Nr 197 Zweites Blatt. Freitag den 24. August 1900 UtM *b 1**m^*h fcti WirBiyrf *u »•■Mitelfittcr »K>H Mv Inirtgn E *e*M ■* tMlwkr x. Ratter * M. »-a»kunde- «K4ml Wifritgt. Gießener Anzeiger Aezugrprel» vtertrljShrl. Mk. 1,^ monatlich 75 Ps§. mit Brmgfrlotpi; durch die AbholrftrÜc» vierteljährl. Mk. IX monatlich 65 PI, Bei Postbezug Mk. 2,40 oiertelftx mit Bestellgel». A»»«tz»r W« Rnzeigei, zu bet e***Üteg4 Mr b* )e4ynÜHi L»g «eNKinenben Nummer Mi wnn. H Mr. (oetefttnl M w0n. Generat-AHeiger Lik Lnzeigkn.BerunttlungSstesteK des In- und ÄuiUtb^i nehmen Lnzeigm für den Gießener Lnzeiger entger—-. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., answärti 20 Pfg. Aints- und Unjcigeblatt für den Kreis Gieszen. Amtlicher Wl. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Ringelshausen; hier die Arbeiten des III. Abschnittes. In der Zeit vom DienStag, 28. August l. IS. bis einschließlich Montag, 10. September l. IS. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Rabertshausen die Arbeiten des III. Abschnittes rubr. Feldbereinigung, nämlich: I. 1. 6 Zuteilungskarten, 2. 1 Zuteilungsverzeichnis, 3. 1 Band Gütergeschoffe, 4. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, 5. 1 GeldausgleichungSverzetchniS über den Zuviel- oder Zuwenigempfang von Geländewert, 6. 1 Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume nach dem alten und neuen Stand, 7. 1 Geldausgleichungsverzeichnis über den Zuviel- oder Zuwenigempfang an Obstbaumwert, 8. das Protokollbuch. II. Bezüglich der aus der Gemarkung Rabertshausen infolge Grenzregulierung zugezogenen Grundstücke: 1. 1 ZuteilungSkarte, 2. 1 ZuteilungsoerzeichniS, 3. 1 Band Gütergeschoffe, 4. 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschoffe, 5. 1 GeldausgleichungSverzetchniS über den Zuviel oder Zuwenigempsang an Geländewerk, 6. 1 Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume nach dem alten und neuen Stand, 7. 1 Geldausgleichungsverzeichnis über den Zuviel- oder Zuwenigempfang an Obstbaumwert, zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: DienStag, 11. September l. IS. vormittags von 10 bis 11 Uhr aus dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Rabertshausen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheincnden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzu- faffen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße mindestens Va Bogen einzureichen. Friedberg, 21. August 1900. Der Großh. Bereinigungskommiffär. ______________Süffert, Regierungsrat. Die Wirren in China. Die neuesten Nachrichten aus China lassen sämtliche erkennen, daß von einem Einstellen der kriegerischen Maßnahmen der Verbündeten noch lange keine Rede sein kann. China sammelt außerordentlich eifrig Truppen, um die von den Alliierten eingenommenen Städte zurück zu erobern. Li-Hung-Tschangs Friedensbedingungen dürften nicht anders aufgefaßt werden, als ein Mittel, Zeit zu gewinnen, um den verbündeten Truppen bei erster Gelegenheit in den Rücken zu fallen. Daß diese Bemühungen von allen beteiligten Regierungen in der angedeuteten Weise aufgefaßt werden, beweist dieeinmütigeZurück- weisung der Forderungen Li-Huna-Tschangs, die Feindseligkeiten einzustellen. Die Anwesenheit des Grasen Bülow und des Kriegsministers von Goßler beim Kaiser in Wil- helmshöhe dürften mit dem angekündigten Ersuchen Li- Hung-Tschangs, Bevollmächtigte zu ernennen, Zusammenhängen. Die Antwort auf diese Forderung wird Lr-Hung- Tschang gewiß wenig befriedigen. Es ist zur Stunde völlig unvar, auf welche Vollmachten Li-Hung-Tschang sich stützt und roelchen Wert diese Vollmachten unter den veränderten Verhältnissen noch haben. WbeBbm, lmbtti»n und Dru afftet: Ar. 7. GrLÜsbeila-m: Gießemr Zamittenblätter, Der heWche Landwirt, Klätter Mr hessische Voülsimn-r._________________ ■■Wl.....EI' I ! 1 —u ***■ BMeffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. IMF* Abonnements auf den Gießener Anzeiger für den Monat September werden von allen Postanstalten, Zeitungsträgern und der Expedition, Schulstraße 7, sowie denZweig- und Abholestellen, jederzeit entgegengenommen. AuS Peking. Reuters Büreau meldet aus Peking vom 14. August: Die amerikanischen und russischen Fahnen wurden heute vormittag 11 Uhr auf der östlichen Mauer Pekings auf- gepslanzt. Die indischen Truppen zogen um 1 Uhr, die amerikanischen um 3 Uhr in die britische Gesandtschaft ein und wurdet von den abgezehrten Insassen, die nur noch für drei Tage Nahrungsmittel hatten und von. den Chinesen zwei Tage heftig angegriffen worden waren, freudig empfangen. Tie Japaner begannen den Kampf vor Tagesanbruch und kämpfen noch an der nördlichen Mauer. Ein Teil der chinesischen Truppen verteidigt die kaiserliche Stadt. Die Verluste der Japaner sind unbekannt. Die Russen verloren 5 Tote und 12 Verwundete, die Engländer und Amerikaner hatten nur einige Verwundete. Die Befehlshaber der Verbündeten hatten eigentlich beabsichtigt, am 15. ds. zum allgemeinen Angriff zu schreiten. Die Truppen waren in einem Lager angekommen, das sich nur 8 Kilometer östlich der Stadt befand. Sie waren sehr erschöpft und schliefen in den Kornfeldern bei strömendem Regen. Die Generäle wurden dann durch heftiges Geschütz- und Gewehrseuer alarmiert, woraus sie entnahmen, daß die britische Gesandtschaft heftig angegriffen wurde. Sie gingen infolgedessen getrennt vor, und zwar die britischen, amerikanischen und französischen Truppen auf dem linken Ufer, die russischen und japanischen auf dein rechten Ufer des Kanals. Die Japaner lenkten den heftigsten Widerstand der Chinesen nach dem nördlichen Teile der Stadt! a>b, wo die japanische Artillerie die chinesische in einen schweren Kampf verwickelte. Die Engländer und Amerikaner trafen nur auf geringen Widerstand, bis sie in die Stadteinzogen, wo es au einem K ampf in den Straßen kam. Die Truppen drangen schließlich durch den Kanal in das Gesandtschaftsquartier ein. Aus Tschifu wird gemeldet: Die japanischen Truppen besetzten den kaiserlichen Palastin Peking am IG. ds. Etwa vier Tage vor der Besetzung von Peking haben die Kaiserin-Witwe, der Kaiser und die Minister unter der Bedeckung von 3000 Mann Truppen Tungfuhsiangs Peking verlassen. Ihr Ziel soll Sinangfu in Schensi sein. Da in Peking