Nr. 170 Erstes Blatt. Dienstag de« 24. Juli 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Lnzrigen.BermittlungSstellen bet 3=tu und Ausland mhmen Anzeigen für den Gießmer Anzeiger entgeh Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. *U ÄaAMfone bet Die Siebener ■Heben bew Anzeiger te .H-ff. Sorbwtrt- ■. glatter W* he», »•dthinbe» »Hchtl. 4 «Ml beifldegt. >«N«h»e ww Anzeigen zu der m«ch«tttag4 für bee jMftnbe» Log mfcheinenden Nummer bis Derrn. 10 Ahr. WrNhmyB spätestens **M »orher. Nezngrprei» Vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha, durch die AbholesteK<^ vierteljährl. Mk. 1,M monatlich 65 Pf^. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl mit Bestellgeld Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Hebe»»».. Expedition und Druckerei: rtfce Nr. 7. Gratisbeilage«: Meßmer Familienblätter, Der heWhr Landwirt, Ktätter für hessische UstKstMN-r. Adresse für Depeschen: Anzeiger -ist«, Fernsprecher Nr. 5L HmtLicher Heil. Bekanntmachung. ES wird hierdurch zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß die NahrungSmittel'Jndustrie-BerufSgenossen- schaft zu ihrem zweiten Beauftragten Ingenieur Georg Urban in Mannheim L. 10 Nr. 6 für den ganzen Bezirk der Genossenschaft bestellt hat. Gießen, den 20. Juli 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 26. Juli d. IS. -rn Leun anstehenden BiehmartteS an folgende Bedingungen geknüpft: 1. Für den Auf- und Abtrieb der Tiere ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. Die Benutzung anderer Stellen für den Aus- und Abtrieb, ebenso das Handeln mit Vieh außerhalb der Marktplätze ist verboten. Der Austrieb darf nicht vor 8 Uhr vormittags stattfinden. 2. Auf den Markt dürfen nur Tiere aus seuchenfreien Orten, deren Führer mit giltigen behördlichen Ursprungszeugnissen versehen sind, aufgetrieben werden, Tiere von Händlern aber nur dann, wenn in jenen Ursprungszeugnissen weiter bescheinigt ist, daß die Tiere sich die letzten sieben Tage in unverseuchtem Zustand in seuchefreien Orten befunden haben. 3. Bei dem Auftrieb der Tiere hat der Eigentümer oder Führer dem anwesenden Polizeibeamten daS unter Nr. 2 erwähnte Ursprungszeugnis vorzuzeigen. Außer von der Kontrolle der Ursprungszeugnisse ist der Auftrieb von der vorherigen Besichtigung und Nichtbeanstandung der Tiere durch den KreiS- thierarzt abhängig. 4. Seuchenkrank und seuchenverdächtig befundenes Vieh unterliegt den vorläufigen Anordnungen des Kreis- tierarztes. 5. Für die Einführung von Händlervieh in den Kreis Wetzlar gilt außerdem die nachstehende polizeiliche Anordnung des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Koblenz vom 27. März 1900. 6. Aus der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen und dem preußischen Kreise Biedenkopf dürfen Rindvieh, Schweine und Schafe nicht aufgetrieben werden. Wetzlar, den 20. Juli 1900. Der Landratsamtsverwalter. gez.: Dr. Sartorius. Landespottzeitiche Anordnung, betreffend: Gesundheitsschein für Händlervieh. Zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche wird unter Aushebung der Anordnung vom 15. Juni 1899 (Amtsblatt Nr. 178) auf Grund der §§ 18 bis 20 deS Reichsgesetzes, betreffend Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23 Juni 1880/1. Mai 1894 für den Umfang des Regierungsbezirks bis auf weiteres angeordnet, was folgt : § 1. Händler, welche in die Kreise Adenau, Ahr- Weiler, Altenkirchen, Koblenz-Stadt, Koblenz-Land, Cochem, St. Goar, Kreuznach, Mayen, Meisenheim, Neuwied, Simmern, Wetzlar oder Zell Wiederkäuer oder Schweine zum Zwecke des Verkaufes einführen, müssen im Besitze eines tierärztlichen Zeugnisses sein, welches die Seuchenfreiheit der Tiere bescheinigt. Das Zeugnis muß von einem beamteten Tierarzt oder von einem solchen Privattierarzte ausgestellt sein, welcher hierzu von dem Unterzeichneten ermächtigt worden ist. Das Zeugnis hat bei Rindvieh eine genaue Beschreibung der einzelnen Tiere nach Geschlecht, Farbe, Abzeichen und Hornstellung, bei anderen Wiederkäuern und bei Schweinen «ine Angabe der Stückzahl und Farbe zu enthalten und verliert mit dem Ablauf des vierten, auf den Tag der Ausstellung folgenden Tages seine Giltigkeit. Dasselbe bedarf «ach Ablauf seiner Giltigkeitsdauer, und zwar auch nach Einführung des Viehes, der Erneuerung, bis letzteres in den Besitz eines Milchhändlers übergegangen ist. § 2. Die Bestimmungen des § 1 finden keine Anwendung auf die in den städtischen Viehhof zu Koblenz zum Verkauf eingeführten, höchstens 6 Wochen alten Kälber und auf die dorthin zum Verkaufe eingeführten Schweine. § 3. Zuwiderhandlungen werden nach dem § 328 des Reichsstrafgesetzbuchs und den §§ 66 und 67 des Reichsgesetzes, betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen, vom 