ten. uni: ■toiizetl Ifl FrWurt Krauss«, —7-—^Än| ^^SSÜSnetjü^ D !>l ittnitln ld-3. rt ju ömnieten. ____Mi_ Laden, M m betzn 2a«; r MM und Logis VN k«- ^.iu vermieten. biteft MtrltdL p Unbau lönntn t niitigt werden. rt-n^dey tmt 2 6far mieten. S--oM,». üne grobe, geraumst* ju vermieten. Robert etvhl, »kl^: fern* t«teilt! IN-O AO 02668 K. Johl, P r tüchtige lü Milli tmid zu böchßem d1- •"■ mm, SchlojsermeU t M mW-, Kristian gaitt, r einen tüchtige« jttidwl । hohen Lohn. C. Rubsam Lahnstra^ retTtÄ^ ,utet W' W®e«»S,W jefirtnP sM Kr. 147 Zweites Blatt Mittwoch den 27. Juni 190« General-Anzeiger Anrts- und Auzeigeblutt füp den Wek Gieren « Alle Anzeigen-BermittluogSftellm M 3n* unb Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen« ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwSrtS 20 Pfg. «w*»ttton und Druckers: Met#t*le 9t. 7. Adresse für Depeschm: A«,eiger Kietz«« Fernsprecher Nr. 5L ■* *»•!■« **■ Anzeigen zu der nachmtttags für Vä «M «scheinenden Nummer di» vor«. 10 HW. MOißiAungen spätestens odendS vorher. GrMsdrilagr«: Meßmer Famrtienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für heUsche UolKsKunde. —Ri—-5-——ÄSwgEBBÄHBBe—55—■ Dezugspret» »ierteljährl. Mk. 2.» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abhotestcllen »ierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 6b Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierleljähs. mit Bestellgeld. .^»Ä^hÄ'/Är D d S Gießener Anzeiger Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Mittwoch den 4. Juli l. Js., vormittags MNVi Uhv, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung deS ProviuzialtagS der Provinz Oberheffes mit folgender Tagesordnung statt: „Die Errichtung einer Provinzial-Siechenanstalt." Gießen, 23. Juni 1900. Der Vorfitzende des ProvinzialtageS. v. Bechtold. Die Wirren in China. Die jüngsten Ereignisse in Ostasien, die deshalb vom ßoirser befohlene Mobilmachung der beiden Seebataillone, dir letzten amtlichen Depeschen über die Vorgänge im fckhoflusse und bei Tientsin und das Gefecht unseres Ka- «t ienbootes „Iltis" mit den Takuforts halten jedermann in Spannung und Erregung. Man mutz von Glück sagen, dag: der „Iltis" selbst und seine vitalen Teile gar nicht, vdt r doch gewiß nicht nennenswert beschädigt sind. Nur bei Aufbau, also die Brücke (vielleicht sind auch die Kampagne und die Back auf dem Oberdeck, unter denen die ll^hnräume der Offiziere und Mannschaften liegen, gemeint) ist stark beschädigt. Desgleichen sind die 8,8 Ctm.- Achchütze unbeschädigt. Letztere stehen zu je zweien frei «tltern auf der Kampagne und vorn auf der Back, sind aljo sehr ausgesetzt und haben keinen weiteren Schutz, als bi( dünnen, jtrichterförmigen Stahlschilde. Der „Iltis" isc >aus Stahl gebaut und für den Tropendienst besonders eir^erichtet. Der Schiffskörper entbehrt jedes Panzer- schntzes. Die beiden kleinen vertikalstehenden Maschinen vom 1300 Pferdekräften geben dem Schiffe eine Geschwindig- keii von 13 Knoten. Die Besatzung zäHlt 120 Köpfe. Kor- »t Ittenkapitän La ns, dessen hervorragende Eigenschaften als Seeoffizier in Marinekreisen hochgeschätzt werden, ge- höi t der Marine seit April 1878 an und wurde am 12. Dezember 1898 zum Korvettenkapitän befördert. — Ein Lon- bowier Telegramm besagt, Lans sei bei der Erstürmung der laVuforts durch Schüsse in die Beine verwundet worden; ttoltzdem habe er sein Schiff mit großer Schneidigkeit in lernt, Gefechte geleitet. Uebrigens betrage die Zahl der chinesischen Verluste bei Taku 2000 Mann. Dem gefallenen Oberleutnant z. S. Hellmann schien einte glänzende Laufbahn bevorzustehen. Er trat im April 189’2 ein und wurde am 11. November 1898 zum Oberleutnant z. S. befördert. Der übrige Stab des Iltis setzt sich zuscammen aus: 1. Offizier Kapitänleutnant .Kühne, Ober- knttnant Hoffmann-Lamatsch, welcher zuletzt das Kom- maiado führte, v. Hippel (Wilhelm), Nerger, Stabsarzt ir. Schober, Ober-Zahlmeister Koslick, Ober-Maschinist Wunsch Die Mobilmachung der beiden See-Bala iillo ne ist in außerordentlich rascher Zeit vor sich |itf) gegangen. Schon am zweiten Mobilmachungstage »tuen sämtliche Dispositionsurlauber in Wilhelms- lawen, wie von dort geschrieben wird, eingetroffen, und kctritS am 23. stand das 2. Bataillon in feldmarschmäßigem SiiMge vor seinem Kommandeur, Major v. Kronhelm. Die vifäinglich geplante Ausreise per Marinetruppe am morgen- kn Mittwoch ist auf Wunsch des Kaisers bis auf den 3. Juli verschoben worden. Der Kaiser will sich persönlich ton den hinausgehenden Offizieren und Mannschaften ver- tbschiieden, wie er es bei jedem nach Kiautschou im Frühjahr «begangenen Ablösungstransport gethan hat. Durch die Mderten Bestimmungen ist für die Ausrüstung dieses sc»ßten aller Transporte, den unsere Marine nach dem luSlande entsandt hat, jedenfalls sehr viel kostbare Zeit jMonnen, die namentlich im Interesse der Verpflegung afs beste ausgenutzt wird. Die Frankfurt nimmt das ’ Seebataillon, die 8,8 Zentimeter-Feldbatterie und das Lif besonderen Befehl des Kaisers kommandierte Pionier- ktachement an Bord. Die Entsendung dieses Truppenteils :tirfte auf Anraten des Prinzen Heinrich erfolgen, :icr auf Grund seiner gründlichen Kenntnisse der Verhält- nri|fr in Ostasien die Beigabe von Pionieren für unerläßlich .Lteilten hat, schon um unfern ebenfalls im Pionierdienst ^gebildeten Seesoldaten als Lehrer und Mitarbeiter im Mn zu dienen. Das 1. Seebataillon schifft sich in Wil- Hlmshaven auf dem Wittekind ein und wird mittels Son- SvMgs am Tage der Ausreise nach China von Kiel nach tkr befördert. Der Inspekteur der Marine-Infanterie, ^naeralmajor v. Höpsner, wird den etwa 2500 Mann Memden Transport selbst leiten und sich an Bord des Nlürkinb einschiffen. Auch für Musik ist gesorgt. Jedes Manllon nimmt eine Kapelle von 18 Mann, unter Leitung Mess Oberhoboisten, mit. Die zur Herstellung der Kriegs- ssLM des 2. Seebataillons gewählten Freiwilligen sind wi Mnzen etwa 600 Mann. Die Mannschaften empfangen außer ihrer gewöhnlichen Uniform, zu der noch die Litewka tritt (diese bildet die Winter-Ausrüstung), auch eine vollständige Tropen - Ausrüstung, Khaki - Anzug , Mütze und Tropenhelm. Die Verpflegung der Truppe vom Tage der Einschffung bis zum Tage der Landung in China ist Angelegenheit des Norddeutschen Lloyd; dagegen hat das Verpflegungsamt der Nordseestation eine vollständige Verpflegungsausrüstung für zunächst drei Monate für den ganzen Transport zu stellen. Im kaiserlichen Verpflegungsamt herrscht daher Tag und Nacht eine angestrengte Thätigkeit. Um sich nur einen annähernden Begriff zu machen von dem, was hier zu leisten ist, mag nur erwähnt werden, daß über 6000 Stiften in der sogenannten Marineverpackung für Seetransport und Tropen zur Verladung kommen, "außer den Fässern mit Rinderpökel-, Salzfleisch, Hammelfleisch und Kohl, Präserven und Konserven, Dürrgemüse, Hartbrot