Rr. 170 Zweites Blatt Dienstag den 24. Juli ießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigablntt ffi» den Kreis Gieren 0.20. - eine lieber die deutsche« Maßnahmen dem station S tary-Suru ts chaitu von den Chinesen haften Angriff, der jedoch zurückgeschlagen wurde. schen Truppen, die südlich von Mukden stehen, vernimmt man nur wenig, weil die Telegraphenverbindung in der Mandschurei unterbrochen ist. Die Chinesen hatten v e r- (Ussurimündung) räumen mußten. Die geflüchteten Ingenieure und Arbeiter treffen allmählich in Transbaikalien ein. Ingenieur Ryshow, der 600 Mann dorthin zu sühren hatte, und nach Dono an der Hauptstrecke der sibirischen Kampf währte lange, die Chinesen vermochten indes der Tapferkeit der russischen Truppen nicht standzuhaiten, und zogen sich schließlich in wilder Flucht nach Süden Ä*d*e, Expedition und Druckerei: Dr. 7. Nach einem Telegramm aus Petersburg hat der neu ernannte Kommandeur des Stillen Ozean-Geschwaders, Ad- »mi Snzeige« zu der »achmMagS für ixe «scheinenden Nummer bi» norm. 10 Uhr. LbbefteLungku spärestenS vorher. verhalten sich ruhig und benehmen sich gut gegen die Russen. Auf der russischen Seite ist die gesamte Kosaken-Bevölkerung mobil. Cs sind Verstärkungen aus PetropawlowSk und Babikow in Blagowi'eschtschensk eingetroffen. In letzterer Stadt ist seit dem 19. wieder alles ruhig. Von den russi- verwüstet worden ist; die sechs Stationsgebäude sind größtenteils verbrannt und geplündert. Die Mongolen iS*, lit.llf, miral Skrydlow den Befehl erhalten, wenn sich bis zu seinem Eintreffen in China die Dinge nicht geklärt haben sollten, nötigenfalls sämtliche Küstenstädte Chinas zu bombardieren. Die russische Regierung ist fest entschlossen, sobald eö sich bewahrheitet, daß die Mitglieder wieschtschensk ist ferner die Nachricht eingetroffen, daß die Chinesen ihre Stellungen längs dem Amur bis Khabarowsk sucht, Niutschwang, wo die Russen sich festgesetzt haben, in Brand zu stecken; sie unternahmen einen leb- Gratisbeilage»: Gießener Familienblätter, Der hexische Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde. * jätet MM ijf. an die Exp. Die russischen Truppen am Amur verrichten rasche Arbeit. Die am 15. beabsichtigte, durch die Beschießung von Blagowieschtschensk unterbrochene Säuberung des rechten chinesischen Stromusers bis Aigun ist nun eine vollendete Thalsache, und Aigun selbst befindet sich seit dem 18. in den Händen der Russen, die damit eine wichtige, den Amur beherrschende Stellung gewonnen haben. Es war eine schwierige Aufgabe. Die Russen eröffneten am genannten Tage ein lebhaftes Feuer. Der Alle Anzeigen-BermlttlungSstellen deS In- und Au»l«m»«k nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeft». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. war. Immerhin hält man den Beschluß, heute (Montag) für die ermordeten Engländer einen feierlichen Trauergottesdienst abzuhallen, für übereilt, und die Regierung weist in einem Eommuniquee an die Presse darauf hin, daß der Gedanke nicht von ihr ausgegangen sei. Die meisten Botschaften haben ihre Teilnahme an der Trauerfeier zugesagt, darunter auch die Deutschen. Ein Telegramm aus London besagt, daß die B e s o r g - ' nisse wegen der möglichen Konsequenzen von Lihung- tschangs Abreise aus dem Süden nicht unbegründet waren, beweist die Thatsache, daß, sobald er den Rücken gedreht hat, die Seeräubergefahr in Hongkon g eine Verschärfung erfahren hat. Am Dienstag überfiel eine Bande von 20 Flußpiraten mitten im tgafen von, . _ , , - . . Hongkong ein Fährboot, bedrohte die Besatzung mit dem | «^tyn gebracht hat,^berichtet,daß die russische Grenz- Tode, nahm einem reichen chinesischen Kaufmann 4000 Dollars und anderen Passagieren geringere Summen ab und kaperte gleich darauf noch zwei'Dschunken. Die Verbündeten in Tientsin haben angeblich einen Teil der Schätze des Generals Rieh unb des Vieekönigs erbeutet im Werte von 4 Millionen Mark. Das Chinefenviertel hat Nach der Eroberung einen grauenerregenden Anblick dargeboten; ein Teil steht noch in Flamyien, der Wind trägt einen unerträglichen Pest- Hauch verwesender und verkohlender Leichen nach den Fremdenniederlassungetr hinüber. Am Golf von Petschili und in Tientsin ist die Lage nach wie vor befriedigend. Wie aus Petersburg vo 21. gemmeldet wird, soll nach Ankunft des Generals Liniewitsch in Tientsin, der den Oberbefehl über die dortigen russischen Truppen erhalten hat, die Frage über den weitern Vormarsch auf Peking entschieden werden. 8000 Mann japanischer Truppen sind am 16. aus Taku in Tientsin angekommen; 2100 Japaner nahmenin Tschifu, 1800iniSchanhaikwan Stellung. Ein Teil der japanischen Truppen wurde auf der von Russen und Japanern von Taku nach Tientsin neu errichteten Bahn befördert: der regelmäßige Verkehr auf dieser Beginn der 81A Uhr. Die Chinesen werden in England an Land gesetzt. In der Armee-Konservenfabrik zu Hasel- horst bei Spandau sind bisher fiir die chinesischen Truppen ca. 50 000 Versandtkisten hergestellt, und zum Weitertransport verladen worden. Da Arbeitskräfte in hinreichender Zahl nicht zu erlangen waren, sind aushilfsweise Mannschaften von mehreren Regimentern zur Küsten- Fabrikation kommandiert worden. Der Spandauer Bahnhof ist durch die Transporte au Kriegsmaterial vollkommen in Anspruch genommen. In den Spandauer Militärwerkstätten werden binnen kurzem Betriebs-Erweiterungen eintreten. — Ein F e l d g o t tes die n st für das ostasiatische Expebitionskorps..fand am Sonntagvormittag in sämtlicl)en augenblicklichen Standorten der einzelnen Truppen-Ver- bände statt. Wie aus Mailand gemeldet wird, traf am Abend der deutsche Sonderzug, bestehend aus 9 Wagen mit Kriegsmaterial und der Begleitmannschaft von 120 Mann und 20 Offizieren ein. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Reise nach Genua fortgesetzt. Das italienische Panzerschiff „Carlo Alberto" wurde nach China beordert. Das Borgehen der Russen. »SOG Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2,« monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohnr durch die Abholestellcr vierteljährl. Mk. l.Stz monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Bahn sollte am 20. Juli eröffnet werden. Der Fluß Peiho ist unterhalb Tientsins für die Schiffahrt frei, die Verwundeten wurden auf Barken nach Taku befördert. In Tschifu wurden Aufrufe des Prinzen Tuan aufgefangen, vorläufig ist aber alles ruhig geblieben, da dort japanische Truppen stehen. — Aus Yokohama wird dem „Daily Telegraph" unterm 19. Juli gedrahtet, daß Japan jetzt weitere Division nach China einschiffe. iwW emgen, Miutc. Die Wirren in China. Von den verschiedensten Seiten kommt jetzt die Bestätigung der Nachricht, daß die Gesandten in Peking am 18. ds. Mts. noch gelebt hätten. So erhielt der belgische Minister deS Aeußern unter dem 21. folgendes, um 5 Uhr 25 Min. nachmittags nach chinesischer Zeit befördertes Telegramm: Eine Depesche des Gouverneurs von Schantung versichert, daß die Gesandten in Peking am 20. ds. wohlbehalten gewesen seien und sich unter dem Schutze der chinesischen Behörden befunden hätten. Und der chinesische Gesandte in Paris hat dem französischen Minister des Auswärtigen einen kaiserlichen Erlaß vom 18. ds. (am 21. vom Vicekönig von Nanking übermittelt) mitgeteilt. In diesem Erlaß heißt es: „Seit einem Monat werden alle ftemden Gesandten, mit Ausnahme des vom aufständischen Pöbel ermordeten deutschen Gesandten, dessen Mördern wir ernsthaft nachsorschen lassen, um sie zu bestrafen, von dem Hose sorgsam beschützt. Sie sind glücklicherweise wohl. Ferner wird aus Brüssel depeschiert, daß König Leopold den chinesischen Gesandten empfangen und von ihm die Versicherung empfangen habe, daß an der Ermordung der Gesandten, wie der Kaiserin und des Kaisers kein wahres Wort sei. Infolge der Mitteilung Li-Hung-Tschangs sei ein baldiges Ende der Wirren als sicher zu betrachten.— Wie aus New York gemeldet wird, theilte ein in Washington lebender Arzt dem Staatsamt mit, er habe eine Kabelnachricht erhalten, wonach der amerikanische Gesandte Conger mit seiner Familie in einem unterirdschen Gewölbe zwischen dem Kaiserpalais und der englischer. Botschaft in Sicherheit ge- wesen sei. — Ferner wird aus London berichtet: Der hiesige chinesische Gesandte soll dem Washingtoner chinesischen Vertreter eine aus Peking, 18. Juli, datierte Depesche übermittelt haben, wonach es der chinesischen Regierung gelungen sei, des bewaffneten Pöbels Herr zu werden. Man glaube, den fremden Gesandten ausreichenden Schutz angedeihen zu lassen, sodaß sie im stände sein würden, sich für unbegrenzte Zeit zu halten. — Endlich meldet das österreichische K-iegs- schiff „Zenta", der Gouverneur Dan habe aus Tschifu telegraphiert, daß die Gesandten in Peking am 9. d. M. sich noch in einem bombensicheren Lokal befunden hätten. General Rieh habe Selbstmord begangen und Prinz Tuan habe den Thron an sich gerissen. Leider sind das alles keine Bestätigungen, sondern lediglich andere Formen der auf dem angeblichen Telegramm CongerS fußenden Behauptung des Gouverneurs von Schantung. DieserBeamte leugnet jetzt, jemals die Nachricht über die Ermordung Der Fremden in die Welt gesetzt zu haben. So telegraphiert der deutsche Konsul in Tschifu, der beauftragt war, bei dem Gouverneur von Schantung wegen der angeblich von diesem gemeldeten Erstürmung der i Gesandtschaften in Peking Erkundigungen einzuziehen, unter dem 20. ds. Mts.: Der Gouverneur von Schantung erklärt mit Entschiedenheit, über Erstürmung der Gesandt- schaften und Ermordung der Fremden in Peking keinerlei Nachrichten gegeben zu haben, und teilt ferner sämtlichen Konsuln in Tschifu mit, er habe am 20. ds., 10 Uhr abenD«, mit fliegendem Boten durch das Tfungli-Yamen ein Jet r$ul1 datiertes, in ausländischer Sprache abge- faßtes Telegramm des amerikanischen Gesandten in Washing- te? es sogleich weitertelegraphiert. Die Nach- I der Ermordung des Gesandten hat Reuter am I übermittelt und Yuanschikai als Quelle ^"r angegeben; andere zuverlässig- Berichterstatter erklärten, daß Scheng die Meldung bestätige. Jetzt leugnen beide, sie gegeben zu haben. Die Wirkung dieser Dovvel- züngigkeit ist selbstverständlich die, daß man nach Maßgabe des bekannten Volkswortes: .,w?r einmal lügt dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht" nun überhaupt nichts mehr glaubt, was aus chinesischen Quellen fließt. So hat auch der französische Minister des Aeußeren das chinesische Vermittelungsgesuch kurzer Hand abgewiesen, und darauf, wie der Ausweis über die Verhand- I Zungen des letzten französischen Ministerrats mitteilt, dem I Kaiser Kuangsy zur Antwort gegeben, daß diese Frage nicht I eher zweckmäßig erörtert werden könnte, bevor man nicht I über folgende Punkte Gewißheit hätte: 1. daß dem Gesandten Pichon und seinen diplomatischen Kollegen wirksamer I Schutz und vollste Freiheit in ihrem Verkehr mit ihren I ^gesichert werde; 2. daß der Prinz von Tuan I iino die hohen Beamten, die für die gegenwärtigen Ereig- I «»ffe verantwortlich waren, aus der Regierung entfernt | zurück, worauf die Russen die Stadt besetzten. Die Verluste auf russischer Seite waren unbedeutend. In Blago- roirb zunächst aus Bremen gemelbet; In bem auf bent hiesigen Weser - Bahnhof vom Reichs-Marineamt eingerichteten Sammelmagazin herrscht eine außerorbentlich rege Thätigkeit. Die Zufuhr ber von auswärts hierher gesandten Proviantmengen usw. steigert sich von Tag zu Tag. Sämtliche Proviant- und Bekleidungsämter sind an den Lieferungen beteiligt. Es werden insgesamt etwa 900 Tonnen Hafer, 900 Tonnen Gerste, 600 Tonnen Mehl und 750 Zentner Heu zur Verschiffung gelangen. — Auf den deutsch e n Schi ff e n, bie &uin Transport ber für' China bestimmten Truppen bienen sollen, sinb teilweise chinesische Arbeiter beschäftigt. Diese werben auf höheren Wunsch zu ber Reise nach Ostasien nickst verwenbet werben. W^;.r Ä 5040 3. trfdirfeit Ugfidfr eit ÄuSaabmt drS Msula-s. Dir VeeHUelMtttr »ertai bem Anzeiger N* »«chftl nrit „Hess. Äeubtoitt* ■. „Blätter Mr hrff. Volkskunde" »MchÜ. 4 MAl bdgelegt. D ML-o.so; &6M«: SS SM w- würden, und daß ihre Bestrafung unverzüglich zu erfolgen habe; 3. daß die Behörden und die Truppen in dem ganzen Reiche den Befehl erhielten, die Feindseligkeiten gegen die Fremden einzustellen; 4. daß Maßnahmen getroffen würden zur strengsten Unterdrückung der aufständischen Bewegung der Boxer. So lange diese unerläßlichen Garantieen nicht gegeben worden seien, könne nur vou einer militärischen Aktion die Rede sein. Der Minister DelcassS teilte ferner mit, daß die Mächte auf seinen Vorschlag, sich über die Verhinderung der Waffeneinfuhr in China zu äußern, sämtlich eine günstige Antwort erteilt haben. Ein Beamter des französischen Ministeriums des Aeußeren erklärte einem Mitarbeiter des ..Soir", er halte das angebliche Vermittelungsansuchen des Kaisers von China für einen Versuch, das Einverständnis der Mächte zu stören, und um diesen Plan zu vereiteln, habe Minister Delcassö die Depesche unverzüglich veröffentlich^. Damit wäre dieser sogen. Vermittelungsversuch ab- gethan, und als Merkwürdigkeit dabei bleibt nur festzuhalten, daß er von dem Kaiser Kuangsu selbst ausgehen soll, den die Tartarennachrichjen schpn längst auf alle möglichen Todesarten ins Jenseits befördert hatten. Er scheint aber in ber Thctt noch am Leben zu fein, benst er