Freitag den 24. August 1900 Gießener Anzeiger E-meral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Die Warner »«*w<<*eraittr ernten Ue lajriger ta «MM *it .Hess. öoxiBwr e. Ritter ßäc h-S. Bekunde» bäfdejt. Mr Nnzngka-Vermittiun,»stell« M I»- >nd BuilasM «ehmrn Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgeg*. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., anSwärlS 20 Pf,. . Krzagspreii vieneltährl. Mk. IM monatlich 75 P«§ nut Bringerlohn i durch die Abholrftel« vieneljährl. Mk. IM monatlich 65 Pjg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljLHM, mit Bestellgeld banMit Ma Anzeige, zu der nnchmtnagS für ke 1*4 »fchelnender. Nummer M »erm. tS HW WGOMnngm fpälesten» eb*M »ocher. Mu IS7 HricheWt tLtzlich *u Buie^w des saw—«g '' RMiM, «HPediNon und ®ruderet: >#eftrO< Nr. 7. GraLisdeitasrn: Gießener Familiendlätter, Der hcWche Landwirt, Matter für heMchc UMsKunde. Adreße für Depeschen: Anzeiger chintzE. Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Urlaub des Kreisarztes zu Gießen. Der Kreisarzt Herr Medizinalrat Dr. Haberkorn ist Dom 20. August bis 9. September beurlaubt und wird während dieser Zett durch den Großh. Kreisassistenzarzt Herrn Dr. König er in Gießen vertreten. Gießen, den 21. August 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Kiel, 14. April 1900. Wilhelmshaven, 20. April 1900. Im Herbst 1901 wird eine größere Anzahl tropen. dienstfähiger Dreijährig-Freiwilliger für die Besatzung von Kiautschou zur Einstellung gelangen. Ausreise: Frühjahr 1902. — Heimreise: Frühjahr 2904. Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner u. s. w.) und andere Handwerker (Schuhmacher, Schneider usw.) werden bei der Einstellung bevorzugt. Die Mannschaften erhalten in Kiautschou neben der Löhnung und Verpflegung eine Teuerungszulage. Bewerber, von kräftigem und mindestens 1,67 Meter großem Körperbau, welche vor dem 1. Oktober 1882 geboren sind, haben ihr Einstellungsgesuch mit einem auf dreijährigen Dienst lautenden Meldeschein entweder: dem I. Geebataillorr in Kiel: zum Diensteintritt für das III. Seebataillon, oder dem II. Seebataillon in Wilhelmshaven: zum Diensteintritt für das HL Seebataillon und die Marineseldbatterie, oder der III. Matrosevartillerie-Abteilnng in Lehe: zum Diensteintritt für das Matrosenartillerie- Detachement Kiautschou (Küstenartillerie) bis spätestens Ende Februar 1901 einzusenden. Kaiserliche Inspektion Kaiserliche Inspektion der Marineinfanterie. der Marineartillerie. Die makedonische Frage. Täe Ermordung des Professors Mihaileanu in Bukarest durch einen Abgesandten des makedonischen Komitees in Sofia lenkt Lite Blicke Europas wieder nach jenem Wetterwinkel im Südosten Europas, aus dem schon so oft die Wolken heraufgezogen sind, die den Horizont verdunkelten. Es handelt sich dort unten in Makedonien aber um eine der schwierigsten Fragen, die je der Diplomatie gestellt Gin Duell und seine Kokgen. Heute handelte es sich nicht um ein paar blutige Schrammen; dieses Mal war es fürchterlicher Ernst. Auf dreißig Sck)ritte Distanz standen sich die Gegner kampfbereit gegenüber; ^unheilverkündend blitzten die Pistolenläufe in den ersten strahlen der ausgehenden Sonne. Schauerlich tönte die Stimme des Unparteiischen — eins? zw— Schön- senkten die Gegner langsam die hoch erhobenen Mordwaffen. 9cur noch einen kleinen Augenblick — da plötzlich Knacken und Knistern in den nächsten Gebüschen und'der Ruf aus mehreren Kehlen: „Im Namen des Gesetzes". Die Duellanten waren abgefaßt. Zum Glück spielt unsere wahrhaftige Geschichte zu einer Zeit, da das fröhliche Völklein der akademischen Bürger noch nach anderen Gesetzen abgeurteilt wurde, als die banausen Philister. Ein kleines Nachspiel nur vor dem Universitälsgericht und die Sache war abgethan. Abgethan allerdings nur für die Herren am grünen Tisch: aber nicht abgethan für unsere Studenten Karl Süffel und Oskar Bnmmel. Die Feindschaft blieb, und das Tragikomische war, daß beide in einem Hause, auf einem Gange, in zwei nebeneinander liegenden Buden wohnten und, als Jünger einer und derselben Wissenschaft, von Zeit zu Zeit sogar dasselbe Kolleg besuchten. Denn sie waren stets die treuesten, unzertrennlichsten Freunde gewesen, bis eine schöne Nachbarin, ohne es zu wollen, oder and) nur zu ahnen, diesen so innigen Herzensbund mit ihren wunderbar großen Augen erbarmungslos trennte. Ganze Stunden Lrng legte sich nun Süffel in's Fenster und starrte^ unver- waudt hinüber nach dem Nack)barhause; ganze Stunden worden sind; denn hier tritt nicht ein Erbe auf, um schon jetzt seine Ansprüche für den Fall des Ablebens des kranken Mannes anzumelden, sondern eine Reihe von Erben streitet sich um die Hinterlassensd)aft eines — noch Lebenden. Bulgaren, Serben, Griechen und auch Rumänen, jeder will der einzig Berechtigte sein und bemüht sich, die Erbansprüche der anderen als gefälscht oder nicht zu Recht bestehend hinzustellen; und dies geht um so leichter, als bis heute nod), keine hinlänglich sicheren Daten über die Nationalitäten und die Bekenntnisse, denen wir in Makedonien begegnen, gesammelt worden sind. Nach den neuesten Schätzungen beträgt die Bevölkerung Makedoniens 2 300 000 Seelen, unter diesen bilden die Bulgaren mit 1 200 000 Stammesangehörigen die Mehrheit, neben ihnen kommen nur noch die Griechen mit 220 000 Köpfen, die Kutzowalachen mit 70000 und die Türken mit 500 000 in Betracht. Doch diese nationalen Einheiten bilden keineswegs auch religiöse; denn von den 1 200 000 Bulgaren gehören nur 800 000 der bulgarischen Kirche an, während 300 000 dem griechisch-katholischen Glauben anhängen und der Rest größtenteils Bekenner Mohameds zählt. Obigem Zahlenverhältnis nach betrachten die Bulgaren sick) als die berufenen Erben Makedoniens und weisen die Ansprüche Griechenlands, Serbiens und Rumäniens zurück. Und die bulgarische Propaganda hat auch wirklich schon große Erfolge in Schule und Kirche erzielt, während die Agitation von griechischer