z?.e. 95 Zweites Blatt Mittwoch den 25. Avril 1900 Gießener Anzeiger General-Mnzeiger ZLczugspreis vierieljährl. Ml. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Briiigerlohn; durch die Abholeftrlle« vierlcljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierleljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen drS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenprriS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. k ifdidnl täglich jr,t: Ausnahme des Montags. Dir Gießener Si mitienv läkler »aten dem Anzeiger hi Wechsel mit „Hess, tanbroirt" u. „Blätter Hess. Volkskunde" tidtl. 4mol beigelegt. Inriahwe von Anzeigen zu der nachmittags für den Ichgmdm Tag erscheinender. Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abend» vorher. Amts- unb Anzeigeblott für deir Tkveis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schokstraß« Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische UotKsKunde. Adrefie für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Der nachstehende Nachtrag zum Ortsbaustatut der Senreinde Wieseck vom 1. Dezember 1899 wird unter dem Infigci zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Be- (timmnngen desselben mit dem Tag der Bekanntmachung in Kraft treten. Gießen, den 19. April 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Nachtrag zm» OrtSbauftatut vom 1. Dezember 1899 für die Gemeinde Wieseck. Auf Antrag des GemeinderatS wird nach Anhörung befc KreiSauSschuffeS und mit Genehmigung des Großh. Niiristeriums des Innern vom 14. April 1900 zu Nr. N. b. I. 9966 folgendes bestimmt: § 1. In Abänderung des § 1 des OrtSbaustatuts Dom 1. Dezember 1899 werden nunmehr auch die übrigen in dem unterm 4. Juli 1899 genehmigten Ortsbauplan fkstj esetzten Baufluchtlinien bezw. Straßen zur Bebauung eröffnet. § 2. Die Bestimmung des § 2 des Ortsbaustatuts Dom 1. Dezember 1899 soll auf die im vorstehenden § 1 new röffneten Linien bezw. Straßen keine Anwendung finden. Gießen, den 19. April 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 20. April 1900. Litt effend: Den Wiesengang. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen ib die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. März l. I. (Kreisbl. Nr. 53) noch nicht nachgekommen flnb,. werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. Gießen, den 21. April 1900. betreffend: Die Errichtung von Ortsgerichten; hier deren Thätigkeit in der Strafrechtspflege. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen n Großh. Polizeiamt Gießen und die Orts- wliizeibehörden der Landgemeinden des Kreises. Nach Art. 139 Abs. 2 des Gesetzes, die Ausführung irS Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Ge- richtSbarkeit betreffend, vom 18. Juli 1899 haben die Orts- gnichte auf Verlangen der mit der Strafverfolgung oder ktriafvollstreckung betrauten Behörden Leumundszeugniffe tuszustellen und Berichte über Gnadengesuche zu erstatten, jut pflichtmäßigen und gewissenhaften Ausstellung von .forderten LeumundSzeugntssen und Erstattung von Bergen über Gnadengesuche wird häufig die vorgängige kinficht der bei den Ortspolizeibehörden gesammelten Straf- mhrichten (vergl. Amtsblatt Nr. 8 von 1900 unter Nr. 24) wlwendig sein. Um den Ortsgerichtsvorstehern, die nicht zugleich Wrgermeister sind, ihre Aufgabe zu erleichtern, erscheint at geboten, daß die im Besitze der Strafnachrichten befindlichen Bürgermeistereien und Polizeiverwaltungen den Orts- NiichtSvorstehern oder den etwa von ihnen mit der Ein- ffchtliiahme beauftragten Ortsgerichtsmitgliedern auf Berlingen diese Strafnachrichten mit Bereitwilligkeit zugänglich »chen, sei es dadurch, daß fie ihnen die Sammlung «ahnend der üblichen Geschäftsstunden, in dringenden Fällen auch außerhalb derselben, auf dem Geschäftszimmer zur Einsicht vorlegen, oder sei es dadurch, daß fie chnen unter Nrbehalt der Rücksendung die Urschrift oder eine Abschrift Ifr rin Betracht kommenden Strafnachricht verabfolgen. v. Bechtold. Bekanntmachung. ~~ • i Die Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Be- . ^Wuigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie ,erivaichsener Arbeiterinnen in Fabriken und denselben J ^kickhgestellten Betrieben (Wertstätten, die mit Dlmps betri eben werden, größere Zimmerplätze, größere Ziegeleien und Brüche) bringen wir nachstehend von neuem zr» Kenntnis der Beteiligten. Auf die genaue Beachtung der Vorschriften über die den jugendlichen Arbeitern zu gewährenden Pausen (I, 7 und 8) machen wir noch besonders aufmerksam. ließen, den 16. April 1900. Großherzogliches Polizeiamt. Muhl. Auszug aus der Gewerbeordnung. I. Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. 1. Kinder unter 13 Jahren dürfen in Fabriken nicht beschäftigt werden. (G.-O. § 135 Abs. 1.) 2. Kinder über 13 Jahren dürfen in Fabriken nlir beschäftigt werden, wenn he nicht mehr zum Besuch der Volksschule verpflichtet sind. (G.-O. § 135 Ms. 1.) 3. Minderjährige dürfen nur beschäftigt werden, wenn sie mit einem durch die Polizei-Behörde ihres letzten txmernden Aufenthaltsortes oder ihres ersten deutschen Arbeitsortes ausgestellten Arbeitsbuche versehen sind, welches von dem Arbeitgeber einzusordern, zu verwahren und auf amtliches Verlangen jederzeit vorzulegen ist. (G.-O. §§ 107 und 108. Vergl. auch die in jedem Arbeitsbuche abgedruckten 8Z Hl und 112 der Gewerbe-Ordnung.) 4. Wer Kinder unter 14 Jahren oder junge Leute zwischen 14 uftd 16 Jahren in einer Fabrik beschäftigen will, muß hiervon der Orts-Polizeibehörde vorher schriftlich Anzeige machen. (G.-O. 8 138 Abs. 1.) In der Anzeige find >anzugeben: die Fabrik, hie Wochentage, an welchen die Beschäftigung stattfinden soll, Beginn und Ende der Arbeitszeit und der Pausen, Art der Beschäftigung. — Soll hierin eine Aenderung eintreten, so muß davon vorher der Behörde weitere Anzeige gemacht werden. (G.-O. § 138 Abs. 2.) 5. In jedem Arbeitsraume, in welchem jugendliä>e Arbeiter unter 16 Jahren beschäftigt werden, muß an einer in die Augen fallenden Stelle ein Verzeichnis der darin beschäftigten jugendlichen Arbeiter unter Angabe der Arbeitstage, des Beginns und Endes der Arbeitszeit, des Beginns und Endes der Pausen ausgehängt sein. (G.-O. 8 138 Ms. 2. Vgl. auch Ziffer 10 unten.) 6. Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht länger als 6 Stunden, junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren dürfen nicht länger als 10 Stunden täglich beschäftigt werden. (G.-O. 8 135 Ms. 2 und 3.) Die Arbeitsstunden aller Arbeiter unter 16 Jahren dürfen nicht vor halb 6 Uhr morgens beginnen und nicht über halb 9 Uhr abends dauern. (G.-O. ß 139 Abs. 1.) Die Arbeiterinnen unter 16 Jahren dürfen überdies am Samstag, sowie an Vorabenden der Festtage nicht nach halb 6 Uhr nachmittags beschäftigt werden. (G.-O. 8 137 Abs. 1.) 7. Zwischen den Arbeitsstunden müssen allen Arbeitern unter 16 Jahren regelmäßige Pausen gewährt werden. Für solche, welche nur sechs Stunden täglich beschäftigt werden, muß die Pause mindestens eine halbe Stunde betragen. Den übrigen muß mindestens mittags eine einstündige, sowie vor- und nachmittags je eine halbstündige Pause gewährt werden. (G.-O. 8 136 Abs. 1.) 8. Während der Pausen darf den Arbeitern unter 16 Jahren eine Beschäftigung im Fabrikbetriebe überhaupt nicht und der Aufenthalt in den Arbeitsräumen nur dann gestattet werden, wenn in denselben diejenigen Teile des Betriebes, in welchen jugendliche Arbeiter beschäftigt sind, für die Zeit der Pausen völlig eingestellt werden, oder wenn der Aufenthalt im Freien nicht thunlich und andere geeignete Aufenthaltsräume ohne unverhältnismäßige Schwierigkeiten nicht beschafft werden können. (8 136 Ms. 2.) 9. An Sonn- und Festtagen, sowie während der vom ordentlichen Seelsorger für den Katechumenen- und Konfirmairden-Beicht- und Kommunion-Unterricht bestimmten Stunden dürfen Arbeiter unter 16 Jahren nicht beschäftigt werden. (8 136 Ws. 3.) 10. In jedem Arbeitsraum, in den: Arbeiter und Arbeiterinnen unter 16 Jahren beschäftigt werden, ist eine Tafel, tveldje die vorstel)enden Bestimmungen in deutlicher Schrift enthält, auszuhängen. (§ 138 Abs. 2.) II. Beschäftigung erwachsener Arbeiterinnen. 1. Wer Arbeiterinnen über 16 Jahren in einer Fabrik beschäfttgen will, muß hiervon der Ortspolizeibehörde (hierorts dem Polizeiamt) vorher schriftliche Anzeige machen. (8 138 Abs. 1.) In der Anzeige sind anzugeben: die Fabrik, bie Wochentage, an welchen die Beschäftigung stattfinden soll, Beginn und Ende der Arbeitszeit und der Pausen, Art der Beschäftigung. — Soll hierin eine Aenderung eintreten, so Muß davon vorher der Behörde weitere Anzeige gemacht werden, (ß 138 Abs. 2.) . 