hat sich noch int Anfang bi esc s Monats in einer njoch weit seltsameren Kunbgebung an ben Kaiser von Japan gewanbt. Der japanische Kaiser Mutsohito hat ben Brief Kuangsüs und seine Antwort darauf, ebenso loyal wie Minister Deleassee Pas Vermittelungsgesuch, alsbald der Oeffentlichkeit übergeben. Nach einer Reuter- Meldung aus Yokohama vom 20. ist bas Schreiben Kuangsüs vom 3. Juli datiert. Der Kaiser von China bespricht darin die letzten Ereignisse unb weist darauf hin, daß ber Osten unb der Westen einander pegenüberständcn. China sei nicht allein Gegenstand ber ehrgeizigen Bestrebungen« ber Mächte, wenn es China nicht gelingen würde, feine Integrität zu wahren, dann würde auch Japan sich wahrscheinlich bedroht sehen. Deshalb müsse China sich auf die Unterstützung Japans verlassen. Der Kaiser von Japan betont in seiner Antwort, es sei vor allem notwendig, daß China den Aufstand unterdrücke, die fremden Vertreter rette unb so ein Unglück verhinbere. Wenn das geschehe, so würben bie Mächte baraus erkennen, baß China wünsche, ben Krieg zu permeiben, und dann würde Japan bereit sein, bei ben Verhandlungen seinen Einfluß zur Wahrung der Interessen Chinas auszu- bieten. Die Antwort des Kaisers von Japan besteht also nur aus nützlichen Ratsch>lägen, aber nicht unbedingt ablehnend, scheint also nicht unbedenklich Londoner amtliche Kreise stehen der Conger'schen Depesche durchaus skeptisch gegenüber. Als eigentliche Fälschung wird sie nicht betrachtet, ebensowenig aber gilt sie als Beweis dafür, daß '(Songer am 18. Juli noch am Leben 02980 Dchrch. te, Mit, glohn 9 bis Mt evenll. 49 2 iWc. 15- e q!8 Haus« lstadl 23. en für sofort Nällsburq 4. ifftau oder cht. br 17,1IL ekle nen 60« Umtz. svlLvchty, ftanüurt gr- 60, II. ädcherr gesucht. rSveg 2,1 Neustadt 6. lugust iidche« v«; ferner tdemadlhe« 5 Jahren. on h Ä .. Äbreffe für Depeschen: Anjeiger Htrtz«» Fernsprecher Nr. 51. —wa» der russischen Gesandtschaft ermordet sind, die kaiserliche Residenz in Peking dem Erdboden gleich zu machen. * e Bon dem mit den übrigen Europäern in Peking ein- geschlossenen Professor v. Bruen wird jetzt in der Schles. Ztg. ein neuer Bries veröffentlicht, der, obgleich oder weil er vom 27. Februar datiert ist, besonderes Interesse in Anspruch nimmt. Die auf die Revolution sich beziehende Stelle des Brieses lautet: „Was einem aber jetzt vor allen Dingen das Dasein verbittert, da- sind die hiesigen politischen bezw. sozialen Verhältnisse, die sich in letzter Zeit geradezu in erschreckender Weise zugespitzt haben und mich veranlassen, trotz meiner Abneigung vor derartigen Publikationen hierüber nach Europa zu berichten — wenn es nicht schon zu spät ist. Solange ich in China bin, waren stets Aufruhr im Lande, Mtssionarmorde xx. dergl. an der TageSordnnng. Jetzt stehen wir unmittelbar vor dem großen Kladderadatsch! Taut va la cruche ä l’ean qu’ & la fln olle bo briso Ich begreife nur nicht die Kurzsichtigkeit der fremden Negierungen in ihren hiesigen Vertretungen. Gestern waren allerdings vier Gesandte (bet deutsche, der englische, der amerikanische und der französische) im Tsungliyamen und haben Radau gemacht, und doch bin »ch überzeugt, daß sie sich wieder mit leeren Versprechungen werden abspeisen lassen, bis es zu spät ist! Ich bin kein Politiker, dazu habe ich keine Zeit; ich stehe aber mitten im Leben drin und halte Fühlung mit den Chinesen, sodaß ich die Situation vielleickt besser überschauen kann wie mancher andere, der ausschließlich |u diesem Zwecke hier ist. Es würde zu weit führen, dies alles aus- etnqnderzusetzen, nur soviel: Wenn die Mächte nicht schleunigst energisch eingreifen, wird China in Kürze ein großes Leichenfeld sein. DaS 1000jährige morsche Reich liegt in den letzten Zügen." • ♦ * Telegramme deS «tztetzeuer Anzeiger-. Berlin, 23. Juli. Der nächste Ersatz der für China bestimmten Truppen wird nicht auS den Reihen der Angehörigen der deutschen Armee entnommen werden, sondern aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostasrika. Zumeist sollen farbige Angehörige dieser Truppe nach China entsandt werden, die das Klima besser vertragen können und in militärischer Hinsicht den deutschen Soldaten nicht nachstehen. Als Ersatz für diese sollen Freiwillige aus der deutschen Armee nach Deutsch-Ostasrika entsandt werden. London, 23. Juli. Ein Telegramm aus Tschisu berichtet, daß der Kapitän eines englischen Kriegsschiffes, das aus Niutschwang zurückgekehrt war, einen dortigen Chinesen gesprochen habe, der versicherte, in dem Dienst eines Europäers gestanden zu haben. Derselbe erklärte, Peking am 12. dS. verlassen zu haben. An diesem Tage sei die englische Legation zerstörtund sämtliche Fremden getötet worden. London, 23. Juli. Die Konsuln haben Einwendungen gegen den Vorschlag erhoben, weitere Truppen landen zu lassen außer in dringendster Rot, weil solche Landungen Zwischenfälle und Zerwürfnisse mit den Machthabern am ^)angtsekiang herbeisühren müßten. London, 23. Juli. Die Blätter in Canton versichern, die gefürchteten Schwarzflaggen, denen befohlen war, nach, Peking zu kommen, hätten nunmehr Gegenbefehl erhalten. Man schließt daraus, daß die chinesische Regierung Versuche macht, die Verbindung mit den Großmächten wieder anzubahnen. e London, 23. Juli. Das Kriegsamt hat an die eng lischen Infanterie und Artillerie-Kommandanten in Tientsin Telegramme gerichtet, worin sie ersucht werden, 'bei den übrigen europäischen Befehlshabern dahin ein- zuwirken, den sofortigen Vormarsch gegen Peking zu beschleunigen. London, 2. Juli. Aus Shanghai wird berichtet: Nach den Mitteilungen Eingeborener ist bei der Einnahme der Chinesen-Stadt von Tientsin ein Sohn Li-Hung-TschangS getötet worden. Verona, 23. Juli. Gestern abeud 9 Uhr 15 Mm. ist die zweite deutsche Militärsendung hier durch- gekommen. Zur Begrüßung der Deutschen waren Vertreter aller Truppenkörper am Bahnhofe, die in begeisterte Hochrufe ausbrachen. Die Mannschaften wurden reich bewirtet. Nach einem Souper der Offiziere beim £)foifion£' Kommandanten reisten die Deutschen weiter.________________ Der Krieg in Südafrika. Londoner Blätter von Samstag melden aus Kapstadt vom 21. Juli: Lord Roberts griff mit einer großen Streitmacht Middelburg an. Es begann eine Schlacht. Präsident Krüger befindet sich inmitten der Burghers, die er ermahnt, biSzurEntscheidungzu kämpfen. Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 21. Juli: General Littleton stieß in der Nähe von Lindley am 19. Juli auf ein Bu r e n k o m m a u d o unter De We t, das Hunters Umschließung entschlüpft war. Das Gefecht dauerte bis zum Einbruch der Dunkelheit, wo der Feind -gwo »fen und in zwei Teile zersprengt wurde. Die Verluste Littletons sind klein. Fünf Buren wurden beerdigt. Weitere Nachrichten von Broadwood oder Hunter liegen nicht vor. Hamilton und M a h o n fetzten gestern, thatsächlich ohne Widerstand zu finden, ihren Marsch fort. Sie machten einige Gefangene und erbeuteten vier Wagen. Sie werden heute Pole Carew in der Nähe von Ecrsten fabriken die Hand reichen. Eine Abteilung des Feindes brachte zwischen Krügersdorp und Potsch>esstroom am 19. Juli einen Zug zur Entgleisung, der 21 Kranke und zwei Offiziere nach K'rügersdorp bringen sollte. Einzel heilen fehlen noch. Die Meldung Roberts, er habe die Truppen de Wets «USeinandergesprengt, ist keineswegs als ein Erfolg anzusehen ; denn diese Zersprengung bedeutet tveiter nichts, als eine Erneuerung der Burentattik, sich beim .Herannahen überlegener englischer Trappen zu zerstreuen, um an einer anderen Stelle sich wieder zu sammeln und zum Angriff überzugehen. Lord Roberts hat dem General Botha mitgeteilt, daß er nicht mehr die Frauen und Kinder, berrn Männer und Väter gegen ihn kämpften, unterstützen könne. Infolgedessen sollten 1000 Burenfrauen nnd Kinder am 19. Inti aus Pretoria entfernt und nach einem Orte jenseits Eersten^ Fabrieken gebracht werden, wo General Botha sie in Empfang nehmen sollte. Die Lebensmittel der Engländer in Pretoria scheinen demnach sehr knapp zu sein. Durch einen Kriegsrat der Buren ist bekanntlich jüngst der Kommandant Snyman abgesetzt und degradiert worden. Der Grund dafür ist, daß er den Feld- koruet Eloff, der mit 200 Mann in Maseking eingedrungen war und die wichtigste Position der Stadt bereits in seiner Macht hatte, schmählich« im Stiche gelassen hat. Statt ihm zu Hilfe zu eilen, marschierte Snyman mit seinem Kommando einfach ab, und überließ Elofs seinem Schicksal, der sich dann aud} ergeben mußte und die Rolle des Siegers mit der des Gefangenen vertauschte. Snyman hat sich zwar zu entschuldigen gesucht und behauptet, Eloff hätte den ihm gegebenen Instruktionen zuwider gehandelt und sei gegen seinen ausdrücklichen Befehl und voreilig zum Angriff geschritten, allein er scheint keinen Glauben gefunden zu haben, da sein Verhalten kurzweg aus Eifersucht auf Eloff abgeleitet wird. Hätte man, wie ein holländisches Blatt sagt, von Anfang an eine schärfere Sichtung unter den Anführern der Bnren vorgenommen und unfähige und unzuverlässige Elemente bei Zeiten entfernt, dann stände es um die Sache der Republiken heute wahrscheinlich anders. Man wird sich noch des burrffr einen „Zufall" ums Leben gekommenen Generals Fereira erinnern, bet bes Verrats überführt worben sein unb dem Cronje die Wahl gelassen haben soll, entweder selbst Hand an sich zu legen oder stanbrechtlich erschossen zu werben; Fereira habe ersteres gewählt; nach anberer Lesart sei bas Gewehr eines schlasenben Buren, ben Fereira bei seiner nächtlichen Runbe aufwecken wollte, losgegangen unb habe ben Korn- manbanten tätlich getroffen. Die Wahrheit barüber hat man aber nie vernommfn unb wirb sie auch wohl nie mehr vernehmen, aber bezeichnend ist es doch, daß der Vorwurf des Verrats von ben sübasrikanischen Blättern nicht mit der bei solchen Fällen sich beinahe von selbst ergebenden sittlichen Entrüstung zurückgewiesen worden ist. Tenn trotz aller Unfälle ist, den eben angeführten Fall ausgenommen, aus brr Mitte der Buren bas Wort „Verrat" noch nicht ausgesprochen worben. Wohl aber scheint man dort nach- gerabe zu ber Ueberzeugung gekommen zu sein, baß ein Teil ber Kommanbanten ben ihnen anvertrauten Posten keineswegs gewachsen gewesen ist. Deutsches Reich Berlin, 22. Juli. Aus Molbe wirb vom 20. b. M. gemelbet: Der Kaiser konnte gestern abenb noch einen Spaziergang unternehmen, verblieb aber heute wegen bes nassen unb kalten Wetters an Borb. An Bord ist alles wohl. — Der Kaiser unb bie Kaiserin treffen am Sonntag ben 5. August mittag« in Bielefeld ein, um an ber Feier ber Enthüllung bes bem Großen Kurfürsten auf dem Sparenberge gesetzten Denkmals teilzunehmen. — Nach einer Meldung aus Paris wurde am 20. d. Mts. Staatssekretär Gras PosadowSku vom Präsidenten Loubet empfangen. Der Audienz, die un- gefähr eine Stunde währte, wohnte auch der deutsche Geschäftsträger Legationsrat v. Schlözer bei. Graf Posadowsky nahm auch in Begleitung der Geheimräte Richter und Lewald, einer Einladung der Ausstellungsbehörden folgend, an den Flottenrevuen auf der Rhede von Cherbourg an Bord des Postdampfers „Touraine" teil. — Staatssekretär Graf von Bülow hatte gestern eine Konferenz mit dem Reichskanzler. — Gras Ballestrem hat, wie hiesigen Blättern aus Kattowitz berichtet wird, dem Vorstand des Kameradschaftlichen Vereins seiner Arbeiter mitgeteilt, daß dieser alljährige Zuwendungen aus den Ueberschüssen seines Grubenbetriebes erhalten solle. Die diesjährige Zuwendung soll 100,000 Mark betragen, die als Sparkasseneinlagen für die Arbeiter verwendet werden. Ausland. Brüssel, 22. Juli. Heute nachmittag nahm ber König im Beisein ber Regierung von der Provinzial- behörbe in ber Ebene von Thurn unb Taxis ben erstes Spatenstich für bie Brüsseler See ha f e n a r b e i t e n vor. Die Arbeit wirb voraussichtliche fünf Jahre beanspruchen. Paris, 22. Juli. Der Radikal" meldet aus Chambery einen neuen militärischen Skandal. Am Abend des IG. Juli manifestierten mehrere Leutnants des dortigen Infanterie-Regiments in grober Weise gegen den Präsidenten der Republik und das M i n i ft e r i u m. Die Untersuchung wurde eiiigelettet. Lissabon, 22. Juli. Hier verlautet nachträglich, der Mörder des englischen Konsuls in Beira sei nicht amerikanischer, sondern deutscher Nativna l i t ä t. Der K o u s il l a t s s e k r e t ä r ist gleichfalls schwer verwundet. Fiume, 22. Juli. Der Kaiser machte dem englischen Bice Admiral Fisher sein Porträt mit eigenhändiger Unterschrift zum Geschenk. Belgrad, 22. Juli.' In einer Proklamation an das Volk kündigt König Alexander seine gestern erfolgte Verlobung mit Frau Draga Maschin, einer ehemaligen Hofdame der Königin Natalie, an. Diese Frau ist Witwe und entstammt dem alten Wojowodeu-Geschlecht der Lunjevicas. Ihr Vater spielte seinerzeit eine hervorragende Rolle. Das MU n i st e r i a m hat d e m i s s i o n i e rt. Der König hat me Demission des Kabinetts a n g e n o m m e n. E^ bevref Den liberalen Führer Avachmovic, sowie den Fortschrittler Jta- jovie. Ein parteipolitisches Ministerium gilt für ausge- schlossen.