Nr. 198 Zweites Blatt Samstag den 25, August 1900 ti*n4 »•< WMcr. und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen >e*WG*lt»tUr »*** b*i Urljkiger *» »*|M ■* .H-ff- 9wH*f a. »«älter U< In,Ngkn.Vermittlmi,»stell« bei In- unb Äuilenfcd »amen Anzeigen für den Gießen« Anzeiger enlgeß«. ZeilenprerS: lokal 12 Vffl., ärt/ 20 Piß Npugsprew •itrttljäfjrL Mk. S> monailick 75 Pfg. mü Bringerloh») durch die AbholeßeR« virrleljährl. Mk. IM monatlich 66 Pi^, Bei Postbezug Mk 2,40 oierltljH* ■fit vestellgeld 4t****, •wHbtti* und Drudevei: >4eft<«i« Mr. 7. Gratisdeilaz«: Gießener FamitieMätter, Der heMchr Kandwirt, >dr„. ».p.^ flitttfr für heMche Usürsäiu-r. ». Die Wirren in China. „Integrität Chinas" und „Erhaltung der Mandschu- Dynastie" sollen die neuesten Vereinbarungen sein, über die die beteiligten Mächte in Bezug auf die in China zu befolgende Politik einen Beschluß gefaßt haben. Daß Deutschland sür die beiden genannten Bedingungen eintritt, ist lange bekannt, daß aber auch sämtliche anderen Mächte aus demselben Standpunkt stehen, darf stark bezweifelt werden. Besonders was die Erhaltung der Mand- sädigungen zu zahlen. Abgesehen hiervon wird — insbesondere von Deutschland — auch die Eruierung und exemplarische Bestrafung der Mörder des Frhrn. v. Ketteler verlangt werden. Dies letztere dürfte um so schwieriger sein, als die Mörder bekanntlich im Auftrage der Kaiserin- Witwe selbst gehandelt haben sollen. Die „Köln. Ztg." schreibt: Die Bestimmungen für die iu nächster Zeit in China vorzunehmenden Operationen lassen sich aus den neuesten Schiffsbewegungen ersehen. Bisher waren alle Kreuzer und Kanonenboote auf der Rhede von Taku, sowie auf dem Peiho vereinigt, neuerdings sind jedoch alle Kräfte vollständig auseinandergezogen. Die Hauptmacht sei nach zwei wichtigen Punkten im südlichen China dirigiert worden, während der Geschwaderchef mit dem Flaggschiff sich nach Shanghai begeben habe. Die ostasiatische Seemacht habe die Ausgabe, die schwer heim- gesuchten, besonders jetzt hart bedrängten deutschen Missionare in Swatow sowie in den benachbarten Gebieten zu schützen, denen gegenüber von jeher die Chinesen besonders tiefen .Haß gezeigt haben. Das Angebot L i - H n n g - T sch a n g s, über den Frieden zu verhandeln, hat jetzt auch die deutsche Regierung abgelehnt, weil Li keine genügenden Vollmachten aufweisen kann. In verschiedenen .Hauptstädten scheinen ausführliche Berichte der Pekinger Gesandten eingetroffen zu sein, vorläufig gelangen jedoch nur einzelne Tropfen daraus an die Oeffentlichkeit. Die Regierung der Vereinigten Staaten erklärte dagegen in Beantwortung des letzten Friedensgesuchs Chinas, daß sie bereit sei, Verhandlungen anzuknüpfen, sobald Peking ruhig und die chinesische Regierung fähig und willens sich zeigt, die thatsächliche Beendigung der Feindseligkeiten chinesischerseits herbeizuführen. Erst dann werde Amerika die anderen Mächte ersuchen, gemeinsam auf den Frieden hinzuwirken. AuS Peking. Die ersten direkten Meldungen des deutschen Geschäftsträgers in Peking von Below sind jetzt endlich eingegangen. Eine Depesche ist vom 14. ds., die andere vom 16. ds. datiert. Herr von Below bestätigt, daß die Verbündeten in Peking eingezogen seien und daß noch am Tage vor ihrem Einzuge von den Chinesen hart- nacnge Angriffe auf die Gesandtschaften stattgefunden patten. Die Japaner hätten vor dem einen Thor einen neunstündigen Artilleriekampf zu bestehen gehabt, ehe sie IP P!e eindringen konnten. Der Besetzung der Kaiserstadt setzten die Chinesen hartnäckigen Widerstand ent- gegen. Die Karserin-Witwe habe mehrere Tage vor dem Eintreffen der Verbündeten in Begleitung des Prinzen Tuan Peking verlassen. J ° . ^^wung von dem Entsätze Pekings ist am Sams- tag narfnntttag durch Graf Soden, den Führer des zum Schutze der Gesandtschaft nach Peking beorderten deutschen Detachements, vom 3. Seebataillon nach Tientsin gelangt. Die chinesischen Truppen sind aus der Tatarenstadt verschwunden, die Kaiserstadt ist von den Verbündeten umstellt Sodens Detachement hat folgende V e r l u st e zu beklagen: Tot sind die Soldaten Mathies, Kauften, Tölle Hentschel, Hohnke, Gefreiter Gölitz, Strauß, Ebel,' Meinhardt, Rentmeister, Güzel; schwer verwundet: Seesoldat Berger; leicht verwundet 15 Mann, die sich auf dem Wege der Besserung befinden. Aus anderer Quelle verlautet, die Kaiserin-Mutter sei am Montag vor der Einnahme Pekings in der Richtung nach Kalgan entflohen. Yuanschikai, der Gouverneur von Schantung, soll mit seinen Truppen nordwärts vorrücken. Trotz der kolossalen Schwierigkeiten, welche die Beschaffung von Pferden und Kulis für den Transport verursachte, rückte das 1. Seebataillon bereits am Freitag, den 17. d. M., nach Peking ab, das 2. Bataillon mit dem Stabe der Expedition und der Artillerie folge jetzt nach Die brillante Haltung der deutschen Truppen erregte in Tientsin den Enthusiasmus der Fremden und fand die unzweideutige Bewunderung der übrigenKon- n ti 9 en t e. Das deutsche Landungskorps von den Kreuzern „Hertha" und „Hansa" ist noch nicht in Peking eingetroffen. lieber die Einnahme von Peking berichtet weiter ein Telegramm des russischen Generals Lenewitsch, das aus Tschifu vom 21. d. M. datiert ist, folgendes: In der Nacht vom 13. auf den 14. August unv 2 Uhr erstürmten unsere Soldaten das östliche Thor am Kanal, drangen als die ersten in die Stadt ein und hißten die ersten russischen Flaggen auf der Stadtmauer. Die Beschießung des Thores hatte 14 Stunden gedauert. Der Kommandant der Avantgarde Generalmajor Wasilewski und der Regimentskommandeur des Schützenregiments Oberst Modi erstiegen die Mauer an der Spitze ihrer Leute, setzten sich dort fest und hißten die russische Flagge. Die Chinesen hielten aber noch immer das Observatorium und andere Türme besetzt und unterhielten ein starkes Kreuzfeuer auf unsere Truppen, bis unsere Infanterie und Artillerie sie aus ihren letzten Stellungen verdrängte. Leider wurden General Wasilewski, Oberst Modl sowie fünf Offiziere