23. Juni 1880/1. Mai 1894 bestraft. § 4. Diese Anordnung tritt mit dem Zeitpunkte ihrer Veröffentlichung in Kraft. Zur Ausstellung von Zeugnissen über die Seuchenfreiheit von Händlervieh im Sinne des § 1 der vorstehenden Anordnung habe ich folgende Privattierärzte ermächtigt : 1. aus dem Regierungsbezirk Koblenz: Mihr, Tierarzt in Koblenz, Müther, Tierarzt in Andernach, Pilger, Tierarzt in Kirn, Riechers, Tierarzt in Dierdorf, Ries, Tierarzt in Urmitz, Simm erwach er, Tierarzt zu Boppard, Wichterich, Schlachthaus- Inspektor zu Mayen, Uthofs, Schlachthausdirektor in Koblenz; 2. aus anderen Bezirken: Dexheimer, Tierarzt in Gladenbach, Seiderer, Tierarzt in Gießen, Wentzel, Tierarzt in Herborn, Frank, Distriktstierarzt zu Rockenhausen, Morler, Tierarzt in Butzbach, Spring, Tierarzt in Sien. Bekanntmachung. Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1900. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1900 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum I. August 1900 bei der unterzeichneten Kommission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüflings- kommisfion nur dann einzureichen, wenn der sich Meldende im Großherzogtum Heffen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen: a) Geburtszeugnis; b) Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen aktiven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein. c) ein Unbescholtenheitszeugnis, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d) ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugnis beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, giebt die Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Blatt Nr. 27 von 1894 —) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; aus spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 10. Juli 1900. GroßherzoglichePrüsungs-Kommission für einjährigFreiwillige. Der Vorsitzende: Wick, Regierungsrat. Politische Wochenschau. Die letzte Woche stand ihrer Vorgängerin an politischer Bedeutung nicht nach. sJtur nebenher wollen wir registrieren den Besuch, den der Reichskanzler Fürst Hohenlohe, der in Süddeutschland auf Urlaub weilt, dem Zentrumsführer Dr. Lieber pbgestattet hat. Es ist selbstverständlich, daß an diesen Vorgang sich die verschiedensten Kommentare knüpfen, die für das Zentrum mehr oder minder schmeichelhaft sind. Der greise Kanzler trägt sich angeblich ganz ernstlich mit Demissionsgedanken; man will in Berlin wissen, daß er dort auf mehrere Jahre eine Privatwohnung gemietet habe, woraus man folgert, daß er binnen kurzem das Reichskanzlerpalais in der Wilhelm- straße verlassen werde. Was an diesem Gerüchte Wahres ist, läßt sich natürlich vorläufig nicht kontrollieren. — Viel bemerkt ist in politischen Kreisen die Verleihung des Exzellenztitels an den Reichstagspräsidenten Grafen Balle- strem. Man sieht in dieser Auszeichnung den Dank der Regierung an das Zentrum für die in der Flottenfrage geleisteten Dienste. Der Schwerpunkt des allgemeinen Interesses liegt fortgesetzt ßn den chinesischen Ereignissen. Nachdem die bange Frage, welche lange Wochen hindurch auf aller Lippen geschwebt hat, die Frage: Wie steht es in Peking? die grausige Antwort gefunden hat, an der alle chinesischen Ableugnungen nichts zu ändern vermögen, daß dort alle Ausländer nach langer heroischer Gegenwehr einem entsetzlichen Schicksale zum Opfer gefallen sind, ist eine neue Frage in den Vordergrund des allgemeinen Interesses, in den Vordergrund der internationalen Politik getreten, die Frage: Wie steht es um die Einigkeit der Mächte/ Der Staatssekretär Graf Bülow har einmal das treffende Wort gesprochen, daß diejenigen Bündnisse die besten seien, von denen am wenigsten gesprochen werde. Wenn dieses Wort auch auf das freilich ungeschriebene Bündnis zutrifft, das jetzt zwischen allen Mächten gegenüber dem barbarischen China besteht oder doch wenigstens bestehen sollte, dann steht es schlecht mit diesem Bündnis. Denn von der Einigkeit der Mächte gegenüber der gelben Rasse ist in der letzten Zeit sehr viel, zu viel gesprochen worden. Und das läßt den Schluß zu, daß es mit dieser Einigkeit bricht üllzugut bestellt ist. < Und doch sollte angesichts der Ereignisse in China für die weiße Rasse nichts leichter sein, als sich zu rückhaltloser Einigkeit gegenüber der gelben Rasse zusammenzufinden. Das in Peking gegen die Menschlichkeit und das Völkerrecht verübte Attentat hat alle Mächte in gleicher Weise getroffen. Alle haben das gleiche Interesse, Sühne für dies Verbrechen zu fordern, die Schuldigen, wo sie auch zu suchen sind, zur Strafe zu ziehen, die Ordnung in China wieder herzustellen und durch die Einsetzung einer neuen Regierung, der Vertrauen entgegengebracht