i9oe Rr. 174 Zweites Blatt. Samstag den 28. Juli Gießener Anzeiger General-Anzeiger Lve Anzeigrn-vermittlungSstellm deS In« und lueteuM aehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgryM. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ttßfich eit LuSuahme deS Reirteyl. Die Steßener »««ttteu-lttl-r »nta* be» Anzeiger » Wech^l mit „Heff. KuidMirt^ m. „Blätter Je M. Aoittkunde- a^4tL4e*tf kiykflt. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfj. mit Bringerlohnr durch die AbholesteLar vierteljährl. Mk. 1,86 monatlich 65 Pf-. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljährt, mit Bestellgeld. W« Anzeigen zu der nachmittags für *•> Xa% «scheinenden Nummer M vorm. 10 Ahr. UHtrsteLungen fpäresten- ekeM vorher. Amts- und Anzrigeblntt fu« den "Kreis Giefzen. MHm, »Aktion und Druckerei: Fch.l-rnbe Nr. 7. GraüsbeUages: Gießener FamMenblätter, Der hestisthe Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Greste für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Hessische Handelshochschule. Gießen, 27. Juli. Der „Mainzer Anz." hatte jüngst einen Artikel veröffentlicht, in dem er die Errichtung einer hessischen Handelshochschule anregte und als deren Sitz Mainz in Porschlag brachte. Der Vorsitzende der Mainzer Handelskammer hat nun ein Schreiben an die Redaktion des „M. A." gerichtet, in dem es heißt: „Die Frage der Errichtung von Handelshochschulen befindet „sich, wie Die besten Kenner der Verhältntffe zugeben, noch im „Stadium des Experiments. Die älteste Hochschule, diejenige in „Leipzig, ist kaum zwei Jahre alt und lehnt sich an die Universität „an, deren Lehlkräfte und Räumlichkeiten mit benutzt werden. Alle „sonst vorhandenen Einrichtungen sind überhaupt keine abge- „schlossenen Schulen, sondern Lehrkurse, die sämtlich wie in Aachtv, „Rostock, Danzig an ordentlichen Univrrsttälen oder technischen „Hochschulen abgehalten werden. Neuerdings wird in Köln zum „ersten Male der Errichtung einer selbständigen Handelshochschule „ernstlich nähergetreten, nachdem Dank hochherziger privater „Stiftungen eilt Grundstock von zirka einer Million Mark zur „Verfügung gestellt ist. Der JahreS-Etat dieser Handelshochschule „rechnet in Einnahme und Ausgabe mit 82,900 Mk. und einem „städtischen Zuschuß von 18,000 Mk. Die Handelskammer hat „sich auf fünf Jahre zu einem jährlichen Zuschuß von 10,000 Mk. „verpflichtet. „AuS diesen wenigen Angaben geht schon hervor, welche „Voraussetzungen die Errichtung einer Handelshochschule in Mainz „in finanzieller Beziehung erfordern würde. Ob sich außerdem in „einer Stadt wie Mainz die nötige Zahl von Studierenden finden „würde, mag, namentlich im Hinblick auf die Frequenz der be- „stehenden höheren Handelsschule, dahingestellt bleiben. Wir möchten „jedenfalls eine Gewähr nicht übernehmen. „Unter diesen Umständen ist nicht zu bezweifeln, daß, wenn „für daS akademische Handelsschulwescn in Hessen etwas gethan „werden soll, dies nur im Anschluß an die Universität ,tn Gießen oder bis technische Hochschule in Darmstadt geschehen „kann. Unter beiden Anstalten verdient aber für den vorliegenden „Zweck wohl die letztere entschieden den Vorzug. „Was die Anregung betrifft, in Mainz Vortragskurse über „handelswissenschaftliche Gegenstände stattfinden zu lassen, so halten „wir dieselbe sür beachtenswert und für den nächsten Winter wild „der Frage näh'irgetreten werden können." Die von dem genannten Mainzer Blatte gegebene Anregung verdient u. E. von der Regierung in ernste Erwägung gezogen zu werden, und es wäre lebhaft zu begrüßen, wenn sich der Gedanke über kurz oder lang verwirklichen ließe. Jedenfalls wäre damit dem ganzen Lande außerordentlich gedient. Die Frage, wo die Handelshochschule ihren Sitz finden könnte, ist von größter Wichtigkeit. Der Vorsitzende der Mainzer Handelskammer sagt selbst, die Stadt Mainz sei dazu ungeeignet. Er nennt Gießen und Darmstadt, und giebt letzterem den Vorzug, ohne sich aber näher dazu zu erklären. Wir meinen, es wäre sehr wünschenswert, daß sich zu dieser Frage nun auch die übrigen Handelskammern des Landes, insonderheit die zu Gießen und Darmstadt dazu äußern. Gießen dürste u. E. keineswegs von der Hand zu weisen sein. Für eine Handelshochschule von größtem Werte ist eine juristische Fakultät. Vorlesungen über Handelsrecht, Wechselrecht, Konkursrecht, bürgerliches Recht, Verwaltungs- und Staatsrecht sind unentbehrlich, und in Darmstadt nicht ohne weiteres zu ermöglichen. Wir besitzen hier ein praktisches Seminar für neuere Sprachen, ein mathematisches Seminar, ein physikalisches Institut und ein physikalische chemisches Laboratorium, das mit den neuesten Einrichtungen versehen ist und seinesgleichen in Deutschland sucht, ein statistisches Institut, ein mathematisches und ein mathematisch-physikalisches Kabinett, ein geographisches Institut rc. rc. Mit allen diesen sind wir im Vorzüge vorDarm- stadt. Die Neuerrichtung aller dieser Institute wäre selbstverständlich außerordentlich kostspielig. Was Mainz anbetrifft, so scheint es uns durch den Vorsitzenden der dortigen Handelskammer ohne weiteres abgethan. Der „M. A." weiß selbst auch keine andern Gründe anzuführen," die für Mainz sprächen, als den, daß es früher einmal eine Universität besessen hat, und daß es die größte Stadt des Großherzogtums ist. Derartige Gründe aber machen doch wahrhaftig den Kohl nicht fett. Zudem reicht ja der dort jetzt noch bestehende UniversitätssondS, wie wir kürzlich meldeten, nicht einmal mehr zur Erhaltung der dortigen Gymnasien aus. Uebrigens ist bei der Behandlung derartiger Fragen die praktische Seite stets in den Vordergrund zu stellen, und die wesentlichsten praktischen Gründe scheinen uns für Gießen zu sprechen, wo ein Gegebenes nur auszubauen, kein Neues zu schaffen wäre. Eine handelswissenschaftliche Fakultät könnte zunächst errichtet werden. Sie würde sich wohl im Laufe der Jahre zu einem handelswissenschaftlichen Institut als integrierenden Sonderbestandteil der Universität, und endlich zu einer Handelshochschule auswachsen. Die Abhaltung von handelswissenschaftlichen Vortragskursen, wie sie von dem