,en klaubt 9 des eppeln 211 tzvibLän, Mäusburo, w große Rollmöpse, 7 P'4, per Ltzd. 110 W„ 100 6tüd 9)lf. 6,25, Ittiage in 2- u. i-Ltt.-Dchn, rvff. Sardinen. k»s '.Nassauer. meinem Hause Nordanlage l ge, beftefrenb au3 5 flimmern r, per 1. April zu Dermicicn. Liedmavn BLr. < * &XMMX unb '> l. tzlvä, vrr 1. April zu De:» Schillttstraße 23. Sine S-Zimmenoohnung per vermieien Zicinjtraße 13. Weserftraße 15.___ u vermieken eine b-Zmmer- ladezimmer, mitKocb- u-Leuchi« l.iowieeineö-tsimmewohnung. m,Mbelgescb.,Äahkchosstr.N. Muriertzrahe. Scke Hillebianü!- xmmex u. Rüibt ?n 1. Jeiai; en. t MV«. Nebenhaus an ruhige mit 8ub-h^ SÄiÄFi58 ist eine neu. A, Pmmrrwopnmis, k BkMraßc_35^rr^_ * MM ä - »■ T sK>tzs ^öbUertä^SlOjL-- Nr. 21 Drittes Blatt.________Freitag den 26. Januar 1900 Gießener Anzeiger Heneral-UnMer Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die?lbholestellev vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Auslande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Innahme von Anzeigen zu der nachmittags für den filzenden Zag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr Abbestellungen spätesten- abends vorher. Erscheint tügNch mit Ausnahme der Montags. Die Gießener K«»itte«VtSt1er werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u „Blätter für Hess. Volkskunde" »öchtl. 4 mal beigelegt. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. ßiedaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar. 7. Gratisdeilagen: Gießener FamUienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adrcffe für Depeschen: Anzeiger Atetze»« Fernsprecher Nr. 51. Lokales und Provinzielles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 25. Januar 1900. ♦* Die deutschen Burschenschaften des A. D. C. sind dem Deutschen Flottenverein mit einem jährlichen Beitrag von 1000 Ml. beigetreten; früher wurde der Beitritt wegen der damaligen GeschästSleitung abgelehnt. ** In einem Ansinnen Großh. Ministeriums der Finanzen an die Stände des Großherzogtums, betreffend die Landeslotterie, wird folgendes ausgeführt: Durch das Gesetz, die Einführung einer staatlichen Klassenlotterie betreffend, vom 12. August 1899, ist die Großherzogliche Regierung ermächtigt worden, den Betrieb der Lotterie selbst zu übernehmen oder unter Wahrung ihres Aufsichtsrechtes einem Unternehmer zu übertragen. Die wegen der Verpachtung der Lotterie von der Regierung geführten Verhandlungen haben gezeigt, daß eine Verpachtung dem Staat hinreichende finanzielle Vorteile nicht gebracht haben würde. Die Verpachtung ist für die Regierung zweifellos die bequemere Art des Betriebs, einträglicher aber ist der Regiebetrieb. Denn während bei der Verpachtung zwei Personen, der Staat und der Unternehmer, auf Gewinn rechnen, fällt bei dem Regiebetrieb auch der Unternehmergewinn dem Staate zu, vorausgesetzt, daß die Lotterie überhaupt rentiert. Dieses mit dem Regiebetrieb allerdings verbundene Risiko glaubt die Regierung umsomehr tragen zu müssen, als die in den letzten Wochen aus Anlaß der Bestellung der Kollekteure geführten Verhandlungen gezeigt haben, daß in Hessen außerordentlich stark gespielt wird, und daher auch auf eine gute Einnahme aus der einheimischen Lotterie gerechnet werden