M. 199 Erstes Blatt Sonntag den 26. August 1900 *rf*thd U|R4 ■Ü iMf^T M Gießener Anzeiger taWrT e. jBUttn General-Anzeiger Amt»- und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. Ifa **WT »•■♦««•Kitter ■»im Im* »«zeiger SSe eningen-BennttthmfilrBea H>>nl NiiklnOM ■etynen Anzeigen für ben Gießener Anzeiger rntgtf*, ZerlenpreiS: lokal 13 Pfg., answtri» 30 Psg. Wee«t*< we »«zeige« zu 6er MOchmtNagS für 6ee leg *ßchei«enden Shimowt Hf eorm. 10 tffcc. UHliQMWugm lpöttßen« üwW —rcher. »rt*g*yreU •ierteljährl. Mk 3M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlotz»; durch die AbholesteM* ■eneljährl Mk. IM monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug «k. 2,40 DifrtdläM ■it Bestellgeld »chMtin. epebüten und Brudtr* >#ef#t*|e Ar. 7. Graüsbeitaze«: Gießener ZamitiendlÄtrr, Der hejstfthe Landwirt, Klütter für heUchr Dstksknnde. Adreste für Depeschen: Anzeiger chlotzGU. Fernsprecher Är. 5L Amtlicher Teil. Gießen, 22. August 1900. vetr.: Die Bettilgung der Hamster. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grohh. Bürgermeistereien des KreiseS. Aus einer Gemeinde des Kreises sind uns lebhafte Klagen zugegangeu über das Ueberhandnehmen der Hamster. Wir nehmen Beranlasiung, falls eine solche Ueberhandnahme auch in Ihrer Gemeinde staltgefunden hat, Ihnen zu empfehlen, durch Aussetzung eines angemeffeneu FanggeldcS aus der Gemeindekaffe, sowie durch andere geeignete Maßnahmen die Vertilgung der Hamster zu betreiben. Als hierzu besonders geeignetes Mittel wird angegeben die Ein- führung von mit Schwefelkohlenstoff getränkten Lappen mittels Stöcken in den Bau und darnach deffen Schließung mit einem Spaten voll Erde. v. Bechtold, Gießen, den 24. August 1900. Betr.: Das Auftreten von Blatternerkrankungen unter fremdländischen Arbeitern. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Auflage vom 6. August 1900 (Gießener Anzeiaer Nr. 186) noch im Rückstände sind, werden hieran erinnert, v. Bechtold. Bekanntmachung. Im Monat September finden folgende Viehmärkte statt: Allendors a. d. Lumda am 12.; Hungen am 17.; Gießen am 18. und 19. September. Auf den Gießener Markt finden die für die Biehmärkte in Gießen und auf die übttgen die für Lokalmärkte erlaffenen Bestimmungen (siehe Gieß. Anz. Nr. 134) Anwendung. ES wird wiederholt bemerkt, daß diese Bestimmungen immer gellen, auch wenn -nicht besonders darauf hingewiesen wird. Gießen, den 22. August 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold.__________________ Bekanntmachung. Beim diesseitigen Kommando ist zum 1. Oktober d. Js. die Stelle eines zweijährig freiwilligen Schreibers zu besetzen. Geeignete Bewerber mit sehr schöner Handschrift, guten Schulkenntniffen und tadelloser Führung wollen sich unter Vorlage eines selbstgeschriebenen Gesuchs nebst Lebenslauf alsbald hier melden. Junge Leute, welche später kapitulieren wollen, erhalten den Vorzug. Gießen, den 23. August 1900. Großherzogliches Bezirks Kommando. F. d. b. B.'K.: Morneweg, Hauptmann und Bezirksoffizier. Bekanntmachung. Gießen, den 23. August 1900. Betr.: Die Vorschriften des Arbeiterschutzgesetzes vom 1. Juni 1891 über die Arbeitsbücher und Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofth. Bürgermeistereien der Land' gemeinden des KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Auflage vom 2. Juli 1900 (Gießener Anzeiger Nr. 154) noch im Rückstände sind, werden wiederholt hieran erinnert mit Frist von 5 Tagen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ringelshausen; hier die Arbeiten des III. Abschnittes. In der Zeit vom Dienstag, 28. August l. IS. bis einschließlich Montag, 10. September l. Js. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Rabertshausen die Arbeiten des III. Abschnittes rubr. Feldbereinigung, nämlich : I. 1. 6 Zuteilungskarten, 2. 1 Zuteilungsverzeichnis, 3. 1 Band Gütergeschoffe, 4. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschoffe, 5. 1 GeldausgleichungSverzeichniS über den Zuviel- oder Zuwenigempfang von Geländewert/ 6. 1 Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume nach dem alten und neuen Stand, 7. 1 GeldauSgleichungsverzcichniS über den Zuviel- oder Zuwenigempfang an Obstbaumwert, 8. das Protokollbuch. II. Bezüglich der aus der Gemarkung RabertA- Hausen infolge Grenzregulierung zugezogeneu Grundstücke: 1. 1 Zuteilungskarte, 2. 1 ZuteilungSverzeichniS, 3. 1 Band Gütergeschoffe, 4. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschoffe, 5. 1 Geldausgleichungsverzeichnis über den Zuviel oder Zuwenigempsang an Geländewerk, 6. 1 Abschätzungsverzeichnis der Obftbäume nach de« alten und neuen Stand, 7. 1 GeldausgleichungSverzeichniS über den Zuviel« oder Zuwenigempfang an Obftbaumwert, zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Dienstag, 11. September l. Js. vormittags von 10 bis 11 Uhr auf dem Amts- zimmer der Großh. Bürgermeisterei Rabertshausen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen auS- geschloffen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzu- fassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße mindestens Vr Bogen einzureichen. Friedberg, 21. August 1900. Der Großh. BereinigungSkommiffär. Süffert, Regierungsrat. AttihSge durch die Pariser Wkitausstkltuug. Von PaulLindenberg. (Nachdruck verboten.) XXII. (Schlußbericht.) Das Schweizer Dorf. — Ein wahres Idyll. — Alt-PariS. — Wal es nicht giebt! — Der Palast der Kongreffe. — Die Straße von Paris. — Immer lustig! — Der Palast der Stadt PattS. — Wieder an der Alexandrrbrücke. — Allerhand Fragen und Aufichten. — Schluß! Unweit der Maschinenhalle liegt das Schtveizer Dorf, eine der anmutigsten und liebenswürdigsten privaten Schöpfungen, die mit der Ausstellung verbunden sind. Es ist^thatsäclstich ein reizendes Idyll, dieses Dorf, mit seinen Häuschen, dem Kirchlein, den grünen Triften, auf welchen. Kuh- und Ziegenherden weiden, den rauschen'den Wasserfällen und hochragenden Bergen, zu bereu Gipfeln schmale Stege führen — eine Nachahmung der Natur, wie sie täuschender und gefälliger noch niemals vorhanden gewesen. Wohin der Blick fällt, erfreut er sich an dem ottginell und malerisch gestalteten Einzelnen, an diesen von Wind und Wetter schon schwer mitgenommenen Alpen- Lenau. Von Paul Witt ko. (Schluß.) Lenau siechte dahin an gebrochenem Willen, an geknickten Instinkten. Er verglühte wie eine strahlende Lampe, die das Oel, das ihre Flamme nährte, ganz verzehrte. Sein reicher Geist speiste den Willen auf, bis das Ende von Geist und Wille da war. Sein gesunher Egoismus ließ sich immer wieder von allerlei schönen Gedanken einlullen. So starb sein