Seite nach dem ursprünglichen Ausgang des letzten Krieges gegen die Türkei wesentlich nachgelassen hat und auch bescheidener in ihren Forderungen ist. Um so dreister setzte dafür aber die serbiscl-e Propaganda ein; denn objvohl es Thatsache ist, daß nur einige wenige serbische Gemeinden in Makedonien sich finden, beansprucht man in Belgrad dennoch einen großen Teil dieses Landes, indem man sich darauf beruft, daß es „einst" zu dem großserbischen Reich der Nemajiden gehört habe. Neuerdings sind aber auch die Rumänen als Erbkandidaten hervorgetreten; in Bukare stlvill man eine nahe Verwandtschaft zwischen Rumänen und Kutzowalachen (Aromunen) entdeckt haben und so hofft man bei einer etwaigen Teilung wenigstens nicht ganz leer auszugehen. Diese vier Balkanstaaten betreiben nun eine mehr oder minder offene Agitation, um die Vorherrschaft in den umstrittenen makedonischen Landen zu gewinnen. Natürlich halten die Kabinette sich wohlweislich im Hintergrund, dafür arbeiten aber die einzelnen Komitees desto rücksichtsloser. Und mit welchen Waffen, das hat sich ja noch soeben in Bukarest gezeigt, wo Professor Mihaileanu fein Leben lassen mußte, weil er den bulgarischen Ansprüchen in seinen Aufsätzen und Zeitungspolemiken entgegenge- treten war. Nun wird der Leser sich auch nicht mehr wundern, wenn in jedem Monat ein neuer Zwischenfall in der europäischen Türkei sick) ereignet, und nun sofort in Konstantinopel, Belgrad, Sofia und Athen sich ein großes Geschrei erhebt, da jeder dem anderen die Schuld an den neuesten Greuelthaten zuzuschreiben sich beeilt. So lange freilich nur die im Geheimen arbeitenden Revolutionskomitees alle Aktionen leiten und durchführen, braucht man sich um den Frieden Europas keine Sorge zu machte sich daneben Bummel an seinem Fenster breit und starrte ebenfalls das unschuldige Haus an, bis ihn seine Augen schmerzten. Am liebsten hätten sich beide — aber sie hatten Urfehde geloben müssen, und einem Studenten muß sein Wort heilig sein. Ahnungslos oder auch absichtlich ries mancher Kommilitone im Vorbeigehen ihnen, wenn er sie scheinbar so friedlich am Fenster liegen sah, einen gemeinschaftlichen freundlichen Gruß zu. Aber diese Freundlichkeit fiel auf schlechten Boden; em brummiger Gegengruß der Mißtrauischen war der Dank, und neue Feindschaft oder gar Spott und Hohn war für beide die Folge Nein! der Zustand war unerträglich; dem mußte ein Ende gemacht werden, so bald wie möglich. Aber ausziehen und dem Gegner das Feld räumen, dazu konnte sich keiner von ihnen verstehen. Endlich faßte Karl Süffel einen kühnen Entschluß. Eines Tages klopfte er bei seinem Philister an und verlangte von ihm nichts Geringeres, als daß er seinem bisherigen Mieter die Wohnung kündigen solle „Aber, lieber Herr Süffel, Ihr Freund Bummel- Feind wollte ich sagen" — „Todfeind", warf Süffel dazwischen — „wohnt schon zwei Jahre bei mir, hat ordentlich —" Hier wurde Herr Maier durch ein Klopfen unterbrochen. „Herein!" Oskar Bummel erschien im Rahmen der geöffneten Thüre. Als er seinen Feind erblickte, stutzte er einen Augenblick, dann aber trat er entschlossen mitten in's Zimmer. „Herr Süffel! Herr Bummel!" stellte Maier die beiden vor, sei es aus Bosheit, oder weil er glaubte, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen, wo einer den anderen ja nicht mehr kannte, eine erneute Vorstellung notwendig wäre; dann sich an den Neueingetretenen wendend, fragte er: „Was verschafft mir die Ehre, Herr Bummel?" — „Ich verlange", antwortete der Gefragte machen; ernster wird jebod) schon die Lage, wenn sich plötzlich herausstellt, daß das eine oder andere Kabinett an den Umtrieben beteiligt ist, denn eine derart bloß gestellte Regierung ist leicht geneigt, die Volksmassen in Bewegung zu setzen, um so hinter einer nationalen Erhebung Deckung zu finden. Immerhin werben derartige Fehden so lange lokalisiert bleiben und daher dem Welt frieden nicht gefährlich werden, als Rußland und Oester reich an ihrem bekannten Balkan-Abkommen festhalten, in dem beide sich verpflichteten, von jeder Einmisck)nng in die inneren Angelegenheiten der Balkanstaaten Abstand zu nehmen. Damals segelte nämlich Serbien unter der Leitung Milans noch im Fahrwasser Oesterreich'-Ungarns, während Rußland in Bulgarien und Montenegro als Schutzmacht angesehen wurde. Nun ist aber in den letzten Wock-en der Einfluß der Wiener Diplomaten in Belgrad völlig beseitigt worden, sodaß auf dem ganzen Balkan soeben in Wirklichkeit nur noch Rußlands Machtwort gilt. Unter diesen Umständen ist es nicht unmöglich, daß einige Heißsporne die Zeit für gekommen halten, um ihre Pläne zur Befreiung Makedoniens vom türkischen Joch energischer als bisher zu betreiben, zumal ganz Europa wie hypnotisiert nach dem Osten Asiens schaut und darüber die Balkan frage ganz zu vergessen scheint. Es wird daher wohl angebracht sein, wenn die auf dem Balkan interessierten Mächte den Heißspornen in Sofia, Belgrad und anderswo schon bald zu verstehen geben, daß'man keineswegs geneigt ist, ihren Umtrieben ruhig zuzusehen, ober sie gar noch zu unterstützen. Hier gilt es vorzubeugen, noch ehe weiter Zwischenfälle eintreten. Aus dem Jahresbericht der Großh. Handelskammer zu Gießen. Verkehrswesen. 