach der Art der Feldartillerie organisierte Fuß- Artillerie hat bei diesem Kampfe ihre Feuertaufe erhalten und den Sturm-Kolonnen der Verbündeten dadurch den Weg gebahnt, daß sie in kürzester Zeit die Geschütze der Forts zum Schweigen brachte. Shanghai, 27. November. Was über die Unterredung zwischen Dr. Knappe und Liukunyi bekannt geworden ist, hat hier weder unter den Europäern noch unter den Chinesen einen guten Eindruck gemacht. Es herrscht Unzufriedenheit. Niemand tadelt Knappe und selbst englische Offiziere geben zu, daß England die gefährliche Lage im Y a n g t s e - T h a l e verschärft. Der Rückzug der Waldersee'schen Truppen in die Winterquartiere verbessert die Lage nicht, auch nicht die augenscheinliche Bereitwilligkeit des deutschen Kaisers, die mit Kwangsü unterzeichneten Telegramme in Erwägung zu ziehen. Auf dem hiesigen i Telegraphenamte sollen Durchstecher eien entdeckt worden sein, weshalb der Taotai Scheng angewiesen wurde, Suchow zum Zentrum für alle Depeschen zu machen. erprob! 2« isser tor "W _ Sonnenstich 2 Id W tchrgl. - W ---- Mehmer Anzeiger Heneral-AnZeiger Deutsches Mch- _ Berlin, 26. November. Der Kaiser begab sich, begleitet von Prinz Heinrich, heute vormittag in Kiel unter dem Salut der Flotte an Bord des Kaiser Wilhelm II. zum Bahnhofe und reiste um 10 Uhr ab, traf um 4.25 Uhr aus Station Wildpark ein und nahm auf der Fahrt den Vortrag Bülows entgegen. ob es thatsächlich eine ganz besondere China-Politik verfolge. Hoffen wir, daß die,es nicht der Fall ist und uns schon die nächste Zeit von dem Gegenteil überzeugen möge. Das Yorksche Korps hat, ohne erhMichssN Widerstand zu finden, am 18. November glücklich^ algan erreicht und besetzt. 3000 reguläre chinesische Truppen und Boxer sind in der Richtung auf die Provinz Schansi geflohen. Ein Bataillon regulärer chinesischer Truppen wurde in Kalgan entwaffnet- Die nach Quhsitschwang detachierte deutsche Truppenabteilung ist nach Zerstörung der Stadt ohne Verluste von dort zurückgekehrt. Die Witterung beginnt bereits e m p f i n d l i ch k a l t zu werden. Ein Brief des Kaisers an den Vizekönig Li-Hung- Tschang ist abgefangen worden. Es verlautet jedoch nichts über den Inhalt desselben. Ohm Krüger. Paris, 26. November. Präsident Krüger fuhr heute in Begleitung von Dr. Leyds und einigen Herren seines Gefolges nach dem Ausstellungsplatz. Dort besichtigte er den Eiffelturm und begab sich darauf in den Transvaal-Pavillon, wo er von Transvaalern, die sich gegenwärtig hier aufhalten empfangen wurde. Nach seiner Rückkehr empfing ftrüqer im Hotel Scribe eine aus hervorragenden Persönlichkeiten bestehende Abordnung der litterarr- schen politischen und wissenschaftlichen Welt, darunter Prof. Monod, Senator Trarieu^, Ana- tole France Prof. Havet und Frederic Passy. Monod hielt eine Ansprache, in der er sagte, daß er und seine Freunde um so größere Sympathien für das Burenvolk empfinden, als sie selbst Ungerechtigkeiten erduldet und für das Recht gekämpft hätten. Krüger erwiderte, daß er über diesen Sympathiebeweis besonders glücklich sei, da er von Männern komme, die sich zur Verteidigung des Rechts und der Freiheit zusammengethan hätten. Die Pariser Studenten werden eine Deputation an Krüger zur Ueberrreichung eines Blumenbouquettes entsenden und werden die Deputation bis zum Hotel des Scribe begleiten. — Krüger empfing heute auch Rochefort, WM Amtlicher Heil. I Bekanntmachung. Mittwoch den 28. d. Mts., vormittags 11 Uhr, wird I auf unserer Wachstube, Weidengasse Nr. 5, eine zugelaufene I Foxl errier-Hündin öffentlich und meistbietend versteigert! Hetzen. Gießen, den 27. November 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ___________Hechler. I Der Krieg in China. Die China-Debatten im Plenum des deutschen Reichs- I tages sind beendet, und auch die Budgetkommission, die I diese Debatten sortzusetzen berufen ist, hat sich bis zum I 4. Tumber vertagt. Man kann deshalb wieder in Ruhe I den Verhandlungen der diplomatischen Vertreter in I Psk in g folgen. Am letzten Samstag haben sich wider I stwarten die Gesandten über die vorbehaltenen I fünfte der China vorzuschlagenden Friedens-Prä- I »mimarien geeinigt. Sie haben sich mit der Frage I der Künftigen Grenze des Gebietes der Gesandtschaften in I Peking besaßt und beschlossen, einen eine Meile langen I Üerrainstreisen zwischen den Mauern der tartarischeu und I den Mauern der kaiserlichen Stadt zu verlangen. Die I Kesamdteu haben sodann über den Wortlaut der an China I zu 1 ichtenden Note beraten. Der preuß. Gesandte v. Giers 1 bch«rrte auf seiner Weigerung, sich mit der als Garantie I zu verlangenden Entschädigung einverstanden zu erklären. I