und Getränken. Alles, was es auch nur sei, Hülsenfrüchste, Mehl, Zucker, Kaffe, Thee, Butter usw. wird zunächst in eine Zinkkiste von etwa 50 Kilo Inhalt mit aufgelötetem Deckel verpackt; die Zinkkiste mit einer starken Holzkiste mit aufgeschraubtem Deckel umgeben. Diese wird mit Bandeisen umschlagen und zum Schluß mit einer Signatur versehen. Der mit dem Transport zum Versand kommende Proviant nimmt allein einen Schiffsraum von 700 Kubikmeter in Anspruch und würde mindestens zwei volle Güterzüge befrachten. Hierzu kommt noch die sehr bedeutende Ausrüstung an Kriegsmunition, Lazarett- und Feldlagereinrichtungen. Der inzwischen in Taku mit der Köln eingetroffene 1200 Mann starke Ablösungstransport ist zur Verfügung des Chefs des Kreuzerge- schwabexs gestellt, so daß sich die Stärke unserer in Ostasien weilenden Truppen auf rund 4 800 Mann beläuft. In Kiel findet am Donnerstag die Besichtigung des zur Abfahrt fertigen Panzerkreuzers „Fürst Bismarck" statt. Am Freitag wird das Schiff die Fahrt nach China antreten. Ueber die bisherige Beteiligung der deutschen Marinetruppen aln den Entsatzversuchen von Peking und Tientsin teilt man folgendes mit: Von den zum Schutze der Botschaft resp. nach Tientsin entsandten deutschen Truppen, sind 50 Mann in Peking, 40 Mann in Tientsin (durchweg vom Seebataillon) stationiert. Ein späterer Nachschub von ca. 40 Mann Marineinfanterie verteilte sich auf beide bedrohte Punkte. Wie weit die 450 Mann von Tientsin aus gekommen sind, ist unbekannt. Seit ihrem Abmarsch von Tientsin nach Peking weiß man absolut nichts mehr von lohnen. Die Ungewißheit über das Schicksal der Europäer in Peking und Tientsin, sowie der zu ihrer Rettung entsandten Hilfstruppen dauert immer noch an. Da zwischen Tschifu nnd Taku neuerdings ein regelmäßiger Depeschenverkehr eingerichtet ist, kann das Ausbleiben aller amtlichen Nachrichten nicht als ein beruhigendes Moment gelten. Soweit die privaten Meldungen erkennen lassen, ist eine Besserung der Lage leider nicht zu verzeichnen; im Gegenteil scheint der Aufstand immer weitere Gebiete zu ergreifen, was um so bedrohlicher ist, als alle verfügbaren militärischen Kräfte der Mächte zunächst am Peiho eingesetzt werden müssen. — Die „Bert. N. N." schreiben: Unseres Wissens ist bisher von keiner Macht der Gedanke einer Kriegserklärung an China angeregt worden. Die chinesischen Truppenkommandanten bei Taku und bei Tientsin haben durch die That den Krieg eröffnet, und es bleibt zunächst den Macksten nichts! übrig, aAs sich gegen diese chinesischen Truppen zu wehren, gleichviel, ob sie aus eigenem Antrieb ober auf Befehl der Zentralregierung gehandelt haben. Demgemäß läßt auch keine Macht in ihren Rüstungen nach. Insbesondere verstärken England und Rußland ganz bedeutend ihre ostasiatische Streitmacht. Der „Nowoje Wremja" wird aus Wladiwostock gemeldet : Die Lage in China verschlimmertsich. Der Aufstand hat bereits größere Gebiete umfaßt und zieht sich nach Süden hin. In Shanghai streiken die Arbeiter. Die Schiffe können nicht auslaufen, da keine Arbeiter vorhanden sind, die Verladungen auszuführen. Man erwartet täglich, oaß auch in Shanghai der Aufstand ausbricht. — Ein anderes Telegramm meldet, daß die fremdenfeindliche Bewegung nördlich nach Niutschwang um sich.gireife. Zur Bewältigung der Unruhen in China seien 100000 fremde Truppen erforderlich. Die aus China ein getroffenen Telegramme stimmen darin überein, daß sich die dortigen Ausländer, soweit sie sich noch gegen den an Zahl und Ausrüstung übermächtigen Feind halten können, in einer furchtbaren Lage befinden. Die Chinesen kämpfen in Tientsin mit großem Fanatismus und in so großer Ueberzahl, daß die Ausländer unterliegen müssen. Bei dem am Freitag wieder ausgenommenen Bombardement der Stadt versuchten die Ausländer, sich gegen die Bomben durch naßgemachte Stückgüter zu schützen; sie leiden aber ungemein unter dem Bombardement und unter dem Mangel an Nahrungsmitteln. Bisher sollen 300 Ausländer ums Leben gekommen sein. Die Lage der Ueberlebenden in Tientsin ist auch deshalb verzweifelt, weil der Fluß zu flach ist, um in Booten zu entfliehen. Mit 60 schweren Geschützen wird die Stadt beschossen; auch ein furchtbares Gewehr- feuer durchfegt die ausländische Nieoerlassung. — Eine kleine weiße Truppe soll mehrere Tage 40 Meilen- westlich von Tientsin mit einer überwältigenden chinesischen Truppenmacht gekämpft haben und bann Hiebet« gemacht worden sein. Man befürchtet, daß es die Kolonne Seymours gewesen sei. Die Kaiserin hat, obwohl sie alle Verantwortung für die Ereignisse ablehnt, geheime Befehle an den Gouverneur von Petschili ergehen lassen, jedem Vordringen der fremden Truppen entgegenzutreten. — Ein Shanghaitelegramm der „Times" besagt, daß der dortige Eisenbahndirektor Schleng am Samstag eine Pekinger Depesche erhalten habe, wonach die Ausländer dort am 20. Juni sicher waren, daß aber alle Gesandtschaften außer der britischen, österreichischen und belgischen nieder- gebrannt seien. Die auswärtigen Gesandten hätten vom Tsungliyamen ihre Pässe zurückverlangt. * ♦ * Telegramme des Giefieuer Anzeigers. London, 26. Juni. Ueber die Lage in den vom Aufstande noch nicht berührten Teilen Chinas meldet ein Telegramm: Die Nachrichten aus dem Norden Chinas haben auf alle Eingeborenen einen schlimmen Einfluß ausgeübt. Dte Bewaffnung der Chinesen scheint von den Europäern unterschätzt zu werden. In Shanghai ist zwar alles ruhig, doch ist man nicht ohne Sorge. Im Hafen liegen sechs Schiffe der Mächte. Von dem englischen Kriegsschiffe „Daphne" wurden verschiedene Geschütze und drei Maxim- Kanonen zur Verteidigung des britischen Konsulats gelandet. Die Christen in Kanton find bedroht und wurden der Sicherheit halber nach Kaulun gebracht. Loudon, 26. Juni. Nach einem Telegramm aus N e w- 9)ort wird gemeldet: Folgende wichtige Botschaft ist vom „New^Aork Journal" aus Tsinanfu am Montag veröffentlicht worden: Der offizielle Bote, der Peking am Dienstag verlaffen hat, ist hier angekommen. Die Ge- sandschaften sind unversehrt, die Gesandten selbst unverletzt. Sie verlangen ihre Pässe von Tsung li Damen. Loudon, 26. Juni. „Dtorning Leader" meldet aus Washington, die amerikanische Regierung habe mit der englischen eine Vereinbarung getroffen, wonach die beiden Mächte darauf bestehen, daß keine Großmacht sich einen besonderen Einfluß nach Wiederherstellung der Ruhe in China zusichern wird. Loudon, 26. Juni. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai: Beamte schätzen die Zahl der Aufstänbischen auf 3 Millionen. Sie glauben an ein Gerücht aus chinesischer Quelle, daß ein neuer Kaiser bereits proklamiert sei. Die chinesische Regierung soll sich monatlich 20000 Waffen haben liefern lassen. Loudon, 26. Juni. „Daily Telegraph" berichtet aus Petersburg, die russische Regierung habe die notwendigen Maßregeln zur Mobilisierung der Reserve getroffen. — Aus Hongkong wird von gestern gemeldet, daß der Dampfer Hainong mit einer Million Patronen ab- gedampft ist. Die Truppen von Macao sind mobilisiert. Loudon, 26. Juni. Eine Autorität in chinesischen Angelegenheiten erklärte einem Vertreter der Westminister Gazette, Sir Robert Hart war, wie er wisse, reichlich mit Kurieren versehen, und wenn die geringste Möglichkeit vor- Händen wäre, würde er eine Meldung durchbekommen haben. ES sei undenkbar, daß die Hand voll Europäer nur einen Tag gegen eine mächtige blutdürstige Rotte von Chinesen Stand halten konnte. Er glaube nicht, daß irgend einer noch am Leben sei. Loudon, 26. Juni. „Daily Expreß" veröffentlicht ein Interview mit dem Bruder des Admirals Seymour, der erklärte, keinerlei Mitteilungen machen zu können. Er sei jedoch der Ansicht, daß die internationalen Truppen in Peking eiugetroffen seien, um die Gesandtschaften zu beschützen. Madrid, 26. Juni. Spanien ist entschloßen, ebenfalls in Ostasien vorzugehen. Es wird zum Schutze seiner Landes-Angehörigen in China den besten Kreuzer Carlos Quinto mit 400 Mann absenden. Wie«, 26. Juni. Wie verlautet, sollen infolge der bedrohlichen Lage in China zwei weitere österreichische Kriegsschiffe dorthin abgehen. Telegramme M Gietzeuer Anzeigers. Loudon, 26. Juni. Aus Kapstadt wird von gestern gemeldet: Infolge eines Gefechtes bei Honingspruit verloren die Engländer 40 Tote und Verwundete. General Hamilton erlitt infolge Sturzes seine- Pferde- einen Bruch der Kniescheibe. London, 26. Juni. Aus Standerton wird gemeldet, daß gestern der erste Eisenbahuzug aus Natal via LaingS- nek mit einer großen Menge Eisenbahnmaterial eingetroffen ist. Eine Anzahl Buren unterwarfen sich und lieferten ihre Waffen aus. Der Krieg ite Südafrika. Der Aufstand in der Kap-Kolonie, nördlich vom Oranje-Fluß, ist beendet. Das Kommando de Villier'S, bestehend aus 220 Mann, 280Pferden, 18 Wagen, 260 Gewehren und über 100000 Kugeln, kam in Blickfontein an und übergab sich dem General Warren. In dem Kommando befinden sich 16 Führer der Aufständischen. De Villier» selbst ging mit einer kleinen Abteilung ostwärts. Am Samstag haben die Engländer Heidelberg, südöstlich von Johannesburg, besetzt. Die „Central News" meldet aus Standerton vom Sonntag: General de Wet umzingelte ein aus 140 Mann bestehendes Detachement der Hochländer- Brigade, das eine BerpflegungSkolonne von 61 Waggons exkortierte. Der Ueberfall fand zwischen Roodeval und Heilbronn statt. Die Streitmacht de Wet's betrug 1400 Mann und 7 Geschütze, sodaß die Hochländer nur geringen Widerstand leisten konnten und sich ergeben mußten. General Kitchener ist im Südafrika nur um Haaresbreite einer Gefangennahme durch die Buren unter Kommandant de Wet entgangen. Kitchener scheint in großer Sorglosigkeit sich zur Nachtruhe in einem Eisenbahnwagen auf der Station Kopjes-Siding, nur 2 Meilen vom Rhenoster- River entfernt, niedergelegt zu haben, wahrscheinlich ohne zu wissen, daß de Wet in bedrohlicher Nähe war. Gegen 3 Uhr morgens eröffneten die Buren plötzlich ein scharfes Gewehr- und Geschützfeuer, und dieser Angriff fand den englischen General vollständig unvorbereitet. Er scheint sogar ohne ausreichende Bedeckung gewesen zu sein, denn es heißt in dem Telegramm, daß er sich selbst sein Pferd satteln mußte und dann Hals über Kopf nach Rhenoster- River galoppierte, wo eine britische Abteilung Infanterie und Artillerie mit sechs Geschützen zu seiner Verfügung stand. Obwohl die Buren nur 900 Mann stark waren und nur drei Geschütze mit sich führten, konnten die Engländer nicht verhindern, daß sie eine kleine Eisenbahnbrücke, die gerade wieder hergestellt war, aufs neue sprengten und den Zug des Lord Kitchener mittelst Dynamit von den Schienen warfen und gründlich zerstörten. Deutsches Reich. Berlin, 25. Juni. Aus Kiel wird gemeldet: Aus Anlaß der Enthüllung des Denkmals Kaiser Wilhelms I. in Holtenau sind sämtliche Kriegsschiffe und die zahlreich im Hafen liegenden Segelyachten reich beflaggt. Der Kaiser fuhr von der „Hohenzollern" im BerkehrS- boot „Hulda" nach dem Platz in Holtenau, wo das Denkmal errichtet ist. Das Boot führt die große Kaiserstandarte. Um 9*/a Uhr landete der Kaiser mit den Gästen und Ge- | folge an der Landungsbrücke in Holtenau, wo Prinz Hein- ! rich und Prinz Kanin vnn Japan bereits anwesend waren. 1 Das Kaiserzelt war am Leuchtturm aufgebaut, die Tribünen mit Flaggenmasten im Halbrund errichtet. Gras PosadowSky hielt eine Ansprache. Sodann fiel auf einen Wink des Kaisers unter Hurrarufen der Anwesenden und Salut aller Kriegsschiffe die Hülle. Die Musik spielte die Nationalhymne und einen VerS des niederländischen Dankgebets. Der Kaiser, der hieraus das Denkmal besichtigte, dankte dem Grafen PosadowSky und dem Professor Herter. Der niederländische Kapitän Woerden vom Kreuzer „Noord- brabant" legte einen Kranz nieder. Am Nachmittag empfing der Kaiser den Prinzen Kanin von Japan an Bord der „Hohenzollern". — Wie ein Berichterstatter erfahren haben will, hat das preußische Staatsministerium in seiner letzten Sitzung hauptsächlich die Po len frage und Kanal- vorlage einer eingehenden Besprechung unterzogen. Gerüchtweise wird erzählt, daß im Schooße des Staats- Ministeriums sich wieder eine Strömung dahin geltend mache, wenn möglich den Landtag zu einer Herbsttagung zusammenzuberufen und die Kanalvorlage alsdann dem Landtage zu unterbreiten. — Die Frage der Reform der Eisenbahn-Personentarife hat das Staatsministerium bereits in einer früheren Sitzung Anfangs April beschäftigt. Dieselbe hat auch iu einer der letzten Sitzungen zur Prüfung und Entscheidung vorgelegen. Sie ist jedoch noch nicht zum Abschlusfe gekommen, denn die süddeutschen Regierungen haben Einsprüche erhoben, die noch nicht alldem Wege geräumt worden sind. Schwurgericht. Gießen, 26. Juni 1900. Die gestrige Schwurgerichtsverhandlung wurde wieder vom Landgerichtsrat Holzapfel eröffnet. Als Beisitzer fungierten Landgerichtsrat Prätorius und Amtsrichter Schmidt. Es handelte sich um Vergehen im Amt und um Meineid, dessen der ehemalige Bollziehungsbeamte Zimmermann Meuser von Büdingen beschuldigt ist. — Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, die Verteidigung war Rechtsanwalt Grünewald. Zu Geschworenen wurden ausgelost: 1. Landvitt Philipp Mengel Groß-Karben, 2. Landwirt Eduard Lutz. Elpenrod, 3. Landwirt Konrad Blei II. - Burkhardsfelden, 4. Privatier Jakob Rupp Dortelweil, 5. Kammerrat Ludwig Clemm-Lich, 6. Kommerzienrat Philipp Heyligenstädt-Gießen, 7. Kammerrat Louis Deru-Affenheim, 8. Kaufmann Friedrich Heimer-Gießen, 9. Drechsler Jakob Neidel-Wieseck, 10. Baumeister Karl Junker-Ortenberg, 11. Professor Dr. Karl Fromme-Gießen, 12. Lederhändler Loeb Baer-Gießen. Der Angeklagte ist 1870 zu Büdingen geboren; er war seit dem Jahre 1897 Vollziehungsbeamter für den Bezirk