genannten Mainzer Blatte ferner in Anregung gebracht werden, dürfte sich auch sür Gießen empfehlen, besonders seitdem unsere Handelskammer einen akademisch gebildeten Sekretär besitzt. Die Wirren in China. Amerika uud die Mächte. Reuter meldet aus Washington vom 25. Juli: „Man hält mit der Ansicht hier nicht zurück, daß die A u s s i ch t e n aus eine erfolgreiche VermittlungAmerrkas gering sind, einmal weil sich der Zustimmung derjenigen Mächte, die Verluste an Leben und Eigentum in Peking erlitten haben, vermutlich viele ernste Schwierigkeiten entgegenstellen werden, und dann im Hinblick auf die klar zutage getretene Stimmung Europas. Wenn es der Regierung der Vereinigten Staaten nicht gelingt, die Mächte zu bewegen, bei den Verhandlungen mit den Chinesen Milde zu üben, werde sie sich nicht in weitere Feindseligkeiten hineinziehen lassen, nachdem sie für ihre eigenen Angelegenheiten Sorge getragen hat. Dann werde sie sich zurückziehen, aber nicht ohne verstehen zu geben, daß die Vereinigten Staaten nicht zugeben werden, daß ihre eigenen Interessen durch die Handlungen irgend einer derjenigen Mächte verletzt werden, welche für gut befinden sollte, in Unversöhnlichkeit zu verharren". Diese in die Form einer offiziösen Note eingekleidete Mitteilung aus Amerika klingt recht bedrohlich- wird aber wohl am Ende nicht so schlimm gemeint sein. Jede der an dem Zuge gegen China beteiligten Mächte würde es vorziehen, „Milde zu üben", wenn sie damit ihre Interessen fördern und sich zugleich — diesen Punkt scheint man in Amerika ganz außer acht zu lassen — unter WahAlrkg ihrer Ehre und Würde den chinesischen Verlegenheiten entziehen könnte. Der Ehrenpunkt aber ist im Leben des einzelnen wie in dem der Nation eine heikle Sache, die Ansichten darüber gehen weit auseinander, und ein dritter, der sich einmischt, läuft stets Gefahr, selbst in den Handel verwickelt zu werden. Nimmt man z. B. den Fall an, der übrigens nicht zutrifft, Deutschland allein wäre durch die Ermordung seines Gesandten so schwer gekränkt, daß es, um sich Genug- thuung zu verschaffen, Krieg mit China führen müßte. Würde es dann eine abendländische Macht wagen, Deutschland in den Arm zu fallen und es, an der Seite der gelben Rasse, zu hindern, ein Strafgericht zu vollziehen, das der gesamten Zivilisation zum Nutzen gereichen würde? Sicherlich nicht, und auch« dann nicht, wenn ihre Interessen durch einen solchen deutsch-chinesischen Krieg erheblich beeinträchtigt würden. Ohne eine Schädigung der Interessen dritter geht es heutzutage überhaupt nicht ab, wenn irgendwo in der Welt Krieg geführt wird. Die Frage, die sich die betroffene Macht dann vorzulegen hat, ist nur die, ob diese Schädigung so groß ist, ob sie so sehr ihren Bestand bedroht, daß sie zum Eingreifen gezwungen wird. Diese Frage aber würde die amerikanische Regierung vermutlich ebenso verneinen, wenn zwischen China und einer der Mächte des Westens ein Sonderkrieg ausbräche, wie diese Mächte sie verneint haben, als Amerika seinen Krieg mit Spanien führte. Eine solche Haltung entspräche umsomehr den Interessen Amerikas, als es sicher sein könnte, daß es nach einem solchen Kriege Helfershelfer finden würde, die bei der Endesabrechnung mit ihm dafür sorgten, daß sich die Macht, die China besiegt hätte, nicht allzusehr an der Beute übernähme. Aus diesen und andern Gründen braucht man daher die Hoffnung noch nicht aufzugeben, daß die Vereinigten Staaten sich nicht von der Seite der Westmächte und Japans entfernen und in diesem Kampfe zwischen Gesittung und Barbarei dort stehen werden, wohin sie gehören. Inzwischen verbreitet die Agentur Havas über die Verhandlungen und Pläne der Mächte folgendes: Nach Mitteilungen aus London nimmt der Meinungsaustausch zwischen "den verschiedenen Kabinetten einen regen Fortgang. Als zweifellos wird dabei angenommen und als Grundlage für die Verhandlungen festgehalten, daß die Vertreter der Mächte in Peking wohlbehalten sind, und daß die chinesische Regierung sich herausnimmt, sie in mehr oder weniger verschleierter Weise als Geiseln zurückzubehalten, in der Hoffnung, auf diese Weise die auf ihr lastenden persönlichen, pekuniären und militärischen Verpflichtungen zu vermindern. Ebenso nimmt man an, daß die chinesische Regierung sich einbildet, sie werde dadurch, daß sie die Gesandten daran hindert, mit ihren Regierungen direkt zu verkehren, bessere Bedingungen erlangen, "da sie im Verlaufe der Verhandlungen, die sie schon jetzt einleiten will, nicht nötig haben werde, sich, von Ibsen direkten Anklagen der Mitschuld zu reinigen, welche die Gesandten gegen sie erheben könnten. Wie dem auch sei, wird der Vormars chaufPeking nichtlänger verschoben werden und wahrscheinlich gegen den 1. Augu st beginnen. Die Truppen werden soweit als möglich der Eisenbahn von Tientsin nach Peking folgen. Uebrigens wird aus Taku bereits gemeldet, daß die Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen beschlossen haben, den Vormarsch auf Peking zu beschleunigen. Dieser Beschluß wurde insbesondere mit Rücrsicht auf die später zu erwartende Regen- und Ueberschwemmungszeit gefaßt. Die Wege sind jetzt noch, gut passierbar, während inan nach Monaten befürchten muß, daß die elementare Gewalt des Wassers den Marsch mindestens sehr erschweren, wenn nicht gänzlich aufhalten würde. Was die Frage der Uebernahme des Oberbefehls über alle Truppen der Mächte in China anbetrifft, so ist, wenngleich Japan erklärt haben soll, seine Truppen nur einem eigenen oder einem deutschen Oberbefehlshaber anzuvertrauen, an ein deutsches Oberkommando über die europäischen Truppen in Ostasien doch wohl kaum zu denken. Die bereits vor einigen Tagen mitgeteilte Ursache liegt eben darin, daß Deutschland verhältnismäßig schwach mit Truppen in Ostasien vertreten' ist. Hierzu wird übrigens amtlich mitgeteilt, daß die Entscheidung über das Ober-Kommando in China von den dortigen Admiralen der Vereinigten Truppen getroffen wird. Dieselben haben hierzu die nötigen Vollmachten und werden fraglos einen nach ihrer eigenen Ansicht geeigneten Führer ernennen. Die Entscheidung über