____________________________ • Aus Stadt und Land. Sieben, 23. Juli 1900. ♦* Rektor und Senat der Technischen Hochschule zu Darmstadt haben, wie wir bereit« in unserer Nr. 168 2 Blatt mitteilten, gegen sämtliche bei der Gutenbergs ei er in Mainz beteiligt gewesenen Darmstädter Studierenden wegen der mehrfach erörterten dortigen unliebsamen Vorkommnisse eine Untersuchung ein geleitet, deren saft völlig negative« Ergebnis wir nach Ausführungen, die wir in ber „Darmst. Ztg." fanden, unseren Lesern zur Kenntnis brachten- Nun schreibt das genannte Darmstädter Blatt, daß jene Ausführungen vom Rektorat der Technischen Hochschule ausgegangen sind und gleichlautend an eine ganze Reihe von Zeitungen gerichtet waren, auf die Stellung der „Darmst. Ztg." aber keinen Bezug haben. Dadurch erscheinen uns ene Mitteilungen um so bemerkenswerter. Das Rektorat chiebt also „in einer ganzen Reihe von Zeitungen" mit den Worten „daß vorgekommene Ausschreitungen, und gerade die gröbsten derselben, irrtümlich Darm- tädter Studierenden zur Last g-egt worden sind",, auf Grund der von ihr geführten Untersuchung am andere ab. Einer „ganzen Reihe von Zeitungen" ging diese Aus- ührungen direkt zu, dem „Gießener Anzeiger" dagegen nicht! Wir können nicht umhin, zu wiederholen, daß durch diese Zeitungsnotiz des Rektorats im Interesse aller Mainzer Festteilnehmer weitere Untersuchungen zur dringendem Notwendigkeit geworden sind. — Zu derselben Angelegenleit wird uns aus Mainz geschrieben: „Eine von dem Rektor und dem Senat der Technischen Hochschule in Darmstadt jüngster Tage in einer größeren Anzahl Zeitungen erlassene Publikation, nach der eine über die unliebsamen Vorgänge bei der Festfahrt zur Gutenbergseier angestrengte Untersuchung ergeben habe, daß die gegen die bei der Gutenbergseier anwesenden Studenten der Technischen Hochschule in Darmstadt in öffentlichen Blättern erhobenen Beschuldigungen grundlos und sehr übertrieben gewesen seien, hat hier in allen Kreisen, und nicht am wenigsten in denen, die Augen» zeugen der unschönen Auftritte waren, lebhafte Indignation hervor- gerusen. Mir blecht fragt man sich allenthalben, wie konnten der Rektor und der Senat der Darmstädter Hochschule ein solches Ergebnis einer Untersuchung als bare Münze aufnehmen und in die Oeffentlichkeit bringen, wenn auf der anderen Seite ernste, besonnene Männer in zum- Teil sehr hohen Stellungen, die mit ihren Augen die Vorgänge mit angesehen und ihre tiefste Entrüstung über das Benehmen der technischen Hochschüler allgemein unverhohlen zum Ausdruck gebracht haben. Man findet die Handlungsweise der Leiter der Technischen Hochschule um o weniger begreiflich, als eine Deputation der Darmstädter Hochschule keinen Anstand genommen hatte, bei dem Oberbürgermeister und den anderen in Mitleidenschaft gezogenen PersönlichkeUen schriftlich und mündlich in der de- und wehmütigsten Weise um Entschuldigung zu bitten." ** Das Gießener Schützenfest zu einem Volksfest zu gestalten, ist bem Schützenverein nach bem Ausweis ber Erfolge bes gestrigen Tages in jeber Weise gelungen. War Jupiter Pluvius mit seinem feuchten Segen bisher fast regelmäßig seststörenb dazwischen getreten, unb konnte er es gestern vormittag auch noch nicht lassen, ein wenig seinen Spaß zu treiben, so machte er sich hoch am Nachmittag ein besonberes Vergnügen daraus, seiner Rivalin Sonne ben Vortritt zu lassen. Entschieden hat er es biesmal gut mit unfern Schützenbrüdern gemeint, wenn er bie tropische Hitze ber letzten Tage um ein bedeutendes herabminberte unb bie Straßen vom lästigen Staub befreite. So glich benn auch am Nachwittag fdjion ber Zug nach bem Trieb einer kleinen Völkerwanderung. Der An- brang war besonbers gegen Abend so stark, daß mancher Besucher vergebens nach einem Sitzplätzchsen suchte. Auf bem Festplatze war noch am späten Abend ein äußerst lebhafter Verkehr. Der Tanzboden, an bem bie Friedberger Kapelle ihre frohen Weisen erklingen ließ, erfreute sich eines regen Zuspruchs. Aiuh, bie Karoussel- unb sonstigen Bubenbesitzer verschiebenster Art und besonders auch die Festwirte dürften gestern recht zufrieden gestellt sein. Die Beteiligung am Schießen, bas heute unb morgen fortgesetzt wird, war sehr rege. Die erzielten Resultate sind schon recht gute. Es wirb nicht nur auf Ring-, son- bern auch auf bewegliche Jagbscheiben mit Scheiben- unb Jagbbüchfen geschossen. An bem Schießen bürfen auch Nichtmitglieder gegen einen geringen Einsatz teilnehmen, ber im Verhältnis zu den zu erringenden Preisen, die im Saale des Schützenhauses öffentlich ausgestellt sind, als sehr minimal zu bezeichnen ist Das Schicen wird erst morgen abenb sein Ende finben unb nach Feststellung, ber Ergebnisse um' 8 Uhr bie Preisverteilung erfolgen. — Heute nachmittag um 4 Uhr hielt ber ^^öenverein, wit Musik einen großen Umzug burch bie Hauptstraßen ber Stabt. Um fünf Uhr begannen wieder oie Volksbelustigungen. r _ , . -v- Heuchelheim, 22. Juli. Da« zweiteSymphonie- Konzert ber Familie Kruse fanb vor leider mäßig W suchten, Hause statt, was in Anbetracht der vorzüglichen Leistungen, die geboten wurden, sehr zu bedauern war. Jedenfalls dürfte die soeben herrschende Hitze manchen Musikfreund vom Besuche dieses Konzertes abgehalten haben. Besonbers gefielen auch biesmal wieder neben den Quartett- Vorträgen die beiden geschätzten Solisten, deren Können sich in immer hellerem Lichte zeigt. Hoffentlich nehmen unsere Konzertvereinigungen gelegentlich ^.^nlassung, diese treff- lichen heimischen Künstler zur sollst,schen Mitwirkung m unseren besseren Konzerten zu gewinnen. Man ist der festen Ueberzeugung, daß bei eintretender Abkühlung der Witterung auch der Besuch der Symphonie-Konzert-, deren nächste« am Freitag gegeben wird, sich heben wird. ’ X Klein-Linde«, 23. Juli. Gestern feierte der Ge- sangverein „Arivn" sein 10. Stiftungsfest- Obwohl da« Wetter am Bormittage regnerisch war, so heute e« sich doch bald aus, sodaß ein stattlicher Festzug sich »® 3 Uhr bei schönstem Wetter durch unser Dorf bewegen konnte. Aus dem Festplatz im Garten de« Gastwirt«. Hinterland angekommen, hielt der Dirigent Karcher die Festrede, die in ein dreifach donnernde» Hoch aus da«, deutsche Lied au-klang. Danach Ub-rg°b-n d.e Jungsra« » dem Vereine ein Fahn-ntragband. Präsident Deibel dankte im Namen de» Verein». Er brachte ein Hoch aus bie trauen unb Jungfrauen des Vereins aus. Nach dem B-Mßüng« Liede d-« f-stgeb.uden Vereins sangen di- -r- schicn-n-n Gesangvereine. Dann begann der Tanz. Mn fröhlicher Treiben herrschte aus dem geräumigen Festplatz. Die erschienenen Verein- waren: Eintracht-Gießen, Kon- kordia Wi-seck, Mntracht.Klein-Linden, SüngerkranzWatz-n- born Maschinenbauer-Verein-Gießen, Germania-Großen- i'inoen Turnverein ° Klein > Linden, Eintracht. Leihgestern, Jugendgrund-Wi-seck, Eintracht-Wi-seck, Harmonie.Kl-in- Linden Kriegerverein-Kleiw Linden und Sängerkranz-Wieseck Abend» um 10 Uhr sührte der Turnverein einen Fackel Reigen auf und stellte einige Pyramiden. Dank der äußerst günstigen Witterung nahm das Fest den denkbar besten Verlaus. E. Echzell, 22. Juli. Gestern fand hier Bürgermeisterwahl statt, bei der sich der seitherige Bürgermeister R. und der frühere H. gegenüberstanden. 