Büdingen und ist seines Amtes infolge der zur Anklage stehenden Strafthaten enthoben worden. Er wird beschul- digt, in 3 selbständigen Handlungen als Beamter Thatsacheu beurkundet zu haben, die überhaupt nicht geschehen find, und gleichzeitig damit Urkundenfälschungen begangen zu habe«. Ferner wird Meuser beschuldigt, am 11. Dezember v. I. vor dem Schöffengericht zu Büdingen in der Strafsache gegen Christoph Peter KnauS in Düdelsheim wegen Pfand- Veräußerung wiffentlich falsche Aussagen unter Eid gemacht zu haben. Der Angeklagte gesteht die Fälschungen in alle» zur Anklage stehenden Fällen zu, während er den Meineid in Abrede stellt. Der Thatbestand der Anklage ist folgender: Meuser ist im Jahre 1897 vom KreiSamt Büdingen als Vollziehung^, beamtet in Pflicht genommen. Anfang August 1899 hatte er bei Chr. Peter KnauS in Düdelsheim eine Pfändun/ vorzunehmen; er begab sich in Begleitung des Polizeidieners, der als Urkundsperson bei dem Akte dienen sollte, in du Wohnung des Knaus. Die Beamten trafen hier nur Frai Knaus, sie erklärte, die Sache gehe sie nichts an, sie wolle ihren Mann rufen lassen. Meuser verlangte, die Fra: solle ihm einen Gegenstand als Pfand angeben. Frar KnauS aber erklärte sich hierzu nicht bereit, und die Beamter verließen unverrichteter Sache die KnauSsche Wohnung Aus dem Wege zur Bürgermeisterei sanden sie auf die Straße einen Wagen, von dem der Polizeidiener wußte, tc gehöre dem KnauS. Diesen Wagen nahm Meuser in Pfau!, man schaffte ihn vor das Haus des Bürgermeister- urv schloß ihn mit einer Kette fest. Den Schlüssel übergab mon dem Bürgermeister, worauf Meuser nach Büdingen zuruv । kehrte. KnauS beschwerte sich am andern Tage in Büdmg-n beim Kreisamt, daß man den Wagen nicht in seinem Beltz gelassen hatte. Das KreiSamt verlangte von M. bte legung seiner Akten in Sachen KnauS, besonders aber »x verlangt worden die Einreichung des Pfändungsprotokoll- — Die Beschwerde des KnauS wurde vom Kreisamt zuriü gewiesen und K. wegen Pfandentziehung vor dem Schöffe gericht unter Anklage gestellt, von diesem aber freigesproch« I In der Verhandlung ergab sich, daß eine ordnun^s I gemäße Pfändung deS Wagens überhaupt nicht stattgefunm I hatte, und daß das Protokoll nicht in Ordnung war, « I dem Schuldner sowenig wie dessen Ehefrau von der ® geblich erfolgten Pfändung deS Wagens Mitteilung R I war. Meuser beschwor damals, er habe der Frau Know I bei den Verhandlungen in der KnauS'schen Wohnung ' I klärt, er würde einen Wagen, der dem Ehemann geyo^ I pfänden, wo er denselben antreffe, er hätte dann oe I Frau Knaus da- aufgenommene Protokoll 8* I Unterschrift vorgelegt, diese hätte aber » I Unterschrift verweigert. Der Angeklagte hat T' I zugestandener Maßen da- Pfändungs-Protokoll erst m Wohnung zwei Tag- später, -l« da- K«lSamt « I forderte, angefertigt, worin er den ganzen Mndirngso wahrheitswidrig angibt, weiter hat er dabei bte W schrist des als Urkundsperson zugezogenen Polizeioterv i gefälscht. Bersammli 1. Mittei! laubnifl y der Gelv Fernie, ut in Flur 2- Äreifts Gi 5. Saugest hier: DiS! Sonnensw Georg H- Hettler Belassung Vorgarten schäft Gie! laubnis z l0. Verbn II. Gesuc Tennis-Plc lande. 12 sichtignng I ^tldschranl ** Ko Siebt heute £■ Metten ftr. 25 am Programm, b'eses Tron Masikfreunt o /* Die «ttl Duill u.tabfd itn Sm d„ ; f°° M-i-r tchon im E Frankfurter ^ottron (M m M red Sk httn * ’Ä SM Der An --«acht h°'' Sa--rschnst? ft IN Seil Md-t hab'" worin di'Z hat d-r W -de dann Ri webet eine P b-tüb-r ausge bie llni-rschn! kW- ,®8 dii allerdings lachlaisig Achllldsragen a[i Beamter im «ngust 8“ im November Handlnagen d ift wegen des die Nebenfrak der Wahrheit Verbrechens b Staatsar der Anklage, die Mildernn kommt. — 1 ist der Ansicl zur Last ;el Falle dbr r Die G< wann Pros spruch die auch die c Milderung; aus 1 Jab 2 Monate zu bringet Lat, die Der Geri Anrechnm büßte Sb Die Schwurge Blischenbc seines ge Äberwiesei gerichtSsis dämmerte, da mögen wohl trotz ausgiebigen Schlafes aus so manchem Hirn die runtiorenben Sektteufelchen noch nicht verschwunden gewesen sein . . . Auch am Sonntag bewährte sich dann wieder das traditionelle Mainzer Wetterglück. Im Kampfe mit schwer dräuendem dunklen Gewölk blieb schließlich Helios Sieger und sandte unerbittlich seine glühenden Pfeile hernieder auf das Menschengewimmel, das seit den frühen Morgenstunden alle Straßen, Plätze und Gäßchen füllte, Feiern des Tages wurden würdig und eindrucksvoll durch den akademischen Akt in der Stadthalle introduziert, wo mehr als 100 Instrumentalisten und mehr als 500 Vokaliften mit prächtiger Klangwirkung und voll dynamischer Steigerung Dr. Vollbachs schöne Kantate vortrugen. Die darauf folgende Huldigung aM Gutenbergs den km al vollzog sich trotz oes alle Straßen füllenden enormen Menschenknäuels unter Anwesenheit des Groß- Herzogs und seines Ministeriums in den Formen eines großartigen festlichen und weihevollen Aktes. Der Nachmittag versammelte alles, was „offizielle" Bedeutung bei diesem Feste in Anspruch zu nehmen berechtigt war, beim Banket in der Stadthalle, wo übefr 1500 Personen die Freuden eines ausgezeichneten Mahles und rheinischen Rebensaftes bei rauschenden Klängen der Musik und zündenden Tafelreden genossen. Wohin auch immer das Auge sich wandte, fiel es auf einen Blütenkranz ,schöner Frauen in duftigen Gewändern, auf blendende Nacken, glänzende Uniformen, blitzende Ordens-Dekorationen. Auch die Soutane des katholischen Priesterstandes war ziemlich zahlreich vertreten. Ein großer Volkskommers in der Stadthalle be- schloß den gestrigen Festtag. schen Gewerbefleißes! Aus diesen, ernster Arbeit und unermüdlicher I SchMffensfreude geweihten Räumen ging der durch das I Festprogramm vorgezeichnete Weg in die Sekt-Kellereien I der Firma Kupferberg. Sekt! — 3 Millionen Flaschen Sekt — eine I ganze unterirdische Stadt voll Sekt und Wein — dunkle, I schmale, endlos dünkende Gänge in diesen vom elektrischen I Licht nur matt erleuchteten riesigen Kellern, die, etagen- I mäßig übereinander gebaut, einen ganzen Berg durch- I höhlten. „Es giebt in Mainz zwei Berge, Von denen ist keiner ein Zwerg, Das ist der Kupfer- und Guten-, r Der Guten- und Kupferberg . . ." Falstaff selbst, der alte Schlemmer und Bramarbas, trank das perlende Naß stets gern; „Hol' die Pest alle feigen Memmen — Gieb mir ein Glas Sekt, Schurke!" läßt ihn Shakespeare im „König Heinrich IV." mehrfach ausrufen. Nun — die Gäste der Firma Kupferberg hatten es nicht nötig, ihre Wünsche in so drastischer Form zu | äußern. Denn kaum waren sie der sektgefiillten Unterwelt glücklich entronnen und in der Faßhalle gelandet, da knallten auch schon von allen Seiten die Pfropfen und man konnte kaum den mit sanfter Gewalt immer aufs neue die Gläser füllenden Küfern oder den im weiteren Verlaufe des animierten Festes den köstlichen Trank kredenzenden liebenswürdigen