Nr 224 Erstes Blatt. Dienstag den 25 September 15V. Jahrgang LAOG Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Mezugspreis vierteljähri. AN. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Vringcrlohn; durch die Abholestellen vicrteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahrs, mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamlltenVtLtter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blatter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Amts« und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Uatbskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Wil. Bekanntmachung. Die LebensversicherungS- und Ersparnisbank in Stuttgart hat seit einigen Jahren mit dem landwirtschaftlichen Verein von Oberhessen einen Vertrag geschlossen, wonach den Vereinsmitgliedern bei Eingehung einer Lebensversicherung die- Vorteile zufallen, daß sie 4 pro Mille der Versicherungssumme als einmalige Vergütung erhalten und bei einer Versicherungssumme von mindestens 3000 Mk. keine Kosten ‘ für Ausfertigung der Police außer Stempelkosten haben. Daran anschließend nehme ich Veranlassung, den Vereins- Mitgliedern den Abschluß von Lebensversicherungen überhaupt, und mit der genannten Versicherungsgesellschaft insbesondere warm zu empfehlen. Die Lebensversicherung hat in den letzten Jahrzehnten außerordentlich an Umfang gewonnen, und ist gerade für den Landwirt von besonderer Bedeutung. Sie ist ein Mittel, beim Erbgang eine Belastung des Grundbesitzes mit Schulden zu verhüten, bestehende Schulden zu tilgen, den Bestand der Wirtschaft zu sichern und der Familie zu erhalten, und sie gestattet in dem Falle der sogen, abgekürzten Versicherung dem alternden Landwirt, den Besitz an Kinder zu übergeben, sich auf Einsitz und Auszug zurückzuziehen, ohne auf weitere Beihilfe seiner Kinder angewiesen zu sein. Bei dieser abgekürzten Versicherung wird die Versicherungssumme entweder beim Todesfall oder bei Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausgezahlt. Um möglichst billige Prämien zu erlangen, ist ein frühzeitiger Versicherungsabschluß, schon in jungen Jahren nötig. In jedem Falle begründet die Versicherung einen wohl- Ihätigen Sparzwang, und die Police kann als Wertpapier in einem gewissen Maße beliehen und so für den Kredit des Landwirts nutzbar gemacht werden. Die Stuttgarter LebensversicherungS- und Ersparnisbank nimmt unter den zahlreichen Versicherungsgesellschaften, Ähnlich wie die Gothaer Lebensversicherungs-Gesellschaft, eine hervorragende Stelle ein; sie hat einen Versicherungsstand am Schlüsse des Jahres 1899 von 577 Mill. Mk. und verteilt in 1900: 38 Prozent Dividende. Ihre Bedingungen sind sehr günstig. Die Dividende kommt bei der Prämie nach 5 Jahren im vollen Betrag, und bei Zusatzprämien der abgekürzten Versicherung zur Hälfte in Anrechnung, die Versicherung bleibt auch für die Kriegsgefahr bei den Wehrpflichtigen ohne weiteres in Kraft, (auch für Offiziere des Beurlaubtenstandes). Die Kündigungsverhältnisse, und die Folgen der Zahlungssäumnis bei den Prämien sind in sehr entgegenkommender Weise geregelt, sodaß ein gänzlicher Verlust der eingezahlten Summe nie eintritt; ebenso die Bestimmungen bei Selbstmord und Zweikampf. Die Police wird je nach Höhe ihres Kündigungswertes von der Gesellschaft beliehen. Ich würde mich freuen, wenn der Zweck dieser Zeilen, manchen Landwirt unseres Bezirkes zur Eingehung einer Lebensversicherung anzuregen, erreicht würde. Gießen, den 19. September 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. ___v. Bechtold.__________________ Bekanntmachung. Betr.: Die Neugestaltung des Kastenwesens. Au die Großh. Bürgermeistereien des Distriktseiuuehmereibezirks Treis a. d. Lda. Wir ersuchen Sie ergebenst, in Ihren Gemeinden baldgefälligst bekannt machen zu lassen, daß die Distrikts- einnehmerei Treis vom 1. Oktober d. Js. ab aufgehoben wird. Zahlungen können nur noch bis 26. d. Mts., mit dcm Beginn der Ueberlieferung, an dieselbe geleistet werden. Die etwa rückständigen Steuern müssen daher von diesem Tage ab an die Großherzogl. Distriktseinnehmereien Gießen II und Grünberg resp. an deren Untererheber ab- geführt werden, während die rückständigen indirekten Auflagen (Hundesteuer, Polizeistrasen, Forst- und Feldstrafen) nur von Großh. Distriktseinnehmerei Gießen II in Empfang genommen werden. Die übrigen Zahlungen (Zinsen, Renten rc.) find an die auzufordernde Behörde zu bezahlen. Gießen, den 21. September 1900. Großherzogliche Distriktseinnehmerei Treis. Dieter. Tilsit. Tilsit — der Name erweckt die Erinnerung an eine schwere Zeit. Tilsit — das bedeutete den Zusammenbruch des Staates Friedrichs des Großen, die Vernichtung. Der Hochmut und die Willkür des Korsen