werden darf, Zuständen vorzübeugen, die nicht nur Ostasien in Verwirrung stürzen, sondern den Weltftieden zu erschüttern geeignet sind. Mer von dieser so viel genannten und sich gleichsam von selbst ergebenden Einmütigkeit der Mächte war bisher nur allzu wenig zu verspüren und auch bei den langen Kämpfen um Tientsin hat sich ihr Mangel in schwer schädigender Weise fühlbar gemacht und die Entscheidung erheblich verzögert. Auch jetzt sind erst die schwachen Anfänge zu einer einheitlichen Kriegführung zu entdecken und über die durchaus notwendige Ernennung eines gemeinsamen Oberkommandos haben sich die Mächte noch nicht zu einigen vermocht. Nicht einmal über ein gemeinsanies Verbot der Waffenausfuhr nach China ist bisher ein gemeinsamer Beschluß der Mächte tznerzielen gewesen, lobwohk'essfich hierbei doch um eine dringliche und unaufschiebbare Maßregel handelt. Auch in anderer Beziehung mangelt es bisher trotz des regen Verkehrs der Diplomaten und obwohl zwischen den Mächten unentwegt verhandelt wird, durchaus an einem einmütigen Verhalten gegenüber China. Leben wir im Krieg oder im Frieden mit China? Diese Frage ist inerk» würdigerweise noch immer offen. In Peking sind die Vertreter aller Mächte, sind alle Ausländer niebergemetzelt worden. Ueberall in China sind die Fremden vertrieben, beraubt und viele von ihnen gemordet worden. Und doch wird noch immer die Annahme aufrecht erhalten, daß wir mit dem offiziellen China nicht im .Kriege befindlich sind. Aber wer ist das offizielle China? Und wenn es ein solches giebt, will man im Ernst noch bezweifeln, daß dieses mit den Boxern gemeinsame Sache macht? Wir kennen freilich die Beweggründe, aus denen heraus die Mächte noch zögern, den thatsächliehen Kriegszustand gegenüber China anzuerkennen. Aber wie lange wird sich diese Auffassung angesichts der Tbatsache, daß der Aufruhr sich immer weiter über das Gebiet des chr- nesischen Reiches ausdehnt, noch aufrecht erhalten lassen? Die deutsche Regierung hat die berechtigte und notwendige Initiative ergriffen, intern sie wenigstens den telegraphr- Aschen Verkehr der chinesischen Gesandtschaft mit den Machch- habern in Peking unter Kontrolle stellte, um zu verhindern, daß die Gesandtschaft einen höchst gefährlichen Spionagedienst einrichte. Das war die gelindeste Maßregel, die zunächst ergriffen werden konnte, Und es ist dringend notwendig, daß auch alle anderen Mächte sich zu diesem Schritte entschließen, denn nichts tväre verfehlter, als heute noch irgend einem chinesischen Diplomaten irgend welches Vertrauen entgegenzubringen. Wenn es aber schon jetzt so schwer ist, eine Einigkeit zwischen den Mächten zu erzielen, wie soll dies erst tm weiteren Stadium der chinesischen Frage werden, wenn die eine oder andere Macht sich anschicken sollte, in China selbstsüchtige Interessen zu verfolgen, und den Zankapfel der Aufteilung Chinas anzuschneiden? Denn nichts wäre verfehlter, als alle die schönen Redewendungen über die „Mission der Mächte in China", die heute vom Stapel gelassen werden, für bare Münze zu nehmen. Jedenfalls wird man !gut thun, sich auf die Thatsache gefaßt zu machen, daß das chinesische Problem die Einigkeit der Mächte noch auf sehr schwere Proben stellen wird, und daß man es hier mit einem sehr langwierigen Problem zu thun hat. Während alle Welt die Vorgänge in China hart verurteilt, soll der türkische Sultan mit den Chinesen sympathisieren und seine Schadenfreude nicht verbergen können über die Verlegenheit, in welche die Mächte geraten sind. So unglaublich klingt die Nachricht nicht, da der Padischah auch der, Engländern seine Teilnahme ausgedrückt hat gelegentlich des Krieges gegen die Buren. Mit großer Befriedigung können wir noch konstatieren^ daß bei den bisherigen Kämpfen in China die deutschen Detachements mit großer Auszeichnung gefochten haben, die fremden Truppenführer sind des Lobes über unsere Marinesoldaten voll. Das französische N a t i o n a l f e st ist wider Erwarten ruhig verlaufen: die Nationalisteu wurden durch die Sozialdemokraten in Schach gehalten, und Präsident Loubet wurde im allgemeinen Brecht freundlich begrüßt. — Einer der Hauptaktcure int Dreyfus-Prozeß, General Pellieux, hat in den letzten Tagen das Zeitliche gesegnet, was die Erinnerung an jenes Drama der neueren Geschichte Frankreichs wieder ins Gedächtnis zurückrief. In den Vereinigten Staaten Nordamerikas wogt bereits ein heftiger Kampf um die Präsidentenwahl, und „hie Mc Kinley", „hie Bryan" bildet jetzt das Feldgeschrei der Republikaner und Demokraten. Aller Voraussicht nach wird Mc Kinley wieder als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. Als recht schwierig und langwierig dürfte sich noch! das südafrikanische Problem