darf. Die Regierung hat sich daher zum Regiebetrieb entschlossen. Es ist aber geradezu eine Lebensfrage für die Lotterie, daß bei ihrem Beginn eine hervorragend tüchtige Kraft, die in dem Lotteriegeschäft die nötige Erfahrung besitzt, an die Spitze des Unternehmens gestellt wird. Es ist gelungen, in dem bisherigen zweiten Direktorialbeamten bei der Königlich Sächsischen Lottericdirektion in Leipzig, Finanzrat Dr. jur. Götz, für das Unternehmen einen Leiter zu gewinnen, der allen Anforderungen entspricht. Selbstverständlich mußte dem Genannten, um ihn zum Aufgeben seiner guten Stelle und seiner günstigen Aussichten auf Beförderung in der Heimat zum Zwecke des Uebertritts in den hessischen Staatsdienst zu veranlassen, ein außerordentliches Entgelt geboten werden. Als solches erschien die Gewährung eines Gewinnanteils an dem Reinertrag der Lotterie besonders geeignet, zumal auch der kaufmännische Charakter des Unternehmens diese Art der Vergütung rechtfertigen dürfte. Da es notwendig war, die Landeslotterie so bald wie irgend thunlich ins Leben treten zu lassen, so wurde das in der Verordnung, die Landes-Lotterie-Direktion betreffend, vom 29. November 1899 (Reg.-Blatt Nr. 65) vorgesehene, aus der Anlage ersichtliche Personal, mit Ausnahme eines Bureauassistenten, eines Kanzlisten und eines Kanzleidieners, die zur Zeit noch entbehrt werden können, angenommen. Die Direktion wurde in dem früher Wienerschen Hause, Wil- helminenstraße 3, untergebracht. Die für die Einrichtung und den Betrieb der Lotterie erforderlichen Aufwendungen sind nebst näherer Begründung in der Anlage enthalten. Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs beehrt sich daher das Ministerium der Finanzen an die Stände des Großherzogtums, zunächst an die Zweite Kammer derselben, das ergebenste. Ansinnen zu richten, den laufenden Betrag von 92 850 Mark und den einmaligen Betrag von 15 461,95 Mark behufs Deckung der näherbegründeten Ausgaben, und zwar die für die Besoldungen erforderlichen Beträge mit Wirkung vom Tage der Annahme der betreffenden Beamten an, zu Lasten der Betriebseinnahmen aus der Lotterie zur Verfügung zu stellen. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Sache bitten wir um eine beschleunigte Beschlußfassung. O Nidda, 23. Januar. Gestern wäre beinahe ein Mann von hier in der Nidda verunglückt. Derselbe wollte die auf der alten Brücke stehende Laterne mit Oel versehen. Als er aber die Leiter an dem Laternenpfosten bestiegen hatte, brach der Pfosten an der Erde ab und stürzte samt der Laterne in die hochgehende Nidda. Der Mann wurde noch von einem Vorübergehenden gefaßt, sonst wäre er dem Pfosten nachgestürzt. — Bei der Wahl eines Gemeinderatmitgliedes an Stelle des zum Bürgermeister gewählten Gemeinderats Roth wurde der frühere Bürgermeister, Herr Landtagsabgeordneter Erk, mit 129 Stimmen gewählt; andere Kandidaten waren nicht aufgestellt worden. — Die Holzpreise haben sehr angezogen. In Ober-Lais werden 30—35 Mark pro Festmeter Fichtenderbstangen bezahlt. — Zum 27. Mai wird hier der Bezirkstag des Nordbezirks des Gau 9 vom „Deutschen Radfahrer-Bund" abgehalten werden. Es wird an diesem Tage eine vom Gau veranstaltete Fernfahrt nach Nidda ftattfinden, wonach