2. Arbeiterinnen über 16 Jahren dürfen naht langer als 11 Stunden täglich, an Vorabenden der Sonn- und Festtage nicht länger als 10 Stunden täglich beschäftigt werden. (8 137 Ms. 2.) Die Arbeitsstunden dürfen nicht in die Nachtzeit zwischen halb 9 Uhr abends und halb 6 Uhr morgens satten. Am Samstag, sowie an Vorabenden der Festtage ist die Beschäftigung nach halb 6 Uhr nachmittags verboten. (8137 Abs. 1.) 3. Zwischen den Arbeitsstunden muß den Arbeiterinnen eine mindestens einstündige Mittagspause gewährt werden. Arbeiterinnen über 16 Jahren, welche ein Hauswesen zu besorgen haben, sind auf ihren Antrag eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen, sofern diese nicht mindestens ein und eine halbe Sttmde beträgt. (8 137 Abs. 4.) 4. Wöchnerinnen dürfen während Di er Wochen nach ihrer Mederkunft überhaupt nicht und während der folgenden zwei Wochen nur beschäftigt werden, wenn das Zeugnis eines approbierten Arztes dieses für zulässig erklärt. (8 137 Ms. 5.) 5. In jedem Aroeitsraum, in dem Arbeiterinnen über 16 Jahren beschäftigt werden, ist eilte Tafel, welche vorstehende Bestimmungen unter Ziffer 1 bis 5 in deutlicher Schrift enthält, auszuhängen. (§ 138 Abs. 2.) Gießen, 20. April 1900. Betr.: Die Ausführung des JnvalidenverficherungS- gesetzes; hier: den Erlaß einer Dienstanweisung für die mit der Ausstellung, dem Umtausch und der Erneuerung der Quittungskarten beauftragten Stellen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien von Heuchelheim, Klein Linden und Watzenborn-Steinberg, den Stelleuiuhaber für die Ge- marknng Hof-Güll, die Gemeiudekrankeuverficherungsrechuer der übrigen Gemeinden und den Vorstand der Betriebs Krankenkaffe von der Main-Weserhütte zu Lollar. Wir erinnern Sie an Erledigung unserer Verfügung vom 12. März l. I. (Amtsblatt Nr. 5). v. Bechtold. Bekanntmachung. Bei der öffeulichen Faselschau zu Grünberg am 5. April d. Js. wurden die folgenden Fasel von der Kör- kommission angekört: Gießen, den 20. April 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. OrdnungS- I Nummer Eigentümer Rasse Fasel Mer Farbe Gutachten der Kommission über Bemerkungen Namen Wohnort Körperbeschaffenheit Gesundheitsund Nährzustand 1 Karl Bock Gießen Vogelsberger 'i»/4 Jahre rot ziemlich gut gut 2 Pachter Ludloff Merlau Simmenty. Kreuzung 15 Monate Hellfalbscheck gut w 3 Konrad Lein Niederohmen Desgl. 17 Monate genügend e 4 Karl Keil Grünberg Simmenth. Reinzucht 16 Monate Hellfalb gut N 5 Heinrich Lein Klein-Eichen Desgl. 14 Monate * ■ ■ 6 Derselbe Desgl. 14 Monate Falbscheck ziemlich gut H 7 Derselbe • DeSgl. 17 Monate gut ■ Aus Stadt und Kund. Muserr-irrrserr, gleichviel welche« Inhaltes, werve« grundsätzlich nicht aufgenomvrett.) Gießen, 24. April 1900. *• Ernennungen. Der ordentliche Honorar-Professor für Darstellende Geomettie an der Technischen Hochschule Dr. Georg Scheffers wurde zum ordentlichen Professor der Darstellenden Geometrie an der Technischen Hochschule, der zweite Staatsanwaltsgehilfe bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Rheinhessen Philipp Benz zum ersten Staatsanwaltsgehilfen ernannt. ** Ter zweiten Kammer der Landstände ist eine Vorstellung pensionierter Volks-Schulleherer zu, Gießen betreffend Pensronsaufbesserung zugegangen. Sie führen darin folgendes aus: Die vor 1896, Anfangs dev 90 er Jahre Pensionierten Volksschullehrer haben die sihv schlimmen Zeiten kärglicher Besoldung vor Anfang und- in den ersten 50 er Jahren von 155 Gulden bis Ende der 50 er Jahre, in denen die meisten kleineren Stellen auf 200 Gulden erhöht wurden — mit durchlebt und deshalb ihren Unterhalt meistens mit Familie — sich mit Nebenerwerb, namentlich aus Mangel, die nötigen Löhne aufzubringen, mit Pen schwersten landwirtschaftlichen Arbeiten und init Privatstundengeben zum großen Teil ihren Unterhalt erringen müssen. Nach ihrer Pensionierung, die meistens, mit Ausnahme einiger wenigen, jetzt sich im höchsten Lebensalter befindenden nach 1890 geschehen, verzogen viele derselben in Städte, namentlich in ^solche, ftr.o sie mehr Gelegenheit zur Ausbildung ihrer Söhne, und Beschäftigung in Handarbeiten für ihre Töchter erhoffen konnten, obgleich die Miete, namentlich in größeren. Städten, sehr bedeutend ist. Diejenigen, welche nach