Die Vertreter Englands und Dcutschlan*frs lehnten I t? ihrerseits ab. sich Rußland anzuschließen, I icbor sie Instruktionen von ihren Regierungen erhalten I hatten. Schließlich gelangte ein Kompromiß-'Vor-I schlag zur Annahme. Die Gesandten haben ihren Re- I zicrungen eine Abschrift der Noto zugesandt und zugleich I bic chinesischen Kommissäre von der erzielten Verstau- I big un g in Betreff des zukünftigen Gebietes der Ge- I attvtschaften benachrichtigt. Der Beschluß bezüglich dieses tzebretes ist vorbehaltlich des Einverständnisses der Militärischen Befehlshaber gefaßt worden. Letztere haben zu entscheiden, ob das gewählte Terrain leick)t verteidigt Moden Fann. Andernfalls wird diese Forderung rno- Liiiziert werden. , c Die augenblickliche diplomatische und Militärische Loge in China ist also durchaus nicht ungünstig. Das Ergebnis der Verhandlungen soll zunächst der Genehmig- mg der Mächte unterbreitet werden, bevor es in Gestalt «iuer gemeinsamen Note, die" den Charakter ,bei" Un- »uderru flichkeit haben muß, der chinesischen Re- girrung zur Annahme vorgelegt wird. Deutschland |at sich bis auf weiteres durch das Abkommen über Li? an China zu richtende „unwiderrufliche Entscheidung" str gebunden erachtet. Seine besonderen Wünsche hat Amerika in der | bereits von uns erwähnten Note geäußert. Diese Note । Gehandelt hauptsächlich die Frage der von China zu verlangenden Entschädigung. In der Note ist gesagt, daß, Nun die Mächte diese beiden Fragen nicht in einer Weise lösen, daß China auf die gestellten Forderungen «in gehen kann, die Verhandlungen ergebnislos bleiben Mr den und die Lage sich noch weiter verwickeln üiirb. Die Note schlägt den Mächten einen Meinungsaustausch vor, um sich über die Entschädigung zu ver- siindigen, welche npcht so hoch bemessen werden darf, baß sie die Mittel Chinas übersteigt. Der „New-York Heralb" veröffentlicht ein Interview ücs deutschen Botschafters von Holleben. Der Botschafter soll erklärt haben, daß Deutschland ebenso sehr wie ite Vereinigten Staaten gegen eine Zer- stü ckelung Chinas ist und den von Amerika gemachten Anstrengungen, um den Status quo wieder her- Psbellen, das Prinzip der Gleichheit aller Nationen in fictreff der Handelsprivilegien aufrecht zu erhalten, sym- itotlüsch gegenüberstehe. Eine weniger erfreuliche Nachricht kommt aus Llianghai, in der gesagt wird, daß die kürzlich in Umlauf wefenen Meldungen, wonach Rußland sich jetzt feigere, die chinesische Nordbahn auszuliefern, sich zu bestätigen scheinen. Wenn man be- liL ichtiat, daß England in dieser Fra§e unmöglich nach-- fcuaiz ohne dem britischen Prestige einen schweren Cc^Iag zu versetzen, muß man bw derartiges Verhalten Nußlands - falls die Nachricht sich at§ wahr erweisen svllle — lebhaft bedauern. Wenn auch em blonderes l!iii.oernehmen zwischen Rußland und China nicht an^u- nehmen ist. so hat Rußland doch schon durch die Zunick- ziehpng der Truppen aus Petschili die besondere Aich- mmksamkeit auf sich gelenkt. Sollte es sich jetzt thatjach- lich« weigern, die chinesische Nordbcchn auszuliefern, jo toirrb es dadurch kaum den schein vermeiden können, als M •Li» empfobl«/W j wir kant shen. unn weleel. Str. 279 ^scheint täglich nt AuSmahllit txS Montag». Die «irßkner ,e*trte»er6tter wiUn dem Anzeiger -Mchstl mit „Hess. liRlmtrl* x. ^Blätter ßk hSchluß der Wirtschaften während des Sonntagsvormittags bis nach Beendigung des Hauptgottesanzuordnen. Schon mehrere Gemeinden haben davon Gebrauch gemacht. Nichte man auch außerhalb Badens auf solck>e Verordungen hinarbeiten! Ausland. Loudon, 26. November. Ans Johannesburg wird gemeldet, daß General Botha 20 Meilen vor Der Stadt aufgetaucht ist. London, 26. November. „Daily Mail" meldet, sie habe besonders guten Grund, zu versichern, daß die Nachricht von einer angeblichen Abmachung zwischen Deutschland und dem Kongostaat, betr. Berichtigung der beiderseitigen Grenze in Ostafrika, ganz unrichtig ist. Deutschland habe keineswegs Belgien für die Abtretung afrikanischen Gebietes durch da« Versprechen entschädigt, zur Begründung einer belgischen Niederla^nng in Tientsin oder sonstwo in China behilflich zu sein, vielmehr sei seit Monaten nichts zur en^giltigen Regelung der strittigen Grenze bei Kiwusee geschehen. Dies bedeute aber keine Widerlegung der Thatsache, daß Belgien lebhaft bestrebt sei, eine Niederlassung in China zu erlangen und Rußlands Hnterstützuug in dieser Richtung hat. — Das Auswärtige Amt bestätigt die Nachricht von dem Aufstande der Ogaden und Somalis in Südostafrika. Unterkommifsar Jenner wurde am 19. November verräterischer Weise von den Somalis ermordet, die nachts das Lager besuchten, indem sie