große Wirren herrschen, wurde die Stadt in verschiedene Sektionen eingeteilt und die eine Hälfte der Tatarenstadt auf der nördlichen Seite unter die Aufsicht der japanischen Truppen gestellt. Von den betreffenden verbündeten Truppen wurden verschiedene Komites ernannt, welche die Ruhe in der Stadt aufrecht erhalten sollen. Diese Komites werden von Japan, Rußland, Amerika, England und Frankreich gestellt. Der japanischen Abteilung ist es gelungen, die innerhalb der kaiserlichen Stadt gefangen gehaltenen fremden Missionare und chinesischen Christen zu befreien. Die Japaner verloren an Toten und Verwundeten 200 Mann. Der Verlust des Feindes bezifferte sich auf 600 Tote. Ein Londoner Telegramm lautet: Der „Times" wird gemeldet, daß die Japaner während der Rekognoszierung vor Peking den Stallknecht des Generals Tungfuhsiang abgefangen haben. Derselbe erzählte, der General habe mit 15 000 Truppen Peking am 15. August verlassen, um nach. .Kuangsi zurückzukehren. Die M i s s i o n a r e der anglikanischen Gesellschaft sind, wie aus Shanghai gemeldet wird, in Sicherheit, sie trafen in Tsing-King ein. Waldersee. Nach einer Meldung aus Rom hatte Graf Waldersee am DienStag beim König Viktor Emanuel eine halbstündige Unterredung. Der Graf wurde auf der Fahrt vom Pantheon zum Quirinal mit nicht enden wollenden Evvivarufen begrüßt. Nm 2 Uhr 45 Min. fuhr Graf Waldersee nach Neapel, nachdem er auf dem Sarge des Königs Humbert im Pantheon einen Kranz niedergelegt und beim König an der Frühstückstafel teilgenommen hatte. Der Dampfer „Sachsen" traf am Mittwoch mit dem Stabe des Grafen Waldersee, zwei österreichischen, zwei russischen, einem englischen Offizier und 80 Soldaten in Neapel ein. General von Hanneken teilt der „Post" mit, daß er nicht zum Stabe des Grafen Waldersee kommandiert sei. Er werde vielmehr als Adlatus des Johanniter- RitterS Hauptmann v. Perband dem Etappen-Kommando der ostafiatischen Expedition zugeteilt werden und die Reise nach China am 7. September antreten. Telegramme de- Gietzeuer Anzeigers. Wrlheimshaveu, 23. August. Der deutsche Delachements- führer in Peking, Oberleutnant Graf von Soden, meldet: Peking am 15. ds. entsetzt. Bon dem fünfzig Mann starken Detachement sind 11 gefallen, 5 leicht und einer schwer verwundet. London, 23. Augusts Der hiesige japanische Gesandte erklärte in einem Interview, es wäre ein großer Fehler, die jetzige chinesische Dynastie stürzen zu wollen, da infolgedessen eine völlige Anarchie ausbrechen würde. Andererseits seien Reformen ohne eine Revolution nicht möglich. Der Botschafter schlug die Einberufung eines internationalen Kongresses zur Beilegung der chinesischen Wirren vor. London, 23. August. „Daily Mail" meldet aus Rom, Graf Waldersee habe dem König erklärt, das Friedenswerk in China werde noch lange dauern. London, 23. August. Die „Times" veröffentlicht ein Telegramm aus Tung-Tschou vom 21. August, das besagt, daß die Verluste der verbündeten Truppen bis heute größtenteils den zahlreichen Todesfällen an Sonnenstich zuzuschreiben sind. Die Verluste der Europäer auf dem Schlachtfelde würden bedeutend größer gewesen sein, wenn nicht die Japaner bei jedem Zusammenstoß die größte Tapferkeit und Aufopferung an den Tag gelegt hätten. London, 23. August. Nach einem Telegramm der Morning Post aus Peking habe das Tsung-li-Aamen am 12. August eine Konferenz zur Verständigung mit den fremden Gesandten vorgeschlagen. Die Gesandten lehnten jedoch den Waffenstillstand ab. London, 23. August. „Central-NewS" melden aus Berlin, Deutschland billige vollkommen die Antwort Mac Kinleys auf den Vorschlag Li-Hung- Tsch angS. London, 23. August. Nach einem Telegramm aus Port Said ist die deutsche Torpedoflottille auf dem Wege nach China dort eingetroffen. Paris, 23. August. Die Großmächte vereinbarten zwei Hauptpunkte für die endgiltige Regelung der Chinafrage, nämlich die Integrität deö chinesischen Reiches und die Erhaltung der Mand- schuh-Dynastie, weil die Einsetzung einernenen Dynastie schwere innere Kämpfe Hervorrufen müßte. Li Hungtschang pflegt täglich Beratungen mit den fremden Konsuln in Shanghai. Neapel, 23. August. Generalfeldmarschall Graf Waldersee hat sich gestern abend 11 Uhr an Bord der „Sachsen" eingeschifft. Die Spitzen der Behörden sowie eine große Menschenmenge hatten sich zu seiner Begrüßung ein- gefunden. Der Krieg in Südafrika. Es ist nicht möglich, sich ein anschauliches Bild von den Vorgängen im Norden Pretorias zu machen und Klarheit darüber zu gewinnen, ob De Wet dort allein operiert und welche Pläne er hat. Nach einer Reutermelduna aus Pretoria vom 22. ist es offenbar De Wets Absicht, sich nach dem B o s ch v e l d t zu wenden. Ein Telegramm aus Lou- renzo Marques besagt, daß die Bevölkerung von Lydenburg den Buren den Eintritt in das Gebiet verweigert. Die Buren beschlossen, den Engländern bei Baberton Widerstand zu leisten. Laffans Bureau teilt mit, daß General D e W e t mit den Truppen des Obersten Mahon bei Wandersloop in ein Gefecht verwickelt war. Der Ausgang des Kampfes ist n o ch n ich t bekannt. Der Standard meldet aus Pretoria vom 20., Machadodorp sei geräumt worden. Diese Meldungen sind jedoch kaum mehr als Vermutungen. Nach einer Reutermeldung aus Twyfelaar vom 20. sollen die Burengeneräle Louis Botha, Lukas Meyer, Schalk, Burger, Fourie und Tobias Smuts pr Zeit mit etwa 8000 Mann und der ganzen Artillerie oer Buren, einschließlich der schweren Geschütze, bei Machadodorp stehen. Das ist zwar auch nur wieder eine Vermutung. Buller hat bei Twyfelaar, während er mit der Sicherung seiner rückwärtigen Verbindungen zu thun hat, nicht Zeit und Leute übrig, um das Borgelände und die Verhältnisse beim Feinde aufzuklären. Außerdem hat ihm ein aus den Händen der Buren entkommener Gefangenes dieser Tage wichtige Aufschlüsse gemacht. Nach den Aussagen dieses Mannes, der übrigens an der Behandlung der Gefangenen durch die Buren nichts zu tadeln fand als die knappe Verpflegung, unter der die Buren selbst zu leiden haben, befinden sich bei Machadodorp ein stark befestigtes Lager mit 3000 Buren und viele kleine Lager in dem Gebiete zwischen Carolina und Machadodorp, sodaß es dem Manne nur mit Mühe gelang, sich durch, sie ungefährdet hindurchzustehlen. Es hat