hat hier die Besiegten schonungslos gedemütigt. Aber — wundersam sind die Wege der Geschichte: gerade die Demütigung von Tilsit sollte den Gedemütigten zu einem Ruhmestitel werden. Aus der Nacht der TilMer Tage strahlt Luisens Sterne in einem hellen, fleckenlosen Glanze. Nie war Preußens Königin als Fürstin unMrls Frau so groß, als in jenen Unglückstagen, Ä.a sie dMtGewaltherrn gegenübertrat. Als das Unglück 18w über Preußen hereinbrach und die königliche Familie zur Flucht nach unserer äußersten Nordostmark nötigte, war Königsberg die erste Stadt, wo die vor dem Korsen fliehende königliche Familie ein paar Wochen ausruhen konnte. Zu allem Unglück gesellte sich noch der Typhus, und auch die Königin Luise wurde von ihm befallen. Ihr Arzt, Hufeland, schreibt darüber: „Endlich, ergriff der Typhus auch unsere Königin, an der alle Herzen und auch unser Trost hing, und /nie werde ich die Nacht des 22. Dezember 1806 vergessen, wo sie in Todesgefahr lag. Aber es fing an sich zu bessern." Plötzlich kam die Nachricht, daß die Franzosen heranrücken. Und so wurde ^die Königin am 3. Januar 1807 bei heftiger Kälte, bei fürchterlichem Sturm in den Wagen getragen und zwanzig Meilen weiter über die Kurischß Nehrung nach Memel transportiert. Nachdem die vereinigten Russen und Preußen bei Pr.-Eylau und später die Russen am 14. Juni 1807 bei Friedland geschlagen waren, mußte sich Friedrich Wilhelm III. entschließen, mit Napoleon zu unterhandeln. Am 5. Dezember 1806 hatte die Königin Luise in ihr Tagebuch die Goethe'schen Verse geschrieben: „Wer nie sein Brot mi? Thränen aß. Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß. Der kennt Euch, nicht, ihr himmlischen Mächte. Ihr führt ins Leben uns hinein. Und läßt den Armen schuldig werden; Dann überlaßt ihr ihn der Pein, Denn alle Schuld rächt sich auf Erden!." Zehn Tage nach der Schlacht bei Friedland schrieb die Königin an ihren Vater nach Strelitz: „Aufs neue ist ein ungeheures Unglück über uns gekommen, und wir stehen auf dem Punkte, das Königreich zu verlassen.....Mein Glaube kann nicht wanken, nur zu hoffen wag ich, nicht mehr. Auf dem Weg des Rechts leben und sterben, wenn es sein muß, Brod und Salz essen, nie werde ich, ganz unglücklich sein. Nur zu hoffen wag ich nicht. Wer so von seinen Himmeln heruntergestürzt ist, kann nicht mehr hoffen. Kommt das Unglück — es wird mich auf Augenblicke in Verwunderung setzen, aber beugen kann es mich, nicht, so lange es nicht verdient ist. Nur Unrecht unsererseits wird mich zu Grabe bringen. Da 'komme ich, aber nicht hin . . Nie wird etwas von unserer Seite geschehen, was nicht mit der strengsten Ehre verträglich ist." Am Nachchittag des 4. Juli war's, als die Königin im Dorfe Piktupönen bei Tilsit ankam; im Hause des Geistlichen fand sie eine recht gute Wohnung. Gleich nach ihrer.Ankunft kam Hardenberg, die Königin für ihre schwere Mission zu instruieren. Der springende Punkt dieser Instruktion war Magdeburg. Magdeburg als den Hauptstützpunkt der Elblinie dem arg verstümmelten Preußen zu erhalten, daran sollte Luise alles setzen. Am Asbend kam der König aus Tilsit, und die tiefgebeugten Ehegatten konnten die Aussichten des Versuches erörtern. Am nächsten Tage erschien Napoleons Oberstallmeister Caulineourt in dcm Dorfe, um die Königin namens seines Gebieters zu begrüßen und ihr zu melden, Napoleon werde ihr seinen Besuch abstatten, sobald sie sich in dem neutral erklärten Tilsit befinde. Es war klug, mit der Fahrt nach Tilsit nicht zu s ehr zu eilen; man setzte sie aus den nächsten Tag fest. Nack),mittags 4 Uhr fuhr Napoleons achtspänniger Staatswagen donnernd vor dem schlichten Pfarrhause von Piktupönen vor, und unter der Eskorte französischer Garde- Dragoner fuhr Königin Luise der Schicksalsstunde entgegen. Ihre treue Voß, die Oberhofmeisterin, und die Gräfin) Tauentzien begleiteten sie. Am 6. Juli fand in einem Hause der Deutschen Straße zu Tilsit die denkwürdige Zusammenkunft zwischen der Königin Luise und Napoleon statt. Welche Gegensätze, die sich da in Tilsit trafen! Altfürstliches Blut und kaiserlicher Emporkömmling, weibliche Hoheit und brutaler Wille, die verzweifelnde Besiegte und die „Jncarnation des Erfolgs". Luise war trotz ihrer Leiden damals noch im vollen Besitz ihrer Schönheit; ein Kleid von. weißem dünnen Stoffe, das am Saume mit Silber gestickt war, und das Diadem auf ihrem Haupte ließen die ganze Hoheit ihrer Erscheinung voll zur Geltung kommen. Napoleon war damals nichp mehr der hagere bleiche Offizier, der noch vor zehn Jahren in unbefriedigtem Ehrgeize das Pflaster von Paris getreten hatte; er war dick, braun und häßlich geworden, nur Mund und Zähne waren in dem harten Antlitz schön. Das waren die beiden, die sich, dort