Mktz le et sw«g 86, *•»> LZZi° Sftft W ft M ÄWfe eit |fc. ‘IM für halb ifc Meldungen mit t lntb «litprüchrn fetft weten. Ruhurinfpettion Siei Wlßmann. ttMM _. »«tltt, -ob Iknkdfintti «utsttt UlgttHau-bmsr miM Sther? ™^O (|MV hen füruchWÄ.- D cti rille rin W*' Logi-vngüMLp^ > Mark. _ AS» »a»»cn« bem Seball >n em^. Antreten. CffetttM gäjJJ e®** z-»>^ tote* Ä Sl«*^ --L-05^ (*f lunger, k' - Mm gesucht. m lk L Ssy». trchk W n bis 17 3er vom Bruder getrennt. Von einer gemeinsamen Lutschen Politik war nicht die Rede, da die oberste Spitze, Ls Kaisertum, völlig ohnmächtig war. Die Fürsten aber waten was ihnen beliebte, und sie dachten nicht an das Zeich sondern jeder von ihnen nur daran, wie er seine Lau.',macht vergrößern könnte. Dabei kam es einem Fürsten mch aar nicht darauf an, gelegentlich einmal mit dem Kinde des Reiches zu paktieren. So waren es nur Bildung md Kunst, die ein deutsches Gemeinsamkeitsgefühl er- 1 Es ist eine angenehme, güldene und selige Zeit, daß v!!e "Stände den Acker ihres Verstandes mögen pflanzen *1 (»inert vortrefflicken Artikel über „Gutenberg und die Be- Mimg der 'Buckdruckerkunfi- >veröffentlicht Prof Dr. J Nover Mainz im Juniheft von „Nord und Sud" (Sckles. Derlaos- ^und^Druckerei von S. Schottländer in Breslau). Einen anderen Ka- Novers bringt die Nr. 23 der .Gartenlaube" (Verlag von Sktenls Nachf. in Leipzig), lieber^ Gutenbergs Erfindung- spricht Z N Hahn in der „Umschau (Verlag von H. Bechhold in MMurt a M.). Feodor v. Zobeltitz artikelt „zu Ebren Guten- im Türmer" (Verlag von Greiner & Pfeiffer in Stuttgart) k. nn- W- °°n M°n°gr°M°n ist aus SlntaS bet Gu,-n. nuf de« Bückermark geworfen worden. Wir erwähnen S’nur foigTnbi: s=r Mainzer Archivar Dr Fran, Falk bat ^7-vrzüglickeS, mit Abbildungen versehenes Schnftchen unterem m-i Wenbera seine Person und seine Erfindung" bei Joh. W Lll Söbne^'in Mainz erscheinen laffen. Ein in demselben KJ“iSSgelSiiÄntf’iO Pfg.-H^chen Hatter für die bebe «Lmnd- versaßt Ein .Mainzer S chulmann hat em ebenfalls ÄMuftrationen geschmücktes „Gutenbergbüchlein" (Preis 20 Pfg ) mftihd Meyer in Hannover herausgegeben. .In I. Längs Ver- i 28bMckhandlung in Karlsruhe erschien eine kleine Tutenbergschrift » Äiiwf.Dr.W. Martens, in der wir auch zahlreiche Abbildungen f iettiu und besäen mit so unzähligem, wunderbarem Samen, oder auch erleuchten ihren Verstand mit so manchen göttlichen Strahlen. Aber von denjenigen, welche die Kunst nicht lieb haben, noch ihre Seele, sage ich: wollen sie, sie können mit halber Arbeit soviel lernen in einer kurzen Zeit, als ^uvor einer konnte in vielen Jahren" — so begrüßt an der Schwelle ihres Werdens ein Kölner Chronist die Kunst des Mainzer Erfinders. Aber er konnte noch lange nicht all die gewaltigen Umwälzungen erkennen oder nur ahnen, die aus der stillen Werkstatt des Henne Gensfleisch, den die Geschichte Johann Gutenberg nennt, ihren Weg nehmen würden weithin über die Welt. Iw Laufe der Jahre, als das, was die Wissenschaft an Wahrem erkannt, was die Poesie an Schönem erdacht hatte, hinaus drang aus kleinem Kreise in das Volk, fing man an, die Bedeutung des großen Werkes Gutenbergs voll zu begreifen. Früher hatte der Kanal gefehlt, der die Geistesflucht dem- Geiste des andern zuführen konnte, und keine Möglichkeit bestand, in einem Volke eine einheitliche Lebensanschauung und Geistesrichtung zu erzeugen. Die Kunst der Buchdrucker übernahm die Lösung dieser Aufgabe. Der Gedanke, der bisher mühselig am Stecken durch die Lande geschlichen war, empfing Schwingen, und mit Stolz nannten sich im' Zeitalter der Reformation die Buchdrucker selbst „Priester, die nicht durch das Wort predigen, sondern durch die Schrift." Und als dann nach Jahrhunderten Lessing in seiner „Minna von Barnhelm" die Bravheit des preußischen Offiziers