demnach zunächst nicht den Anschein, als ob Botha feine Stellungen hier ohne größern Kampf aufgeben will. Nach Meldungen vom 22. ds. M. nahm Carrington den Buren Vorräte weg und hatte M e thue n ein Ge fecht mit dem Lichtenburg- Kommando bei O tt o s - H o o p. Von Kitchener hört man noch immer nichts. „ . .... . _ Der BurenkornmandantOo st Hurzen ist fernen bei Krügersdorp erlittenen Verwundungen erleg en. In Antwerpen trafen drei Mitglieder der bel- 'gischen Ambulanz aus Südafrika ein, die von den Engländern verhaftet und zwangsweise nach Europa befördert worden sind. An Bord des Schiffes befanden sich aucfy noch mehrere hundert andere, von den Engländern aus Transvaal ausgewiesene Personen. Es sind meistens Beamte holländischer Nationalität, die bei den verschiedenen Eisenbahnen in Transvaal angestellt rvaren. Labouchere veröffentlicht in seinem Blatte Truth Briefe, die in Pretoria aufgefunden wurden, und die er an Montagu White am 2. und 4. August 1899 gerichtet hat. Er rät in diesen Briefen dem Präsidenten Kruger- dringend, den Vorschlag Englands anzunehmen, eine gemischte Kommission zur Prüfung des Wahlrechtsgesetzes zu bilden; .Krüger werde hierdurch Zeit gewinnen und könne die Verhandlungen hinziehen. Labouchere schreibt weiter, daß das Kabinett entschlossen sei, den Krieg zu vermeiden, daß es aber mit Chamberlain glimpflich zu verfahren wünsche. Chamberlain hat nach Bekanntwerden dieser Briefe an Labouchere am 6. August geschrieben und ihn aufgefordert, sich zu seinen Briefen zu äußern. Labouchere verteidigt in seiner Antwort den Rat, den er dem Präsidenten Krüger gegeben hat. Der englische Unterthan Perrins wird, wie aus Pretoria gemeldet wird, vor ein Kriegsgericht gestellt, weil er im Besitze von Werkzeugen zur Herstellung von Bomben für die Buren war. 412 Mann von in Aldershot ausgebildeten englischen Truppen sollten sich heute in Portsmouth nach Südafrika einschiffen. Politische Tagesschau. Zum Rücktritt des oldenburgischen Gesamtministerrums schreibt man aus Oldenburg: Wenn ein Gesamtministerrum zurücktritt, wird man nicht leicht an Gesundheitsrücksichten denken, da pflegt man politische Gründe anzunehmen. Dennoch liegen solche nicht vor. Es sind vielmehr persönliche Beweggründe, die sich aus den: Hinscheiden des Großherzogs Petex und dem Re- ^jerunasantrrtt seines Sohnes ergeben. 'Die drei scheidenden Männer gehörten zu dem intimen Kreise des Großherzogs Peter, namentlich der Staatsminister Jansen; dieser begleitete ihn schon 1870 als Kabinettssekretär ins Hauptquartier nach Versailles. Bei den (übrigens stets sehr- rasch beigelegten) Verdrießlichkeiten Jansens mit deutLandtag wurde wohl die Frage aufgeworfen, ob die Sache nicht durch den Rücktritt Jansens beizulegen sei. Allein darauf kam stets die Antwort, der Großherzog habe den dringendsten Wunsch, sich von seinen alten, ihm lieb gewordenen Ministern nicht mehr zu trennen. Jansen war seit mehr als zwei Jahrzehnten Minister, und auch Flohr und Heumann hatten ihre Portefeuilles schon seit langer Zeit. Daß der Erbgroßherzog, der jetzige Großherzog, namentlich Jansen nicht zu seinen Vertrauten rechnete, war allgemein bekannt. Es galt für wahrscheinlich, daß Jansen beim Regierungswechsel Nachfolger des langjährigen Bundesratsbevollmächtigten S e l k m a n n werden würde. Dieser tritt zwar auch zurück, an seiner Stelle ist aber Obersinanzrat Buchholtz ernannt worden, der bisher als Nachfolger des Finanzministers Heumann galt. Jansen tritt wie seine beiden Kollegen ins Privatleben. Man nimint an, daß der neue Großherzog seine Regier- ungsthätigkeit mit neuen und chm im Alter näher stehenden Männern eröffnen wollte. Die Abtretenden waren altliberal. Die drei neuen Minister sind partei-politisch gar nicht hervorgetreten, desto mehr aber als Redner und tüchtige Fachmänner. Sie stammen aus oldenburgischen Beamtenfamilien. Obwohl man deren Haltung noch nicht zuverlässig beurteilen kann, so darf man doch bis auf weiteres wohl annehmen, daß die Richtung der olden- burgischen Politik gemäßigt liberal bleibt wie bisher, lieber die neuen Minister bringen die Blätter folgende näheren Mitteilungen: Der neue Minister des Innern Friedrich W i l l i ch, geb. 1846, ist ein Sohn des verstorbenen Seminardirektors Willich. Er wurde am 1. November 1871 zum Auditor ernannt, 1876 Amtsrichter in Brake, 1884 Amtshauptmann dort und 1887 vortragender Rat beim Staatsministerium der Justiz. Finanzminister Friedrich JuliusHeinrichRuhstratist geboren 1854 als Sohn des verstorbenen Staatsministers Ruhstrat. Er wurde 1877 zum Auditor in Brake ernannt und 1890 zum vortragenden Rät beim Finanzdepartement des Staatsministeriums. 1891 trat er zum Departement des Innern über. .Justizminister Franz Friedrich Paul Ruhstrat ist geboren 1859 als Sohn des verstorbenen Oberappellationsgerichts-Vizepräsidenten Ruhstrat. Er wurde 1884 Auditor bei der Staatsanwaltschaft hier, 1887 Amtsrichter in Brake, noch in demselben Jahre zum Landgericht Oldenburg versetzt, 1890 Staatsanwalt und 1896 Oberstaatsanwalt. Beide sind Vettern. Deutsches Reich. Berlin, 22. August. Aus Wilhelmshöhe wird gemeldet: Der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Generals v. Hahnke, heute Vorträge des Geh. Kabinettsrats v. Lucanus und des Chefs deS Generalstabes, v. Schliessen. Sodann stattete der Kaiser dem Generaladjutanten von Wittich einen Besuch ab. Er benutzte zu dieser Fahrt ein vom Kriegsministerium zur Probe gesandtes Automobil, das Hauptmann Rausch vom Train leitete. — Der Prinz öon Wales ist in Wilhelmshöhe eingetroffen. Er wurde vom Kaiser auf dem Bahnhofe empfangen, wo eine Ehren- kompagme des 167 Regiments aufgestellt war. Der Prinz verließ Wilhelmshöhe heute nachmittag. Der Kaiser geleitete bei Prinzen im Wagen zur Bahn. Aus der Fahrt zur Bahn, um den Prinzen abzuholen, benutzt- der Kaiser wieder das vom Kriegsminifterium hierher gesandte Automobil, v. LucanuS und v, Hahnke verliehen heute nachmittag Wil- helmShöhe. s — Aus Kassel wird gemeldet, daß das Kaiserpaar am 24. d. M. Wilhelmshöhe verläßt und sich nach Cron- berg begiebt. Die Kinder des Kaiserpaares kehren an demselben Tage nach Potsdam zurück. Die Kaiserin besuchte heute die Gemäldegallerie in Kaffel. — lieber die Dispositionen