Geist am Christentum. Lenaus Persönlichkeit, die in der Nacht des Wahnsinns untergeht, erfüllt noch heute unsere Seele mit jenem grausigen Gefühl, das wir mit dem Namen des Tragischen bezeichnen, und könnte später selbst ein Gegenstand der Poesie werden. Er ist so wenig ein ganzer Kerl, ein fester Charakter, wie es bei Goethe Werther, Clavigo, Eduard sind. Sein Lebensgang verneint zwei von den Dichtern unserer Tage häufig aufgeworfene Probleme: 1. ob die Menschen ohne Gott fertig werden können, und 2. ob ein ManjN in der reinen Freundschaft mit einer Frau von Geist, die glücklich verheiratet ist, sein Glück finden kann. Frau Sofie Löwenthal hat, wie er selbst sagt, zwölf Jahre lang sein ganzes Lebensglück ausgemacht. In seinem Hunger, sich einer gleichgestimmten und gleichgesinnten Natur mitteilen zu können, hatte er sie gefunden, die Gattin eines in Wien lebenden höheren Staatsbeamtem Löwenthal, auf Lenau als neu ausgegangenen Stern am Himmel der deutschen Literatur aufmerksam gemacht, führte ihn bei sich ein, und der Eindruck, den der Dichter von der Frau des Hauses empfängt und auf sie ausübt, wird bedeutungsreich für sein ganzes Leben. Er wird von ihrem Wissen, ihrem selbständigen Urteil und feinem Geist sofort gefesselt, zunächst in aller Unbefangenheit. Richt im '-träume fällt es ihm ein, daß sein Interesse für diese Krau einen Dritten verletzen könne. Aber es bleibt nicht dabei. Seine dankbare Bewunderung für Frau Sofie setzt sich allmählich in ein heißeres Gefühl um: und auch ihr Herz scheint sich mit einer tieferen Neigung zu erfüllen, wenigstens für einige Zeit. Sre scheinen sich aber doch wacker zu halten. Bald bedeutet diese Frau für fern Geistesleben Licht und Luft. Ihr Einfluß muß zum Unheil führen. Er wird von dem Zauber dieses Weibes brs zur Sinnlosigkeit umsponnen, bis zu einem Selbstentmündigung gleichkommenden Aufgehen in ihrer Persönlichkeit. Eine Parallele zwischen den Charakteren dieses Weibes und des Dichters ist für den Psychologen interessant. In ihrer entsetzlich launenhaften Evaart liegt etwas Sphmxhastes. Welche Absichten hatte diese Frau? Hatte sie überhaupt einen wohlüberlegten Plan? Wohl kaum. L>ie fühlt, Lenau ist kein gewöhnlicher Mensch er ist anders wie die anderen er ist vor allem auf dem Wege, berühmt zu werden, -raß die Persönlichkeit des Dichters mit dem Reiz des Neuen sofott auf sie wirkt, steht ebentalls außer Frage. Mit dem feinen Instinkt des Weibes wittert fte das Verwandtschaftliche ihrer Naturen und Anschauungen, die bei ihr sich aus den hergebrachten Gleisen hinaussehnen Es hat etwas verlockendes für sie, in die geistige Werkstatt eines Mannes hineinzublicken, der, mit dem Rüstzeug genialer Ideen ausgestattet, in ganz eigenartiger Weise im streite mit dem Leben steht. Macht über ein Menscherfichicksal zu gewinnen, das Schicksal eines Einzelmenfchen, nicht eines Dutzendmenschen, wie ihr Gatte ist chr Ehrgeiz den fte mit leidenschaftlicher Heftigkeit ständig nährt. Ob's nun ein „verbummelter Student" ist, das ist ihr glerchgiltig. Er ist ein Mensch von reinem, hingebungsvollem Herzen. Man könnte vielleicht so weit gehen, zu behaupten, daß Lenau für Sofie Löwenthal eine Art Versuchsobjekt darstellte, an dem sie ihre geistige und moralische Spannkraft erproben könnte. So viel scheint sicher zu sein, daß sie an den späteren Herzenskonflikten Lenaus nur soweit inter- essiett ist, als sie ihre weibliche Eitelkeit verletzt sieht, daß er aber der alleinige leidende Teil ist. Trotzdem braucht man nicl)t nur an kalte, herzlose Koketterie ihrerseits zu glauben. Die faszinierende Wirkung, die ihre Persönlichkeit auf den Dichter ausübte, war vielleicht eine mehr unbewußte als gewollte. Es ist nicht erweislich, daß ihre Klagen und Thränen, ihre Sorgen und Schmerzen- um ihn erbärmlicher Tartüfferie entstammten. Nahe aber liegt die Annahme, daß Mißgunst, Eifersucht, Genußsucht, rüchichtsloser Egoismus und Falschheit ihrem Charakter nicht fern lagen und viel an den ständigen üblen Unlaunew Lenaus beitrugen. Schon war er mit Anna Behrens verlobt, als jener Moment kam, den er in „Tod und Trennung^ schildert: »Doch ein Anblick Hefter Trimer, Bänger a!4 des Sterben« Schauer, Wär' es, könnt' ein Äug' e« fassen, Wie zwei Herzen sich verlassen." Frau Sofie aber ging als Siegerin aus diesem Kampfe hervor. Lenau, dem der Glaubenszwist den Willen geknickt hatte, unterlag. So lange er sich ungestört der Freundschaft: mit dieser Frau hingeben konnte, die er als in allem ibm ebenbürtig ansah, mit der er über alles sprechen konnte. Die ihn verstand, ihm nicht selten vorauseilte — seine eigenen Worte —, so lange war er noch nicht ganz unglücklich Nachdem er aber endlich eingesehen hat, daß seines Nächsten Weib zu begehren nicht angängig ist, da ist ihm das Dasein ohne sie schaal und wertlos. Er hat aber weder den Mut, das Mädchen zum Weibe zu nehmen, das er nehmen darf und das ihn liebt, noch viel weniger aber die Kraft, der ersten zu entsagen. So bricht er jämmerlich in sich zusammen. Frau Sofie hetzt ihn, wohl unbewußt und ohne Absicht, durch ihre eifersüchtige Katzenart in den Wahnsinn. So enttollt uns Lenau der M e n s ch in seinem Lebens- gange ein herzbeklemmendes Seelengemälde. Lenau oer Poet ist hem deutschen Volke bekannt aß einer bet größten lyrischen Meister, der die gebrochenen Lichter oe- Hütten, die in der Schweiz abgebrochen und hier wieder ausgebaut worden sind, an dem traulichen Brunnenplatz mit dem Zeitglockenturm aus Bern, an den buntbemalten Häusern, deren Vorbilder in Stein am Rhein stehen, und an vielen hinderen, die Dorfstraße unregelmäßig emsau- menden Bauten, unter welchen sich auch, neben der Post, in treuester Wiedergabe das steinerne Häuschen vorsrndet, von welchem aus Napoleon I. den Uebergang ferner Armee über den St. Bernhard verfolgte. In verschiedenen der Hütten können wir die schweizerischen hauswlrtschaftlrchen. Jndustrieen beobachten, hier Seidenweberei, dort Stickerei, dann die Herstellung von Gardinen, die Verfertigung von Schnitz- und Holzarbeiten rc., und an mancher Stelle winkt uns ein grüner Kranz als Zeichen, daß man hier der Ruhe pflegen kann bei würzigen Schweizer Weinen, bei kühlem Bier, bei stärkender Milch, die in großen Botten aus den strohgedeckten Stallungen, in denen Freiburger und Schwyzer Kühe untergebracht sind, herbeigetragen wird. Natürlich fehlts nicht an Sang und Klang, der Alphirt läßt das Horn ertönen, und die munteren Sennerinnen jodeln aus Herzenslust, als wären sie im heimischen Zermatt und nicht im nervenzerrüttenden Paris, in welchem dieses Schweizer Torf, das die