Nr. 122 Erstes Blatt. Sonntag den 27 Mai 1900 Gießener Anzeiger General-"Anzeiger 21 miss» und Anzeigeblutt für den Ureis Gieren. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringcricchn; durch bie Abholestell« »ierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viertcljShrL. mit Bestellgeld. Me Anzeigen«BermittlungSstellen deS In- und A«Sl«udeK nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., «HrodrtS 20 Pfg. RcHMm, Expedition und Druckerei: -chntstraße Ar. 7. Annahme een Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden leg erscheinenden Nummer bis Denn. 10 Ahr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klättrr für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chieß«. Fernsprecher Nr. 51. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Inmtlten-tätter Werden dem Anzeiger 6m Wechsel mit «Hess. Landwirt^ n. ^Blätter ßstr Hess. Volkskunde- mbchtl. 4 mal beigelegt. Der Krieg in Südafrika. lieber den Bormarsch der englischen Haupt- a.rmee nördlich von Kroonstad liegen jetzt in einer von £ocb Roberts auf dem Südufer des Rhenosterflusses auf- segebenen Depesche an das Kriegsministerium in London ausführlichere Nachrichten vor. Der britische Oberbefehls- ihaber meldet: „Ich! fand bei der Ankunft hier heute früh, daß der Feind während der Nacht geflohen war und eine starke Stellung auf dem Nordufer des Flusses besetzt hatte, die er sorgfältig verschanzte. Der Feind hielt es jedoch nicht für ratsam, diese Stellung zu verteidigen, als er hörte, daß Hamiltorzs (Abteilung in HeilbroN jstehe, und daß unsere Kavallerie, die den Rhenosterfluß einige englische Meilen weiter abwärts überschritt, seine rechte Flanke bedrohte. — Die Brücke über den Rhenoster, mehrere Bahn - Ueberführungen und einige Meilen der Bahnstrecke sind zerstört. — Die Truppen Hamiltons halten die Buren unter Piet de Wet von Lindsley nach Heilbron vor sich hergetrieben. Der Uebergang über den Rhenoster wurde stark bestritten, und unsere Verluste hätten schwer sein können, wenn wir nicht einen sehr gut verabredeten Plan gehabt hätten, der die Brigade unter Smith-Dorrien geraoe im rechten Augenblicke an die Flanke des Feindes hercmbrackste". In Ergänzung dieser amtlichen: Meldung berichtet ein Telegramm des Reuterschen Bureaus, daß die Buren, die ihre Stellungen nördlich des Rhenosterflusses verlassen haben, gerade auf den Vaalfluß marschieren und den eng- lil'chen Truppen dessen Ueberschreitung energisch streitig machen wollen. Falls ihnen das nicht gelingen sollte, so sind die Verbündeten entschlossen, Johannesburg bis zum Aeußersten zu verteidigen. Aus Kimberley telegraphiert man: Die Truppen des Generals Hunter kamen in Vryburg an. Die Eisenbahn bis Vryburg ist wieder hergestellt. Am Mittwoch mittag war Lord Roberts Hauptquartier am Rhenoster, und General French war Breits mit seiner Kavallerie bis Prospekt vorgegangen, während Hamilton nördlich) von Heilbron zu seiner Rechten steht. Die Buren haben! sich direkt auf den Baalfluß zurückgezogen, man weiß jedoch nicht, in welcher Richtung. Sie beiden weder nach rechts ausbiegen können, da dort Hamilton steht, noch nach links, da nach den Depeschen 3000 Engländer auf der Straße Reitzburg - Parys stehen. Das deutsche Kontingent soll für die Verteidigung des Rhenoster-Ueberganges geworfen sein, wo ausgezeichnete .Vorkehrungen von den Buren getroffen waren. General de Wet fürchtete aber, umgangen zu werden, und befahl den schleunigen Rückzug. In Natal haben die Buren den Truppen General Bullers gegenüber abermals einen Erfolg zu ver- u?ichnen. Dem Reuterschen Bureau wird aus dem Buren- laqer bei Volksrust gemeldet: Die Vorposten der Buren griffen eine Abteilung britischer Truppen bei Mount Pro- speet südlich von Majuba, an. Acht Engländer wurden getötet, dreizehn verwundet. Die Buren hatten keine Verluste. In dem Gefecht bei Vryheid, wo eine Schwadron von der berittenen Infanterie des' Obersten Bethune überwältigt wurde, haben die Buren den Engländern nach) m Pretoria eingegangenen amtlichen Depeschen, zwei Maxim- qeschütze genommen. Aus Newcastle wird telegraphiert: Die Schwadron von Bethunes Reiterei wurde frei Nguntu detachiert und begegnete bei Vryheid einem Burenkommando das die Schwadron überwältigte und zum Kavitulierenzwang. Der Kommandeur Hauptmann «ouab fiel Hauptmann Lord de la Warr wurde verwundet, die Leutnants Caper und Lanhan sind gefangen. Die Buren montieren ein sechszölliges Geschütz und zwei 'andere bei Pongwana. — Aus dem Burenlager bei Volksrust wird gemeldet, die von den Engländern bei Glencoe gefangenen deutschen Aerzte kamen, wn den Engländern mit verbundenen Augen zuruckeskor- t tiert, hier wieder an. Aus dem BurenlageranderWe st grenze wird Oer Pretoria unterm 23. ds. gemeldet: Am Sonntag habe m Kaffernhäuptling Montsarre, der nut den Eng- tßmdern befreundet ist, den burenfreundlichen Kasfern- lmuptlinq Mackencie überfallen und eine große Anzahl seiner Anhänger getötet und beraubt. Dieser Vorgang vollzog sich unter den Augen der englischen Patrouillen. In New York erklärte der Buren-Delegierte Fischer, e« und seine Freunde hätten nunmehr ihre amtliche Pflicht enledigt. Eine Anzahl Senatoren, Kongreß-Mitglieder, Mraermeister und andere hervorragende Persönlichkeiten hielten eine Beratung ab, um die Organisation von öffentlichen Versammlungen zu Gunsten der Buren im ganzen ^"^e^A^A?guA"'erfährt, das englische Kabinett habe sich für die unverzügliche Auslösung des Parlaments entschieden, und die Berufung an das Land Deutsches Reich. Berlin, 25. Mai. Zum dritten Male in diesem Monate traf der Kaiser gestern zum Besuche seiner Mutter, der Kaiserin Friedrich, auf Schloß Friedrichs- Hof ein. Der Kaiser trug die Uniform der schwarzen Husaren, deren Chef die Kaiserin Friedrich ist, die Kaiserin Auguste Viktoria ein hellblaues Atlaskleid. Zum Empfange hatten sich auf dem Bahnhofe die Kaiserin Friedrich und der Kronprinz von Griechenland eingefunden. Die Majestäten fuhren im offenen Wagen durch Cronberg nach, dem Schlosse Frichrichshof. Vorher waren bereits einge- troffen: das Kronprinzenpaar von Griechenland, Erbpriu- zessin von Sachsen-Meiningen, Prrinz und Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe, Prinz Heinrich, Prinz und Prinzessin Carl von Hessen, denen um 1 Uhr der Großherzog mit der Prinzessin Heinrich und dem Prinzen Albert von