das Oberkommando liegt also i n d e n Händen der dortigen Admirale. Die österreichisch-asiatische Kompagnie in Wien erhielt von ihrem Agenten in Wladiwostok folgende vom 22. Juli datierte Depesche: „Pekinger Nachrichten unbestimmt, widersprechend. O e st e r r ei ch i sch e Gesandtschaft wahrscheinlich un versehr t". — Aus Tsintau ist im Missionshause St. Michel zu Stehl ein Telegramm des dortigen Prokurators der Mifsionen eingelaufcn, welches lautet: „Die Missionare leben noch. SechS sind im Innern, die übrigen hier". Aus einem Briefe von DoravonBroen, der Gattin des mehrfach erwähnten Professors an der Pekinger Universität, erfährt man, daß ein Neffe des Gesandten Pichvn durch einen Dolchstoß auf offener Straße Anfang Juni schwer verwundet worden war, daß schon damals alle Europäer, Männer und Frauen, Flinten erhielten, und daß die französische Gesandtschaft auf eine längere Belagerung eingerichtet war. Die chinesischen Christen waren viele Meilen weit her nach Peking gekommen und in den Kirchen am Pekinger Stadteingang zusammengepfercht worden, jede Stunde gewärtig, von den Boxern überfallen zu werden. Frau von Broeu fällt über die allzu späten Entschließungen der Diplomatie ein strenges Urteil: sie hält ihr und aller Europäer Leben für verloren. In eigentümlichem Gegensätze dazu steht folgende Londoner Meldung. Der Li-Hung-Tschang vertretende Vizekönig Taksu hat einem Telegramm des„Dailh Telegraph" aus Kanton zufolge ein vom 14. Juli datiertes kaiserliches Edikt bekannt gemacht, in dem es heißt: „Wir machen die äußersten Anstrengungen, das Leben derfremdenGesandtenzu schützen. Immerhin fürchten wir, daß die Gouverneure und Vizekönige unsere Absichten vielleicht mißverstehen, indem sic sich zu sehr auf die Sicherheit der Gesandten verlassen, diese als ausreichende Basis zur Wiederherstellung friedlicher Be- zeihungen mit den Mächten betrachten und deshalb keine genügenden Maßnahmen für Angriff und Vertheidigung treffen. Eine solche Vernachlässigung der" militärischen Widerstandskraft würde uns endloses Unglück bringen. Die Gouverneure und Vizekönige sollen daher auf schleunige Instandsetzung ihrer Bezirke, namentlich auch der Küsten Bedacht nehmen. Sollten durch ihre Saumseligkeit chinesische Gebietsteile verloren gehen, so werden sie die Folgen zu tragen haben". „Daily Expreß" meldet aus Hongkong vom 24. ds.: Am letzten Sonntag erfolgte bei Beginn des Gottesdienstes in der hiesigen Baptistenkapelle in einem anliegenden Hause eine heftige Explosion. Die Kapelle und die Anwesenden blieben unversehrt. Die Chinesen behaupten, die Explosion sei einem unglücklichen Zufall zuzuschreiben, haben aber versprochen, den Hauseigentümer hinzurichten. Rußland und die Mandschurei. Es hat den Anschein, als ob nun auch Korea in den allgemeinen Strudel hineingerissen würde. Nach einem Telegramm des russischen Gesandten Pawlow, aus Söul vom 23., stand eine Abteilung der Eisenbahnschützwache zwischen Mukden und Liaoyan. Die Chinesen töteten den Führer der Abteilung, Leutnant Wa l ews ki, sowie zehn Soldaten und vier Freiwillige. Dre Abteilung hatte täglich Gefechte und mußte sich mit oem Bajonett den Weg "bahnen: sie wurde von einem koreanisch,en Offizier freundlich ausgenommen und unter Mrtwir- 'fung der koreanischen Behörden mit allem Notwendigen versehen. Die Abteilung marschiert nach Pinjan, wohin ein Arzt beordert wurde, um die Verwundeten nach Söul zu überführen. Der Kaiser von Korea befahl, den Leuten die freundlichste Aufmerksamkeit zu widmen. 72 Kilometer nördlich! vckn Mukden an der Bahnstrecke liegt die Stadt Tielin oder Thieling. Eine Abteilung üon 200 Soldaten hatte diesen Ort verlassen und war nach Norden auf- gebrochen. Sie hatte eine zahlreiche Schar chinesischer Christen mitgenommen, was ihren Vormarsch sehr erschwerte. Von Anfang an wurde sie von den Boxern gedrängt und hatte zahlreiche Verwundete. An der Station Taotschau, etwa 115 Kilometer südlich von Kharbin, waren 200 Mann aufgestellt, um ihren Rückzug zu decken. Ob sie gerettet, ist noch fraglich In den chinesischen Städten unweit der Bahnstrecke in der mittleren Mandschurei sind Kruppsche Geschütze vorhanden. Auch auf dem Ssungari und dem Ussuri dauern die Schwierigkeiten fort. Ein Telegramm des Generals Gro^ekow meldet vom 24. dS. aus Khabarvwsk, daß am Nachmittag desselben Tages der Dampfer Weliki Knias Alexei mit einer Abteilung unter Befehl des Obersten Servianiow an Bord auf dem Ussuri von den Chinesen beschossen wurde; bei Ankunft des Dampfers am Landungsplatz wurden viele Feuer gesehen und Signale gehört. Ein Kosakenoffizier erschien am Dampfer und bat um Hilfe. Oberstleutnant Wroblewski erhielt Befehl vom General Gribski, a l l e ch i n e s i s ch e n Posten zu vernichten. Er nahm das Kosakenkommando an Bord des Dampfers und besetzte 4 Kilometer weiter das chinesische Ufer mit zwei Kompagnien, die, als sie sich dem chinesischen Posten näherten, mit einem starken Gewehrfeuer empfangen wurden. Drei chinesische Pulverdepots wurden in die Luft gesprengt. Auf feiten der Chinesen wurden 3 00 getötet, auf russischer Seite wurden ein Kosak und fünf Schützen getötet, ein Hauptmann, sechS Schützen und zwei Kosaken verwundet. Zu der Uebernahme der Eisenbahn in der Mandschurei in russische Verwaltung erfährt unser Berliner Mitarbeiter aus sicherer Quelle, daß Rußland hierbei nicht eigenmächtig gehandelt hat. Die dortigen ältesten Offiziere der verbündeten Truppen mit Ausnahme des britischen haben sich vielmehr durchweg für die russische Verwaltung ausgesprochen, sodaß Rußland gewissermaßen im Einverständnis mit den anderen Staaten, mit Ausnahme Englands, gehandelt hat. Rüstungen. Berlin, 27. Juli. Der Ausmarsch der 1. und 2. Eskadrondesost asiatischenReiter-Regiments auS Potsdam hat am Donnerstagnachmittag in feierlicher Weise stattgesunden. Unter brausenden Hochrufen der ersten Garde-Ulanen, in deren Kaserne die Ostasiaten bisher ein- guartiert waren, marschierten diese gegen 9% Uhr von dort ab. In der Garnisonkirche hatten sich die Offiziere der Potsdamer Regimenter, ferner die Deputationen von Mannschaften der