Genfer Architekten Henneberg und Allemand für drei Millionen Franks auf einen Raum von über 20 000 Quadratmetern erbaut, wie ein sonniger und friedlicher Traum berührt. Wie anders, viel nüchterner, langweiliger, ermüdender, wirkt Alt-Paris, dessen Gebiet wir betreten, wenn wir uns der Seine zuwenden, um den an ihrem rechten Ufer liegenden Teil der Ausstellung zu besuchen. Es fehlt ja nicht an vielen gewinnenden Punkten, und der Freund alter Städtebilder wird hier und da zu seinem Recht kommen, aber das Ganze ist monoton, und die Schläfrigkeit, die über allem liegt, die Oede in den Straßen und auf den Plätzen, die trägen Gesichter und faulen Bewegungen der in mittelalterliche Trachten gesteckten Männlein und Weiblein, die hier umherlungern, dazu ein widerwärtiges An- reißertum der zahllosen Verkäufer und Verkäuferinnen, und das Gefühl des Kraches dieser groß und theuer angelegten, mit vielen Reklame-Posaunenstößen begrüßten Unternehmung vertreiben einen bald aus dieser winkligen Stätte, die sich am hübschesten und fesselndsten ausnimmt vom jenseitigen Ufer. An der Seine weiterschlendernd, gelangt man jenseits der Alma-Brücke zu dem Palast der Kongresse und Sozialwissenschaften, dessen langgedehnte, dem Strom zugekehrte Fassade im Stil der Zeit Ludwigs XVI. gestaltet und mit schönem dekorativem Beiwerk versehen ist. Das Gebäude wurde auf Veranlassung und Kosten der Pariser Arbeiterkammern errichtet, welche zum ersten Male in solcher Weise auf einer Wellausstellung vertreten sind. Die unteren Räume enthalten Ausstellungen der Arbeiter-Wohlfahrtspflege mit Modellen und Abbildungen, meist aber mit statistischen Angaben und in Buchform wie in Zeitschriften erschienenen Beschreibungen sozialer Anstalten und Vorkehrungen, im ersten Stockwerk liegen ein größerer Saal für tausend Personen und vier kleinere Säle, die zur Abhaltung von Kongressen bestimmt sind, an denen ja kein Mangel ist während des Sommers und Herbstes — beläuft sich doch, ihre Zahl auf über fünfhundert! Hinter der eben genannten Alma-Brücke beginnt die „Straße von Paris", in der es allabendlich laut und lustig zugeht, denn hier ist der Tummelplatz jener Well, die sich nicht gern langweilt, und man weiß, wie viele Anhänger und — Anhängerinnen diese Welt gerade in Paris zählt. Für Tanz und Gesang und Spiel ist reichlich gesorgt, und es ist meist etwas gepfefferte Kost, die hier geboten wird und mehr für französische Gaumen berechnet ist. Aber auch viel albernes und abgeschmacktes befindet sich unter diesen Vorführungen, und mancher wird beklagen, sein teures Geld dafür ausgegeben zu haben, denn die Eintrittspreise sind wegen der hohen Pachtsumme zum Teil sehr geschraubte und das dafür gebotene ist recht minderwertig. Die Mehrzahl dieser kleinen Theater und Singspielhallen sind von chicem Aeußeren, aber wenn man näher hinschaut, sieht man, wie flüchtig und fehlerhaft vieles ist. Guillaume, auf den die Pariser sich so viel einbilden, schmückte den „Grand Guigual" mit einem Fries lebenslustiger Gestalten, aber selbst ihm ist vieles hierbei mißlungen und er könnte noch vieles vom Wiener Köy- strand lernen, der den Zeichenstist doch noch weit eleganter zu beherrschen versteht. Interessant, außen wie innen, ist das kleine Palais des Tanzes mit seinen amüsanten vorzugt, die Verschwimmenden Farben. Wohin er blickt, in das eigene Herz, in das Leben und in die Geschichte, oder, wo er am reichsten ist, in die Natur, überall sieht er das Licht schwinden, ahnt er in der Frucht den Wurm, denkt er bei der Blüte an den Herbst, beim Himmelsblau an die nahende Nacht. Bezeichnend für ihn sind folgende Verse: „Rings ein Verstummen, ein Entfärben: Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln, Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln; Ich liebe dieses milde Sterben." Seine Melancholie, die er selbst besungen hat, hat, wie wir gesehen haben, ihren tiefsten Grund int Gefühl eines gescheiterten Lebens, eines Schiffbruchs, aus dem sich nur Trümmer retten ließen, und in dem inneren Ringen mit einer Skepsis, die ihn unwiderstehlich anzog. Die Melancholie bei ihm ist ursprünglich unmittelbarste naive Empfindung. Naivität aber ist die Gottesgabe, deren Sonnenwärme das Wachstum einer Dichternatur vollendet. Denken wir an des Dichters tragisches Ende, dann fallen uns seine eigenen Verse ein aus dem Gedichte „Die Waldkapelle", das er nach der Trennung von seiner ersten unglückseligen Liebe schrieb und in dem er mit unheimlichem Vorgefühl, das sich so häufig bei ihm dokumentierte, sich selbst zeichnete: „WaS hat, o Schicksal, dieser Mensch gethan, Daß mit deS Wahnsinns bangen Finsternissen Du ihm verschüttet hast die Lebensbabn, AuS seiner Seele seinen Gott gerissen." Wir schließen unsere Betrachtung mit den trübe bezeichnenden Worten, die der Dichter dem Grafen Johann dem Aelteren von Nassau nachempfunden und als Beitrag zu einem Schilleralbum nachgeschrieben hat: „Wer stirbt, ehe er stirbt, der stirbt nicht, wenn er stirb t". Vorführungen der nationalen Tänze fast aller Völker, einer verrückten Architekten-Laune entsprungen das „Verkehrte Haus", im Stil einer gotischen Burg erbaut, nur daß hier alles, was sonst oben, unten ist und das Gebäude aus dem Kopf steht, das Dach mit den Schpmsteinen im Erdboden ruht, die Fenster umgekehrt sind und, durch geschickte Spiegelungen, die Täuschung auch in den altertümlich möblierten Zimmern aufrecht erhalten wird. * Weiterhin stoßen wir auf die sehr gewinnenden und chmucken Glaspaläste des Garten- und Landbaues mit tets wechselndem Inhalt an Blumen, Früchten, landwirt- chaftlichen Erzeugnissen usw., deren Zusammensetzung sich nach der Jahreszeit richtet, und nahe der Jnvalidenbrücke aus den Palast der Stadt Paris, in einfachen ansprechenden Formen aus Eichen- und Tannenholz errichtet. Das Innere birgt wertvolle Sammlungen architektonischen Inhalts, wo uns in Modellen und Plänen die wichtigsten neueren Bauten der Pariser Stadtverwaltung vorgeführt werden, des öffentlichen Unterrichts, der Aussicht über Straßen und Parkanlagen, des Fuhrwesens, der Polizei, des städtischen Gesundheitswesens usw.; daneben sind zahlreiche geschichtliche Erinnerungen untergebracht, die uns an viele düstere Seiten des Pariser Historienbuches erinnern: wurmstichige Thüren aus der Bastille und der Eonciergerie, Ueberbleibsel aus dem Gefängnis Ludwigs XVI. und Marie Antoinettes, Verordnungen und Ver- haftsbefehle aus der Schreckensherrschaft während der Revolution, Reste der Bomben Orsinis, der den Mordanschlag auf Napoleon III. verübte, ferner Bidnisse und Schrifttücke bewährter