an dem Sommernachmittage zu Tilsit trafen; nur der geschmeidige, falsche Talleyrand, le diabie boiteux, war Zeuge ihres Gespräches. Auf St. Helena — ungeheure Wendung des Schicksals! — hat Napoleon, später geäußert: „Sie blieb trotz meiner Gewandtheit und trotz aller meiner Mühe Herrin der Unterhaltung, und dies mit so großer Schicklichkeit, daß es nicht möglich! war, • darüber unwillig zu werden." Er versuchte dem Gespräche einen leichten Ton zu geben, indem er von ihrer Toilette zu sprechen begann; aber Luise antwortete: „Sollen wir in einem solchen Momente von so unbedeutenden Sachen sprechen?" Da brüskierte sie der Kaiser mit der plötzlichen Frage: „Wie konnten Sie nur Krieg mit mir anfangen?" Mer würdevoll versetzte die Königin: „Sire, dem Ruhme Friedrichs war es erlaubt, uns über unsere Kräfte zu täuschen, wenn anders wir uns getäuscht haben." Napoleon war überrascht; die Wahrheit und Hobeit dieser Frau machte Eindruck auf ihn, und als sie die Sache vorbrachte, die ihr auf der Seele lag, als sie das große Wort „Magdeburg" nannte, soll er geantwortet haben: „Ich werde daran denken!" Jedenfalls durfte Luise den Verlauf dieser Viertelstunde als nicht ungünstig ansehen. Mer, einmal ihrem Banne entrückt, ward Napoleon gleich- wieder er selbst. Auf dem Heimwege schon soll ihn Talleyrand bearbeitet und gefragt haben, ob er um einer schönen Frau willen seine größte Eroberung nicht gehörig ausnntzen wolle; und Napoleon war brutal und nüchtern der Ansicht, daß „Magdeburg hundert Königinnen wert sei." Mer warum sollte er zu der schönen und interessanten Frau nicht liebenswürdig sein? Er war es nach Kräften bei do nnPrunkmahle, das sich anschloß. Freilich, so oft sie auf ihr großes Anliegen kam, wich er aus. Aber Luise ließ nicht ab. Im Scherze wie im Ernste vertrat sie ihre Sache. Als der Kaiser, der sehr guter Laune schien, sich nach dem Essen mit ihr unterhielt und ihr eine Rose anbot, nahm sie die Rose mit den Worten: „Zum mindesten mit Magdeburg." „Ich! muß Ew. Majestät bemerken, daß an mir ist, zu bieten, an Ew. Majestät anzunehmen oder abzuweisen", versetzte Napoleon scharf. Da lehnte Luise die Rose ab. Trotzdem war sie, als sie nack)ts nach' Piktupönen zurückfuhr, ziemlich guten Mutes; fte1 war mit dem bisherigen Gange der Dinge nicht unzufrieden und glaubte auf Erfolg rechnen zu dürfen. Schwere Enttäuschung! Als die Verhandlungen am nächsten Tage fortbesetzt werden, fuhr Napoleon den preußischen Bevollmächtigten Grafen Goltz mit den Worten an, alles, was >er cher Königin gesagt, seien jnur höfliche Phrasen gewesen, die ihn zu nichts verpflichteten. Umsonst also alle Bitten, umsonst die Demütigung! So konnte Luise nur mit tiefstem Widerwillen nochmals nach Tilsit zurückkehren . Zweimal fuhr Napoleon an ihrem Hause vorüber, ohne sie zu befinden; er wollte ihr wohl zu verstehen geben, daß sie nichts zu hoffen habe. Kein Wunder, daß bei der Mendtafel, zu der der Kaiser die Königin eingeladen hatte, die peinlichste Stimmung herrschte. Napoleon, so erzählt die Gräfin Voß, sah verlegen und zugleich tückisch und boshaft aus, die Konversation war allgemein sehr gezwungen und einsilbig, und Luise machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. Sie bedauere, sagte sie zu ihm, daß er sie scheiden sehe, ohne daß sie in dem Helden auch den großmütigen Sieger ehren könne. UnS ihr Mschiedswort an ihn war: „Ich! bin grausam enttäuscht worden!" Ja, grausam enttäuscht! Nie hat Luise diese Stunden vergessen. Sie reiste trostlos nach Memel zurück. Der Friede ward geschlossen, alle Schwach der Mederlage ausgekostet. Sie aber war Siegerin. Die Würde und Hoheit eines edlen Frauenherzens hatte den sittlichen Triumph davongetragen über die Uebermacht, über den allmächtigen Mann der Zeit. Sie hatte sich keinen Augenblick verloren. Darum durfte sie Heinrich von Kleist mit Recht feiern als die, . ... Die aus dem Kampf empörter Zeit t Die einz' ge Siegerin hervorgegangen. * * • Neben der Schloß müh le in Tilsit, an einem einfachen Hause, in dem damals Friedrich Wilhelm III. mit seiner Gemahlin wohnte, befindet sich jetzt eine Tafel mit der Inschrift: „Im Juni 1807 hat hier das preußische Königspaar residiert." Unweit davon schauen die waldbekränzten Uferhöhen in die Straßen der schön am breiten Memel- ström gelegenen Geburtsstadt Sck)eren Dank der Frauen verdienen werbe. Sehr lebhaft platzten )ie entgegengesetzten Anschauungen auseinander bei der Erörterung ber Beteiligung an ben LanbtagSwahlen, wobei auch bie WahlbünbniSfrage wieder zur Sprache kam. Für eines der wichtigsten Verbrauchsmittel der Bevölkerung, die Kohle, sind die Preise ganz erheblich gestiegen, sodaß namentlich bie Jnbustrie darunter leidet, während freilich der Familienvater