Nr. 224 Zweites Blatt. Dienstag de» 25. September ISO. Jahrgang 1900 SOe An-eigeu-Bermittkm-Sstelleu bt5 In» und «wjMwW «ehmm Anzeigen für den Kießmer Anzeiger eat-e-m. Zeilenpreis: lokal 12 Pf-., auswärts 20 Pfg. Nezugsprei« vierteljährl. Mk. »ZG monatlich 75 Pf-, mit Bringerlohnr durch die AbholesteL« vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljähM. mit Bestellgeld. sGreßmer Anzeiger "SS-- Heneral-AnMger Anrtss un& 2Injeigefelatt für den Kreis (Sietem vor. Der Artillerie-Ober- den aus ein- Huk feruAs-.T» • Nr. 1. Ver- Ver- ....... M. früh mit 30 (Gerittenen Artilleristen südwestlich zum Rekognoszieren vorgeschickt, von wo chinesische Truppen gemeldet waren. Die Patrouille ritt am Bahndamm entlang nach der 25 Kilometer entfernten befestigten Stadt Liangh-Sianghsien. Auf halbem Wege trafen sie in einem kleinen Ort eine Besatzung von 120 Engländern. Diese waren bereits bis 25 Kilometer an die Stadt herangekommen und umgekehrt, da sie Feuer bekamen. Der englische Offizier gab Rembe drei Kavalleristen mit, um ihn zu einem dort bei der Stadt hochgelegenen Pagoden zu führen, von dem aus man die Stadt übersehen konnte. Der Unterleutnant v. Zitzewitz langte als erster dort an und erhielt aus nächster Nähe ein starkes Jnfanteriefeuer. Gleichzeitig verließ eine Kompagnie Infanterie mit 50 Reitern und zwei Geschützen die Stadt, um unsere Leute abzusangen. Zwischen den Chinesen'u,nd den Unsrigen entspann sich ein heftiges Feuergefecht, in dem mehrere Chinesen fielen. Als aber die chinesischen Geschütze eingriffen und ihre Lanzenreiter versuchten, die Deutschen zu umgehen, traten diese feuernd einen langsamen Rückzug an. Nun bekamen die Deutschen aus mehreren Dörfern Feuer, erlitten aber keine Verluste und langten 7 Uhr abends in Peking an. Daraufhin wurde die Expedition unter Generalmajor v. Höpfner nach Langh- Sianghsin unternommen. Die verbündeten Truppen haben, nach einer Shanghai eingetroffenen Depesche, Peitatschu genommen. Adresse für Depeschen: Anzeiger GisA«» Fernsprecher Nr. 5L GrsLsdeilas-R: Meßmer FarrrMeMätter, Der heWhe Landwirts Matter Dr hrUche UMskmedr. Der Krieg in Südafrika^ Aus Kapstadt wird gemeldet: Christian Dewet hatte bei Vryherd Stellung genommen, um das Vorrücken des Generals .Hildegard zu verhindern Als die Buren aber bemerkten, daß die Engländer einen Umgehungs- Versuch machten, zogen sie sich zurück. Lord M e t h u e n traf am 19. ds. nordöstlick) vom Hartsfluß auf einen Wagenzug der Buren, schlug sie in die Flucht und eroberte einen bei Colenso verlorenen 15-Pfünder wieder. Ferner wurden 26 Wagen, 8000 Haupt Rindvieh, 4000 Schafe, Viele Gewehre und Munition erbeutet. In Kapstadt werden bereits Vorbereitungen zum Empfange Lord Roberts getroffen. Die „Central News" melden aus Kapstadt: Die Anti- rebellenbill wurde am 21. d. M. vom Parlament mit einer Majorität von neun Stimmen und einer Tagesordnung, Telegramme des Gießener Anzeigers. Loudon, 24. September. Aus Peking wird gemeldet: Prinz Tsching sandte ein Telegramm an Li"-Hung- Tschang, in welchem er diesen beschuldigt, unpatriotisch zu handeln, indem er sich nach Peking begebe. Große Scharen Boxer ziehen sich in der Umgebung von Peking zusammen. — Das Gebäude des Finanzministeriums wurde durch eine Feuersbrunst zerstört. London, 24. September. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai: Die Boxer schöpfen frischen Mut. Die fremdenfeindliche Stimmnng nimmt täglich zu. „Central News" melden ebendaher, daß Prinz Tsching in Ungnade gefallen ist und zur Strafe auf einen entlegenen Posten versetzt wurde. „Daily Expreß" berichtet aus Schanghai, Prinz Tu an ist zum Vorsitzenden des großen kaiserlichen Nates ernannt worden. Tung Fu-Siang wurde zum Generalissimus in Ersetzung Dung-Lus befördert. Er erklärte, Waldersee Widerstand leisten zu wollen. Li-Hung. Tschang ist der Ansicht, daß der Krieg unvermeidlich ist, da die Schuldigen niemals bestraft werden können. Petersburg, 24. September. Wie verlautet, einigten sich die Großmächte über folgende drei Punkte: 1. Züchtigung des Prinzen Tuan und der übrigen Anstifter der Unruhen. 