Pariser, und vieles andere mehr, was auf die Geschichte der Stadt Bezug hat. Von diesem Palast der Stadt Paris erreichen wir in kurzer Frist die hoheitsvolle Alexanderbrücke — wir sind an dem Punkt wieder angelangt, von welchem aus wir unsere Wanderung unternommen, und unsere Streifzüge sind damit zu Ende! Sie konnten ja blos flüchtiger Natur fein und sich nur mit dem Wichtigen beschäftigen; in noch nie dagewesener Fülle bietet ja diese Ausstellung des Sehenswerten und Interessanten unendlich Vieles dar, und ich glaube, es wird nur wenige Erdenkinder geben, die sagen können, daß sie alles in diesem ungeheuren Wirrwarr neuer und interessanter Eindrücke und Schaustellungen gesehen haben — umsaßt doch allein der amtliche Katalog dreißig starke Bände, in denen noch die Tag für Tag sich neu eickstellenden Ergänzungen fehlen. Oft taucht die Frage auf: welche praktischen Erfolge wird die Ausstellung haben? Aber jetzt bereits läßt sich dies kaum beantworten. Deutschland wird für seine Mühen, eine Aufwendungen an Energie und Geld, für sein emsiges Streben auf allen Gebieten des Handels und Wandels sicher eine reiche Entschädigung erhalten, die unserem ganzen wirtschaftlichen Leben zu Gute kommen wird. Der einzelne, der sich an der Ausstellung beteiligte, sieht vielleicht nicht seine meist hochgespannten Erwartungen erfüllt, desto größer wird der Nutzen der Allgemeinheit sein. Neues, Weltbewegendes hat diese Ausstellung nicht hervorgebracht, zahllos dagegen sind die Anregungen, die sie jedem, welchem Berufe er auch angehören mag, bietet, und die von nachhaltiger und erfolgreicher Wirkung fein werden. Von wirtschafts-politischer Bedeutung ist das scharfe Hervortreten des 'Asiatischen Rußlands, mit dessen kräftiger Beteiligung an dem Welthandel man von nun an ernstlich rechnen muß, ferner dasjenige Japans, welches uns hier zum ersten Male als Großmacht entgegentritt und den europäischen Staaten deutlich zeigt, daß es ihnen in vieler Beziehung gewachsen ist und mehr Berücksichtigung verlangt, als wie es bisher geschehen. Wiederholt ist die Ansicht während der letzten Monate laut geworden, daß diese Welt-Ausstellung die letzte ihrer Art sein dürfte, da die Kosten zu hohe find und bei der von Jahr zu Jahr wachsenden Ausbreitung der Jndustrieen usw. der Rahmen einer solchen Ausstellung stets weiter gezogen werden müßte, was schließlich jede ersprießliche Uebersicht verhindert. In diesen Anschauungen liegt viel Wahres, und es ist leicht möglich, daß von nun an die gewaltigen Welt-Ausstellungen durch internationale Sonder-Ausstellungen ersetzt werden, die freilich auf das große Publikum weniger Zugkraft ausüben, dafür aber von ganz anderer Wichtigkeit für die einzelnen Berufskreise sind. Sollte diese Pariser Welt-Ausstellung die letzte ihrer Art sein, so hat sie glanzvoll die Reihe der friedlichen Völker-Wettkämpfe, welche für das letzte Jahrhundert charakteristisch sind und ihren Zweck durchaus erfüllten, abgeschlossen und wird noch lange in das neubegonnene Jahrhundert hinüberleuchten! — — Politische Tagesschau. König Viktor Emanuel III. hat am Donnerstag seinen ersten Kronrat abgehalten und dabei bekundet, daß er Willens ist, ein starkes persönliches Regiment zu führen. Die Minister, die eine so eingehende Teilnahme an den Einzelheiten der Re.gierungsvorlage nicht gewohnt waren, vermochten auf viele Fragen des Königs keine Antwort zu erteilen, wodurch die Audienz sich sehr peinlich gestaltete und der König ziemlich ungnädig wurde, sodaß die Minister schon erwogen, ob sie nicht ihre Entlassung nehmen sollten Sie haben aber doch noch davon Abstand genommen und sogar erklären lassen, alles sei in schönster Harmonie verlausen. Der König hat, wie berichtet wird, bestimmt, daß alle Dekrete, die ihm vorgelegt werden zur Unterschrift, drei Tage vorher in feinen Händen sein muffen damit er sie genug studieren kann. Einen sehr guren Eindruck hat es auch gemacht, daß als erstes Dekret der König ein solches unterzeichnete, das 3000 ^?terarten Pension bewilligt. Seit Jahr und Tag hatten diese vergebens darum gebeten. Viktor Emanuel scheint auch nut der Einfachheit im öffentlichen Auftreten, die der an Prunk gewöhnte Römer stets sehr übel aufnahm, brechen zu wollen. Er ließ sich jüngst, als er zu einer ^arabe auf dem Exerzierfeld bei Rom hinausntt, von den pompösen Königskürassieren geleiten, was einen sehr guten Eindruck auf die Römer machte. Wie aus Konstantinopel berichtet wird hat der „Stbam" soeben das Statut der neuen türkischen Universität veröffentlicht, die Mit Einschluß der bereits bestehenden juridischen und medizinischen Fakttlkäten nod} eine mohammedanisch-theologische, eine physikalisch-mathematische und eine philologische umfassen wird. Die Stu-» diendauer ist auf vier Jahre für die theologische Fakultät, auf drei Jahre für die weltlichen Fakultäten festgesetzt. J^de Fakultät erhält einen eigenen Leiter und die gesamte Universität einen durch kaiserlichen Jrade ernannten Direktor, der die Oberaufsicht über Professoren und Schüler zu führen, nud die Einhaltung des Statuts zu überwachen hat. Von den Professoren, heißt es in dem Statut, daß ie „einen notorischen Ruf in ihrem Fache besitzen sollen". Die Studierenden dürfen bei ihrem Eintritt nicht über 18 Jahre alt fein, müssen sich mit einem Lyzealzeugnis ausweisen oder einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Die Zahl der Studenten wird auf 30 für die theologische, auf je 25 für die anderen Fakultäten festgesetzt. Nach beendigten Studien ist eine Prüfung abzulegen und die Approbierten werden beeidigt und diplomiert. Der kaiserliche Jrade verfügt auch die Errichtung einer Universitätsbibliothek und eines Laboratoriums. Der Lehrplan umfaßt ür die theologische Fakultät: Erklärung des Koran und >er heiligen Schriften, Kirchenrecht, kirchliche Recbt- sprechung, Theologie und Geschichte des Islam; für Die mathematisch-physikalische Fakultät: Astronomie, höhere Algebra, analytische Geometrie, Integral- und Differenzialrechnung; Physik und Meteorologie, organische, anorganische und biologische Chemie, Zoologie, Botanik, Mineralogie, Geologie; für die philologische Fakultät: Psychologie, Logik, Morallehre, türkische, arabische, persisckfe und französische Sitteratur, türkische und allgemeine Geschichte, türkische und allgemeine Geographie, Handelsgeographie, Archäologie und Pädagogik. Aus Stadt und Land. Gießen, den 25. August 1900. ** Das Konzert, bad unsere Militärkapelle am Donners- tagabenb im Stein'schen Saale „zu gunsten verwaister Töchter verstorbener Offiziere", wie es auf dem Programm hieß, veranstaltet