0. Zollwesen. Die Kammer hatte im Berichtsjahre mehrfach Gelegenheit, sich mit den zahlreichen Uuzuträglichkeiten zu befassen, welche sowohl in der Beschaffenheit und den Einrichtungen der Niederlageräume bei dem Großh. Haupt-Steueramt Gießen, als auch in der ungünstigen örtlichen Lage des Zollfchuppens ihren Grund haben. Eine besonders zu diesem Zwecke gewählte Kommission untersuchte die einschlägigen Verhältnisse und führte Verhandlungen mit der Steuerbehörde. Auf Grund ihres Berichtes wurde an das Haupt Steueramt das Ersuchen gerichtet, auf baldmöglichste Abhilfe der Beschwerdepunkte und Berücksichtigung der vorgetragenen Wünsche hinwirken zu wollen. Das Haupt-Steueramt sprach darauf die Hoffnung aus, daß nach Fertigstellung der neu erbauten Revision-» halle für Stückgüter und nach Ingebrauchnahme der neuen Räume im Lagerhaus B (Anbau) die Ein- und Auslagerungen sich künftig rascher abwickeln werden. Weiter sei auch der Anschluß des Zollfchuppens am Bahnhof an das städtische Fernsprechnetz dem Wunsche der Kammer entsprechend beantragt. Eine dauernde befriedigende Lösung mit männlicher Festigkeit, „daß Sie, wenn Sie wünschen, daß ich länger unter Ihren Penaten weile, meinem Stubennachbar alsbald kündigen". Wenn Süffel nicht gewußt hätte, was er seinem dem Senate gegebenen Ehrenwort schuldig wäre, so hätte er sich am liebsten bei diesen Worten auf Bummel gestürzt, und ihn geohrfeigt. „Sie setzen mich in große Verlegenheit, meine Herren", sagte Maier, „Sie, Herr Süffel, wollen, daß ich Herrn Bummel" — bei diesen Worten verfärbte sich Bummel vor Zorn — „Sie, Herr Bummel, daß ich Herrn Süffel ohne Grund kündige. Tas aber, meine Herren, geht gegen meine Prinzipien und Sie wissen, daß ich in diesem Punkte nicht mit mir spaßen lasse. Können Sie also nicht mehr länger bei mir und meinen Mänaden — Herr Maier hatte durch seinen Umgang mit den Studenten manch' sck)önes Fremdwort aufgeschnappt — weilen, in acht Tagen ist der Erste. Oder darf ich noch hoffen, daß Sie —" „Nein", antworteten beide, noch ehe Maier geendet, wie aus einem Munde. Noch an demselben Tage sah man an einem der Fenster des Maier schen Hauses ein Plakat hängen, worauf mit großen Buchstaben die Worte: „Zwei Zimmer zu vermieten" zu lesen waren. Ganz tiefsinnig aber saß tags darauf Süffel bei seinem Schoppen. Die Kündigung war gerade nicht nach seinem Sinne. WaS nützte es ihn, daß Bummel ausziehen mußte, wenn ihn selbst das gleiche Los traf! Er überlegte hin und her. Plötzlich klärte sich seine Miene auf. Mit den Worten „Heureka! heureka!" goß er schnell seinen schäbigen Rest hinunter und stürzte weg. Herr Maier aber sagte noch desselbigen Tages vergnügt zu dem ihm begegnenden Bummel: „Herr Bummel, soeben Ihr Zimmer wieder vermietet". der Angelegenheit ist bei der Ungunst der Verhältnisse, insbesondere der in vieler Beziehung unzureichenden Lagerräume des hiesigen Haupt-SteueramtS vorerst nicht zu erwarten. Ende des Jahres 1898 trat die belgische Regierung mit einem Gesetzentwurf über das bei den nach dem Werte zu verzollenden Waren zu beachtende Verfahren hervor. Gegen diesen Gesetzentwurf wandten wir uns mit folgender Eingabe an das Großh. Ministerium deS Innern: „ _ , , . „ Die in drr Wahrnehmung drr diesseitigen HandelSi.iteressm besonders rührige „Deutsche Handeltkammer in Brüssel" macht die deutschen Schwesterkammern in einem Rundschreiben daraus aufmerksam, daß am 29. November a. c eine den deutschen Export nach jenem Lande schwer bedrohende Zollnovelle seitens deS belgischen Handelsmintsters der Kammer zur Genehmigung vorgelegt worden sei. Wie aus Artikel 1 der Vorlage, welche wir hoher Staatsbehörde überreichen, hervorgeht, soll für die Verzollung künftig nicht mehr wie bisher der Faktura-Betrag maßgebend sein, sondern der Wert der zu tarifirrenden Ware bezüglich der Verpackungs', Transport-, Vrrsicherungs- und Vrrkaufsspeßn bis zum Elnfuhrorte bemessen werden. Besonders bedroht erscheinen durch diese Maßregel die nachstehendrn deutschen Industrie,Erzeugnisse wegen der auf ihnen ruhenden hoben belgischen Wertzölle: Konftktions-Jndustrie 10-20 Prozent, Metallindustrie 10-15 Prozent, Portefeuille- Industrie 15 Prozent. Dies unerhörte Vorgehen der belgischen Regierung wird ohne Zweifel dem gemeinsamen Einspruch der auf illoyale Weite in ihren Handelstnteressen geschädigten Vertragsstaaten begegnen. Die unterfertigte Handelskammer gestattet sich demgemäß da« ehrerbietigste Ersuchen zu stellen: „Hohes Ministerium wolle In geeigneter Weise eine beschleunigte Intervention seitens der deutschen Rekchsregierung befürwarten." Großh. Ministerium teilte uns daraufhin mtt, daß es das Großh. Staatsministeaium um Einleitung der nötigen Schritte bei der Reichsregierung ersucht habe. Im Interesse eines bedeutenden Industriezweiges unserer Stadt schlossen wir uns einer Bewegung an, welche eine richtigere und bessere Klassifizierung und Zollbehandlung'von Heizkörpern, insbesondere von sog. Radiatoren und Economisern anstreben. Durch das russische Gewerbesteuergesetz vom 8. Juni 1898 und dessen AussührungSbestimmungen sind die Geschästsreifenden des Auslandes, und damit sonderlich Deutschland, mit einer ungemein hohen Steuer belegt worden. Mit Rücksicht aus die darin liegende tatsächliche Erschwerung des deutschen Exports nach Rußland unterstützten wir eine Eingabe der Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen an den Reichskanzler mit der Bitte, dahin wirken zu wollen, daß die russische Negierung Beseitigung oder doch wenigstens Milderung der durch die genannten AussührungSbestimmungen bedingten Härten eintreten lasse. Dem Wunsche unserer Weinhändler entsprechend unterstützten wir Bestrebungen, welche die Herbeiführung von Zollerleichterungen für Mustersendungen von Weinen in Probefläschchen aus dem Auslande in Deutschland bezweckten. von Cambridge von Bad-Homburg zum Besuch nach hier, nahm mit einigen Bekannten Lunch im Kaiserhof ein, besichtigte die Quellen, hauptsächlich den neuen Sprudel, und verweilte dann längere Zeit aus der Terrasse. x x Nidda, 21. August. Der Veteranenverein Nidda und Umgegend beging am 19. d. MtS. im „Garn- brinuS" das 30jährige Gedenkfest der Schlacht bei Gravelotte in Verbindung mit seiner Jahresversammlung. Die Kameraden, mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt, waren zahlreich erschienen. Sie wurden von dem Vorsitzenden, Herrn Vetzberger hier, herzlichst begrüßt, der des wichtigen Ereignisses des Tages gedachte, den Geschiedenen ehrende Worte widmete und die Versammlung zu einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog aus- sorderte, in das Alle begeistert einstimmten. Auf eine Huldigungsdepesche an den Landesfürsten kam folgende Antwort