noch eine Anzahl besonderer Festlichkeiten veranstaltet werden wird. Voraussichtlich wird eine große Anzahl Gäste sich in unserer Stadt einfinden. — Zu Kaisers Geburtstag veranstaltet der Kriegerverein in seinem Lokal „zur Traube" einen Festball. R. Reichelsheim i. d. W., 25. Januar. Die nasse Witterung hat in unserer Umgegend eine Krankheit verursacht, welche unter dem Namen Mumps — von den Leuten „Mops" genannt — auch Ziegenpeter, parotitis polymorpha, oder Bauerwetzel bekannt ist. Sie tritt vorzugsweise unter jüngeren Leuten auf, und äußert sich durch leichtes Fieber, Kopfschmerz, Hinfälligkeit und Appetitlosigkeit. DaS Gesicht ist in unförmlicher Weise verschwollen, die Patienten bekommen einen steifen Hals und können nur schwer kauen und schlucken. Merkwürdigerweise werden junge Burschen mehr davon befallen, als junge Mädchen; bei manchen Patienten wirft sich das Uebel auch auf den Unterleib, und die Befallenen haben mitunter drei Wochen zu thun, bis sie wieder hergestellt sind. — Durch den schweren Regen in den letzten Tagen ist die Horloff stundenweit über ihre Ufer getreten, wodurch die Wiesen gründlich bewässert werden. — Der Handel nach Frankfurt mit Heu ist in letzter Zeit lebhaft geworden; man sieht oft hochbeladene Wagen, mit großen Tüchern zum Schutz gegen Regen Überspannt, die große Straße nach Süden fahren. — Kaisers Geburtstag wird nächsten »SamStag im hiesigen Bürgerkasino in solenner Weise ge feiert werden. Darmstadt, 24. Januar. Wie daS „D. T." hört, ist für das neue Jahr ein Bestand von 2162 steuerpflichtigen Hunden in unserer Stadt ermittelt worden. Der Bestand für das Vorjahr kann mit rund 2500, der Abgang also zu etwa 338 angenommen werden. Ein großer Teil des Abgangs ist wohl auf Rechnung der Erhöhung der Hundesteuer zu setzen; wenn der Abgang doch nicht so groß ist, als man ursprünglich wohl vermutete, so hat daran auch die Belassung der Gemeindehundesteuer auf dem seitherigen Satz ihren Anteil. Für den Staat ergtebt sich als Ertrag der Hundesteuer aus der Landeshauptstadt ungefähr folgendes Rechenexempel: 1899=2500 Hunde ä 5 Mk. = 12 500 Mk. Ertrag; 1900=2162 Hunde ä 10 Mit. = 21620 Mk. oder 9120 Mk. Ertrag mehr. In den Motiven zu dem neuen Gesetzentwurf hat s. Zt. die Regierung damit gerechnet, daß sich durch Erhöhung der Hundesteuer die Gesamtzahl der Hunde sich int ganzen Land von 47 608 auf etwa 40000 vermindern werde, also um etwa 16 pCt. Da in Darmstadt die Verminderung von 2500 auf 2161 vorliegt, also etwa 1V2 PCt., so erhellt daraus, daß die Regierung, wenigstens, was unsere Stadt betrifft, annähernd richtig vorausgesehen hat. Darmstadt, 24. Januar. Wie aus Gotha gemeldet wird, sind Seine Königliche Hoheit der Großherzog gestern abend 6 Uhr 25 Min. daselbst wohlbehalten eingetroffen. Offenbach, 24. Januar. Der Beigeordnete Wolff hatte gegen den Direktor des Krankenhauses Medizinalrat Doktor Köhler die Beleidigungsklage angestrengt. Die Staatsanwaltschaft hatte jedoch die Erhebung des Antrags abgelehnt. Darauf wandte sich Wolff an das Kreisamt Offenbach, das nun seinerseits den Antrag auf Erhebung der Anklage gegen Dr. Köhler wegen Beleidigung Wolff's stellte. Nach der nun vorliegenden Entschließung der