MV. 72 Zweites Blatt Dienstag den 27. März 1900 MeßmerAnzeiger Heneral-AnMger ?zr)Ul»spreir vNrirljährl. Mk. SM moiiaNich 75 Pig. mit Vrmftcrlohn; durch tie Abholcfi,4<» merinjahll. Mk IM monatlich 65 Pig. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteijäh« • mit Bestellgeld Llle Anzeigen-BermittlongSstellen deS An- und Auslandes nehmen Anzeigen kür den Gießener Anzeiger enkgeges Zerlenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärt- 20 Pfg. »«««»«« »»« Anzeigen zu der nachmittags für de« Jrtrirr—• 1*6 «scheinenden Nummer biS Bonn. 10 Uhr. IWklungm spätestens ekefcfl vorher. mit deS Montntzs « Gießener Werden dem Anzeiger Mi Wechsel mit ,M. Seetmter ■. JÜAttn *• Heß. Volkskunde- *WL.4w* deigeNgt. Anrts- uni Anzeigebltttt füv den Ttveis Gieren. »**We, Expedition und DrnSevet: -ch»k-»cktz« Mr. 7. GratisdeÜage«: Gießener Famiüenblätter, Der hePsche Kandwirt, Dlätker für hessische UMsKunde. Adreß« für Depeschen: Anzeiger chtetz-r«.. Fernsprecher Nr. 51. An John Aull. Fürwahr, empörend ist'S zu nennen, 1 Daß immer völlig noch verkennen Dich mancher kann zu dieser Frist. Hat nicht in ungezählten Jahren Mehr als genügend schon erfahren Die Welt, weß Geistes Kind du bist? Man traut dir zu, es ist zum Lachen, Als Starker könntest du dem Schwachen Nun mild dich zeigen und gerecht, Du könntest zur Erkenntnis kommen, Daß Schändliches du unternommen — Wer das erwartet, kennt dich schlecht! Hast du in deinem ganzen Leben Den kleinsten Anlaß je gegeben Zu diesem kränkenden Verdacht? Ich nehme dich in Schutz und spreche Dich frei davon; denn keiner Schwäche Hast je du schuldig dich gemacht. Beim Himmel, eine freche Lüge Jst's, daß gezeigt du jemals Züge Bon Großmut und von Edelsinn. Was ist damit auch zu verdienen? Nur eins ist lockend dir erschienen Z» allen Zeiten: der Gewinn. Nun solltest, hörend auf die Bitte Von Schwärmern, hemmen du die Schritte, Da näher schon dir winkt das Ziel? Nein, das Begonnene vollbringen Wirft du, es scheint ja zu gelingen Der Räuberzug in großem Stil. Mit unerschüttertem Vertrauen Darf ich auch ferner auf dich schauen Und ohne Sorge um dich sein; Nicht wirst bereun du, nicht dich schämen. Du wirft dich ferner auch benehmen, Wie du dich stets benahmst: gemein. Kladderadatsch. Sitzung der Stadtverordneten am 22. März 1900. Schluß. Herr Beigeordneter Wolff bemerkt in feinem Referat über „Die Fürsorge für die städtischen Arbeiter und Bedien st eten und für deren Hinterbl ieben c", daß die Stadt als Besitzerin des Gas- und Wasserwerkes, Schlachthauses, und nachdem sie biie Straßenreinigung in eigene Regie übernommen, die Eigenschaft eines großen Arbeitgebers besitze, welcher 150 Arbeiter beschäftige; hierzu kommen noch Turmwächter, 1 Hilfsschutzmann, welcher, da er mehr wie 10 Jahre im Dienst, ebenfalls pensionsbcrechtigt sei, dann 15 Laterncn- wärter, sodaß nach Einführung der Kanalisation die Anzahl der Arbeiter 200 betrage. Es sei Pflicht der Stadt, diesen Arbeitern ebenso wie den Beamten eine Pension zu gewähren, damit die Arbeiter nicht allzuhäufig wechseln und die Stadt ein gutes Personal erhalte. Referent verweist. hierbei auf die Pensionskasse der Firma Heyligen- staedt & Co., sowie betr. der Fürsorge für die Arbeiter auf die dem Satzungsentwurfe beigefügte Uebersicht. Die Notlage sei um so empfindlicher, je länger die Arbeits- unfähigkeit dauere. Es sei zwar für den Fall der Not ein Dispositionsfond vorhanden, jedoch solle diese Pension nicht als eine Armenunterstützung gelten, da dies immer deprimierend auf die Arbeiter wirke. Einzelne Städte hätten Ortsstatuten, Gießen habe Grundsätze, mit denen noch nicht viel Erfahrungen gemacht worden seien. Die Berechtigung zum Bezüge der Pension trete nach ununterbrochener 10 jähriger Dienstzeit, nach Ablauf des vollendeten 21. Lebensjahres, ein, da der Arbeiter dann mündig und möglichst früh in den Dienst der Stadt trete. Die Rente betrage nach 10 Jahren 40 Prozent, steigend von Jahr zu Jahr um 1 Prozent, sodaß Arbeiter, welche mit 21 Jahren in den Dienst der Stadt getreten, mit 61 Jahren 70 Prozent des Arbeitsverdienstes als Rente erhalten. Bezüglich der Witwen- und Waisen-Unterstützung verweise er ebenfalls auf die Uebersicht, danach betrage das Witwengeld 20 Prozent des Diensteinkommens des Mannes, das Waisengeld 10 Prozent. Höchste Rente 200 Mark. Ein klagbares Recht sei dem Arbeiter nicht gegeben, da dasselbe zu vielen Differenzen führen könne. Ein Widerruf könne nicht durch den Bürgermeister, sondern nur durch die Stadtverordneten-Versammlung erfolgen, jedoch würde den Pensionsansprüchen mit möglichstem Wohlwollen entgegengetreten. Nm Verhandlungen in der Kommission der Stadtverordneten-Versammlung zu vermeiden, sei als höhere Instanz nicht der Bürgermeister, sondern die Stadtverordneten-Versammlung allein zuständig. Von den 160 bis 170 angestellten Arbeitern seien jetzt 34 Arbeiter pensionsberechtigt, und zwar auf dem Gas-und Wasserwerk 18 und auf dem städtischen Bauamt 16, ferner 1 Hilfsschutzmann. Die Aufwendungen seien nicht sehr große, man müsse erst 2—3 Jahre abwarten, jedoch hoffe man, mit dem Betrage von 1000 Mark auszukommen. An der hierauf folgenden Debatte beteiligen