2. Zahlung einer Entschädigungssumme. 3. Garantien für die Zukunft. Peking, 24. September. (Kabelmeldung der „Paris NouvelleS".) Die Eingeborenen von Schensi bestätigen die Nachricht von der Niedermetzelnng aller Missionare, die in den inneren Provinzen des Reiches geblieben waren. King-IiwKuan, ehemaliger chinesischer Gesandter in Washington, wurde ebenfalls getötet. Durch ein neues Edikt ist Prinz Tuan zum Militärgouverneur von Pekmg ernannt worden. Die Meldung, daß die deutsche Flotte A a n g t s e hinaufgeht, hat Liukunji veranlaßt, den Kanal Die Wirren in China. Das amerikanische Staatsdepartement veröffent- lM die au Deutschland, Rußland und China gerichteten Zroten, hinsichtlich der Stellungnahme der Bereinigten Staaten. Die Antwort an Deutschland besagt, die Bestrafung der Urheber der Gewaltthätigkeiten werde für wesentlich gehalten, um ihre Wiederholung zu verhindern. Man sei jedoch der Ansicht, daß keine Strafmaßregeln so wirksam wären, wie die Bestrafung durch kaiserliche Gewalt selbst, und es erscheine nur billig, daß man China Gelegenheit gebe, sich auf diese Weise zu rehabilitieren. Die amerikanische Regierung möchte die Bestrafung ihrem Wesen nach als eine Bedingung ansehen, die erst bei der schließlichen Regelung zu verhandeln wäre. — In der Antwort an China werden Li-Hung-Tschang und Prinz Tsching als Bevollmächtigte angenommen und bekannt gegeben, daß Conger autorisiert wird, mit ihnen in Verbindung zu treten. — Die Ant- h>ort an Rußland besagt, die Vereinigten Staaten hatten gegenwärtig nicht die Absicht, ihre Gesandtschaft «ns Peking fortzunehmen. Die Noten selbst sind kurz, wenn man die Wichtigkeit der Sache erwägt. Die Antwort »n Deutschland ist sorgfältig im Ausdruck, wie um die Absage zu mildern. dort versammelten Truppen der verbündeten Mächte ab. Bengalische Lanzenreiter stellten für den Feldmarschall und fein Gefolge Pferde und eskortierten ihn. Die Truppen marschierten (in folgender Reihenfolge vorbei: Deutsche, Franzosen und das aus Engländern, Franzosen, Amerikanern, Japanern und Deutschen zusammengesetzte Frei-- willigeukorps, hierauf die bengalischen Lanzenreiter und die indischen Truppen. Im ganzen waren an dem Vorbeimarsch ungefähr 5000 Mann beteiligt. Der Kaiser verlieh dem Grafen So d e n für die hervorragende tapfere Verteidigung der Gesandtschaft in Peking den Orden pour le merite, den Mannschaften das Militär- Ehrenzeichen erfter Klasse und dem Eroberer der Fahne das Militär-Verdienstkreuz. Die Verteidigung der Gesandschaft durch, eine Handvoll Deutscher, die nie ermüdende Wachsamkeit der Truppen und die wiederholten Ausfälle und Ba- jonett-Angriffe gegen einen 50fach überlegenen Feind stellen allerdings eine Verteidigung dar, die würdig ist, in den Annalen der deutschen Kriegsgeschichte aufbewahrt zu werden. Graf Soden ist der zweite Offizier, der nach Kor- vetten-Kapitän Lans den Orden pour le merite erhalten hat, und es ist interessant, daß in beiden Fällen diese hohe Auszeichnung verliehen wurde für Thaten, die nicht nur von hohem persönlichen Mute zeigten, sondern auch erhebliche militärische Erfolge waren. So wie das Verhalten des Kapitän Lans den Fall der Takuforts entschied, so rettete das des Grafen Soden die Mitglieder der Gesandtschaft und die deutsche Kolonie Pekings vor grausamer Ermordung. Ganz besonders freut es uns, daß auch die Soldaten neben ihrem Führer nicht leer ausgingen, und nichL vergessen worden ^sind. Die Verleihung des Militär-Ehrenzeichens erster Klasse