und 102 Mann verwundet. Gefallen sind Oberst Antiukow und 20 M a n n. Inzwischen hatten die verbündeten Truppen die übrigen Thore Pekings erstürmt und waren in die Stadt eingedrungen. Die Mitglieder der chinesischen Regierung waren bereits aus der Flucht. Die Gesandtschaften wurden in sehr mißlicher Lage gefunden. Sie hatten täglich mit den Chinesen Schüsse gewechselt, namentlich waren sie in den letzten Tagen und auch am Tage der Erstürmung Pekings heftig angegriffen worden. In allen Gesandtschaften war großer Schaden angeridjtet worden. In der russischen Gesandtschaft waren 5 Personen getötet, 20 verwundet worden. Das,,B. Dalziel" meldet aus Shanghai: Chinesischen Berichten zufolge verlangen die Verbündeten in Peking die Hinrichtung von Prinz Tuan und General Tung-Fuh-Siang, sowie von Kana-Yi, Chao-Su-Chao,Hsu Tong, Hsn-Chi und Yu-Sien. Es scheint, als ob Prinz Tuan darum vor Abzug der Kaiserin Yung-Lu gefangen setzen ließ, weil er damit auf Yung Ln alle Schuld werfen wollte. Yung-Lus Soldaten bildeten den größeren Teil der Truppen, welche die Gesandtschaften belagerten. Verschiedene Damen starben an Erschöpfung während der Belagerung der Gesandtschaften. Einer anderen Meldung des „B. Dalziel" zufolge wird aus Hunan berichtet, daß der dortige Gouverneur Plakate anschlagen ließ, worin zur Ausrottung aller Ausländer im Norden aufgefordert wird. Aus Shanghai meldet der französische Konsul vom 20. ds., die Stadt sei ruhig. Die Ausschiffung der französischen Truppen an der französischen Niederlassung sei ohne Schwierigkeiten ausgeführt worden und habe einen vorzüglichen Eindruck gemacht. Nach einer Reulermeldung aus Shanghai vom 23. ds. beläuft sich die Zahl der in Shanghai und Wusung ankernden Kriegsschiffe im ganzen auf 27 Fahrzeuge mit einer Gesamtbesatzung von 7000 Mann. Doch sollen noch mehr Kriegsschiffe eintreffen. Am 28. August werde in Shanghai zur Feier des Falles von Peking eine öffentliche Beleuchtung ftattfinden. In Han kau sind verschiedene Fälle von Brandstiftung vorgekommen, die Einwohnerschaft ist indessen nicht beunruhigt. Ein Pariser Telegramm besagt, daß in der Nacht von Montag auf Dienstag in Hankau Berschworene versuchten, die englische Bank anzuzünden, um sich in den Besitz von Geldmitteln zu setzen. Der Plan wurde im letzten Augen, blick entdeckt. Die Thäter wurden verhaftet, dir Rädels- führer enthauptet. • e Der „Pariser Matin" verzeichnet das Gerücht, General Negrier soll als General st abschefder internationalen Armee nach China gehen. * ♦ e Telegramme des Gietzeuer Anzeigers. Berlin, 24. August. Der Geschäftsträger bei der deutschen Gesandtschaft in Peking, v. Below, hat seinem Vater nach Pommern de dato Tschifu, 22. ds. telegraphiert: „Endlich befreit, wohlbehalten. Klaus.- — Auch der Legationssekretär v. Berken in Peking hat an seine in Baden Baden wohnenden Eltern, folgende Depesche gerichtet: „Endlich befreit. Wohlbehalten. Wie gehts Euch? Antwort durch Konsulat Tientsin." London, 24. August. Ein Telegramm aus Paris teilt einen Auszug aus dem Tagebuche eines dem Konsulat nahestehenden Franzosen mit, worin eS u. a. heißt, daß die mit Seymour zurückgekehrten Truppen sich in einem unsäglichen Zustande befunden hätten. Nur die Deutschen hielten sich noch stramm, ihre Kleidung war noch proper zu nennen. London, 24. August. Nach einer Shanghaier Meldung telegraphierte der chinesische Staatsmann Da-chicka an Li- Hung-Tschang, er glaube trotz des amtlichen Telegramms, das die Flucht der Kaiserin gemeldet hat, nicht, daß die Kaiserin Peking verlassen habe. Das ganze umliegende Gebiet sei von Aufständischen überfüllt. Loudon, 24. August. Die Morgenblätter stellen fest, daß die Feindseligkeiten in China sür einige Zeit eingestellt sind. Sie scheinen glauben zu wollen, daß die Generäle der Großmächte erst neue Instruktionen abwarten müssen, da die ihnen anvertraute Mission nun- mehr beendet sei. Loudon, 24. August. „Daily Expreß" meldet aus Shanghai: Die fremden Konsuln sind der Ansicht, die Kaiserin sei damit beschäftigt, die kaiserlichen Truppen in der Provinz Schansi unter den Beseh! des Prinzen Tuan zu sammeln. London, 24. August. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai, die fremden Gesandtschaften würden demnächst nach Shanghai befördert werden. Loudon, 24. August. Nach Meldungen aus Shanghai steht ein Angriff der Boxer auf die Stadt Sout schon bevor. Paris, 24. August. Freiherr von Ketteler war gleich den Vertretern der anderen Mächte nach dem Tsung li Damen geladen worden, um einer Beratung beizuwohnen, wie man das Leben der Gesandten und ihrer Familien angesichts der zunehmenden Boxerbewegung am besten schützen könne. Nach der Ermordung des Gesandten bemächtigten sich 20 Deutsche mit vier Kanonen, von denen sie zwei vom Hose des Tsung-li Damen weggenommen hatten, des Mittelhofes im Süden der Tartaren-Stadt, wo sie sich bis zum Entsatz heldenmütig verteidigten. Washington, 24. August. (Kabelmeldung der Paris- Nouvelles.) Die Regierung der Bereinigten Staaten hat beschlossen, im Verlauf der nächsten vier Monate dreißig Magazine in Taku zu erbauen, um die Verproviantierung der amerikanischen Truppen in China sicher zu stellen. — Das Kriegsministerium hat den amerikanischen Konsul in Nagasaki angewiesen, dem Befehlshaber der Pionier- und Kavallerietruppen, welche demnächst auf dem Transportschiff „Maeda" dort eintreffen werden, mitzuteilen, daß sich derselbe nach Manila statt nach Taku zu begeben hat. Es ist noch unbekannt, aus welchen Gründen eine andere Bestimmung bezüglich dieser Truppen getroffen worden ist. Tschifu, 22. August. Die Ermordung des deutschen Gesandten Freiherrn v. Retteier geschah auf höheren Wunsch. Er erhielt einen Schuß in den Hinterkops, als er in einer Sänfte nach dem Tsung-li- Damen unterwegs war. Seitdem war seine Leiche verschwunden. Am Tage nach der Einnahme von Peking verriet ein Chinese einem Deutschen die Stelle, wo Ketteler begraben worden war. Es war ein chinesischer Grabhügel in der Nähe der