Staatsanwaltschaft hat diese jedoch abge- lehnt, dem Antrag des Kreisamts Folge zu geben. Offenbach, 24. Januar. Für Ende dieses Monats soll eine größere militärische Uebung unter Hinzuziehung der Garnisonen Darmstadt. Offenbuch und Worms in Aussicht genommen fein. Die Hebung dürste in der Nähe von Groß Gerau stattfinden. △ Klein-Auheim, 24. Januar. Der um 8 Uhr gestern abend hier fällige Güterzug Eberbach Hanau mußte zwischen Hainstadt und hier auf freier Bahnstrecke liegen bleiben, da ein Güterwagen aus unbekannter Ursache, wahrscheinlich aber infolge Achsenbruchs, entgleiste. Der Verkehr auf der eingleisigen Bahn blieb wegen des Unfalls längere Zeit gesperrt. Die Reisenden aus beiden Richtungen mußten vor der Unfallstelle umsteigen, was um so leichter bewerkstelligt werden konnte, als sowohl der um 8.12 von Seligenstadt abgehende Schnellzug, als auch der um 8 Uhr in Hanau abgelassene Personenzug fast gleichzeitig bei der Unfallstelle eintrafen. Beide Züge fuhren nach Auswechselung der zahlreichen Passagiere wieder an ihre Ausgangsstationen zurück. Tiefelbe Auswechselung der Reisenden mußte sichZgegen 10 Uhr bei der ebenfalls fast gleichzeitig erfolgten Ankunft der Personenzüge aus beiden Richtungen wiederholen. Die Verkehrsstörung, welche beträchtliche Verspätungen verursachte, wurde während der verwichenen Nacht beseitigt. □ Mainz, 24. Januar. Die beabsichtigte Niederlegung der nordwestlichen Umwallung der hiesigen Festung zeigt sich nach einer von militärischer Seite verschiedenen Blätter zugegangenen Mitteilung jetzt in einem anderen Lichte als man anfänglich allgemein geglaubt hatte. Während, als die Nachricht von der Niederlegung der Wälle von Berlin hier eintraf, jedermann der Ansicht war, daß der Militärfiskus das freiwerdende Festungsgelände der Stadt überlassen würde, stellt es sich nach obiger Mitteilung jetzt heraus, daß das Terrain einfach zum Verkauf ausgeboten werden soll und der Meistbietende deli Zuschlag erhält. Unter diesen Umständen wird die Stadt schwerlich als Käuferin auftreten, denn durch die jüngst erfolgte Erwerbung der Schloßkaserne und der sonstigen alten militärischen Gebäude ist bü Stadt um Baugelände durchaus nicht in Verlegenheit und hat andererseits durch diese letzten Abschlüsse mit dem Militärfiskus ein so großes finanzielles Risiko übernommen, daß für lange Zeit überhaupt nicht daran zu denken ist, weitere Terrainspekulationen mit städtischen Mitteln zu machen. Mainz, 24. Januar. Der neu erwählte Bischof Dr. Brück wird am Donnerstag nach München abreisen, um vor dem päpstlichen Nuntius den Jnformativprozeß abzulegen. * Wiesbaden, 24. Januar. Der Geheime Regie- rungsrat Thomä ist g e st o r b e n. Kassel, 24. Januar. Der K o in rn u n a l l a n d - tag für den Regierungsbezirk Kassel ist auf den 19. Februar nach hier einberufen. Die Verhandlungen finden im Saal des Ständehauses statt. Wie wir hören, wird das diesjährige Tagen des Landtages etwa 3 bis 4 Wochen andauern. Der Provinziallandtag für Hessen-Nassau tritt bekanntlich am 20. Februar ebenfalls hier zusammen. Die Verhandlungen des Provinzial-Land- tages werden jedoch voraussichtlich kaum länger als eine Woche in Anspruch nehmen, soweit sich auf Grund der zur Beratung