Mainzer Damen entrinnen. Was wunder, daß da so mancher den vorzeitigen Abschluß des festlichen Wallens für diesen Tag besiegelte! Denn schließlich muß ja auch der Mensch im festefrohen goldenen Mainz einmal schlafen und des Pokulierens Ende finden! Die Laune, die । uns bei Kupferberg beherrschte, findet einen ziemlich typischen Ausdruck in den mundartlichen Zeilen, die ich von dort oben an einen hessischen Landsmann auf der unvermeidlichen Ansichts-Postkarte richtete: „Freund, in Maanz is jetzt gut tarne. Wann de hier wärscht, glaabst de's aach. Morgens ohut mer sich erhewe Mit'm Kopp, wie voll vun Raach. Doch deß macht nix, immer Weir er Wird getrunke Sekt un Wei Biß de unnern Tisch gesunke-- No, dann läßt d'es äwe sei---" So sank denn am Samstag schon zu früher Abend- I stunde müde so manches schwere Haupt in die Kissen und I als der Johannis-Sonntag der Gutenbergfeier heraus- S o fest schwört der Mainzer auf dies traditionelle | Wetterglück, daß er dann sogar noch Wetten auf gut Wetter anbietet, wenn bereits ein orkanartiger Sturm durch die Gassen saust, wenn hohe Staubwolken auffliegen, dunkle Wolkenzüge das Firmament verfinstern und von fern her s ehr vernehmlich der Donner rollt. Zur Stunde der Eröffnung der typographischen Ausstellung im Kur- sürstlichen Schlosse, die sich im Beisein des Landesfürsten am Samstag nachmittag vollzog, tobte ein Gewittersturm über das alte Moguntia dahin, daß es einem angst und bange werden konnte. Das dauerte so ein halbes Stündchen, {bann lachte die Sonne so wohlmeinend und herzlich vom „frischgescheuerten" Himmel herunter, als ob gar nichts vorgefallen wäre; und stracks richteten sich alle die zerzausten Fähnchen und Wimpel und Guirlanden wieder auf, und präzis zur Stunde der Ausfahrt der der Aus- । stellungseröffnung beiwohnenden Festgäste war „Alles: Widder in d'r Reih!" . Die Ausstellung ist in den zu diesem Zweck ganz besonders geeigneten großen und lichtvollen Sälen des alten kurfürstlichen Schlosses untergebracht, sehr reichhaltig und von höchstem fachmännisch>en Interesse, dabei geschmackvoll Und übersichtlich gruppiert. Die Räume des Erdgeschosses enthalten den maschinellen Konflux, Setzmaschinen („Linotyp" und „Typograph", die sich in einer durchaus deplazierten Konkurrenzwut mit Flugschriften bekämpfen, die während des Eröffnungs-Aktes der Ausstellung viel bemerkt wurden), Schneide- und Heftmaschinen, Schnell- und Tigeldruckpressen verschiedenster Systeme (Frankenthaler Fabrikat, Hamm-Heidelberg) u. s. s. In den oberen Sälen «ist die Typographische Ausstellung das reine Wohlgefallen jedes fachmännisch geschulten Auges. Alte Zeugdrucke füllen deii kleinen Saal zur Linken des Treppenhauses, biie rechtsseitigen Räume enthalten prächtige Autotypien und Photogravüren; so zeigt z. B. die bekaniite Firma Meise nbach, Risfarth & Co. eine ganze Wandfläche geradezu vollendet schöner Erzeugnisse ihrer Kunst; wundervolle Farbendrucke stellt C. Grum- b ach-Leipzig aus. Daß auch der moderne italienische Kunstdruck auf der Höhe der Zeit steht, davon legt die Ausstellung der Turineser „Tipografia G. B. Pararra" ein schönes Zeugnis ab; allerdings handelt es sich hiev um eine der renommirtesten italienischen Firmen. I. I. Weber- Leipzig ist mit einer Holzschnitt-Reproduktion des bekannten Klinger'schen Gemäldes „Christus im Olymp" und mit anderen, diesem Kunstverlage zur Ehre gereichenden Blättern vertreten. Die Re ichsdr uckerei in, i Berlin zeigt sich, wie es einem so vornehmen staatlichen Institut zukommt, sehr ernst und würdig mit kartographischen Arbeiten, die „Vereinigung der Kunstfreunde Berlin" beschickte die Ausstellung u. a. mit einem sehr schönen und wirkungsvollen Kaiserbildnis. Daß das Plakat- Wesen in unseren anspruchsvollen Zeitläuften sich längst zu einer wahren und echten Kunst gewandelt hat, beweist u. a. dre Firma Seeg er-Stuttgart mit in Erfindung und Ausführung gleich erstklassigen Produkten. — Sehr hübsch und ansprechend sind auch die Dreisarbedi- Drucke (nach Pastell und Oelbild) von Aug. Schuler- Stuttgart. Mit dem Kunstdruck, mit dem Farbendruck und der Reproduktion in jeder andern Form hat auch das Schwesterkind des Buchdrucks, die Buchbinderei, gleichen Schritt gehalten. Was sie in vollendeter künstlerischer und technischer Kulmination zu leisten versteht, das führen uns die ausgestellten Erzeugnisse der Firma Leipziger Buchbinderei - Aktiengesellschafft vorm. Gustav Fritzsche-Leipzig überzeugend vor Augen. — Natürlich sind auch die großen deutschen S chr i ftgießereien sämtlich vertreten, ebenso die Farbenfabriken für Zeitungs-, Werk- und farbigen Kunstdruck. Sie alle wetteifern in heißem Bemühen I um die Palme des Sieges. , Das Ganze ist ein herzerfreuendes und in hohem Grade I beweiskräftiges Arrangement, ein Dokument echt deut- Jesttage im „goldenen Mainz". (Bon unserem Spezial-Berlchterstatter.) n. Mainz, 25. Juni. „Der liebe Golt ist ein Mainzer!" — Die typographische Ausstellung. — Zn Gast bei „Kupferberg Gold". — Akademische Feier. — Der HuldigungSakt am Guteubergdeukmal. — Das Festbankett in der Stadthalle. — Der historische Festzug. „Unser Herrgott is ä Mänzer!" Das ist eine der liebenswürdigen lokalpatriotischen Ueberhebungen des, lustigen Völkleins dieser weingesegneten Stadt. Denn warum? Er Hot uns noch kei' Fest verregne lasse!" ... . Kunst und Wissenschaft. per do. Der Angeklagte hat des weiteren sich schuldig gemacht, indem er im September 1899 in einem Protokoll die un- »fLndbarkeit des August Grund in Büdingen als formgerecht Erkundete, obwohl er garnicht den Versuch zur Pfändung gemacht hat; unter diesem Schriftstück war ebenfalls die llitterschrift des Polizeidieners als Urkundsperson vom Angeklagten gefälscht. Die dritte falsche Beurkundung und Urkundenfälschung des Angeklagten hat dieser im November v. I. in Selters begangen. Er will hier einen Wagen gepfändet haben. Nach dem darüber vorhandenen Protokoll, v»rin die Zwangsvollstreckung des Wagens festgelegt ist, hat der Angeklagte dasselbe dem Schuldner vorgelesen, dieser habe dann seine Unterschrift verweigert. Es hat jedoch weder eine Pfändung stattgefunden, noch ist ein Protokoll darüber ausgenommen. Auch hierbei hat der Angeklagte die Unterschrift des angeblich hinzugezogenen Polizeidieners gefälscht. Ts wird dem Angeklagten von mehreren Seiten das Zeugnis eines ordentlichen ehrlichen Menschen gegeben, der allerdings nach mancher Richtung hin leichtsinnig oder nachlässig handelt. Den Geschworenen werden erstens drei Schuldfragen dahin vorgelegt, ob der Angeklagte schuldig als Beamter der vorsätzlich falschen Beurkundung und zwar im August zu Düdelsheim, int September zu Büdingen und im November zu Selters, und ob er schuldig durch dieselben Handlungen der Urkundenfälschung. Die vierte Schuldfrage ist wegen des Verbrechens des Meineids gestellt, zu welcher bit Nebenfrage dahin formuliert ist: Konnte bei Angabe bei Wahrheit der Angeklagte sich eines Vergehens oder Vrcbrechens bezichtigen. Staatsanwalt Koch plaidiert für schuldig im Sinne der Anklage, tritt aber auch dafür ein, daß dem Angeklagten bü Milderung des § 157, Absatz I des Str.