freundschaftliche Gesinnung vorgaben, dann aber die Abteilung angriffen. Paris, 26. November. Die Kammer trat in die Beratung des Kolonial et ats ein. d'EstournelleS wies auf die Gefahr der übertriebenen kolonialen Expansion hin; UrSleur besprach die Finanzverwaltung )er Kolonieen und führte Klage, daß zu viele unproduktive Ausgaben gemacht werden. — Der „Malin" fordert die französischen Frauen auf, nationale Sammlungen einzuleiten, um der Königin Wilhelmiua ein Hochzeitsgeschenk zu widmen als Zeichen des DankeS dafür, daß sie Krüger Hilfe leistete, indem sie ihm die „Gelderland" zur Verfügung stellte. Rom, 26. November. Auf die Interpellation, betr. die Ermordung des Königs Humbert erklärte in der Kammer der Ministerpräsident Saracco, es sei unrichtig, daß im Ministerium deS Aeußeren irgend welche Mitteilungen vorgelegen haben, worin die demnächstige Ermordung des Königs angekündigt sei. Unglücklicherweise hätten die Maßregeln sich als nicht genügend erwiesen, weil die betreffenden Beamten ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. (Anhaltende Zwischenrufe.) Besonders der mit der Ueberwachung der Person des Königs betraute Beamte entfernte sich kurz vor der Ermordung vom Wagen des Königs. (Zurufe,) Gegen diese Beamten werde disziplinarisch vorgegangen und sie würden gebührender Weise bestraft werden. Der Ministerpräsident erklärt, er erkenne an, daß der öffentliche Sicherheitsdienst nicht auf der Höhe stehe, die Regierung sei damit beschäftigt, die nötigen Reformen einzuführen. Der Ministerpräsident erinnert an bic in Rom abgehaltene Konferenz gegen die A n a r ch i st e n, Ire keinerlei praktisches Ergebnis gezeitigt habe. Dre Regierung habe einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der anarchistischen Propaganda vorbereitet, gebe sich aber keiner Täuschung hin, als ob durch die Maßnahmen des Gesetzentwurfes dem Anarchismus beizukommen wäre. Mit Bezug auf die von den Sozialisten eingebrachte Interpellation erklärte der Ministerpräsident, die Regierung habe die durch die Gesetze gezogenen Schranken nicht überschritten, da er überzeugt sei, daß die Politik niemals die Gerechtigkeit beeinträchtigen dürfe. (Beifall.) — Die Kammer hat die Abstimmung über die gestellten Tadelsanträge verschoben. Zürich, 26. November. Bei den Industriellen und Gewerbetreibenden herrscht große Verstimmung gegen den Bundesrat wegen beffen Verhalten bei der Verstaatlichungsfrage der Eisenbahnen. Sie beabsichtigen, die Initiative zu einer Volksabstimmung behufs Aufhebung des Rückkaufsgesetzes einzuleiten. Sie rechnen auf 50 000 Unterschriften, was den Fall des Gesetzes zur Folge hätte. Budapest, 27. November. Der Unterrichtsminister hat heute wegen konfessioneller Reibungen und wegen der jetzt unter den Studenten besonders häufig vorkommenden Duelle den Universitäts klub sistiert. Livadia, 26. November. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag gut; er schlief ein wenig und war in Schweiß. 3 Uhr nachmittags betrug die Temperatur 37.4, der Puls 76, um 9 Uhr abends 37.5 bezw. 72. Nachts schlief der Kaiser gut und hatte reichlichen Schweiß. Morgens war das Befinden sehr befriedigend. Heute früh um 9 Uhr betrug die Temperatur 35.6, Puls 70. Bei gutem allgemeinen Verlauf der Krankheit ist eine deutliche Besserung zu beobachten.__________________________________________________ Der „Harm!osen -Prozeß. Heute gelangte eine Reihe von Briefen zur Verlesung, die der Angeklagte v. Kayser an den Zeugen Lindemann gerichtet hat, und den er wegen einer Spielschuld von 300 Mk. um Nachsicht bittet. ES folgt die Vernehmung des Zeugen Lindemann fern, der schildert, wie unangenehm er überrascht worden sei, als er durch den Brief des Angeklagten v. Kayser von der Spielschuld seines Sohnes erfahren habe. Gras von und zu Eglofs - stein wird nunmehr aus der Gefangenenanstalt Plötzensee vorgeführt. Ec sagt aus, daß er sich an der Organisation des geschlossenen Klubs beteiligt hatte. Herr Wolff sei als Mitglied vom Angeklagten v. Kröcher vorgeschlagen worden. Der Zeuge bekundet weiter, daß er bald wieder aus dem Klub auSgeschieden sei. Angaben, wie viel er im ganzen dem Spiele geopfert habe, könne er nicht machen. An dem Angeklagten Wolff sei ihm nie etwas ausgefallen; er habe sich stets als ein Mann von guter Erziehung benommen. Es kommt nun zu einem kleinen Intermezzo. Der Zeuge erwähnt, daß er, als er noch Mitglied des Klubs war, den Wunsch geäußert habe, daß außer Dr. Kornblum auch Assessor v. M. austreten möchte. Der Letztere tritt vor und giebt die Ursache an, weshalb es zu einer Verstimmung zwischen dem Zeugen und ihm gekommen sei. Der Zeuge habe zu seinem, des Assessors