sich die Herren Huhn, Krumm, Oberbürgermeister Gnauth, Haubach, Beigeordneter Wolff, Hanau und Gutfleisch. Der von Herrn Hanau gestellte Abänderungsantrag zu § 2 statt„desgleichen" zu sagen „Einberufungen im Mobilmachungsfalle bilden keine Unterbrechung" wird angenommen, ebenso der Antrag Gutfleisch, den § 5 dahin abzuändern, daß derselbe nunmehr lautet: „Von dem Bezüge des Ruhegehaltes sind in der Regel diejenigen auszuschließen, welche sich die Arbeitsunfähigkeit durch eigenes grobes Verschulden zugezogen haben." Herr Oberbürgermeister Gnauth konstatiert hierauf, daß die Grundsätze mit Abänderung der §§ 2 und 5 angenommen seien. Das „,Gesuch von städtischen Arbeitern um anderweite Regelung ihrer Lohnverhältnisse" wird, nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth ausgeführt, daß keine Veranlassung hierzu vorliege, nach kurzer Debatte abgelehnt, ebenso die Vergütung von 3 0 0 Mark ein die Ortskrankenkasse, da dieselbe von der Jnvaliditäts- und Altersversicherung in Darmstadt bereits 360 Mark erhalten, und sonach eine Unterstützung seitens der Stadt nicht berechtigt sei. — Herr- Krumm tritt für Bewilligung des Betrages ein, indem er darauf hinwies, daß man in der Finanzdeputation nicht so ängstlich sei, wenn es sich um Bewilligung von Gelderri für Feierlichkeiten, z. B. Einweihung des Kriegerdenkmals, handle. Er habe überhaupt den Eindruck, als ob Denkmäler weniger zu Ehren derjenigen, die sich verdient ge- mack)t, errichtet würden, als für diejenigen, die sie errichten. — Hierauf wird die Sitzung auf Freitag nachmittag vertagt. Sitzung vvm 22. März. Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Euler, Faber, Flett, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Schmall und Wallenfels. Vor Eintritt in die Beratungen fragt Herr Hanau an, ob in den im Voranschlag verzeichneten Kosten für Feierlichkeiten auch diejenigen für das diesjährige Jugend- fest enthalten seien. — Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß die Stadt in der Regel nur einen verhältnismäßig kleinen Zuschuß leiste; die Kosten würden zum größten Teile durch Eintrittsgeld u. s. w. gedeckt. Hierauf nahm Herr Kirch das Wort, um zu erklären, daß am Schlüsse der gestrigen Sitzung Herr Krumm ohne jeden Grund und ohne von ihm oder sonst einer Seite provoziert worden zu sein, in beleidigender Weise den Ausschuß für die Errichtung eines Kriegerdenkmals angegriffen habe. Herr Krumm habe sich unter dem Schutze der Redefreiheit als Stadtverordneter, wenn auch nicht dem Worte, so doch dem Sinne nach zu sagen erlaubt, der Ausschuß errichte das Denkmal nicht zu Ehren der am Feldzug beteiligten oder gefallenen Söhne der Stadt oder des hiesigen Regiments und der großen Zeit 1870/71, sondern lediglich um sich selbst zu ehren. Abgesehen von seiner (Kirchs) Person, gehörten dem Ausschuß ein großer Teil der anwesenden Stadtverordneten, sowie Herren aus allen Berufsklassen der Bürgerschaft an, im öffentlichen Leben stehende, hochgeachtete Männer, die bereits für das Wohl und Ansehen unserer Stadt erfolgreich gewirkt; denselben derartige Motive nur zuzumuten, sei unerklärlich. Als Vertreter und Vorsitzender dieses Ausschusses weise er diesen Vorwurf entschieden zurück, dem Urteil seiner Kollegen und der öffentlichen Meinung es überlassend, sich ein Urteil über das Vorgehen des Herrn Krumm zu bilden. Bedauern müsse er nur, daß Herr Krumm die Stadtverordneten-Versammlung zum Tummelplatz politischer Gegensätze benutze. — Herr Krumm erklärte hierauf, er habe Herrn Kirch nicht gemeint, seine Meinung habe einem andern Herrn gegolten, und er habe nach der Sitzung privatim eine diesbezügliche Erklärung abgegeben; auch habe es ihm ferngelegen, jemand zu be- Feuilleton. Morituri. Drei Einakter von Hermann Sudermann. ^Gastspiel von Willy Loehr im Theaterverein, Mittwoch, den 28. März.) Als im Jahre 1890 im Lessingtheater in Berlin „Die Ehre" zum ersten Male aufgeführt wurde, und einen großartigen Erfolg hatte, da war mit einem Schlage der Name Ludermann überall bekannt. Seine früheren Schöpfungen nicht dramatischer Art hatten es nicht vermocht, die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken, und doch hatte er als Verfasser der Novellen „Geschwister", des Romans „Der Katzen st eg" und vor allem des Romans „Frau Serge" schon Proben bedeutenden Talents abgelegt. In letzterem zittern offenbar Eindrücke seiner eigenen Kindheit irmb Jünglingszeit nach, die von der Sorge um das tägliche Brot nicht frei war. Sudermann ist geborener Ostpreuße, in dem kleinen Flecken Matziken kam er 1857 als Lohn eines Brauers zur Welt. Die Elbiuger Realschule verließ er schon mit 14 Jahren, um möglichst bald sein Brot verdienen zu können. Nach einer kurzen Lehrzeit als Ipeotheker hatte er indes das Glück, wieder die Mittel zur Fortsetzung des Schulbesuchs zu erlangen. 