auch für den Winter erheblich tiefer in ben Beutel wirb greifen müssen. In ber Presse wird jetzt viel über biefe Kohlennot gesprochen unb nach ben Ursachen geforscht; baß die Preissteigerung künstlich ist, wird in weitesten Kreisen angenommen. Kein gßunber, wenn deswegen wieder ber alte Vorschlag auf» taucht, bie Kohlenproduktion zu verstaatlichen. Der Reichstag ist immer noch nicht zusammen berufen. Die Aeußerungen tiefer Mißstimmung werden immer allgemeiner, immer lauter wird ber Ruf : Wir leben in einem konstitutionellen Staate! Die Reichsregierung aber jlt Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Markus Bauer, Giessen, Kirchenplatz 11. »e# Kinzenbach, 23. September. Tie Mitglieder des hier bestehenden landwirtschaftlichen Kasinos, hielten heute eine Versammlung wegen gemeinsamen Bezuges von Düngemitteln ab. Mehrere neue Mitglieder traten dem Kasino bei. In diesen Tagen wurde von einem Händler Hierselbst die ersten Zwischen, der Centner zrr 2.60 Mk., angekauft. Bei dem reichen Ertrag, den gerade die Zwetsche liefert, wird sich der Preis wohl kaum auf solcher Höhe halten. am Friedberger Gymnasium einen Vertreter zu der Feier entsandt. Nachdem in geselligem Beisammensein der Nachmittag vergangen war, traten die Teilnehmer den Rückweg nach Gießen an. Wie allgemein bei ihm üblich so wird auch dieses Jahr zum Stiftungsfeste der Verein nächsten Mittwoch ein großes Wettschreiben abhalten. k- Hohes Alter! Uebermorgen, den 26. I. M vollendet der Lehrer i. P. Prätorius hier, zuletzt in dem nahen Steinbach aktiv, sein 9 0. Lebensjahr in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit. ** Unsere jüdischen Mitbürger begehen in diesen Tagen ihr 5661. Neujahrsfest. ** Der Aufsatz über Hermann Schillers Weltgeschichte in unserer Sonntags-Nummer ist durch ein paar Druckfehler entstellt: Es muß heißen Spalte 1 .geile 11 von unten statt wichtigen: richtigen, Sp. 3 Z. 9 von unten statt geleistete», gewaltige» Arbeit: geleistete gewaltige Arbeit, SP. 4 Z. 12 von oben statt andere: erstere, Sp. 6 Z. 1 von oben statt Steppen: Etappen, Sp. 6 Z. 4 von oben statt Brücke: Lücke. " will nichts von einer früheren Einberufung als im November wissen. Ebensowenig entgegenkommend den Wünschen der Bevölkerung zeigt sich auch die Regierung von Oesterreich- Ungarn. „Noch einmal," droht sie, „machen wir den Versuch mit einer Neuwahl, dann" — ja, was dann? Das sagt sie nicht, weiß auch wohl selbst nicht, was dann eigentlich werden soll. Denn nachdem den Wenzelssöhnen einmal so viele Konzessionen von der Regierung gemacht worden sind, läßt sich ihre Begehrlichkeit nicht wieder aus der Welt schaffen. In China treffen nach und nach die Regimenter ein, die das Deutsche Reich für dort mobil gemacht hat. Die Seebataillone, die den Reigen eröffneten, haben bereits eine größere Operation hinter sich; auf einem Zuge südwestwärts von Peking aus haben sie nämlich einen Sitz der Boxer, den Ort Liang zerstört, wobei während eines Straßenkampfes gegen 500 Boxer und chinesische Soldaten ihr Leben ließen. Die Russen sind hauptsächlich bei dem Kampfe gegen die Forts von Peitang in der Nähe von Taku beteiligt. Die Verbündeten haben diese Forts seiner- $tit, als sie auf Peking losgingen, vorläufig in der Hand der Chinesen gelassen, scheinen dies aber auf die Dauer bedenklich zu finden; daher die jetzigen Kämpfe. Rußland hat begonnen, seine Truppen von Peking zurückzuziehen, soll aber neuerdings doch entschlossen sein, wenigstens eine kleine Abteilung dort zu lassen. Frankreich richtet sich in dieser Frage ganz nach seinem großen Verbündeten. Die militärischen Expeditionen sind noch nicht zu Ende, und noch viel weniger ist Friede geschlossen. Die Engländer glauben, daß der Burenkrieg bald zu Ende sein wird. Lord Roberts soll schon anfangs Oktober nach England zurückkehren und die noch etwa nötigen militärischen Maßregeln in den annektierten Republiken dem General Baden-Powell allein überlassen wollen. Dieser hätte gegen die Guerillabanden der Buren nicht mehr gemäß Kriegsbrauch, sondern als Polizei nach gemeinem Recht vor- rugehen und die kämpfenden Buren nicht mehr als Soldaten, sondern als Verbrecher zu behandeln. Das ist es, was die letzte Proklamation des Lord Roberts den Buren androht. Inzwischen manöverieren die an Zahl den Buren ganz ungeheuer überlegenen englischen Truppen das letzte reguläre Kommando allmählich aus Transvaal heraus und zwar längs der Delagoabahn, an der an verschiedenen Punkten gekämpft wird. Schon sind zahlreiche flüchtige Buren auf dem Gebiete der anstoßenden portugiesischen Kolonie eingetroffen und werden dort nach Kräften beherbergt und verpflegt. Da Portugal besorgt, der Kampf könne sich auf fein Gebiet hinüberspielen, hat