Mordstelle. Die deutschen Seesoldat-u deckten den Hügel ab und stießen bald auf einen Chincsen- Sarg, den sie öffneten. Ec enthielt in der That die Leiche des ermordeten deutschen Gesandten. Freiherr v. Ketteler wird nun am nächsten Samstag nach christlichem Brauche beigesetzt werden. Der GesandtschastS- dolmetscher Dr. Corde- ist von seiner Verwundung voll- ständig wiederhergestellt. Die Allerersten, die am Nachmittag des 14. August in die Tartaren-Stadt ein- drangen, waren die indischen ShikeS. Bald war denn auch die äußere Kaiserstadt genommen und die innere Stadt wurde von Japanern und Russen zerniert, aber bis Freitag von ihnen nicht genommen. Vom Kohlenhügel herab hatten die Ruffen einen Einblick in den innersten Palasthof. Dort war aber außer vier Pferden nichts zu sehen. Der Krieg irr Südafrika. Lord Roberts meldet vom 22. ds. Mts. aus Pretoria: Buller berichtet, daß seine Division gestern nach Van- vykSvlei, 15 Meilen südlich von Belsast, marschierte. Er verlor beim Vormarsch etwa 20 Mann. General Paget berichtet aus HannSkral, daß Baden-Powell gestern den ganzen Tag mit Kommandant Groblers Nachhut im Gefecht war. Grobler wurde östlich von PienaarS River zurückgetrieben. Baden-Powell besetzte daselbst gestern Abend die Eisenbahnstation. Während des Gefechts kamen Baden-PowellS und des Feindes berittene Vorhut in ein Handgemenge. Hierbei erlitt das rhodesische Regiment schwere Verluste. Oberst Spreckley und vier Mann wurden getötet, ein Leutnant und sechs Mann verwundet. Die Buren ließen eine beträchtliche Anzahl Tote und Verwundete zurück. Der Feind wird von Plumer und Hickman verfolgt. Es scheint ziemlich sicher, daß Dewet es für hoffnungslos hält, mit Geschützen und Wagen nach Osten zu marschieren, und daß er deshalb mit einigen berittenen Leuten den MagalieSberg wieder überschritten hat. um in die Oranjefluß-Kolonie zurückzukehren. Er wird dort unter ganz anderen Verhältnissen eintreffen, als unter denen er Betlehem verließ. Damals hatte er 6 bis 8 Geschütze und 2000 Mann, außerdem ließ er Prinsloo mit 4000 bis 5000 Mann in Betlehem zurück, wovon die meisten jetzt auf dem Wege nach Ceylon sind. Die meisten Geschütze sind vergraben. Dewets persönliches Gefolge kann nicht mehr als 300 Mann betragen. — Präsident Steijn soll mit einer kleinen Schutzwache Pie- naarS River überschritten haben, um mit Krüger in Machadodorp zusammenzutreffen. Diese Nachricht stammt aus verschiedenen Quellen. Eine Burenabteilung sprengte gestern einen Brückenteil, acht Meilen nördlich von Newcastle und zerstörte die Eisenbahnschienen 30 Meilen südlich von Newcastle. — General Car- rington meldet,« daß seine Vorposten gestern wiederum in der Nähe von Ottoshoop den Feind in ein Gefecht verwickelten. Soweit Roberts. Er vermutet also, daß De Wet mit seiner Leibgarde aus dem Rückmarsch nach dem Oranje» freistaat ist. Weshalb er es, wie Roberts sagt, für hoffnungslos hält, mit Geschützen und Wagen nach Osten zu marschieren, nachdem er den viel beschwerlicheren und gefährlicheren Marsch von Bethlehem nach Rustenburg durchgeführt hat, ist uns unerfindlich. Außerdem sollte man meinen, daß die von Roberts angeführten Veränderungen im Freistaate De Wet abhalten würden, dorthin zurückzugehen. Der Kamps in Transvaal bietet ihm zur Zeit zweifellos die größeren Aussichten. Wir glauben deshalb zunächst nicht, daß De Wet wieder südwärts gezogen ist. So viel aber ist gewiß, daß die Briten, im besonderen Mahon und Hamilton, die mit seiner Verfolgung beauftragt waren, seine Spur verloren haben, denn es fehlt, wie man sieht, jede bestimmte Nachricht über ihn. Einen Teil seines Zweckes hat De Wet erreicht: er hat den Präsidenten Steijn durch die feindlichen Abteilungen geleitet und ihm so ermöglicht, in Sicherheit das Hauptquartier der Transvaaler bei Machadodorp zu erreichen. Weiter wird aus London gemeldet, daß in Bentersburg (Oranjefreistaat) ein englisches Detachement von 5 Osfizieren und 24 Mann unter Umständen aufgehoben wurde, die darauf hindeuteten, daß sie in eine Falle gegangen find. Die englischen Truppen bewegen sich in nördlicher Richtung aus beiden Seiten der Eisenbahn nach Pitersburg. — Carrington ist noch immer bei Ottos Hoop beschäftigt; es scheint also, daß die Buren hier seine Vereinigung mit Methuen erfolgreich zu verhindern wußten. e • • Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 24. August. Daily Mail meldet aus Lorenzo Marquez, die Buren hätten eine Anzahl Erfolge im Natal-Gebiete davon getragen. Sie hätten u. a. Newcastle wieder erobert und besetzt. Zahlreiche Engländer verlassen Barberton. Eine große Menge Gold in Barren sei in Waterval eingetroffen. London, 24. August. Daily Telegraph meldet aus Petersburg, die Buren-Delegierten find nach Moskau abgereist. Politische Tagesschau. Bekanntlich hatte Kaiser Wilhelm am 6. Juli eine Be- lohunng von 1000 TaelS für jeden geretteten Europäer, der lebend einer kaiserlich deutschen ober sonstigen fremden Behörde übergeben wird, ausgesetzt. Da nach einer Zusammenstellung des „Ostasiatischen Lloyd" rund 1000 Europäer sich in Peking befunden haben, so dürsten nach den bisherigen Verlustangaben die zurzeit in Peking befindlichen Fremden immer noch 800 bis 900 Köpfe zählen. Darnach würde sich, wie die „VolkSztg." auSrechnet, die Belohnungssumme aus 8 bis 900 000 Taels belaufen, daS heißt, den Tael rund zu 6 Mk. gerechnet, auf 4 800000 bis 5 400 000 Mark. Chinesen haben natürlich aus diese Summe nicht den geringsten Anspruch, vielmehr dürfte sie zur Verteilung unter die Mannschaften der internationalen Entsatzarmee kommen. Deren Stärke wird gewöhnlich auf 18 000 Mann angegeben. Dann würde jeder einzelne Mann 260 bis 300 Mk. erhalten, eine Belohnung, die den Soldaten angesichts der ausgestandenen Mühsale und Strapazen sehr wohl zu gönnen wäre, und für die sie dem deutschen Kaiser stets dankbar sein würden. DaS „B. T." bemerkt zu dieser Berechnung, daß sie anscheinend auf einer falschen Basis ausgeführt fei. ®in Haikuan-Tael ist nicht 6 Mk., sondern nur 3,39 Mk. »ert, die Summe verringert sich also sehr bedeutend. Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht eine Rede des Kaisers, die am 2. August in Bremerhaven an Bord beS Transportdampfers „Rhein" gehalten wurde. Nachdem der Kaiser die Offiziere und Beamten beglückwünscht hatte, daß sie gewählt worden seien, an diesem Feldzuge teil» zunehmen, führte er weiter auS: «ia* ??ten S101 sihr ernsten Gang, dessen Folgen noch nicht völlig abzuseheni seien. ES könnte dies der Beginn eines Krieges werden zwischen Morgen- und Abendland. Das ganze Abendland geye einmütig vor. ES vereinige sich zu gemein» dSSlr.r, die sich anscheinend unüber- 8<0cnJ}b«tü*nbcn. Der Kaiser erwähnte alsdann die Schwierigkeiten, die bezüglich deS Pferde-Materials bestehen. Es seien rechtzeitig eine genügende Anzahl P'erde aus Amerika zu erwarten. Chile habe sein ganzes Pferde-Material zur Verfügung gestellt und außerdem begeistert 30000 Mann angeboten Man habe es mit einem verschlagenen Feinde zu thun. Der Chinese sei feige wie ein Hund, aber hinterlistig; namentlich kleine, detachierte Abteilungen hätten erhöhte Aufmerksamkeit zu beobachten. Der Chinese überfalle auS dem Hinterhalt oder bet Nacht und mit großer Uebermacht. In der letzten Zett habe sich unser Gegner gut geschlagen, eine Thatsache, die noch ganz unaufgeklärt set. Vielleicht seien eS nur die vorderen Truppen, die von deutschen und anderen Offizieren ausgebildet seien, der Gegner erscheine allerdings als ebenbürtig. „Halten Sie besonders auf strenge Manneszucht, schonen Sie die feindliche Bevölkerung, doch seien Sie schonungslos gegenüber denjenigen, die Ihnen mit der Waffe in der Hand entgegentretenl" Dringend geboten set eine mäßige Lebensweise; in den Tropen dürfe über Mittag keine feste Nahrung genommen werden. „Und nun gehen Sie mit Gott, meine Herren, zeigen Sie draußen, was preußische ManneSzucht vermag, und erweisen Sie sich tüchtig in jeder Richtung. Ich rechne hierbei vor allem auf unsere Schießausbildung. Zeigen Sie auch dm Chinesen, daß eS eine Macht giebt, die gewillt ist, sie ohne Rücksicht auf ferner liegende praktische Ziele zu züchtigen wegen ihrer gesetzwidrigen Thaten. Führen Sie dm Krieg bis zu dem Ziele, das ich Ihnen gefleckt habe, bis zur vollständigen Sühne! Lebm Sie wohl und kommen Sie gesund wieder!" Bemerkenswert ist namentlich der Passus von der Schonung der friedlichen Bevölkerung und dem schonungslosen Vorgehen gegen Bewaffnete, gewissermaßen ein Kommentar zur vorhergehenden Pardon-Rede. Neu ist die Mitteilung über die Bereitwilligkeit Chiles, sein ganzes Pferdematerial und 30000 Mann Truppen zur Verfügung zu stellen. Deutsches Reich. Berlin, 23. August. Der „Reichsanzeiger" meldet, der K a iser nahm heute im Schloß Wilhelmshöhe die Vorträge des Kriegsministers von Goßler und des Chefs des Generalstabes der Armee, Grafen Schliessen sowie des Chefs des Militär-Kabinetts von Hahnke entgegen. — Ferner meldet man aus Wilhelmshöhe: Der Kaiser machte gestern mit dem Prinzen von Wales eine Spazierfahrt im Park und nach der Abreise des Prinzen eine Fahrt durch das Druselthal im Automobil. Zur Abendtafel waren keine besonderen Einladungen ergangen. Heute früh machte der Kaiser einen Spazierritt. — Aus Anlaß des Hinscheidens von C. Ferd. L a c i s z, des Vorsitzenden der See-Berufs-Genossenschaft und früheren Präses der Handelskammer zu Hamburg, ist dem Vater des Verewigten, wie der „Hamburgische Korrespondent" meldet, folgende kaiserliche Beileidskundgebung zugegangen: „Wilhelmshöhe Schloß. Ich spreche Ihnen meinen innigsten Anteil an dem unersetzlichen Verluste aus, der Sie durch den Tod Ihres Sohnes betroffen hat. Ich habe in dem für das Wohl seiner Vaterstadt zu früh Dahingeschiedenen einen Manu! von ernstem Streben und großen Verdiensten für die deutsche Handelsschiffahrt schätzen gelernt. Wilhelm". Wie aus Cassel gemeldet wird, verläßt das Kaiser- paar morgen früh Wilhelmshöhe und begiebt sich zur Kaiserin Friedrich, deren neuralgische Schmerzen neuerdings wieder stärker aufgetreten sind. — Für den Sicherheitsdienst bei dem Besuche des Kaisers in Stettin am 7. September werden von Berlin aus ca. 100 Schutzleute mit acht Wachtmeistern nach Stettin kommandiert. — Wie man von wohlunterrichteter Seite erfährt, ist die Nachpicht, daß das gerichtliche Verfahren gegen den Leutnant Prinzen Arenberg wegen der bekannten Affaire in Südwestafrika abgeschlossen sei, verfrüht, jedoch ist der Abschluß binnen kurzem zu erwarten. Das Urteil dürfte alsbald, nachdem es die kaiserliche Bestätigung erhalten hat, veröffentlicht werden. — In der Nacht zum Dienstag starb zu Groß- Lichterfelde Friedrich Schenck, der frühere Anwalt des Allgemeinen Verbandes der deutschen Erwerbsund Wirtschastsgenosfenschaften und langjährige Abgeordnete. Schenck wurde nach! dem Tode Schulze-Delitzsch'K (1883) ausersehen, an dessen Stelle die Führung der verbündeten deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften mit der breiten Masse der Vorschußvereine zu übernehmen. Schenck fand, als er an die Stelle Schulze- Delitzschs trat, einen festgefügten und gutorganisierten Bau vor; es blieb ihm aber noch reichlich zu thun übrig, denn es wartete seiner eine doppelte Aufgabe, den größten Teil des Genossenschaftswesens in Deutschland beständig zu überwachen, die Ergebnisse wissenschaftlich zu bearbeiten, und an erster Stelle an der Fort- und Ausbildung des Genossenschaftswesens im Sinne Schulze-Delitzschs mitzuwirken. Schencks wissenschaftliche Arbeiten über Genossenschaftswesen und Genossenschaftsrecht, zu denen sich gleichartige Ausführungen im Parlament gesellen, stehen in hoher Schätzung. Friedrich Schenck, 1827 zu Wiesbaden geboren, besuchte das Gymnasium zu Weilburg und studierte in Gießen und Heidelberg Rechte und Staatswissenschaften. Nach Beendigung der Universitätsstudien trat Schenck in den nassauischen Justiz- und Verwaltungsdienst ein. Erwirkte von 1854 bis 1859 in Idstein und später in Wiesbaden als