1875 bezog er die Universität Königsberg, zwei Jahre später Berlin, um germanistischen Studien obzuliegen. Die zum Studium nötigen Geldmittel verschaffte er sich zum Teil durch gewöhnliche Schreiberarbeiten, bis er 1881 als Redakteur einer Wochenschrift eine bescheidenen Ansprüchen genügende Stellung fand. Seit dem Erscheinen seiner „Ehre", die sich jetzt sogar Hoftheater, wie das Darmstädter erobert hat, ist bei Sudermann natürlich keine Rede mehr von Sorge. Auf die „Ehre" folgte „Sodoms Ende" — das Drama wird, beiläufig bemerkt, ebenfalls vom Hoftheater tn Darmstadt gegeben, und Herr Loehr spielt darin, an dem der Theatervereins-Vorstellung folgenden Tage, die Hauptrolle des Malers Willy Janikow —, dann die allbekannte „Heimat", „Die Schmetterlings- schlacht" und „Das Glück im Winkel". Zwischen dieses Schauspiel und seine letzten Dramen „Johanne s" und „Die drei Reiherfedern" fallen die drei Einakter, welche am Mittwoch zur Aufführung gelangen, und die Sudermann unter der Kollektivbezeichnung „M o r i - turi" zusammengefaßt hat. „Dem Tode geweiht" ist in dem ersten Einakter der Gotenkönig Teja, der samt seinen Goten am Vesuv von den Feinden umringt, beschließt, sich durch die Reihen der Gegner durchzuschlagen und lieber den Tod im Kampfe zu finden, als langsam zu verhungern. Am Tage vvorher hat er den Goten noch eine .Königin gegeben, die rührend gezeichnete Bathildis. Letztere wird von Fräulein Hammer gegeben werden, den Teja spielt Herr Loehr. „Dem Tode geweiht" ist in dem nun folgenden Einakter „Fritzche n" auch der junge preußische Leutnant Fritz von Drosse, dem sein Vater, der alte pensionierte Major (von Herrn Walther dargestellt) früher einmal den Rat gegeben hatte: „Ehe Du Dich verlobst, erlebe etwas". „Fritzchen ist ein außerordentlich packendes Stück. Tie Hauptrolle wird wiederum von Herrn Loehr gegeben. „Dem Tode geweiht" ist endlich auch der junge romantische Maler in dem dritten Einakter „D a s e w i g M ä n n - l i ch e". Sudermann bezeichnet diesen Einakter als „Spiel", und ein heiteres Spiel ist er, wenn auch darin ein Zweikampf zwischen dem Maler und dem Marschall stattfindet. Denn der Zweikampf ist lustiger Art. Die Hauptrolle des Malers spielt wiederum Herr Loehr, die der angebeteten Königin Fräulein Haussig. Ein abwechselungsreicher Abend wird also, die Vorstellungen des Theater-Vereins für diesen Winter ab- schließen, und Herrn Loehr, dessen Spiel in der „Jugend von heute" so warmen Beifall fand, wird damit ein Wunsch erfüllt, den er damals äußerte, nämlich, sich dem Gießener- Publikum einmal in einer recht großen Aufgabe zeigen zu können. Es ist in der That eine Leistung, die Hauptrollen in allen drei Einaktern zu spielen. Nur Künstler von großem Anpassungsvermögen können das; Josef Kainz z. B., der diese Eigenschaft im höchsten Grade besitzt, zählt Teja, Fritzchen unb Maler zu seinen Bravourrollen und spielt sie regelmäßig auf feinen Gastspielreisen. Herr Brück für die Erhaltung der Bäume; stimme man der Entfernung zu, so würden die Bauherren aus der Plock- straße die Bäume ebenfalls entfernt haben wollen. Die Mehrheit der Versammlung entscheidet sich für einen von Herrn Krumm gestellten Antrag, die Beschlußfassung auf 3 Monate zu vertagen. Einem Antrag des Herrn Polizeiwachtmeisters Kaspar und Genossen um Herstellung der Verbindungsstraße deS „Großen Steinweges" mit der Grünbergerstraße und Abänderung der Lokal'Baupolizei-Verordnung, betreffend die weitere Bebauung dieser Straße, wird von der Versammlung nicht entsprochen. Ein Gesuch des Herrn Ph. Benner II. um Heber- lassung eines Platzes am Neustädterthor für die Aufstellung eines Wasserhäuschens wird abgelehnt. Herr Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die I Baudeputation vorgeschlagen hatte, zwei Bäume längs des I SchoorgrabenS zu fällen, den Rest der Bäume aber so weit I als thunlich zu entästen, um abwarten zu können, wie sich I die Sache machen würde. Daraufhin seien vom Stadtgärtner I zwei Bäume gefällt und an den übrigen die Entästung vor- | genommen worden. Die Herren Stein u. Meyer seien erneut vorstellig geworden wegen der gänzlichen Entfernung der Baumreihe. Mit diesem zweiten Gesuch habe sich die Baudeputation nur insoweit beschäftigt, als sie sich an Ort und Stelle überzeugt, daß nach Lage der Sache die Bäume mißständig seien. Der Herr Oberbürgermeister erklärt, daß er sich vor dem Augenscheinstermin auch dagegen gewehrt habe, aber wie die Angelegenheit nun einmal liege, habe er sich überzeugt, daß die Versammlung nicht umhin könne, der Entfernung zuzustimmen. — Herr Loeb er ist der Ansicht, daß man, nachdem zwei Bäume an jener Stelle gefallen seien, abwarten solle, ob die andern doch noch stehen bleiben I könnten. Herr Wallenfels ist für Entfernung der Bäume, da die auf der andern Seite stehen bleibenden den Prome- nandenweg hinreichend beschatteten. Herr Schmal! spricht sich gegen Entfernung der Bäume aus, weil man sonst den Charakter unserer Anlagen zerstöre. Herr Haubach ist für die Fällung der Bäume. In anderen Städten müßten die Bäume den Neubauten auch zum Opfer gebracht werden, um Luft und Licht in den Wohnungen zu schaffen. Herr Krumm spricht gegen die Fällung der Bäume. Herr Kirch erklärt, man müsse, wenn es sich um die Entfernung von Bäumen handele, von Fall zu Fall prüfen. Im vorliegenden Fall sei er für Beseitigung der Bäume, denn damit schaffe man Luft und Licht. Herr Flett ist für Beseitigung, Herr Hanau für Belassung der Bäume. Herr Oberbürgermeister Gnauth teilt mit, daß die