Schleswig-Holstein folgten. Um halb 2 Uhr fand im Schlosse Friedrichshof zu Ehren des Geburtstages der Königin von England eine Familientafel zu 15 Gedecken statt; an der Marschalltafel nahmen acht Personen teil, vom kaiserlichen Gefolge General v. Plessen, Hausmarschall von Lynker und Gräfin Stollberg. Die Rückkehr des Kaisers und der Kaiserin nach Wiesbaden erfolgte um 4 Uhr 25 Minuten. Der Gro ßherzog von Hessen war mit der Prinzessin Heinrich und dem Prinzen Aribert von Schleswig bereits um 3 Uhr nach Darmstadt zurückgekehrt. — Zur gestrigen Abendtafel beim Kaiserpaare waren, wie aus Wiesbaden gemeldet wird, hinzugezogen der Polizeipräsident Prinz von Ratibor und der Intendant v. Hülsen. Heute früh unternahm der Kaiser einen Spazierritt und begab sich sodann nach dem für die neue Bahnhofsanlage in Aussicht genommenen Gelände zu einer Konferenz mit den beteiligten Behörden. Hierbei waren u. a. anwesend: der Minister der öffentlichen Arbeiten v. Thielen und der Chef des Civilkabinetts Wirkl. Geh. Rat Dr. v. Lu- canus. — An der heutigen Abendtasel beim Kaiser, die um 6 Uhr stattfand, nahmen der Kronprinz von Griechenland und die Prinzessin Adolf von Schaumburg-Lippe teil. Jnr Hoftheater wurde auf kaiserlichen Befehl „Undine" in ber Wiesbadener Bearbeitung gegeben. Nach der BorstelliMK reifte der Kaiser nach Sch le 11 ft ab t ab. Die Vereins bübeten mit Fahnen unb Fackeln Spalier. Die Stabt ist illuminiert. Dichtgedrängte Menschenmasfen füllten die Straßen unb begrüßten ben Kaiser. — Laut „Militärwochenblatt" richtete ber Kaiser an ben Kronprinzen am 6. Mai morgens folgende Ansprache: , . ' o r Du thust heute einen wichtigen Schritt ms Leben. Der Rang bes Kronprinzen ist burch Deinen hochseligen Großvater, ber bie längste unb wichtigste Zeit seines Leebns in dieser Stellung gewesen ist, so emporgehobeir worben, baß es ber Arbeit eines Lebens unb Deiner ganzen Manneskraft bebürfen wirb, um biese Stellung^ so zu erhalten, wie sie seit Deinem Großvater im Herzen des deutschen Volkes unb ber Armee fortlebt. Zuerst als Kronprinz von Preußen, dann als Kronprinz bes Deut-». scheu Reichs, als bieses 1870/71 zusammengeschweißt war, ragt bie herrliche Gestalt, bie zuletzt so unsagbar gelitten hat, in der Geschichte hervor, lebt sie im Herzen bes Volkes als Kronprinz Par excellence. Das Ansehen, bas Dein Großvater ber Stellung bes beutschen Kronprinzen in ber Welt unb bei seinem Volke verschafft hat, ist für Dich eine Erbschaft, welche Du ungeschwächt zu erhalten, unb zu mehren hast. Mache es Dir klar, daß Du Seiner ganzen Manneskraft bebarfft, um biefer hohen Ausgabe gered)t zu werben. Das ist ber GeUanke, ber mich bewegt, wenn ich Dich heute in persönliche Beziehungen zum Regiment Kronprinzen bringe. — Im besonberen Auftrage bes Kaisers haL sich Legationsrat v. E tz b o r f - Elbing nach L o n b o n begeben. Er wirb sich zunächst bei ber beutschen Botschaft, melden und bann nach Winbsor weiter reisen, um bort von der Königin Viktoria empfangen zu toetben. Sie Reise stellt sich als eine vertrauliche Mission dar, zu ber Herr v. Etzdorfs persönlich in Urville vom Kaiser Auftrag erhalten hat. - Man melbet aus Karlsruh e : Das Befinden besGroßherzogs, der seit etwa acht Tagen an starkem, Bronchial-Katarrh erkrankt ist, hat sich noch nichtvöllig gebessert. Gestern war bas Allgemeinbefinden durch- aus nicht zufrieden st ellenb. — Die „Nat.-Ztg." schreibt: Die Straubinger Rebe bes Prinzen Lubwig von Bayern und die Erörterungen'über dieselbe werden in ber französischen Presse mit Genugthuung verzeichnet. In beutschen Blättern ist bie Ansicht ausgesprochen wopden, daß bie prinz- liche Rebe wohl durch Verstimmungen, über die sonst nichts bekannt geworden, veranlaßt sein möge. Wie wir zuverlässig erfahren, ist weder zwischen den Höfen, UochzwischenbenRegierungeninBerlinunb München das mindeste vorgekommen, was zu Aeußerungen, wie bie bes Prinzen Ludwig, hätte Anlaß geben können. - In ber Wohnung des Stadtverordnetemvorstehers' Dr. Langerhans sind heute morgen anläßlich seines 8 0. Geburtstages zahlreiche Glückwunschtelegramme unb BlumenspeNben eingetroffen. Eine Reihe von Deputationen brachte dem Jubilar persönlich ihre Glückwünsche dar. U. a. erschienen im Namen der freisinnigen Vereinigung die Reichstagsabgeord'neten Rickert, Pachnicke unb Schrader, bie eine Bronzefigur im Namen ber Fraktion überreichten, ferner Vertreter ber sozialdemokratischen. Fraktion, unter Führung bes Abg. Singer, unb eine Deputation des Magistrats unb der Stadtverorbnetenver-« sammlung, bie ben Ehrenbürgerbrief überbrachte. Oberbürgermeister Kirschner erwähnte in seiner Ansprache, baß Magistrat unb Stadtvervrbpetenversammlung einmütig beschlossen hätten, Dr. Langerhans zum Ehrenbürger der Stabt Berlin zu ernennen. Reichstagsabg. Max Hirsch brachte die Glückwünsche der deutschen Gewerksvereine. Gegen 12 Uhr erschien der Vicepräsident des Reichstages, Schmidt-Elberfeld, mit einigen Herren ber freisinnigen Volkspartci, um im Namen dieser ch gratulieren und eine Palme zu widmen. Namens des Vereins Berliner Künstler überreichte Anton v. Werner eine Adresse. Auch Fürst Hohenlohe gedachte des Tages: ber Reichskanzler hat ben jüngsten Ehrenbürger Berlins in einem Glückwunschschreiben, „im Kreise ber Achtziger" willkommen geheißen. — Für bas abgelaufene Etatsjahr haben aus ben im Etat der Staatseisenbahn-Verwaltung zur Prämiierung nützlicher Erfindungen vorgesehenen Mitteln acht Personen, darunter sieben Beamte unb Arbeiter der Staatseisenbahn-Verwaltung, Belohnungen für Erfindungen unb Verbesserungen, bie für bie Erhöhung der Betriebssicherheit ober in wirtschaftlicher Beziehung von Bebeutung sind, bewilligt werden können. — Im Reichstage ist heute eine Vorlage eingegangen, welche die dem Bundesräte im Origen ^ahre gegebene Ermächtigung, ben Angehörigen undw Englands unb feiner Kolonien bis zum 30. Ium bie. werbe erfolgen, sobalb bie britischen Truppen in Sübafrika einen Erfolg errungen haben, der entscheidend genug sei, um als Ende bes Krieges betrachtet zu werben. Die Wähler würben angegangen werben, sich über die Bedingungen der künftigen Verwaltung der beiden Republiken zu äußern, Chamberlain solle dieses Verfahren vorgeschlagen haben. Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 26. Mai. Ein Telegramm von Rhenoster vom Mittwochabend berichtet: Die B u r e n sind in vollem Rückzüge. Sie haben die Eisenbahn an 200 Stellen zerstört. Es heißt, die Buren seien 12 000 Mann stark und führten 30 Geschütze mit sich. London, 26. Mai. Die „Morning Post" wirst die Frage auf, ob Lord Roberts versuchen werde, ben Vaalfluß zu überschreiten, bevor noch bie Eisenbahn und bie Brücke von Rhenoster in Staub gesetzt sei. Daily Telegraph ist ber Ansicht, es werbe nur nocheine große Schlacht geschlagen werben, entweber am Vaal- flusse ober, unter ben Mauern von Johannesburg. N e w Y o r k, 26. Mai. Das fünfte Festessen bes K l u b englischer Schulen unb Universitäten fanb gestern in Anwesenheit von etwa hunbert Mitgliebem unb Gästen statt. Währenb besselben wurden Briefe ber Königin von En glaub, von Abmiral Dew ey unb anberen hervorragenden Persönlichkeiten verlesen. Chamberlain sandte ein Telegramm, in dem er fein Bedauern darüber ausspricht, daß bie öffentliche Meinung ber Vereinigten Staaten hinsichtlich bes südafrikanischen Krieges geteilt sei unb erklärt, es falle ihm schwer, zu glauben, daß England für seine Sympathieeu zu Gunsten der Vereinigten Staaten während des spanisch-amerikanischen Krieges nicht mit gleicher Sympathie in diesem Augenblick von selten des amerikanischen Volkes belohnt werde. Lord Roseberry führte in einem Briefe aus: Die Vereinigten Staaten würden aus Dem jetzigen Kriege dieselben Vorteile ziehen wie England selbst. England übernehme alle Lasten und zähle auf die moralisck)e Unterstützung der Vereinigten Staaten. Der Gouverneur des Staates Ohio sagte in einem Toast, wenn England keine Freunde auf dem Kontinent besitze, so befinde, es sich in derselben Sage wie die Amerikaner. Admiral Dewey hätte gern die deutschen Vettern vor Manila in den Grund gebohrt, doch fei er hierzu nicht genügend provoziert worden. Wenn die Deutschen die wirklichen Gefühle der Amerikaner kennen lernen wollten, so möchten sie doch in unbedeutenden Fragen die Dinge nur weiter auf die Spitze treiben. Washington, 26. Mai. Die Burendelegier- t e n veröffentlichen eine Note, in ber sie mitteilen, daß es ihnen unmöglich werde, alle Einladungen amerikanischer Städte anzunehmen. Sie beabsichtigen, s o s ch n e l l es die Umstände erlauben, nach Hause zurückzu kehren. Sie haben beschlossen, nur noch einige Tage in den Vereinigten Staaten zu verweilen. gänzliche, baut!- rufen wir mit Schiller klagend aus. Die Hoffnungen unseres Großherzoglichen Hauses, die Hoffnungen des ganzen Hessenvolkes haben sich nicht erfüllt, und die innigen Gebetworte, die unser Oberkonsistorium für den Gottesdienst am morgenden Sonntag angeordnet hatte, bleiben ungesprochen. Unsere Sorge aber bleibt es, daß über den Toten die Lebenden nicht vergeflen werden mögen. Wir wollen nicht jammern über das, was uns genommen wurde von finsteren Schicksalsmächten, sondern Gott danken für das, was er uns ließ! Alle unsere Wünsche vereinen sich in dem einen: Gott schütze unser Großherzogliches Haus! Paris, 25. Mai. Der Senator Choumie stellte heute nachmittag an die Regierung die Frage, ob es wahr sei, daß Dokumente, die mit der Dreyfus-Angelegen- heit in Zusammenhang ständen, aus dem Kriegsministerium entwendet worden sind, zum Zwecke der Wiederaufnahme der Agitation in der Angelegenheit der DreyfuS-Affaire, und welche Maßnahmen das Kabinett zur Verhütung ähnlicher Vorkommniffe zu treffen gedenke. Der Kriegsminister Gallifet antwortete, er habe nach der vorgestrigen Kammersitzung sich daS gesamte Dossier der Dreyfus-Angelegenheit unterbreiten laffen, und t hat sächlich nach eingehender Untersuchung festgestellt, daß Dokumente durch einen Offizier Ministerium entwendet worden sind, tigung rief große Sensation hervor. Der betreffende Offizier, so erklärte Gallifet weiter, erhielt sofort seinen Abschied, besonders weil er versicherte, eS handle sich um einen politischen Akt. Der Kriegsminister erricht von dem Tode Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Wilhelm im Kriegs- | folgt diese erschütternde Kunde auf dem Fuße. „Was sind Diese Bestä- | Hoffnungen, was find Entwürfe, die der Mensch, der ver- ** Aus Anlaß des Ablebens S. G. H. des Prinzen Wilhelm sandte unser Oberbürgermeister folgendes Telegramm nach Wolfsgarten: Seiner König!. Hoheit dem Großherzog, Wolfsgarten. Die überraschende Nachricht vom Ableben Seiner Großh. Hoheit des Prinzen Wilhelm hat, wie sicherlich das ganze Land, so namentlich auch unsere Stadt Gießen aufs schmerzlichste betroffen; hatten wir doch noch vor kurzem den nunmehr Dahingeschiedenen zu unserer Freude hier begrüßen dürfen. Namens unserer Stadt und ihrer Vertretung bitte ich, Eurer König!. Hoheit bei dem schweren Verluste, welcher das Großherzogliche Haus betroffen, in treuer Anhänglichkeit den Ausdruck all- seitigen herzlichen Beileides übermitteln zu dürfen. Oberbürgermeister Gnauth. Es traf darauf folgende Antwortdepesche ein: Aus Wolssgarten an Oberbürgermeister Gnauth, Gießen Für Ihre und der Stadt mir ausgesprochenen herzlichen Beileidsworte bei dem Verlust in meiner Familie herzlichen Dank. Ernst Ludwig. Dem Beileid der Stadt Gießen über die Geburt eines totenHPrinzen gab Herr Oberbürgermeister Gnauth durch folgendes Telegramm Ausdruck: Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog, Wolfsgarten. Auch bei dem neuen schweren Leid steht schmerzbewegt und teilnahmsvoll zur Seite seines Fürstenhauses unser Gießen. Gnauth. Die darauf eintreffende Antwortsdepesche lautet: Aus Wolfsgarten an Oberbürgermeister Gnauth, Gießen. Haben Sie für Ihre tiefempfundenen Worte unseren herzlichen Darck. Ernst Ludwig. ** Der Zweiten Kammer der Laudstäude ging 1. eine Anfrage des Abg. Köhler (Langsdorf), betreffend die Anstellung von hessischen Beamten unter der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft zu. — 2. eine Vorstellung der Kanzleibeamten der Großh. Ober-Rechnungskammer, betreffend Die Neuregelung ihrer Gehaltsverhältnisse. — 3. eine Regierungs- Aus Stadt und Kand. (Anvubm« Ssinsettdange», gleichviel werchen 3ul>oiif4, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 26 Mai 1900. ** Aus Darmstadt erhalten wir folgende telephonische Meloung: Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Viktoria Melitta wurde heute nacht von einem toten Prinzen entbunden. Die hohe Mutter befindet sich den Nmstände« entsprechend wohl. „Die Totenklagc ist in diesen Mauern kaum verhallt, und