deml 1. April 1897 in Pension getreten, beziehen, obgleich jüngermehrere 100 Mark mehr als die Unterzeichneten und mehrere andere. Nachdem die meisten schwach bemittelten Eltern die Kosten für Ausbildung bestritten, haben viele ihre Ausbildung in nicht billigen Zeiten im Seminar fortgesetzt und dann nach Beendigung dieser Zeit 155 Gulden Gehalt durch viele Jahre hindurch bezogen. Zugesetzt konnte von den meisten nichts werden, zumal elterlicherseits nichts mehr geschehen konnte und das etwa durch! Heirat erstandene Vermögen meistens aufgezehrt werdeu Mußte. Für das Alter konnte unter den angeführten Um-^ ständen an keinen Sparpfennig gedacht werden trotz größter Einschränkung. Die alten pensionierten Lehrere bitten: nun, die Ständekammer möge die Staatsregierung ersuchen^ cm der jetzt in Aussicht stehenden Gehaltsaufbesserung der aktiven Volksschullehrer auch die alten pensionierten nach Verhältnis deren früheren Dienstzeit partizipieren zu lassen. *• Bericht über das 27. Geschäftsjahr des kaufm'auvischeu Vereins. Mitgliederzahl 31. März 1899: Ehrenmitglieder 6, ordentliche Mitglieder 204, unterstützende Mitglieder 199, zusammen 409. — 1899/1900 kamen hinzu 46 ordentliche und 13 unterstützende Mitglieder. Es schieden aus 40 ordentliche und 20 unterstützende Mitglieder. Es verbleiben somit 408, und zwar 6 Ehren-, 210 ordentliche und 192 unterstützende Mitglieder. — Das Bereins- vermögen setzt sich zusammen aus dem Kasienbestand von 616,55 Mk., dem Grundstück, dem VereinShaus-Jnventar und der Bibliothek (1150 Bände), sowie dem neu erworbenen Bauplatz. Dem gegenüber stehen die Schulden des Vereins als Hypothek, Restkaufschilling, Schuldschein, Straßenbeitrag, Zinsen u. s. w. Laut Bilanz beträgt das Gesamtvermögen 54 544,70 Mk. — Die Bibliothek umfaßte am Ende vorigen Jahres 1071 Bände. Neu angeschafft wurden 104, ausrangiert 25 Bände, bleibt Bestand 1150 Bände. — Innere Thätigkeit. Im Laufe des Jahres fanden statt: 1 or- dentliche und 1 außerordentliche Generalversammlung, 20 Vorstandssitzungen, 8 Sitzungen des Schul- und 8 des Aufnahme-Ausschusses. Der Besuch des Vereinshauses war ein besserer als im Vorjahr. Die Bierlieferung hatte die Brauerei Friedel & Asprion zur allgemeinen Zufriedenheit. Ferner wurde ein Bauplatz angekauft. An den Stadtvorstand wurde eine Eingabe gerichtet, dem Verein die bestehende Bauverpflichtung zu erlassen. Sie hat ihre Erledigung noch nicht gefunden. — Vorträge wurden in Gemeinschaft mit dem OrtSgewerbe-Verein Gießen gehalten. 1. Ueber Fernwirkung der Elektrizität und Telegraphie ohne Draht. 2. Rezitation: Rosegger. 3. Rezitation: Moderne Dichtungen (Anna Hill). 4. „Ein verschwundener Erdteil" (JenS Lützen). 5. Die Tellsage und Schillers „Wilhelm Tell". 6. „Deutschlands Kolonien". — An geselligen Veranstaltungen fanden statt: 1 Konzert, 1 Sommerfest, Stiftungsfest, Weihnachtsfeier, Kappensitzung, 1 Abendunterhaltung. — Zuwendungen. Zu Gunsten der kaufmännischen Fachschule und des Lehrlingsheims vom Stadtvorstand 800 Mk., vom Vorstand der Spar- und Leihkasse 800 Mk., von der Großh. Handelskammer Gießen 500 Mk. — Vergünstigungen genossen die Mitglieder wie bisher (Euler'sche Bäder, Stadttheater, Panorama u. s. w.) — Verschiedenes: Das Ausscheiden des bisherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Orbig, dem der Verein einen bedeutenden Teil seines in den letzten Jahren erfolgten Aufschwungs verdankt, führte vom 13. Februar ab der 2. Vorsitzende, Herr Emil Horst, den •* Siebenter Jahresbericht der kaufmLuuische« Fachschule 1899/1900. Das Sommer-Semester dauerte vom 1. Mai bis 24. August. Unterricht wurde in Schönschreiben, Ortho- graphie und Stenographie erteilt. Die Schülerzahl betrug 46. Das Winter-Semester begann am 3. Oktober 1899 und schloß am 30. März 1900. Die Schülerzahl belief sich auf 148, von denen 82 gleich 55 Prozent schulpflichtig waren. Die Schüler standen zwischen dem 14. und 20. Lebensjahr. Aus der Provinz Oberhesien stammten 119 Schüler, davon aus Gießen 78. Größtenteils waren es Söhne von Kaufleuten, Beamten und Handwerkern. Gelehrt wurde einfache und doppelte Buchführung, Handelskorrespondenz, kaufmännisches Rechnen, Wechsellehre, Französisch, Englisch, Handelsgeographie, Schönschreiben. Ferner wurden zwei erfolgreiche Kurse im Schreiben auf der