Bäume ca. 7 Meter von den Häusern an der Böschung des SchoorgrabenS nach diesen zu schief gewachsen seien und daher mit ihren Kronen dicht an die Gebäude reichen, und nach seiner Meinung doch später gefällt werden müssen. Herr Löber bittet um die Vertagung deS Punktes bis zum Spätsommer. Herr Scheel ist für kurze Aussetzung des Punktes, damit man sich von der Mißständigkeit der Bäume überzeugen könne. Herr Petri erklärt, er l r sich durch den Augenschein überzeugt, daß die Bäume miß' ständig seien. Herr Leib spricht ebenfalls für Entfernung, Einem von der Bürgermeisterei als Schulpolizeibehörde vorgelegten Entwurf, betreffend die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder wird zugestimmt. Derselbe lautet: Schulpflichtige Kinder dürfen in der Zeit von 8 Uhr abends bis 8 Uhr vormittags außerhalb der elterlichen Wohn- oder Werkstätte nicht mit gewerblichen Arbeiten beschäftigt, oder zum Austragen von Backwaren, Milch, Zeitungen oder anderen Gegenständen verwendet werden. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrift des § 1 werden an den Eltern, Pfiegeeltern und Vormündern, sowie an den Abeitgebern mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder im Falle der Uneinbringlichkeit mit entsprechender Haftstrafe geahndet. Diese Polizeiverordnung tritt zwei Wochen nach ihrer Verkündigung im „Gießener Anzeiger in Kraft. _ Der vorgelegte Entwurf einer Polizeiverordnung für ben Verkehr der Radfahrer wird angenommen. Danach ist das Radfahren auf folgenden Straßen, Plätzen und Fußwegen verboten: 1. Gäßchen auf der Bach. 2. Erlenaasse. 3. Marktlaubenstraße während der Wochen- m'ärkte 4. Fußweg über die Oberhessische Bahn zwischen Frankfurterstraße und Bahnhof. 5. Wege in den städtischen Anlagen. 6. Fußwege nach dem Philosophenwald, von der Ostanlage und entlang deS Mittelweges von der Grünbergerfiraße aus. 7. Die von der Fahrbahn abgetrennten Fußwege im Philosophenwald. 8. Fußwege nach dem Schiffenberg, entlang der Kreisstraße und des alten Steinbacher Weges. 9. Fußweg nach der hohen Warte. Die Benutzung des Platzes „Oswalds Garten" als UebungS- platz für Radfahrer ist verboten. () Lieh, 23. März. Seit über Jahresfrist besteht hier unter dem Namen „Kurverein" ein Verein zur Hebung und Förderung des Fremdenverkehrs. Er hat in dem leidigen; er sei von Herrn Kirch, welcher eine Erklärung über den ablehnenden Standpunkt in der Kriegerdenkmalsangelegenheit hören wollte, zu seiner gestrigen Erklärung provoziert worden. Er habe daraufhin feine Stellung motiviert, allerdings in etwas scharfer Weise, wozu ihn die Umstände veranlaßten. ,n Herr L. Jochem beabsichtigt, an der Rodheimerstraße einen Viehstall zu errichten; das einschlägige DispensationS- gesuch wird befürwortet, deSgl. , „ , . . -. das Gesuch des Kreises Gießen, betrestend die Erbauung einer Straßenwartwohnung an der Kreis- straße Gießen-Hauseu, ferner das Gesuch des Herrn Jul. Ruckstuhl um Erlaubnis zur Anlage einer Abortgrube im Neubau des Gesuchstellers in der Moltkestraße. Ebenso soll befürwortet werden daS Gesuch des Herrn Kaspar Becker, welcher ein Stallgebäude in seiner Hofraite an der Wolfstraße erweitern will. DaS Gesuch der Firma H. Sch affst aedt um Erlaubnis zur Errichtung eines einstöckigen Fabrikanbaues in der Schanzenstraße wird befürwortet. Betreffs Benennung der vom Brandplatze nach der Ostanlage führenden Straße hat die Baudeputation beantragt, die Straße „Landgrafenstraße", und betreffs der vom LudwigSplatz nach dem Schiffenbergerweg führenden Straße dieselbe „Guten berg st raße" zu nennen. Die Versammlung beschloß nach kurzer Debatte, in welcher einige Stadtverordnete betr. der letztbezeichneten Straße für die Bezeichnung „Alemannenstraße" eingetreten, dem Deputationsantrage gemäß. (Die in diesem Jahre stattfindende 500jährige Gedenkfeier an Joh. Gutenberg, den Erfinder der Buchdruckerkunst, hat die Stadtverordneten-Kollegien verschiedener deutscher Städte, so im Laufe der vergangenen Woche in Gotha, ebenfalls veranlaßt, neuen oder bereits andere Bezeichnungen führenden Straßen den Namen „Gutenbergstraße" zu geben; eine Anzahl anderer Städte wird diesem Beispiele noch folgen. Red.) . Herr Karl Hartmann hat den Wirtschaftsbetneb des „Rheinischen Hofes", Frankfurierstraße 30, übernommen, und bittet um Erteilung der Konzession. Da es sich um den Uebergang einer bestehenden Wirtschaft handelt, wird das Gesuch befürwortet. Die Herren Architekten Stein u. Meyer hatten gebeten, vor den von ihnen erbauten beiden Villen an der Ostanlage (im Oppenheimer'schen Garten) eine Reihe Bäume längs des SchoorgrabenS zu entfernen. In dem Gesuche ist darauf hingewiesen, daß diese Bäume, weil Luft und Licht versperrend, für die bezeichneten Gebäude störend wirken, und daß weiter die Anlage von Vorgärten vor den Dillen nach der Anlage erschwert werde, wenn man die Bäume stehen lasse. Ter erfreulicherweise andauernde Abonnenten-! zu wachs darf als sprechender Beweis dafür gelten, daß der „Gießener Anzeiger" den Anforderungen der Jetztzeit Rechnung zu tragen versteht. Er wird, auch weiter ebensowenig Kosten als Mühe scheuen, seinen Berus als gr ö ßte T agesz e itu n g O b erh essens zu erfüllen