hatte, zeugte leider von nur sehr geringem Wohlthätigkeitssinn innerhalb unserer Bevölkerung. Der Saal beherbergte etwa 40 Personen, wenn es hoch kam, waren es 50, und wenn es köstlich gewesen ist, so sind mit Mühe 55 Zuhörer zu zählen gewesen. Die Kapelle schien uns am stärksten vertreten. Sie bot den Erschienenen einen reichen Strauß recht schöner, zumeist klassischer Tondichtungen, die Ouvertüren zu Schuberts „Rosamunde" und zu „Mignon", Stücke aus der „Afrikanerin", der Sonate „Pathetique" von Beethoven, und anderes. Man klatschte vielen Beifall. •* Haftentlassung. Wie wir in Nr. 184 meldeten, wurde in Bad-Nauheim einer der beliebtesten dortigen Aerzte, Spezialist für Frauenleiden, Dr. Bruck, verhaftet, weil er von einer dort zur Kur weilenden hysterischen Russin beschuldigt worden war, bei einer Untersuchung die Grenzen der Sittlichkeit arg überschritten zu haben. Gestern ist Dr. B. gegen Stellung einer Kaution aus der Haft entlasfen worden, das Verfahren schwebt jedoch gegen ihn weiter. Von einer großen Reihe seiner Patienten, darunter auch zahlreichen Damen, war eine Petition zu feinen Gunsten verfaßt worden. Wie man uns zuverlässig mitteilt, vertreten alle, die Dr. B. kennen, auf das bestimmteste die Ansicht, daß die gegen ihn erhobene häßliche Beschuldigung aus der Lust gegriffen ist und die be- vorstehende Gerichtsverhandlung seine volle gesellschaftliche Rehabilitierung zur Folge haben wird. ** Turnerisches. Das Projekt des hiesigen Turnvereins zur Erweiterung feiner Turnhalle scheint jetzt festen Fuß gefaßt zu haben, indem die Arbeiten in Angriff genommen worden sind und auf der Baustelle eine rührige Thätigkeit herrscht. Die geplante Vergrößerung wird sich erst nach Vollendung als ein Akt der Notwendigkeit, sowohl im turnerischen wie finanziellen Interesse des Vereins gelegen, präsentieren, und die endliche Verwirklichung des bereits seit Jahren schwebenden Projekts wird umsomehr mit Freuden zu begrüßen sein, als der Turnverein dazu berufen ist, daß sein Heim die Stätte der diesjährigen Vorturnerstunde des Mittelrhein-Kreises wird, bei welcher Gelegenheit sich eine immerhin große Zahl praktischer Turner aus Nah und Fern zusammenfindet. Es ist diese bereits für Mitte Oktober ds. Js. zugesagt und wäre sehr wünschenswert, wenn bereits alsdann die begonnenen Arbeiten einen guten Schritt der Vollendung nähergerückt wären. — Zu den Kosten dieses allerdings nicht billigen Utfr, bezw. Anbaues stimmten die Mitglieder durch Stiftung freiwilliger Beiträge anerkennungswerte Unterstützungen bei, doch ist zwischen diesen und dem notwendigen Kapital noch eine große Lücke zu. deren Ausfüllung noch manches Scherflein nötig ist. Deshalb befindet sich noch immer die Liste zur Einzeichnung freiwilliger Bausteine in Zirkulation, ebenso ist eine solche in der Turnhalle aufgelegt. Nächster Tage gelangen die bereits gezeichneten Beiträge zur Erhebung. Es ist zu wünschen, daß sich hieran Freunde und Gönner der Turnsache recht rege beteiligen und dadurch die tüchtigen Bestrebungen des Turnvereins fördern. ** Zur Hygiene des Radfahrens. Zur heißer> Jayres- zeit ist es angebracht, den Radfahrer an einige Mittel zu erinnern, die er bei größeren Touren stets bei sich W*n sollte. Vor allem sind Maßregeln gegen den ständigen Begleiter der Sommerhitze, den Durst, zu treffen. Im erhitzten Zustande kaltes Wasser oder Ster werflich, und vermag schwere Storungen des Gesundhei^- zustandeS hervorzurufen. »uBerbem wird Mittel der Durst nur vorübergehend gelöscht, er tritt bald < „m fn {tarier hervor. Eher ist als durststillendes Mtte kalter" Kaffee zu empfehlen. Vorzüglich bewähr, sich Ansicht leicht ungesäuertes Getränk, also Waffer, a man innäM mit Zucker versüßt, und zu dem mau darauf etwas gepulverte Ctlronensäure setzt. Ein solche« Getränk braucht nur in geringen Mengen genoffen i« werden um durstlöschend zu wirken. Sehr forderlich aus die Thätigkeit des Herzens und aus den Blutumlaus wirk« Fußbäder. Man setze denselben etwas Essigsäure zu, die Wer einen schwachenJKagenhM und an Appetitlosigkeit leidet gerichtet. u Offenbach. 24. August. Zu Anfang der Woche ist hier eine Frau unter Erscheinungen erkrankt, welche den Verdacht auf Blattern erweckten. Obwohl der Verlauf der Krankheit ihre Natur bis jetzt noch nicht mit Sicherheit klargestellt hat, sind doch die umfasiendsten Vorsichtsmaß- - regeln getroffen worden, um — wenn es sich thatsächlich um Blattern handeln sollte, eine Weiterverbreitung der Krankheit zu verhüten. Worms, 24. August. Don einem eigenartigen Unfall wurde am Montag der Oekonom und Stadtverordnete Mnndorf in Worms-Pfiffligheim betroffen. Er befand sich auf dem Felde beim Pflügen und wurde von außerordentlich heftigem Gewitter überrascht. In dem Augenblick, als er dem Knechte den Pflug übergeben wollte, traf ihn ein Blitzstrahl. Der Blitz durchbohrte mit einem etwa faustgroßen Loche den Strohhut, fuhr dann hinter dem rechten Ohr nach dem Hals hinab, riß em Stück aus der Innenseite des Kragens weg, ließ am Hals einige Brandwunden zurück, sengte die Brusthaare und würbe dann durch den eisernen Pflug zur Erde geleitet. Mundorf -onnte, auf den Knecht gestützt, noch nachhause gehen, mußte sich dort aber sogleich zu Bett begeben und hat seither das Gedächtnis vollständig verloren. Sein Befinden ist im übrigen zufriedenstelleud. Der Knecht meinte, im Augenblick, als der Blitz herniederfuhr, habe er das Gefühl gehabt, als ob ihm eine furchtbare Ohrfeige verabfolgt würde. — Die eiserne Hochzet, das 70jährige Ehejubiläum, feiert heute hier das Daniel Guggenheimer sche Ehepaar. Guggenheimer, der Gründer der bekannten Getreide- sirma, steht im 99., seine Gattin im 95. Lebensjahre. Die Eisernen erfreuen sich körperlicher Rüstigkeit und^geistiger Frische. — Die Wanderer - Fahrradwerke, vormals Wcklhoser u. Jaenicke, A.