für das Kaisermanöver ist jetzt weiter bestimmt worden, daß am 8. September, morgens 8 Uhr, aus dem Kreckower Felde bei Stettin die große Kaiserparade stattfinden wird, der sich am Abend um 9 Uhr in Stettin der große Zapfenstreich anschließt. Am folgenden Tage, Sonntag, den 9. September, wird aus dem genannten Felde ein großer Feldgottesdienst unter Beteiligung von Abordnungen aller Kaisermanövertruppen abgehalten werden. Wie es heißt, wird der Kaiser die Feld predigt selbst halten. Alle in der Parade stehenden Truppen erhalten das Revuegeschenk, Unteroffiziere 1 Mk., Gefreite und Mannschaften je 50 Psg. — Zur Denkmals-Enthüllung in Erfurt am Samstag, der das Kaiserpaar beiwohnt, sind mehrere Einladungen ergangen u. a. an den Reichskanzler, einige Minister und hervorragende Persönlichkeiten in den thüringischen Staaten. — Der diesjährige Jagd besuch des Kaisers beim Fürsten Christian Krafft zu Hohenlohe-Oehringen aus Slaventzitz ist wegen des Ablebens der Fürstin-Mutter vom Reiseplan deS Kaisers abgesetzt worden. — Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht nach- solgende Danksagung des Generalfeldmarschalls Grasen Waldersee: „Gelegentlich meiner Ernennung zum Oberbefehlshaber in Ostasien sind mir ungezählte Aeußerungen ves Interesses, meistens in Form von Glückwünschen, brieflich und telegraphisch, in Prosa und gebundener Rede zugegangen. Aus dem ganzen deutschen Reich habe ich Grüße erhalten von vielen Kameraden aus der Armee, von Krieger, und anderen Vereinen, sowie Dielen Persönlichkeiten aus allen Schichten der Bevölkerung und auch aus Kreisen fröhlicher Zecher, Bei der Kürze der Zeit vor meiner Abreise bin ich nicht imstande, jedem einzelnen zu danken. Ich bitte daher, auf diesem Wege meinen besten Dank für die Kundgebungen, die mich herzlich erfreut haben, entgegenzunehmen." — Der neu ernannte Kolonial-Direktor Dr. Stübel hat h' ute die Geschäfte seines Amtes iwTkstornmen und sich bei den Beamten der Kolonial-Abteilung eingeführt. 7 - Der zum Kommandeur der 1. ofiasiatischen Jnf.-Bri- gade ernannte Gen.-Major v. Trotha ist ein im Aus- landsdienst erfahrener Offizier. Lothar v. Trotha ist 52 Jahre alt. Er wurde am 6, August 1866 Leutnant beim Gd.-Rgt., kam aber schon im Oktober 1866 in das neu errichtete 81. Jns.-Regt. nach Mainz. 1870 wurde er in das 47. Infanterie - Regiment versetzt, bei dem er sich im Kriege gegen Frankreich das Eiserne Kreuz erwarb. 1894 wurde er stellvertretender Gouverneur von Deutsch- Oftasrika und Kommandeur der Schutztruppe. Als Oberst Siebert, der im Dezember 1896 Gouverneur von Deutsch- Ostafrika wurde, nach dem Schutzgebiet kam, übernahm er auch das Kommando über die Schutztruppen. Oberstlt. v. Trotha, der sich bei der Ankunft des Gouverneurs noch im Innern befand, wurde im Februar 1897 beurlaubt und dann, nachdem er im März 1897 zum Obersten befördert worden war, zum Auswärtigen Amt kommandiert. — Die Militär-Verwaltung hat angeordnet, daß auch Offiziere in den außereuropäischen Sprachen (chinesisch 2c.) ausgebildet werden. — Nach einer Mitteilung der „National-Zeitung" sollen der Reichsregierung Nachrichten darüber zugegangen sein, idaß dort, wo den in Hamburg an der Pest verstorbenen Stewart Rauhut die Krankheit erfaßt hatte, sich ein Seuchenherd befinde. Auch sollen Anzeichen vorliegen, nach denen vereinzelte Pestfälle in Hafenstädten Englands aufgetreten seien, daß man aber in England mit Rücksicht aus den Seeverkehr die Krankheit verheimlicht habe. Im preußischen Kultusministerium haben eingehende Beratungen stattgesunden, nicht nur über Maßregeln, die beim Auftreten der Seuche zu ergreifen sind, sondern auch über vorbeugende Maßnahmen, die sich in erster Linie auf die Seestädte erstrecken, die der Ansteckung am meisten ausgesetzt sind. — Der „Reichsanzeiger" schreibt: Die anläßlich des Pestfalles in Hamburg unter ärztliche Beobachtung gestellten Personen sind sämtlich als gesund entlassen worden. Die Hoffnung, daß der Fall dank der energisch durch- gesührten Maßregeln vereinzelt bleiben werde, ist hiernach in Erfüllung gegangen. — Wie aus Danzig gemeldet wird, hat heute vormittag dort wiederum unter dem Vorsitz des Ober-Präsidenten von Goßler eine SanitätSkonserenz wegen Pestgefahr stattgesunden. Es wurde beschlossen, einen strengsten polizei-ärztlichen Ueberwachungsdienst des gesamten Schiffsverkehrs mit möglichster Rücksichtnahme auf die Verkehrs-Verhältnisse einzurichten. — Wie die „Volks-Ztg." meldet, haben in den letzten Tagen die zum Manöver in das Havelland abgerückten Truppenteile des Gardekorps und des 3. Armeekorps unter der Hitze bei anstrengenden Märschen schwer gelitten. Die Zahl der krank gewordenen Leute soll sich auf hunderte belaufen. Cs gehen auch Gerüchte um, denen zufolge verschiedene Mannschaften den Strapazen erlegen fein sollen. Die „VolkS-Ztg." fügt hinzu, eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. — Nach einer von den heutigen Abendblättern gebrachten Meldung aus Hamburg hat das dortige BezirkS- kommando in diesem Jahre von der Veranstaltung des sonst am Sedantage üblichen Festessens der Reserveoffiziere Ab stand genommen. Dieser Entschluß soll damit begründet worden (ein, daß eS nicht angebracht erscheine, einen deutschen Sieg über die Franzosen zu einer Zeit zu feiern, wo deutsche und französische Soldaten in China Schulter an Schulter gegen einen gemeinsamen Feind kämpfen. Auch in der Rheinprovinz sollen einzelne Militärbehörden denselben Standpunkt vertreten. — Das „Posener Tageblatt" erzählt folgendes Vorkommnis: Zwei Schüler aus einer der hiesigen Stadtschulen wurden auf dem Nachhausewege von zwei höheren Geistlichen angchalten und über ihre Fortschritte in der Schule beftagt. Die Geistlichen bezweifelten vor allem das Verständnis der Kinder. Auf die Frage, in welcher Sprache ste den Religionsunterricht erhalten, erfolgte die Antwort: In deutscher Sprache. „Aber ihr versteht doch von Religion in deutscher Sprache nichts." — „O ja, wir verstehen alles." Den wiederholten Versicherungen der Knaben, sie verstünden den Religionsuulerricht in deutscher Sprache ganz gut, solgte dann folgende Belehrung: „Wenn euch jemand fragt, ob ihr den tikans deutschen Religionsunterricht vergeht, so habt ihr zu antworte: : „Wir verstehen gar nichts davon." Homburg v. d. H., 24. August. Wie der „T.