an sämtliche Soldaten des Sodenschen Detachements ist eine Auszeichnung, deren nur wenige Soldaten in unfern frühern Kriegen teilhaftig geworden sind. Das dem Eroberer einer chinesischen Fahne verliehene Militär-Verdienstkreuz ist die höchste Auszeichnung, die bei Gemeinen und Unteroffizieren überhaupt in Frage kommt. Eine Streitmacht, bestehend aus 4000 Russen, 3000 Deutschen, 1000 Franzosen und einer österreichischen Seesoldatenabteilung begann am 20. d. M. bei Tagesanbruch den Angriff auf b ie Forts von Peitsang. Die Forts erwiderten das Feuer lebhaft. Die Beschießung wurde bis zum Mittag fortgesetzt, aber schon nach 10 Uhr vormittags hörte das Fenex von den Forts auf. Die Kommandeure der Verbündeten sandten mittags Mannschaften, um den Grund des Schweigens der Forts festzustellen. Man fand die Forts verlassen und nur vier tote Chinesen; mehr als 3000 Chinesen, die in den Forts gewesen waren, sind entkommen. Das Artilleriefeuer der Russen war sehr wirksam gewesen; die Forts waren stark beschädigt. Die Engländer und Italiener hallen den Kampfplatz nicht rechtzeitig erreicht. Der Verlust der Verbündeten bei der Einnahme der Forts wird auf 120 geschätzt, darunter 17 Deutsche. Die Chinesen entflohen auf Booten. Der frühere amerikanische Konsul Wildmann in New- York telegraphiert aus Tschifu, daß die Deutschen am 14. September bei Tsching kian g 150 chinesische Gefangene machten. Sie ließen dieselben in Reihen aufstellen und dann erschießen. Reuters Bureau meldet aus Peking vom 17. d. Mts.: Peitatschu wurde heute früh von englischen und amerikanischen Truppen genommen. Feldmarschall Graf Waldersee ist am 21. d. Mts. vormittags 10 Uhr in Wusung eingetroffen. Die im Hafen liegenden internationalen Schiffe gaben Salutschüsse ab. Bei der Ankunft des Grafen bildeten der Shanghai- Bund, französische Marinetruppen, französische Freiwillige, deutsche Infanterie, englische Freiwillige, japanische und indische Truppen Spalier. Der deutsche Gesandte Dr. Mumm von Schwarzenstein, der deutsche Generalkonsul, der englische Generalkonsul, sowie der französische und japanische Konsul fanden sich zur Begrüßung des Grafen ein. In Shanghai hielt am 22. September bei Herr- ' llchem Wetter Graf Waldersee eine Parade über die Aus Petersburg meldet man, daß auch Rußland auf dre deutsche Note eine im ganzen zu stimmende Antwort nach Berlin gesandt haben soll, in der es aller» au f die langwierigen Schwierigkeiten hinweist, die durch die Auslieferungsverhandlungen einer schnelleren Abwickelung der Dinge in den Weg gelegt würden.. Man rechne in Petersburg noch- auf einen lebhaften Meinungsaustausch in der Frage. Dalziels Bureau meldet aus Shanghai, Prinz Tsching habe Donnerstag an den Sohn Li-Hung-Tschangs telegraphiert, Friedensunterhandlungen seien unmöglich angesichts des deutschen und englischen " langens, die höchsten Persönlichkeiten im Reiche wie brecher zu bestrafen. unterhalb der Kiangyieforts zu blockieren Die Uns ich er heil in der Umgebung von Peking ist in der Zunahme begriffen, weshalb Requisitionen ' nur unter starker Truppenbedeckung möglich sind. In dem Shuntah-Distrikt fandenentsetzlicheChristen-Mas- s a c r e § statt. Li-Hun g-Tschang war anscheinend damit beschäftigt, 8000 von Ausländern gedrillte und gut bewaffnete Beteranen auszuheben. Sie lagerten bisher in Jangtschou und marschieren nun unter Tschankaoyung, der zurzeit der Besetzung von Kiautschou durch die Deutschen dort befehligte, nach Tientsin. Der französische Gesandte in Peking, Pichvn, hat folgendes Telegramm an die französische Regierung gesandt: Die Telegramme, welche Sie mir zuseichen, gehen mir langsam und mit großen Verspätungen zu. Die russischen Genietruppen sind mit der Wiederherstellung der Eisenbahn zwischen Peking und Tientsin beschäftigt. Ohne diese Bahn