Schreibmaschine abgehalten, die von 10 bezw. 4 Teilnehmern besucht waren. — Das Lehrlingsheim wurde in bisheriger Weise weitergeführt und durch Weihnachtsfeier, Feier der patriotischen Festtage, Vorträge usw. Unterhaltung geschaffen. O Wiese», 22. April. Sein 50jähriges Stiftungsfest feiert am 7., 8. und 9. Juli der Gesangverein „Concordia". Die Festausschüsse haben schon mit den Vorarbeiten begonnen. Als Festplatz ist das am nordöstlichen Ausgang des Ortes (Ried genannt), der Gemeinde gehörige Gelände erworben. Die Beleuchtung des Festplatzes mit Acetylengas ist der Firma L. Welbokorsky aus Gießen übertragen, der Wirtschaftsbetrieb den Wirten E. Schäfer und Ad. Ziegler. Den musikalischen Teil wird die Kapelle Becker ausführen. Nidda, 21. April. An der hiesigen höheren Bürgerschule wurde an Stelle des Neu-Philologen Lehramts- Assessor Hirsch, der nach Friedberg versetzt wurde, Lehr- amts-Accessist Zimmer, Mathematiker, angestellt. H. Aus dem Horloffthal e, 23. April. In den Vogelsberger Forsten haben sich die nordamerikanischen Koniferen, besonders die Douglastanne und die Sitkafichte sehr rasch akklimatisiert. Man macht jetzt auch bei uns in der Wetterau Versuche mit diesen Nadelhölzern. Die Pflanzen wurden aus Holstein bezogen. Bieber (Kreis Gelnhausen), 23. April. Das schreckliche Schiffsunglück bei Bingen am 17. April hat auch in unsere Gemeinde Trauer gebracht. Unter den so jäh ums Leben Gekommenen befindet sich auch der Kaplan Theodor Weber, der am 27. April 1876 hier geboren wurde. Unter großen Opfern von feiten seiner dem Arbeiterstande angehörenden Eltern konnte er bei reichen Geistesgaben und regem Fleiße in Frankfurt a. M. das Gymnasium besuchen, um dann im Priesterseminar zu Fulda Theologie zu studieren. Am 22. September v. IS. erhielt er in Limburg die Priesterweihe, und am 24. Septbr. 1899 feierte er hier in unserer Pfarrkirche unter begeisterter Teil« nähme der Gemeinde sein erstes Meßopfer, um am 1. Oktober die Kaplanei in Oestrich anzutreten. bm. Mainz, 22. April. Der Plan, mit der Gutenberg fei er ein allgemeines Volksfest zu verbinden, gegen das vielseitig, als einer Gutenbergfeier unwürdig, Bedenken laut geworden sind, wird nach einem gestern gefaßten Beschlüsse nun doch zur Ausführung kommen. Neben Konzerten verschiedener Militärkapellen ist eine Luftballonfahrt in Aussicht genommen. Die Männerchöre und die Turnvereine haben ihre Beteiligung zugesagt. Die Radfahrerunion will den Tag benutzen, den vom Großherzog gestifteten Ehrenpreis auszufahren. Das Volksfest, das im Stadthallengarten stattfinden wird, soll bei der großen Menge der vorgesehenen Lustbarkeiten auf die ganze Dauer der Gutenbergfeier ausgedehnt werden. bm. Aus Rheinhessen, 22. April. Das bekannte Weingut der Erben Dolles in Bodenheim ist für den Groß« Herzog von Hessen käuflich erworben worden. DaS Gut umfaßt ca. 30 hessische Morgen. Neben dem eben angekauften Weingute hat die Großh. Staatsdomäne noch einen zweiten Gutsbesitz in Rheinhessen, das frühere Römer'- sche HerrschaftSgut bei Alzey, das vor etwa Jahresfrist erst für den Großherzog erworben worden ist.— Prinz Max von Sachsen wird von Anfang Mai an längere« Ausent- halt in Bingen nehmen, und in die am Fuße des Rochusberges gelegene Villa „Sachsen" ziehen. Während seines Aufenthaltes in Bingen werde der Prinz des Oefteren den Gottesdienst in der Rochuskapelle abhalten. Frankfurt a. M., 23. April. Neuregelungder Theaterverhältnisse. Der gemischte Ausschuß von Magistrat und Stadtverordneten ist mit seinen Beratungen über die Neuregelung der Theaterverhältnisse zum Abschluß gelangt. Der Vertrag läuft bis 1907 und soll am 1. November 1900 in Kraft treten. Die Subvention wird auf 250 000 Mark erhöht. Das Gesellschaftskapital ist zuzüglich Garantiefonds auf die Höhe von 200 000 Mark zu bringen. Ferner soll eine Instanz geschaffen werden, die über etwaige Meinungsverschiedenheiten der Direktoren sofort und endgiltig zu entscheiden hat. 39. Chirurge»'Ko«gr«tz. Ter erste Teil der gestrigen Nachmittagssitzung wurde durch verschiedene Vorträge über Magen-Darmope- rationen ausgefüllt. Professor L ö p k e r (Bochum) hat bei zwei ganz kleinen Kindern Magen und Darm eröffnet und eine neue Oeffnung zwischen beiden Organen hergestellt. Das eine Kind starb, das andere aber genas trotz! des