Potsdamer Garde-Regimenter und des Lehr- Infanterie - Bataillons eingesunden. Hofprediger Keßler richtete an die jungen Krieger eine tief ergreifende Abschieds- Predigt. Um 3i/2 Uhr setzte sich dann, begleitet von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge der Zug nach dem Bahnhof in Bewegung. Hier traten die Ostasiaten vor den bereit stehenden Zug und erwarteten den Kronprinzen, der mit seinem Adjutanten mit brausenden Hurrahs begrüßt, in offenem Wagen erschien. Auch der Erbprinz von Hohenzollern war zur Verabschiedung erschienen. Generalmajor der Artillerie v. Dulitz hielt hieraus an die ausreisenden Krieger eine kurze AbschiedSrede. Der Kronprinz trat an die Offiziere der Ostasiaten heran, reichte Jedem die Hand und wünschte ihnen glückliche Wiederkehr. Gegen 4 Uhr nahmen die Truppen in den Koupees Platz. Musikkapellen spielten Abschiedslieder, bis um 4 Uhr 10 Min. der Augenblick gekommen war, wo sich unter den Klängen des „Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus" unter brausendem Hurra der Zurückbleibenden und unter Hüte- und Tücherschwenken der Zug langsam in Bewegung setzte. Die Kaiserin hat den Füsilieren ihres Regiments „Königin", die an dem Feldzuge nach China teilnehmen, ihr Bild mit der eigenhändigen NamenSunterschrist geschenkt. Während ihres neulichen Besuches in Sonderburg übergab sie persönlich dem Kommandeur des dort garni- sonierenden Bataillons die Photographie für seine Soldaten. Am Donnerstag Nachmittag hat die kriegsstarke ostasiatische Eisenbahnkompagnie unter dem Beseh! des Hauptmanns Neumann von Berlin aus die Reise nach China angetreten. Zum Abschied trat die Kompagnie um 2 Uhr seldmarschmäßig ausgerüstet aus dem Kasernenhose des Eisenbahnregiments Nr. 1 an. Die AbschiedSrede hielt der Generalleutnant Rothe. Mit dem Abschiedsliede: „Muh i denn, muß i denn zum Städtle hinaus" setzten sich na$ bcm Lehrter Bahnhose in Bewegung. Um 5 Uhr 5 Min. «folgte die Abfahrt nach Bremerhaven. — ®tc Telegraph en-Abteilung hat auch gestern vom Lehrter Bahnhof in Berlin auS die Reise nach China an- getreten. Die kriegsstarke Kompagnie stand in der Tropen- Uniform feldmarschmäßig ausgerüstet auf dem Kasernenhof dcs TelegrapheN'BataillonS Nr. 1, wo wiederum Generalleutnant Rothe eine Ansprache an die Truppen hielt, in der er sie aufforderte, dem Vaterlande und der Armee Ehre zu machen, und allen eine glückliche Heimkehr wünschte. Zahlreiche Angehörige und Bekannte der Scheidenden be« gleiteten sie nach dem Bahnhofe. Ein Abschiedsfest für die ostasiatischen- Truppen-Formationen, daS SanitätS Personal der vier Feldlazarette und die beiden Proviant-Kolonnen, die in Spandau errichtet wurden und gestern abend nach Bremerhaven abfuhren, fand vorgestern in Spandau statt. Zu dem Fest, das von der Stadtverwaltung veranstaltet wurde, waren Magistrat und Stadtverordnetenversammlung in corpore, sowie ein nach tausenden zählendes Publikum aus den verschiedensten Schichten der Bevölkerung erschienen. Die Mannschaften wurden von der Stadt bewirtet. Die Stadtverordneten von Münster i. W. bewilligten 3000 Mk. zur Pflege der in China verwundeten deutschen Truppen. * . Ein Befehl des Zaren ordnet die sofortige Formie- rung von 12 Feldspitälern fürOstasien in Moskau an. Ein holländischer Dampfer ist am 24. d. MtS. von Hongkong nach Shanghai in See gegangen. Wie aus Sydney gemeldet wird, bat die dort abgelöste Mannschaft des Kreuzers „Cormoran" einmütig, statt entlassen, nach China abgesandt zu werden. • ♦ Telegramme deS tz-tetzeuer Anzeigers. Berlin, 27. Juli. lieber den Abmarsch der Truppen aus dem Lager von Döberitz berichtet man: Um 1/a4 Uhr sammelten sich die Kompagnien vor dem Appellpatz und wurden aus die einzelnen Wagenabteilungen verteilt. Um 3 Uhr 50 Min. setzte sich das Bataillon nach dem Bahnhof in Bewegung, begleitet von der Musik des 3. Garde-Feldartillerie-Regiments, zwischen den Spalier bildenden Truppen und dem nach tausenden zählenden Publikum hindurch. Sofort nach der Ankunft auf dem Bahnhof wurden die Mannschaften verladen. London, 27. Juli. AuS Yokohama wird gemeldet: Den letzten Nachrichten aus Söul zufolge Protestierte Korea gegen die Anwesenheit der russischen Fremdlinge. Nach einer Besprechung mit dem russischen Vertreter in Korea gestattete die Regierung die Anwesenheit der Russen nur unter der Bedingung, daß diese unverzüglich nach Port Arthur geschafft werden. London, 27. Juli. Der Befehl des Vizekönigs von Schantung an die Gouverneure und Generale der Provinzen, sich für den Angriff und die Verteidigung vor- zubereiten, wird hier ungünstig beurteilt. Man erblickt hierin den Beweis einer bevorstehenden Kriegserklärung und glaubt, daß die Chinesen nur Zeit zu gewinnen suchten. London, 27. Juli. Die Chinesen aus der Umgegend von Tientsin ziehen sich einem Shanghaier Telegramm zufolge zurück. Sie haben eine Stellung auf der Eisenbahnlinie nach Peking eingenommen, in der Absicht, den Vormarsch der verbündeten Truppen zu verhindern. London, 27. Juli. „Daily Expreß" meldet aus Kvbe: Der russische Gesandte ist vom Könige von Korea in Audienz empfangen worden, wobei er um die Erlaubnis nachsuchte, russische Truppen auf koreanischem Gebiet l a n d e n zu dürfen. Tas Blatt bemerkt dazu, daß, wenn diesem Gesuch stattgegeben werden würde, ernste Verwickelungen zwischen Japan und Rußland zu befürchten seien. London, 27. Juli. „Daily Mail" meldet aus Kobe, daß die Lage in Sibirien und der Mandschurei sehr ernst ist, und das Rußland die größten Schwierigkeiten bei der Niederwerfung des Ausstandes findet. London, 27. Juli. Nach einer Shanghaier Meldung der „Daily Mail" erklärte der eingeborene Dolmetscher, der die Nachricht vom Tode Sir Robert HartS nach Niutschwang überbrachte, Peking bereits am 2. dS. verlassen zu haben. London, 27. Juli. Morning Post berichtet, daß der Kaiser von China auch die Königin Viktoria um ihre Vermittelung gebeten hat. — Die amerikanische Regierung hat die Massen-AuSfuhr verboten. — Daily News meldet aus Shanghai: Die hiesigen Konsuln sind der Ansicht, daß sämtliche in letzter Zeit veröffentlichten Edikte und