zurück: S.K. Hoheit der Großherzog danken bestens für HuldigungS- gruß der zur Gedächtnisfeier für Gravelotte verfammeltrn Veteranen. gez Oberst o. Grancy." Die Tagesordnung der Versammlung wurde rasch erledigt, der Gesamtvorstand wiedergewählt, und als dritter Vorsitzender Schneidmühlenbesitzer Ruppel zu Unter- Schmitten bestimmt. Die im abgelausenen Jahre gezahlten Sterbegelder betrugen 120 Mk., das Vermögen ist um 200 Mk. gewachsen. An aktiven Mitgliedern zählt der Verein 128, an passiven 68. Nach Schluß der Versammlung wurden die Veteranen von der Feuerwehrkapelle nach dem Garten des „KarlShofs" geleitet, wo unter reger Beteiligung der Bürgerschaft Konzert und besondere Feier abgehalten wurde. -k- Schotten, 22. August. Wie alljährlich, so werden auch in diesem Jahre die Bezirks-Lehrervereine Gedern, Nidda und Schotten am 25. August (Ludwigstag) eine Familienkonferenz im Lehrerheim abhalten. Lehrer Storch in Butzbach, der auch als Dichter seit Jahren in weiteren Kreisen vorteilhaft bekannt ist, hat einen Vortrag zugesagt über: „Aus Deutschlands großer Zeit im Gewände eigner Dichtungen." Im Hinblick aus den interessanten Vortrag und im Hinweis aus die Thatsache, daß sich die LudwigstagS-Konserenz bereits großer Beliebtheit erfreut, sieht man auch in diesem Jahre einer zahlreichen Beteiligung zuversichtlich entgegen. x Walleruhausen, 21. August. Am Sonntag nachmittag feierte der Niddaer Zweigverein der Gustav Adols-Stiftung bei uns sein Jahresfest. Der Gottesdienst, in dem Pfarrer Hofmeyer von Nieder- Erlenbach predigte, war sehr gut besucht. Die Begrüßung der Erschienenen sprach der Präsident des Zweigvereins, Dekan Hofmeyer-Nidda. AuS dem Jahresbericht des Sekretärs, Pfarrers Clotz-Wallernhausen ergab sich ein stetes, gedeihliches Fortschreiten des Vereins. Auch der in Nidda bestehende Frauenverein konnte 100 Mk. an in- und ausländische Gemeinden geben. An den Gottesdienst reihte sich im Walter'schen Saale eine Nachversammlung, in der u. a. Pfarrer Brill-Obe^Widdersheim und Pfarrer Wolf- Ranstadt — letzterer über die „Los von Rom"-Bewegung — sprach. Die Kollekte ergab 41 Mk. △ Kaulstoß, 22. August. Die Erwartungen, die man bei dem diesjährigen herrlichen Knospenansatz und der daraus folgenden herrlichen Blütenpracht auf einen reichen Obstertrag zu setzen berechtigt war, wurden für das Kernobst durch die Frostnacht vom 19. zum 20. Mai zu nichts gemacht. Haben auch einige Höhenlagen einen reichlicheren Obstertrag an Aepfeln und Birnen auszuweisen, so ist die Ernte für Oberhessen doch eine spärliche zu nennen. Nicht minder vielverheißend stand die Zwetschen- und Kirschenernte in Aussicht. Die Zwetschen, besonders die an Waldrändern stehenden, hatten sich schon recht schön entwickelt, als sie vor etwa 14 Tagen ganz rapid zur Erde fielen. Ein kleiner Feind ist die Ursache. Sämtliche zu Boden gefallenen Früchte zeigen mit Kot verstopfte Bohrlöcher, wie man solche öfters bei Aepfeln findet. In den Zwetschen wohnt eine 20füßige, rötlich-weiße Larve der Pflaumensäge- wespe (Hoplocampa fulvicornis). Die Larve frißt den jungen Kern aus, verläßt die Frucht, um sich wieder in andere Früchte einzubohren und sich dann später in der Erde „An wen?" „Kann leider nicht dienen; aber Herr Studiosus Will hat es für einen Freund, der erst mit dem Ersten des nächsten Monats spät abends hierherkommt, gemietet". Ta zuckte plötzlich ein Geistesblitz durch des Studiosen Bummel sonst nicht allzu rasch arbeitendes Hirn. Auch! ihm war es nämlich aus naheliegenden Gründen höchst fatal, ausziehen zu müssen. Welcher Triumph Süffel gegenüber, wenn er wohnen bleiben könnte! „Wie wär's Herr Maier, wenn Sie mir nun das bisherige Zimmer Süffels überließen?" fragte er. Maier machte Umstände. Ein Mann von seinen Grundsätzen! Was würde Herr Süffel dazu sagen? So billig wie bisher könne er überhaupt die Zimmer nicht mehr geben. Auch für das andere bekomme er nun drei Mark monatlich mehr. Bummel aber läßt nicht locker und noch, kaum zehn Minuten hat er alle Grundsätze deS ehrlichen Herrn Maier mit vier Mark monatlicher Steigerung über den Haufen geworfen. Der Tag des Umzuges war gekommen. Bummel hatte schon früh sein Zimmer geräumt und seinen gepackten Koffer auf den Gang stellen lassen. Er that dies Herrn Maier zu liebe, denn eü sollte aussehen, als ob er nicht in das Nebenzimmer, sondern in ein ganz anderes abgelegenes Logis umziehe. Süffel beobachtete ihn mit vergnügtem Schmunzeln; dann packte auch er seine Siebenfachen — viel war's nicht und bat Herrn Maier, dieselben ihm einstweilen aufzubewahren. Tann trollte der Schelm nach Uebergabe seiner Schlüssel und nach bewegtem Abschied scheinbar betrübt von dannen. Kurz darauf forderte ein kleiner Bursch im Namen des Herrn Studenten Will die Schlüssel für den neuen Mieter. An diesem Tage sakm Bummel verhältnismäßig früh Aus Stadt und Kand. Gießen, den 23. August 1900. -ft Lich, 23. August. Auch in diesem Jahre soll das aus dem Sedansest hervorgegangene Jugend fest auf der Haardt gefeiert werden und zwar in Anlehnung an die 30jährige Wiederkehr des Tages von Sedan am Sonntag, dem 2. September. Die vier oberen Knaben- und Mädchenklassen werden Preisspiele aussühren; sämtliche Schüler der Kleinkinder- und Volksschule erhalten Bretzeln. Die Kosten des Festes, die früher durch freiwillige Beiträge gedeckt wurden, hat die Stadtverwaltung übernommen. BadNauheim, 22. August. Fürst Ferdinand von Bulgarien hat dem Großh. Bademeister Kissel hier das Ritterkreuz des Bulgarischen Zivilverdienstordens und dem Badewärter Heinrich Langsdorf III. die Verdienstmedaille mit der Krone verliehen. Die genannten Auszeichnungen wurden den beiden Herren heute vormittag persönlich von dem Fürsten ausg händigt. Schutzmann Klinkerfuß erhielt das Verdienstkreuz des Bulgarischen Hausordens und Schutzmann Ewald die Verdienstmedaille desselben Ordens. Der Fürst reiste heute mittag nach, beendigter Kur wieder nach Sofia zurück. — Gestern kam der