Prokurator. In der Folge wandte er sich der Rechtsanwaltsch,aft zu und war bis zu feiner Berufung zum Nachfolger Schulze-Delitzschs als Rechtsanwalt und Notar in Wiesbaden thätig. In Folge dieser Berufung siedelte er nach Charlottenburg über. Seit 1896, seit seinem durch Gesundheitsrücksichten veranlaßten Rücktritt, lebte Schenck in Groß-Lichterfelde. Seine parlamentarische Thätigkeit begann Schenck 1864 als Mitglied der nassauischen Zweiten Kammer. Von 1871 bis 1873 und von 1883 bis 1893 war Schenck Mitglied des Reichstages und von 1892 bis 1896 gehörte er dem preußischen Abgeordnetenhause an. — Wie der „National - Zeitung" aus Hamburg telegraphiert wird, hat die englische Regierung der Wagnerschen Rhederei in Altona Schadenersatz-An- srüche in Höhe von 60 000 Mark für die in der Delagoa-Bai unberechtigt erfolgte Beschlagnahme des Schiffes Hans Wagner, das bekanntlich Kriegs- Contrebande für die Buren an Bord haben sollte, z u erkannt. Infolge der Vermittelung des' Auswärtigen Amtes gelangt die geforderte Entschädigung jetzt zur Auszahlung. — Auf der letzten Schulkonferenz hat das Frankfurter Reform-Gymnasium die von manchen Seiten geübte Kritik sehr gut bestanden und Einwände, die gegen das System erhoben wurden, sehr wirkungsvoll widerlegt. Seine Leistungen sind namentlich von militärischer Seite anerkannt worden, und die Folge davon ist wohl, daß in den Hauptstädten der Provinzen, wie verlautet, Gymnasien nach demselben Prinzip eingerichtet werden sollen. Auch die Reform-Realgymnasien werden schon bald eine weitere Ausdehnung erfahren. Homburg, 23. Augustz Der Großherzog von Hessen, die Prinzessin von Wales und die Kronprinzessin von Griechenland find zum Besuch des Prinzen von Wales hier eingetroffen und speisten mit demselben auf der Terrasse von Ritters Park-Hotel._________ Ausland. Stockholm, 23. August. Der König nahm das. Schiedsrichteramt anläßlich der Frage der Entschädigung der deutschen, englischen und amerikanischen Unterthanen wegen der letzten Unruhen in Samoa an. Paris, 23. August. Der „Temps" erklärt, er sei in der Lage,»versichern zu können, daß keine Rede davon ser, die Dauer der Weltausstellung über das ursprünglich festgesetzte Datum, 5. November, zu ver- längern. Die meisten Gebäude der Ausstellung würden den Unbilden des Winters nicht widerstehen können. R o m, 23. August. Der Unterrichtsminister ließ die Ku n st schule in Foligno schließen, weil der Lehrkörper es unterlassen hatte, Anzeige davon zu machen, daß ein Schüler das Bild des Königs zerstört hatte. Der gesamte Lehrkörper wurde infolgedessen entlassen. — Wie verlautet, wird Monsignore T a r n a s s i im Herbst als Pronuntius nach Petersburg kommen. Mailand, 23. August. Der Advokat M a r t e l l i, Vorsitzender der Mailänder Anwaltskammer, hat nun von AmtswegendieVerteidigungBrescis überNommUN. Belgrad, 23. August, Das Gerücht, die Regierung beabsichtige dieSistierungderApanageMilans, wird offiziell dementiert. Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. August 1900. •• Ernennung. (Teleph. Meldung aus Darmstadt.) Der Großherzog hat am 22. August den Amtsrichter bet dem Amtsgericht in Nidda, Karl Römheld, zum Oberamtsrichter desselben Gerichtes ernannt. ** Auszeichnung. Dem als Verfasser des ausgezeichneten Werkes! „Tiere per Heimat"? Mit seinem^ Bruder Karl Müller gemeinsam verfaßt) sowie zahlreicher Artikel in der „Gartenlaube" in weitesten Kreisen rühmlichst bekannten Oberförster i. P. Adolf Müller (früher Oberförster in Krofdorf) wurde für eine bei dem Verband der Tierschutzvereine für das deutsche Reich eingereichte Arbeit von dem Preisrichterkollegium zu Köln der erste Preis zuerkannt. Gewiß eine schöne Auszeichnung für den Verfasser, der sich trotz seines hohen Alters eine geradezu bewunderungswürdige körperliche und geistige Frische bewahrt hat. t Grün berg, 23. August. Der heutige „Ludwigs- markt" war vom Wetter begünstigt. Der Viehmarkt war mit Schweinen, namentlich Ferkeln, sehr stark, mit Rindvieh ziemlich- gut befahren. Der Handel mit jüngeren Ferkeln ging recht flott. Solche von 6 bis 8 Wochen wurden zu 32 bis 40 Mark das Paar verkauft; vorgeschrittenere kosteten, je nach Dualität, 45 dis 60 Mark. In;diesen Preislagen wurden die meisten Verkäufe abgeschlossen. — Der Handel mit Rindvieh ging weniger lebhaft, obwohl die Preise etwas höher waren, als auf dem vorigen Markte. — Um 10 Uhr begann die mit dem heutigen Markte verbundene Faselschau; von den zahlreichen, zum Teil prachtvollen Tieren der Vogelsberger und Simmenthaler Rasse wurden 14 durch! die Kommission angekört. Mehrere der letzteren wurden von Gemeinden sofort angekauft. Die Preise schwankten zwischen 350 bis 400 Mark. — Der dringenden Erntearbeiten war der Markt diesmal ziemlich frühzeitig beendigt. §§ Bannerod (Kreis Lauterbach), 23. August. In der Hofraithe des hiesigen Schuhmachers Heinrich Seibert brach! vergangene Nacht plötzlich ein Brand aus. Das Feuer wurde bald bemerkt und konnte von unserer sofort herbei geeilten Feuerwehr in kurzer Zeit gelöscht werden, so daß nur der Dachstuhl teilweise abbrannte und alles andere unversehrt blieb. Das Feuer soll dem Vernehmen nach beim Schornstein entstanden sein und durch das noch vorhandene Strohdach Nahrung gefunden haben. Darmstadt, 23. August. Der Großherzog empfing gestern u. a. den Professor Dr. Walter, Frauenarzt und außerordentlichen Prosessor an der Universität G-ießen, und den Badearzt Dr. Wachenfeldt von Bad-Nauheim; zum Vortrag den Staatsminister Rotye, den Präsidenten des Finanzministeriums Gnauty, den Kabinettssekretär Dr. Kranzbühler. Darmstadt, 23. August. Infolge umfangreicherer Umbauten im Ständehause ist an em Wiederzusammen- treten der Zweiten Kammer vor November Nicht zu denken. Auch die Ausschüsse werden ihre Beratungen vor Ende Oktober Taum wieder aufnehmen können. — ^n der heutigen Sitzung der S t a d t v e r o r d n e t e n machte Ober- bürqermeister Morneweg die Mitteilung, die staatsanwalt- schaftliche Untersuchung des gestrigen Un gl