erweisen, das die Engländer bereits gelöst zu Huben wähnten. Das aber war ein Irrwahn, denn die Buren setzen den Guerillakrieg mit einer Zähigkeit und Verwegenheit fort, der nach allem mehr als nach Kriegsmüdigkeit aussieht. Haben sie doch den Engländern Neuerdings in nächster Nähe von Pretoria und im Oranje-Freistaat umfangreiche und zum Teil erfolgreiche Gefechte geliefert. Ueber die Thatsachje, daß sie sich einem Guerillakriege gegenüber sehen, dessen Ende noch gar nicht abzusehen ist, vermag die Engländer auch der Erfolg nicht hinwegzutrösten, den sie im Aschunti- Kriege durch den E n t s a tz -K u m a s s i s erzielt haben. Auch wenn England in Südafrika siegt, hat seine Weltpolitik Schiffbruch gelitten. Politische Tagesschau. Den nachfolgenden Erlaß, „Polizeiwidrige Angriffe gegen Israeliten betreffend", enthält das „Großherzogl. Hessische Regierungsblatt: „Eine schmerzliche Erfahrung hat gelehrt, daß die unwürdigen und strafbaren Unternehmungen, die sich der Pöbel in einem deutschen Orte gegen die Rechtssicherheit der Israeliten erlaubt hat, als ansteckendes Beispiel auch auf andere deutsche Orte zu wirken vermochte, so wenig man auch dieses in einem Zeitalter hätte erwarten sollen, in dem man mit Aufklärung und liberalen Gesinnungen so gern zu prunken pflegt. In dem Umfange des Großherzogtums haben zwar bisher nur noch wenige und unbedeutende Unordnungen dieser Art fiattgefunden, und bet den stattgefundenen (befferes Deutsch wäre: „vorgekommenen". Die Redaktion.) hat man die angenehme Bemerkung zu machen Gelegenheit gehabt, daß kein solider, rechtlicher Bürger und kein achtbarer Familien-Vater Anteil genommen hat; es bleibt aber immer heilige Pflicht der höchsten Staatsregierung, durch kräftige Maßregeln dem ferneren Entstehen aller solchen Unordnungen vorzubeugen, und dadurch den Schutz der Rechte zu bewähren, auf welchen jeder Angehörige des Staats, ohne Unterschied der Religion und des Standes, gleichen Anspruch hat. AuS dieser Rücksicht haben Seine König!. Hoheit der Großherzog gnädigst zu verordnen geruht daß in Zukunft für jeden Schaden, welcher den Israeliten bei Zusammenrottungen und Aufläufen zugefügt werden würde, die G e - meinden, vorbehaltlich ihres Rückgrifls gegen die Schuldigen, verantwortlich sein sollen. Indem man diese allerhöchste Entschließung zur Kenntnis des Publikums bringt, bemerkt man zugleich, daß man auch ferner darauf vorzüglich rechne, daß die Familienväter fortfahren werden, ihre Hausangehörigen, Kinder, Untergebene und Dienstboten auf das Unvernünfttge und Verächtliche solcher Ausbrüche des Hasses oder eines gefährlichen Mutwillens aufmerksam zu machen, und man glaubt, daß der vernünftigere Teil des Publikums in jener Entschließung ein kräfttges Mittel zur Unterstützung der häuslichen Zucht erkennen werde, indem nunmehr auch der Unbesonnenste begreifen lernen wird, daß die nachteiligen Folgen der Störung der öffentlichen Ordnung nicht die ousgewählten Opfer treffen, sondern vielmehr auf ihn selbst, und auf diejenigen zurückfallen werden, mit welchen er innig verbunden ist. Aus besonderem allerhöchsten Auftrage Großherzogliches Hessisches Geheimes Staatsministerium." Die einleitenden Zeilen berechtigten zu der Annahme, daß unmittelbaren Anlaß zu dieser Verordnung die betrübenden Ereignisse in Könitz, Stolp und Bütow gegeben haben. Leider ist der Erlaß älteren Datums. Er datiert vom 4, September 1819. Eine peinliche Pedanterie in der Kontrolle englischer Siegesnachrichlen hat ein Leser der „Westminster.Gazette" an den Tag gelegt. Dieser fatale Rechner, der die Berichte der Zeitungskorrespondenten vom südafrikanischen Kriegsschauplatz mit großer Gewissenhaftigkeit verfolgt hat, klagt in einem Eingesandt, daß er völlig mystifiziert" ist. Er hat die britischen Angaben über Burenverluste sorgfältig notiert, nnd findet nun, daß die Buren bis jetzt Über 250000 Mann verloren haben. Da die Streitkräfte der Buren jedoch aus nur 50 000 geschätzt wurden, möchte er wissen, woher die übrigen 200 000 Toten und Verwundeten kamen, und was das eigentlich für Leute sind, die jetzt noch der 225000 Mann starken britisch en Armee so viel Ungelegenheiten bereiten! Lord Roberts wird um Antwort gebeten. — Viel sparsamer gehen die englischen Meldungen mit den britischen Verlusten um. Nach amtlichen Angaben gestalteten sich diese bis zum 17. Juli wie folgt: Offiziere Mannschaften Im Kampf gefallen........ 261 2 434 An Wunden erlegen......... 72 637 Vermißt oder gefangen (ausschließlich der Freigegebenen ........ 61 1900 In der Gefangenschaft gestorben..... 1 84 An Krankheit erlegen ........ 139 4 563 Verunglückt............ — 70 Krank nach Hause gesandt....... 