eine Leiche drängt die andre fort ins Grab." Der NachAusland. London, 23. Mai. Den „Daily Expreß" zufolge sind in Deutsch-Südwestafrika Gold, Silber, Kupfer und Ble.ierze in großer Menge, ungefähr 400 englische Meilen landeinwärts von Walfischbai gefunden worden. Die englisch deutsche Westafrika-Gesellschaft, zu der Rhodes gehört, will 100,000 Pfund Sterling auögeben, um festzustellen, ob die Erze in genügender Menge vorhanden sind, sodaß sich die völlige Ausbeulung lohnt. Sollte dies der Fall sein, so würde für zwei Millionen Pfund Sterling eine Eisenbahn von Walfischbai dorthin gebaut werden, und eine gleiche Summe würde für Minen daselbst verausgabt werden. Mitte Juni wird aus England eine Expedition nach dem betreffenden Gebiete in Deutsch- Südwestafcika abgehen. — Der „Daily Mail" wird aus Tientsin tele- S'aphiert: Aus Paotingfu, 80 Meilen von Peking, kommt eine ernste Kunde: General Iangfutung, der vom Vizekönig Mluh mit Truppen gegen die Boxer geschickt war, soll bei einer Zusammenkunft mit ihren Anführern ermordet worden sein. Es wurden weitere Truppen nach Paotingfu gesandt. Der französische Admiral des Küstengeschwaders traf in Peking ein. Die Ermordung der Christen bei Paotingfu wird der zweideutigen Haltung von FakaS zugeschrieben, der Petschili praktisch regiert und die Boxer begünstigt. — Einer Meldung des Bureau Dalziel auS Shanghai zufolge machten Mitteilungen aus Szuchuau und Hupei zufolge die Boxer dort ähnliche Angriffe auf fron- zö fische Konvertiten, wie vor einigen Tagen auf das christliche Dorf Laishun bei Peking. Zwei Dörfer find zerstört und viele christliche Einwohner niedergemetzelt worden. Der in Shinanfa kommandierende General schickte ein Regiment Soldaten gegen die Boxer aus, aber das Regiment wurde von ihnen von einem Hinterhalte aus überfallen und verlor 26 Tote und eine Anzahl. Verwundete. Der Vizeköuig von Changchitung ordnete an, daß weitere Verstärkungen von Jchang aus geschickt werden. Vorteile der Meistbegünstigung zu gewähren, über der» 30. Juni hinaus verlängern soll. Karlsruhe, 26. Mai. Bei der Reichs tag s- ftichwahl im Wahlkreis Offenburg-Oberkirch-Kehl wurde Schüler (Zentrum) mit 9534 Stimmen gewählt, Reinhard (natl.) erhielt 9048 Stimmen. r Straßenbrücke kommend bot die Stadt einen prächtigen Anblick. — In Erwartung der Ankunft des Kaisers hatten die Dampfer und Fahrzeuge auf dem Rhein über den Koppen geflaggt. Von allen Seiten war die Bevölkerung herbeigeströmt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Die Torpedoboote lagen nebeneinander am Kai. An der I Landungsbrücke hatte eine Ehrenkompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 87 Aufstellung genommen. Um 2 Uhr traf der Kaiser von Wiesbaden kommend in Marineuniform ein, mit ihm die in Wiesbaden versammelten Herren des Gefolges, außerdem der Ehef des Marinekabinetts v. Senden- Bibran. Ter Kaiser schritt die Front der Ehrenkompagnie ab, und nahm den Vorbeimarsch entgegen. Der Kaiser unterhielt sich darauf einige Zeit mit dem Provinzialdirektor v. Gagern und Oberbürgermeister G a sine r und begab sich dann an Bord des Torpedobootes S 8, auf dem die Kaiserstandarte emporstieg. Tie Flottille setzte sich darauf in Bewegung. Von Kastel her wurde Salut geschossen und die Glocken der Stadtkirchen erklangen. Auf dem Rhein von der Straßenbrücke bis zu der Eisenbahnbrücke hatte eine große Anzahl festlich geschmückter Schiffe in Längsrkihe Aufstellung genommen. Unter ständigen Salutschüssen fuhr die Torpedodivision zunächst rheinaufwärts und drehte dann bei der Eisenbahnbrücke bei, um die Richtung rheinabwärts zu nehmen. Sämtliche Festschiffe schlossen sich an. Am Mainzer Ufer bildete die ganze Garnison Spalier. Bei der Vorbeifahrt der Torpedoboote spielten die Musikkapellen den Präsentirmarsch, die Truppen riefen Hurra. Um drei Uhr passierte die Flottille Biebrich, auf der ganzen Fahrt von stürmischen Zurufen der Bevölkerung und Böllerschüssen begleitet. Auf dem Boote des Kaisers befanden sich, der Chef des Marinekabinetts v. Senden-Bibran, v. Hahnke, Graf Waldersee, General v. Lindequist. Tas kaiserliche Gefolge verteilte sich onf die übrigen Boote. In der Unterhaltung mit dem »aiser nahm Provinzialdirektor v. Gagern die Ge- legenheit wahr, auf die Entfestigung von Kastel hinzuweisen, worauf der Kaiser erwiderte: „Ja der Reichstag will von dem Preise für das Gelände nicht abgehen". Oberbürgermeister Dr. Gasiner bemerkte hierzu, die Stadt Mainz habe damit nichts zu thun, worauf der Kaiser lächelnd erwiderte: „Ja Sie sind in Mainz fein heraus". Bevor der Kaiser nach! Wiesbaden zurückkehrte, verlieh er verschiedene Ordensauszeichnungen. Für morgen sind die Offiziere der Torpedoboote zu einem Fest bei Kupferberg eingeladen. Mittags begeben sich die Schiffe nach Biebrich, von wo die Offiziere einer Einladung nach Wiesbaden ; folgen werden. (Mainz. Anz.) Vorlage betreffend den Gesetzentwurf, die Legitimation' durch nachfolgende Ehe. —4. ein Bericht des Vierter- Ausschusses über die Vorstellung der Gemeinde Frischborn betreffend die Erbauung einer Nebenbahn von Lauter- I bach nach Grebenhain. I ** AuS dem Militär Wochenblatt. Scholtz, Oberstleutnant, beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs des 18. Armeekorps, zum Chef dieses Geueralstabes I ernannt» — Pappritz, Major im Generalstabe der 22 I Div., zum Generalstabe des 18. Armeekorps, v. Krosigk I Oberstlt. und Bats.-Kommandeur im 1. Großh. Heff. I (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, unter Versetzung in den General- I stab Der Armee, mit Wahrnehmung der Geschäfte als Ches ! des Generalstabes des 17. Armeekorps beauftragt.— v. Linsingen, Major aggreg. dem 6. Rhein. Jnf.-Regt. | Nr. 68, als Bats.-Kommandeur in das 1. Großh. ‘ I Inf. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, v. Lochow, Major aagrea I dem 5. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 168, als Bats. I mandeur in das Füs.-Regt. von GerSdorff (Hess.) Nr. 80 I versetzt. — Lang, Major und Bats.-Kommandeur im I 8. Rhein. Jnf.-Regt. Nr. 70, mit Pension und der Uniform I des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116. f chimpff, Hauptmann z. D., unter Enthebung von der tellung als BezirkSosfizier beim Landw.-Bezirk Saarge- I münd und Erteilung der Aussicht auf Anstellung im Civil- I dienst, mit Pension und der Uniform des 3. Großh. Heff Jnf.