ungewöhnlich schweren Eingriffs und entwickelt sich! seit nunmehr zwei Jahren ganz vorzüglich. — Professor Kehr- Halberstadt hat dieselbe Operation mit günstigstem Erfolge bei zwei Kindern im Alter von acht Wochen und zwei Monaten ausgeführt. Bei einem Erwachsenen hat er die Operation nicht weniger als dreimal aussühäen müssen: erst dann war der Patient dauernd von feinen Beschwerden befreit. Nach einigen Vorträgen über die Erkrankungen des' Bauchnetzes wurde noch das wichtige Kapitel der Bauch- b r ü ch e erörtert. Ueber einen höchst merkwürdigen Kunstgriff bei der operativen Behandlung der Brüche berichtete Dr. Goepel (Leipzig); er hat zum Verschluß der sogenannten Bruchpforte Silberdrahtnetze verwendet und in 18 Fällen glatte Einteilung des Netzes und sicheren Verschluß der Bruchpforte erzielt. Zum Vorsitzenden für den nächstjährigen Kongreße wurde Geheimrat Professor Czerny (Heidelberg) gewählt. Die heutige Vormittagsfitzung des Kongresses brachte eine ganze Reihe sogenannter „interessanter" Fälle, wie die an ihnen vorgenommene Operation. Gleich der erste Patient, welchen Dr. Gott st ein (Breslau) vorstellte, bildete eine chirurgische Rarität. Dem 48 jährigen Manne ist vor einem Jahre der krebsig erkrankte Kehlkopf heraus-? genommen worden. Trotzdem hat der Patient mit vieler Geduld gelernt, in seinem Rachenraum eine Art falscher Stimme zu erzeugen, die, ohne gerade besonders wo? ' lautend zu klingen, eine volle Verständigung mit sei > Umgebung ermöglicht. Ja, selbst ein Lied vermag er । singen. Jedenfalls stellt diese Art, ohne Stimmorgan V sprechen und zu singen, ein Kuriosum dar. Aehnliche e- solge hat der Berliner Chirurg Professor Gluck erji i der vier wegen Kehlkopfkrebs operierte Männer vorstell ( Nicht weniger als 45 Schnittnarben an ihrem lin'e Arm zeigte (die nächste von Dr. Friedrich (Leipzigs ,, zeigte Patientin. Ihre seltsame Krankengeschichte illustri> recht drastisch das bekannte Wort von den kleinen Ursacke und den großen Wirkungen. Vor nunmehr acht Jahrs zog sie sich eine Verletzung des linken Mittelfingers n>- einer Fischgräte zu; es kam zu einer ausgedehim- Entzündung, die zu einem Einschnitt führte, und die Eu. zündung trat in den folgenden Jahren alljährlich bni bis viermal auf, jedesmal von einer Operation gefotq Die drei jungen Mädchen, welche Professor Hoffa Wi'., bürg) vorführte, sind mit gutem Erfolge operiert rvoib-r sie litten an schwerem Schiefhals. Jetzt vermögen sie t>iY Kopf nach allen Seiten hin frei zu bewegen. Nach bitje; Krankenvorstellungen entspann sich eine lebhafte Debaii- über Hände-Tesinfektion bei Operationer Dr. Sarwey (Tübingen) hat die üblichen Desinfektion- ■ Methoden, die mit chemischen Mitteln und die auf mecbc • nischem Wege vorgenommen, einer sorgfältigen Prüfun- unterzogen. Dr. V o l l b r e ch t (Breslau) empfahl die Te- ' infektion mit festem Seifenspiritus zur zuverlässigen Te- infektion der Haut. Verschiedene Redner traten für bi Anwendung von Operationshandschuhen aus Gummi ein Die gestrige Schlußsitzung brachte zunächst eine D batte über die Behandlung der Wirbelsäulen-Vei krümm un gen. Bei der Behandlung derartiger Test mitäten bedient sich Dr. V u l p i u s (Heidelberg) mit Boi liebe des orthopädischen Stützkorsettes. 'Eine interessante Methode, zerrissene B l u t • du fäße und Nerven zu nähen, beschrieb Dr. P a h r (Grazi. c benutzt dazu ein seines, dünnes Röhrchen aus Magnesium welches, in besonderer Weise angelegt, eine vollkommen Vereinigung der getrennten Enden und ihre Vernähe ermöglicht. Ueber Musiker-Krankheit hielt alsdam i Professor Zahludowski (Berlin) einen Vortrag, ter die meiteften Kreise interessieren dürste, (h I ist eine recht moderne Krankheit, welche den Klavierspieler | betrifft. Die Hand des Klavierspielers mag noch so kräftig ausgebildet sein, sie muß doch stets mehr ober wenige stark gespreizt werden. Abgesehen von mancherlei haui> Verletzungen, kommt es zu Zerrungen der Sehnen unb Muskeln; und wenn diese sich ständig wiederholen, jo bildet sich ein chronischer Krankheitszustand heraus, den der Lehrer in seiner Unkenntnis häufig auf fehlerhafte Handhaltung schiebt. Gerade kleine Hände sind besonder; gefährdet. Hier entstehen Verrenkungen, Sehnenscheiden- entzündungen und solche der Knochenhaut, Nervenschmerzen die bis in die Schulter ober Brust ausstrahlen, xie stetige Ueberanstrengung kann durch Schwächung der Muskulam sogar tiefgreifende Allgemeinstörungen zur Folge haben Ein Geiger ist weniger schlimm daran; er benutzt, feinem Lebensalter und seinem Entwickelungszustand entsprechciu Instrumente von verschiedener Größe. Insbesondere ba:- Kind bekommt für den Unterricht eine kleine, später em? größere Geige. Anders beim Klavierunterricht! DieTastaNu ist stets die gleich große. Vernünftigerweise sollte unser. 