965 21 337 1499 31 025 Zusammen — ausschließlich der ) Kranken und Verwundeten [ 32524 in Lazaretten in Südafrika ) Ier Aufstieg des Zeppeliu'schen «Luftschiffes. Fortsetzung. Der allgemeine Verlauf der Fahrt ist bereits bekannt. Das Luftschiff gehorchte zunächst dem Steuer und fuhr die ersten Minuten gegen den Wind, hierauf versagte die Steuervorrichtung, der Ballon trieb jedoch, wie wir später sehen werden, noch immer einen eigenen Kurs behaltend, in der allgemeinen Windströmung, die aus Süden kam, vom Auffahrtsplatz nach Jmmenstadt zu. Als die Gefahr drohend wurde, daß das Fahrzeug vom See weg über Land getrieben würde, beschloß der Führer die Landung, die von Herrn v. Bassus geschickt ausgeführt wurde. Durch Venti: stehen wurde der Ballon zum raschen Fallen gebrach! , als das Laufgewicht, das ungefähr 30 Meter unter dem eigentlichen Ballonkörper hing, die Wasserfläche berührte, wurde zum Parieren des Falls Ballast geworfen. Die Gondeln setzten infolge dessen leicht, ohne Stoß auf den See auf, und das ganze Fahrzeug schwamm, einem großen Panzerschiff vergleichbar, nur mit seinen zwei Gondeln die Seefläche berührend, in völligem Gleichgewicht aus dem Wasser. Es befand sich vor allen Dingen aber noch völlig in per Hand des Führers, da beim Niedergehen auch nicht die geringste Beschädigung eingetreten war. Auf der Seefläche ließ Graf Zeppelin von neuem die Schrauben anlaufen, auch jetzt gehorchte das Luftschiff, wiewohl es sich nicht mehr in seinem eigentlichen Elemente befand, der Kraft seiner Propeller. Ueber einen Kilometer lief es von Land weg, allerdings auch in der Drift des Bodenwindes, da ein Wassersteuer naturgemäß nicht vorhanden war. Dieser Umstand veranlaßte auch die einzige kleine Havarie, die bei der ersten Auffahrt überhaupt vorgekommen ist. In der Winddrift trieb es gegen einen Holzpfahl, der als Steuermarke in der Nähe der Immen- stadter Landungsbrücke eingerammt war. Derselbe riß ein Loch in die äußere Stoffhülle des Fahrzeugs, ohne das Gerippe wesentlich zu schädigen. Durch Absägen des Pfahls wurde das Hindernis schnell unschädlich gemacht. Die weiteren Arbeiten, das Hinaufschaffen des Fahrzeugs auf das Floß und das Einfahren in die Halle vollzogen sich glatt und ohne Zeitverlust. Der Dampfer Buchhorn hatte das Floß in die Nähe des schwimmenden Ballonkörpers geschleppt, derart, daß letzterer die Verlängerung des Flosses bildete. Zunächst wurde dann die vordere Gondel durch Aussteigen der Passagiere und Ausgeben alles verfügbaren Ballastes soweit entlastet, daß sie sich aus dem Wasser hob. Hierauf wurde der unter dem Fahrzeug sich hinziehende Laufgang von den Mannschaften des Flosses gefaßt und der Ballon dann langsam und ohne-jede Anstrengung unter weiterer allmählicher Entlastung aus das Floß geführt. Die Haltetaue wurden an ihre Pflöcke gebunden, sodaß das Fahrzeug sicher verankert war, und dann wurde das Floß mit seiner wertvollen Last in die große Halle zurückgeschleppt. Um etwa halb 2 Uhr nachts waren alle Arbeiten vollendet. Wir wollen nun die Verhältnisse näher betrachten, unter welck>en sich der Flug des Zeppelinscheu Fahrzeugs vollzogen hat. Bevor das Floß die Halle verließ, wären auf beiden Stationen, sowohl der Plattform als dem Fesselballon, die Windgeschwindigkeit gering, noch nicht 3 Meter in der Sekunde. Jedoch schon während der Aussahrt- manöver stieg die Windgeschwindigkeit besonders in den obern Schichten. Nach den genauen Messungen des Fesselballons betrug dieselbe von Beginn der Abfahrt in etwa 300 Meter Höhe 5 Meter die Sekunde. Wir werden nicht fehl gehen, wenn wir dieselbe in der freien Atmosphäre zu 5,5 Meter die Sekunde ansetzen. Die Windrichtung war, nach der Stellung des Fesselballons in den oberen Schichten eine südöstliche. Nach genauen Messungen war aber ein Luftstrom nach N. 53 Grad W. vorhanden. Die trigonometrisch ermittelte Fahrkurve ergiebt für die ersten Minuten nach der Abfahrt keine genaue Bestimmung, da nur- alle drei Minuten gemessen wurde. Doch unterliegt es nach meinen Beobachtungen sowie denen anderer sachDer- ständiger Augenzeugen keinem Zweifel, daß das Luftschiff zunächst mit ziemlicher Eigengeschwindigkeit gegen den Wind anfuhr. Nehmen wir an, daß diese Bewegung auch nur 1 Meter pro Sekunde betragen habe. Es ergiebt sich hieraus, daß bei Windstille das Lustschiss eine Geschwindigkeit von rund 0,5 Meter in der Sekunde lediglich durch die Kraft seiner Schrauben entwickelt hätte. Man sieht hieraus, daß von einer Unwirksamkeit der Schrauben oder einer mcht genügenden Stärke der Motoren, wie sie verschiedentltct) behauptet wurde, keine Rede sein kann. Die oben ermittelte Zahl stimmt völlig mit den Schätzungen Überein dte von verschiedenen Fachmännern über dte Wirkung der Zeppeun- schen Motoren vorher gegeben