ist eine Zuführung von Proviant und Munition für m Peking weilenden Truppen äußerst schwierig. Drei m eJ3l.l. ei1ä9ftiHionare wurden in der Provinz detschill ermordet. Zwei italienische Bischöfe sollen ebenfalls tm nördlichen Teile der Provinz Schänsi er- ^o r d et worden sein. Ein italienischer Missionar, ein I^Zttsrscher Franziskaner und sieben europäische Priester solme mchrere protestantische Pfarrer wurden ebenfalls in derselben Provinz Opfer der Boxer Wie verlautet, Hat die Regierung der betreffenden Provinzen den Schul: dtgen die Köpfe ab schlagen lassen. Man meldet aus Peking vom 16. September mit« M: .Die deutsche'Gesandtschaft siedett wahrscheinlich von Pekmg nach Shanghai über. Die Chi- nesen erklären auf das bestimmteste, der Kaiser und die Kaiserin-Witwe würden keinesfalls wieder in ihr durch das Eindringen der „Barbaren" (entweihtes Pekinger Palais zurückkehren. Vielleicht würde Nanking die neue Residenz werden. — Nach einer. Kabelmeldung der „Paris-Nou- velles" lehnen der Kaiser und die Kaiserin es ab, sich von dem Prinzen Tuan und den übrigen Führern der Boxer loszusagen. Während die zwei ersten kaiserlichen Edikte sich in sehr scharfen Ausdrücken gegen die Boxer bewegten, verrät das jüngste vom 17. September datierte Edikt einen vollständigen Umschlag der Gesinnungen. Dasselbe lautet: „Die Boxer und die Christen legen sich kerne Rechenschaft vorr der Thatsache ab, daß sie alle beide unsere Unterthanen sind. Wir behandeln sie alle auf die- selbe Weise. Wenn die Christen zu ihren gewöhnlichen ^schäftigungen zurückkehren, werden sie von uns beschützt und haben nichts Mehr zu befürchten. Die Vizekönige und Gouverneure haben ihre Unterthanen anzuweisen, die Christen mit Güte zu behandeln und ihnen zu verstehen zu geben, daß dies unser kaiserlicher Wille ist. Wenn die Christen dies berstehen, so werden sie sich gut dabei befinden. Es ist unser Wunsch, daß sie jeden Argwohn fallen lassen und zu ihren früheren Beschäftigungen zurückkehren. Gar viele Boxer haben sich empört, man müsse aber einen Unterschied zwischen den Guten und den Schlechten machen. Die Beamten sollen die Boxer ausein- andertreiben und sie auffordern, nach Hause zurückzukehren. Wir treffen militärische Maßregeln von der größten Strenge gegen alle diejenigen Boxer, westhe sich weigern, auseinanderzugehen, und sich unserem Befehle nicht unterwerfen". Das deutsche Expeditionskorps unternahm am 17. ds. gemeinsam mit den Engländern, Amerikanern und Japanern eine große Razzia nach Boxern in nordwestlicher Richtung Von Peking. Die Engländer und Amerikaner marschierten am 16. d. M. nach Gunglishi-Tich-eng ab und besetzten die Linie bis Thydschungshan. Die Japaner marschierten nach dem sogenannten Wildpark und besetzten die Linie bis Shydshing. Die Deutschen marschierten am 16. d. Mt. nach Tientsin und beteiligten sich an dem gemeinj- famen Kesseltreiben. Es sollen sich in den dortigen ehemaligen fyefertigten Militärlagern und zahlreichen Tempeln viele Tausend Boxer eingenistet haben. General Groß von Schwarzhoff ist in Peking angekonnnen. Er kehrt Ende der Woche nach Tientsin; zurück. Ueber das Gefecht der deutschen Seesold aten mit den Chinesen bei Liangh-Shiang- sien liegen jetzt einige Berichte leutnant Rembe wurde ach 9. d. welche «die Annexion der beiden Republiken billigte, mit einer Majorität von drei Stimmen angenommen. Die holländische Partei machte eine überaus heftige Opposition. In Kopenhagen wird, wie dortige Blätter mit- teilen, die Buren - Deputation erwartet, um den Kronprinzen aufzufordern, Schiedsrichter zwischen Buren und Engländern zu sein. Die Buren halten in ihrem rührenden Optimismus den Kronprinzen als Bruder der Prinzessin von Wales und Verwandten des holländischen Königshauses für besonders qualifiziert, um als Schiedsrichter