es eine größere Anzahl Truppen au die Grenze beordert, um diese zu schützen. Präsident Krüger befindet sich nach wie vor unter dem Schutze des Gouverneurs in Lourenzo Marques, d. h. in Host, doch hat die Regierung in Lissabon dem Gouverneur aufgetragen, der Abreise Krügers kein Hindernis in den Weg zu legen. Anfangs wollte Ohm Paul den deutschen Ostaßclkadampser Herzog benutzen, nahm aber dann gern i oen Vorschlag der niederländischen Regierung an, an Bord । beS Krlgsschiffes Gelderland die Reise nach Europa zu machen. Krüger fühlt sich jedenfalls auf diesem Kriegsschiffe sicherer, als auf einem Handelsdampfer. Krüger soll in den Tagen seiner Einschließung in Lourenzo Marques einen eigenartigen Einfall gehabt haben, er soll an Pap st Leo XIII. ein längeres Telegramm gerichtet haben, worin er die Sache der Buren verloren gibt und dem Papste für seine Sympathie dankt. Es soll darin heißen: „Gott hat es gefallen, unsere Nation von ihren Feinden überwältigen zu lassen. Die Buren sind keinesfalls besiegt noch gedemütigt. Die patriotische Begeisterung, die meine Söhne auf so vielen Schlachtfeldern aufrechtgehalten hat, I wird niemals erlöschen. Ich ziehe mich für den Augenblick vom Kampfe zurück, denn ich bin alt und krank, aber ich setze mein Vertrauen immer noch auf die Barmherzigkeit | Gottes. Gestatten Sie, heiliger Vater, Ihnen meine Dankbarkeit für die Sympathie, die Sie uns immer bewiesen I haben, auszudrücken. Ich bin sicher, daß Ihre Bitten sich ont den unserigen vereinen werden für den schließlichen Triumph meines armen Volkes." In England höhnt man über dies Telegramm, weil Krüger und sein System den Katholiken in Transvaal keine Stätte gewährt hätten. Die I Sondergesandtschaft der Buren, welche augenblicklich in Amsterdam weilt, hat einen Aufruf an die Völker erlassen- w Vaterlande beizustehen gegen die von England I ESJXÄ"9 eines freien Volkes. Dieser letzte ver- sckmerck'ck^^ ist überall gehört, aber mit jenem I tCTintni«n”,,!tn.bin ausgenommen worden, das die Er fenntms der Unmöglichkeit, zu h-lsen, gewährt. ©icfien, den 24. September 1900 ' «nm Kloppenheimer Mord gehen uns von der fflrnfif, Staatsanwaltschaft hier folgende Mitteilungen w- Hm 19. Huguft wurde im Wäldchen bei Kloppenheim die in Verwesung übergegangene Lerche eines Unbekannten ae suuden. Die Leiche war aller Wertobjekte sowie der Schube und Beinkleider beraubt, der Schädel völlig zertrümmert Ein neben der Leiche gefundenes blutiges „W." gezeichnetes Taschentuch, in das ein fußgroßer Chausfeestein gewickelt war, hat offenbar als Mordwaffe gedient. Es ist ermittelt worden, daß der Erschlagene identisch ist mit bcm Taglöhner (früher Schuhmacher) Heinrich Möller geboren am 29. März 1852 zu Sontra. Möller hatte in oen letzten Monaten bei W. Schlocker in Hattersheim bei Dachst a. M. gearbeitet, war am 13. August um 2 Uhr dort mit der Bahn allein weggefahren und ist Ak>end in Frankfurt a. M. ohne Begleitung in Sanbftraä^Qo1168 Spezereihändlers Walter, Friedberger- 1 aße 133, gewesen, bei dem er einiges kaufte und I mehrere Goldstücke sehen ließ. Vorher war er ebenfalls I allein bei einer Verwandten, der er erzählte, er wolle in Die Heimat und seiner verstorbenen Frau einen Grabstein setzen lassen. Noch vor 9 Uhr abends scheint er dann in | der „Herberge zur Heimat" (Alte Mainzergasse 30) ein- I gekehrt zu fein, in der er die Nacht über und zwar in Zimmer Nr. 5 logierte. Am Morgen des 14. August wurde er um 9 Uhr etwa auf der Friedberger-Landstraße in der Richtung nach Vilbel zu marschierend gesehen. In seiner Begleitung befand sich ein Unbekannter, von dem die Zeugen nur sagen können, daß er größer als Möller und in den zwanziger Jahren gewesen sei, braunen Hut und I hellbraunes Jaquet getragen habe. Am Nachmittag wurde denn Möller in Begleitung von zwei jüngeren Personen im I Dortelweiler Chausseehaus beobachtet. Die drei tranken Schnaps zusammen. Namentlich Möller sollte noch mehr I bezahlen, verweigerte es jedoch mit dem Hinweis, I daß er fein Goldstück nicht mehr „naß" mache. Die I drei gingen dann die Straße nach Kloppeuheim zu I weiter, rasteten unter einem Apfelbaum und scheinen sich | dann nach dem rechts von der Chaussee vor I Kloppeuheim gelegenen Wäldchen begeben zu haben. Dort I ist Möller offenbar von seinen beiden Begleitern nieder- I geschlagen und beraubt worden. Die beiden Thäter I gingen dann auf getrennten Wegen vom Thatort weg und trafen am Ortsausgang von Kloppeuheim nach dem Bahnhof Groß-Karben zu wieder zusammen, was von I Zeugen beobachtet wurde. Von dort an fehlt jede Spur. I Es ist möglich, daß die Thäter nach Friedberg weiter oder I über Petterweil nach Homberg v. d. H. oder in der Richtung I nach Hanau bezw. nach Frankfurt zurück