v. M., Nachteil eine unlautere Geschäftspraxis mit Hilfe des Herrn v. Krieg Sh ei m augewendet. Deshalb habe er ihm den Standpunkt klar gemacht und ihn des Betruges bezichtigt. Es werden dann mehrere Zeugen vernommen, die ihre Wahrnehmungen betreffs des gemeinschaftlichen Bankhalters der Angeklagten mitteilen sollen. Die Zeugen haben den Eindruck gewonnen, daß die Angeklagten durch Einschüsse in die Bank auch gemeinschaftlich an dem Gewinn beteiligt waren. Einer der Zeugen hat im Klub der Harmlosen 15 bis 20 000 Mk. verloren. Zeuge: kann nicht an- geben, in welche Tasche diese Summe geflossen ist. Mehrere andere Zeugen sagen aus, daß der Angeklagte v. Schacht- meyer sehr „klein" gespielt habe. Durch Vernehmung der Frau Zahn, die im Hause, in dem v. Kröcher wohnte, Schließerdienste verrichtete, wird festgeftellt, daß die Angeklagte Wolff bei v. Kröcher etwa 10 bis 12 Besuche abgestattet hat. Zeuge Fuhrherr Schack kennt den Angeklagten von Schachtmeyer seit drei Jahren. — Nbtt» Btö* Georg § finb -Wltn »du । v. Schachtmeyer ist auf den Vorschlag des Zeugen ® schäftsteckhaber geworden und hat bei dem im Mai Itzc. stattgefundenen Konkurs verschiedene tausend Mark Verlöre; Es folgt die Vernehmung der Zeugin Ulrich, der Geliebte v. Schachtmeyers. Dieselbe war früher Kellnerin und von dem Angeklagten außer der Kleidung etwa 100 gj£ monatlich erhalten. Als sie mit dem Angeklagten zusannn^ gezogen sei, habe sie 150 Mk. Wirtschaftsgeld mouatlsi bekommen. Zugeben müsse sie, daß sie manche kostspieligen Vergnügungen mitgemacht habe. In der Wohuu^ v. Schachtmeyers sei manchmal Roulette gespielt tootbtr eS hätten sich daran v. Schachtmeyer, v. Kröcher ur? v. Kayser beteiligt. — Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt. Aus be ^eken 171.43 34 9a , u pichen Te •l„ Annieldu unt-Vichn Ue Htl Gießen, 27. November 1900. ** Die Grotzh. Bestätigung unseres Bürg» Meisters Mecum ist, wie wir hören, soeben erfolgt. •* Tagesordnung sür die Sitzung der Stadtverorduetrs Versammlung am Donnerstag den 29. November IM, nachmittags Zl/z Uhr: 1. Baugesuch des Heinrich für den Nahrungsberg. 2. Gesuch des H. Hettler, fr. Wässerung seiner Hosraite nach dem Schoorgraben. 3. 8:. gesuch des Jakob Happel für die Rodheimerstraße. 4. z such des H. W. Rinn von Heuchelheim um Erlaubnis Belassung eines BacksteinmacherhäuSchenS im Neustädterfci 5. Baugesuch des August Scheppelmann für den Grohn Steinweg. 6. Ankauf der Plank'schen Hofraite an btt Marburgerstraße; hier: Gesuch der Omnibus-GesellW um Erlaubnis zur Ausstellung einer Wagenhalle. 7. gesuch des Gustav Kreuder für die Neustadt; hier: Avtzck der Baufluchtlinie. 8. Desgl. des Wirts L. Jochem st die Pulvermühle; hier: Geländeerwerb. 9. Gesuch deS Prll Klein von Düsseldorf um Erlaubnis zur Errichtung ir 6—8 Trinkhallen auf städtischen Plätzen. 10. Erhöhung städtischer Trottoirs; hier: Rechnung des Konrad fRübfamri über Asphaltherstellung. 11. Gewährung freier Lehrmitl!' an den Volksschulen; hier: Anschaffung eines Schranks zr Aufbewahrung derselben. 12. Das Verdingungswest 13. Baugesuch des Karl HaaS V. für die Frankfurterstrch hier: Ankauf der früher Güngerich'schen Hofraite. 14. Fest setzung der Gratifikation an städtische Tagelohn'Arbeitn 14 a. Die Vergebung der Tonnenabfuhr. 15. Gewähre von Witwen- und Waisengeld an die Hinterbliebenen des verstorbenen Gaswerksarbeiters Konrad Will zu Sieben 16. Gesuch des Zweigvereins vom Roten Kreuz unb dr» । Alice-Frauenvereins für Krankenpflege um Ueberlossuntz ! Zeichensaales der höheren Mädchenschule zur Spaltung ; von Vorträgen. 17. Ankauf der Löwenstem'scheu Hoft-iil-, ; hier: Vermietung von Räumen in derselben. 18. Gesuch um Gewährung eines Beitrags zur Errichtung eines deutscher. Schriftsteller-HeimS in Jena. 19. Gesuch deS Vereins „deutsche Gewerbeschule in Hohenstadt" um Bewilligung einer Beihilfe. 20. Die diesjährige Volkszählung; hier: Bewilligung von Vergütung für die Zähler. 21. Die Diäten der Mitglieder der örtlichen Einschätzung- Kommission. 22. Die Ausführung der Novelle zur Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900; hier: Achtuhr-Ladenschluß. 23. Die Ausleihung von Kapitalien auS der Löber'schen Stiftung. 24. Die Rechnung der Armenkasse Gießen für 1898/99; hier: Revisionsbemerkung 11 zu derselben. 