aufzutreten. * * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. . London, 24. September. Aus Pretoria wird gemeldet, die Engländer verfolgten mehrere Burenscharen, die die englischen Truppen bei ElandSriver angegriffen hatten. — Ein Telegramm aus Senekal berichtet, daß die Buren sich um Lindley konzentrieren. General Campbell steht in der Nähe von Bethlehem, wo sich Burenkommandos befinden. Lissabon, 24. September. Eine amtliche Depesche meldet, daß nach dem Kampfe bei Komatipoort 700 Buren die portugiesische Grenze überschritten. Von den portugiesischen Land- und Seetruppen, die in einer Entfernung von einem Kilometer dem Kampfe beiwohnten, wurden sie entwaffnet. Die Flüchtlinge wurden zum Teil auf portugiesischen Kriegsschiffen, die im Hafen von Lourenzo Marques liegen, zum Teil an sicheren Orten im Lande untergebracht. Sonst ist an der Grenze kein Zwischenfall weder mit den Buren noch mit den Engländern vorgekommen. Letztere stellten die Verfolgung an der Grenze ein, da alle portugiesischen Truppen sich an der Grenze befinden. Seesoldaten sind ausgeschickt, um die Polizei in Lourenzo Marquez bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu unterstützen. Rom, 24. September. König Victor Emanuel sandte ein Telegramm an die Königin Victoria, in der er sie dazu beglückwünscht, daß der südafrikanische Krieg beendet sei. Ein ähnliches Telegramm wurde an Lord Roberts gesandt. Pretoria, 24. September. Lord Roberts hat eine neue Proklamation erlassen, worin er den Burghern verspricht, daß sie, wenn sie sich freiwillig unterwerfen, nicht exportiert werden, sondern in Zeltlagern von Pretoria und Bloemfpntein untergebracht werden würden. Diejenigen, welche Viehherden besitzen, können diese unter die Obhut aller Personen stellen, die sie selbst bezeichnen. Deutsches Reich. Berlin, 23. September. Der Kaiser verließ nach der Denkmalsenthüllung Tilsit, von wo er gestern nach^ mittag um 4 Uhr nach Ryminten weiter reiste. Er traf dort abends 7 Uhr ein. — Die Kaiserin nahm gestern vormittag in dem Dorfe Luenchen an der Einweihung eines Schwesternhauses teil. .Um halb 11 Uhr traf die Kaiserin in Elbing wieder ein und reiste bald darauf nach Berlin ab, wo sie halb 8 Uhr abends eintraf. — Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht eine Kabinettsordre, wodurch bestimmt wird, daß die Offiziere des Hus. - Regts. 9to. 7, bei dem Prinz Hei nrich von Hessen a la suite stand, fünf Tage Trauer anzulegen haben. — Eine parlamentarische Korrespondenz schreibt: „Die „M. N. N." haben gemeldet, daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe augenblicklich von Krankheitsanfällen heimgesucht sei. Diese Darlegung wird uns als unzutreffend bezeichnet. Auf der anderen Seite wird uns aber die Absicht des Reichskanzlers, nochmals Berlin zu verlassen, bestätigt und dabei ein späterer Termin, als vor einiger Zeit, etwa Mitte Oktober, angegeben." — In Berliner Finanzkreisen verlautet nach der „Rhein.-Wests. Ztg.", daß noch bis zum Schluß des Jahres eine abermalige Anleihe von 100 bis 120 Millionen Mark erfolgen werde, aber nicht in Amerika, sondern in Deutschland selbst. Die Verhandlungen hierüber mit deutschen Banken sollen bereits eingeleitet sein, doch würde in Deutschland aus naheliegenden Gründen nichcm Delegiertentag bringen. Kraus müll er-Homberg ist für bessere und praktischere Einteilung bei Erhebung der Sterbekassebeiträge, trumit dies bei dem Handwerker auf dem Lande nicht so schwer falle. Gewerbeschulinspektor Meyer giebt einen Bericht über das gewerbliche Unterrichtswesen, aus dem hervorgeht, daß die Resultate der Ill^Sonntagsschulen im Großen gute seien, aber noch bedeutend zu heben seien. Der unregelmäßige Schulbesuch sei ein Hauptfehler; man werde helfen können durch genaue Befolgung des Lehrplanes