-B." schreibt, wird sich die Kaiserin Friedrich auf ärztliches Anraten in Kürze nach Italien begeben und dort einen längeren Aufenthalt nehmen. Am Sonntag weilte Prof. RenverS in Schloß Friedrichshof und wurde zur kaiserlichen Tafel gezogen, an der außer der Kaiserin Friedrich auch der König von Griechenland und die Prinzessin von Wales teilnahmen. Nach der Tafel promenierte die Kaiserin längere Zeit im Schloßpark. Gestern ist der König von Griechenland ab«= gereift. 8 Belgrad, 22. August. Heute wurde der frühere Ministerpräsident Wladan Georgi e w, t s ch seiner Stellung als Reserve-Sanitäts-Obcrst enthoben. - Tee Blatter melden eine Verfügung des Könige Milan, wonach dessen gesamte Essektcn stach Wien zu transportieren seien 9 Bukarest, 22. Aug. Als Beweis, daß Bulgarien die Anhänger des Revolution skomites in Sofia beschützt veröffentlichen die Blätter die Mitgliederliste des Komites. darunter befindet sich der Flügel-Adjutant des Fürsten General Nikolajew, die Obersten Petrow und Zalewski, ' mehrere Hauptleute und eine große Anzahl Leutnants. , „ „ ... . Sofia, 22. August. Es verlautet mit Bestimmtheit, daß die Mobilisierung der drei nordbulgarischen Di-- Ausland. Haag, 22. August. Das „Reutersche Büreau" ist ermächtigt, der in auswärtigen Blättern verbreiteten Meldung von der Verlobung der Königin Wilhel- mina entgegenzutreten. Paris, 22. August. Dem „Petit Journal" zufolge ist der Deputierte Cluseret, seinerzeit Mitglied der Pariser Kommune, g e st o r b e n. Gustave PaulCluseret war 1823 in Paris geboren. Er ging zum Militär, wurde 1855 Kapitän des 8. Jägerregiments. Da er revolutionären Anschauungen huldigte, trat er 1858 aus der Armee aus, machte unter Garibaldi den Zug nach Sizilien und Neapel mit und ging dann nach Amerika, wo er im Sezessionskriege in der Armee der Vereinigten Staaten kämpfte und es bis zum Brigade-General brachte. 1867 kehrte er nach Frankreich zurück. Nach dem Sturze des Kaiserreichs ging Cluseret nach Lyon, um dort eine Republik nach seinen Grundsätzen zu gründen und eine Föderation des Südens herzustellen; die Nationalgarde vereitelte jedoch sein Unternehmen. Nach dem Friedensschlüsse kehrte er nach Paris: zurück; er beteiligte sich an den Vorbereitungen der Kom- Königs Humbert in der liberalen Presfe yervornes. ine Note versuchte zu erläutern und zu rechtfertigen, der Vatikan habe sich korrekt benommen. Ein halbes Jahrhundert Geschichte werde nichjt durch eine Leichenfeierlichkeit ausgelöscht und eine Vergangenheit voll von Protesten uno Zurückforderungen verschwinde nicht angesichts der schErz- lichen Wirklichkeit des Augenblicks. An der Bahre des Königs Humbert sei kein Wort gesprochen worden, welches für deN Verewigten ehrender lautete, als das unserige, das den Hinterbliebenen und denen, die für ihn gebetet, ein wirklicher Trost war. , — Der Erzbischof von Mailand, Kardinal Ferrari, bat dem Bürgermeister von Mailand mitgeteilt, daß er der Gedächtnisfeier für König Humbert int Dom beiwohnen und Absolution erteilen werde. Diese Nachricht erregt in Rom allgemeines Aufsehen. _ Der Deputierte Filippo Torati hat, nachdem er gestern eine neue Unterredung mit dem Königsmörder Bresci hatte, die Verteidigung des Letzteren abgeleynt. In der letzten Unterredung, die der Advokat mit bresci hatte, erklärte Letzterer mit aller Bestimmtheit, er habe die That ganz allein erdacht und ausgeführt. Wien, 22. August. Der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr von Marschall, ist heute hier em- ^uue, die ihn, als sie proklamiert war, am 4. April zum Chef der ^iegsverwaltung ernannte. Da er es aber als Soldat mit'seinen ^Mchten ernst nahm, zog er sich das Mißfallen des Zentralkomitee J«: er wurde der Bestech- ung durch die Versailler Regierung angeklagt, und als das Fort Jssy am 30. April von seiner Besatzung schmählich! geräumt worden war, wurde Cluseret verhaftet und des Verrats angeklagt; es kam aber nicht zum Prozeß und noch ehe die Versailler Truppen Paris eroberten, wurde er in Freiheit gesetzt. (££ floh nach England und dann nach Mexiko. Das Kriegsgericht von Versailles verurteilte ihn 1872 zum Tode. Die große Amnestie von 1880 führte ihm nach Paris zurück. Er schrieb seine Memoiren und verschiedene historische Arbeiten; auch trat er wieder in die PoliNt ein. Seit 1888 gehörte er der Kammer an. Bordeaux, 22. August. Der Marineminister Lanessan sagte in einem Trinkspruch, den er gestern abend im „Cercle Voltaire" ausbrachte, es werde der Republik zur Ehre gereichen, daß sie die Flotte vermehrte. Frankreich scheine durch seine vorteilhafte Lage mehr als irgend eine andere Nation dazu bestimmt, den großen Transitmarkt für ganz Europa zu bilden. Wenn Frankreich seine Kriegs- und Handelsmarine weiterentwickele, die Politik kolonialer Ausdehnung verfolge und den Frieden auf dem Kontinent anstrebe, muß es im stände sein, unter den Nationen, die der Handel bereicherte, einen der ersten Plätze, vielleicht sogar den ersten Platz einzunehmen. Die französische Demokratie werde in ganz entschiedener Weise die Politik kommerzieller und industrieller Thätigkeit weiter verfolgen, die allein dazu angethan sei, die Vermehrung des nationalen Wohlstandes und die fortschrittliche Entwickelung des Landes sicherzustellen. R o m, 22. Lhugust. Nach einer Mitteilung des „Casfaro in Genua hatte König Humbert sein Leben versichert wie folgt: Bei der New Yorker Lebensversicherungs-Gesellschaft für 14 Millionen; bei her „.Jiutual Life" für 8 Millionen; bei der „Equitable" für 4 Millionen und bei verschiedenen europäischen Gesellschaften zusammen für 10 Millionen; das macht im ganzen 36 Millionen Lire. — Der „Osservatore Romano" veröffentlicht heute abend einen Artikel mit der Ueberschrift „Liberale Dankbarkeit", in dem hervorgehoben wird, welchen Lärm die Note vom 18. d. M., betreffend die Haltung des Va - gegenüber den Beisetzungsfeierlichkeiten des Humbert in der liberalen Presse hervorrief. Die Vermischtes. • Zum Konitzer Mord.' Das „Konitzer Tageblatt" bringt die Mitteilung, dieser Tage sei das Gutachten deS Geheimrats- Prof. Dr. Mittenzweig über den Leichen- befund Winters bei der Staatsanwaltschaft eingelaufen. Dem