-Regts. (Leib-RegtS.) Nr. 117, der Abschied be. I willigt. •• Zur Grundsteinlegung des Germaueuhauses wird uns I geschrieben: Bei der Berichterstattung über die Grundstem- I legung des Germanenhauses in Nr. 119 ds. Bl. hat der I Herr Verfasser übersehen mitzuteilen, daß Herr Land- I gerichtsdirektor Thaler von Mainz in seiner Eigenschaft I als Mitglied des Vorstandes des Ehrenmitgliedervereins der I Burschenschaft Germania der Feier beigewohnt und als I fünfter in der Reihenfolge die drei Hammerschläge mit den I Worten begleitet hat: „Germania vivat, crescat, floreat I in aeternum.“ Es sei dies hiermit nachgetragen. ** Städtisches Elektrizitätswerk. In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung vom 23. d. Mts. I wurde, wie wir gestern bereits mitteilten, die Lieferung und Ausführung des elektrischen Teiles für das geplante Werk der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm.Schuckert u. Cie. in Nürnberg übertragen, während zuvor schon die Lieferung der zur Ausnützung der Wasserkraft der Neumühle erforderlichen FranzciS-Turbinen samt dem zugehörigen Wasserbau dem Vertreter der Firma Briegleb, Hansen u. Cie. in Gotha, Zivilingenieur Leithäuser in Kaffel, und die Lieferung der zur Ergänzung der Wafferkraft erforderlichen Gasmotoren samt der zugehörigen Generatorgasanlage der I Gasmotoreufabrik Deutz übertragen worden waren. Nach den Vertragsbedingungen wird Danach spätestens auf 1. April n. I. die vollständige Versorgung des gesamten Bahnhofes Gießen mit elektrischem Strom in Kraft treten, unter gleichzeitigem Anschluß auch derjenigen Privaten, für deren Straßen auf demnächst zu veranstaltende Umfrage eine genügende Anzahl von Abnehmern sich ergeben. — Die Stelle des Betriebsleiters des neuen Werkes wurde in derselben Sitzung dem Ingenieur Paul Mulert aus Dresden, z. Z. auf dem Ingenieur- Bureau Erfurt der Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft Berlin, übertragen; der Gewählte wird voraussichtlich schon auf 1. Juli d. I. seinen hiesigen Posten antreten und danach in erster Linie die Unterlagen für die Anmeldungen der Privaten (Preise und Bedingungen) zu bearbeiten haben. Darmstadt, 25. Mai. Prinz Heinrich von Hessen wird am Samstag hier eintreffen. Aus Anlaß des Ablebens des Prinzen Wilhelm erscheinen auf den öffentlichen Gebäuden die Flaggen auf Halbmast gehißt. M a i n z, 25. Mai. Die von den Vorständen der demokratischen, der deutschfreisinnigen, nationalliberalen und sozialdemokratischen Partei auf Mittwochabend mit der Tagesordnung 1. Protest gegen die in der Lex Heinze zu Tage getretenen Bestrebungen, 2. Gründung eines Goethebundes für Mainz und Umgegend, einberufene Volksversammlung war von etwa 2500 bis 3000 Personen beiderlei Geschlechts besucht. Den Vorsitz führte Stadtv. Dr. R a u t e r t (natl.). Es sprack)en Dr. Pagenstecher für die nationalliberale, Dr. Horch für die demokratische, Dr. David für die sozialdemokratische und Professor Dr. Harnack-Darmstadt für die deutschfreisinnige Partei. R.-A. D?. Pagen stecher erörterte die juristische Seite. Anfangend mit der Zeit des Mittelalters, in der Künstler, Sänger, Schauspieler mit Stromern in einen Topf geworfen worden seien, kam er auf die Jetztzeit und sagte, daß es dem Ausgange des Jahrhunderts Vorbehalten gewesen sei, Künstler und Gelehrte mit Zuhältern auf eine Stufe zu stellen. (Laute Pfuirufe.) Der Redner schloß mit den Worten: „Wir protestieren gegen den Geist der Lex Heinze und wer-deu uns wehren gegen ihn, so lange er umgeht, jetzt und immerdar." (Großer Beifall.) Rechtsanwalt Dr. Horch, unterzog die Lex Heinze einer Betrachtung in Bezug auf die Gefahr für die Kunst im allgemeinen Politisch beleuchtete dann Landtagsabg. Dr. D a v i d Hie Lex Heinze. Professor Dr. H a r n a ck erklärte die Zwecke und Ziele des Goethe-Bulndes. Man wolle eintreten in den Kampf um die geistigen Güter, die Gemeingut aller werden müßten. Man hätte gesehen, wie man auf der Wacht stehen müsse, damit uns die geistigen Güter nicht wieder genommen würden. Wenn einmal das geistige Leben initerbunben würde, würde auch das poli^ tische Leben sein Ende finden. Ter Goethe-Bund habe sich zusammengefunden, um drohende Gefahren abzuwenden. Er solle eine Wechselwirkung zwischen dem geistigen und künstlerischen Leben hervorbringen. Die Hauptaufgabe der Goethe-Bünde werde sein, die Freiheit der Wissenschaft und Kunst gegen Angriffe jeder Art zu schätzen und die wahre Kunst in allen Schichten des Volkes zu verbreiten. Möchten alle die beitreten, die das geistige Schaffen hochhalten wollen. Man habe keinen würdigeren Namen, als den unseres großen Dichters finden können, denn die Aufgabe der Bünde sei, „Unendlich Lichi, mit seinem Licht verbindend." Schließlich wurde folgende Resolution, die , neuerte feine Worte, die er in Form eines Tagesbefehls an die Armee in Betreff der DreyfuS- Affaire erlassen hatte, nämlich: Die DreyfuS-Affaire ist beendet. Der Kriegsminister versicherte schließlich, er werde alles thun, was in seinen Kräften stünde, um die Disziplin in der Armee aufrecht zu erhalten. Diese Worte riefen einen ungeheueren Beifall hervor. Auch der Senator Choumie erklärte sich durch diese Ausführungen des Kriegsministers für befriedigt. Waldeck-Rousseau erklärte, diese Angelegenheit betreffe auch sein Ressort. Er verteidigte den Agenten Thomps, gegen den seit einiger Zeit eine verleumderische Campagne ins Werk gesetzt worden ist. Das gestohlene Dokument ist ein Brief eines gewissen Geiger über die Dreyfus-Angelegenheit. Dieser Brief wurde von dem betreffenden Offizier abgeschrieben und weiter verbreitet. Die Angelegenheit scheint auch in der Kammer Gegenstand einer Interpellation zu werden. Der Kaiser und die Torpedoflottille in Mainz. Mainz, 26. Mai. Die Torpedoboote sind am Mittwochnachmittag um 6 Uhr wieder hier eingetroffen. Während die Offiziere abends einer Einladung der Gesellschaft „Schiff" in das Gutenberg-Kasino folgten, besuchten die dienstfreien Mannschaften verschiedene Lokale der Stadt. Die auf den Booten verbliebenen Mannschaften arbeiteten emsig an der Schiffs- toilette. Am Mittwochvormittag trafen 30 Kisten Salutkartuschen für die Boote ein, die vorläufig in einem Pulvermagazin untergebracht und abends in die Munitionsräume der Boote verstaut wurden. Der Tag wurde von den Bootsmannschaften teils zur Instandsetzung der Boote