und jede Gelegenheit ergreifen, die Interessen der gesamten Bevölkerung der Provinz wahrzunehmen. -tic „Gießener Familienblätter" wahrhaft unterhaltend und belehrend zu gestalten, den „Hessischen Landwirt' zum zu- ateil । verlässigen Berater zu befähigen, und durch die ^Blatter habt für Hessische Volkskunde" den Sinn für hessische Eigenart 9-- 1 zu erhalten, gilt uns daneben als vornehmstes Ziel. - Daß mit der zunehmenden Verbreitung des Gießener Anzeigers seine Wirkung als Insertion sor gan immer nachhaltiger wird, werden die ihn benutzenden Jnserenten- kreise mit Genugthuung erfahren haben. Wir ersuchen namentlich ausivärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post bezw. den Zweigstellen baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende hiesige Abonnenten erhalten vom Tage der Bestellung bis 30. März den Anzeiger kostenfrei zugestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe-Nummern nach auswärts postsrei zu versenden. Den Lesern m hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weiter senden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt. Verlag des „Gießener Anzeiger". Lokales und Provinzielles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht attsg-nommen.) Gießen, 26. Marz 1900. ** GeschichtSkalender. (Nachd-uck verboten.) Vor SSJ«hr?e, am 27. Mär, 1802, entschloß sich das englische Kabinett zu. d^m unaünsttg-n Frieden von AmienS, nachdem sich die Engländer überzeugt hatten, daß die britische Armee nicht imstande war, die k tegtzkundtgen Franzosen im Niliande zu überwinden. In diesem Frieden versprachen die Engländer, die den Franzosen entrissene ^nsel Malta wieder zurückzugebrn, und willigten ein, daß Aegypten, sowie die Republik der loschen Inseln wieder unter die Oberherrschaft der Pforte zurückkehrte. •• Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 25. März u. a. den Oberbürgermeister Gnauth und den Stadtverordneten Kirch von Gießen. *• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der G r o ß- Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. März dem Brückenmeifter bei der fliegenden Nähe zu Gernsheim, kommisiarischen Brückenmeister der Schiffbrücke zu Worms, Konrad Hartmann, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. *• Aus dem Grohherzoglichen Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst gc ruht, am 21. März den Ministerialrat im Ministerium des Innern Dr. Heinrich Eisenhuth auf sein Nachsuchen von dem Amte eines Mitgliedes der Zentralstelle für die Landes statistik mit Wirkung vom 1. April 1900 an zu entheben, uno den vortragenden Rat bei dem Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, Geheimen Oberschulrat Ludwig Nodnagel, zum Mitgliede der Zentralstelle für die Landesstatistik mit Wirkung vom 1. April 1900 an zu ernennen. _ nn. Parlamentarisches. Die Erste Kamm e r der Stände wird am nächsten Mittwoch, dem 28.Marz, zu einer Sitzung zusammentreten. Außer einer Anzahl von Regierungsforderungen wird die Kammer über die Verlängerung des Finanzgesetzes, die neu projektierte । Waldbahn, die Landeslotterie, sowie über die Neugestaltung des Kassenwesens beraten. ** Theater verein. Von Herrn Hofschauspieler L o e h r, welcher am Mittwoch in den „Morituri" gastiert, find in den Schaufenstern der Herren Frees und Noll eine Anzahl hübscher Bilder ausgestellt, welche Herrn Loehr u. a. auch in den drei Rollen des Seja, des Frchchen und des Malers zeigen. — Es sei weiter darauf aufmerksam gemacht, daß die Mittelgallerie wieder mit nummerierten Sitzplätzen zu 1.25 Mark versehen ist, während der Preis eines Platzes auf der Seitengallerie, wie immer, 60 Psg. verflossenen Jahre seine Aufgabe praktisch erfaßt, an landschaftlich schönen Punkten Ruhebänke errichtet, und durch geeignete Ankündigung in verbreiteten Zeitungen die Aufmerksamkeit des erholungsbedürftigen Publikums auf unsere Stadt, deren gesunde Lage und schöne Umgebung gelenkt. Das alles ist nicht ohne Erfolg gewesen, denn schon im vergangenen Jahre hat hier eine Anzahl Groß, städter Erholung in frischer Landluft gesucht und gesunden, eine Ermunterung zum weiteren Streben im Dienste vergüten Sache. Zur Aufbringung unumgänglich notwendiger Mittel haben sich nun die besten Kräfte des Turnvereins und des Gesangvereins Eäcilia zur Veranstaltung einer Abendunterhaltung nächsten Sonntag in der Turnhalle zum Besten des Kurvereins zusammengeschlossen. Tas Programm für den Abend ist reichhaltig und von Vorzug, licher Zusammenstellung. T^r Eintrittspreis ist aufs Min« destmaß festgesetzt, um jedem den Zutritt zu ermöglichen. Vom unvermeidlichen Tanze wird schon aus Rücksicht auf die Fastenzeit abgesehen. Möge ein recht großer klingender Erfolg den Dank der Bürgerschaft für Aufwendungen und Bemühungen des Kurvereins und der Mitwirkenden bilden. § Ortenberg, 25. März. Wie schon früher berichtet, ging ein Teil des Gutes „Breitenheide" in Besitz des hessischen Staates über und soll in dieiem Frühjahre seitenhiesiger Oberförstern auf den angetansten Liegenschaften eine Anpflanzung von etwa 800 Obstbäumen vorgenommen werden. S. D a r rn st a d t, 25. März. Gestern nachmittag fand auf der Malhildenhöhe nächst der russischen Kapelle durch den Großherzog die feierlick)e Grundsteinlegung des für die von ihm hierherberufenen Künstler Olbcrich, Ehristiansen, Behrens, Habich, Bosselt, Huber und Burck zu erbauenden Künstler heims statt. Der Fürst und Prinz Wilhelm von Hessen wurden von den Künstlern an der festlich hergerichteteu Baustätte empfangen. Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, die Vorstände einer Anzahl die Kunst pflegender Vereine, sowie das Rektorat der Hochschule und ein weiterer kleiner Kreis der Kunst nahestehender Personen waren auf besondere Ein. ladung teilweise mit ihren Damen erschienen; auch Prinz Franz Josef von Battenberg nebst Gemahlin hatte sich eingefunden. Der Großherzog hörte das von dem Hofschauspieler Wagner meisterlich vorgetragene, von (Skj. Fuchs gedichtete Weihefestspiel stehend an. Prof. Olbench, der Plan-Entwerfer für die ganze Künstlerkolonie, hielt alsdann eine meisterhafte Ansprache, in welcher er dem kunstliebenden Fürsten für die durch seine besondere Huld und Gnade entstehende Schöpfung dankt und im Namen seiner übrigen sechs Genossen das heilige Versprechen giebt, durch eifriges Streben der wahren, echten .Kunst durch Ebnung neuer Wege ein besonderes Vorbild zu schaffen. — Der Großherzog dankte, schritt hierauf zu dem Grundpeur und führte mit'dem ihm auf dem Sammetlissen von dem Werkmeister überreichten silbernen Hammer die üblichen drei Schläge mit den Worten: „Dem Hesseu lano, dem Volke, zum Ruhme der Kunst". - Pros. Olberich überreichte ihm hierauf die von der Verlagshaiid- lung Alex Koch dahier herausgegebene Festschrift, welche die Pläne und Zeichnungen und in verschiedenen Aussagen die Ziele der hiesigen Künstlerkolonie enthalt; auch die geladenen Gäste erhielten je ein Exemplar. — Nach dem Großherzog führten noch die Hammerschläge-. Prinz Wilhelm von Hessen, die sieben Künstler und Kabinettsrat Römheld. Die Zeremonie wurde durch Fcmfaren-Beglei- tung des 1.- Infanterie-Regiments Nr. 115 verherrlicht. - Tausende von Zuschauern hatten sich außerhalb der abgeschlossenen Baustätte eingefiluden. — Der Großherzog I jährt Montag vormittag 11 Uhr 50 Min. mittelst Souder zuges zur Brücken-Einweihuug nach Worms und kehrt abends 8 Uhr 40 Min. nach Besichtigung der Illumination wieder hierher zurück. nn. D a r m st a d t, 25. März. Die aus Anlatz der am Montag den 26. d. M. stattfindenden Einweihung der festen Brücke über den Rhein bei Worms in den Schlußstein eingelegte Urkunde wurde von dem Hofkalligraphen I. Gött- mann-Turmstadt in kunstvollster Weise und in reich vergoldeter Jnitialenschrift auf Pergament heraestellt und hat dieselbe folgenden Wortlaut: „Wir Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen und bei Rhein pp. thun kund und zu wissen: Heute im Jahre des Herrn Neunzehnhundert, am 26. des Monats März, ist von uns in feierlicher Weise der Schlußstein dieser festen Brücke über den Rheinstrom gelegt, und derselben der Name -Ernst. Ludwigs brücke" verliehen worden". Zugleich ist die I Brücke dem öffentlichen Verkehr übergeben worden an Stelle einer Schiffbrücke, welche nunmehr nahezu;\ante lang nämlich vom 14. Juni 1855 bis heute im staatlichen Betriebe gestanden hat. Möge das neue Bauwerk, welche- auf Unseren Wunsch durch den Gemeinsinn Unseres Volke- I errichtet worden ist, dauern und Segen bringen den landesteilen, Städten und Landgemeinden, deren Verkehr e» zu dienen bestimmt ist. Ten Segen Gottes erflehen Wu daß er das Vaterland und dieses Bauwerk beschirmen wolle für und für. Zum Gedächtnis des heutigen Tages fou diese von Uns und Unseren Ministern vollzogene Urkunde I eingelegt werden in den Schlußstein dieses Bauwerke. I Vollzogen, Worms, am Tage, Monat und Jahr wie oben. I Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und des bei' qeirücften Großh. Siegels" Die Urkunde ist von S-w-e Königlichen Hoheit dem Großherzog und den drei Minister" unterschrieben und ruht nebst anderen Dokumenten in eine» Kupferkapsel, welche in den Schlußstein eingemauert »w- 4- Großherzogliche Technische Hochschule zu Darmstav - Vorträge undUebungen fürMaschinen-Jngenieur. im Sommer-Semester 19OO. Beginn am24. Aprn Maschinenzeichnen, Prof. Krauß, 1 St. Vortrag, 4 - Hebungen. — Mechanische Technologie I, Derselbe, 2 ® ■ Vortrag. — Mechanische Technologie II, Derselbe, Vortrag. — Maschinenelemente, Geh. Baurat Pros. L ' 6 St. Vortrag. — Konstruktionsübungen zu Mascha dementen, Derselbe, 9 St. - Konstruktionsübungen Maschinenelementen (für die Studierenden befl ingenieurwesenS), Geh. Baurat Prof. Berndt 3 St. Hebungen im Berechnen von Mafchinenelementen Prw dozent Dr. Gamerer, 1 St. - Erläuterung und Anwendung des Rechenschiebers, Derselbe 3 bis 4 St. Beginn d ! Semesters (unentgeltlich). - Beschreibende Maschmenleh ! Geh. Baurat Prof. Berndt, 3 St. Vortrag. - Dampl »Wrtenls thl8'N* Mt« •ttumen üotgt-;:. fcS rstzr a? “* NiJ? :ntt i» °S °u den Gngen. iitif» >rben, die fcV; reine, sowie 'er Heiner fr . 