marschiert sind. I Die als Thäter in Betracht kommenden Begleiter Möllers I werden wie folgt geschildert: der Aeltere ca. 25 Jahre alt; I etwa 1,65—1,70 Mr. groß, gesetzte Statur; volles, rundes I aber blasses Gesicht; dunkle Haare; dunkeler Schnurrbart; I an den Augen das Weiße auffallend sichtbar; dunkelgrauer | Rock; ebensolche Mütze oder Hut; trug ein Päckchen. Der I Jüngere: ca. 18 Jahre alt, etwa 1,60 Mir. groß, schmale I Statur; brauner Rock; brauner Hut. Beide hatten stechen I GesichtSarrsdruck und machten arbeitsscheuen Eindruck; nament- | lich der ältere soll ein richtiger „Stromer" sein. Möller I selbst war 1,55 Witz, groß, hatte blonden Schnurrbart, I dunkelblonde Haare, graue Augen, etwas jüngeres Aussehen ■ I und trug, als er von Hattersheim wegging, helle Hosen • (hell und dunkelgrau gestreift), neue rindslederne Schuhe, i I neues rot und weiß karriertcS Hemd, blauweiß tarrierten j I Arbeitskittel, dunkelblau und weiß farrierte Weste, darüber I dunkelgraue Tuchjacke, schwarzer Filzhut, trug ein schwarzes I Packet an einem Strick um die Schulter; er war dem | Trünke nnb der Vagabondage ergeben. Eine Photo- I graphie des Möller konnte man bis jetzt nicht erlangen, | wäre aber für die Untersuchung von großer Be- I beutung. Wegen der sonst am Thatort Vorgefundenen, | sowie der dem Möller geraubten Gegenstände können alle I Polizeibehörden auf Grund der Ausschreiben in den Fahndungs- I blättern nähere Mitteilung machen. — Geraubt sind inS- | besondere: die Schuhe, die Hosen, das Päckchen, die Legiti- I mationspapiere des Erschlagenen, ferner ein neues kleines I Notizbuch mit biegsamer schwarzer Decke (Aufdruck Notizbuch), tarrierten Papier und vorgedrucktem „Gemeinnützigen Ratgeber", neue, hellgraue Stoffmütze mit ausgenähtern Schild; mittelgroße vernickelte Scheere mit Firmenstempel: I Gottlieb Hemsfer, Solingen (mit Fabrikmarke), blauer Gummigürtel mit weißen Streifen, Metallhaken und Spangen; eine schöne schwarze Kammgarnhose. Die Thäter dürften I die Gegenstände bei sich führen oder weiter veräußert haben. I Jede weitere Beschreibung und sonstige Mitteilung über die I Begleiter des Möller und mutmaßlichen Thäter wolle man I an die Gr. Staatsanwaltschaft Gießen richten. Von dieser I Behörde ist eine Belohnung bis zu 400 Mark dem- I jenigen zugesagt, der zur Ermittelung so beiträgt, daß Er- I I greifung und Verurteilung des oder der Thäter erfolgt. I Genannte Behörde sucht in dieser Sache als wichtige Zeugen: I Hans Engelbrecht aus Auerbach (Schlosser geb. 1884); I Karl Pröger (Schlosser, geb. am 8./II. 79 zu Groß- Ollersdorf); Bäcker Max Berger aus Bosaus (geb. 75); I Goldarbeiter M. Kohn (geb. 81 zuBogoly oderKiesfallat); I Kamin Katz, Kaufmann aus Frankfurt a. M.; Drechsler I Anton Werbouschegg aus Wien (geb. 24,/IX. 75); I Steindrucker Johs. Keller aus Hagenbusch. ** Stadttheater. Die diesjährige Spielzeit wird am Sonntag, den 30. d. Mts., mit der Operettenposse „Tie I schöne 11 n g a r i n" von Manstädt und Weller, Musik I von Gust Steffens, eröffnet. Als zweite Vorstellung geht I am Dienstag, den 2. Oktober, „Uriel Aeo st a" von Carl I Gutzkow in Scene. Bestellungen aus Ab onne rne nt- I billets nimmt die Musikalienhandlung von Emst ! Challier entgegen. Ter Plan der Plätze liegt dort aus. I ** Jubiläum. Heute sind es 25 Jahre, daß Herr I Johannes Brücket aus Steinberg bei Herrn Wilhelm. I Seipp I. thätig ist. Herr Brückel hat in dieser langen I Reihe von Jahren durch Gewissenhaftigkeit und Fleiß I sich stets das Vertrauen und die Zufriedenheit seines I Arbeitgebers zu erhalten gewußt. Es ist gewiß ein gutes I Zeichen von Einvernehmen, wenn jemand auf eine 25- I jährige ununterbrochene Arbeitszeit in derselben Privat- I stellung zurückblicken kann. Hoffentlich ist es dem Jubilar I vergönnt, in Gesundheit noch, lange Zeit seinem Berufe I nachzugehen. ** Stenographisches. Der zweitälteste Steno- I graphenverein Gießens, der Stenographenverein „Gabels- I 1 berget" am hiesigen Gymnasium beging gestern sein 25- I ! ahriges Stiftungsfest durch eine bescheidene Feier. I ^egert 2 Uhr mittags vereinigten sich die Teilnehmer zu | einem Ausfluge nach dem „Jagdschlößchen Dutenhofen", too bereits mehrere Telegramme, u. a. auch von dem ©mnber und Ehrenmitglied Dr. F. Noack in Rom (dem römischen Eichenblatt-Korrespondenten der Köln 3tg.. D. Red.) eingelaufen waren. Die Lehrerschaft war . vertreten durch einen Oberlehrer (alten Herrn des Ver- I eins) und zwei Accessisten; mich hatte der Bruderverein Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 22. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Prämien auf Kredit per ult Sept. 1.200/0, do. per ult Okt. 2.500/q, Diskonto-Kommandit per ult. Sept 1.00 0/0, do. per ult. Okt. 2.40 0/0, Lombarden per ul*. Sept. 0.40%, do. per ult Okt. 0.85 0/^ | Deutsche Bank per ult. Sept. 0.000/q. I Notierungen s Kreditaktien 205.60-204.50-000, Dlskonto- Kommandit 170.80-171-169.00, Staatsbahn 142.20-000, Lombarden 25.50-00, Italiener 93 90, Spanier 71.90.00, Sproz. Mexikaner 25.20, Bochumer 173.50-171.50-000 bz., Laura 190.50-189.50 bz., Harpener 174.90-50-000.00 bz., Gelsenkirchen 187.90-000.00 bz., Privat-Dis- kont 45/6°/o 0. iy« bis 2»/, Uhr: Kreditaktien 204.50-3.70-4.20 bz., Dte- konto-Kommandit 168.80-50-90.00.0 bz., Staatsbahn 000.00-000 bz., Lombarden 00.00 00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 000.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz, 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz, Bochumer 171.50 bz. Märkte. Grünberg, 22. September. Fruchtmorkt. Weizen 16,00—16,25 Mark, Korn 16,70—20,00 Mark, Gerste 13,00—14,00 Mark Hafer 13,00—14,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Samen 25,50—00 Mark, Kartoffeln 0,00-0,00 Mark. .n c- Die PommerscheHypotheken-Aktien-Bank, Berlin, ist rur „Hofbank Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin" .morden und hat die Ermächtigung erhalten, neben diesem Titel da« ihr aus diesem Anlaß verliehene Wappen zu führen. «... "" ?aA A statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahltndustrieller belief sich die Roheisenprodukito« m?rt..?CiannCn (einschließlich Luxemburgs) im Monat 1900 auf ^22 244 Tonnen, darunter Puddelroheisen und ©piegdeiten 127 602! können, Bessemerroheisen 46 274 Tonnen, $boma8robd[en 427199 Tonnm und Gießereiroheisen 121169 Tonnen. - Ae $robutHon im Juli 1900 betrug 695 213 Tonnen, im 681 £51 Tonnen. — Vom 1. Januar bis 31. August 1900 wurden produziert 5 469 014 Tonnen gegen 5 367 509 Tonnm im gleichen Zeiträume des Vorjahres. -i- Rod heim, 23. September. Das Ab turn en des hiesigen älteren Turnvereins wurde heute nachmittag im Bender'schen Garten abgehalten. Das herrliche Herbstwetter ermöglichte es, daß die Hebungen im Freien vor- genommen werden konnten. Daher hatten sich viele Schaulustige eingefunden, die der jugendlichen Turnerschar ein reges Interesse entgegenbrachten. Die Hebungen wurden in zwei Gruppen vorgenommen, wovon die Vorgeschrittenen staunenswerte Leistungen darboten. Am 6. Oktober feiert der Verein sein Stiftungsfest, wozu schon längere Zeit eifrig Vorbereitungen bezüglich der theatralischen Aufführungen betrieben werden. Gleichzeitig soll mit diesem Stiftungsfest eine Abschiedsfeier für die zum Militär gehenden Mitglieder verbunden werden. § Butzbach, 23. September. Ein hiesiger Bürger stürzte vorgestern beim Obstbrechen im Felde rücklings von einem hohen Baum und zog sich dabei nicht unerhebliche innere Verletzungen zu. — Für die bevorstehende Bürg ermei st erwähl kommen bis jetzt als Kandidaten in Betracht: Beigeordneter Küchel und Gerbereibesitzer Flach. Apklplw in atrthiielm jranbfurltr Staitthe-trr. Opernhaus. Dienstag den 25.Septbr.*): „Der Ring des Nibelungen." Vorabend der Trilogie: „Da8 Rheingold". Mittwoch den 26. September : „Mignon". Donnerstag den 27. September: „Geisha". Freitag den 28. September: „Die Puppe". Samstag den 29. September, abends letz, Bankgeschäft, Meßen, SchMstraße 10. I «ourfe vom 22,/9. | 1./9. I Tours» vom 22/9. | 1 ./9. 1 V*u Tours» vom 22./9. | 1./9. B Tours» vom 22./9. I 1./9. B To«rf 22./9. » vom 1./9. 1 *•* Tours» vorn 22. 9 | 1./9. 81/2 8 »Vs 3 »7. 31/, 3V, 31/, 8 8V$ 31/2 3V, 5 4 5 8 4 41/5 3 5 41/1 8 5 4 31/2 4 BVs 3V2 3 4 4 5 Dentsch«. D. Reichs-Anl- do...... Preuß ConsolL do...... Badische v. 86 Bayr.St.-Obl. cr.Hess.St.-Obl. do...... do...... Württemberg. Bremen v. 1899 Hambg.v.1899 «ulianMfd)». Griech.E.B. v. 1890 .... Griech.Monop. Italiener Rte. 93.70 85.70 93.70 85.70 93.— 92,50 91*90 81.50 92.40 37.50 93*70 58.30 97.50 96.25 72.80 99.60 36.10 86.26 73.— 97.20 96*20 58.70 95 — 85.90 94.30 86.10 93.— 92.70 100.80 92.20 82.30 92^— 86.60 94*60 57.80 98.75 96.40 73.50 99.60 37.— 23.70 87.10 74.80 97.60 8 4 47. 5 47. 4 5 6 572 41/2 4 31/, 3 5 5 3 4 372 87. 87. 4 87. 4 4 87, 3V, 3V, 4 4 4 4 4 4 4 4 47. 4 87. 87. Ung. Anl. . . do.Staatsrte. do.E.B.Gold v. 89 . . . . Arg. hm. Anl. do. äuß. v. 88 do. v. 1897 ChinefischeAnl. " o. 1*8*98 Egypt. unific.. Egypt. priv. . „ garant. Mexico v. 99 . do. Ser.I-III do. Silber. . LlÄIe-W«. Darmstädter . do...... Gießener (alte) do. v. 96 . . Mainzer . . . do...... Offenbacher. . Wormser . . . do...... Frankfurt a.M. Darmstadt . . Mannheimer . Münchener . . Nürnberger . . Pforzheim . . Wiesbaden . . Babenhausen . Lissaboner . . Rom u—vm Buenos - Aires Si«de»hrl.r»l. S.-Brauns.. . do. ..... do. Lich . . . Usnbg.-Vierst. «snU.-strintt. »•Mtfdie. Homburger . . 