genannten antisemitischen Blatt zufolge, äußert sich der bekannte Gelehrte dahin, daß der unglückliche Ernst Winter bis gegen 7 Uhr abends ganz gut noch gelebt haben könne. Es sei anzunehmen, daß W., auf einem Stuhle sitzend, von hinten ergriffen und ihm em Knebel m den Mund geschoben wurde, worauf er, fast erstickt (bewußtlos), zwei Schnitte in den Hals erhielt, den einen von links, den andern von rechts. Cs wird dies daraus aefolaert, weil an der vorderen Halsparthie noch ein Stückchen Haut und Fleisch wie ein Zäpfchen herunter- bina was bei einem Schnitt von nur einer Seite nicht möglich gewesen wäre. Die Möglichkeit, daß W. noch bis 7 Uhr abends gelebt haben könne, wird damit begründet, daß sich durch die in der Speiseröhre W. vorgefundenen Speisereste der Zeitpunkt der Ermordung durchaus nicht so genau feststellen lasse weil die Dauer des Der- dauungsprozeffes bei den einzelnen Menschen verschieden ist. — Dieses Gutachten des Prof. Mittenzweig lehrt, daß Ernst Winter unmöglich durch einen Schächtschnitt getötet sein kann. Zwei Schnitte, bei denen noch das Herunter- hängen von „Zäpfchen" vorkommt, dürfen, wie die „Frist. Ztg." bemerkt, beim Schächten nicht gemacht werden. • Das Kriegshau» des Grafen Waldersee wird ganz aus Asbest bestehen, der feuersicher ist, gegen Hitze und Kälte isoliert, allen WitterungSeinflüffen widersteht und sich durch leichtes Gewicht auszeichnet. Das Asbesthaus Visionen vorbereitet wird. Ferner geht das Gerücht, daß der Ministerrat beschlossen habe, den, in Nauheim roev lenden Fürsten Ferdinand schleunigste Heimkehr anzuempfehlen. Das rumänische General-Konsulat in Sofia wird seit einigen Tagen von einem ver stärkten Polizeiaufgebot bewacht. Kapstadt, 22. August. Bei Erstattung des Berichtes über das Etatsjahr erklärte der Fchay- minister, der Wert der im vergangenen Jahre ausgeführ- ten Produkte sei um 1,176,000 Lst. niedriger als im Jahre 1898. Der Wert derDiamanten-Aus f u h r sei um 1,579,000 zurückgegangen. Dafür zeige die Ausfuhr neuer Produkte eine Zunahme von 834,000 Lst. Dank der von vornherein geübten Sparsamkeit ermäßige sich das Defizit von ursprünglich 333,000 auf 69,000 Lst. Für das laufende Jahr rechne man auf einen Ueberschuß von 27,000 Lst. i , Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. August 1900. •• Mit der Regelung des Submisfiouswesens wird sich nach dem Dorgange der bayerischen Handwerkerkammer auch die hessische in einer ihrer nächsten Tagungen zu beschäftigen haben. Nach einem Bericht der „Darmst. Ztg." hat auf eine Anregung des Landtagsabgeordneten Schubert hin der Gewerbeverein Beerfelden zwei dahinzielende Anträge an die Handwerkskammer gelangen lassen. Sie bezwecken, dem Kleingewerbe die Mitwirkung an den in Aussicht genommenen Bauten und gewerblichen Unternehmungen zu ermöglichen, und lauten: „1. Die Handwerkerkammer wird dringend gebeten, dahin zu wirken, daß die Sub- misfionssormulare und daS ganze SubmissionSversahren in Zukunft so gestaltet werden, daß daS Kleingewerbe mehr Berücksichtigung findet. Die Voranschläge sollen spezifiziert auSgearbeitet und die Einsichtnahme den Handwerkern ermöglicht werden, damit diese frühzeitig genug die detaillierten Voranschläge, Bedingungen u. s. w. kennen lernen, ihre Submissionseingaben dementsprechend gestalten können und daS Generalunternehmen nicht aus Kosten deS Klein- handwerks gefördert wird. 2. Die Handwerkerkammer möge anstreben, daß die Stein-Industrie im Odenwald und hessischen Neckarthal durch die hessischen Baubehörden mehr berücksichtigt wird. Die Pfälzer Industrie, die — wenn auch unabsichtlich — von hessischen Baubehörden begünstigt wird, müßt- von der Konkurrenz bei hessischen Bauten auS- gkschloffen werden." ** Perfonaluachrichten. Der Steuerkommissariatsasfistent bei dem Steuerkommissariat Darmstadt I Regierungsassessor Otto Müller wurde zum Steuerkommiffär des ©teuer» kommiffariais Butzbach, der Regierungsassessor Hermann May aus Altenstadt zum Steuerkommissariatsassistenten des Steuerkommissariats Worms, der Regierungsaffeffor Jakob Breitwieser aus Schaafheim zum Steuerkontrolleur, der StationSasststent bei der Main Neckar-Eisenbahn Georg Lorenz zum Vorsteher der Güterabfertigung Darmstadt dieser Bahn, der Stationsassistent bei der Main-Neckar- Eisenbahn Stationsvorsteher Ludwig Lauter zum Stationsvorsteher der Station Langen dieser Bahn, der Stations- assisteyt bei der Main Neckar-Eisenbahn Philipp Poth zum Stationsassistenten bei den Hessischen Staatseisenbahnen, der Expeditionsgehilfe Philipp Michel aus Darmstadt, der Stationsgehilfe August Kern aus Schönberg, sowie der Expeditionsgehilfe Ludwig AntheS aus Zwingenberg zu Stationsassistenten bei der Main-Neckar-Eisenbahn ernannt. •* Die höchste Auszeichnung der Pariser Weltausstellung, den Grand Prix, erhielten die durch die Firma M. Rosenthal hier vertretenen Firmen Rudolf Sack in Leipzig» Plagwitz, Fabrik von Acker-Geräten und Maschinen, und «driance Glatt u. Co. in Newyork, Fabrik von Grasmähern, Getreidemähern rc. --- Lollar, 21. August. Am verflossenen SamStag wurde, wie schon kurz erwähnt, von der Direktion des hiesigen Hüttenwerkes den Arbeitern und deren Angehörigen ein Gartenfest auf der Badenburg gegeben. Gegen halb 4 Uhr nachmittags bewegte sich ein wohl 2000 Personen zählender Festzug unter Borantritt einer Musikkapelle durch den Ort nach der Badeuburg, wo Direktor Sterne cke eine kernige Ansprache hielt. Hierauf wurden für die Kinder Jugendspiele arrangiert, während die Erwachsenen sich dem Tanze Hingaben. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde der Festplatz durch einige Hundert Lampions und bengalische Flammen beleuchtet und kurz nach 10 Uhr in einem geschloffenen Zuge der Rückmarsch angetreten. ViS zum Schluffe herrschte eine gehobene Stimmung. DaS schöne Fest legte Zeugnis ab von dem guten Einvernehmen, das zwischen der Direktion und ihren Untergebenen besteht Darmstadt, 23. August. Ueber den gestrigen Un- gl ü ck s f a l l wird noch folgendes mitgeteilt: Behufs Einlegung der Rohrstücke wurde ein ungefähr ein Meter breiter und zwei Meter tiefer Erdeinschnitt vorgenommen und die ausgehobene Erde links und rechts vom Graben aufgeschüttet. Das zur Anlegung der Straße erforderliche Niederlegen eines Teiles von der Baumannschen Wirtschaft und der angrenzenden Häuser ist noch nicht erfolgt, sodaß der ausgehobenc Sand ungefähr 8—9 Meter an den Mauern ausgeschüttet und durch Bretter am Rutschen gehindert wurde. Als um einviertel 8 Uhr die Rohrleger, um nicht in ihrer Arbeit gehindert zu sein, ein Brett noch unten einfügen und festsprießcn wollten, erfolgte, wahrscheinlich durch die damit bedingte Erschütterung, ein Zusammenrutsch, wobei vier Grundarbeiter teils ganz teils bis an die Brust verschüttet wurden ^übrigen dabei beschäftigten Arbeiter konnten sich durch springen retten. Zwei Grundarbeiter büßten durch die vollftandige Verschüttung und namentlich durch den Zufammenrulfch der aufgestellten Bretter ihr Leben ein, während die beiden anderen nur Quetschungen und Hautschürsungen davon trugen und nur bis an die Brust verschüttet wurden. L-i< beiden geretteten Arbeiter heißen Poth und >^uthmann. Mittags 2 Uhr fand die gerichtliche kommissarische Unter suchung an Ort und Stelle statt. Beide Leichen wurden sofort nach dem Leichenhausc verbracht. Die in der Nähe arbeitenden Maurer des Bauunternehmers Hop haben sich durch rasches energisches Eingreifen und angestrengte Thä- tigkcit bei den Retttingsarbeiten sehr verdient gemacht und weitere Nachrutschungen verhütet. Worms, 22. August. Dem- Wormser Altertumsverein ist der „W. Ztg." zufolge abermals ein großer Wurf gelungen, nämlich die Entdeckung eines Grabfeldes der ausgehenden Stein und beginnenden Metallzeit, welches sich reitlich als die direkte Fortsetzung der Steinzeitgräberfelder auf der Wormser Rheingewann und von Rhein-Dürkheim erweist, hinsichtlich seiner Bestattungsart und der Beigaben sich jeooch schon wesentlich von diesen reinen Steinzeitgräbern Unterscheidet. Es liegt auf dem sogenannten Adlerberg, südlich der Stadt an der nach Frankenthal ziehenden Landstraße, nur wenige Meter von der baierischen Grenze entfernt. Die Skelette, von denen bis jetzt über ein halbes Dutzend blosgelegt wurden, sind alle in hockender Lage beigesetzt, und es sind die sämtlichen Knochen und namentlich die Schädel noch in tadelloser Weise erhalten. Mehrere Skelette sind bereits in toto samt der ihnen anhaftenden Erde sorgfältig erhoben und ins Paulusmuseum verbracht worden, wo sie demnächst ausgestellt, einen Hauptanziehungspunkt der Sammlung bilden werden. Auch die kleinen Kinder wurden, wie sich bei zwei Skeletten zeigt, in hockender Lage im Grabe beigesetzt. Als Beigaben dieser Gräber fanden sich bis jetzt Gefäße aus Thon, durchbohrte Anhänger, Perlen und Nadeln aus Knochen, Fcuersteinmesser, Aexte aus Hirschhorn und ein Dolch aus Kupfer von triangulärer Form. Namentlich dieser letztere Fund ist wichtig für die Altersbestimmung des Grabfeldes. Darnach ist dasselbe mindesttns um die Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus zu setzen. Die Ausgrabung, die noch vieles erhoffen läßt, wird fortgesetzt. Wetzlar, 22. August. Auf dem heutigen Bullenmarkt waren etwa 100 Bullen angetrieben. Unter den Tieren, welche bei der mit dem Markte verbundenen Prämiierung mitkonkurrierten, befand sich sehr viel schönes Vieh, so daß die Preisrichter in der Lage waren, sämtliche vorgesehenen Prämien zur Ausgabe bringen zu können. Bei der Prämiierung trugen die Gemeinden der Bürger- tneiftereien Rechtenbach und Atzbach-Launsbach, welche in der Zucht des Vogelsberger Viehes noch immer an der Spitze marschieren, den Löwenanteil davon. Nachstehend lassen wir das Ergebnis der Prämmiierung folgen: 1. Preis: Johs. Müller. Lützellinden, 25 Mk. 2. Preis: Antön Schäfer, Hörnsheim, 20 Mk. 3. Preis: Johannes Lenz H., Lützellinden, Philipp DebuS, LauuSbach, je 15 Mk. 4. Preis: Ludwig Schäfer, Lützellinden, Anton Ohly III., Hörnsheim, Ludwig Zörb, Lützellinden, je 12 Mk. 5. Preis: Philipp Jung, Hochelheim, Georg Bepler, Kinzenbach, Konrad Schmidt, Reiskirchen, Wilhelm Bechlhold, LaunSbach, Fr. Kühn, Steindorf, je 10 Mk. 6. Preis: Johs. Müller IV., Hörnsheim, Georg Michel, Hörnsheim, Karl Jung III., Hochelheim, Lehrer Müller, Hörnsheim, Anton Bepler, Hörnsheim, Peter Ulm, Vollnkirchen, je 8 Mk. 7. Preis: Johs. Möglich, Weidenhausen, Hch. Will, Krofdorf, Georg Michel, Hörnsheim, Wilh. Schieferstein, Launsbach, Karl Bechthold, Launsbach, Johs. Matt, Hörnsheim, Gg. Geier, Atzbach, je 5 Mk. Fulda, 22. August. An der gestern hier begonnenen Konferenz des preußischen Episkopates nehmen vierzehn Bischöfe teil. Der Fürstbischof von Breslau, Kardinal Kopp, der bei den Verhandlungen den Vorsitz führt, war bereits einen Tag früher eingetroffen, um einer Einladung der Landgräfin von Hessen auf Schloß Adolfseck bei Fulda Folge zu leisten. Die Bischöfe von Hildesheim und Mainz sind wegen hohen Alters bezw. Rekonvaleszenz verhindert, der Konferenz beizuwohnen. Die feierliche Eröffnungsandacht fand gestern Vormittag in der Krypta des hl. Bonifazius statt. Der' Sängerchor des bischöflichen Kmabenkonvikts sang verschiedene mehrstimmige Lieder. Der Feier wohnte außer einer großen Menge Volkes auch die Landgräfin von Hessen bei. Gleiche darauf begannen in einem Saale des Prieiterseminars die Beratungen, die wie immer geheim gehalten werden. Fast alle Bischöfe haben in den Räumen des Priester-Seminars Wohnung genommen; nur zwei sind im bischöflichen Palais und einer in der Domdeck)anei abgestiegen. Die Konferenz ging heute nachmittag zu Ende. des Generalseldmarschall wird sieben große, bequem aus- gestattete Räume und neben Audienz- und Arbeitszimmer, Schlaf- unö Baderäumen für den Grafen und seine Adjutanten auch Gelasse für die Dienerschaft enthalten. Da« HauS wird transportabel konstruiert und kann auseinander» genommen und an einem anderen Ort wieder aufgestellt werden. * Unfälle in den Bergen. Im Schwendliberg (im uzernischen Entlebuch) stürzte ein junger Mann namens Klönne au« Köln ab. Er war zwei Stunden bewußtlos und erhielt arge Quetschungen an Kopf, Hand und Fuß. Die Aerzte hoffen, ihn zu retten. — Im Paznaunthal Tirol) verunglückte gestern auf einer Radfahrpartie bet ßtud. theol. Andreas Walch aus Wernfeld in Unterfranlen. Er stürzte in die Trisanna und ertrank. Universität und Hochschule. — Wie verlautet, wird Prinz Max von Sachsen die Berufung alS Professor für kanonisches Recht an die Dominikanerschule Freiburg L d. Schweiz annehmen. — Dr. Richard M. Meyer der bekannte LÜterarh storiker, Privatdozent an der Berliner Universität, wurde um a.