Herzog von seiner Kneipe nach Hause. Seelenvergnügt begab er sich zu Bett; die Freude über den Sieg, den er über seinen Gegner davongetragen, ließ ihn nicht gleich zum Einschlafen kommen. Ta hörte er jemand die Treppe heraufstolpern. „Donnerwetter", dachte er, „wenn ich nicht wüßte, daß Süffel fort ist — das ist ganz sein Schritt". Zum lieber» fluß summte der Neuangekommene während des Auskleidens noch ein Liedchen. „Merkwürdig", dachte Bummel wieder, „das ist ja Süffels Leiblied". Als aber der neue Mieter in der Nacht einmal aufwachte und durch die geschloffene Thüre des Nachbarzimmers ein tiefes Schnarchen vernahm, warf er sich ärgerlich auf die andere Seite und brummte mißmutig vor sich hin: „Zum Henker, der Kerl schnarcht ja auch!" Am anderen Morgen brachte das Dienstmädc^n den Herren ihren Kaffee. Kaum aber hatte das Mädchen die Stube des ihr noch unbekannten Zimmerherrn betreten, als es auch laut schreiend wieder zum Vorschein kam, gefolgt von dem Unbekannten, der es vergeblich zu beruhigen suchte. Durch den Lärm veranlaßt, öffnete Bummel seine Thüre. Großer Gott, wen mußte er sehen? ^or ihm stand Süffel wie er leibt und lebte. Der erste Schrecken lähmte ihm fast die Glieder. Dann aber warf er voller Zorn mit so lautem Gekrache die Thüre wieder zu, daß das ganze Hans zitterte und ein derber Fluch entrang sich seinen zornigen Lippen. Bis heute über weiß kein Mensch, ob derselbe Süffel oder Maier gegolten hat. Ter Gindruck, den die Erscheinung Bummels auf unfern Süffel machte, war nicht minder schrecklich So muß es dem zu Mute fein, der den Klauen der Schlla entflohen in die Strudel der Eharybdis gerät. Mit den Worten: „Ha der Verräter, der Leisetreter, der schlitzohrige Philister!" eilte er zu Herrn Maier. Wenige Minuten später stürmte auch Bumtnel hinab. Der rundliche Herr Maier 6efanb sH nie in unangenehmerer, bebrängterer £agfe. WaS nicht ein Mann von seinen Grundsätzen sich alles von den rabiaten jungen Leuten sagen lassen mußte! Und wer weiß^ was geschehen wäre, wenn nicht seine hagere Ehehälfte wie eine dea ex machina plötzlich mit dem Rufe: „Das imie Brautpaar!" den noch ungekämmten Kopf durch die geöffnete Thüre gesteckt und zwei Leute, ein Männlein und ein Weiblein, sinkhie Stube, herein jkömplim'entiert hatte. Den beiden Studios blieb das Wort im Halse fteefen. ‘Senn die glückliche Braut war — ihre Angebetete; „uer Bräutigam ein ehrlicher Spießbürger, schon etwas ältlich zwar^ aber strahlend im Gefühl seiner Würde. Eine kurze, verlegene Pause entstand. Dann ergriff Süffel Bummel beim Arm und sagte halblaut: „Komm, Bummel, wrr md überflüssig!" Hierauf höfliche Verbeugung gegen dav Brautpaar und mit einem freundlichen „Guten Norgen verließen die beiden Feinde Arm in Arm friedlich die Stube di? sie in solcher Wut betreten hatten. „Studenten und Schoten", sagte Maier verblüfft über die plötzliche Wandluna ist ein und dasselbe; die sieben Mark aber monatlich ^sind verdient". Draußen vor der Thüre schlug Suffel wieder den alten, vertraulichen Ton an: „Du bist doch,, nimm mir's nicht übel, Bummel, ein rechtes Kameel ge- — ,Und Du ein enormes Rindvieh", entgegnete Bummel herzlich lachend. Dann gingen beide ihre neu erstandene Freundschaft in einem noch nie dagewesenen wlenncn Frühschoppen zu feiern. Tas letzte verständige Wort das Bummel an diesem Tage noch lallte, war: Schöne blaue Angen hat sie —" worauf Süffel in derselben Tonart wie tröstend entgegnete: „Aber falsche". zu verpuppen. Im nächsten Frühjahr entschlüpft der Puppe eine kleine, schwarze Wespe mit gelben Beinen. Die Wespe legt an die angeritzten kleinen Zwetschen ihre Eier und der Kreislauf der Zerstörung beginnt von neuem. Als wirksames Gegenmittel erweist sich das Auflesen und Vernichten aller zu Boden gefallenen angebohrten Früchte. Cassel, 21. August. Heute gegen Abend entleibte sich ein in der Wörthstraße wohnender unverheirateter Uhrmachergehilse, indem er sich mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitt; er wurde indessen noch lebend aufgesunden, und durch die Sanitätskolonne nach dem Landkrankenhause gebracht, nachdem ein herbeigerufener Arzt ihm noch einen Notverband angelegt hatte. Indessen trat infolge des starken Blutverlustes, der Tod ein, ehe die Träger mit dem Tragkorbe das Landkrankenhaus erreichten. Wie es heißt, soll der Verletzte unheilbar lungenkrank gewesen sein, sodaß er, der trotz seines Leidens bisher noch immer seine alte arme Mutter unterstützt hatte, derselben nun zur Last gefallen wäre. Da er noch einen jüngeren Bruder hat, der seiner Militärdienstpflicht genügt, hoffte er durch seinen Tod die Reklamation des Bruders vom Militär zu ermöglichen, und der alten Mutter so einen besseren Versorger zu schaffen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Ziegenhain schlug der Blitz in die mit Erntevorräten angefüllte Scheune des Landwirts Konrad Reiß in Lainsseld ein. Das ganze Gebäude brannte mit den Weizen-, Roggen- und Heuvorräten nieder. — In Hann. Münden fand die Grundsteinlegung zur Pionier-Kaserne in feierlicher Weise statt. — Am Mittwoch geriet der Landwirt Klein- schmidt aus Bannerod im DampfsägewerkBermutshain beim Bauholzabladen unter einen Baumstamm und erlitt einen Beinbruch. — Aus Mainz wird gemeldet: Aus der Nebenbahnstrecke ArnSh eim ist infolge eines Wolkenbruches der Eisenbahndamm gebrochen, so daß der direkte Verkehr eingestellt werden mußte.______________________________ Die Chinesen und die Eisenbahnen. In einer vom Archiv für Eisenbahnwesen unlängst gebrachten, sehr bemerkenswerten Abhandlung über Eisenbahnbau und Eisenbahnpläne in China verbreitet sich der Verfasser, Dr. Herm. Schumacher zu Berlin, auch über die landläufigen Anschauungen der Chinesen, mit denen sie ihren Widerstand und ihr feindseliges Verhalten gegen die Anlage von Eisenbahnen zu begründen pflegen. Als besonders bezeichnend teilt er den Inhalt einer Denkschrift mit, die ein ft der Sekretär der chinesischen Gesandtschaft zu London, im Gegensätze zu seinem eisenbahnsreundlichen Vorgesetzten, versaßt haben soll. In dieser Falsches und Richtiges, Kluges und Thörichtes grotesk mischenden Zusammenstellung in ihrer eigenartigen, etwas aphoristischen Form heißt es: 1. ES giebt acht Gründe, die gegen den Bau von Eisenbahnen sprechen. 