25. Gesuch b-s Karl Loth um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hau: Schanzenstraße Nr. 18. * ♦ Personaluachrichteu. Der Kammerjunker, OberfiW Assessor Hermann Frhr. Schenck zu Schweinsberguu» der Kammerjunker und Ministerialsekretär Adalbert Frühen von Starck wurden zu Kammerherren ernannt. * • Gastspiel Büller. Der hier von seinen frühem Gastspielen her bekannte Künstler tritt hier diesmal zuerst am Donnerstag als „Landowsky" in „Circus- lenke" auf. — Wir lesen in einem Magdeburger Blatte: Dieser Clown Landowsky in den „Cirkusleuten" ist eine Pr°ü Büllerscher Darstellungsknnst geworden, die sich dem besten anreiht, roai er geschaffen. Die ganze Art, in der Büller diesen CirkuL-Mensch-n herausgearbeitet hat, ist einfach meisterhaft. Während diese Rolle str gewöhnlich im Jargon des Berliner dummen August heruntergeoMt wird, stellt er eine Berühmtheit der Artistenwelt auf die Bühne, vrr man im Aeußern, in Bewegung, in Sprache und Gewohnheiten die langjährige internationale Schulung auf den ersten Blick ansieht, und die eine derartige innere und äußere Naturwahrheit, ja Naturnotwendigkeit besitzt, daß man immer aufs neue staunen muß. In der Clownsmaoke und mit dem so eigenartigen fremdländischen Accent der Sprache war Büller kaum wiederzuerkennen. Und mit welcher Tiefe und Wahrhasi'g- keit der Empfindung wußte er im letzten Akt die Tragik dieses ganzen Menschenlebens zu eindrucksvollstem Ausdruck zu bringenI Büller in ein ganzer Künstler, ein echter, großer Meister in der Wiedergare menschlichen Leids und menschlicher Freude — das hat er un- nnl seinem Clown Landowsky wieder in hervorragender Weise bewiesen. ♦ * Der Kriegerverein feierte den Geburtstag üts Großherzoglichen Paares durch einen gemWcn Familienabend. Den musikalischen Teil hatten Müß»^ des Vereins und ein Gast unter Leitung deS KamerM Philipp Schäfer Übernommen. Amtsrichter Wiener, der Vorsitzende deS Vereins, gedachte in beredten Worten dc hohen Paares und ließ seine Worte in ein dreifach- Hurra für das hohe Paar und den Kaiser ausklingen. ' Telegramm an Se. König!. Hoheit wurde abgesandt. Lehre Kling schilderte in begeisterten Worten die Thaten vc Hessenfursten, vor allem Philipps des Großmütigen. Ehrenvorsitzende des Vereins, Postsekretär i. P. Mayer, brachte ein Hurra den Frauen. Kamerad Kling drach ein Hoch dem deutschen Vaterland. Der Ehrenvorsitzen gedachte seines lieben KriegervereinS, als dessen Schopi und Vater er sich betrachten könne, und wenn er einm ein ernstes Wort spräche, so sei das die Sorge des *>ate um sein Kind. Er wünsche, daß der Berem, an dem Festtage den Eindruck einer großen Famme mach' noch oft solche' schönen, gemütlichen Familienabende fei - möchte. Diesen Worten schloß sich der Vorsitzende soi- an, indem er der Liebe und Verehrung des Vereins 1 : ilkkorW jutunft ton W ■is’JsJ wirt. 8id Mnic« W' ■ ,chlilß!°i Mt| dir ösienMV» 3n den Sch-W stechenden ÄiV kirche wurde gl ditzl und Te I tun Saoiitag I Ittin Dom Po« Der AciegerveV amö im Süiil lichen AHM zu Erbachs Prinzessin Z cssenbach, Z'chuß verhand -Landarmenv : verband Ossenb : ans Rückersatz I brbürsüg ans ' My r, gebürt 1 sowie sür tügsi Vietzen. Der hake etwa« ar Wochen wchn Da Meyer i Mnisteriuin aus Groß Bu überwiesen »o Meyer s. Z.! bamit in Arc OMlittmister Darnach wand, Heimatrecht in dadurch wurde v Ossrnbach Christian Mi a-ls hem Ast übtrroiejen toi .^toeift. ßit[ i in Betracht, fo ^ünbatmenüerbt nnfi|ter Beamten, ^kr StaalSangeh "oi Offenbach N beide Berbä Wn zu trage 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 3i/a O/o Reichsanleihe . . 95.10 do 3% Anl, Bochum 25.35 6973 27 7700 27 27 27 7709 7723 bei 7710 7721 S. Heichelheim. 7703 Kreditaktien . . . . Diskonto-Kommandit . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Garantie Zurücknahme. 94.90 Oesterr. ätaatsbahn 42.10 Gotthardbabn 24.60 Laurahütte . . Flur Flur Flur Flur B‘/,% 4%, 4 % 4 Io 3* i °/o 3,/a O/o Hof- Bau- Hof- 87.— 95.1t 86.60 92.90 Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900 8. > 9-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk b. 1905 . 207.80 . 178.40 . 132.90 . 147.40 . 1 0.80 . 141.90 . 146.— . 207.50 . 189 — . 181 50 . . 75.70i Harpener . Tendenz: fest. 75.50 M. 75.50 „ 72.50 „ 99 50 » 90.60 „ 86 20 » 89.20 „ 89 20 „ 81.20 „ 81.30 „ verband überhaupt übernahmepflichtig sei. Er stehe auf dem Standpunkt, daß Christian Meyer sein Heimatrecht in Darmstadt durch den Ueberzug nach Ostenbach nicht verloren hatte, sonach Darmstadt zum Ersatz der Kosten verpflichtet sei. Die Desertion des Christian Meyer stellte sich als Auswanderung dar, somit habe Meyer die Staatsangehörigkeit in Hessen verloren. Der Provinzialausschuß möge die Klage des Landarmenverbandes Gießen deshalb als unbegründet abweisen. Der Provinzialausschuß erkannte, daß der Landarmenverband Offenbach verpflichtet ist, die sämtlichen für die Verpflegung des Joh. Meyer entstandenen Kosten zu tragen, unter Verurteilung in die Kosten. -cf. Worms, 26. November. Der Großherzog traf heute morgen 8.40 mit Extrazug auf Station Rosengarten ein und begab sich von da im Wagen nach Herrnsheim, um, einer Einladung des Frhrn. Heyl zu Herrnsheim folgend, an der Treibjagd in Abenheim-Osthofen teilzunehmen. Abends 9 Uhr kehrte der Großherzog nach Darmstadt zurück. Se. Kgl. Hoheit wird nun wieder am 30. November zur Eröffnung der Eisenbahnbrücke hier erwartet. VIllingen, den 26. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Villingen. Koch. 6 £ garten daselbst, Nr. 162a8/ip — 517 qm Taue daselbst, Nr. 166f«/io — 361 qm platz am Brennofen, Nonnenroth, den 26. November 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Nonnrnroth. Jacob. Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar. Geißler. Groß herzoglich-- Büraerm^.uerei Gießen. I. V.: Wolff. raite am kleinen Steinweg links, Nr. 18 1 66/100 — 170 qm Wohnbaus daselbst, Nr. 18188/iO) — 321 qm Grab. Gießen, den 26. November 1900, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Wolff. Mittwoch dku 9. Januar 1901, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Wilhelm Steinbach in Gießen Treffe morgen, Mittwoch, zum Markt ans Oswalds Garten mit einem Waggon Frankfurter Kochgeschirr ein und verkaufe Stück für Stück zu 20 Pfg. 7706 Martin Schwab. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felfing Eheleute zu ließen sind die diesjährigen Zinsen, und zwar: 171.43 Mk. an zehn in Gießen geborene, würdige Arme und 34,29 Mk. an fünf würdige Witwen Bekanntmachnng. Der Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben unserer Gemeinde für das Etatsjahr 1901/1902 nebst Beilagen und Beratungsprotokoll liegt zur Einsicht aller Jntereffenten acht Tage auf dem Bureau des unterzeichneten 1. Vorsteher- offen. Gießen, den 27. November 1900. Der Vorstand der ifrael. Religionsgemeinde Gießen. B taunlmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ronnenroth für das Jahr 1901/1902 liegt vom 29. November d. I. au acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Beteiligten offen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für dar Jahr 1WH/1902 liegt vom 29. November 1900 an acht Tage lang auf dem »ür«ermeisterei-Büreau zur Einsicht der Jntereffenten offen. Lollar, den 26. November 1900. Neueste Meldungen. Berlin, 27. November. Der englische Oberst Ever ett ist als Bevollmächtigter seiner Regierung hier eingetroffen, und verhandelt mit dem Kolonialamt über eine genauere Festsetzung der Grenze zwischen dem deutschen und dem englischen Teile von Togoland. Loudon, 27. November. Gutem Vernehmen zufolge beabsichtigt der neue Kriegsminister Brodrick die Errichtung eines neuen Zeughauses in Manchester, da es im Falle eines Krieges mit einer der Großmächte, dieser sehr wohl gelingen könnte, durch einen kühnen Handstreich sich des einzigen Arsenals in Woolwich zu bemächtigen. Die Folge davon wäre, daß die englische Armee plötzlich von jeder MunitionS Zufuhr abgeschnitten wäre. Bekanntmachnng. Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Kommerzien- «t Georg Karl Gail und aus der Stiftung eines Ungenannten find für das Jahr 1901 an drei bedürftige, dahier wohnende Zrmilien oder alleinstehende Personen Unterstützungen von je 300 Mark 8» vergeben. Bewerbungen haben bis zum 15. Dezember 1900 auf dem Armen« amt, Zimmer Nr. 2, zu geschehen. Gießen, den 26. November 1900. Universität und Hochschule. — Der in Heidelberg verstorbene ordentliche Professor für Landwirtschaft Hosrat Dr Adolf Stengel war geboren 1828 in Darkehmon (Ostpreußen) Er studierte auf den Universitäten Greifswald und Bonn uno der landwirtschaftlichen Akademie Eedena, wurde Dozent an den landwirtschaftlichen Akademien Poppelsdorf und Probkau, Prof, in Tharandt und am Polytechnikum in Karlsruhe und seit 1879 ordentlicher Professor in Heidelberg. Er war für das laufende Jahr zum Prorektor der Universität gewählt worden, hatte aber aus Gesundheitsrücksichten dieses Ehrenamt abgelehnt. — Der bekannte protestantische theologische Professor B e y s ch l a g ist am 25. ds. Mts. nach längerem Leiden im Alter von 78 Jahren in Halle gestorben. Willibald Beyschlag war am 7. September 1823 in Frankfurt a. M. geboren, wurde Hilfsprediger in Trier, 1857 Hofprediger in Karlsruhe und ging als ordentlicher Professor 1860 nach Halle. Noch während er 1864 an der Protestbewegung gegen Schenkel sich beteiligte, wurde seine eigene Rechtgläubigkeit angegriffen infolge eines Vortrages, den er auf dem Kirchentage zu Altenburg über die Frage hielt: Welchen Gewinn hatte die evangelische Kirche aus den neuesten Verhandlungen über das Leben Jesu zu ziehen? Außer zahlreichen Vorträgen veröffentlichte er viele namhafte Flugschriften kirchen- politischen Inhalts