-G. zu Gute kommt. — Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald ist der Ansicht, daß der Angeklagte zwar schuldig der ihm gutr Last gelegten drei Vergehen, Meineid im vorliegenden Falle aber nicht erwiesen sei. Die Geschworenen bejahten durch den, von dem Ob- Mxnn Professor Dr. Fromme Gießen verkündeten Wahr- fpr.uch die an sie gerichteten Schuldfragen, bejahten aber oiM) die auf Grund des § 157 des Str.-Ges. gestellte Mlderungsfrage. Staatsanwalt Koch beantragte darauf anff 1 Jahr und 5 Monate Gefängnis zu erkennen und 2 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Grünewald, Lass, die Minimalstrafe gegen denselben zu erkennen. — Dl:r Gerichtshof erkannte auf 11 Monate Gefängnis und Ac rechnung der dreimonatlichen Untersuchungshaft als Der« Wie Strafe. Die heute in Aussicht genommene Verhandlung des SthwurgerichtS gegen Julius Friedrich Theodor R«e von Kaschenbach fällt aus. Der Angeklagte ist zur Beobachtung ft eines geistigen Zustande« der psychiatrischen Klinik öbrerwiesen. — Damit fanden die diesmaligen Schwurgei ichtSsitzungen ihren Abschluß. — Der ^Reichsanzeiger" meldet: Taatettstond Reich Mitte Juni: Wintenveizeu 2,6, Sommerweizen 2,5, Wmterspelz 2,3, Winterroggen 3,1, Sommerroggen 2,6, Somme- 2,5, Kartoffeln 2,5, Klee 3,2, Luzerne 2,8, Wiesen gut, 2 gut und 3 mittel bedeutet. Das Wetter bis Mitte Juni im ganzen günstig, sodaß sich gw Temperatur der Lah« u«d Luft nach Reaumur gemessen am 26. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 14°, Luft 11*. Rübsamen'sche Badeanstalt. Aus Stadt und Kand. Gieße«, den 26. Juni 1900. •* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Lmsammlmrg am Donnerstag, nachmittags 3i/a Uhr: 1. Mitteilung. 2. Gesuch des Wirts Louis Löb um Erlebnis zur Anbringung eines Firmenschildes. 3. Gesuch ber Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vorm. Fticnie, um Erlaubnis zur Errichtung von Arbeiterhäuschen m Flur 24 der Gemarkung Gießen. 4. Baugesuch des «rrrises Gießen für den Leihgesternerweg; hier: DiSpenS. S. Baugesuch des Georg Schäfer für den Altenfeldweg; hier: DiSpenS. 6. Baugesuch des Adolf Vogt für die S-.nnenstraße; hier: Dispens. 7. Baugesuch des Johann Georg Pfaff für die Nordanlage. 8. Baugesuch des h. Hettler für die Frankfurterstraße; hier a. Gesuch wegen Bkllaffuug der Senkgrube, b. Gesuch wegen Benutzung des Vorgartens für Wirtschaftszwecke. 9. Gesuch der Gewerk- Mft Gießener Braunsteinbergwerk, vorm. Ferme, um Er- liü.bnifl zur Verlegung eine« Feldwegs in Flur 24. 10. Verbindungsweg zwischen Liebig- und Wilhelmstraße. 11 Gesuch deS Heinrich Winn um Anlage eines Lawn- TeimiS-PlatzeS auf dem von ihm gepachteten städtischen Gelände. 12. Vorschriften zum Zwecke einer wirksamen Beaufsichtigung der Bauten. 13. Anschaffung eines feuerfesten SeldschrankeS für das GaS- und Wafferwerk. •• Konzert. Wie aus dem Inseratenteile ersichtlich, giebt heute abend in SteinS Garten die Kapelle des 1 Württembergischen Dragoner-Regiments ..Königin Olga" J|r 25 aus Ludwigsburg ein Konzert mit auserlesenem Programm. Da wir selbst die hervorragenden Leistungen dieses Trompeterkorps kennen, verfehlen wir nicht, unsere Mffreunbe darauf hinzuweisen. *• Die aus Mainz gemeldete Berlehnng deS Rennfahrers Aditi Dnill stellt sich glücklicherweise nur als leichtere h lllutabschürsung am Rücken und dem rechten Ober- ch»mkel heraus. Wie uns ein Augenzeuge mitteilt, passierte UM Unglück im letzten Rennen, dem Tandem-Fahren. Durch Lrach der Tretkurbel kam da« Tandempaar Piccoli (Mai- !Md)-Lattinger (Ludwigshafen) in der letzten Runde etwa 2M0 Meter vor dem Ziel zu Fall, als sämtliche Fahrer h»n im Endspurt begriffen waren. Das nächstfolgende zrinksurter Tandempaar stürzte über jene. In diesen friluel geriet dann das Tandempaar Dnill (Gießen)- Hwttron (Mainz). Gottron schlug mit dem Gesicht in die znlplitterten Speichen des Frankfurter Tandems und ver- ktzsse sich recht erheblich, während Duill sich überschlug und mtül dem Rücken auf die Einfriedigung der Bahn fiel. Mjjt dem Gesäß fiel er auf einen an der Einfriedigung Wenden Jungen, wodurch die Wucht deS Sturzes bedeutend geschwächt wurde. Sonst hätte Duill jedenfalls, eine Verletzung des Rückgrats davongetragen. Ein Arzt ton» Stierte sofort, daß keine erheblichen Verletzungen vorlägen. Vermischtes. * Berlin, 25. Juni. Der Giftmörder vom Teu- feldfee, Jänicke, ist zum Tode verurteilt worden. Die Geschworenen hatten nur eine Viertelstunde Zeit zur Beratung gebraucht, um dann ihren Wahrspruch auf „Schuldig des Mordes" abzugeben. Krieskasten der Redaktion. a* N. Z. Das würde, wenn ein Strafantrag gestellt wird, ganz im Ermessen des Richters liegen. Beleidigung wird nach dem Strafgesetzbuch mit Geldstrafe bis zu 600 Mk. oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. 138.00, Lombarden 27.20-27, Ungar. Goldrente 96.20, Italiener 94 30, Bproz. Mexikaner 24.70, Oeaterr. Coupons 84.00, Amerik. Coupons 4.18, Privat-Diskont 4» 4% bez. (Samstag 4’/<°/o Geld). !«/< bis Vh Uhr: Kreditaktien 214.80-30-215 bz., Diskonto- Kommandit 17920-10-40 bz., Staatsbahn 144.10 bz., Lombard« 27-27.20 bz. Berlin, 25. Juni. Die Berliner Commerzbank A. Märker U. Co. stellte ihre Zahlungen ein. Die Passiva sollen angeblich 400000 M. betragen. Gerichtssaal. Leipzig, 25. Juni. Vor dem Reichsgericht begann heute der polnische H ochverrats-Prozeß gegen den Redakteur Leitgeber aus Ostrowo, gegen den Buchdrucker Melerowicz und gegen den Schneidermeister Kolenda, die beiden letzteren aus Dortmund. AuS der bisherigen Verhandlung ergab sich, daß der großpolnische Rationalschatz in Rapperswyll thatsächlich bestimmt war, die Mittel herzugeben, um eine politische „Befreiung* Polens bezw. PosenS vorzubereiten. Leitgeber bestritt, die Statuten des Rationalschatzes gekannt zu haben, ebenso die des Nationalmuseums. Alsdann wurde die Oeffentlichkeit im Interesse der Staatssicherheit ausgeschlossen und der Shef der politischen Polizei in Posen Über die Gefährlichkeit der großpolnischen Propaganda vernommen. Mannheim, 20. Juni. Am 12. April wurde auf der Käfer- thaler Landstraße die betagte Frau des Arbeiter« Knieriem beim Ueber- schreiten des Fahrdammes von dem 17 Jahre alten Schlosser Johann Bergbold mit bem Rade umgefahren und erlitt eine so schwere Kopfverletzung, daß fie bald darauf an Gehirnblutung st o t b. Bergbold und ein Kamerad, der rechts von ihm fuhr, hatten rechtzeitig Glockensignal gegeben, ohne daß biegrau jedoch von ihrem Wege abgewichen wäre. Sie gmgschief nach links über die Straße. Als dann Bergbold links um sie herumfahren wollte, da et rechts durch seinen Kameraden behindert wurde, änderte die Frau in plötzlichem Schreck ihre Richtung, suchte direkt de« Seitenweg zu gewinnen, und so erfolgte der Zusammenstoß. Der Radfahrer kam wegen fahrlässiger Tötung vor die Straftammer. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Die Verteidigung plaidierte auf Freisprechung, da Bergbold Alles gethan habe, um einen UnglÜcksfall zu vermeiden. Wenn die Fu ß g ä n g et beim Ueberschreiten des Fahrdammes nicht auch ihre Schuldigkeit erfüllten, so sei das Radfahren eine glatte Unmöglichkeit. Das Gericht war der Ansicht, daß der Fall nicht geeignet sei, eine harte Strafe auszusprechen Bon Frivolität des Radfahrers könne nicht geredet werden. Immerhin habe der Radfahrer dadurch einen Fehler begangen, daß er nicht seinen Kameraden verständigte und rechts vorbeifuhr. Das Urteil lautete aus vierzehn Tage Gefängnis. Universität und Hochschule. __ Wie aus Darmstadt berichtet wird, ist die von der dortigen Technischen Hochschule aufgestellte Promotionsordnung für die Erteilung der Würde eines Doktor-Ingenieurs vom Ministerium genehmigt worden. Die neue Promotionsordnung verlangt Beibringung des Reifezeugnisses eines deutschen Gymnasiums, Realgymnasiums ober einer deutschen Oberrealschule, sowie den Nachweis über die Erlangung des Grades eines Diplom-Ingenieurs an einer deutschen Technischen Hochschule. — Der Privatdozent Beer in Halle hat einen Ruf nach Straßburg i. Els. als Nachfolger Buddes, Professors für alttestamenlliche Theologie, erhalten und angenommen. — Der bisherige Privatdozent in der medizinischen Fakultät der Universität Berlin, Dr. Emil Grun- mach, ist zum a.-o. Professor in derselben Fakultät ernannt worden. Grunmach liest über physikalische Untersuchungsmethoden jur Diagnose. — Geheimrat Professor Dr. Richard Böckh begeht fein 25jährrges Jubiläum als Direktor des stattstischen Amtes der Stadt Berlin. — Au« Zürich wird berichtet: Bei Neugründung eines Allgemeinen Delegiertenkonvents bet Stubierenben bet Universität Zürich ist vom Rektor auch ben stubierenben Frauen eine Vertretung eingeräumt worben, allerdings ohne bas Recht, an öffentlichen Feierlichkeiten teilzunehmen. Gewählt wurde die Delegierte des Züricher internationalen Studentinnenvereins. Dadurch ist ein seit 1896 bestehender Konflikt zwischen den männlichen und weiblichen Studenten der Universität betgelegt worden. 26. Ni M Wlung ivntbt^ »öffnet. ta °nus und imijni 1 Vergehen im jfa LollzirhungSbkM! 1 beschuldigt ist. - bit Verteidigung: anSgelost: 1, to Landwirt Edurnr & Blei ll..BurkhaW »l, 5. Sammtnat lhp HeyligenMSch M, 8. Kaufmann b Neidel-Wies«!-w 11. Professor ft, to r Loeb Baer-tzch-». öüdingen geboren n k sSbeMer für bei ft infolge der zur fcty nbtn. tr wird bch ■ als Beamter IHM mejt geschehen fioiv tu besaget ju M iL ttt btM MrWm wtg«W lSsagtn unter & gM ;l die MMP w^ , rvLhmd«de» Miv lge ist folgtihtr: M 8nbinatn WW «njang M'W' )udelSheirn er» egleitung des Wv Me dienen M ■ unten ttasa hier^ ieht fie nicht- Wer °erI°«S>-, " I, N--d * bereit, mb»1' die rifterei f# ^ser «ach l werb- * ff M äbt,ttorW««f * Äe*f? ii«,« der i etrtfl!l e 'srlt’!'. I "kitt‘ * Ll soll eine Vermittelungsstelle für Schiffsärzte Verbundes werden. Hierauf folgten die Berichte der verschiedenen Kommissionen. Angenommen wurde der Antrag der Lebensversicherungs-Kommission: Es widerstrebt dem Interesse eines guten Einvernehmens zwischen dem Deutschen Aerztebund und den deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften, wenn ärztliche Vereine durch Beschlüsse ihrer Mitglieder verpflichtet werden, höhere Honorarsätze zu verlangen, als durch gemeinsame Vereinbarung festgesetzt sind. Ueber den Antrag der Kurpfuscher-Kommission: „Der Aerztetag möge beim Bundesrat und Reichstag darum bitten, daß für die ge- werbs- und übungsmäßige Heilkunde im deutschen Reich der obligatorische Befähigungsnachweis eingesührt werde", geht die Versammlung zur Taaesordnung über. — Die badische Regierung ließ sich an den beiden Verhandlungstagen durch Ministerialrat Pattlehner vertreten. Prämien auf Kredit per ult Juni 0.90 %, do. ult Juli 2.8G0/fl, Diskonto-Kommandit per ult Juni 0.80%, per ult Juli 2.50 %, Lombarden per ult Juni 0.35 o/o, do. per ult. Juli 0.85 °/e, Deutsche Bank per ult. Juni 0.00, Staatebahn-Aktiea per ult Juli 0.00®,., Berliner Handelsgesellschaft per ult. Juli 0.00 e/o. Notierungen: Kreditaktien 215.30-214.90-215.10-214 89, Diskonto Kommandit 180-179.50, Staatsbahn 144.10-144, Gotthard Gießen, 26. Juni. Verein Hnndesport. Am Samstag versammelten sich im Lenz'schen Felsenkeller -ine Anzahl Herren, um einen neuen kynologischen Verein zu grünben. Derselbe konstUulerte sich mit 22 nachfolgenb genannten Mitgltebern: Herren Gg. Brchler, Wllh. Brauer, Herm. Förster, Kommerzienrat Wilh. Gail, Aug. Gabnel, Maler GrooS, Rechtsanwalt Grünewalb, C. Heil, C. Hein, Wilh. Hornberger, Direttor L. Lemmö, Justus Lenz, Karl Lenz, Eberh. Metzger, H. F. Nassauer, 6b. Noll, Gg. Noll, Aug. Schwan, Oberleutnant Schröber, O. W. Schmibt, L. Schüßler unb Karl Dietrich (Wetzlar). Der Verein erhielt ben Name» „Verein Hunbesport für Gießen unb Umgegenb". Die Leitung liegt in ben Hänben folgender Herren: 1. Vorjitzenber Herm. Förster- Gießen, 2. Borsitzenber Rechtsanwalt Grünewalb-Gießen, Schriftführer O. W. Schmibt-Giehen, Kasfirer Eberharb Metzger-Gießen. Gietzen, 26. Juni. Der Vorsitzenbe bet G. R. G. „WanbererE, Herr Wilhelm Homberger, hat wegen Ueberhäufung mit geschäftlichen Arbeiten den Vorsitz niebergelegt, bleibt aber nach wie vor Mitglied der Gesellschaft und Leiter der Rennen. Die neue Borstandswahl ergab August Wehn als ersten und Heinrich Hettler als zweiten Vorsitzenden. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Ärantfurt a. 9L, 25. Juni. Prinz Friedrich Karl von Hessen hat dem Präsidium der Automobil-Ausstellung müteilen lassen, daß er das ihm angebotene Protektorat unb Ehrenpräsidium annehme. Derselbe wird die Ausstellung am 14. Juli wahrscheinlich per- sönlich eröffnen. Der hiesige Rennklub hat der Automobil-Ausstellung für die auf feiner Rennbahn stattfindenden Automobilrennen einen wertvollen SllberpreiS gestiftet Der Automobilblumenkorso wird am 22. Juli gefahren werden. Hanött mlö Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vorn fS. Juni. Wechsel auf New-York zu 4.201/g-211/i- Freiburg i. B., 25. Juni. Der hier stuttgehabw 28. d e u t s ch e A e r z t e t a g, aus 383 Vereinen durch 118 Delegierte mit 15 150 Stimmen vertreten (der Aerztebund besteht atus 391 Vereinen mit 16 586 Aerzten) erklärte nach einem Vortrag des Prof. Becher (Berlin) entsprechend dem Antrag des Referenten die gesetzliche Ern- führung der Leichenschau im Interesse der Volkswirtschaft für eine Notwendigkeit und sprach sich ferner, dafür aus, daß die Leichenschau von einem deutschen approbierten Arzte ausgeführt