2. Es giebt acht Nachteile, die mit dem Besitze von Eisenbahnen verknüpft sind. 3. Es giebt neun Gefahren, die aus dem Besitze von Eisenbahnen erwachsen. Unter den acht Gründen, die gegen den Bau von Eisenbahnen in China sprechen, figurieren u. a.: „Die Christen wissen nichts daß der Sitz vieler Gottheiten in den Bergen und Thälern ist. Wenn diese Götter durch den Bau von Tunnels beunruhigt werden, wer kann wissen, wie viele Dürren, Heber» schwemmungen und andere Heimsuchungen uns befallen werden? In den Westlandern kann jeder jeden anzeigen, der seine Pflicht in öffentlichen Angelegenheiten verletzt hat. In China können das nur die Vorgesetzten, deshalb giebt es keine Garantie für treue Pflichterfüllung. Im Auslande läßt man es nicht zu, daß arme Leute stehlen; als aber die Wusung-Eisenbahn von den Chinesen angekauft worden war, da waren binnen Monatsfrist die Schienen vorn Bahndamme gestohlen. Fünf Chinesen erfordern mehr Platz als zehn Ausländer, weil sie so viele Habseligkeiten mit sich führen; sogar bei den Soldaten ist das der Fall." Unter den Nachteilen, die der Besitz von Eisenbahnen mit sich bringt, sind folgende aufgezählt: „Der Befürworter der Eisenbahnen sagt: Das Reisen wird sehr viel bequemer werden als jetzt. Im Westen ist es üblich,, daß die Frauen ihren Männern zu Hause keine Rast gönnen. Sie nötigen sie, mit ihnen von Ort zu Ort zu wandern. Da die Sitten in China anders find, so find derartige Bequemlichkeiten nur ein Nachteil. Der Befürworter der Eisenbahnen sagt: Wenn Eisenbahnen vorhanden sind, können die Mandarinen selbst die Angelegenheit überwachen, indem sie sich an Ort und Stelle begeben. Weiß denn der Befürworter nicht, daß die Behörden oft die Quelle der größten Unordnung sind unmittelbar unter den Augen der Mandarinen? Eine Abhilfe kann nur gefunden werden in der Persönlichkeit der Mandarinen, nicht in den Vorteilen der Eisenbahnen." Unter den neun Gefahren, die aus dem Besitz von Eisenbahnen erwachsen, find u. a. namhaft gemacht : „Wenn die armen Leute ihr Land für Eisenbahnbauten verkaufen, dann werden sie das Geld, daS sie dafür erhalten, vergeuden und es nie zurückgewinnen. Gegenwärtig st eßen auS China regelmäßig 10 Millionen TaelS; wenn otc Eisenbahnen eröffnet sind, werden 100 Millionen TaelS jährlich ins Ausland strömen, und die Fremden werden um so einträglichere Arbeit erhalten. Außerdem werden die Völker, wenn das geliehene Geld nicht zurückgezahlt wird, China ebensowenig in Ruhe lassen, wie sie eS mit der Türkei gethan haben. Die Sitten werden geschädigt durch die Eisenbahnen. DaS Landvolk ist besser als die Dorf, bewohuer, und die Dorfbewohner sind besser als die Städter. Wenn Eisenbahnen eingeführt sind, werden alle die schlechten Sitten der Städte in die Dörfer und aufs Land gebracht werden. Selbst wenn im ganzen Reich Eisenbahnen gebaut werden, berühren sie doch nur ein Zehntel des Landes; neun Zehntel werden doch ohne BerkehrSerleichterung bleiben. Wenn man aber alles daS nicht glaubt, so leihe man sich 70 Millionen und baue eine Eisenbahn; dann wird man schon bald den Schaden entdecken. Viele fremde Spekulanten kommen nach China, um sich umzusehen, ob sich nicht irgend ein großes Geschäft zu ihrem Nutz und Frommen machen läßt. Man sollte sich nicht durch fremde Dinge irre leiten lassen, nicht ein großes Vermögen bei einem Mahle verschleudern. Man lasse unsere Jugend fortsahren im Studium unserer alten Klassiker: DaS ist daS beste." Die in dieser Denkschrift zusammengesaßten mannigfachen Gründe, so bemerkt Dr. Schumacher, sind von der konservativen Partei in allen Phasen des Kampfes um die Eisenbahnen vorgebracht worden. Ost läßt sich in dem wechselvollen Streit nicht klar übersehen, warum sie schließlich doch, allen Gegengründen zum Trotz, durchdringen, und wer ihnen zum Sieg verhilft. Ost möchte man annehmen, sie seien endgiltig widerlegt und dauernd von jeder Beein- flussung zukünftiger Entschließungen ausgeschieden; den Köpfen der Hydra gleich aber recken sie, kaum besiegt, stets von neuem mit frischer Kraft sich empor. Das muß man sich gegenwärtig halten, um den chinesischen Kampf um die Eisenbahnen, der vom Kampf mit Gründen sich zu einer politischen Machtsrage auswächst, zu verstehen und das Vorgehen der kleinen Fortschrittspartei richtig zu würdigen. Erst auf dem dunklen allgemeinen Hintergrund hebt sich in rechter Beleuchtung das mutige und einsichtsvolle Streben der wenigen chinesischen Vorkämpfer für Eisenbahnen ab, wenn auch dieses selten den von Vorurteilen durchtränkten Boden verkennen läßt, aus dem es erwuchs. Vermischte». * Köln, 22. August. Nunmehr ist die T y p h u s s e u ch e auch beim 65. Infanterie-Regiment in Mülheim ausge- brochen. 50 Soldaten wurden bereits ins Lazarett über« führt. Seitens der Militär-Verwaltung sind die um- faffendsten Vorsichtsmaßregeln bezüglich des Verkehrs mit Civil Personen getroffen. * Der Irrsinnige im Eisenbahnkonpee. Eine aufregende halbe Stunde hatten dieser Tage die Paffagiere eines Abteils in einem von Brighton nach London zurückkehrenden Extrazuge durchzumachen. In das schmale, nur für acht Personen bestimmte Koupee waren 15 Menschen gepfercht worden. Geduldig ließen sich die Reisenden bis zur äußersten Möglichkeit zusammenquetschen und sahen resigniert der anderthalbstündigen Tortur entgegen, die sie durch die Hitze und das Geschrei eines anwesenden Babys zu erdulden haben würden. Sie ahnten nicht, daß ihnen etwas viel Schlimmeres bevorstand. Kaum hatte sich der überfüllte Zug in Bewegung gesetzt, als einer der stehenden Passagiere, ein noch junger Mann, zu Boden sank. Man glaubte, daß ct in der stickigen Atmosphäre ohnmächtig