wurden. Nach 8 iwr b jicw., als Wendungen gefahren werden sollten, gehorchte der Ballon dem Steuer nicht mehr, wahrscheinlich aus zwei Gründen. Die vier Vorder- und Hintersteuer sollten gleichzeitig durch einen einzigen Mechanismus, der die vordere Gondel durch lange Drahtseile mit den Steuert tu Verbindung brachte, in Bewegung gesetzt werden, fieser Mechanismus versagte. Durch leichte Deformationen des Ballonkörpers gerieten die Drahtseile in einseitige Spannung, derart, daß der Steuerhebel wohl nach vorwärts, aber trotz der Anstrengung nicht nach rückwärts bewegt werden konnte. Es war infolgedessen nur eine einseitige Steuer-- stellung, nach links, möglich, ein Umstand, der natürlich die Steuerfähigkeit völlig in Frage setzte. Hinzu kam noch, daß infolge der oben genannten kleinen Deformationert des Ballonkörpers, wahrscheinlich durch die in Gang befindlichen Schrauben selbst, sekundäre Steuerwirkungen entwickelt wurden, die in unkontrollierbarer Weise zu den Wirkungen «d.er Steuerruder hinzutraten. Kurz, die gewollten Wendungen vollführte der Ballon nicht, sondern trieb, nachdem er einmal in Breitseite gefaßt worden war^ mit der allgemeinen Windrichtung dahin, indenr er dabei, verschiedene Drehungen um seine Vertikalachse vollzog. Da, wie oben bemerkt, die Windrichtung eine südöstliche war, die fast direkt auf das See-Ufer zuführte, wäre die Fahrt des Ballons wohl bald auf dem Lande geendigt, wenn sein Führer nicht zu einem Manöver gegriffen hätte, das wiederum die Kraft der Propeller des Fahrzeugs mit Deutlichkeit erweist. Bald neigte sich die vordere Spitze, bald der Hintere Teil dem Wasser zu, je nachdem ein Hinter- oder Vorderventil gezogen war. Von einem Unstabilwerden des! Fahrzeugs infolge dieser Neigungsänderungen war keine Rede, das Fahrzeug war in dieser Beziehung völlig in Händen des Führers. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß das Laufgewicht infolge seiner Verschiebungen ähnlich gewirkt hätte, da die auf diese Weise entwickelten Drehungsmomente sicher den Kräften, die durch Gasauslassen hervorgerufen werden, gleichkommen. Schluß folgt. Aus Stadt und Land. . Dießen, den 23. Juli 1900. 'J ] ** Manöver • Zeiteinteilung. Für die diesjährigen Herbstübungen und Manöver ist für die 41. Infanterie- Brigade (Regimenter Nr. 87 und 88) folgende Zeiteinteilung bestimmt worden. Vom 21. bis 27. August Regiments-Exerzieren auf dem großen Sande bei Mainz. Vom 29. bis 31. August Gefechtsschießen im Gelände bei Miehlen. Am 1., 3., 6. und 8. September Brigaden Exerzieren ebendaselbst. Am 4. und 5. September Gefechtsschießübungen im Gelände. Vom 10. bis 12. September Brigade-Manöver. Am 14., 15., 17. und 18. September Divisionsmanöver bei Nastätten. Vom 20. bis 22. September Korpsmanöver ebendaselbst und Rücktransport per Bahn. Die 50. Infanterie-Brigade (die Regimenter Nr. 117 und 118) hat vom 20. (118) bezw. 23. August (117) bis 8. September auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt Gefechtsübungen, Regimentsund Brigade-Exerzieren. Vom 10. bis 22. September Brigade-, Divisions- und am letzten Tage Korpsmanöver gegen einen markierten Feind. Die 25. Division steht östlich der Linie Okriftel-Hofheim-Niedernhausen-Kirberg- Villmar. *• I000fache8 Diphtherie - Heilserum. Der chemischen Fabrik von E. Merck in Darmstadt ist eö seit kurzem gelungen, ein 1000faches-Diphtherie-Heilserum, d. h. ein solches, das in 1 Kubikcentimeter Flüssigkeit 1000 JmmunisierungS- einheiten enthält, herzustellen. Dasselbe hat bereits der vorgeschriebenen staatlichen Prüfung int Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. unterlegen unk gelangt in den nächsten Tagen in den Handel. DieseThatsache ist um so bemerkenswerter, als bis jetzt die Herstellung eines solch hochwertigen SerumS noch nicht verzeichnet werden konnte. Vis dato war nur 250sacheS und seit einiger Zeit auch 500faches Serum im Handel. Je hochwertiger aber das Serum, um so vorteilhafter ist dies für Arzt und Patient, da es die Anwendung hoher Dosen Antitoxin (Diphtherie-Gegengift) wesentlich erleichtert. Infolge der hierdurch bedingten Verwendung geringerer Flüssigkeitsmengen werden überdies die Nebenwirkungen, die die Anwendung des Diphtherie-Heilserums zuweilen begleiten, geradezu völlig ausgeschlossen. Bad-Nauheim, 22. Juli. Unterhaltungen: Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen« Montag den 23. Juli, abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Im weißen Rößl". Dienstag den 24 Juli, nachm. 