werde Ueber die Bedeutung des Samariter- und Rcttun gswese n s für den deutschen Aerztestand referierte Professor Dr. Henrus (Berlin). Nach längerer Wskussion stimmte der Aerztetag den -vom Referenten gemachten Vorschlägen zu. Am zweiten Sitzungstage wurde zunächsr über die Errichtung einer Auskunftsstelle für die Niederlassung deutscher Aerzte im A u s l a n d e beraten. Dr. I o a ch i m sprach sirr' Berlin, Dr. Piza für Hamburg als Sitz der Auskunftsstelle. Es wurden mehrere Anträge gestellt. Durch Abstimmung erklärte sich die Versammlung für die Errichtung einer Auskunftsstelle. Die Oberleitung wurde in die Hande vtD .... . des Geschäftsausschusses gelegt. Mit der Auskunstsstelle | der Stand der meisten Früchte leicht gebessert — Im Jubiläumsrennen siegte Duill, wie wir meldeten, I lber 8 Konkurrenten in so hervorragender Weise, daß das begeisterte Publikum ihn aus dem Umkleidezimmer holte und er unter brausendem Jubel ein Ehrenrunde fahren ! mußte. — Im Ermunterungsrennen errang Goertz-Gießen den ersten Preis. Laub ach, 25. Juni. Ein stattlicher Festzug bewegte sich gestern nachmittag 3 Uhr nach dem RaMsberg, um allda einen Denkstein zur Erinnerung an den vor zehn Jahren verstorbenen Konrektor Schaadeinzuweihen, der sich durch seinen Gemeinsinn um die Bevölkerung sehr verdient gemacht hat. Der Stein wurde durch eine warme Ansprache eines früheren Schülers geweiht. Das Denkmal enthält über einer Widmungstasel ein treffliches Reliefbild des verdienten Mannes. Darmstadt, 25. Juni. Der von der Buchdrucker-Gehilfenschaft Darmstadts am Samstag abend veranstaltete 5zerren-Kommers zur 500 jährigen Gedenkfeier Johann Gutenbergs war sehr gut besucht. Nachdem der „Feierliche Marsch" von Mendelssohn verUungen, eröffnete namens des Kommers-Ausschusses Herr G. Berth denselben mit einer kurzen Begrüßungsansprache. Von der Gesangsabteilung des Vereins „Gutenberg" wurde hierauf der Festgesang von Mendelssohn zum Vortrag gebracht. Als Festredner sprach Prof. Trümpert. Ministerialrat Braun feierte das kollegiale Verhältnis, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Buchdruckgewerbe mit einander verbinde, da beide Teile auf einem einheitlichen, von ihnen geschaffenen Boden, dem deutschen Buchdruckertarif, ständen. Tie Mitteilung, daß die Großh. Regierung nur an tariftreue Druckereien ihre Arbeiten vergebe, wurde unter großem Beifall entgegengenommen. Die Ansprache schloß mit einem Toaste auf die Einigkeit im Buchdruckgewerbe und das weiters Blühen desselben. Beigeordneter Schliephake betonte, die Stadtvertretung nehme den regsten Anteil an dem gegenseitigen guten Einvernehmen der Prinzipale und Gehilfen üm Buchgewerbe. Sein Toast galt den Jüngern Gutenbergs und dem ferneren Blühen seiner Kunst! Kommerzienrat F. Wittich gedachte der Aufgabe der deutschen Presse und bezeichnete es als ihre vornehmste Aufgabe, die Liebe zum deutschen Vaterlande und die Ideale des deutschen Volkes zu wecken und zu pflegen. Zwischen den einzelnen Ansprachen ertönten Vorträge der Sänger, der Musikabteilung, sowie die Gesamtgesänge von der Feier des Tages angepaßten Liedern. M a i n z, 25. Juni. So prompt und sicher der heutige Riesenverkehr vom hiesigen Hauptbahnhofe nach allen Richtungen auch geleitet wurde, so stellte sich doch am Mend aufderMainz-FrankfurterStrecke eine Störung- ein, verursacht durch einen Güterzug, dessen Maschine bei der Station Kelsterbach schadhaft geworden war. Der Köln-Frankfurter Personenzug mußte infolgedessen auf freier Strecke anderthalb Stunden liegen bleiben. Der Köln-Franksiirter Abendschnellzug nahm die direkten Reisenden, die in Frankfurt die Anschlüsse nicht versäumen» konnten, mit, während die zahlreichen nur bis Frankfurt reisenden Passagiere wieder nach Raunheim zurückfuhren und dann erst nach Frankfurt befördert wurden. Der Güterverkehr war heute eingestellt und fraglicher Güterzug war der erste, der abgelassen wurde. UsK Seit "i unb l ’M- irtnng„S „8<5 LtzrL " stabte^ eichenden L'd» ''.blitzende Ordens 5 in t« Stabtf*.. Mobiliar-Pttstki,em«, 56 26 24 Pfg. ausgeführt von der 4438 Pfg Pfg Pfg. Pfg. Bekanntmachung 2. Stock, abzugeben. 02681 wenige 4428 Katz, Rechtsanwalt. NovitzUl Novität! Der Vorstand. 4437 Frankfurter Börse vom 25. Juni 1900. 238.60 n Procent Zimmer Nr. 1b. // 340.- // gegen 950.— cement // kalk Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 99.20 4 Geldfortenr »rief (Ä’djön möbliertes Zimmer billig zu vk ö mieten. Kirchenplatz 5. 2162t E Stahl. 4446 ch ftr 6« tagt»einen ®HI: P. wtttk.r für U» »nzetgeuNU: ^onl «eck. Sti'lteii=(ße|‘iidjf Verschlkdenes MAGGI (Offene Stellen Uer miet nn gen Vereine 154.— 175.— 82.50 4 56.70 4 4 4 4 Erdarbeiten Pflasterarbeiten . 44 . 44 . 44 93.20 92.60 99.70 20.34 4.17 // N n n H 8131 84 Ü Erd- u. Maurerarbeiten Schlofferarbeiten Avendcourser 000.00 l Oesterr. Eredit-Acüen Vergebung von Kauarberlen 3500.— 200.— 600.— 8062.80 Montag den 2. Inti l. I., nachmittags 3 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Großeu-Buseck, woselbst Voranschlag, Pläne und Be- dingungen zur Einsicht offen liegen, 4442s Sehr gut möbl. Zimmer mit sep. Eingang zu verm. 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Kreisbauinspektor: 026861 Aelteres Mädchen sucht AuShilf- oder.Monatstelle. 0 99-e 99 »e m । steinen Privatklagers, I von Portland- 4431] Mit dem Verkaufe gediegener, zeitgemäßer Werke gegen Natepzahl- uagea finden solide, tüchtige Herren jeden Standes als BnchhandlungS- reisende oder Platzvertreter angenehme, dauernde Berufsthätigkeit und gutes Einkommen. Lohe Provi- flott. Ausführliche Offerten unter F. S. 1OO an Haasenstein & Bögler, 02687] SelterSweg 21 2 T?anfatben= zimmer zu verm. Näh. Bergstr. 7, H. Gießen, den 23. Juni 1800. Sroßhrrzoglicher Polizeiamt »ießsn. Hechler. Kapelle des Dragoner-Regts. Königin Olga (1. Württ) Nr. 25 ans Ludwigsburg unter peraönl. Leitung des Kgl. Musikdirigenten F. Kroneberg. Angeklagten, wegen Beleidigung hat da» Großh. Schöffengericht zu Gießen am 12. Juni 1900 für Recht Kursbericht tum J. Kurz & Co., Hießen, Kahuhofstraßk 63. Wauer'scher Gesangverein Nächste Singstunde: 95.05 86.90 92.60 99.60 98.75 kn Maurermeister Lames °°n I Lieferung von Schwarz- ©TuHUl QCll i or k ** • tt i < i IZimmerarbeiten (Lehr- I» der PnB«lkl06tMt|slig«tbii„ Lieferung von Basalt- . <6 . 69 Deutsche Bekleidungs - Akademie Frankfurt a. M. M. G. Martens. Susch«eide-Aehra«statt für Kach- AamMenSedarf. ^euston i* eigene» Kaufe. Stelreuzuweifuug. Mole- Aouruate, Prospekte kostenfrei. 4381 4361 Die Direktion. 1. Mücke über die Meseck, - 1783.64 Mk. Brief 16.34 20.38 4.20 erkannt: Der Angeklagte wird wegen Be- „u it j e r incr Geldstrafe von ber liebenewute 2 Tage Gesängnib lust'Sen $o(ner185 unb 186 be8 FapfT?' ß 11 in die «osten Veld 16.30 Franz. Banknoten 4427 Carl Haas jr. Hansbnrsche ,W •** HU. ' ------"-----1 - - 4426