geworden sei und die Zunächstsitzenden wollten ihn aufrichten. Da aber sprang er von selbst wieder aus und versuchte, sich aus dem offenen Fenster zu stürzen. Nur mit Gewalt konnte er daran gehindert werden. Man erkannte sofort, daß man eS mit einem Irrsinnigen zu thun hatte. Während sich je drei Herren vor die beiden Thüren postierten, bemühten sich die übrigen männlichen Paffagiere, den in dem engen Raum hin und her rasenden Unglücklichen zu beruhigen, und als er immer ausgeregter wurde, ihn zu überwältigen. Der Tobende hatte einen Reisenden bereits ernstlich verwundet. Die anwesenden Damen und Kinder schrieen um Hilfe, zwei junge Mädchen bekamen Weinkrämpse und durch den Lärm steigerte sich die Wut des Wahnsinnigen immer mehr. Wie das schon mehrfach bei englischen Vergnügungszügen vorgekommen ist, hatte das Notsignal nicht den geringsten Erfolg. Der Zug tagte unaufhaltsam weiter, bis er nach länger als 30 Minuten, die die Jnsaffen deS Abteils in Todesangst verlebten, in Earlswood anhielt. Erst nach einem heftigen Kampf, bei dem noch zwei Eisenbahubeamte verletzt wurden, gelang es, den Geisteskranken unschädlich zu machen. Dfr verwundete Passagier beabsichtigt, die Eiseubahngesellschaft zu verklagen, da er, wenn die Notbremse funktioniert hätte, nicht zu Schaden gekommen wäre. * Wie berühmte Männer zu ihren Frauen kommen! Auch im Leben der über das allgemeine Niveau Erhobenen spielt die Geschichte ihrer Werbung eine wesentliche Rolle. Aber die Art, wie sie zustande kommt, ist sehr verschieden und im Zusammen: Erwachsene: vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: die Amputation eines Armes not- Deutache Bank per ult. Äug. 0.00%. Diskonte- Kreditaktien 207.00-00-00, NotierufM: 187.90, Lombarden Gouds ist der linke Frauensperson muß Es starben an: Lungenkatarrh Miliartuberkulose Knochensarkom 3 (3) 1 (1) 1 Kcmmandit 174.80-90.00.0000, Staatabahn 2 (2) 1 CD 1 ost sehr charakteristisch. Eine englische Zeitschrift teilt auS 1 >em Leben der berühmten Männer intereffante Fakta darüber mit. Gladstones Werbung war, seinem ganzen Wesen entsprechend, sehr ceremoniell. Bei einem Diner sah die chöne Miß Glyane den jungen Mann, dem sie ihr ganzes Leben weihen sollte,zum erstenmal. „Sehen Sie jenen jungen Mann," fragte sie ein neben ihr sitzender Staatsmann. „Einst wird er Premierminister von England werden." Natürlich war das Interesse deS jungen Mädchens erwacht, und als sie im folgenden Winter einander in Italien, dem traditionellen Lande der Liebenden, trafen, machte die | Werbung Fortschritte, und dort wurde der Grund zu der bekanntlich sehr glücklichen Ehe gelegt. Sehr romantisch war Richard BrinSley Sheridans Werbung um Miß Linley, die schöne „Nachtigall von Bath". Sie hatte an zwanzig Freier, aber Sheridans romantische Ergebenheit gewann ihr Herz. Er verkleidete sich als Kutscher, nur um das Ver- gnügen zu haben, sie zu fahren, er begleitete sie in ein französisches Nonnenkloster, wohin sie sich vor den Verfolgungen eines verhaßten Bewerbers rettete, mit dem er ihretwegen zwei Duelle aussocht. So führte er sie denn 1773 an den Altar. Nicht weniger hartnäckig war der berühmte englische Dichter bei seiner zweiten Werbung. Als Sheridan zum erstenmal die schöne Tochter des Dean os Winchester erblickte, war er ein Mann in mittleren Jahren und durchaus keine bezaubernde Persönlichkeit. Miß Ogle „tonnte seinen Anblick nicht ertragen" und nannte ihn „eine abscheuliche Kreatur" und „eine lächerliche Vogelscheuche". Aber nach kurzer Zeit reichte sie ihm doch die Hand zum Bunde und nannte ihn „den .bezauberndsten Mann Englands und einen Gatten, auf den jedes Mädchen stolz sein könnte." Der englische Staatsmann DiSraeli war bei seiner Werbung mehr der passive Teil. Er wurde von einer „altmodischen Witwe", Mrs. Leigh, umworben, die ihn mit ihrer Bewunderung und zarten Aufmerksamkeit verfolgte. DaS rührte schließlich sein Herz, und er heiratete sie. Die Kaiserin Eugenie sah ihren Gatten zum erstenmal unter sehr seltsamen Bedingungen. Das 14jährige Mädchen besuchte mit ihrer Mutter den Pariser Polizeipräfekten und sah am Fenster, wie Prinz LouiS Napoleon, schmutzig und mit aufgelöstem Haar von einem Gendarmerieosfizier in Gewahrsam geführt wurde. Damals ließ sie sich nicht träumen, daß der „lächerliche Prinz" sie später auf den Thron Frankreichs erheben würde. Lord Salisbury kam nur dadurch zu seiner Frau, daß er seinem Vater, der gegen die Verbindung war, das Versprechen gab, die Erwählte seines Herzens ein Jahr hindurch nicht zu sehen. Erst nach dieser Treueprobe konnte die Hochzeit statt- schriftSmäßig an seine Mütze und sprach: „Meld' gchor- schämst, da Herr Hauptmann hat g'sagt, i soll vaschwmd n, i vaschandel cahm dö ganz' Kompagnie, und da hab i mi halt da 'raus g'flüchl und unteim Baam fliegt!" Der Erzherzog lachte herzlich und schickte den „Baschandler" nach Hause. • Sin appetitlicher Salat. Bei einem ameiikanischkn Staatsmann in Washington, der in dem Rufe steht, lie beste Küche in der Präsidentenstadt zu führen, wurde den zu einem seiner exquisiten kleinen Diners geladenen Gästen unlängst eine eigentümliche Ueberraschung zuteil. Der Gastgeber wie die übrigen Speisenden äußerten bei der Tafel ihr Entzücken über einen Salat, der von dem französisch.n Koch nach einem ganz neuen Rezept bereitet zu sein schien. Da man sich garnicht beruhigen konnte und schließlich ein Gourmet behauptete, daß das zart Pikante des Salats eigentlich gar kein Geschmack sei, sondern nur im Geruch liege, ließ der Hausherr seinen Küchenchef rufen. Monsieur liebte es zwar nicht, nach einem Rezept befragt zu werden, aber durch das den Erzeugnissen seiner „Kunst" gespendete überschwengliche Lob fühlte er sich in so hohem Maße geschmeichelt, daß er sich herbeiließ, daß Geheimnis seines Salats zu verraten. Mit atemloser Spannung lauschte man den Worten des radebrechenden Kochkünstlers. In urkomischen Ausdrücken, mit zahlreichen französischen Brocken