77.30 90.25 101.25 69*10 62.80 88.30 99.50 98.— 75.40 99.80 100.— 97.30 39.50 25.80 77.20 90.50 101.20 69*80 63.10 89 — 99.50 98.— 76.10 104.65 99.90 100.— 97.30 39.50 26.50 99*.— 97*65 99.— 99.80 101,— 100.10 10t— 98.10 66.20 94.30 73.90 97.— 4 3V, 4 37. 4 372 4 4 4 4 8 4 8 8 8 3 3 3 4 3 3 4 5 4 4 4 4 5 8 4 4 4 Pfälzische. . . Pfälzische. . . Dtsche. Eisenb. Südd. Braunschweig. Lds.-E.-B.IIE. do. IE. Allg.dt.Kleinb. KNSlänMW. Elssab..B.strft. Kaschau-Oderberger ®. 91 Lombarden. . do...... Oest. Staatsb. do. I-VIII . do. v. 85 . . do. l8rg.-Netz Prag-Dux 96 . Raab-Oedenb. (alte) . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Stal. gar.E.B. Livorneser . . Siei!. v. 91 . ToScaner . . Russ. Südost . do. Südwest Rjäsan. Urals! Wladikawkas. Anatolier. . . Salon.-Mon. . IfflftMtft. Gothaer unkb. 1903 .... Grundschbk. Ser. V—VI do. I—n do. unk. 1906 Frkft.^Hypbk. 99.05 97*— 90.— 9L— 96.— 97.40 90*— 67.20 98.25 83*35 75.60 69.40 68.— z 97.50 56.70 96*— 96*30 95*.— 96.10 55.20 99.- 98.80 98.— 90.40 99.— 92.— 92.50 99.— 97*50 90.20 91?— 96.— 99.— 90*60 98*20 87.70 75*50 70.50 68.80 57*15 59.70 96.75 94,50 95 — 96.60 55.10 99.— 99.- 98.20 91.10 99.- 92- 92.50 4 4 37, 37, 4 4 37, 4 4 37, 4 4 4 37, 37. 87, 4 4 4 »7, Frkft. Hyp.- Creditverein do. Ser. 27 . do. Ser. 28, 30, 83 . . . do. Ser. 29 . Ldw.Cred.-Bk. Hambg. Hypbk. Ser.141—250 do. 46—190 Meining. Hyp. do. neue . . do. unk. 1907 Pomm. Hypbk. Preuß. Hypbk. vm—XII do. neue. . . do. 1905 Rhein. Hypbk. unk. 1904 . Westdeutsche Boden credit in Cöln . . Ung. Lds.-Ctt. »totrft. Buderus . . . Eisenb. Rtbk. . Hirzh. u. Lollar Aud'Arttes. Disch. ReichSbk. Berliner Hand. Darmstädt. Bk- Deutsche Bk. . Di. Genoffbk.. Disct.-Comm. Dresdener . . Franks. Bank . D.Eff.u. Wechselbank . . . Pfälzische Bank Schaffhsr. , Bank f. Süddeutschland . 98.70 99.50 91.80 91.80 98.70 98.75 91.— 99.— 99.50 91.50 97.60 97.70 98.80 90.40 90.70 91.80 90.- 98*— 94.80 148.40 143.40 129.— 184.10 106.— 170.— 142.80 182.— 116 50 132.20 128 20 102.50 98.70 99.50 91.80 91.80 98.70 98.75 91.— 99 — 99.50 92.— 97.60 97.70 98.70 91.10 90.70 91.80 90.— 98*.— 157.— 147.50 132.40 188.50 107.40 174.20 146.80 182.— 120.— 132.70 130.— 102.85 Mitteldt. . . . Nationalbk. . . Oest.Ered.-Act. Wien.Bankver. Jsdsßrir.^ttie» Kleyer Fahrrad Henninger Brauerei. . Farbw. Höchst. Zementfabrik Karlstadt . . Bad. Anil.- u. Sodafabrik . Fabrik Griesh. Chem. Fabrik Albert.... Elektr. Boese. „ Anl. Köln „Kontinenll. Nürnbg. . „ Helios. . n Lahmeyer „ Schuckert „ Siemens & Halske Filzfabr. Fulda Löhnbgr Mühle Faber LSchlei- cher..... MaschfGritzner Schnellpressen Frankenthal. SchuhfabrOtto Herz & Co. . Siemens Glas Rordd. Lloyd . Bliesenbach Bergw. . . . Concordia Bergw. . . . Dortm. Union EschwlrBergw. Donnersmark- hütte..... 108.80 129 80 204 90 122.50 130 — 364.50 107.— 387.— 242.— 156.— 116.50 69 — 91— 129.— 137.30 180.50 157.50 127.50 77.50 169.50 170.— 179.— 142.— 226.— 107.— 143.— 263.— 109.20 131.75 207.— 123.20 160.20 130.— 367.70 108.— 391.— 243.— 158 — 125.50 74.— 97.50 131.50 136.— 196.10 159.50 127.50 77.50 169.60 174.— 178.80 140.50 239 - 107.50 157.60 294.50 4 4 5 37, 3 4 5 3 2V, 3 Hörder Bergw. Kölner „ Mannst.-Fa?on No rdst. Bergw. Phönix „ RiebeckMontan Schalker Grub. Bochumer Guß Gelseick. Brgw. Harpen. Brgw. Der. Königs- u. Laura . . . 8iferd..)mrr. Oest. Staatsb. do. Südbahn Gotthardbahn. Jura»Simplon Princ Henry . Northern Pac. Transvaal . Mt tn Proctntm. Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau -Regul. Cöln-Mnden. Madrider. . . Mein. Th. 100 Oesterr.v.1860 Oldenb. Th. 40 Raab-Grazer . Türk. frs. 400 per Stück bi Mk. Ansbacher fl. 7 Augsburg, st. 7 Brschw.Thlr20 Freiburg, fs.10 Mailänd.fs.10 123.- 34225 230— 214.75 147.80 210.60 347.— 76.75 186.80 174.50 189.25 142.20 25.50 139.95 187.— 130.90 128*60 132.10 125 — 144.60 394.50 283.50 233.— 161.— 212.50 349.10 188 90 196.75 184.70 205.10 141.20 27.05 140.— 112*.— 72.50 171 50 155.— 131.60 „89 40 129.40 132.85 121 90 108*60 38.50 Oest.Goldrte.. Oest. SUberrte. Oest.Lokalbahn „ Galiz. Karl Ludw. - Bahn in Silber . . Portug. Staat do...... Rum. am. Rte. Rumän.v.1890 Russen v. 80 . Russen Gold, Anl...... 90*20 98.50 98*70 99*50 100.30 100.15 100.40 98.10 66.50 94.20 Nuss. Staats- Rte., Rubel . Schweden v. 80 Schweiz.... Serben v. 95 . Spanier . . . Türk.Zoll-Obl. 96.10 59*80 107*80 128*40 12*50 1 1 1 4 bo.fonö.Lit.B. bo.anwJuit.C. do. LitD. Ung. Goldrte.. 46.80 95.20 —.— 96*25 87i 41j 87.90 1 —.— 87*90 5 /» 4 «7: 84.20 215.— 211.— 96.75 233.— 230 — Meininger fl. 7 Papperch. fl. 7 Venediger L. 80 24.45 24 20 do.XII-HII do. XV. . . Her»tw»rtlich fflr Itn allgemeinen IMl: P. —■ Äiwt wrt mifc Gteiadruckerei (P4»tfich Urbtn) in Wefctn. Are Heutige Wummer umfaßt 12 Seite».