und ein zweckmäßiges Lehrverfahren. Auch sei mehr wie zweimalige Schüler-Aufnahme im Jahre sehr nachteilig. Auch sei eine gründlichere Ausbidung der Lehrkräfte und dementsprechend der bessere Besuch der Lehrerkurse zu empfehlen. Auch sei die Besetzung der Lehrstellen für den Fachunterricht durch geeignete Lehrkräfte, sowie Verbesserung und Vervollständigung der Unterrichtsmittel anzustreben. Es seien nur Schulen zu gründen, welche Aussicht auf Dauer haben. Nach längerer Diskussion wird als Ort der nächsten Hauptversammlung in Oberhessen, nach eingehender Em- Empfehlung des Herrn Alt, Lich gewählt. Nidda hatte zurückgezogen. Auf Friedberg fielen ca. 10 Stimmen. Der Vorsitzende macht noch darauf aufmerksam, daß eine nachgesuchte Verlängerung der Verleihungsfrist von Büchern nicht angängig sei und stellt die Fertigstellung der veränderten Satzungen in baldige Aussicht. Vereine, welche diesbezügltche Wünsche haben, sollen sich melden. Er schließt die Versammlung, nachdem Jochem nochmals den Gästen und Kullmann-Alzey Herrn Jochem für seine Mühe i und Arbeit gedankt. I Obsternte zu Wiurrerod. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr bei der Zügelhülte. Winnerod. L. Steivman». Am Mittwoch dem 26. ds. Mts., nachmittags von 1 Uhr ab, wird das Vmiiittelungsstclle fiir ihi An- und Verkauf vau Zuchtvieh der Vogelsberger und Kimmenthaler Dindoiehrasseu. (Geschäftsstelle des laudw. Vereins für die Provinz Ober- Hessen in Alsfeld.) üfrhbndltilW ÄLi1 Provinz gezüchteten Raffen können fort- gJUUUllUHlUl während von uns nachgewiesen werden. Anmeldungen zur Eintragung m die Listen werden fortgesetzt entgegen ae- «r«- .Anmeldekarten stehen gratis zur Verfügung 9 Die Vermittelung ist unentgeltlich. 6283 anfangend, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Die Zusammenkunft ist bei der Kirche. Annerod, 21. September 1900. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Brauerei-Ausschank Giessener Brauhaus. Heute, Dienstag abend: Has im Topf. Versteigerung Montag den 1. Oktober l. IS., ^?ch^i"agS 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 1 Pferd, 1 Pianino, 1 Schreibsekretär, 1 russisches Billard, 1 Drehbank, Sofas, Kommoden, Kleiderschränke, 1 Faß Ocker rc. Gießen, den 20. September 1900. 6191___________Mulch, Pfandmeister. Mittwoch dkn 26. Itptbr. l. Ig., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale Möbel aller Arten und 2 schwere Zugpferde ver- teigert. 62dQ Geißler, Gerichtsvollzieher. 12 bis 16 Ekatlltt Wetschkn, sowie schöne Birnen (Zwergobst) werden noch abgegeben. 6294 .Wilhelmstraße 2. zu verkaufen. 03986 LlvllsUM_________Ederstraße 19. Drei Bäume saftige Honigbirnen Obstversteigerung bei der Stadt Lich. Mittwoch den 26. September, nachmittags 1 Uhr beginnend, soll das städtische Obst, bestehend in einer großen Quantität Aepfeln (hierunter vorzügliches, Tafelobst) guten Birnen und Zwetschen meistbietend versteigert werden. ZusammenkunftaufderStraße Lich-Hatlenrod, am Wald. ___________Heller._______6251 Versteigere Donnerstag den 27. d. MtS. das Erträgnis der Todes-Anzeige *1 Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft mein lieber Gatte, unser guter Vater und Grossvater Herr Balthasar Martin Strauch Bauunternehmer von 58 Jahren. Alter wir i Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannette Strauch, geb. Ganss Giessen, den 24. September 1900. 6292 7S.de Mts., nachmittags 3Vr Uhr, von den Neuen Kliniken aus statt. Die Beerdigung findet Mittwoch den 26. d. Giessen, den 23. September 1900. 03983 LLin schön möbl. Zimmer zu vermieten. ™ 6273 Neustadt 55 II, Vorderhs. Giessener S tadttheater Weitere Frau sucht kleines Logis mit Wasserleitung. Dammstraße 29, III. Meine Mansardenwohnung per 15. Ok- p» tober zu Perm. 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