1 aus besM cichienen; ül Gemahlin te i ■ das von: 'rgetraaene, r.v,« d an. drei rti, KünsÜMir, jßit 7 in kchi n U seine Untat >ankt und im W lige WrchnM , cditen ffiinit M) Miß) fu ^afjen. - ’ju Ium ©mnöinüi nnetkissen von dm mmet die üdWn m tze^e'aiLnd. &M". - N on dn ^eüaOon! ne Aestschrist, weh r/dfiebm Aiifsch 1 enthält; auch i iplar. - 9lad) V Är. W8 r x MÄ Mineiik! xch ^Msaren>«üh t.115 verherrlich! ch außerhalb 6fr al . - Ter (NM Mm milWliS*1 i(f) fioimi' und lfbr/ ping du KMMm fej nachini^ Wen Kapellk».. dstnnlegu^ ' Künstler Gi ", Huber unt>- tatt. Der 5 üie aus Maß t>fi « Einweihung l ns in den LchluM .MigraM^^ le Md in reich W ItW»«111"“1 LteteSS«"*1” gfinti ist MU W'" a ***** ! neue "ei”SwS" itf« «• "L-ß stern W ji:: 'not und U ltre” Tnaetn®“6. l-"1 7 , J DE M",, ®eÄ S»-F S--ch ftffeL Prof. Gutermuth, 2 St. Vortrag. - Pumpmaschinen, Derselbe, 4 St. Vortrag. — Gebläse und Kompressoren, Derselbe, 2 St. Vortrag. — Konftruktiousübuugen, Der. selbe, 6 St. — Maschinentechnisches Praktikum, Derselbe, Z St. — Elemente des Lokomotivbaues, Geh. Baurat Prof. Serndt, 3 St. Vortrag. - Uebungen zu Werkzeugmaschinen und zu den Elementen des Lokomotivbaues, Derselbe, 3 ©t. - Gasmotor-», Derselbe, 2 St. Bortrag. - Praktikum an GaSkrast-, Werkzeug- und Mat-ria^prusungr- niaschinc, Derselbe, 3 St. - Regulatoren zu Wasserkraft, masckine Bros Psarr, 1 St. Bortrag. — Fabrikanlagen, ®ttfdbe 6 st - Wasserwerksbauten, Derselbe, 2 St. Bortrag.' - «rbeiterschutz, Pros. Krauß, 2 St. Vortrag.- HüttenLaschinen, Derselbe, I St. Vortrag. - Gewichts- und Kostenberechnungen der Maschinenfabrikalion, Privat- dozent Beck, 1 St. Y. Ziegenhain, 25. März. Gestern nachmittag um 4 Uhr hat sich auf der Landstraße zwischen hier und Nieder- arenzebach ein sehr schwerer und betrübender Unglücks- sall ereignet. Der Mühlenbefitzer Schlemmer aus Nieder grenzebach hatte in einem Steinbruch bei Treysa einen vierspännigen Wagen voll Sandsteine geholt. In seiner Begleitung befand sich auch der etwa 15 Jahre alte Pflege sohn des Schlemmer, namens Lingemann, welcher auf der ebenen Landstraße das Lenken der Pferde übernommen hatte. Durch das schnelle Vorbeifahren eines fremden Fuhrwerks, das einem Butterführer aus Riebelsdorf angehören soll, scheuten die Pferde, der Junge wollte dem fremden Fuhrwerk schnell ausweichen, geriet dabei in's Stolpern, fiel hin, kam unter die Räder des eigenen schwerbeladenen Lastwagens und wurde von demselben vollständig zermalmt. Dec Tod erfolgte auf der Stelle, nicht einmal einen Schmerzcns- Liiit konnte der Knabe hervorbringen. m. Kirchhain, 25. März. Am gestrigen Tage war eine Kommission der Eisenbahn-Direktion Kassel hier anwesend, welche die kaum 9 Kilometer lange Strecke der neuerbauten Ohmthalbahn, an welcher bereits länger als 4 Jahre gearbeitet wird, besichtigt. Namentlich sollte die über die Ohm führende eiserne Brücke bezüglich ihrer Tragfähigkeit du rch eine entsprechende Belastung derselben geprüft werden. Am 1. nächsten Monats wird der Betrieb auf der Strecke Kncchhain Schweinsberg eröffnet. Die Fortsetzung der Bahn, Lindesgrenze bis Niedergemünden, wird vertragsmäßig ncchsten Herbst fertig gestellt werden. Ob und in welcher Mise die Eröffnung der Bahn festlich begangen werden soll, darüber schweben jetzt noch Verhandlungen. Wetterbericht. Im hohen Norden ist der Rand eines neuen Depressionsgebietes erschienen, das durch einen Breiten Rücken hohen Druckes von dem gestrigen baro- M krischen Minimum getrennt wird. Letzteres umfaßt heute Aid- und Mittel-Europa und weist ein Zentrum über Süddeutschland, sowie ein weiteres über dem Golfe von Genua auf. Das Wetter ist aus unserem Gebiete vorwiegend trüb, und während dec Nacht fielen namentlich in Süddeutschland beträchtliche Niederschläge. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges, etwas kühleres Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. Sande! und Uerkrhr. Uolkswirtschsst. Frankfurter Börse vom 84. Mär». Wechsel auf New-York zu 4.21%-22%. Prämiec auf Kredit per ult März 0 55 o/o, do. per ult. April 1.65% Diskonto Kommandit per ult, März 0 55 /0, do. per ult. April 1.65% Lombarden per ult. März 0.45 7o» do. per ult. April 0.75%, Berl Handelsgee per ult. April 0.00%. Notierungen: Kreditaktien 284.60-40-90.000, Diskonto- Kommandit 197 20-00-000, Btaatsbahn 136.30, Gotthard 142 00, Lombarden 28.50-00, Ungar. Goldrente 96.80, Italiener 94 70, Sproa. Mexikaner 26.10, Oesterr. Coupons 84, Arnerik. Coupons 4.20, Privat-Diskont 5%% G. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 234.90-235, Diskonto-Kommandit 197.20-10, Staatsbahn 136.80, Lombarden 28.40, Portugiesen 25-25.10, Bochumer —.—. Grünbcrg, 24. März. Fruchtmorft. Weizen 15,18 —00.00, Mart, Korn 15,24—00Mk., Gerste 15.50—00,00Mk., Hafer 13,50—00,00 Mart, Erbsen 00.00—00.00 Mk., Linsen 00 Mk.l Tabak. Im Laufe der Berichtswoche war es im Tabakgeschäfte ziemlich ruhig, eine Erscheinung, die fast alljährlich um diese Zeit sich konstatieren läßt. In alten Tabaken wurde in der Gegend von Bretten eine Partie 1897er Bruhreiner Tabak von Spekulanten an Händler zu Mitte Mk. 20.