'Die Beteiligung an der Wahl war eine verhältnismäßig rege; von ca. 425 Wahlberechtigten stimmten 306 ab. Von diesen 306 Stimmen fielen 273 Stimmen aus den seitherigen Bürgermeister R., 27 Stimmen auf H. und 6 Stimmen aus den Beigeordneten H. R. ist somit gewählt. — Bekanntlich ist unser Marktflecken uralt; es treffen hier drei Römerstraßen zusammen, die für die LimeSsorschung von hervorragender Bedeutung sind. Ein höherer Offizier aus Berlin inspizierte kürzlich die hiesige Gegend, und es sollen, sobald die Früchte abgeerntet sind, Nachgrabungen stattfinden, wobei Hofrat Kost er aus Darmstadt, der Schliemann Hessens, der vor einigen Jahren hochinteressante Ausgrabungen vorgenommen hatte — siehe „Gieß. Anz." aus den Jahren 1897 und 1898 — Mitwirken wird. Friedberg, 22. Juli. An dem wirtschaftlichen Aufschwung des Jahres 1899 hat nach, dem ersten Jahresbericht der hier neu errichteten Handelskammer auch die hiesige Gegend Anteil genommen. Von besonderer Wichtigkeit waren für den in hohem Maße landwirtschaftlich interessierten Bezirk die wiederholt guten Ernten der letzten Jahre. Aber auch Industrie und Handel blicken in der großen Mehrzahl ihrer verschiedenen Zweige auf günstige Ergebnisse zurück. Insbesondere entwickelte sich, die Bauthätigkeit in dem rasch ausblühenden Bad-Nauheim und in Friedberg befriedigend, so daß zahlreiche Unternehmer durch viele Privat- und eine größere Anzahl öffentlicher Bauten ausreichende Arbeit und lohnenden Verdienst fanden. Tie im Kammerbezirk durch zahlreiche mittlere und kleine Betriebe vertretene Mühlen-Jndustrie klagt sehr über die Konkurrenz der neu entstandenen Riesenmühlen am Rhein und Main und erhofft von der Einführung einer staffelförmigen Umsatzsteuer und Erhöhung der Frachten für Mehl eine wesentliche Besserung ihrer Lage. Dieser Forderung widerspricht der Bericht. Wenn Mch die Lage der kleinen Müller durch die verschärfte Konkurrenz äußerst prekär geworden sei, so könne man doch in einer derartigen Umsatzsteuer (gefordert wird eine Skala von 1 bis 3() Pfg. pro Sack) kein kein Heilmittel für diese Industrie erblicken. Dagegen hält der Bericht eine radikale Reform des gänzlich "veralteten hessischen Gewerbe st euergesetzes für unbedingt erforderlich, zumal die größeren Nachbarstaaten (Bayern und Preußen) ihre Steuergesetze in dieser Richtung bereits gründlich umgestaltet haben und Hessen sich bei seiner zentralen Lage hiervon nicht ausschließen könne. Auch sei eine Herabsetzung der Bahnfracht von Getreide gegen Mehl im Interesse der Kleinmüller zu befürworten. Die im Bezirk Ebenfalls zahlreich vertretene Likör- und Branntwein-Industrie klagt lebhaft über den Spiritusring, der den Gewinn dieser Industrie auf ein Minimüm reduziere. Die /Entwickelung werde leider dahin führen, daß die Inhaber dieser zahlreichen, früher blühenden Betriebe hinfort nur noch als Agenten des Spiritusringes existieren können. Als großer Mißstand in der Branche wird die Kreditgewährung empfunden, da nahezu ohne Kreditbestimmung verkauft wird und Kredite von ein bis zwei Jahren gegeben werden. Gewünscht wird, daß die Bahnen für leere und gefüllte Korbflaschen auch ohne eine nochmalige Extra-Verpackung derselben, für den etwa auf dem Bahntransport entstehenden Schaden Garantie übernahmen. Es habe sich seit einiger Zeit der Bahntransport dieser Gefäße mit Likören so sehr vermehrt, daß es nur recht und billig sei, dem bertreffenden Absender auch für nicht nochmals extra verpackte Korbflaschen entstehenden Schoden zu vergüten. Hinsichtlich (d!es Bahnverkehrs begrüßt der Bericht die langersehnte Einführung eines Tagesschnellzuges ab /Frankfurt 6 Uhr 5 Min. vormittags und ab Kassel 9 Uhr 40 Min. vormittags. Die überaus starke Frequenz habe das Bedürfnis nach diesen Schnellzügen aufs deutlichste bewiesen. Mainz, 22. Juli. Der vom Sergeanten Walther von der 1. Kompagnie des Jnf.-RegtS. Nr. 117 erschossene Soldat Heller von der 11. Kompagnie war elternlos. Von nächsten Verwandten besaß er nur noch einen Bruder. Dem traurigen Vorkommnis ging voraus, daß die 11. Kompagnie mit Schießen fertig war und von der 1. Kompagnie nur noch drei Mann zu schießen hatten. Ein Gefreiter und drei Mann der 11. Kompagnie bliebeu ßleich unten bei der Scheibe, um sie für die drei Mann der 1. Kompagnie zu bedienen. Der Gefreite hatte durch ornSpiegel zu beobachten, ob der Platz der Schützen frei sei, uuo außerdem hatte er die Zeichen für „Scheibe frei" zu &et1’ ?te*c8 pichen f°ö er nun angeblich noch nicht ge geben gehabt haben, als der Sergeant Walther den Schuß abgab. Die Kugel ging Heller durch die Brust und mit dem Ausruf: „Au-au!" stürzte er zusammen. Inwieweit erne Verantwortlichkeit für den dienstthuenden Offizier vor- Negt, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Militär'gerichtliche Obduktion der Lerche hat schon vorgestern nachmittag stattgesunden. ö ' » ^richt erstattet worden. Vom Miütargericht ist erne eingehende Untersuchung ein- geleitet. Der Schuß, durch den der arme Mensch sein iunaes Leben lassen mußte, ist aus einer Entfernung von 500 Metern abgegeben worden. — Die Beerdigung fand gestern nachmittag vom Garnisonlazarett aus mit allen militärischen Ehren statt. An derselben beteiligten sich der Regiments-Kommandeur, Oberst Kutz en, sämtliche Stabsoffiziere und Offiziere und die 11. Kompagnie, der der Verlebte angehört hatte. Auch der Sergeant Walther, der den Heller erschossen hat, befand sich im Leichengefolge' Hinter dem mit Kränzen reich bedeckten Sarge schritt der Bruder und einige Bekannte, darunter auch der frühere Meister des Verstorbenen. Die Regimentskapelle eröffnet den Leichenzug. Viele Zuschauer standen auf beiden Seiten des Weges, den der Leichenzug nahm. Am offenen Grabe hielt der katholische Garnisonpfarrer Tennie eine kurze, aber ergreifende Trauerrede. Er richtete Trostes- worte an die Hinterbliebenen Verwandten und beklagte den unglücklichen Zufall, durch den der junge Soldat, dem die Vorgesetzten das ehrende Zeugnis eines durchaus braven Menschen und pflichteifrigen Soldaten ausgestellt haben, sein junges Leben lassen mußte. — Der im Eisenbahndirektionsbezirk Mainz projektierte neue vergrößerte Zentralgüterbahnhof wird, wie jetzt bestimmt verlautet, bei Gaualgesheim angelegt, wo nur geringe Terrainschwierigkeiten vorhanden sind und durch die im Bau begriffene neue Bahnlinie nach Kreuznach auch Verhältnisse geschaffen werden, die der Anlage eines Güterbahnhofes