-G., tn Chemnitz Schönau, welche schon auf der Sächsisch - Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung zu Leipzig v»r 3 Jahren die höchste Auszeichnung — StaatSmebatue erhielten, haben auf der Weltausstellung in P-rts den großar gsten Erfolg erzielt, indem ihnen allein von den ausstellenden deutschen Fahrradsabrikcn der Große Staats Preis zueikannt wurde. Vermischtes. • tzi, Sohu zweier Fakultäten hat in Berlin das Licht der Welt erblickt. Der glückliche Vater ist der Frauenarzt Dr. med. Wegschneider, und die junge Mutter Dr. phil. Hildegard Wegschneider-Ziegler. Natürlich ein Sonntagskind! — Zu dieser Familiennachricht paßt eine andere, ein Eheaufgebot, das die schwarze Tafel des Standesamts zu Freiburg i. B. ankündigt: Ein Dr. phil. heiratet einen anderen Dr. phil., es wird der UniversitätSprofeffor Dr. phil. Kalbfleisch in Rostock ausgeboten mit Dr. phil. Julia BengS n Leipzig. * Ein Jngenieurbureau zur — Schlosserinnung hinzugezogen. In'der „K. Z." lesen wir: „Es ist schon so ost auf die zum Teil unbegreiflicherloeife von Erfolg begleiteten Bemühungen der Zwangsinnungen hingewiesen worden, Fabrikanten und Großbetriebe gegen ihren Willen in die Innungen hineinzuziehen. Jetzt veröffentlicht die Direktion der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft die schier unglaublich klingende Mitteilung, daß man das Jngenieurbureau dieser Gesellschaft in Posen der Schlosser-Innung anzugliedern suche und daß die Gesellschaft sich gezwungen gesehen habe, gegen diese Maßregel bei der zuständigen Behörde Einspruch zu erheben. Daß man die genannte Gesellschaft, einen der größten und weltberühmten Großbetriebe Deutschlands, einer einfachen Handwerkerstätte qleichstellen will, klingt wie ein sehr übler Scherz, ittber in dieser Beziehung ist heutzutage bei uns sehr vieles möglich". nehme Toril. — Toril hat dm großen Vorteil, daß es den Appetit anregt und fördert, sodaß Toril Nahrung allein schon genügt, um Magenschwache rasch und kräftig zu förbern. Man gebe für jedm Teller Suppe 11 1 Theelöffel Toril hinzu — Toril ist Fleischextrakt aus bestem Ochsenfleisch mit kräftigenden und nahrhaften Substanzm. 4380 Bf Man verlange überall „Toril“. Universität und Hochschule. — Der Professor der juristischen Fakultät in Jena Dr. Paul Schön wird dem an ihn ergangenen Ruf nach Göttingen zum 1. Oktober folgen. — Der a.-o. Professor Dr. Georg Steindorff von der Leipziger Universität wurde zum o. Honorarprofessor in der dortigen philosophischen Fakultät ernannt. — Der Professor für englische Sprache und Literatur in Groningen Dr. Karl Bülbring ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Bonn berufen worden und wird mit Beginn des nächsten Halbjahrs seine Borlesungm eröffnen. — Der a.-o. Professor in der theologischen Fakultät der Universität Kiel v. A. Titus ist zum o. Professor ernannt worden. — Eine botanische Forschungsreise nach Australien will demnächst Dr. L. Diels in Gemeinschaft mit Dr. E. Pritzel untemehmen, und zwar speziell nach dem am wmigsten bekannten westlichen Teil Ausstraliens Die botanische Ausbeute der Expedition soll vertragsmäßig dem Berliner Museum zufallen. Im Interesse desselben Instituts begiebt sich Dr. Ule gegenwärtig nach dem Amazonenstrom, um in beffen oberen Gebiet auf Kosten des deutschen Großkaufmanns Witt in ManüoS und des Grohmdustriellen Dr. Traun in Hamburg die Kautschukfrage und die Florenzusammensetzung dieses wahrscheinlich pflanzenreichsten Gebietes der Erde eingehend zu studieren. — Emer Meldung aus Durban zufolge ist in Pietermaritzburg der englische Chirurg Prof. William Stokes im 61. Lebensjahr plötzlich gestorben. Er war seit 1881 Präsident des königl. Kollegiums für Irland, Ehrenpräsident auf mehreren internationalen medizinischen Kongressen und einer der angesehensten Chirurgen seines Vaterlandes. dann zugleich eine gute Wirkung gegen übermäßige Schweiß- I 1 bildung ausübt. Ferner soll der Radfahrer nicht vergeßen, ' ein Fläschchen mit Baldriantropfen mit sich zu führen. Einige Tropfen davon auf ein Stück Zucker gegeben, beseitigen vorübergehende Erschlaffung, befördern also die Serzthätigkeit. Bei anstrengenden Gcbirgstouren wird gegen rmüönng die Massage der Beine empfohlen. Man fettet zu diesem Zweck die Hände leicht mit Oel oder Vaseline ein und führt Streichungen von unten nach oben und in umgekehrter Richtung am Ober- und Unterschenkel aus. Um sich vor Insektenstichen zu schützen, empfiehlt sich die Einreibung des Gesichts und der Hände mit einer Lösung von I einem Teil Chininsulsat in 50 Teilen Glycerin. Schließlich sei als Mittel gegen Mattigkeit der Genuß von gerosteter I Kolanuß (Kolapräparate) empfohlen. I -ck- Steinbach, 24. August. In anerkennenswertem patriotischem Sinne hat der hiesige Gemeinderat die Mittel lür die Errichtung eines Kriegerdenkmals bewilligt, zu dem auch der hiesige Sparkaffenverem und der Kriegerverein beigeftcuett haben. Das Denkmal wird nach den Plänen des Architekten Roth in der Werkstatt von cy Atzba ch-Gießen gefertigt. Es repräsentiert einen Wert I von ungefähr 1500 Mk. Die Enthüllungsfeier ist auf den Tag der 30 jährigen Wiederkehr des Gedenktages der Schlacht von Sedan, Sonntag den 2. September, nachmittags 2 Uhr, festgesetzt. Eine größere Zahl von Krieger- und Veteranenvereinen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Hoffentlich werden an diesem Ehrentage unseres deutschen Vaterlandes recht viele Gäste von nah und fern, besonders auch aus der Zahl früherer Soldaten, der Feier anwohnen. x Von der Rabenau, 24. August. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, sind die Gemarkungen Rüd- dingShausen im Kreise Gießen, Wermertshausen im Kreise Marburg und Deckenbach im Kreise Alsfeld von der Militärbehörde zur Anlegung eines großen Truppenübungsplatzes ausersehen. Schon im vergangenen Frühjahr hat ein Stabsoffizier das Terrain eingehend besichtigt; ein Gebiet bei Wetzlar und ein solches । bei Fulda find auch noch in Betracht gezogen, aber sür weniger geeignet befunden worden. Jetzt werden Ermittelungen über die Höhe des von dem Reiche aufzuwendenden Kaufpreises angestellt. Die obere Rabenau bildet eine kleine Hochebene zwischen Ohm- und Lumdathal mit sanften Bodenwellen und einigen Hügeln und ist für die Landwirtschaft wenig ergiebig, so daß die Gegend für den genannten Zweck wie geschaffen erscheint. Wenn naturgemäß die Ankaufssumme auch fo hoch gestellt werden müßte, daß die jetzigen Grundbesitzer vollständig zufrieden fein könnten, fo würde das Reich finanziell doch gut dabei wegkommen, weil auf dem Uebungsplatze alsdann das Abhalten von Manövern und Paraden mehr unter Vermeidung von Flurschäden möglich wäre. Die Verwirklichung des Planes steht in den drei nächsten Jahren in Aussicht und würde den teilweise noch im Bau begriffenen Eisenbahnen des Ohm- und Lumda- thales eine größere Bedeutung und der ganzen Umgegend ein anderes Gepräge geben. △ Melbach, 24. August. DaS projektierte Elektrizitätswerk entfaltet gegenwärtig rege Thätigkeit, indem eS sich des Anschlusses vieler Gemeinden versichert. Bereits haben sich durchweg alle Gemeinden des Ober-NidderthaleS bereit erklärt, daß die Leitung ihren Weg durch die Gemarkungen zu nehmen nicht gehindert werde, zumal die Gesellschaft für alle entstehenden Schäden bereitwilligst auf- kommt, die etwa die Leitung verursachen sollte. Die Vorurteile, die die Bevölkerung anfangs hegte, schwinden, da in den hier und dort anberaumten Sitzungen der Gemeindevorstände von Fachleuten die Vorteile des Werkes zu Licht- und Kraftzwecken klar gelegt werden. Darmstadt, 24. August. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, sechs Handwerkern, deren Auswahl getroffen wurde, für den Besuch der Pariser Weltausstellung einen Zuschuß von je 300 Mk, dem Direktor der Gewerbe- und Handwerkerschule, Dr. Meisel, zum gleichen Zweck einen solchen von 400 Mk. ans der Stadtkasse zu bewilligen. Direktor Meisel erhält außerdem vom Darmstädter Lokalgewerbeverein 100 Mk. Reisezuschuß. Darmstadt, 24. August. Die Weinberge in der Bergstraße haben in diesem Jahre einen sehr üppigen und gesunden Stand, wie er seit Jahren nicht war. Es ist bei Andauer der wieder eingetretenen warmen Witterung mit mäßigen Niederschlägen eine gute Qualität zu erhoffen. Jedenfalls wird es in diesem Jahre erheblich mehr Wein geben, als in einem der vorauSgegangenen drei letzten Jahre. Man rechnet auf 1/3—% Ertrag. Unwetter und Pilzkrankheiten haben bis jetzt nennenswerten Schaden nicht an- Gerichtssaal. l. Gießen, 24. August. Ferienstrafkamm er. Bezüglich der Privatklage Bieler gegen Hopf bezw. in der entsprechenden Widerklage, in welch beiden Sachen am letzten Freitag (s. „Gieß. Anz." Rr. 193) verhandelt worden war, wird zunächst das Urteil verkündet, welches auf eine Geldstrafe von 60 Mk. gegen Hopf, sowie Publikationsbefugnis in der zu Mannheim erscheinenden Zeitschrift „Hundezucht und Sport" und auf eine Geldstrafe von 40 Mk. gegen Bieler lautet. In der Schöffengerichtssitzung | vom 6. Juli war der Beklagte wie der Widerbeklagte in 1 eine Geldstrafe von je 40 Mk. verurteilt und jenem die Publikationsbefugnis im „Gießener Anzeiger" zugesprochen worden. Es wurde also der eingelegten Berufung nur hinsichtlich des Klägers stattgegeben, während die Berufung des Widerklägers verworfen wurde. Unter den Thatbestandsmomenten sei hervorgehoben, daß Herr Adolf Bieler, der in 1899 die hiesige Hundeausstellung leitete, auf Grund einer nachträglichen Erweiterung der Ausstellungsbestimmungen, dahin gehend, daß der Vorstand berechtigt sei, nicht genehmen Personen den Eintritt zur Ausstellung zu versagen, Veranlassung genommen hatte, den in der Ausstellung anwesenden §>undezüchter Herrn Hopf von N.-Höchstadt, mit dem gelegentlich der vorhergegangenen Ausstellung 1898 Differenzen vorgekommen waren, die Anwesenheit tn der Ausstellung zu verbieten und ihn zum Verlassen derselben aufzufordern, welcher Aufforderung derselbe auch nach Rückempfang des Eintrittsgeldes nachgekommen war. Diese Maßnahme Bielers wurde von Hopf aber in der genannten in Mannheim erscheinenden Zeitschrift scharf und teilweise in beleidigender Form gerügt. Bieler hatte dagegen in Briefen an die Redaktion dieser Zeitschrift in mehreren Fällen auch die Grenze des Erlaubten überschritten, sodatz heute beide Parteien in der vorstehend angegebenen Weise zur Strafe gezogen werden. — Es wird zunächst emer Berufung des Viehhändlers Sal. Hofmann aus Nassau stattgegeben, die Freisprechung von Strafen und Kosten betrifft Der Angeklagte war laut Urteil des Schofsen- ! gerichts Gießen vom 20. Juni wegen Tierquälerei im Sinne des § 360, 13 St.-G.-B. in eme Geldsttafe von 15 Mk genommen worden, weil er beim Rücktransport non Vieh entgegen den bestehenden Bestimmungen, Kälber zwischen 'die Beine des Großviehs verladen hatte, später aber Umladung nach vorgeschriebener Weise, — Kleinvieh vom Großvieh durch einen Abschluß getrennt — vornehmen liefe. Das Gericht vermag im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft in der betreffenden Maßnahme eine Zuwiderhandlung gegen den Wortlaut des genannten Para- I graph nicht zu erblicken und erkennt deshalb auf Freisprechung. — Die verheiratete Elisabeth 9lau mannt von Kestrich, 43 Jahre alt, die von ihrem Manne getrennt lebt, unterhält mit dem Müllerknecht Just Becker seit Jahren ein intimes Verhältnis und war wegen Vergehens, gegen § 211 P.-Str.-G. in Anklagezustand versetzt worden. Durch Urteü des Schöffengerichts LUSfeld vom 12. Juni >var indes das Verfahren gegen sie eingestellt worden, well ihr der bez. Verweis am 2. November 1897 nicht durch das Grvßh. Kreisamt direkt, sondern durch die Bürgermeisterei erteilt worden war. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt und vertrat heute die Ansicht, daß es dem Belieben des betreffenden Polizei . beamten anheimgegeben sei, durch iveldie der in Betracht zu ziehenden ihm unterstellten Personen die Verweiserteilung erfolgen soll: er beantragt deshalb gegen die Angeklagte eine Haftstrafe non jünf Tagen. Das Gericht tritt zwar der Auffassung der Staatsanwaltschaft bei, erachtet aber eine Geldstrafe von 12 Mark als eine ausreichende Sühne. — Der 19jährige Eisenbahn - Arbeiter Franz Anton Heßler aus Waldaschaff, der zur Zeit bei dem Ober hessischen Eisenbahn- bau beschäftigt ist, steht wegen Körperverletzung unter An- flage und befindet sich deswegen seit dem 11. Juli in Untersuchungshaft. Am 10. Juli befand sich der Angellagte mit nod) drei baierischen Kollegen in der Reiningschen Wirt schäft, und hier kam es gegen Abend zu einer Rauferei, die jedoch vhne ernste Folgen blieb. Später verließen die I Arbeiter Franz Maunz und Jgn. Purbott das Lokal und warben von Fritz Roth, der mit einem Stocke bewaffnet war, verfolgt; doch erhielt dieser, als er zum Angriff schritt, von P. ein paar Hiebe und zwar mit seinem eigenen Stock, der ihm von jenem abgenommen worden war. Als dies der Angeklagte bemerkte, begab er sich zu den Streitenden und stach, angeblid) mit einem dolchartigen Messer, auf dieselben ein, brachte ihnen aud) Kopfwunden bei, die sich jedoch als wenig gefährlich erwiesen; denn der am schlimmsten Verletzte war und) fünf Tagen wieder arbeite I fähig.' Für diese, von einer unbändigen Rauflust zeugenden I Strafthat beantragt der Staatsanwalt eine Gefängnis- I strafe von 1 Jahr, unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft; das Urteil lautet auf 8 Monate, abzüglich 6 Wo dien Untersuchungshaft. — Wegen schwerer Beleidigung im Sinne § 176. 1. St.-G.-B. erhält der Landwirt Gustav Lind aus Oseiß-Nidda eine Gefängnisstrafe von I 4 Wochen. Der Angellagte, der fid) am Abend des 23. März an einem unbescholtenen 19 jährigen Mädchen, deren Ruf I in ein schlechtes Licht zu stellen er heute kläglich versucht, I thätlich vergriffen hatte, war in der Hauptverhandlung I vom Schöffengericht Nidda am 20. Juli d. I. sreigesprochcn I worden, doch hatte der Staatsanwalt gegen dieses Urteil I Berufung eingelegt, die denn auch, trotz des frechen Auf- I tretens und dreisten Leugnens des Angeklagten von Erfolg I war, wenn aud) nicht ganz dem Standpunkte der Staats- I anwaltschaft gemäß, von der Behörde eine Gefängnissttase I von 3 Monaten beantragt worden war. ____ Den Eingang sämtlicher Saison-Neuheiten in TllXih. und BucJCH/d'H für Herbst und Winter 187 ztige ergebenst an Hochachtungsvoll JMLarkus Bauer. Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte. Arbeiterbewegung. Berlin, 24. August. Die Arbeit auf den Kohlenplatzen ist beute nach den Beschlüssen der am Donnerstag abgehalten« Versammlung der Streikenden wieder ausgenommen worden. Handel and Urrbehr. UolkswittlchaÜ. Frankfurter Börse vom 84. August. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Prämien auf Kredit per ult Aug. 0.85’/q, do. per ult Sept. 2.25%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 0.75 %, do. per ult. Sept 1.90 %, Lombarden per ult Aug. 0.40%, do. per ult Sept. 0.80%. Deutsche Bank per ult. Aug. 0.00%. Notierungen: Kreditaktien 205.60-00-00, Dißkonto- Kommandit 173.90-174.0000,7 Staatsbahn 137.50.00, Lombarden 25.20., Italiener 94 20-CO, Spanier 72.30, Bproz Mexikaner 25.30, Bochumer 186.20-187.20-00 bz., Laura 210.10 B. 2 G. Harponer 177.50-8.50 bz., G. Gelsenkirchen 190-91.00-00-00 bz., Privat- Diskont 41/e°'o G. 1% bis 28/« Uhr: Kreditaktien 205.30-205.10-80 bz., Dn- kcnto-Kommandit 174-172.90-173.30 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staate bahn 137.70 bz., Lombarden 25.20-00 b., Laura 00-00 3proz. Mexikaner 25.30 bz Stuttgart, 22. August. (Allgemeiner Deutscher Versicherung«» Verein.) Im Monat Juli 1900 wurden 1357 Schadenfälle reguliert. Davon entfielen auf die Haftpflichtverstcherung 650 Fälle, und zwar 322 wegen Körperverletzung und 328 wegen Sachbeschä« digung; aus die Unsallverficherungg 643 Falle, von denen 9 den sofortigen Tod und 4 eine gänzliche oder tellweise Invalidität der Verletzten zur Folge hatten. Von den Mitgliedern der Kapttal- verficherung für dm Todesfall find 64 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossm wurden im Monat Juli 5995 Versicherungen. Von den vor dem 1. Mai 1900 angemeldeten Schäden der Unfalls Versicherung (incl. der TodeS- und JnvaliditätSsälle) sind nur 243 noch in Behandlung. _ in flDöblierteS Zimmer mit Kabinett zu vermieten.Löberstraße 3. Bäcker Fatz, Neuen-Baue. 5591 5639 7 WUH. Seipp I., Ludwigftraße 28. .2410] Logis, 3, 4, 6 und 6 Zimmer mit Zubehör per sofort zu vermieten. 5658 Lchöne 5-Zimmer-Wohnung, 2. Stock, z. verm. Goethestr. 46. 4870 Kreiling. 5657 Grünbergerstratze 8. 5398 wozu freundlichst einladet Joseph. 5656 Ä Mietgel uche (Offene Stellen Zuverl. 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Bestellungen für Stadtbesuche werden in der Wohnung des Herrn Dr. Metzger — Alicestraße 19 — vormittags von 7V2 bis 8 Uhr und nachmittags von 2*/, bis 3 Uhr und außerdem in der medizinischen Klinik vormittags von IOV2 bis 121/g Uhr entgegengenommen. Gießen, 20. August 1900. 5607 DieArmen-DeputationderStadtGießen 03484] Zwei tüchtige Schuhmacher gesellen sofort gesucht. H* Müller, Wolkengaffe 28. Aucke jungen, flinken Arbeiter zum Reinigen und Repariere» von Herren« und Damengarderobe. 03440 Karl Herr, Lindenplatz 9. te Heutige Wummer umfaßt 14 Seite» MfwhHtrtll ru vermieten- 5207 PsriölftUU Großer Steinweg b. Mehrere javge Leute von 14 bis 16 Jahren gesucht. 5634 __H. Tchaffstädt. Eiu Mödchkll, USL'LL^L etwas kochen kann, auf den 15. September gesucht von Frau Profeffor Walther, Frankfurterstraße 4.5627 Spar- und Worschußverein Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht zu Treis a. d. Lumda. Sonntag de« 2. September, nachmittags 3 Mr, findet d;e erste ordentliche Generalversammlung auf dem Rathaufe statt, wozu alle Mtglieder freundlichst eingeladen werden. Emil Horst, Giessen > Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. 6663 | Rasche Lieferung in gediegener Ansfnhrung ju billigen preisen. H Grosses Lager in Trittstufen, Platten, Daohfalzziegeln, Krippen, Trögen usw. 50171 Schöne 6—7 - Zimmerwohnung im 1. Stock mit allem Zubehör, Bleichplatz und Gartenanteil, per L Oktober zu vermieten. Ludwigstratze 3L Lollar. Sonntag den 26. und Montag den 27. August: Kirchweihfest wozu freundlichst einladet 03<69 Friedrich. Weinrich, _________Gasthaus zur Traube, Bäckerlehrling ges. nach auswärts. Zu erfragen in oer Exp. d. Bl. 03383 03401] Schlofferlehrling gesucht. Ludwig Kader, Grotzen-Linden. 5541 j Für 1. September d. Is. ein tüchtiges MLdcheu für Küche und Hausarbeit gesucht. Krau WelkoborSky. Näheres Ostanlage 31, III. eines Vorfluters 62,— sollen durch schriftliches Angebot mehreren Losen vergeben werden. Pläne, Voranschläge und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Dau« bringen mr Einsicht offen, woselbst auch die Offerten, deutlich auf Bogen in Aktenformat geschrieben, in verschlossenem Umschlag mit der Aufschrift „Meliorations* arbeiten" postfrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen. Die Eröffnung der Offerten findet Donnerstag den 30. d. M., mittags 1 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Daubringen in Gegenwart der erschienenen Bieter statt. 5650 Gießen, am 23 August 1900. Großh. Kulturinspektion. I V: Dr. Fraissinet. Per 1. Sept, wird ein einfach möbl. Zimmer zu mieten gesucht. Angebote unter 03482 an die Expedition d. Bl. Ein größerer und zwei bis drei kleinere Räume, zu Werkstätten geeignet, alsbald zu mieten gesucht. Bevorzugt Nähe des Ludwigsplatzes. 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September, vormittags präzis 9 Uhr, von der Fürstlichen Mönch- und Strauchwaldwiese, Gemarkung Burkhardsfelden, zusammen 70 Morgen. Zusammenkunft in der Mönchwiese. Lich, den 24. August 1900. Fürstlich Solmsische Rentei. Der Gesamt-Auflage unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Lotterie Kollektiv H. E. Jughardt Sf Ernst Balser in Metzen bei.____________5664 __________Gebe. Zutt, Steinstr. 84. 800] Ludwigstratze 42, zweiter Stock, Zimmer mit allem Zubehör, per sofort zu vermieten. Fflichtfeuerwehr. Donnerstag deu 30. August d. I,, abeudS 8Vs Uhr, am Turmhause am Brand: ttebung der Rotten 1, 2, 3 und 4. Gießen, am 24. August 1900. 5647 Traber, Branddirektor. (Äartenftrafce 30, part., drei unmöblierte Zimmer, eventl. mit Küche und Zubehör, per 1. Oktober zu verm. 03394 3728] Die seither von Herrn Geheimrat Prof. Dr. Bose innegebabte Wohnung Wilhelmstratze 21, Bel-Etage, 7 bezw. 8 Zimmer, ist sofort anderweit zu verm. 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