amtlichen Meldungen aus Peking vom Prinzen Tu an herrühren. — Daily Mail erfährt aus Petersburg: Finanzminister Witte hat eine Depesche deS Direktors der russischen Bank in Peking erhalten, in der mitgeteilt wird, daß sämtliche von Europäern bewohnten Häuser sowie 3000 chinesische Häuser am 16. Juni zerstört oder niedergebrannt worden sind. Loudon, 27. Juli. Ein Shanghaier Telegramm der „Daily Mail" berichtet, daß, als die Unruhen in Mukden ausbrachen, der dortige Bischof sich mit 200 eingeborenen Christen bewaffnete und Vorkehrungen zur Verteidigung traf. Als die regulären chinesischen Truppen herankamen, glaubten die Christen, es würde ihnen Schutz gebracht. Als die Truppen jedoch kaum in die Nähe der Christen gelangt waren, gaben sie aus diese Feuer und machten gemeinsame Sache mit den Boxern. Alle Christen mit Ausnahme des Bischofs wurden getötet. Der Bischof selbst wurde zum Vizekönig geführt und nach langen Foltern enthauptet. Sein Kopf wurde am Eingänge der Wohnung des VizekönigS aufgesteckt. DaS Telegramm fügt hinzu, daß 15 000 Japaner in Shuugchan-kwan gelandet sind. Die Chinesen machten Mine, Widerstand zu leisten, gaben aber nachher nach. Petersburg, 27. Juli. Die Truppensendungen nach China werden eifrig fortgesetzt. Aus dem Warschauer Militär-Bezirk gehen 8 Schützen-Regimenter und 6 Batterien nach Ostasien. In den Infanterie-Regimentern finden Losungen statt. Die Zahl der Ausgelosten schwankt zwischen 80 und 270 Mann pro Regiment. — Die Chinesen haben nach den letzten Meldungen die Beschießung von Blagowieschtschensk eingestellt. Washington, 27. Juli. Admiral Remey telegraphiert: Nach UntersuckMng sei festgestellt worden, daß die Amerikaner sich nicht an der Brandlegung und Plünderung Tientsins beteiligt haben. — Tie koreanische Regierung telegraphierte aii ihren hiesigen Vertreter, es sei unrichtig, daß die Bo x er die k o re a n i f che Grenze überschritten hätten, und daß die Ausstandsbewegung sich auch auf Korea ausgedehnt hat._____________________ Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts ist in Balm oral, einer Eisenbahn« station zwischen Pretoria und Middelburg, angekommen. — General Hutton hat den Bure» ein Gesecht geliefert, das für diese ungünstig ausfiel. Die Generale Hutton und French verfolgen den fliehenden Feind. — Roberts meldet heiter. General Hunter hat am 23. ds. die Stellungen der Buren aus den südlich von Bethlehem befindlichen Hügeln angegriffen. Nach einem den ganzen Tag an- dauerden Gefechte wurde ein Hügel genommen und aus einen zweiten, der den Paß beherrschte, ebenfalls ein Sturmangriff unternommen. Dieser Angriff fand heftigen Widerstand und glückte nicht. Die leichte Hochländer- Jnfanterie wurde durch ein heftiges Feuer gezwungen, sich zurückzuziehen. Der englische Verlust beträgt etwa 50 Mann. Am 24, ds. besetzte Hunter einen Einschnitt hinter dem Passe, und am 25. räumte der Feind seine Stellungen. Deutsches Keich. Berlin, 26. Juli. Aus Bremerhaven wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute Nachmittag hier ein. Graf Bülow kam bereits heute morgen an. Im Hafen wird angestrengt an der Fertigstellung der drei morgen mittag abgehenden Transportdampfer „Halle, „Dresden" und „Batavia" gearbeitet. Die Truppen sind noch nicht hier, die etwa 4000 morgen abgehenden Mann treffen erst morgen früh ein, die übrigen 8000 werden successive auf weiteren sieben Dampfern bis zum 4. August verschifft. Der Kaiser beabsichtigt, bei sämtlichen Ausreisen zugegen zu sein. — Der Kaiser hat eine Verordnung erlassen über die Voraussetzungen über Ausschluß der Oefsent- lichkeit im militärgerichtlichen Verfahren wegen Gefährdung der Disziplin. Die Verordnung lautet: „Ich erlasse hierdurch über die Voraussetzungen, unter denen nach Inkrafttreten der Militär-Strafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 das Gericht die Oefsentlichkeit der Hauptverhandlung wegen Gefährdung der Disziplin ausschließen soll, folgende allgemeine Vorschriften. Die Disziplin verlangt, daß auch im gerichtlichen Verfahren -d,as Ansehen der Kommandogewalt» der militärischen Einrichtungen, Verordnungen und Gebräuche erhalten, der Sinn für die unbedingte Unterordnung des Untergebenen unter den Vorgesetzten jeden Grades gewahrt und dem berechtigten Ehrgefühl aller Beteiligten, insbesondere derjenigen des Offizierstandes,. Rechnung getragen wird. Sobald dieser Grundsatz gefährdet ist, sei es nach dem Gegenstände der Anklage, nach den Eigenheiten des zur Verhandlung kommenden Falles, nach der Persönlichkeit des Angeklagten oder der Zeugen, nach zeitlichen oder örtlichen besonderes Verhältnissen, ist die Oefsentlichkeit auszuschließen. Die Prüfung, ob der Ausschluß der Oefsentlichkeit zu beantragen, gehört in erster Linie zu den Pflichten des Gerichtsherrn und des Vertreters der Anklage. Aber auch die erkennenden Gerichte sind verpflichtet, ohne solchen Antrag die Oefsentlichkeit für die ganze Verhandlung oder einen Teil derselben auszuschließen, wenn die Voraussetzungen hierfür nach dem vorstehend von mir gegebenen Grundsatz eintreten. Gegeben Neues Palais, den 28. Dezember 1899. Wilhel m". Obwohl die Verordnung bereits im Dezember 1899 gegeben worden ist, wird sie erst jetzt veröffentlicht. — Der „Reichsanz." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 15. ds. M. betreffend die Inkraftsetzung der Militär-Strafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 für das o st asiatische Expeditionskorps. — Die kaiserliche Familie trifft Anfang August in Wilhelms höhe bei Kassel ein. — Prinz Oskar, der fünftälteste Sohn des Kaiserpaares, vollendet morgen sein 12. Lebensjahr. Der Prinz wurde am 27. Juli 1888 geboren, am 42. Regierungstage des Kaisers; er W also der erste Prinz, der als Sohn des deutschen Kaisers das Licht der Welt erblickte. — Der neu ernannte Kolonialdirektor Dr. S t u e b e l weilt zurzeit auf der Heimreise nach Deutschland in New York. Von dort wird er sich in einigen Tagen nach Deutschl- land einschiffen. — Der frühere französische Minister-Präsident Bourgeois, der vor einigen Tagen hier weilte, hat, wie Informationen zuvorlässig ergeben haben, dem hiesigenj Auswärtigen Amte keinen offiziellen Besuch abgestattet. — Das „Berl. Tgbl." meldet aus Kiel: Die Neu- formation des Ersatzbataillons ist erfolgt. Major Duerr, der stellvertretende Inspekteur, ist zum Oberstleutnant befördert. Der überzählige Major v. Kehler wird Kommandeur des ersten Bataillons. Außerdem sind fünf Kompagniechefs ernannt. Ausland. London, 26. Juli. Unterhaus. Laurie weift auf das vom deutschen Reichstag angenommene Handelsprovisorium mit England hin, wodurch Kanada und Barbados für ihre Produkte von der Meistbegünstigungs- klausel ausgeschlossen seien, weil Kanada dem britischen Reiche besondere Vorteile eingeräumt habe, die andere Länder nicht genießen. Laurie richtet an Balfour die Anfrage, ob er wisse, daß durch diese differentielle Behandlung die Produkte Kanadas, die die Folge davon sei, daß Kanada England besondere Vorteile gewähre, die Einführung kana. bischer Produkte nach Deutschland verringert wurde und ob die Regierung beabsichtige, Kanada dafür gewisse Handelsvorteile zu bieten. Balfour erwiderte, daß er nicht genau über die Gründe unterrichtet sei, die die deutsche Regierung zu ihrer Handlungsweise bestimmten, und über die Wirkung dieser Handlungsweise auf die Ausfuhr kanadischer Produkte nach Deutschland. Was den letzten Teil der Frage betreffe, könnten alle wichtigen Artikel von Kanada frei nach England eingeführt werden. ES könne daher keine Zollermäßigung mehr gewährt werden. — Der Staatssekretär für Indien teilt im Lause feiner Darlegungen über das Budget für Indien mit, er habe Vorkehrungen getroffen für die Emission einer Anleihe von drei Millionen Pfund zur Deckung der durch die Hungersnot notwendig gewordenen Mehr-»- ausgaben. Er hoffe, daß dieser Betrag für alle Ersorder« nisse bis Ende Oktober genüge. — Das Oberhaus nahm die dritte Lesung des Gesetzentwurfes betr. das Verbot der Waffenausfuhr an. — Aus Bekwai wird vom 22. Juli berichtet: Eine von Oberst W i l k o ck S abgesandte Streitmacht von 800 Mann überraschte und zerstörte ein großes Feldlager bet Ko kofu und erbeutete eine große Menge Schießpulver und Gewehre. Kokofu wurde dem Erdboden gleich gemacht. Dieser Erfolg macht den Weg zwischen Prahsu und Esumeja wieder frei. Der Feind hat große Verluste, die Engländer keine. Paris, 26. Juni. Der „Matin" veröffentlicht einen Bericht des Generalgouverneurs von Westafrika, Claudia, in dem bestätigt wird, daß die Mitglieder der Mission Blanchet bei Atar in einen Hinterhalt gefallen sind, in den sie von Achmed, dem Sohne des Königs, gelockt wurden. In der Depesche vom 23. Juli spricht Claudio die Ansicht aus, daß sich zwei Europäer der Mission Blanchet und ein Dolmetscher lebend beim Könige von Adra befinden. — Vor dem Schwurgericht von Draguignan sand die Verhandlung gegen Max RsgiS und 10 Mitangeklagte statt, welche beschuldigt sind, im September 1899 sich in der Villa Antijuive in Algier eingeschloffen und von dort auf die Polizeibeamten geschossen zu haben. Alle Angeklagten wurden freigesprochen. Budapest, 26. Juli. In der Gemeinde Mosorin im Bacser Komitat sand aus Anlaß einer Tanzunterhaltung ein Zusammenstoß zwischen Bauern und Gendarmerie statt. Letztere machre von der Waffe Gebrauch, und nach einem Kampfe blieben ein Gendarm und drei Bauern tot, 18 Bauern lebensgefährlich verletzt auf dem Platze. Belgrad, 26. Juli. Der frühere serbische Ministerpräsident Nikolajewitsch erklärte einem österreichischen Journalisten gegenüber, ganz Serbien sei über die Verlobung des Königs erbittert. Wenn es Milan nicht gelingen sollte, die Heirat zu verhindern, könnten ernste Ereignisse eintreten. Alle Meldungen von Glückwunschtelegrammen und Deputationen seien gefälscht. Der Metropolit hat sein Widerstreben gegen die Vermählung infolge einer Unterredung mit dem König fallen gelassen und seinen Segen zur geplanten Heirat gegeben. Das neue Ministerium trifft energische Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Trotzdem verharrt man in Belgrad im Widerstand gegen die Verheiratung des Königs Alexander, besonders seitens der Frauen. — Der ganje Hofstaat wird gewechselt. Ein Gerücht sagt, daß die Generale Zinzar Markowitsch und Djukitsch pensioniert werden. Der Zar wünschte dem König alles Glück. a Konstantinopel, 26. Juli. Fünf Schiffe der russischen FreiwilligeN'Flotte nnd 6 Schiffe der russischen Schwarzen Meer-Gesellschaft wurden von der russischen Regierung requiriert, um Truppen nach Ostasien zu befördern. Die russische Schwarze Meer Gesellschaft wurde angehalten, Mitte August weitere Transportmittel zur Verfügung zu halten. Washington, 26. Juli. Ein hier eingetroffenes Telegramm des amerikanischen Generalkonsuls in Panama besagt: Die Revolution ist gescheitert. Die Liberalen ergaben sich wider Erwarten. Panama ist ruhig. New Orleans, 26. Juli. Der Polizeihauptmann einer Patrouille, die einen Ungarn zu verhaften suchte, wurde am Dienstag von diesem getötet. Jnfolgedeffen wurden die Ungarn gestern abend von einem Pöbel- Haufen verfolgt, der viele von ihnen tötete, andere schwer verwundete. Die Polizei war außer Stande, dies zu verhindern. Bisher sind 4 Schwarze tot und 12 schwer verletzt. Der Gouverneur wird die Staatsmiliz aufbieten, da eine Fortdauer der Unruhen zu erwarten ist, bis der Neger ergriffen ist, der zwei Polizeibeamte erschoß. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Juli 1900. Der Gießener evangelische Kirchengesangverein wird am nächsten Sonntag nachmittags 2 Uhr in der schönen Marienkirche zu Lich in einem liturgisch-musikalischen Gottesdienst mitwirken. Dagegen ist die übliche Ausführung am Ende des Sommersemesters auf den Anfang des Wintersemesters verschoben worden, da bei den gegenwärtigen musikalischen Ferien nur sehr schwer Solisten zu haben sind. ** Zu den häßlichen Vorgängen, die sich in Mainz bei Gelegenheit der Gutenbergfeier abgespielt haben, wird der „Frkf.Ztg.