ücks f al les bei den Kanalisationsarbeiten, die den Tod zweier Arbeiter herbeiführte, habe ergeben, daß ein Verschulden niemanden treffe, daß vielmehr die mit der Aufsicht und Ausführung jener Arbeiter Befaßten alle vorgeschriebenen Schatzmaßregeln befolgt und gutes .Ratttral verwendet hätten. Die beiden anderen, in Mitleidenschaft gezogenen Arbeiter sind nur leicht verletzt undim wesentlichen mit dem Schrecken davongekommen. ^S^npitut der S chu l är z t e war seinerzeit von der Stadt Darmstadt mit an erster Stelle eingeführt worden, und Mar Zunächst um erst Erfahrungen zu sammeln, für zwei Verwaltungsjahre. Da sich nach dem übereinstimmenden Urteil aller zuständigen Faktoren diese Einrichtung in Zeder Beziehung bewährt hat schlügt der Magistrat vor, sie zu emer ständigen zu machen Die Versammlung nimmt den Vorschlag S timmig an - Den Wegenftanb der gütigen Tagesordnung bildet der Ausbau der ele!treschen Straßenbahn. Die Bürgermeisterei hat berm Fmai^- ministerium die Konzession für zwei Linien nachgesuchp Das Finanzministerium hat die Konzession abgelehnt und zwar rm wesentlichen aus technischen Gründen, 6s ton sich nicht entschließen, einen selbständigen elektrischen Be- lrieb in den Straßen zuzulaffen, m denen bereits em Tampfbahnbetrieb vorhanden ist. Em gemernschastlrcher -Betrieb der elektrischen und Dampfbahn sei schon deshalb unmöglich, weil diese nie die Fahrgeschwindigkeit bewilligt erhalten können wie die elektrische Bahn. Im übrigen macht das Ministerium einen Vorschlag für ein Ueberein- kommen zwischen der Süddeutschen Eisenbahn- aesellschaft und der Stadt Darmstadt, gegen den die Bürgermeisterei ernste Bedenken hat, über den sie nähere Mitteilungen aber in der öffentlichen Versammlung nicht macht. Äe hält ein Uebereinkommen überhaupt so lange nicht für empfehlenswert, wie die derzeitige Gesetzgebung über die Nebenbahnen dem Staat die Berechtigung giebt, solche als Nebenbahnen klassifizierte Bahnen nach Ablauf der Konzessionsdauer selbst zu erwerben. Die Stadtver ordnetenversammlung beschließt auf Vorschlag der Bürger meisteret, zunächst erneut um die Konzession einer Linie einzukommen, die nicht mit einer schon bestehenden Dampfbahnlinie zufammenfällt, nämlich die Linie Grafenstraße- Wendelstadtstraße - Liebiastraße - Kalertstraße-F-rankfurter- stratze. Des weiteren soll Material gesammelt werden zur Entkräftung der technischen Bedenken des Ministeriums für die andere Linie. Ferner wird an die Regierung und an die Stände das Ersuchen gerichtet werden, eine Aenderung d e s Neben bahn gesetzes herbeizuführen, derart, daß die Regierung zu Gunsten der Stadt auf ihr Erwerbungsrecht verzichtet. — Von anderer Seite erfährt der Korre- spLNdent der „Franks. Ztg." über das vom Finanzministerium der Stadt Darmstadt vorgeschlagene Uebereinkommen mit der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft, daß die Stadt der Gesellschaft eine jährliche V a u s ch a l s u m m e von 8 5 00 Mark zahlen soll, wofür die Gesellschaft alle Einkünfte, die ihr aus dem internen Stadtverkehr zufließen, an die Stadt abzutreten hat. Jene Summe soll dem Jahresdurchschnitt der Einkünfte entsprechen, die die Gesellschaft in den letzten Jahren aus dem Lokalverkehr hat. Die Bürgermeisterei soll gegen diesen Vorschlag namentlich Bedenken rechnerischer Natur haben. G r o ß - U m st a d t, 22. August. Ueber den am letzten Montag in die Kollekte des Kaufmanns I t t m a n n gefallenen Haupttreffer der Großh. Hessischen Landeslotterie läßt sich eine echte, rechte Legende von vielen merkwürdigen Zufälligkeiten bilden. Der viel- begehrte Treffer von 500 000 Mark fiel bekanntlich auf die Losnummer 4377, und zwar auf zehn Zehnteile. Die Besitzer dieser Zehntellose sind teils wohlhabende Landwirte, teils sehr bedürftige Arbeiter. 3 Zehntel entfielen auf hiesige Einwohner, 3 weitere Zehntel auf eine Spiel-Gesellschaft in Kleestadt und die übrigen nach Schlierbach bei Babenhausen. Unter den Mitgliedern der oben erwähnten Spielgesellschaft befand sich auch ein Polizeidiener, der aber vor der letzten Ziehung aussckfied. Ein anderer Besitzer des glücklichen Zehntelloses bot in Groß- Umstadt noch am Ziehungstage morgens beim Frühstück einem Maurer sein Los für zwei Mark an, fand jedoch zu seinem großen Glücke keinen Abnehmer. Eine halbe Stunde später hatte ihn dies ominöse Los zum wohlhabenden Manne gemacht mit 42 500 Mark barem Gewinn. (N. H. V.) Mainz, 23. August. Der Gefreite Albert Heftrich von der 2. Eskadron des 13. HusarenregimentS, der am Sonntag in Wackernheim von dem Landwirt Weiland mit einer Heugabel erstochen wurde, ist heute abend auf dem dortigen Friedhose mit militärischen Ehren beerdigt worden. An dem Leichenbegängnis sich nahezu die ganze Gemeinde, die auch alle Kosten der Beerdigung trägt. Mitglieder des Kriegervereins trugen den Sarg. Der Mörder, sowie sein Helfershelfer Karl Krieger sind beide im AmkSgerichtSgefängnis zu Ober-Ingelheim interniert und werden, sobald die Voruntersuchung abgeschlossen ist, nach Mainz gebracht werden. Mainz, 23. August. Heute nachmittag ist Bischof Dr. Komm von Trier zum Besuch des Bischofs Dr. Brück hier eingetroffen. Mainz, 23. August. Nach einer Mitteilung aus- Wendelsheim beträgt der Schaden, den der jüngst dahier startgehabte Wolkenbruch in der Gemarkung an Gebäuden, Feldern und zu Grunde gegangenem Vieh verursacht hatte, über 450 000 Mark. Es hat sich ein Unter» stutzungskornite gebildet. — In seiner heute Abend abgehaltenen Generalversammlung schloß der Verein für Volkswohlfahrt seine vorjährige Bilanz mit 85667 Mark 28 Pf. ab. Das Vereinsvermögen beträgt jetzt, durch besondere Zuwendungen im abgelaufenen Jahre 31329 M. 78 Pf., für feine verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten bewilligte der Verein für das nächste Jahr 15 485 Mark. (?) Worms, 23: August. Maschinen- und Werk- Keugausstellung für das Kleingewerbe in Verbindung mit einer Ausstellung von Kunst- und kunstgewerblichen Gegenständen, sowie einer Ausstellung von Schüler- und Lehrlingsarbeiten aus Hessen, wurde am letzten ^wstag hier eröffnet. Sie bietet in ihrer Eigenschaft . Fachausstellung für Gewerbe und Handwerk ein ganz eigenartiges, hochinteressantes Bild. Neue interessante Werkzeuge und gewerbliche Erzeugnisse wechseln in bunter h mio ben modernsten Hilfsmaschinen für die verschiedensten Zwecke ab. Ter elektrischen frraftübertrag» ist c.in wertes Feld eingeräumt und dieselbe ermöglicht e., daß die meisten der in großer Anzahl vertretenen Maschinen in Betrieb gezeigt werden. Letztere sind sogar oft ju mechanischen Musterwerkstätten in Gruppen zusammen- gestellt. Selbstverständlich sind auch die verschiedensten Tnven von Kleinmotoren vertreten. Kurz, die Ausstellung bietet eine Fülle des Interessanten und Belehrenden für jedermann. ).