gelangenden Vorlagen übersehen läßt. — Zu den volkstümlichen Lehrgängen von Hoch - s ch u l l e h r e r n war die Nachfrage nach Eintrittskarten außerordentlich groß. In den Arbeitervereinigungen zeigte sich ein so lebhaftes Interesse, daß bei weitem nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. — Einem jähen Tod ist ein Kässelaner, Herr Eisenbahn-Bureau-Diätar List von hier, in Ausübung seines Berufes zum Opfer gefallen. Derselbe wurde auf der Strecke bei Herzberg a. H- überfahren und getötet. — Die Methodistenkirche hat den Bauplatz Schillerstraße 7 gekauft, um auf demselben ein Gotteshaus zu bauen. Ende Juli soll dasselbe fertig gestellt sein. Vermischtes. Lennep, 24. Januar. In der bekannten Militärbefreiungsaffäre, die hauptsächlich in Fabrikantenfamilien der Kreise Lennep und Solingen spielt, wurden gestern wiederum Verhaftungen vorgenommen. Es handelt sich fast ausnahmslos bei den bisherigen umfangreichen Verhaftungen um Söhne wohlhabender Familien, die es nicht bis zur Einjährig-Freiwilligenprüfung brachten, und nunmehr aus Scheu vor dem zwei- oder dreijährigen Dienst als Gemeiner gegen hohe Summen sich Pillen zur Erzeugung eines vorübergehenden Leidens für die Zeit der Musterung verschafften. Da die Militärbehörde auf viele Jahre zurück die Musterungsrollen zur Entdeckung Schuldiger revidiert, wird vielleicht noch mancher daran glauben müssen, der sich auf Grund seines erschlichenen Freischeines sicher wähnte, lieber die erste Serie der Angeschuldigten wird im Februar Verhandlung vor der Strafkammer in Elberfeld stattfinden. * Berlin, 24. Januar. Heute nacht entgleiste ans der Station Schönhauser Allee der Berliner Ringbahn aus noch nicht festgestellter Ursache ein Güterzug. Der Heizer wurde getötet, Lokomotivführer, Packmeister und Bremser schwer verletzt. Die Lokomotive und mehrere Wagen sind völlig zertrümmert. Der Verkehr ist unterbrochen. Breslau, 22. Januar. Die Thäter, welche am Freitagabend, um einen Einbruch in das Pieskersche Eisenlager an der Ohlauer Chaussee verüben zu können, den dortigen Privatwächter Wilhelm Püschel ermordet hatten, sind bereits fe ft genommen. Es sind die Schlosser Os- kar Blaschke und Paul Schlote. Beide haben die That eingestanden. * Heidelberg, 24. Jan. Wegen Herausforderung zum Zweikampf wurde von der Strafkammer ein Student zu zwei Monaten und dessen Kartellträger zu einem Monat Festungshaft verurteilt. Anlaß zu der Herausforderung war eine Schöffengerichtssitzung im Juli vorigen Jahres, in der der Amts an walt das Benehmen des wegen nächtlicher Ausschreitungen angeklagten Studenten als unverschämt bezeichnete. Infolge dieser Aeußerung ließ der Student dem Amtsanwalt eine schwere Säbelforderung überbringen. Das Offiziersehrengericht, dem der Geforderte die Angelegenheit vorlegte, verbot aber den Zweikampf. # Karlsruhe, 24. Januar. Die Frau des kürzlich verunglückten und gestorbenen Kammersängers Plank starb nach längerem Leiden. Acht Kinder betrauern die Eltern. * Würzburg, 23. Januar. Dem Gemeindekassierer Schamberger in Sechsthal wurden 2300 Mark an Gemeindegeldern und das Kassabuch gestohlen. Bom Thäter findet sich keine Spur. * Stuttgart, 24. Januar. General v. Knörzer ist 80 Jahre alt