8 Industrie dahin streben, für jugendliche Spieler ein, Klaviatur zu bauen, welche den kleinen Händen keine übei- mäßige Arbeitsleistung zumutet. Dann werden jene Stör ungen sich vermeiden lassen. Aus der Reihe der Krankenvorstellungen sei noch eint« jungen Mannes, bei welchem Dr. P ö l ch e n (Zeitz) toegtp epileptischer, nach einer Schädelverletzung entstandener An fälle in der Hypnose nicht weniger als dreimal den Schäon eröffnete. Der Patient erhielt nicht das geringste &■ täubungsmittel; er wurde lediglich in hypnotischen Hi stand versetzt, stöhnte nur ein paar Mal leicht auf, zog sich nach vollendeter Operation ruhig an und legte sic ins Bett. Erst dann kam er zum Bewußtsein. Bemerke/? | wert war endlich noch ein Vortrag von Dr. Riese (8hit in welchem er auf die Entstehung schwerer Gehirnerkran- ungen von schlechten Zähnen aus hinwies. Den Schluß der Sitzung und damit des fto i - gresses überhaupt bildete eine kurze Uebersicht des te sitzenden Professor von Bergmann, über die „geteilttb Arbeit". Acht Tages-, eine Nacht- und eine Frühstvruj waren erforderlich, um eine Zahl von 84 Vorträgen utt 20 Besprechungen zu bewältigen. Kongreß für innere Medizin. Wiesbaden, 20. April. Smith-Marbach zeigt an einer Reihe von Herzas Zeichnungen, wie eß möglich ist, eine genaue Ueberwachu^ der Funktion des Herzens auszuüben, und dadurch bei ybd Kranken die das Herz schädigenden Momente zu konstatier^. Poehl-Petersburg spricht über organische Mittel Krankheiten, welche durch Anhäufung von Stofstvrch^ Produkten bedingt sind, Autointoxication. Sonnenberg"l Worms weist in seinem Vortrage darauf hin, daß die dauungSstörungen des Säuglings und der Brechdurchr- ebenfalls Stoffwechselvergiftungen seien. Ueber die M zündung der inneren Herzhaut, Endocarditis, und ihre Ziehungen zu anderen Krankheiten spricht Litten-Berv Nach diesem trefflichen Referat, welches eine allgemeines stimmung und Beifall fand, kam es darüber zu länga!- Diskussion, an der sich unsere bedeutendsten Sliniit! beteiligten. Gegen die Litten'schen Beobachtungen, die cv' ein 20 jähriges Studium basieren, wurden nur wenige C'LUnhB ! L"L * K * ’S J nii *31 große AeachtM Mit einem' die schon # ° 3m uns getragen: Sie zu Hgefcrn ju Gitßerr. Hießen, Sie Mn litiie oon Stang von Hkirm 4 ( unb von der Gl bei WtM kchiW Post, Damstr' Die dw M 1. Dia LMMm ■ vermaltet in Besuch der ( Gieß^ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. DiehmLrkte. 8023 860 Neustadt 2S 2896 sowie 8018 0009 empfiehlt 1284 dritter Klasse in ein Unholde über die Attentäter, die in Kreisgericht Bozen und verheiratet. Schuch der Gesellschaftsräume berechtigt. Gießen, den 22. April 1900. Frankfurter Börse vom LS. April. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult. April 0.75 o/o, do. per ult. per ult, 0.00*/r. Heb. Arnold II Marktstraße S8. Mai 2.00%, do. per ult. Juni 2.80®, o« Diskonto-Kommandit April 0.701/0, do. per ult Mai 1.65%, do. per ult. Juni Die verflossenen Feiertage machten sich auf den einzelnen Vieh- märtten sehr bemerkbar. Es waren die meisten Märkte nur mittelmäßig frequentiert, aber auch die Umsätze waren nicht belangreich. Der Handel in Großvieh und Kälbern konnte sich einigermaßen entwickeln, kann aber nur als annähernd mittelmäßig bezeichnet werden. In Schweinen ruhte das Geschäft fast vollständig und beschränkte sich der Umsatz nur auf das Notwendigste. Die anhaltend gute Witterung, Ginger Co. Nähmaschiueu-Akt.-Ges., Hieße«, Naynhofikraße 4. anerkannt werden müssen, schließt v. Jaksch den 18. Kon- I- I greß. Als nächste Zusammenkunft wird Berlin 1901 und zum Präsidenten Senator-Berlin gewählt. in Meßen. Gießen, dm 23. April 1900. Großherzogl'ches Amtsgericht. 