( Frankfurt, 23. August. Im Opernhaus wird Richard Wagner'S Trekralogie „Der Ring des Nibelungen" im Zusammenhänge am 1. September beginnend, an folgenden Tagen zur Aufführung gelangen.- 1. September- nRheingold", 3. September: „Walküre", 7. September: -Siegfried", 9. September: „Götterdämmerung". In „Siegfried", „Walküre" und „Götterdämmerung" wird der Kammersänger AloyS Burgstaller Mitwirken. Die Preise werden die normalen großen des Opernhauses sein. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nach einer Mitteilung auS Birnheim ist am 21. d. M. ein furchtbares Unwetter mit Hagelschlag dort niedergegangen, wodurch ein großer Teil der Tabakernte zu drunde gegangen ist. — Als Nachfolger des im Herbst aus dem Staatsdienst ausscheidenden Kreisrats HaaS in Offenbach werden genannt Kreisrat v. Homberg-Alzey und KreiSamtmann Fuchs, der augenblicklich Sekretär im Staatsministerium ist. — Bon den Offenbacher Stadt* verordneten ist der KontrollauSschuß, der die Ausführung der Befchlüffe der Stadtverordnetenversammlung durch die Bürgermeisterei überwachen soll, gewählt worden. Vorsitzender ist der Stadtverordnete Ulrich. — Ein Wirt aus der HeringSbrunnengaffe in Mainz hat Frau und Kinder und Geschäft im Stich gelaffen, und ist unter Mitnahme alles baren Geldes verduftet. Bon Frankfurt aus hat er seiner Frau 150 Mk. per Post gesandt mit dem Auftrage, dafür die Bicrrechnung zu bezahlen. Mit ihr, seiner Frau, könne er nicht länger zusammenleben, sie möge sehen, wie sie fertig würde, er ginge in die weite Welt, sein Glück wo anders zu suchen.__________________________________________ Vermischtet. • Köln, 23. August. Ein bedauerlicher Unfall hat zwei Unteroffizieren des süddeutschen, nach Ostasien bestimmten TruppentranSpoiteS das Leben gekostet. Der eine stürzte bei der Station Kalk aus dem Zuge, der andere fiel bei Düsseldorf auf das Geleise und wurde von dem nachfahrenden Berliner Schnellzuge total zerstückelt. • Berlin, 23. August. Durch die Explosion einer Sauerstoffflasche wurden heute morgen ein Arbeiter gelobtet, ein anderer lebensgefährlich verletzt. Dem Getödteten war durch die Gewalt der Explosion der Kopf vom Rumpfe gerissen und der Körper mehrere Meter weit fortgeschleudert. • Berlin, 23. August. Professor Rudolf Virchow, der morgen mit seiner Gattin die goldene Hochzeit feiert, hat Paris verlassen und wird den morgigen Tag in WilhelmShöhe bei seinem dritten Sohne zubringen, der dort kgl. Obergärtner ist. * Wien, 23, August. Der Eilzug Budapest — Fiume entgleiste bei der Station Kelenfeld. Die Lokomotive, sowie zwei Waggons wurden zertrümmert, Passagiere jedoch nicht verletzt. * New-Vork, 23. August. Da die Behörden die Neger gegen den Lynchmord schützten, brannte der weiße Mob in Akron (Ohio) das Rathaus nieder und demo« lierte das Gericht mittels Dynamit. Zwei Kinder wurden getötet und verschiedene Personen schwer verletzt. Die Staatsmiliz stellte die Ordnung wieder her. In Akron ist durch die gegen die Neger entstandene Bewegung ein Schaden von 1 Million Dollars verursacht worden. Universität und Hochschule. — Der Vorstand der Fachschule für Spinnerei in Reutlingen, Professor Iohannsen, hat einen Ruf an die technische Hochschule in Dresden erhalten. — Prof. Dr. Bernhard Kübler, Privatdozent der Geschichte in der philosophischen Fakultät der Berliner Univerfität, ist zum a.-o. Professor in der Berliner Juristenfakultät ernannt worden. Wie die „Voss. Ztg." berichtet, hat Küblers Uebertritt von der philosophischen Fakultät in die rechtswissenschastliche ihren Grund darin, daß Kübler seit einer längeren Reihe von Jahren einem großen rechtswiffen- schastlichen Werke seine Arbeit widmet, einem Werke, daS zugleich für die klassische Philologie, das Sonderfach Küblers, hervorragende Bedeutung hat. ES ist das Wörterbuch der klassischen römischen Rechtssprache, das auf die Anregung und auf Kosten der Savigny'Sttftung bei der Berliner Akademie der Wissenschaft in Angriff genommen wurde. — Der Prtvatdozent in der medizinischen Fakultät der Universität Berlin Dr. Max Ritze wurde zum a.-o. Professor ernannt. - Prof. Dr. Ernst Commer von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Breslau hat einen Ruf als o. Professor der Dogmatik an die Universilät Wien erhalten und wird, dem Vernehmen nach, demselben zu Beginn des Wintersemester- folgeleisten. — Prinz Max von Sachsen, der seit l1/« Jahren als Geistlicher in Nürnberg thätig war, hat die Berufung als Professor für kanonisches Recht und Liturgie an die Dominikaner-Schule Freiburg in der Schweiz angenommen. Arbeiterbewegung. B Mainz, 23. August In einem Schreiben an die sogenannte Lohnkommisfion hat jetzt der Vorstand der Lederwerke eine sehr bündige Erklärung abgegeben. Die verlangten Forderungen könnten, schreibt der Vorstand der Lederwerke, infolge der schlechten Konjunktur unmöglich Bewilligung finden, weshalb eine Verhandlung vor dem Gewerbegericht zwecklos sei. Nur in Bezug auf die Ueberstunden sei man eventuell bereit, eine Aufbesserung eintreten zu lassen. Weiter gibt der Vorstand bekannt, daß, wenn die Streikenden unter den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen wollten, solches bis kommenden Montag zu geschehen habe, wogegen den gekündigten Arbeitern die Fabrik geschloffen bleibe. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung der Ausständischen, in der das Schreiben deS Vorstandes der Leoerwerke zur Verlesung kam, ging man unter großer Entrüstung über den Vorschlag der Geschäftsleitung zur Tagesordnung über. Nach einem hier zirkulierenden Gerücht, das indeß wenig Glauben findet, fanden wieder Verhandlungen statt, die darauf abzielten, die hiesigen Ledenverke mit einem großen Lederwerk in Worms zu vereinigen. Schon vor längerer Zeit hat ein derartiges Gerücht zirkuliert, das sich aber bekanntlich nicht bewahr- heitet hat. Gerichtssaal. Darmstadt, 22. August. Auf der Station Rosenhöhe in Darmstadt war am Wittag des 12. September 1899 ein Rangierzug in den Personenzug von Eberbach hineingefahren und hatte neben ziemlich bettächtlichem Materialschaden die mehr oder minder starke Verletzung von drei Paffagieren sowie des Fühters der Personenzugsmaschine und des Heizers der Rangiermaschine herbeigeführt. Verantwortlich gemacht wurden dafür von der Staatsanwaltschaft und der Verwaltung, die m der Person des Essenbahndirektors Weiß aus Mainz einen Sachverständigen gestellt hatte, ein Stationsdialar, der am Tag des Unfalls den Dienst versah, der Führer der Rangiermaschine, ein Hilfsweichensteller, der als Rangiermeister fungierte, sowie ein Güterbodenarbeiter. Die drei ersten wurden glatt freigesprochen, weil ihnen weder Vernachlässigung ihrer Pflickten und Dienstvorschriften, noch auch Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden konnte. Sie haben im Gegenteil gethan, was ihnen nach Lage der Dinge pflichtgemäß oblag. Der vierte Angeklagte, ein Güter- bodenarbetter, der die Anordnung der da- Unglück verursachenden Rangierbewegung überbracht hatte, ohne dazu von zuständiger Stelle ermächtigt zu sein, wurde freigesprochen, weil er kein Beamter im Sinn des Gesetzes und Dienstreglements ist, also auch nicht als solcher zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Schuld am Unfall traf nach Ansicht des Gerichts den Wärter des Signalturms, der das Zeichen zur Einfahrt des Personenzugs gegeben hatte, ohne sich davon zu überzeugen, ob das Gleis auch frei fei. Dieser aber war sonderbarerweise nur als Zeuge geladen. In seiner Aussage machte er einen so unbeholfenen und verworrenen Eindruck, daß man nicht begreifen kann, wie ein Mann von einer solchen geistigen Veranlagung an einen so verantwortungs- I vollen Posten gestellt werden konnte. Das sprach denn auch der Vor- I sitzende des Gerichtshofs in der Urteilsbegründung offen genug aus, in- । dem er meinte, verantworttuh für den Unfall seien ganz andere Leute' alS die Angeklagten, nämlich jene, die den Signalturmwärter an sein« Post« gesetzt hätten. Diese müßten sich deshalb wegen des Bs» gekommenen Vorwürfe machen. Die in Betracht kommende Verwaltung ist die der hessisch preußischen Sisenbahngemeinschast. Interessant war auch die Konstatierung, daß eS zwar eine schwere Menge von Instruktion-, Vorschriften im Essenbahndienst giebt, daß aber gerade durch ihre Ueber- fülle die genaue Kenntnis und Beobachtung durch die Beamten fast um möglich wird und thatsächlich auch vielfach unterbleibt. Eine Vereinfachung, so meint die „Franks. Ztg." und wir schließen unS ihr an, wäre da wohl dringend am Platz. Leipzig, 23. August. DaS Reichsgericht hat die Revision, die gtflcn das Urteil des Berliner Landgerichts I in Sachen des Attentats auf den Reichstagsabgeordneten Dr. Lieber eingelegt worden war, heute verworfen. Der Schriftsteller Adolf Brand war bekanntlich wegen diese- Attentats zu einem Jahre Gefängnis oct» urteilt worden. Paris, 24 August. Die Zahl der Drosch en kutsch er, welche die Arbeit wreder ausgenommen haben, hat sich bedeutend vermehrt. Ungefähr 800 Kutschen der Compagnie gänerale konnten in Betrieb gesetzt werden. Die Ausständigen sind eifrig bemüht, sich die tHumment der Wagen von den Streikbrechern zu verschaffen. Man befürchtet infolgedessen für nächsten Tage Ausschreitungen der Ausständigen gegen die arbeitenden Kutscher. Kriesbasten !>er Redaktion. O. Die gestern erwähnte Rew-Porker Firma, die den Grand Prix in Paris erhalten hat, heißt allerdings nicht Glatt & (Eo., sondern Platt & Go. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gieße«, 24 August 1900. Der Herr Verfasser des gestrigen „Eingesandt" in Nr. 197 d. Bl. behauptet mit Unrecht, daß ein Metzgerhund „feit Monaten" die Nacht ruhe der gesamten Nachbarschaft stört. Wenn sich der betreffende Herr bei dieser Nachbarschaft ober der Polizeibehörde erkundigt hätte, wäre et mit seinem Richterspruch jedenfalls etwas vorsichtiger gewesen. Der Besitzer eines Metzgerhundes in jener Gegend. Kirchliche Nachrichten. Sv aegeliskht « e n e i n b t. Sonntag den 26. August. 11. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Giadtkirche. BormittagS 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der MarkuS- gemeinde. Vormittags 9>/, Uhr: Pfarrer Schlosser. An der Johannedktrche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Nächsten Sonntag, den 2. September, findet die kirchliche Feier deS Sedanfestes statt. An biefem Tage wird eine ftoUttte zum Besten der «aiser Wilhelm Stiftung für deutsche Invaliden erhoben. CS wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, eS rechtzeitig — spätestens eine Woche vvT der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Samstag den 26. August Nachmittags um V/» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 26. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6. ' tuc Male gefahrenes *Ba Verhältnisse halber billig zu Verkaufen. 5490 ____________ kiebigstratze 41. Wkndrltlkppk ist zu verkaufen. Näheres Schrrlstraße 2. 03489) Zwei Bäume Birnen zu verkaufen.Südanlage 20. Morgen, Samstag trifft auf dem hiesigen Eilgüterbahnhof du Waggon Gurken ein. Einmackgurken 100 Stück 1 Mk, Salatgurken Stück 2 bis 3 Pfg 03486 Adam Stein aus Lang-GönS. 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