gestorben. * München, 23. Januar. „Als wir jün gst in Regensburg waren". Eine unbeabsichtigte Reise hat ein hiesiger Bürger machen müssen, der einen Verwandten zur Bahn brachte. Der Münchener nahm auf dem Bahnhof eine Bahnsteigkarte, um das Reisegepäck des Verwandten in dem Nord-Süd-Expreßzug unterbringen zu können. Im Eisenbahnwagen überhörte er plötzlich das Abfahrtssignal und sah plötzlich, daß der Zug aus der Halle herausfuhr. Er mußte also als unfreiwilliger Passagier die Reise bis Regensburg mitmachen. Hier durfte er, nachdem er die nötige Aufklärung gegeben, die Sperre passieren. Da er jedoch erst anderen Tages die Rückreise mit dem Schnellzuge antreten konnte, so blieb ihm nichts weiter übrig, als in Regensburg ein Hotel aufzusuchen. Tie Kosten für Hotel und Rückfahrt hatte er bereits verschmerzt, als er ein Schreiben des Oberbahnamts Regensburg erhielt. Darin wurde unter dem Hinweise, daß er ohne Fahrkarte den Wagen nicht hätte betreten dürfen, ein Betrag von 16 Mark für eine Fahrkarte erster Klasse nebst Expreßzuschlag, sowie eine Mark laut Artikel 21 der Verkehrs- ordnung von ihm gefordert. Schweren Herzens entrichtete er auch diese Summe. Am meisten aber ärgert es ihn, der als' gewaltiger Sänger einem Verein angehört, daß ihn jetzt seine Sangesbrüder, sobald er das Vereinslokal betritt, mit dem schönen Liede begrüßen: „Als wir jüngst in Regensburg waren". * München, 24. Januar. Zentrumsabgeordneter Gschweüder (Wahlkreis Kaufbeuren) ist an Lungenentzündung g e st o r b e n. * Straßburg, 24. Januar. Der Luxhof, eines der ältesten hiesigen Patrizierhäuser und bekanntes bayrisches Bierlokal, ist heute morgen 4 Uhr fast vollständig abgebrannt. * Wie«, 24. Januar. Der bekannte Komiker Karl Adolf ist nach langem Siechtum in größter Armut gestorben. Er war 69 Jahre alt. * Rom, 24. Januar. In ganz Italien grassiert leichte Influenza, besonders in Turin. In Livorno und Florenz sind die Elementarschulen geschlossen. In Rom ist die Krankheit stark, aber in milder Form verbreitet. Paris, 24. Januar. Ein zerfetztes Vermöge n. Tas Opfer einer ungemein boshaften Rache ist die berühmte, auch in der deutschen Hauptstadt bekannte und beliebte Schauspielerin Mme. Rejane geworden. Als die Künstlerin vor wenigen Tagen von ihrem Gastspiele in Monte Carlo nach der Seinestadt zurückkehrte, wartete ihrer beini Auspacken der Garderobe eine höchst unangenehme Ueberraschung. Kaum hatte eine Dienerin den Koffer mit den Kostümen der „Madame de Lavalette" geöffnet, als sie in einen Schreckensruf ausbrach, der die im Nebenzimmer weilende Herrin herbeieilen ließ. Starr vor Entsetzen hielt ihr die Zofe eine Toilette entgegen, die von oben bis unten wie mit einem Rasiermesser total zerschlitzt war. Die einzelnen Schnitte hielten unzählige Stecknadeln zusammen, sodaß es den Eindruck machte, als hätte man dadurch zu verhüten gesucht, daß das hinterlistige Verbrechen gar zu schnell entdeckt würde. In derselben schändlichen Weise, wie diese eine Robe, war der gesamte Inhalt des Koffers zugerichtet worden. Das bedeutete einen Verlust von mindestens 15 000 Francs. Die Rejane geriet außer sich vor Zorn, und öffnete mit eigenen zitternden Händen den zweiten Koffer, der die noch prächtigeren