sehr zu statten kommen. — Hier wurden gestern nicht weniger als vier Selbstmorde versucht. In drei Fällen trat der Tod der Lebensmüden ein. Frankfurt a. M., 23. Juli. Heute nacht sprang in der Nähe des zoologischen Gartens der Metzgermeister Wirth von hier von einem rasch fahrenden elektrischen Straßenbahnwagen, kam unter die Räder, wurde überfahren und blieb sofort tot. ** Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Das 25 Jahre alte Dienstmädchen Maria Bogenregen aus Nürnberg, das in Mainz bei einer Osfiziersfamilie in Stellung war, sprang vom Landungsbocke der Güterschiffe im Zollhafen in den Rhein und ertrank. Das Motiv zur Thal soll Liebeskummer sein. Vermischtes. * Eisleben, 21. Juli. Im Laufe der letzten Tage und in der vergangenen Nacht haben neue heftige Erderschütterungen im ganzen Senkringsgebiete stattgefunden. Die Erschütterungen wiederholten sich mehrmals und übertrafen an Stärke alle bisherigen. * Kopenhagen, 21. Juli. Die Andree-Boje ist heute hier angekommen. Die Boje liegt in einem versiegelten Kasten, der sofort dem schwedischen Gesandten übergeben wurde. Dieser sendet den Kasten unverzüglich nach Stockholm. * Kiel, 21. Juli. Das Schulschiff S t o s ch kollidierte heute vormittag beim Einlaufen in den Hafen unweit Fried- richsort mit dem dänisch^ Schooner Sophie. Der Schoo- n e r sank. Beim Stosch, brachen die vorderen Bramstengen und der vordere Bramraa und stürzten auf das Deck nieder. Stosch ist mittags auf eigenem Kiel in die Kaiserwerft eingelaufen. * Z ü r i ch, 20. Juli. In der vergangenen Nacht spielte sich im Universitätsviertel ein Eifersuchtsdram a ab. Der in der Mitte der dreißiger Jahre stehende Kunstmaler Hans B ö ck l i n, ein Sohn des berühmten Arnold Böcklin, versetzte seiner Geliebten mit einem Dolche einen heftigen Stich in die Brust, der nach ärztlicher Aussage den Tod zur Folge haben dürfte. Böcklin wurde durch das Dazwischenkommen des Bruders des Mädchens an weiterer Gewaltthätigkeit verhindert. Noch in der Nacht wurde er verhaftet und heute morgen mit seinem Opfer konfrontiert, wobei er unter Thränen seine Geliebte pm Verzeihung bat, die ihm auch gewährt wurde. Dem Untersuchungsbeamten Dr. Fischer erklärte Böcklin, die That einzig aus Eifersucht begangen zu haben. Er glaubte, seine Geliebte halte es mit einem Studenten. Böcklin ist starker Alkoholiker und sehr exzentrisch. Voraussichtlich wird er zur Beobachtung seines Geisteszustandes ärztlicher Prüfung unterstellt werden. * Prag, 22. Juli. In der Umgebung von Schei- benradann, Bezirk Neukaw, will ein junger Kuhhirt Erscheinungen derMutter Gottes gehabt haben. Der Platz der Erscheinung ist zum Andachtsorte geworden, wo große Menschenmengen sich ansammeln. Ein ohne Bewilligung der Behörden dort errichteter Bildstock ist auf amtliche Anordnung wieder entfernt worden. * Eine große Brandkatastrophe zerstörte in Konstantinopel fast sechs Stadtviertel. 150 Häuser, 100 Magazine, die armenische Kirch-e, eine Schule und eine Polizeiwache sind abgebrannt. Zahlreiche Personen sind dabei ums Leben gekommen, hauptsächlich dadurch, daß eine Anzahl Frauen und Kinder auf der Flucht in einen Brunnen stürzten. Der Sultan befahl alle möglichen Maßnahmen zur Hilfeleistung für die Obdachlosem_________________________________________ Sport, Spiel, Jagd. -11- Gießen, 23. Juli. Das Amateur-Radrennen am gestrigen Sonntag war nicht so zahlreich besucht, wie die früheren Rennen. Die auswärtigen Sportfreunde mag wohl das am vormittag eingetretene Regenwetter vom Besuche abgehalten haben, während die sonst zahlreich vertretenen Einheimischen sich auf andere Veranstaltungen, Vereinsausflüge, Schützenfest u. s. w. verteilten. Das Rennen, zu dem 81 Fahrer gemeldet waren, verlief, da gegen mittag der Regen freundlichem Sonnenschein wich, programmgemäß. 1. Eröffnungsfahren über 1200 Meter mit zwei Vorläufen über je 800 Meter. 1. Preis eine Taschenuhr, 2. Preis eine photogr. Handcamera mit Füllung, 3. Preis ein Prachtband „Moderne Kunst". Entscheidungslauf: Luigi Cerrato-Turin 2,24Vs, Karl Duill Gießen 2,242/s Giac. Stratta-Turin 2,24Vs Der im zweiten Vorlauf das Band zuerst durchfahrende E> Moeder-Franksurt erhob Protest, weil er von Cerrato am Vorfahren gehindert worden, infolge dessen das Rennen wiederholt wurde. Verlauf oes Nachrennens: Stratta 1,58, Moeder 1,58Vs, Graef 1,58V5. 2. Gauverbands - Wanderpreisfahren über 2000 Meter. 1. Preis eine echtgoldene Medaille und Anrecht auf den großen massiv silbernen Gaubecher, 2. Preis eine silberne Medaille, 3. Preis eine versilberte Medaille. Verteidiger: Karl Duill-Gießen. Ergebnis: Stratta 3,53, Moeder 3,53Vs, Duill 3,58Vs- 3. Mannschaftsfahren für Vereine aus dem Nordbezirk des Gaues 9 des D. R.-B. 4000 Meter. 1. Preis eine Bowle mit Silberbeschlag, gestiftet vom Vorstand des Nordbezirks Gau 9, 2. Preis ein Oelgemälde in Goldrahmen, 3. Preis zwei Leuchter und ein Zigarrenabstreicher. Die Wertung erfolgte nqch Punkten. Ergebnis: Radklub Germania-Gießen (Fahrer Thomas, Gennies, Rüdiger, Heß, Schmall) 3,6, Radfahr-Verein Nidda (Fahrer Lenk, Traumüller, Zinn, Kraft) 3, Radfahr-Berein Wetzlar (Fahrer Schirmers, W. und H. Plies) 2,8, die Wanderer, G. R.-G. (Fahrer Duill, Goertz, Stratta, Marck, Hamel) 2,8. Duill mußte wegen Raddefekts die Maschine wechseln, Stratta stoppte wegen Raddefekts ab. Die „Wanderer" leisteten Verzicht auf nochmaliges Entscheidungsfahren, so daß der 3. Preis dem Wetzlarer Rad- fahr-Verein zufiel. 4. Kuratorium-Wanderpreis-Fahr en über 4000 Meter. Zwei Vorläufe über je 800 Meter. Verteidiger : Paul Albert- Biebrich (derselbe nahm am Rennen nicht teil). 1. Preis ein ächt silberner Pokal, Stiftung von Mitgliedern des Kuratoriums der Rennbahn. Der Preis muß dreimal nacheinander oder viermal im Ganzen v»n demselben Sieger gewonnen werden. Der jedesmalige Sieger erhält eme ächt silbervergoldete Medaille, 2. Preis eine silberne Medaille. 3. Preis eine Bronze-Medaille. Entscheidungslauf: Duill-Gießen 8,40V&. Goertz-Weilburg 8,40-5, Stratta-Turin 8,40Vs- , <5. Tandemfahren mit Vorgabe über 2000 Meter. 1. Preis eme Uhr in Kunstguß und ein Barometer in echt Bronze, 2. Preis zwei Uhrketten, 3. Preis zwei Prunk-Kannen. Ergebnis: E. Moeder und Andreas Graef (Frankfurt) 2,342/5, C Duill und Wilh. Goertz (Gießen) 2,34Vs, Fritz Seel und Max Link (Frankfurt) 2,34Vs. 6 Mannschaftsfahren um d i e Ehrengabe der Stadt Gießen (Wanderpreis) über 6000 Meter. 1. Preis echt silberner Pokal, Wanderpreis auf 1 Jahr und Ehrenurkunde für den Verein; für die siegenden Fahrer Medaillen, außerdem bei Rückgabe des Preises dem Verein ein Nebenpreis; 2. und 3. Preis Ehrendiplom dem Verein. Verteidiger: die Wanderer, G. R.