-o. Pro efsor an der Berliner Hochschule ernannt. Dr. Meyer st ein Schüler Wilhelm Scherers und hat u. a. nach dem Tode seines LehrerS auch dessen Poetik herausgegeben. — Das Professorenkollegium der deutschen juridischen Fakultät in Prag hat beschlossen, den a.-o. Professor deS Bergrechtes Dr. Otto Frankl zum ordentlichen Professor vor zusch lagen.______ Arbeiterbewegung. Berlin, 22. August. Auch die Rollkutscher und Spedttionü arb eiter drohen in einen AuSstand einzutreten, wennchre Forderungen, Verkürzung der Arbeitszeit und Aufbesserung der Löhne, nicht bewilligt werden. Berlin, 22. August. Die ausständigen Kohlenarbei ter be» atzten sich gestern abend in einer Versammlung mit der augenblicklichen Sachlage. Es wurde konstatiert, daß eine allgemeine Arbeitseinstellung bei weitem nicht erfolgt sei. Die Lohnkommission beantragte eine Ab» chwächung der ursprünglichen Forderungen. Ueber diesen Vorschlag ent» pann sich eine erregte Debatte: doch gelangte er schließlich zur Annahme. Paris, 22. August. Der Versuch, den Droschkenkutscherausstand zu beendigen, ist mißlungen; nur 250 Kutscher sind heute ausgefahren. vordeaur, 22. August. Den: Marineminister ist es gelungen, den Ausstand der Hafenarbeiter beizulegen. Dünkirchen, 22. August. Sämtliche Maurer, Erd- und Holzarbeiter sind ausständig. Die Streikenden haben heute früh die Besatzung eines englischen Dampfers angegriffen. Der englische Konsul mutzte intervenieren. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Hamburg, 22. August. Der Mitinhaber der weltbekannter Rheder-Firma F. Laeiß, Karl Ferdinanz Laeiß, ist heute im Alter von 47 Jahren gestorben.___ Familien Nachrichten. Gestorben: Herr Friedrich Geisel in Frankfurt a. M.__________ Eingesandt. (ftür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 21. August 1900. Seit einigen Monaten werden di« Bewohner der Ludwigstratze vom LudwigSplatz dis zur Aula und die der BiSmarckstratze von der Löber» bis zur Stiphanstraße fast jede Nacht durch daS klägliche Geheul oder fürchterliche Gebell eines MetzgerhundeS im Schlafe gestört. Ich glaube im Inter,sie jedes Einzelnen zu handeln, wenn ich auf diesem Wege erst anfrage, ob diesem Uebel nicht auf die eine oder andere Weise abgeholfrn werden kann. sEiner für Viele. Keneste Weldungen. Wilhelmshaven, 23. August. DaS zum Uebungßge» schwader gehörige Torpedoboot 8. 65 erlitt Havarie durch einen Kolbenbruch und wurde durch daS Torpedoboot 8. 61 eingeschleppt. Leipzig, 23. August. Wie zuverlässig verlautet, ist von der beabsichtigten Teilnahme sämtlicher deutscher BundeSsürsten an der am 18. Oktober stattfindenden Grundsteinlegung zum Völkerschlacht-Denkmal Abstand genommen worden. Der Grundsteinlegung werden voraussichtlich Kaiser Wilhelm und König Albert bei» wohnen. A . Wien, 23. August. In einem Interview erklärte der hiesige bulgarische Geschäftsträger, daß der Konflikt zwischen Bulgarien und Rumänien bereits als beigelegt betrachtet werden könne. Die letzten loyalen Erklärungen der bulgarischen Regierung hätten die erhitzten Gemüter der Rumänen beruhigt und in wenigen Tagen würden die alten normalen Verhältnisse zwischen beiden Staaten wiederhergestellt sein. Budapest, 23. August. Die Fiumer Polizei verhaftete drei von den Anconaer Behörden als gefährliche Anarchisten bezeichnete Individuen. Sie wurden zur Auslieferung an die italienischen Behörden nach Ancona geschafft. London, 23. August. „Daily Mail" berichtet aus Toulon, daß die großen militärischen Vorbereitungen, die Frankreich in dem Arsenal von Toulon trifft, Bezug aus eine demnächst vorzunehmende energische Aktion an der marokkanisch-algerischen Grenze haben. London, 23. August. Die Ernennung des Herzogs von Jork zum Kontre-Admiral in der britischen Marine soll demnächst erfolgen. Der Herzog wird seine erste Reise als Kontre-Admiral an Bord der in Bau begriffenen neuen Aacht Portsmouth nach Halifax unternehmen. Woolwich, 23. August. Eine Feuersbrunst zerstörte gestern eine Anzahl Nebengebäude des hiesigen Zeughauses. Eine große Menge Vorräte aller Art wurde ein Raub der Flammen. Der Schaden beläuft sich auf mehrere taufend Pfund Sterling. Neu eröffnet! -w w Neu eröffnet! 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Mit Bezug auf § 14, Abschnitt III der Bekanntmachung Großh. Mnifteriums des Innern vom 4. Juni 1874, abgedruckt in Nr. 35 des Regierungsblattes bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen Kenntms, daß alle Obstwein-Produzenten vor Beginn der Kelterung von Obst bet der unterzeichnet, n Stelle von ihrem Vorhaben Anzeige zu machen und einen Erlaubnisschein etnzuholen haben, welcher Beginn und Dauer des Kelterns festsetzt. Nichtbefolgung dieser Vorschrift wird nach § 16 der vorerwähnten Bekanntmachung bestraft. Hambrgr.HyP.Bk. unk. b. 1905 Preuß. Hyp. A. Bk. unk.b. 1900 Pomm. Hyp. A. Bk. unk. b. 1904 Frkf. Ldw. Tred. Bk. unk. b. 1900 Erkrankungen des Wagens Gießen, den 20. August 1900. Direktion der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. Hochachtungscoll H. Thielmann, geprüfte Kindergärtnerin. Portugiesen Mexikaner omert. S. 1-111 Monopol-Griechen von 1887 werden mit üSerraschendem Erfolge bekämpft durch „Soson“, das beste aller existierenden natürlichen Nähr« und Kräftigungsmittel. — „Soson“ ist geruch- und geschmacklos und kann allen Speisen und Gelränken, auch ohne Wissen des Patienten, beigemengt werden. mYpia. 50 xr 100 gr 250 gr 500 jr 45 c 40^ 70 JL 1.60 ^.S.- Alleinige Fabrikanten: T oril Cie., Alissa. Zu hab. i. Apotheken u.Drogengeschaften. 20 Frcmkm-St. Tngl. SovrreignS Dollar« in Gold Anfertigung von Druckarbeiten aller Art empfiehlt eich die Bröhl’scbe Enh.-Buth- und SieiniraW (Pietsch Erben) Giessen, Schulstraeae 7. Gießen, den 21. August 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolsf. Gießen, den 21. August 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolsf. Ein Mädchen Hausarbeit zu einzelner Dame nach Darmstadt per 1. Oktober oder früher gesucht. Zu erfragen bei Frau Dr. Brüel, Moltkestr. B. Bekanntmachung. 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