untermischt, führte dieser ans. wie er den Kopfsalat, den Sellerie und andere Gemüsesorten vorbereite, wie viele Arten kalten Bratens er hacke, aus welchen Ingredienzien er die Mayonnaise zusammenrühre u. s. w. Seinen tauber« welschen Vortrag beendete er folgendermaßen: „Zuletzt nehme ich ein Stück Knoblauch in den Mund, beiße tüchtig daraus herum und kurz bevor der Salat serviert werden soll, hauche ich ihn von allen Seiten ein paar Mal sanft an. Dadurch entsteht daS delikate Aroma." — Tableau! So viel ist sicher, daß den verblüfften Gästen nach dieser unerwarteten Enthüllung behaglicher zu Mute gewesen wäre, wenn sie i den angehauchten Salat unangerührt gelassen hätten. ebenso ist bei Belloin wendig. Mehr aber noch wie diese Operation setzen die Bißwunden an der Brust und am Halse sein Leben in finden. * Ein blutiges Drama entrollte sich vor wenigen Tagen in Puteaux bei Paris. Der 54jährige Arbeiter Francois Gouda hatte in Gesellschaft eines Freundes, des Lumpensammlers Auguste Belloin mehrere Weinkneipen besucht. Auf dem Heimwege nach 10 Uhr abends trafen die Beiden die Geliebte des Lumpensammlers, die mit einer dem letzteren verhaßten Frau freundschaftlich plauderte. Wütend schritt Belloin auf die Frauen zu, rief ihnen beleidigende Worte entgegen, und wollte gerade seiner Feindin eine Ohrfeige applizieren, als sein Gefährte dazwischen trat, und ihn an der Ausführung seines Vorhabens hinderte. Außer sich über die Einmischung, griff der angetrunkene Belloin nach seinem Messer und versetzte seinem Kameraden mehrere Stiche in Arme und Brust, worauf dieser blutüberströmt zusammenbrach. Dann wendete sich der Lumpensammler von neuem gegen die Frau, die von einem großen Neufundländer begleitet, diesen in ihrer Angst an ihre Seite rief. Ehe sie es verhindern konnte, sprang der Hund dem neben ihr stehenden Mädchen an die Gurgel und zerfleischte ihm mit seinem furchtbaren Gebiß Arm und Schulter. Nur mit Mühe konnte ihn die Frau von der Unglücklichen fortreißen. Mit einem Satz stürzte sich das Tier nun auf den Mann, der seine Herrin bedroht hatte, und riß ihm ganze Stücke Fleisch aus Brust und Armen. Im Blute schwimmend, wälzte sich Belloin neben seiner Geliebten auf dem Straßen« Pflaster. Auf das furchtbare Geschrei der Verletzten wie der Besitzerin des Hundes strömten von allen Seiten Menschen herbei. Nur mit eigener Gefahr vermochten mehrere Polizisten das wütende Tier zu bändigen. Dem Arbeiter " “ Lungenflügel durchbohrt, der jungen ein Arm abgenommen werden, und Gefahr. , , * Ein lustiges Stückchen wird aud L-alzburg berichtet: Vor einigen Wochen nahm daselbst Erzherzog Eugen eine allgemeine Truppenbesichtigung vor, zu der selbstverständlich Alles, was eine Waffe trug, auSrücken mußte. Natürlich machte hiervon die brave Landwehr keine Aus- nähme und stand stramm bereits lange vor bet Ankunft des hohen Herrn im Kasernenhose. Nun bemerkte einer der Hauptleute in Reih und Glied einen Mann, der durch seinen BlähhalS und fein thatsächlich vollkommen unmilitärisches Aussehen Jedermann auffallen mußte. Der Hauptmann hatte Angst, der Mann „verschandle" ihm die ganze Kompagnie und schickte ihn fort mit dem Auftrage, sich den ganzen Tag ja nicht sehen zu laffen. Der gute Mann wanderte hinaus in die herrliche Hellbrunner Allee, lagerte sich unter einem der dichtbelaubten Baumriesen und ergab sich dem Schlaf des Gerechten. Doch schon nahte daS Verhängnis. Der Erzherzog kam von der Stadt her gegen die Kaserne gefahren und bemerkte den Landwehrmann. Dem hohen Herrn war eS auffallend, hier einen Soldaten zu finden, er gab Befehl zum Halten und ließ den Mann zum Wagen rufen, wo er ihn freundlich befragte, was er hier treibe, warum er nicht bei der Truppe und ob er vielleicht krank sei? Der MarSsohn war ganz paff, als er sich plötzlich einem General gegenübersah, griff dann aber vor- P. P. Den Eingang sämtlicher Saison*Neuheiten w in Tuch und Buckskin -w für Herbst und Winter zeigt ergebend an. Hochachtungsvoll Markus Bauer. 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AllerdtngS besitzen wir eine ganze Reihe ausgezeichneter und bereits volkstümlich gewordener Bücher auf diesem Gebiete, aber keines weist einen so grohartigen farbigen Btlberschmuck auf, wie das vorliegende, und ihrer allgemeinen Verbreitung standen doch z. T. sowohl der hohe Preis, als hauptsächlich auch der wissenschaftlich-systematische Aufbau im Wege. Solch ein Buch fehlte uns bisher, und Wtlh. Haacke blieb eS vorbehalten, diese Lücke auszufüllen. Und was sich ohne Weitschweifigkeit von den feineren Abstufungen der Haltung der Tiere, ihres Mienenspiels u. s. w. im Worte nicht voll ausdrücken läßt, daS bringt uns mit einem Schlage die geradezu geniale Austastung KuhnertS in einer Meisterschaft, die sowohl die Textbtlder wie die farbigen Tafeln zu den besten Tierbtldern der G genwart stempeln. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 33. Woche vom 12. Auzust bis 18. August 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 10,48%o, nach Abzug der Ortsfremden 2,09°/^. Kinder Summa: 5 (4) 4 (3) — 1 (0 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheü auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Handel nnd Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter B5r»e vem 22. August. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. PrAuUea auf Kredit per ult. Aug. 0.80°/q, do. per ult Sept. 2.1l)0/o, Diakonto-Kommandit per ult. Aug. 0.75 %, do. per ult. SepL 1.90 0/0, Lombarden per ul*. Aug. 0.40%, do. per ult. Sept. 0.80%. ■■■ Für alle Futtermittel, Malz, Brotschrot u. a. iajum Neue Excelsior-Sehrotmühlen mit vervollkommneten Mahlscheiben. Dentschen Iteiehn-l’ateilt. Vorzüge: Vollkommen gleichmässige Schrotung. Grosse Feinheit des Schrotes bei nur einmaligem Durchgänge durch die Mühle. Wolliges, mehlreiches Schrot. Weitgehende Zerkleinerung der Hülsen. H |J Lange Verwendbarkeit der Mahlscheiben. 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