-G. Die Wertung erfolgt nach Punkten. Ergebnis: Radfahrer-Verein Nidda (Fahrer Lenk, Traumüller, Zinn, Kraft) 3,1, die Wanderer-Gießen (Fahrer Duill, Goertz, Stratta, Marck, Nikolaus) 2,8, Verein „Radsport" Frankfurt a. M. (Fahrer Moeder, Seel, Steigerwald, Leichum) 2,1. Nach dem Rennen fand die Preisverteilung auf der Hardt« Terrasse statt. « Mainz, 22. Juli. 15. Ruder-Regatta des Mainzer Ruder-Vereins. Länge der Bahn für sämtliche Rennen ca. 2200 m ptomaufroärtö. 1. Junior-Vierer. Ehrenpreis, gestiftet vom Wett- L »no^0m'tec' 11 Münzer Nuderverein 7.22. 2. Bonner Ruderverein ^22Vs- — 2. Einer. Meisterschaft vom Rhein. Wanderpreis. Der Mamzer Ruder-Verein giebt dem Sieger einen goldenen Meisterschafts- ftetn. 1. Düsseldorfer Ruderverein 7.45, 2. Würzburger Ruderverein b-5, 3- Binger Ruderverein 8.9, 4. Frankfurter Ruderklub 8 24. 3. Großherzog-Vierer. Wanderpreis, verliehen vom Großherzog Ernst Ludwig. 1. Ruderklub „Germania" Hamburg 7.12/5, 2. Mannheimer Ruder-Verein „Amicitia" 7.2. 4. Zweiter Achter. Ehrenpreis von Mitgliedern des Mainzer Nudervereins. 1. Mannheimer Ruderklub 6.42, 2. Frankfurter Ruderklub 6.53. 5. Vierer ohne Steuermann. Wanderpreis vom deutschen Ruderverbande. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Sachsenhausen" fuhr in 7.16 allein über die Bahn. 6. Dritter Vierer. Ehrenpreis von aktiven Mitgliedern des Mainzer Rudervereins. 1. Mannheimer Ruderklub 7.14> 2. Bonner Ruderverein 7.15, 3. Frankfurter Ruderverein 7.31, 4. Kasteler Ruder- Gesellschaft 7.55. 7. Zweiter Vierer. Ehrenpreis. Offenbacher Ruder-Gesellschaft „Undine" 6 58, Frankfurter Ruderverein 7.1 V8. 3. Mannheimer Ruderverein „Amicitia" 7.9. 8. Junior-Achter. Corsarenpreis, gestiftet vom „Schiff". 1. Frankfurter Ruderverein 6.41, 2. Mannheimer Ruder-Gesellschaft 6.44, 3. Mainzer Ruderverein 6.441/5. 9. Junior-Einer. Ehrenpreis. 1. Binger Ruderverein 8.1, 2. Frankfurter Ruderverein 8.6. 10. Gast-Vierer. Wanderpreis, gestiftet von der Stadt Mainz. 1. Mannheimer Ruderverein „Amicitia" 7.6, 2. Offenbacher Ruder-Gesellschaft „Undine" 7.25, 3. Frankfurter Ruder- Gesellschaft „Sachsenhausen" 7.38. 11. Einer. Rheinpokal, Wanderpreis. 1. „Wiking"-Berlin 7.43, 2. Mainzer Ruderverein 7.46, 3. Ruder- Gesellschaft Worms 8.00, 4. Binger Ruderverein 8.10. 12. Ermunterungs-Vierer. Ehrenpreis. 1. Frankfurter Ruderverein 7.20, 2. Heidelberger Ruderklub 7.23, 3. Mainzer Ruderoerein 7.32, 4. Mannheimer Ruder-Gesellschaft 7.47. 13. Erster Achter. Wanderpreis, gestiftet von Mainzer Damen. 1. Ruderklub „Germania" Hamburg 6.47, 2. „Wiking"-Berlin 6.48, 3. Mannheimer Ruderverein „Amicitia" 6.51, 4. Mannheimer Ruderverein 6.53. — Für Radfahrer war eß bisher unbequem, auf der Tour nach der Landkarte zu sehen. Fahrtunterbrechung und Absteigen waren verhältnismäßig noch das kleinere Uebel, da der Fahrer häufig, zum Absitzen zu bequem, falsch fuhr, was Zeitverlust, Aerger und mehr zur Folge hatte. Da hilit denn der im Patentbureau Reichau u. Schilling-Berlin ausgestellte Land karte n halt er ab. Auf der Lenkstange befestigt trägt er Karten jeder Größe unter einer durchsichtigen Cclluloidschutztafel, stets fertig zum Nachfchauen. Ardetteröewrganß. Hamburg. 22. Juli. Die Werstbefitzer entließen gestern Abend weitere 2000 Arbeiter. Die Zahl der Aus gesperrten beträgt fitzt insgesamt 4000 Mann. Familien Nachrichten. Gestorbene Herr Generalleutnant z D. August von Pannwitz in Darmstadt. — Herr Heinrich Maurer in Darmstadt. — Herr Adam Ackermann I. in Nieder-Modau Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemessen am 23 Juli, zwischen J1 und 12 Uhr mittags: Wasser 20°, Lust 18°. Rüosamen'sche Badeanstalt. Keueste Meldungen. Berlin, 23. Juli. Zum Prozeß der Harmlosen erfährt das „Kl. I.", daß durch Beschluß der Strafkammer die Strafsache gegen den Falschspieler Wolfs mit dem Verfahren gegen die Harmlosen verbunden und demgemäß gemeinsam gegen alle Angeklagten verhandelt werden wird. Als Tag des Beginns der Verhandlungen ist der 17. September in Aussicht genommen. Wien, 23. Juli. Die furchtbare Hitze hält in ganz Oesterreich-Ungarn an. Das Thermometer zeigte gestern vormittag 22 Grad Celsius im Schatten. Die Fälle von Hitzschlägen mehren sich. Der Schaden an Obstbeständen ist enorm. Wien, 23. Juli. Wie an unterrichteter Stelle verlautet, wird die Regierung den Reichsrat erst Ende dieses Jahres einberusen, um inzwischen die deutsch-tschechische Verständigung zu fördern. Eventuell sollen die Tschechen für ihr Zugeständnis der deutschen Staatssprache eine tschechische Universität in Mähren erhalten. Asch (Böhmen), 23. Juli. Aus dem gestern von 2000 Personen besuchten VolkStage der Deutsch. Nationalen wurde von neuem die Forderung nach der deutschen Staatssprache erhoben und eine Resolution gegen die Ausweisung Deutscher aus Oesterreich angenommen. New York, 23. Juli. Ein Telegramm aus Panama an den „New-Iorker Herald« berichtet, daß die Negierungstruppen gestern früh die Stadt verlaßen haben, um die Ausständischen auszusuchen. Kurz nachher vernahm man heftiges Gewehrfeuer, das gegen 9 Uhr aushörte. Ueber 100 Matrosen des englischen Kriegsschiffes Meander wurden gelandet, um den Verwundeten beizustehen. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte. Gießen, Airchenplatz u- 187 S^WLÄM Fussschweissseife £ (Eiweissun Nä t) r se a l z e d r>; Bekanntmachung. Es wird hierdurch zur Kenntnis gebracht, daß Mittwoch den 25. Juli, vormittags von 9 bis 10 Uhr, der letzte öffentliche Impftermin in der Gewerb schule dahier abgehalten wird. Gießen, den 22. Juli 1900. 5066 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Oeffentliche Bücher- und Lesehalle. Sämtliche entliehenen Bücher sind bis spätestens Montag den 30. I. Mts. zurückzuliefern. Im Monat August werden Bücher nicht ausgegeben werden. Gießen, den 23. Juli 1900. 5073 Der Vorstand. Gesellschaftsverein. - Alle aus der Aiöliothek entliehenen Aucher find bis spätestens Mittwoch den 25. d. Mts. zurückzuliefern öei Aermeidung einer Kbyolungsgeöühr von 25 Afg. Verantwortlich für bm »ll-emetnin teU: P. Wittk.j für frtn Änjetftnteik Imgeiahathe Personen werven mit überraschendem Erfolg rasch gekräftigt durch „Soson“, das beste aller existierenden Kräflig- ungsmittel. — „Soson“ ist geruch- und geschmacklos und kann allen Speisen und Getränken, auch ohne Wissen des Patienten, beigemengt werden. 4285 m j8. 50 gr 100 gr 250 gr 500 gr * 40 4 70 1.60 Jt3.- MeinigeFabrikanten.Toritvls.,Altona. Zu hab. i. Apotheken u.Drogengeschästen. (T\er Kleeschnitt von 1 bis 2 Morgen zu kaufen gesucht. Russischer Hof. ausgoführt von der 5072 Küche sofort zu vermieten. 03047 H. W. 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