Gewänder der „Mme. Sans Genc" enthielt. Mit einem Schrei prallte die Künstlerin zurück. Auch diese Toiletten, die einen 'Mert,vow,mehr gls(20 000 Francs repräsentierten, waren in schmale Streifen zerschnitten und mit Stecknadeln zusammengesteckt. Die unvergleichliche Darstellerin der Madame Sans Gene brach in heiße Thräncn aus, als sie ihre eleganten, entzückenden Kostüme in wertlosen Fetzen auf dem Fußboden liegen sah. Sie behauptet, und gewiß nicht mit Unrecht, daß nur eine Frau oiese Nichtswürdigkeit begangen haben kann. Daß ein weibliches Mitglied ihrer Truppe die Schuldige sein könnte, hält Mme. Rejane für vollkommen ausgeschlossen. Die Künstlerin hat sofort die Polizei mit der Unterjud)ung der rätselhaften Angelegenheit beauftragt. (Sollte dies nicht auch ein Reklamestückchen sein, wie die so ost gestohlenen Brillanten der verrückten Sarah?), Wie man vor hundert Jahren sich verlobte, zeigt die Anzeige eines Privatsekrelärs Kleinert in Groß- Schönebeck. Er meldete am 5. Januar 1800 seine Verlobung „mit der Demoiselle Frcischeidten, Tochter des verstorbenen StadtchirurguS zu Templin allen seinen und ihren Verwandten gehorsamst". Dieser Anzeige fügte er aber noch hinzu: „Die genaueste Sympathie unserer Liebe, der reinste Einklang unserer Gesinnung und die uns beiwohnende Genügsamkeit und Zufriedenheit mit jeder Lage unseres Schicksals, sowie Anhänglichkeit an die Grundsätze der Tugend wird unser künftig Eheglück auf immer sichern, daher wir jede Bezeugung von Glückwünschen verbitten! Der Wackere war seiner Sache jedenfalls sicherer, als manches Liebespaar heutiger Zeit. Universität und Hochschule. — Ernannt r Der Landesgeologe und außerordentliche Professor Dr. Chelius von der Technischen Hochschule in Darmstadt zum Vorsteher des Salinen- und Bergamts, sowie der Bade Direktion Bad- Nauheim unter Verleihung des Titels „Bergrat". Der bisherige Vorsteher, Geh. Bergrat vtlo Weiß tritt nach mehr als 50jähriger Wirksamkeit in den Ruhestand. — Professor Max v. Pettenkofer ander Münchener Universität zum stimmberechtigten Ritter des Ordens „Pour le Merite“ für Wissenschaften und Künste. — Verschiedene* r Aus Straßburg schreibt man: In dem reichsländischen Landeshaushaltsetat für das nächste Rechnungsjahr ist nunmehr endlich einmal eine erste Rate für den Neubau eines pharma» zeutischen Instituts der Universität in der Höhe von 18U,0ü0 Mk. eingesetzt; die Gesamtkosten des Neubaus sind auf 340,000 Mk. veranschlagt. — Wie die „Bossische Zeitung" mitteilt, feierte am 22. Januar der Professor der Theologie Geh. Rat Karl Siegfried ,n Jena seinen 70. Geburtstag. — In Sachen der Promotionsordnung der TechnischenHochschule wird aus Berlin berichtet, daß das Promotionssystem nach preußischem Vorgang bereits Baden und Hessen angenommen haben, daß Sachsen, Württemberg und Braunschweig zu folgen beabsichtigen, daß aber Bayern vorläufig noch mit dem Anschluß zu zögern scheint. Zwischen den Vertretern der fünf erstgenannten Staaten und Preußens haben in Berlin bereits Beratungen stattgesunden, um die Bedingungen für die Ausübung des Promotionsrechts in diesen Staaten thunlichst einheittich zu gestalten. Die Verhandlungen haben in allen Hauptfragen eine vollständig- Uebereinfiimmung