benutzt, teils kamen die Blaujacken au Land und vergnügten sich dort. Am Freitag waren die Boote festlich aufgetakelt und zum Empfange ihres kaiserlichen Oberbefehlshabers klar gemacht. - Vom Wiesbadener Thor bis zum Landebock der Köln-Düsseldorfer Boote bildete der Weg, den der Kaiser bei der Ankunft nahm, eine via triumphalis. Am Fuße der mit Fahnen reich gezierten linksseitigen Brückenrampe waren zwei riesige Blumen schalen ausgestellt. Das Brückenthor inai mit Fahnenwappen und Guirlanden sehr schön geschmückt. Am Rhein irfer waren bis zum Kaiserthore Flaggenmasten aufge- ftellt. Die Häuser in der Ufer, Rhein- und oberen und Unteren Taunusstraße waren sämtlich beflaggt. Von der IclegraMsch an die Reichstagsmitglieder und Führer der liberalen Parteien: Eugen Richter, Rickert, Friede. .Haußmann, Basscrmann uno Singer übermittelt werden soll, angenommen: „Die in der Stadtl^alle in Mainz behufs Gründung eines Goethebunldes versammelten 3000 Mitglieder aller liberalen Parteien beglückwünschen die Oppositionsparteien des Reichstages zur erfolgten Abwehr der in der Lex Heinze zutage getretenen kulturfeindlichen Bestrebungen, sprechen Ihnen ihre Anerkennung aus und bitten, auszuharren im Kampfe. Die Vorstände der demokratischen, deutschfreisinnigen, nationalliberalen und sozialdemokratischen Partei." Die Resolution wurde wie vorstehend angenommen und abgesandt. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Maio-, 25. Mai. General-Feldmarschall Graf Wal- dersee ist am Mittwochabend um 10 Uhr 31 Minuten hier angekommen. Gestern vormittag wohnte der General- Feldmarschall dem Gottesdienste in der Garnisonkirche bei und mittags begab er sich nach Wiesbaden, wo er sich beim Kaiser meldete und an der Tafel teilnahm. Die Garnison hat den Befehl, von gestern früh an bis zum Mittag des 28., der Abreise des General-Feldmarschalls, in Helm auf der Straße zu erscheinen. Der kommandierende General, General der Infanterie von Lindequist ist gestern abend in Begleitung des Chefs des Generalstabes des 18. Armeekorps, Oberstleutnant Scholz und des Adjutanten, Major Hildebrand, um 9 Uhr 40 Minuten von Frankfurt in Kastel angekommen. Heute vormittag um 8 Uhr begann die Besichtigung der Garnison durch den Grafen Waldersee. ES wurden besichtigt im Exerzieren ein Bataillon vom 3. Großh. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 117, daS 3. Bataillon vom Füsilier-Regiment von Gersdorff (Hess.) Nr. 80 (Major von Knoblauch und zu Hatzbach) und eine bespannte Batterie vom Nasi. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 27. Nach der Besichtigung dieser Truppen-Abteilungen, an der der kommandierende General, die Divisionskommandeure Generalleutnants Perthes und von Perband, die Brigadekommandeure Generalmajore von Buddenbrock (50. Jns.-Brigade), von Kalkstein (42. Jnf.-Brigade) und Düsing (41. Jnf.- Brigade), sowie der Gouverneur und Kommandant u. s. w. teilnahmen, fand die Parade des ganzen Regiments Nr. 117, des 3. Bat. der 80er und der 1. Abt. der 27er statt. Die Parade kommandierte Oberst Kutz en vom Regiment 117. Morgen vormittag werden im Exerzieren besichtigt das 1. Bataillon vom 1. Nasi. Jnf.-Regt. Nr. 88 (Major von Steuben), das 3. Bataillon vom 2. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 88 (Major Frhr. von Eynatten) und die 2. Abteilung des Feld-Art.-RegtS. Nr. 63. Die sich anschließende Parade der drei Regimenter wird Generalmajor Düring kommandieren. Am Montag vormittag werden daS Husaren- Regiment König Humbert (1. Hess.) Nr. 13 und daS Pionier-Bataillon Nr. 11 besichtigt. Die Parade wird Oberst von Alten vom Husaren-Regiment Nr. 13 kommandieren. — Um 8 Uhr abends fand im Offizier-Kasino, speziell im Kasino des Regiments Nr. 87, ein Liebesmahl statt, an dem General-Feldmarschall Graf Waldersee und die hiesige Generalität teilnahmen, W Marburg, 25 Mai. Der 38. Verbandstag hessischer Vorschuß- und Kreditvereine fand am Mittwoch hier statt. Von den 24 dem Verbände ange- hvrenden Vereine waren 23 vertreten. Etwa 80 auswärtige Mitglieder waren erschienen. Die geschäftlichen Verhandlungen wurden vom Verbandsdirektor Diehls-Casiel geleitet. Gestern abend fanden noch nachträglich im Museum Festvorträge von hier augenblicklich gastierenden Mitgliedern des Kölner Stadttheaters statt. Als Ehrengast war u. a. anwesend für die Süddeutsche Bank, Filiale in Gießen, Frhr. von Jungenfeld. Als Ort für den nächsten Verbandstag wurde Nauheim bestimmt. Frankfurt a. M., 25. Mai. Zu dem U e b e r f a l l und der Vergewaltigung am Morgen des Himmelfahrttages im Stadtwald, worüber bereits kurz berichtet wurde, bringt der Polizeibericht folgende Mitteilung: Am Himmelfahrttage früh 4 Uhr sind an der Isenburger Schneise zwei Gruppen Spaziergänger von jungen Leuten angehaltcn worden. In der zweiten Gruppe, wozu auch der Kaufmann Joseph Weigand gehörte, befaßen sich zwei Mädchen, die mit dem Rufe begrüßt wurden: „Nehmt dem fein Mädchen ab!" Als Weigand dagegen sich sträubte, ertönte ein Pfiff, worauf etwa 15 Mann aus dem Walde herauskamcn, ans Weigand einschlugen und das Mädchen in den Wald hineinschleppten. Dort ist das Mädchen nach feiner Angabe von sieben Burschen überwältigt worden, und zwar in nicht wiederzugebender bestialischer Weise. Durch einen herbeigerufenen Gendarmen wurden die ersten Feststellungen gemacht, und sind dann gestern vormittag nachbenannte Personen festgenommen worden: Alfred Thoma, Franz Thoma, Philipp Winterstein, Gustav Otto, Carl Kirsch, Heinrich Holzhauer, Jacob Georg, Eugen Jungkunst, sämtlich aus Niederrad. Die Kirsch, Winterstein und, Gebrüder Thoma hüben bereits ein Geständnis abgelegt. Außerdem sind dem jungen Mädchen die in ihrem Besitz befindlichen Goldsachen geraubt worden. Die Bedauernswerte befindet sich infolge der Brutalitäten in schwerer Nervenkrisis. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Holzschneiderei von Hofmann in Mainz brach am 24. nach Mitternacht Feuer aus, das die ganze Fabrikanlage zerstörte. Der Schaden ist beträchtlich. Universität und Hochschule. — Würzburg, 25. Mai. Heute ist in der hiesigen Universität ein Streik der Medizinstudierenden ausgebrochen. Hofrat Prof. Dr. Schönborn hatte am Mittwoch drei im Examen stehende Studierende schroff aus seiner Klinik gewiesen, weil sie bei chm nicht belegt hatten, und ihnen zugleich bedeutet, wenn sie nochmals in der Vorlesung erschienen, würden sie im Examen durchfallen. Sämtliche Mediziner blieben wegen dieses Vorgangs heute der Vorlesung fern und beschloffen, die Klinik des Profeffor Schönborn solange zu meiden, bis dieser revociert habe. Prof. Schönborn ließ heute seine Vorlesung ausfallen. — Verschiedenes r An der Universität Leipzig begingen der Geh. Hosrat Professor Dr. Heinze, Direktor des philosophischen Seminars, und der Geh. Hofrat Prof. Dr. Wundt, Direktor des Instituts für experimentelle Psychologie, ihr 25jähriges Jubiläum als ordentliche Professoren. Beide Gelehrten entzogen sich den ihnen zugedachten Ovationen durch eine Reise. — Der Profeffor der französischen Litteratur an der Universität Lausanne, Georges Renard, wird seine dortige Lehrthätigkeit aufgeben, um an dem reorganisierten „Conaer- va oire des arta et metiera“ in Paris die neu errichtete Profeffur für „Geschichte der Arbeit" zu übernehmen. Profeffor Renard war 1871 als Kommuneflüchtling nach der Schweiz gekommen. 1878 wurde Renard amnestiert auf Betreiben der „AoadSmie frangaiae“, die sein Gedicht „Poesie und Wiffenschast" preisgekrönt hatte. Arbeiterbewegung. W. Gießen, 26. Mai. Zum bevorstehenden Maurerausstand. Die beteiligten Maurermeister hatten sich, nachdem ihnen die von Seiten der Arbeiter am Mittwoch gefaßte Resolution mitgeteilt worden war, gestern nachmittag im „Hotel Viktoria" versammelt. Es wurde beschloffen, die Vergütung eines Minimallohnes unter jeder Bedingung von der Hand zu weisen, sich dagegen aber zur Vergütung des geforderten Bettages als Maximallohn an tüchtige Gesellen mit entsprechenden Leistungen bereit zu erklären. Des weiteren wurde die Auszahlung des rückständigen Lohnes, wie in der Resolution gewünscht, schon heute mittag 12 Uhr, wie auch die Uebergabe der Kranken- und Jnvaliden- karten der Ausständigen durch Vermittlung der Meister abgelehnt, und in ersterer Beziehung zur Auszahlung des Lohnes die zu diesem Zwecke seither festgesetzte Stunde 5 Uhr nachmittags beizubehalten, in letzterer Hinsicht aber den Arbeitern anheimzugeben beschloffen, sich in den Besitz der bett. Karten auf dem seither üblichen Wege zu setzen. Telegramme beS Gießener Anzeigers. Hannover, 26. Mai. Das Fahrpersonal der Straßenbahn ist in eine Lohnbewegung eingeritten. Man erhofft gütliche Beilegung. Alft, 26. Mai. Die hiesigen sozialen und christlich-demokratischen Arbeiter-Verbände haben sich dahin geeinigt, fortan auf jede Ausstands- Bewegung zur Erlangung höherer Löhne zu verzichten und ihre Forderungen den Arbeitgebern durch gemeinsam ernannte Delegierte vorzuschlagen Kopenhagen, 26. Mai. Ja den Arbettrrkreisen herrscht starke Gährung. 3000 Erdarbeiter beschloffen gestern, btt Arbeit nteder- zulegen. Sämtliche Angestellte der Straßenbahn haben ihre Stellung gekündigt, um e,ne Lohnerhöhung zu erzwingen. Außerdem stehen mehrere andere Streiks bevor. Auszug aus den StandesaMtsregistern ter Stadt Gieße«. Aufgebote. Mai. 19. William George Washington Jughardt, Wittwer, Kaufmann in Brooklyn, mit Auguste Friederike Felfing Hierselbst. 19. Ludwig Daniel Philipp Wilhelm Schwall III., Wittwer, Bleicher dahier, mit Luise Karoline Emilie Schmidt in Biedenkopf. 22. Jahann Philipp Wilhelm Hardt, Brunnenmeister in Löhnberg, mit Marte Kanngießer in Gießen. 22. Georg Wahl, Friseur in Gießen, mit Luise Marte Johanna Hintz aus Köslin. 25. Heinrich Friedrich Christoph Kohlenberg, Sergeant dahier, mit Georgine Friederike Margarethe Bastian zu Wetzlar. GhefchliaHungau« Mai. 19. Ludwig (Stnil Jakob Bramm, Fabrikant in Wteseck, mit Lina Väth in Gießen. 19. Jakob Falk, Vize-Wachtmeister in Darmstadt, mit Anna Theodore Becker hterselbst. 19. Johannes Scharmann, Kutscher ‘n Gießcn, mit Katharine Hofmann hterselbst. 25. Karl Pitz, Taglöhner dahier, mit Elise Hartmann hterselbst. Geborene. Mat. 12. Dem Spengler Otto Rühl ein Sohn, Hans. 14. Dem Kaufmann Gerhardt Bötz ein Sohn, Friedrich. 14. Dem Soengler Georg Dahmer ein Sohn. 14. Dem Taglöhner Ludwig Pfeiffer ein Sohn, Konrad Heinrich Ludwig. 16. Dem Gerichtsschreiber-Gehilfen Wilhelm Sartorius ein Soh". 17. Dem Gärtner Karl August Kaufmann eine Tochter. 18. Dem Kutscher Karl Stroh eine tod)t:r, Johanna Elisabeth. 18. Dem Lademe-sttr Dietrich Vogel ein Sohn, Wilhelm Heinrich. 19 Dem Gerichlsassessor Dr. Georg Moritz Hansult eine Tochter. 19 Dem Htlfsbremier Heinrich Ltvkmann eine Tochter, Frieda Karoline Elisabeth. 20. Dem Metzger und Wirt Friedrich Wenzel ein Sohn, Friedrich Wilhelm Johannes. 20. Dem Vorarbeiter Friedrich Virroth ein Sohn. 22. Dem Schreiner Otto Hartg eine Tochter, Frieda Anna Katharine. «eftorvene. v Mai. 18. Georg Ma x, 27 Jahre alt, Kaufmann dahier. 18. Karl Christian Arnold, 1 Jahr alt, Sohn von Spenglermeister Christian Arnold dahier. 19. Luise Hagedorn, geborene Junberg, 42 Jahre alt, Ehefrau von Fabrikarbeiter Theodor Haaedorn n Lüdenscheid. 20. Ludwig Karl Hermann Bramm, 63 Jahre all, Rentner dahier. 20. Emilie Justine Schweitzer, geb. Dapprich, 42 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Albert Schweitzer in Daadm. 21. Franziska Przywara, 20 Jahre alt, Taglöhnerin in Neuhof bei Lang-Göns. 24. Heinrich Zöll, 57 Jahre alt, Privatmann zu Gießen. 24. Lina BalduS, ged. Renner, 35 Jahre alt, Ehefrau von Uhrmacher Karl Baldus dahier. 25. H-tnrich Hildebrand, 40 Jahre alt, Kaufmann zu Butzbach. 26. Wilhelm Müller, 63 Jahre alt, dahier. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 26. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 14°, Luft 12«. Rübsamen'sche Badeanstalt Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Ist es erlaubt, Möbel, Teppiche und Betten morgenS zwischen i/,5 und V»6 Uhr in rücksichtslosester Weise auszuklopsen? Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gieren, 26. Mai. Marktbericht. Auf dem heuttgen Wockemnarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.00-1.15, Hühnnettr ver St. 5—6 A, 2 St. 10—11 H, Enteneier 2 St. 12—14 4, Gänse« üer per St. 10-11 Käse 1 St. 5—7 H, Kasematte 2 St. 5—6 A, «rbfen per Liter 19 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X i .86—1.20, Hühner per St. X 1.20-1.80, Hahnen per Stück i 30—1.80, Enten per St. X 2.00—250, Gänse per PfuM 0.00—0.00, Ochsenfleitch per Pfd. 68—74 Kuh» und Rindfleif^ ver Bfd. 62—64 S>, Schweinefleisch per Pfd. 50—70 4, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 H, Kalbfleisch per Pfd. 64—86 4», Hammelfleisch per Pfd. 50—66 4, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bi- 6.00 X, Wnßkraut perSt. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 8.00—9 0), Milch per Liter 16 ___ Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Yerren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener lverkstätte. Gießen, Airchenplatz U- ___ _ A eidenstoffe, '“XÄÄ- Sammte von Elten & Kernen Velvete M«, ml Neueste Meldungen. Paris, 26. Mai. Graf Christian Esterhazy hat an die Regierung Vas Ersuchen gerichtet, seinen Namen umändern zu dürfen. Zürich, 26. Mai. Der sizilianische Deputierte de Felice hat sich nach Lugano geflüchtet, da er bekanntlich zu Zwangs-Domizil verurteilt ist und nach Auflösung der Kammer die Immunität aufhört. Er beabsichtigt von da aus eine heftige Wahl-Propaganda zu treiben. Am Donnerstag fand auf Schweizer Boden eine über 1000 Mann starke Wählerversammlung der italienischen Republikaner lnnd Sozialisten statt, die von Como herüberkamen, um de Felice zu hören. Meser will eine Agitationstour durch die ganze Schweiz unternehmen, um alle Gesinnungsgenossen zur Wahlbeteiligung aufzufordern. Wien, 26. Mai. Das Resultat der gestrigen Gern e i n d e r a t s w a h l e n im zweiten Wahlrörper ist ganz in antisemitischem Sinne ausgefallen. In 17 Bezirken wurden die antisemitischen Kandidaten mit großer Mehrheit gewählt. Nur im Bezirk Leopoldstadt siegten die Liberalen. Im ganzen gewannen die Antisemiten von 46 Mandaten 42. Die Liberalen erhielten! nur die vier Mandate der Leopoldstadt. Petersburg, 26. Mai. Die Japaner betreiben bei der koreanischen Regierung den Erwerb der Jusel T a r i o d nahebei Mokpo. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe ». Arraebot der Arbeitnehmer r 1 Tapezier, 1 gepr. Heizer, mehrere Taglöhner, i Fabrbursche, 1 Waschfrau oder Putzfrau, 1 Büglerin für in und außer dem Hause, 1 Haus- oder Büreaudiener. XachVraae der Arbeitgeber r 1 mngerer Bäcker bei gutem Lohne nach auswärts, 1 Buchbinder, 1 tücht. Küfer 1 Tapezierer, 1 tücht. Bausckloffer im Alter von 22-26 Jahren, 1 Wagner, 1 Schmied, 1 Schuhmacher, 1 Bauschremer, 1 Möbel- Greiner, 2 Hausburschen, 10 bis 12 Ausripper oder Ausripperinnen, eine Anzahl Taglöhner, mehrere Dienstmädchen. __________________________________ 3724 Unterzeichneten richten. Gießen, den 23. Mai 1900. Der evangelische Gesamt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Verkauf von Psarräckern. «nm Ankauf der zwei Pfarräcker zwischen der Wilhelmstraße und dem Leihgesternerweg, neben der Georg Heß'schen Besitzung, Flur 26, Nc 47 5 und 48,5, zusammen 4590 Quadratmeter enthaltend, ist un- ein' Gebot gemacht worden. Wir haben beschloffen, diese Aecker, die an beiden Straßen Baugelände sind, für einen annehmbaren Preis zu verkaufen- wir wollen aber auf besonderen Wunsch durch diese Mitteilung auch anderen Kaufliebhabern Gelegenheit geben, Schritts zur Erwerbung der Geländes zu thun. Etwaige Angebote wolle man baldigst an drn -----G-----© Fahrräder Pa. erstklasaige deutsche Marke Tourenrad 150 Mk. Halbrenner 165 Mk. Ferner einige vorjährige wenig | gefahrene Fahrräder 3782 I ® billig abzygeben. 9 Adolf Baer Schulstrasse 6. D. Schmall Schloßgaffe 12 02317 empfiehlt sein Lager in allen Sorten Schuhwaren 9.Ä Kursbericht von J. Kurz & Co., Hießen, Sahnhofstraße 63. Frankfurter Börse vom 25. Mai 1900. Proccnt Procent 37t Deutsche ReichSanl. 94.90 47s Oesterr. Silberrntte 96.40 3 Preuß. TonsolS 86.20 4 Ung. Gold-Rente 96.00 3V, Gr. Hessische Obl. 92.85 3 Portugiesen 24.80 4 Stadt Darmstadt v. 1891 00.00 5 Mexikaner amort. S. I-III 41.50 4 Stadt WormS unk. b. 1901 000.00 4 Monopol-Griechen von 1887 45.70 3 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 83.60 4 Eisenb. Rentenb. Obl. 98.00 3 Jtal. staatSgar. (Eifenb. 57.40 4 Buderus Obl. 00.00 37, Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 93.30 4 Hambrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1905 100.00 37, Frkf. Hyp. Cred. B. unk. b. 1906 92.70 4 Preuß. Hyp. A. Bk. unt.b.1900 99.30 4 dto. unk. b. 1907 100.00 4 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 99.30 4 Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 99.50 4 Frkf. Ldw. Cred. Bk. unk. b. 1900 98.95 Geldsortenr 20 Franken-St. Brief 16.33 Geld 16.29 Franz. Banknoten Brief Geld 81.35 Tngl. Sovereigns 20.45 20.41 Oesterr. dto. 84.40 Dollars in Gold 4.20 4.17 Americ. 4.177t Abenbcourser Darmst. vk.-Acsttn 000.001 Defterr. Trcdit-Amm 224.25 Möbel-Lager! A. Grünebaum I Bahnhofstr. 35. I Spezialität: Komplette 3219 Wohnungseinrichtungen.] ion nkb hiemil David HZ» Bnton Bm Jean Falk Georg Silia Heinrich Mi Nvrg Karl Peter Jansl Peter Sauer Rarl Lautz Philipp Fröt VW« W Lvmr c 3acob ffljtt F’6 Jioll Gustav Wg U. sei Aon Die ® Jttbtn de a8nb®'trt' str Ä- W-4" Hermann3 Tranz Tch Laü Rock, Justus W Julius K! Heinrich ( Louis Pe, Heinrich j Johann Z Johann 8 Jacob M Sc jfrit Wfl Sch ®tljdtn $ö Hamann F, Fmann & ®eor9 Daut SÄ*h vUedych geliebter Gatte, Vater, Schwiegervater, Grossvater Herr Justizrat Dr. Anton Rosenberg gestern abend 6‘/2 Uhr durch einen sanften Tod von seinem schweren Leiden erlöst worden ist. Giessen, den 26. Mai 1900. 3784 Die trauernden Hinterbliebenen. Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. ■aotsi htril . Teilnehmenden Freunden und Bekannten zeigen wir schmerzerfüllt an, dass unser und Bruder Die irdische Hülle des Verblichenen wird im Krematorium zu Offenbach eingeäschert. Die Ueberführung dahin erfolgt Montag den 28. Mai, vormittags 83/i Uhr, vom Trauerhause, Seltersweg 91, aus. Mitgliederstand Ende 1898 3791 3785 Verantwortlich für Ich allgemeinen Teil: P. gßittfe; für Ich Rnz«ig«u/s Pfg. Aktiva. Kaffebestand 200.40 Inventar nach Einkauf 3875.90 Ausstände 1626.75 Mobilienwert 108.22 Noch Vorhandene Emballage 32.28 Passiva. Kreditoren Stammantelle Reservefonds Betriebsrücklage Reingewinn Summa 5843155 Summa 3602 400 000 Stück Backsteine zu verkaufen. Chr. Haubach L. kaufen. Läwengaffe 22, I. EntrSe 30 Pfg Xkiu-£md«i Bcrnhardtshäuserhof CO zu vermieten. Ederstraße 6. per 1. Juli zu vermieten. 02304 Stephanstrahe 43 02297] 3-Zimmerwohnung alsbald zu vermieten. Südanlage 7 02299] Freundlich möbliertes Zimmer ZSestankage 19. zu vermieten. Aufnahme finden. 3771 Hotel Prinz Karl 3789 Wagengaffe 8. Näheres mit Zubehör von Bes. — ®ru