^ aus Darmstadt mitgeteilt, es fei sehr wahr- fäeinhd), daß, falls nicht anderweitig eine befriedigende Aufklärung der Affaire erfolgt, als sie die bekannte Note des Rektorats der technischen Hochschule versuchte, die Zweite Kammer sich gelegentlich der Etats-Debatte damit befassen wird. •* Äuber.Megatta. Wie bekannt, hält am kommenden Sonntag bte Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 ihre zehnte Ruder-Regatta auf der Lahn ab. Die Preise sind in dem Schaufenster der Firma Wilh. Reiber, Möbelfabrik am SelterSweg ausgestellt. Die verschiedenen Rennen um diese prachtvollen Preise versprechen, den eingegangenen Meldungen hervorragender Mannschaften und Skuller nach zu urteilen, hochinteressant und die Endkämpfe sehr heiß zu werden, wodurch der Reiz einer Regatta noch wesentlich erhöht wird. Gleichzeitig möchten wir noch darauf aufmerksam machen, daß dieses Jahr auch Nichtmitgliedern, aber nur wenn dieselben im Besitz von Passepartouts sind, der Zutritt zu der nach der Regatta in Steins Sälen stattfindenden Reunion gestattet ist. Frankenberg, 26. Juli. Das heutige Landwirtschaftliche Fest sand einen trüben Abschluß durch ein Großfeuer, das gegen Vzl Uhr an dem in direkter Nähe des Festplatzes gelegenen Leckerberg auSbrach. Da TagS über eine sengende Hitze geherrscht hatte, so vergnügten sich in den kühlen Abendstunden noch zahlreiche Festteiluehmer auf dem Festplatze. Plötzlich schlug auS dem Gebäude des Schuhmachers Dehnert eine mächtige Flamme empor. Gleich darauf standen auch schon vier Scheunen und einige Wohnhäuser in Brand. Man mußte sich daraus beschränken, Menschen und Vieh in Sicherheit zu bringen. Die ver- f (Siebenen Feuerwehren ber Umgegenb wetteiferten mit ber hiesigen barin, bem weiteren Umsichgreifen bed Feuers Einhalt zu gebieten, was auch mit dem grauenden Morgen gelang. Die neuen Hydranten kamen den Löscharbeiten sehr zu Statten. Im Ganzen find vier Scheunen total abgebrannt und mehrere Wohnhäuser stark beschädigt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt; es wird erzählt, daß in einer Scheune eine Laterne explodiert sei. Darmstadt, 26. Juli. Gestern fand dahier die Generalversammlung des katholischen Lehrervereins für das Großherzogtum Hessen statt. Folgende Resolution sand einstimmige Annahme: "Die am 25. Juli zu Darmstadt tagende Generalversammlung des Katholischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen erhebt die dringende Bitte an die Erste und Zweite Kammer und an die hohe Landesregierung, daß dieselben in Ansehung der großen materiellen Notlage der Landlehrer dahin wirken, daß für dieselben eine zeitgemäße Gehaltsaufbesserung noch in diesem Jahre, und zwar mit Wirkung vom 1. April 1900 an, auf gesetzlichem Wege herbeigeführt werde." Bingen, 25. Juli. Eine tragikomische Geschichte passierte einem hiesigen Einwohner. Er hatte sich abends in der Nahe durch ein Bad erfrischt, und fanb hernach, als er wieder ans Land stieg, von seinen dort niedergelegten Kleidungsstücken nur noch Rock und Hut vor, während alles andere verschwunden war. Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als sich mit Rock und Hut bekleidet, wieder in die Nahe zu stellen, und so lange um Hilfe zu rufen, bis ihn ein Bekannter hörte, und ihm andere Kleider brachte. *♦ Fellingshausen, 26. Juli. Zu unserer vorgestrigen Notiz aus Fellingshausen schreibt man uns: Bekanntlich hat die genannte Firma (Rinn & Cloos) eine erst vor mehreren Monaten übernommene Heuchelheimer Fabrik veräußert und sich infolge des größeren Arbeiterverlustes an die Käuferin, die auch zugleich in Kinzenbach eine größere Anzahl Heuchelheimer Arbeiter ausgenommen hatte, veranlaßt gesehen, in anderweitigen Anlagen teilweise Ersatz zu suchen. Wetzlar, 26. Juli. Am 12. und 13. August wird die Kreisschützengesellschaft auf ihren Schießständen in der Brühlsbach ihr Königschießen nebst einem größeren Preisschießen abhalten. Gleichzeitig soll zum erstenmal ein Volksfest damit verbunden werden, sodaß neben einer guten Restauration an beiden Tagen Konzert und Tanz stattfindet, Montagmittag auf dem Festplatz ein gemeinschaftliches Festessen rc. Für Schaubuden verschiedener Art ist auch bestens gesorgt. Marburg, 26. Juli. Zugleich mit der Rektor wähl hat auch die Wahl der Dekane stattgefunden. Das Dekanat der theologischen Fakultät wurde Pros. Dr. Herrmann, das der juristischen Prof. Dr. Lehmann übertragen. In der philosophischen Fakultät wird Prof. Dr. Koschwitz, in der medizinischen, Prof. Dr. Behring das Dekanat verwalten. Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In dem Dorfe Ar heil gen bei Darmstadt find bei zwei Familien die Blattern ausgebrochen. Impfungen und sonstige Maßregel sind angeordnet worden. Auch in Frankfurt a. M. herrschen seit einiger Zeit die Blattern. — Am Mittwoch wurden in Marburg drei nicht abgeholte Gewinne, ein Bulle, eine Kuh und ein Rind versteigert. Der Erlös betrug 620 Mk, Das Geld wird bei der Sparkasse deponiert und fällt später, trenn cs nicht abgeholt wird, der Heerdbuch-Gesellschaft zu. — In Wetzlar hat sich ein Komitee gebildet, das die Errichtung eines Bis- marckturmes auf der Garbenheimer Warte in die Wege leiten will. Die Kosten, etwa 6000 Mk., sollen durch freiwillige Gaben aufgebracht werden. Die ursprüngliche Absicht, den Turm auf dem Stoppelberg zu errichten, scheiterte an dem begründeten Einspruch der Forstbehörde. Vermischtes. * Eine sehr h ä ßliche Geschichte erzählt die „Dtsch. Tagesztg.", ein bekanntlich hochagrarisches und antisemitisches Blatt. Wir überlassen die Beurteilung der widerlichen Vorgänge unserem Lesepublikum und geben die Gedichte genau mit den Worten des genannten Blattes wieder. Diese Korrespondenz lautet: B o r ku m, 25. Juli. Samstag und Sonntag gab es in unserm judenreinett Bade gewaltige Aufregung. Bekanntlich wird allabendlich in den von der Badekapelle ausgeführten Konzerten, die abwechselnd im Strandhotel und im Kaiserhof 'tattfinden, auf Verlangen des Publikums das Borkumlied gespielt Und mit stets gleicher Begeisterung gesungen. Der Schluß des Liedes lautet: „Doch. wer Dir naht mit platten Füßen, Mit Nasen krumm und Haaren kraus, Ter soll nicht Deinen Strand genießen Der muß hinaus! Der muß hinaus! Raus!" Dieses Lied hatte es nun einem Königlichen Regie- rungs-Baurat E. H e n s e l