—, sowie eine Partie 1897er Württemberger ebenfalls von Spekulanten an Händler zu Anfang Mk. 30, Friedrichs- thal einige 100 Zentner 1899er Haardttabake, jetzt genommen, zu Mk. 40 bis 42, ferner einige hundert Zentner 1899er Haardtsandblatt zu Mitte Mk. 30 verkauft. Nack- guter, alter, entrippter Einlage ist vermehrte Nachfrage. In der Rheinpfalz wurden auch einige kleinere Posten alter Tabake (1897er und 1898er Gewächs) in verschiedenen Preislagen von Spekulanten an Händler verkauft. Ferner wurde ein Posten 189.3er rheinbayerischer Tabak (zirka 200 Zentner) von Spekulant an Fabrikant zu Mk. 30 bis 31 abgegeben. Tie Händler sind zurzeit mit dem UmschlagGn der auf Kühlblöcken befindlichen 1899er Tabake beschäftigt. Diese Tabake haben von ihrer Schwere noch wenig verloren, während wieder andere in Brennbarkeit gewinnen konnten, obwohl dieselben immer noch kräftig schmecken und nach unserer Ansicht auch nicht viel mehr darin verlieren dürften. In Seckenheim wurden einige hundert Zentner 1899er Tabak zu Rollendeckzwecken in der Preislage von Mk. 23 bis 25 verkauft. In Pfälzer Rippen geschäftslos, feine lose Mk. 8 bis 9, gebündelte feine Mk. 10.50 bis 11. Getreide. Zu Anfang der Woche herrschte im Getreidegcschäfte ein recht fester Ton, der jedoch gegen Schluß der Woche einer ruhigeren Stimmung weichen mußte. Es fanden ziemlich beträchtliche Umsätze statt, da der Konsum sick- lebhafter am Einkäufe beteiligte. Roggen unverändert fest. Gerste bleibt ruhig. Hafer ohne Veränderung. Mais bleibt bei guter Bedarfsfrage fest. Die heutigen Notierungen, sind: Kansas II Mk. 125 bis 126, Laplata Mk. 126 bis 127, ruf). Roggen Mk. 113, mixed Mais Mk. 86.50 per Tonne auf Rotterdam. Biehmärtte. Auch die während dieser Berichtswoche abgehaltenen Viehmärkte erfreuten sich einer sehr lebhaften Frequenz, und entwickelte sich das Geschäft, an den meisten Platzen sehr flott. Hauptsächlich in Großvieh und Kalbern war die Nachfrage eine sehr rege, und wurde fast allenthalben ausverkauft. In Schweinen gestaltete sich das Geschäft verhältnismäßig sehr ruhig, und ist von einem größeren Absatz nur an größeren Märkten zu sprechen, wahrend fast überall großer Ueberstand blieb. _______________ Xonümandeti-AflzBge Markus Bauer, Kirchenplatz BL Aus Rand und Rand könnte man kommen, wenn man schönen Teint, zarte, fammetweiche Haut gehabt batte, und oll dicke Schönheiten durch den Gebrauch fodafcharfec Totlettseisen oerloren hat. Wie beugt man fo'chem Verluste vor? 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Anmeldungen zum Bezüge der Schottische« Stistnngsziuseu Haden bis zum 7. April d. Js. beim Armenamte — Zimmer Nr. 2 — zu erfolgen. Gießen, den 22. März 1900. 2251 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolfs. __________________ Vergebung vo n Wesenarveiten rrndSer- ieigerung von Aüngersäcken. Donnerstag den 29, März wird die Herstellung von 1500 lfd. Dieter Gräben auf den kameralfir- kaliischen Wiesen der Gemarkungen Sieben vnd Wieseck in Akkord gegeben. Zusammenkunft: Vormittags 9 Uhr, am „Pfau", an der Marburgerstraße. An demselben Tage, vormittags 11 Uhr, werden zu Alten-Buseck, in der Hofraite des Wiesenwärter Müller, 312 Düngersäckr versteigert. Gießen, den 24. März 1900. Großh. Oberförsterei Gießen. __________Joseph. 2308 Verdingung Die Ausführung der Grd- und Waurer- «8 eile« zur Herstellung einer Laderampe euf Bahnhof AlSseld soll öffentlich der» langen werden. Verdingungsunterlagen sind im Ge- M itSzimmer der unterzeichneten Betriebs- za''peklion einzusehen, auch können die- idten gegen Porto- und bestellgeldfreie ßin lenduna von 1 Mk. von daher bezogen tet ben. Gegen Nachnahme werden Der- llirgungsunterlagen nicht abgegeben. Angebote find postfrei mit entsprechender Safschrift versehen bis zum 30. d. VUS«, isrmittags 10% Uhr, hierher einzureichen. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, 23. März 1900. [2253 hllsßh. Kess. ISelrieSs-AuspeKtion 1. Ausverkauf M Warenlagers des Hutmachers C. L. Gail, W Teltersweg 25, "W pi Herabgesetzten Preisen. 2249 Die Koukursverwaltuug. MMiar-NrrstkiseMS» Dienstag den 27. März, nachmittags 2 Uhr, werden im Hause Moltkeftrahe 6 dahier, wegen Wegzugs des Herrn Fabrikanten Busch, eine größere Partie gnt erhaltener Mobiliargegenstände, wornn- ter n. a. 1 groster Ausziehtisch sür 18 Personen, 1 rotes Plüsch Sopha, 3 dto. Stühle, 4 Tische verschiedener Größe, 1 Weistzeng Nähmaschine, 1 patentiert. 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Lollar 96.80 —.— Princ Henry . 115.80 116,- 8 do. . . 83*95 94.20 83.80 5 do. Ser.I-III 41.60 41.85 4 Lombarden. . 93.70 93 80 31/, do. XV. . . 94.50 95.— loli'Jtiiti. fttft 8*A Württemberg. 3 do. SUber. . 26.25 26 35 8 do...... 71.05 70.80 4 Frkft. Hyp.- Disch. Reichsbk. 157.- 156.— tu Procent NU 142 5 164.0 135J2« 13151 137.34 128 40 98 90 122.60 Bad. DH. 100 . 143.40 Griech.E.B. v. 1890 .... Griech.Monop. Italiener Rte. do...... Oest.Goldrte.. Oest. EUberrte. Portug. Staat do...... Äladke-Sbl. 4 Oest. Staatsb. 08.70 98.— Creditverein 99.20 99.20 Berliner Hand. 172.— 172.70 4 5 4 5 S 4 ber Belegung ob Konsuln im Ar nunmungen Än itoitt wirb bie A beslelden ub tom nberhauvt h unzulch rlS\ U"^bing IdJiverbe, jede M M eine Üntersuc ?l'üonsrecht für tota erft die tomthdien stapitä falls fie nie f einer Ver ammi Ennnsordrumg SM i-,ZW i e ■ 8c'limmun2\h "otwendin i ' r"f)e 3^ bes lln)D^n ben. D,."!» den < bin, hob . ^kiter tCQ9cn werde» r rt »Klange ?, tonK L'sSr» dx- c