und Predigten. Erwähnt sei: „Der Altkatholiztsmus" und „Das Leben Jesu". Auf den preußischen Generalsynoden von 1875 bis 1891 war er der. beredte Führer der sogen. Mittelpartei. Im Jn- tereffe derselben Richtung gab Beyschlag seit 1876 die „Deutsch-Evangelischen Blätter" heraus. Tekphonischer Kursbericht Frankfurt, den 27. November. |j gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. k. Mts. auf dem Bureau unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 3 — zu erfolgen. stinen Ehrenvorsitzenden Ausdruck verlieh und den Wunsch klSdrückte, daß es dem Vater des Vereins noch lange be- islyeert sein möchte, in dem Familienkreise deS Vereins zu litten und thätig zu fein. Schlag 12 Uhr ertönten die feierlichen Akkorde des alten Soldatengebeis: „Ich bete an iit Macht der Liebe" durch die Festräume, und die herrliche Arier fand ihren würdigen Abschluß, indem sämtliche An- wesenden, einer Aufforderung deS Ehrenvorsitzenden folgend, piat Andenken an die Heimgegangenen Kameraden sich von ihren Sitzen erhoben. j. Echzell, 26. November. Ein Konsortium von Land- gitten hier hat die hiesige Mühle von ihrem seitherigen Sesttzer für 45 000 Mk. gekauft. Die Käufer wollen in Zukunft den Betrieb auf eigne Rechnung genossenschaftlich fthren. Die vorhandene Wasserkraft ist gering, und darum wird wahrscheinlich die Zuhilfenahme einer Dampfmaschine oichl zu umgehen sein. ES ist dies die erste Genoss en - sch.iftsmühle in unserer Gegend, und man ist darum sehr gespannt darauf, ob daS Unternehmen lebensfähig sein wird. Die Beteiligten hoffen, auf ihre Rechnung zu kommen, viel wird dabei wie bei allen genossenschaftlichen Unter« nchl.nungen davon abhängen, ob die Leitung in den richtigen Händen liegt. Erfreulich ist es jedenfalls zu sehen, wie tie Erkenntnis von der Notwendigkeit des Zusammen- srytießenS und von dem Vorteil genossenschaftlicher Unternehmungen in immer weitere landwirtschaftliche Kreise dringt. Darmstadt, 26. November. Zum gestrigen Geburts- feste des GroßHerzogs und der Großherzogin trugen die öffentlichen und viele Privatgebäude Flaggenschmuck. In den Schulen fanden am SamStag Festakte mit ent- lvrtchenden Ansprachen statt. In der katholischen Pfarrkirche wurde gestern vormittag levitierteS Hochamt mit Predig! und Te Deum abgehalten. Das Hoftheater brachte am SamStag in einer Festvorstellung die Oper „Die Bett- labt vom Pont des Arts" von v. Kaskel zur Erstaufführung Dkl Kciegerverein hielt eine Festverfammlung am Samstag obeib im Saalbau ab. — An der gestrigen Großherzog- lichin Frühstückstafel nahmen der Graf und die Gräfin zu Erbach-Schönberg, sowie der Prinz und die Prinzessin Franz Joseph von Battenberg teil. Offenbach, 26. November. Der ProvinzialauS- ichuß verhandelte am Samstag über die Klage des Lairdarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Offenbach. Gießen klagt gegen Offenbach auf Rückersatz von 706,92 Mk. Kosten, die für den hilss- bebüirfiig aus dem Elsaß übernommenen Buchbinder Joh. Ney r, gebürtig aus Burgfelden, aufgewendet wurden, sowie für täglich 1,30 Mk. Verpflegungskosten im Hospital Gießen. Der Vertreter von Gießen führt aus, die Sache habe etwas an Bedeutung verloren, da Meyer vor einigen Wochen wahnsinnig geworden und inzwischen gestorben sei. Da Meyer im Elsaß hilfsbedürftig geworden, sei er vom Ministerium nach Hessen überführt, und weil sein Vater oje Groß Buseck stammte, dem Landarmenverband Gießen Lüerwiesen worden. Tatsächlich habe der Vater Christian Meyer s. Z. das Heimatrecht in Darmstadt erworben und bautit in Groß-Buseck verloren. Meyer wurde 1859 Qumtiermeifter und verzog als solcher 1860 nach Offenbach. Darnach wandelte sich mit Erlaß der neuen Gesetze sein Hkimatrecht in Offenbach in den Unterstützungswohnsitz um, dadiurch wurde auch sein damals bei ihm wohnender Sohn ii Offenbach unterstützungswohnsitzberechtigt. 1864 ist ehrüstian Meyer desertiert. Als der Sohn Joh. Meyer sas dem Elsaß abgeschoben wurde, hätte er Offenbach ibrr wiesen werden sollen, das seinerseits nach Darmstadt nrweist. Ziehe man die Desertion des Christian Meyer m Betracht, so komme gleichwohl wieder Offenbach als Landarmenverband in Betracht, weil Meyer als Quartier- meister Beamtenqualifikation besaß und durch die Desertion Itr Staatsangehörigkeit nicht verlustig ging. Der Vertreter im Offenbach erklärt, mit Gießen darin, einig zu gehen, tag beide Verbände nicht verpflichtet seien, die entstandenen Soften zu tragen, eS frage sich nur, welcher Landarmen- Bekanntmachung. Dec Voranschlag der Gemeinde Villingen für das Jahr 1901/1902 liegt vom 30. November l. I. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau zur Einsicht der Jntereffenten offen. 