3011 Gebhardt. Tabak. Die ja vorauszusehen war, konnte sich !in dieser Berichtswoche, die noch unter dem Einflüsse der Feiertage stand, kein Gesch t , . wickeln und beläuft sich der Umsatz auf zirka 150 Zentner ryem bayerischen Tabaks älterer Jahrgänge, die von Händler ,u Hänv er »um Preise von Mk. 20-31 verkauft wurden Es steht auch raum für die nächsten Wochen ein etwas flotterer Geschäftsgang zu erwarten. — Mit der zweiten Fermentation der Herbsltabake wird letzt aUen*; halben begonnen, bei anhaltend warmer Witterung dürfte dies aucy mit den Zigarrentabaken geschehen Im allgemeinen liegt das Geschäft sehr ruhig. In losen Pfälzer Rippen geschüftslos, feine loje Mk. 8—8,50, gebündelte feine Mk. 11—12. Hopfen. DaS Geschäft entwickelte sich am Nürnberger Markte während der Berichtswoche abermals sehr schleppend und wurden nur einige neinerc Posten gutfarbiger Ware zu Kundschaftszwecken umgesetzt. Die Prerfe i erhielten sich auf dem Niveau der Vorwoche. Kohle«. Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung 1 und 2 Mk. 230 bi» Mk 240, Nußschmiedekohlen Mk. 215 bis Mk. 225, deutsche Anthratit- Nußkohlen Mk. 310 bis Mk. 320, englische Anthracit. Nußkohlen Mk. I 350 bis Mk. 360, Ruhr Flammnußkohlen 1 und 2 Mk. 230 bis Mk. I 240, Ruhr-Flammnußkohlen 3 Mk. 220 bis Mk. 230, Fettschrot Mk I 210 bis 220, Ruhr-Bruchkoks Mk. 325 bis Mk. 335, Aussiebgries Mk. | iso bis Mk. 160. Alles pro 10 Tonnen ab Mannheim. Die S,ti^ I ation hat sich seit bet Vorwoche nicht verändert. Die Zufuhren nach I Mannheim sind andauernd beschränkte und vermögen die Nachfrage I immer noch nicht voll zu befriedigen Lombarden 27.30-20.00, Ungar. Goldrente 97.60, Italiener 94 90, gproa. Mexikaner 25.50, Oesterr. Coupons 84.%, Amerik. Coupons 4.19, Privat-Dißkont 4%®/0. ii/.-28/. Uhr: Kreditaktien 228.30-00-000, Diskonto-Kom- . . r,. « »n nn T__1___A__O«T Ort solches erster Klasse gelockt, wo die Ahnungslose herfielen. 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Ter „Meraner Zeitung- wird aus Kaltern berichtet: Am Ostersonntag abends verübten zwei Kondukteure der Ueberetscher Bahn im fahrenden Zuge an einem allein reisenden Fräulein aus Nasiereit im Ober- innenthal ein schweres Sittlichkeilsverbrechen. Die junge Dame, die in der Absicht, ins Kloster zu gehen, nach Kallern suhr, wurde während der Fahrt von einem Koupe (Marke Kaminfeger). Iaörikarrt: Schutzmarke. Gart Gentner, Göppingen zerrissene Bill! -kohichen aus gelegt, eine vG- >den und ihre ankheit erlin) einen Bmu eressieren . welche den Sir.; pielers mag no: . stets mehr ok. y ■ )en von manch-.; rrungen her etl/m - Ü [laubig roiebertjßkit, fyittylianb beraub, bn 5 fiäfij auf fehleihch! Möe sind befoWi' nngen, SehueMüdi' MssirGfa. 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Starke-Berka macht Mitteilung L seine Blutkörperchenzählung, in der sich zwei Richt- | „..-ii geaenüberstehen. Bornstein-Landeck spricht über » «ißernährung. Michaelis-Berlin hat in den letzten Iden wahren in der Leyden'schen Klrmk an circa Oranten die Sauerstofftherapie auSgeübt. Jetzt, es aelunqen ist, reinen Sauerstoff herzustellen, M keine Nebenerscheinungen mehr beobachtet worden. L soblenoryd. und Morphiumvergiftungen sei int Sauer- ».nsubr als ein spezifisches Heilmittel zu betrachten. ÄÄ?Prag bestätigt diese Erfolge, und erwähnt den ffrfoto der Therapie in einem Falle von BetaubungS- ;!!.nb üuckerharnruhr. Merkel-Nürnberg berichtet 1 eine parallele Heilung zweier Dienstmcidchen. die zu ccieber Beit eine Kahlenoxydvergtftuug sich zuzogen: Dee L die schlimmere Anzeichen einer Vergiftung hatte, wurde mi Sauerstoffzusuhr behandelt, und erholte sich weit leichter !! die^andere, bei der nur die künstliche Atmung ange- E Lennhoff-Berlin spricht über die mit Ws Becher angestellien Untersuchungen, das M» pichen Körperform; und Lage der Nierenj betreffend. Strauß-Berlin bringt r u b e iTsrKu I Lombarden per uU. April 0.35/0, do. per ult* Mai 0.70 0/0, do. per Seittäge zur Funktion des Magens. Strubel -BEau 0i00o/e. Spanier per ult. APrü 0 00. beliebtet über eine neue Methode der Uun« und Bim- 1 niotieruncen: Kreditaktien 228.60-20-00-00, EHskonto- ntttrri.irhmin mittelst des EintauchrefaktometerS; er ist der I Kommandit 190-189.80-0, Staatsbahn 186.20-000, Gotthard 142.00, .L dkr dk" Methode für medizinische Zwecke verwertet > r^°n 27.30-20.00. u»>. 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