erzielt. Kunst und Misseusthast. — Der BaziüuS der Pferde-Juflnenza ist, wie die „Allg. Miss. Ser." au» London erfahren, von dem Bakteriologen der Schule für Tropenkcankheiten in Liverpool emd-ckt worden. — Petersburg, 23. Januar. Graf Leo Tolstoi ist von seiner Krankheit vollständig genesen und hat seine litterarische Thätigkeit wieder ausgenommen. Wetterbericht. Während die gestrige tiefe Depression im Abziehen begriffen ist, hat sich im Westen des Erdteils bereits ein neues Gebiet niederen Druckes eingestellt, das sich in der Richtung von Nord nach Süd keilförmig über die britischen Inseln und über den Kanal bis zum französischen Küstengebiet erstreckt. DaS barometrische Maximum bedeckt den Südwesten des Erdteils. Das Wetter war am Morgen meistenorts trüb und regnerisch. Unter Tags trat int Alpenvorlande Aufklärung ein. Die Temperaturen liegen für die Jahreszeit in ganz Europa hoch. Voraussichtliche Witterung. Im allgemeinen unbeständiges, aber ziemlich mildes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. IJjlllClc’S w‘r|l iQ Tassen, Gläsern und anderen Gefässen verkauft, die in jedem Haushalt praktische Verwendung finden können. Portland- Cement-Werk Lollar (Oberhessen) empfiehlt seinen erstklassigen 677 Portland-Cement: Marke Diamant von absoluter Gleichmäßigkeit, feinster Mahlung, höchster S-pigkeit und Bolumenveständigkett. 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(frei in die Wohnung 9u Pfg) pro Vierteljahr abonniert man BBT” nur bei der nächsten Post an st alt wo man wohnt, auf die „Tierbörse", und erhält für diesen geringen Preis jede Woche Mittwochs außer der „Tierbörse" (ca. 4 große Druckvogen): 1. (gratis) Den Landwirtschaftlichen Central-Anzeiger; 2. (gratis) Die Internationale Pflanzenbörse; 3. (gratis) Die Kaninchen-Zeitung; 4. (gratis) Das Illustrierte Untelhaltungsblatt (Romane, Novellen, Beschreibungen, Rätsel u. s. ro.); 5. (gratis) Allgemeine Milleitungen über Land- und Hauswirtschaft; 6. (gratis) Unsere Hunde (nur Text); 7. (gratis) Unser gefiedertes Volk (nur Text; 8. (gratis, monatlich 2mal) einen ganzen Bogen (16 Seiten) eines hochinteressanten fachwissenschütlichen Werkes. CS ist also kein Gebiet aus dem gesamten Naturleben, das tn der „Tierbörse" mit ihren vielen Gratisbeilagen nicht vertreten wäre. Vie „Iier-ZSörse" ist Organ des Berliner Hhierschuh-Aereins und vriugt in jeder Wummer das Archiv für Tierschuhveftrevungen. Kein Blatt Deutschlands bietet eine solche Reichhaltigkeit an Unterhaltung und Belehrung. Für jeden Thier- und Pflanzenliebhaber, namentlich auch für Tierzüchter, Tierhändler, Gutsbesitzer, Landwirte, Forst- beamte, ©ärmer, Lehrer rc. ist die „ticrbörfe" unentbehrlich. Alle Post- anstalten in allen Ländern nehmen jeden Tag Bestellungen auf die „Tierbörse" an und liefern die im Quartal bereiis erschienenen Nummern für io Pfg. Porto prompt nach, wenn man sagt: Ick bestelle die .Tierbörse" mit Nachlieferung. Man abonniert «ur Sei der nächsten Nostanstatt, wo mau wohnt. Lrhtling per Ofltrn gksufst. rr. Kröll Söhne, Eisenhandlung. Stadtkundiger Junge als Hausbursche sofort gesuckt von 0273 Georg Leib & Sohn, Wallthorst'l. 34. 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