aus Hildesheim angethan. Dieser Herr verfaßte ein „Peking-Lied", worin die Chinesen aufgefordert werden, die Deutschen zu massakrieren. Der Schluß dieses Pamphlets lautet: „Doch wer Dir naht mit blonden Haaren, Mit weißem Teint und blauem Äug', Der soll nicht Deinen Schutz erfahren. Dem schlitz' den Bauch. Dem schlitz' den Bauch!" Dieses Gedicht wurde gedruckt und am Samstagabend in einigen Exemplaren durch einen Badewärter im Konzert verbreitet. Als man den Mann fassen wollte, war er verschwunden. Eine begreifliche Aufregung bemächtigte sich >es Publikums, als der Text des Liedes bekannt wurde. Die Aufregung steigerte sich, als die Kapelle sich weigerte. | das Borkumlied Alt spielen, angeblich, weil sie fürchtete, daß das Peking-Lied gesungen werden würde. Da also die Kapelle nicht wollte, so wurde das Borkumlied ohne Musik gesungen, der letzte Vers wiederholt. Als die Kapelle dann in ihrem Programm fortfahren tvollte, wurde sie durch Pfeifen und Katzenmusik daran gelsindert. Auch das nunmehr von der Kapelle angestimmte Borkumlied wurde niedergeschrieen. In großer Aufregung ging man auseinander. Am folgenden Tage galt es vor allem, den Verfasser des schmachvollen Chinesenliedes festzustellen. Der Badearzt Dr. ttok versammelte die Badewürter und ließ sich den Verteiler des Liedes nennet:. Nachdem dieser gesunden war, wurde den ganzen Tag über nach dem Herrn gefahndet, der den Auftrag zur Verteilung gegeben hatte. Endlich, abends 6 Uhr, wurde er, ruhig in seinem Zelte am Strande fitzend, angetroffen. Sofort sammelte sich eine größere Menge um das Zelt. Ein Knabe, der mit den Worten: „Ist es denn ein Jud?" in das Zelt hineinsah, erhielt von dem Insassen einen Schlag. Da sprang ein Herr, ein preußischer Major, vor, faßte den Judenfreund am Halse und schlug ihn rechts und links hinter die Ohren, indem er ausrief: „Was, der gemeine Schuft wagt noch unsere Jungens zu schlagen!" Ein anderer Herr, der den Geprügelten fragte, ob er wirklich der Verfasser des Liedes sei, bekam zur Antwort: „Ja, ich rechne es mir zur hohen Ehre, das Gedicht verfaßtzuhaben. DergestrigeMoment, als es verteilt wurde, ivat einer der schönsten meines Lebens." Ein dritter Badegast, ebenfalls ein Major, trat auf ihn zu und sagte: „Sie sind der gemeinste Schuft, den die Erde trägt, und ich nenne Ihnen hiermit meinen Namen, M a j o r K. a u s H., wenn Sie vielleicht wünschen sollten, dies auch an anderer Stelle bestätigt zu sehen." Als Herr Hensel trotz dieser Zurechtweisung keine Miene machte, den Strand zu verlassen, wurde er am Arm gefaßt und ab geführt, Damen schlugen mit Schirmen auf ihn ein, alles wies mit Fingern nach, ihm hin. Nachts wurde das Haus durch einen Gendarmen bewacht, trotzdem hatte man die Vorsicht gebraucht, den „Dichter" selbst auszuquartieren. Das nächste Dampfschiff trug Herrn Hensel mit Familie am frühen Morgen voni dannen. Universität und Hochschule. — Man schreibt aus Straßburg: Die theologische Fakultät der hiesigen Universität hat den Anstaltsgeistlichen der Rheinischen Provinzial« Irrenanstalt Grafenberg, Pfarrer Paul Pieper in Gerresheim, zum Ehrendoktor der Theologie ernannt. Pieper hat sich litterarlsch durch Herausgabe des hinterlaßenen Werkes von I. Huelsmann: „Beiträge zur christlichen Erkenntnis", und durch ein im letzten Jahr erschienenes Werk „Kirchliche Statistik Deutschlands" hervorgethan. Besondere Verdienste hat er sich ferner um die Jrrenpflege und den Kampf gegen den Alkoholismus erworben. Kirchliche Nachrichten. Evarrgelifche Gemeinde. Sonntag den 29. Juli. 7. nach Trinitatis. Gottesdienst. In ver StavMrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Kraus. Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Irr ver JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukas- gemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst für die JohanneS- gemeinve. Pfarrer Dr. Naumann. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. SamStag den 28. Juli. Nachmittags um 4V» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenbeit ur heil. Beichte. Sonntag den 29. Juli. 8. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6*/a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. , um 9Ve Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 28. Juli 1900. Vorabend 7« Uhr. morgens 8M Uhr, nachmittags 4 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 9°» Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 28. Juli 1900. Freitag abenb 7« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 9°e Uhr. Nachmittag S»a Uhr Schrifterklärung in der Synagoge. Wochengottesdienst morgens 6^ Uhr, abends 7«> Uhr. IG Meldungen. Berlin, 27. Juli. (Telephon-Meld, des „Gieß. Anzeigers" 2 Uhr 15 Min. mittags.) Ein an hiesiger amtlicher Stelle eingegangenes Telegramm besagt, daß es einem Reitknecht des ermordeten deutschen Gesandten Freiherrn v. Ketteler gelungen ist, am 9. d. M. aus Peking zu entkommen. Nach der Aussage dieses Dieners, der sich jetzt in Tientsin befindet, haben die fremden Gesandten am 9. d. Mts. noch gelebt und wären auch noch mit Nahrungsmitteln für 15 Tage versehen gewesen. Während man früher an die Ermordung sämtlicher Fremden glaubte, ist man jetzt in maßgebenden Kreisen zu der Annahme geneigt, daß die chinesisch^ Regierung die Gesandten als Geiseln zurückhält. 5146 5152 Gießen, den 27. Juli 1900. Vereinsfahnen, Franz Reinecke, HANNOVER, 5147 03097 Postkarte. von Willich. 5144 VelteeSwsg 2, I. 4723 5149 HrntegetränK für Landleute - Mit GoId.Medaille prämiirt. 5141 in Hamburg. «Höbt. Zimmer mit Pension zu beim. JJ* 03076 Bteichstraße 21, I. Staats ko m m i ssar. Bad Salzhausen 5136 Verantwortlich für dm allgemeinen Teil: P. Wit-tk») fflr den »nzei^Metd: ©td. — »ruck und Verlag der Vrüchl'schan UntarrfitStr.Buch« und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. MAGGI ?.it verknusen PerMedenes Offene Stellen. Äuns Gesuche Vermietuunen Wretgeluche Wer nimmt ein l'/r jähr. Kind sofort in Mege? Off, u. M, 8. 03099 an die Exp. d. BI. Freiwillige Versteigerung. Mittwoch den 1. August d. 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