4 Uhr Theatervorstellung für Kinder und Erwachsene: „Tischlein deck dich; Eselein streck dich; Knüppel aus dem Sack". Nachm. von 4ya-7 Uhr und abends von 8 bis 101/. Uhr uuf der Terrasse Konzert der Kapelle deK Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Musikdirektors Krauße. Bet gutem Wetter abends 10 Uhr großes Feuerwerk vor - der Terrasse. Mittwoch den 25. Juli, nachm. von 4y2-6i/a und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Die schöne Galathe". Hierauf: Flotte Bursche". Donnerstag den 26. Juli, nachm. von 41/ —6V2 und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Solisten- und Svmphome- konzert. 8 Uhr Theatervorstellung: „Als ich wieder kam". Freitag den 27. Juli, nachmittags von 4Va—7 Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Schlesw.-Holst. Ulanen-Regts. Nr. 15 aus Saarburg. Bei gutem Wetter spielt die Kurkapelle nachm. von 4—-b Uhr am Teich. Abends von 8—10 Uhr im Saal Tanz. Sams- tag ben 28. Juli, nachm. von 4'/,-6'/- und abends von 8-10 Uhr Konzert der Kurkapelle auf der Terrasse. Auf dem westlichen, abgesperrten Teil der Terra s- nach«, von 4>/»—6'/a Uhr: Kinderfest. Abends 8-/2 Uhr im Saal. Musikalisch-humoristisch- Soiree des Klavier-, Gesangs- und Deklamations-Humoristen Lamborg aus Wien Sonntag den 29 Juli auf der Terrasse Doppel-Konzert der Original- Ungarischen Zigeuner-Kapelle Bonza-JoSka und der Kur- kapelle. — Nachdem tn der abgelausenen Woche 1341 Kur- aätte (1261 in der Woche vorher) in Zugang gekommen sind, beträgt die Gesamtfrequenz bis jetzt 14159 Personen, wovon am 19. Juli noch 5968 ortsanwesend waren. Durchschnittlich werden täglich 2750 Bäder abgegeben,!und ist die Gesamtzahl der gefertigten Bäder aus 169067 gestiegen- lii T' ft Le hi d S ffl m be de Di ilN fi ti t>e an A d e E o b ft V m S. 9t bil. Leh der ter /ar Sri kini ms W nti un <3t M das ieru Schl gunc Hand nicht c u I' | ® 18 4 ü T. V s I i. h I: s Mk. 50. Centralstelle für Obstverwertung. <2 Sommer-Ünterzenge. Sommer-Strümpfe. Sommer-Handschnhe. w Sommer-Unterzenge Sommer-Strümpfe, ui IW Strümpfe. in 5053 empfiehlt Vilkigst 4450 93 B Sü 'X » B- B B- ® B -B o 32 ■o a cö B e* © ts © B a a © Ul a :© ■*5 02 i Sh 6*/2 Uhr, hn ßeib stau. 5054 Tage».Ordnung: Rechnungsadlage. Wahl de« Vorstände«. -------—aq Sommer-Strümpfe. *0* P Im vergangenen Jahr waren bis zum 19. Juli 14931 Kurgäste angekommen und 168582 Bäder verabreicht. Die Präsenzziffer betrug an genanntem Tage 6387 Personen. Vilbel, 22. Juli. In unserem Ort, der weithin bekannt ist durch fein billiges kohlensaures Waffer, hat man nun auch einen Sprudel. Derselbe wurde von Oberbergrat Tecklenburg aus Darmstadt auf dem Grundstücke des Herrn Karl Brod erbohrt und springt 8 Meter hoch. Die Analyse des Waffers ist noch nicht vorgenommen worden und wird die nächste Sorge des Sprudelbesitzers sein. -h. Schotten, 22. Juli. Trotz der fast unerträglichen tropischen Hitze waren gestern die Lehrer aus allen Teilen das Hessenlandes hier im Lehrerheim zusammengeströmt. Der Vorsitzende des Bezirksvereins schotten, Lehrer Linck aus Rudingshain, eröffnete die Versammlung und begrüßte die zahlreich erschienenen Lehrer und die beiden anwesenden Landtagsabgeordneten, Obmann Backes- Darmstadt und Bürgermeister Weidner- Herchenhain. Nach Festsetzung der Tagesordnung ergriff Oberlehrer Backes das Wort zu seinem Vortrag: „Bilder aus dem Lehrerleben des abgelaufenen Jahrhunderts." Mit der gespanntesten Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den interessanten und humoristisch gewürzten Ausführungen, die das Abhängigkeits- Verhältnis der Schule von der Kirck)e, die niederen Nebcst- ämter des Lehrers und seine kärgliche Besoldung sowie seine mangelhafte Vorbildung am Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts als Ausganaspunkt hatten. An der Hand von ^tizen aus dem Nachlaß seines Vaters, der die kläglichen Zustände vor ca. 100 Jahren selbst miterlebt -und vieles ausgezeichnet hat, sowie' auf Grund eigener Erfahrung entrollte .Herr Backes jein Bild der Entwickelung obiger Zustände bis zur Jetztzeit. Daran anknüpfend kam der Redner auf die traurigen Erfahrungen zu sprechen, die der hessische Lehrerstand bei der Beratung der letzten Gehaltsaufbesserung machen mußte, die von den Lehrern sehnlichst erhofft, von der Staatsregierung aber leider nicht in dem von der Zweiten! der Stände einstimmig beschlossenen Umfang qe- billigt wurde. Trotzdem richtete er an den hessisck^n Lehrerstand dre dringende Bitte, die Hoffnung nicht schwinden zu lassen, alle weiteren Schritte den berufenen Vertretern anheim zu geben und unentwegt fest und treu zusammen zu stehen, eingedenk der Worte des verewigtest Gründers des hessischen Landes-Lehrervereins: „Seid einig, ^rng!" Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf dre Einigkeit im Lehrerstande zum Wohle der Schule schloß Herr Backes feine Ausführungen. — Nach ihm zeichn nete Bürgermeister Weidner in übersichtlicher, klarer ^^^^ndeter Weise seinen bis zuletzt beibehaltenen Standpunkt als Abgordneter, obgleich ihm, wie aus seiner von Herzen kommenden Ansprache deutlich zu merken war, das materielle Wohl der Lehrer nicht minder als deren berufenem Vertreter, Herrn Backes, angelegen ist. Am ^ner Ausführungen gab >er der festen Ueberzeu- Regierung die tatsächlich vor- handenen Mißstande m der Besoldung der hessischen Lehrer Nicht noch drei Jahre lang weiter bestehen lassen könne. «ud Milchverkäufer werden zu einer Besprechung über Erhöhung des Milchpreises gebeten, c . 24. Juli, nachmittags 4 Uhr, auf dem Leuz'scheu jselseukeller zu erscheine. 5059 bon 25 Pfg. bis Mk. 1.25, in schwarz und farbig. Damen- und Herren- Glace-Handschuhe schwarz u. farbig, von Mk. 1.25 an bis Mk. 3.—. Sommer-Unterzeuge. 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Frankfurter Börse vom »1. Juli. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Pr&rnien auf Kredit per ult Juli 1.250/0, do. per ult Äug. 2.60%, Diskonto-Kommandit per ult. Juli 1.10%, do. per ult Aug. 2.600/0, Lombarden per ult Juli 0.50%, do. per ult Aug. 1.00%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %. Notierungen r Kreditaktien 208 60-208 Dfekonte- Kommandit 175.70-10-30, Staatsbahn 140.10-00, Lombarden 25.60-00, Italiener 92.80, Spanier 71.70-00, Sproz. Mexikaner 25.40, Bochumer 198.50-197.80 bz., Laura 215.10-214 50 bz., Harpener 188.20-187-50 bz., Gelsenkirchen 192.80-00.00 bz., Ungar. Goldrente 00.00, Oesterr. Coupons 00.00, Amerik. Coupons 0.00, Privat-Diskont 4 o/o bz. IV« bis 28/, Uhr: Kreditaktien 208-207 70 bz., Dis- konto-Kommandit 175.30-10 bz., Staatsbahn 140.10 bz., Lombarden 25.60 bz., Laura 212.70 bz. , .„^EichSbauk. Am 1. August wird in Glatz eine von der Reichs- bankstelle in Schweidnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kafseneinnchtung und beschränktem lSiroverkehr eröffnet. „ Märkte. Grüuderg, 21. Jull. Fruchtmorkt. Weizen 16,00—00,00 Mark, Kom 15,48—16,00 Mark, Gerste 14,82—15,00 Mark, Hafer 14,32—14,80 Mark, Erbsen 17,62—18,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Kartoffeln 5,14-6,00 Mark, Samen 23,74-24 Mark. Glänzend bewährt bei : Brechdurchfall, Rachitis, Scrophulose, Magen- und Darm-Er- krankungen, haben in i Apotheken, | Droguerlen, ^I^ÄV^Äffiy^Colonialwaarenhandlungen Origri Bal Pfg. frei ins HauS geliefert. Bestellungen nehmen die Milchverkäufer entgegen oder per Postkarte. 02998 Hofgut Friedelhausen. I. Steifer, Sutspächter. Dienstag, Donnerstag u. Samstag, morgens von V»9 Uhr ab. B, Schomber, WMHorstraße 51. Kn Aeisender sucht per sofort oder später Stellung. Beste Referenzen. Gefl. Off. an die Exp. d. 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Da tritt an die Daheimgebliebenen die Pflicht heran, nach Kräften hinter der Sront den Platz auszufülle«, in eifrigem Liebeswerke die Wunden heilen zu helfen und in die Fürsorge für Witwen und Waisen einzutreten. Die Vereinigung der hiesigen Militärvereine hält sich berufen, die Organisation eines Lokal-Hilfsvereins einzuleiten (wurde es doch von jedem Teilnehmer früherer Feldzüge mit Freuden begrüßt, wenn Liebesgaben aus der Heimat zur Verteilung kamen) und glaubt damit schon aus dem Grunde nicht zögern zu sollen, als es gewiß allgemein als ein dringendes Herzensbedürfnis empfunden wird, den Braven vom -Kaiser Wilhelm-Regiment", zur Zeit hier ansässigen Reservisten, welche einberufen werben sollten, und solchen Söhnen unserer Stadt, die aus anderen Garnisonen hinaus zum Kampfe ziehen, noch auf deutschem Boden oder in Feindesland eine Geldspende zu überreichen. Wir bekunden damit auch bei diesem Anlaß die innige Solidarität, welche uns mit unserem Regiment verbindet. Durch die Dringlichkeit halten wir uns ermächtigt, ohne Verzug die Sammlung »on Geldbeiträgen behufs Bildung eines Hilfsfonds zu beginnen und werden deshalb fofott Listen in Cirkulation setzen, auch sind zur Entgegennahme von Beiträgen die Unterzeichneten, sowie die Expedition des Gießener Anzeigers bereit. Die definitive Konstituierung des Hilfsvereins bleibt einer demnächst zu berufenden Generalversammlung vorbehalten. Mit einem Opfermut, wie er nur dem Deutschen zu eigen ist, drängten sich die Sohne unseres Vaterlandes herzu, als des Kaisers Ruf: »Freiwillige vor!" erklang. Möge diese Mahnung im Herzen des Volkes wiederklingen und auf dem Gebiete, ÄUf welchem wir zu wirken berufen find, dem Gebiete der Caritas, wir alle gern dem Rufe folgen: 5043 „Freiwillige vor!" $)et Sorsiarrd der Pereinigrrng der Hießener Wititärvereine. BommerSheim. Bruchhäuser. Fischbach. Hebstreit. Handlose. Horeyfeck. «och. MöbuS. Petri III. Schneider. Stuhl- Wiegand. Rödiger. Awei gut möbl. 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