3>/, 6/ü Konsuls . 8 iy0 do 3Vs n/u Hessen 6 % Italien. Rente 4 o ’o Grieeh Monop. 3 o/o Portugiesen 3 o/., Mexikaner . 4*/a -/o Chinesen . gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 18iw/iflo — 412 qm Hof- 4 % do. 8. 5/8 unk. b. 1901 3'/r °/ do. 8 7/8, unk. b. 1906 4’/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1903 do. unk. 1905 Preuss. do. do. do. do. Flur 27 Nr. 166fe/ — 463 qm raite daselbst, ' .6tt Sltibu??""'* fe, Ä ; kl So«iet, to l j'WfaT &■**> .-SA ^den29.Nov°m^ .ftW des H. W M Erlaub: m NiG te?d-° । ■Ä*« WNU (eR der Omnibus-Gei $ e?“frt Wagenhalle. ' MieMabt; hi-n 8?L des Wirts L. Jot ^erwerb. 9. Gesucht- ttlaubnis zur Errich,. chen Platzen. 10. & iechkumg deS ZonrM Gewährung freier ch Anschaffung eines 12. Das Verdingung 18 V. für die Frachten gench'schen Höchste. 11 n ftäbtifäc ragtchn-r Menabffchr. 15. Ger d an die igintetbte !rS Rontab Will ji S vm Roten Areiv üenpflege um llebech Mädchenschule «r M- der Löwen^rn N nen in ß S zur Achtung eines dir a, 19, Gesuch der Mfiabt" M «tch -/-ihrige bu Zähler, ft echeuEiuschätzllngS^ relle zur Gemerbeoii'-^ ihr-Ladenschluß. 23. £z; as der Löber'sljku t unkaffe Gießen M zu derselben. 2d. M n WirtschaftSbetni-itza Der AammerjuM^br enck zu ft bitt vvu seiM r tler tnlt hier W -udvwSlY" . einem Magdeburg« (Tjrfijslniten V U« 6» *t£nen Augusts ksrtistenweü y»sS; launen W- itt&- z-°k" jer Freude i» ltrlc. ^rch ciaen 0i ires h L|ten 5 '‘*än W» unter L« „ Msrichler >en. beredten W ’n . jn einip sä*; ttti*, ali ÄS ‘W8 Handel und Verkehr. Ualkswirlschast. Gtetzep, 27. November. Marktbericht. Auf dem beutifter Wochemnarkt kosteten: Butter per Pfo. Jt 1.05—1.20. Hühnereis. per St. 7-9 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 00—16 Gänse- eier per St. 00-00 Käse i Sl. 5—8 Kasematte 2 St. 5—6 Erbsen per Lüer 22 Linsen per Liter 34 H, Tauben per Paar Jv. 0.60—0.90, Hühner per St. JL 0.90—1.80, Hahnen per Stück 0 65-1.00, Enten per St. X 2.00—2.20, Gänse per Pftmd A 0.46—0 66, Ochsenfletsch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62-64 H Schweinefleisch per Pfd. 60—70 A, Schwerni.- chisch gesaizeu, per Pfd. 74 J», Kalbfleisch per Pfo. 64—66 üammelfle'qch per Pfd. 00—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 b:L 5.50 LetßkraUk per Ct. 00—00, Zwiebeln per Ctr. 5.00—0X 0, rr\\d) per titetr 18 Flur 27 Nr. 166fe/10 — 77 qm Grabaarten daselbst, Flur 33 Nr. 35 — 475 qm Acker im Altenfeld auf ein Gäßchen öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 27. November 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. ___________I A.: Bogt. 7715 Lieferung von Grenzsteinen. Freitag den 30. November, vormittag- 10 Uhr, wird im Gasthaus de» Herrn Wilhelm Rabenau zu Alten-Buseck die Lieferung von 15 Grenzsteinen und 6 Losstrinen öffentlich in Accord gegeben. Gießm, den 26. November 1900. Großh. Oberförsters! Gießen. Joseph. 7698 London, 27. November. Wie hier verlautet, hat Lord Roberts eine Verstärkung von 50,000 Mann ge fordert. DaS KriegSamt soll keinerlei Schwierigkeiten wegen dieser neuen Forderung gemacht haben. Diese 50,000 Mann sollen einen Ersatz bilden für die augenblicklich noch im Felde stehenden Soldaten, die dringend ihre Rückkehr nach England verlangen. Der Schatzkanzler und die zuständigen Kabinettsmitglikder sollen sich bereits mit dieser Forderung Lord Roberts beschäftigen. Loudon, 27. November. „Daily Mail- meldet aus Pietermaritzburg, die neue KriegsfUhrung Lord Ki tchen erS bestehe darin, seine gesamten Streitkräfte in Kavallerie- Abteilungen einzuteilen, welche die Buren bekämpfen sollen. London, 27. November. Lord Kitchener giebt zu, daß seine neue Kriegsme'thode langwierig sein werde, und daß der Krieg nicht nur Monate, sondern vielleicht Jahre dauern dürfte. Kapstadt, 27. November. Gestern ist wieder eine geheime Versammlung von Afrikandern abgehalten worden, in der beschlossen wurde, daß die Teilnehmer sich den Bureu-KommandoS anschließen sollen. Washington, 27. November. Mac Kinley hat einen Aufruf an daS Land gerichtet, zwecks Billigung der Erhöhung des Effektivbestandes der amerikanischen Armee auf 100000 Manu. Washington, 27. November. Der Jahresbericht des Marine-SekretärS sieht für dieses Jahr nur den Bau von zwei erstklassigen Panzerschiffen, zwei gepanzerten Kreuzern und sechs Kanonenbooten für den Flaßdienst vor. Die hohe Zahl der im Bau begriffenen Kriegsschiffe ist die Ursache dafür, daß diesmal keine größere Anzahl Neubauten ausgeführt wird. Washington, 27. November. Im Staate Washington sind neue Kohlenlager entdeckt worden. Börsennachrichten. Berlin, 26. 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