zu der Windigkeit des französischen Abenteurers in Gegensatz stellte, als Schiller schwungvoll mahnte: „Ans Vaterland, ans teure, schließ Dich an, das halte fest mit Deinem ganzen Herzen", da empfand der Deutsche wieder, daß er ein Vaterland besaß. Daß aber Lessings Kunst und Schillers Mahnung! bis In' das ärmlichle Häuschen drangen, dafür sorgte jene unscheinbare Erfindung Gutenbergs, des „besten Berges, den Deutschland besitzt", wie Herwcgh sagt. Noch heute haben Millionen von Menschen nicht Gelegenheit, „Minna von Barnhelm" oder den „Tell" von der Bühne her auf sich' wirken zu lassen, aber sie können für wenige Groschen die deutschen Meisterwerke in ihrem Kämmerlein lesen, und dann schlägt ihnen das Herz höher. So führte die im letzten Sinne demokratische Buchdruckerkunst auf der Brücke der Bildung hohen und niederen Rang zusammen, so einigte sie auch Nord und Süd. Sie machte das Wissen und die Gedanken, die Bestrebungen und Hoffnungen der Besten des Volkes zum Gemeingut. Die Verallgemeinerung und Verbilligung der Volksbildung ist dem deutschen Volke zu gute gekommen, wie keinem anderen. Freilick) — man darf über dem Lichte den Schatten nickst vergessen — hat vielleicht die Gier, sich, zu belehren, und die durch die Erfindung der Buchdruckerkunst so erleichterte Möglichkeit, sich auch das Fremde anzueignen, den Deutschen zu dem Träumer und dem Anbeter flemder Sitte gemacht, der er allzulange Zeit gewesen ist. Dadurch hat Deutschland auch politisch schwer gelitten. Aber schließlich war es doch der deutsche Schulmeister, der die großen, die Einigung herbeiführenden Siege erfochtet hat. Es war die tüchtige Durchschnittsbildung, die bis zum letzten Mann im deutschen Heere vorwaltete, die dafür sorgte, daß die Manneszucht des deutschen Heeres nicht ganz ausschließlich etwas äußerlich Anerzogenes war, und daß die Kenntnis fremden Landes und fremder Sprache dem Heere zu gute kam. So hat Gutenberg mit seiner Erfindung mehr zur Begründung des Deutschen Reiches beigetragen, als man gemeinhin annehmen mag. Die Geschicke der Welt setzen sick) nicht aus Schlachten, Friedensschlüssen und Thronbesteigungen zusammen, sondern tiefe, verborgene Quellen vereinigen sich zu dem breiten Strome, auf dem das Schiff einherfährt. Gutenbergs Leistung ist eine dieser Quellen. Darum gedenken nicht nur die Jünger der schwarzen Kunst, darum gedenkt das ganze deutsche Volk heute in Dankbarkeit des Mannes, von dessen (Äfindung die ganze zivilisierte Welt Vorteil gezogen hat, Deutschland aber am allermeisten. Gott grüße, Gott schütze, Gott segne die Buchdruckerkunst! Aus Stadt und Land. (Unsere ständigen und gelegentlichen Herren Mitarbeiter werden gebeten, bei Einsendungen stets nur eine Seite ihres Manuskripts zu beschreiben und die Mckseite frei zu laffen im Jntereffe der schnelleren Druckherstellung.) Gießen, 23. Juni 1900, Lollar, 22. Juni. Der Bau der Nebenbahn Lollar-Londorf schreitet rüstig vorwärts. Die Erdarbeiten werden von beiden Seiten in Angriff genommen, sodaß man hofft, in etwa Jahresfrist die Bahn, die wenig Bauschwierigkeiten bietet, dem Verkehre übergeben zu können. An dem Bau arbeitet schon längere Zeit eine große Anzahl galizischer Arbeiter, lauter herkulische Gestalten mit wenig LebenHbedürfnissen. -ö- Grebenhain, 20. Juni. Wenn auch der weise Ben Akiba sagte, alles schon dagewesen, so muß dock) hier das Gegenteil sicher bel)aup1et lverden. So lange unser Vogelsberg steht, ist dergleichen noch nicht vorgekommcn. Heute nachmittag gegen 7 Uhr hörte man plötzlick) herankommende Musik und Lärm im Ort. Der Bau-Unjternehmer der zlvei letzten Bauloose an der Bahnstrecke Lauterbach—* Grebenhain, z. Z. in Ilbeshausen wohnend, kam mit einem mit fünf Pferden bespannten Schlitten auf blanker Straße trabend hier an gefahren mit klingendem Spiel. wobei die Funken von oen Pflastersteinen stoben. Auf dem Schlitten befanden sich noch zwei Forstwarte sowie der Lehrer von Ilbeshausen, ferner zwei Bahnarbeiter, die die Ziehharmonika spielten. Die drei vorderen Pferde wurden durch je einen Reiter gelenkt, während die zwei Hinteren Pferde, wie gewöhnlich, durch die Zügel von dem Fuhrmann gelenkt wurden. Sämtliche Pferde sollen ganz naß gewesen sein, — kein Wunder, wenn man bedenkt, daß von Ilbeshausen aus die Straße stark ansteigt. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer hiesigen Gastwirtschaft ging die Schlittenfahrt nach dem Forsthaus, wo dem scheidenden Oberförster W. ein Besuch abgestattet wurde. Dann ging's wieder zurück nach dem Gasthaus, später noch^ mals zum Forsthaus, und dann zurück nach Ilbeshausen. Die Insassen hatten sich auch zu der Schlittenpartie mit Pelz-Handschuhen, Winter-Mänteln, Fußsäcken usw. ausgerüstet. Wie man hört, soll die Fahrt Gegenstand einep Wette zwischen dem Bauunternehmer S. und Oberförster W. gewesen sein. (Sollte sich unser Herr Berichterstattev etwa einen argen Baren haben aufbinden lassen? D. Red.), - o- Bermuthshain, 22. Juni. Gestern fand in dem benachbarten Völzberg Bürgermeisterwahl statt. An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Peter Jung wurde einstimmig der Landwirt Peter Schultheis XXIV. gewählt. - ö- Altenschlirf, 21. Juni. Nächsten Sonntag und Montag findet hier das Bezirkskriegerfest des Bezirks Herbstein verbunden mit der Fahnenweihe des Kriegervereins Altenschlirf statt. Gleichzeitig wird die Neuwahl eines neuen Bezirkspräsidenten an Stelle des seitherigen, Oberförsters Weber in Grebenhain, der nach Seligenstadt versetzt wurde, vorgenommen. Es ist ein schönes Programm ausgewählt, ebenso ein großer, prächtig gelegener Festplatz am Ausgang des Orts an der Straße nach Herbstein zu. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle des Artillerie. Regiments Nr. 47. O Burkhards, 22. Juni. Bor einigen Tagen besich. tigten OberregierungSrat Wilhelm Best, vortragender Rat im Ministerium, Abteilung für Schulangelegenheiten, aus Darmstadt, Geh. Regierungsrat Kreisrat Schönfeld und Kreisschulinspektor Backes die Wohnräume und den Saal des hiesigen Schulhauses. Sicherem Vernehmen nach handelt es sich um einen Schulhausneubau, in dem zugleich auch ein weiterer Saal für eine zweite Lehrerstelle vorgesehen werden soll. - ö- Vom Vogelsberg, 22. Juni. Alle Jahre wiederkehrend hört man bittere Klagen über den Massenmord der Schwalben bei ihrer Reise zum heißen Süden, aber auch bei anderen Vögeln, besonders bei unseren lieben Singvögeln gewahrt man seit einiger Zeit eine bedeutende Abnahme, denn es wird in der Hinsicht viel gesündigt. Die Kinder streifen von Hecke zu Hecke, um die Nester der Sänger zu zerstören. Es ist deshalb den Eltern dringend die Mahnung an's Herz zu legen, daß sie ihre Kinder belehren dahin, daß sie dadurch auch großen Schaden verursachen; denn die Singvögel vertilgen eine Menge den Obstbäumen und den Feldflüchten schadenden Insekten, abgesehen davon, daß sie uns allen mit ihrem lieblichen Gesänge köstliche Freude bereiten. Dor allen Dingen aber sollten alle zum Forst- und Feldschutz verpflichteten Personen ein wachsames Auge haben, damit diesem verwerflichen Treiben der Jugend Einhalt geboten wird. -t- Bingen, 22. Juni. Die Teilnehmer an der G u -» tenberg-Feier in Mainz werden bekanntlich Dienstag den 26. Juni eine Rheinsahrt nach Bingen unternehmen. Die stattlichen Rheindampfer „Gutenberg", „Overstolz" und „Chrimhilde", gefolgt von ca. 20 weiterem Schiffen, treffen gegen 3 Uhr nachmittags auf der hiesigen Rhede ein. Eine so große Rheinflotte dürfte einen wunder-, bar schönen Anblick gewähren. Die Gäste werden amt Rheinuser empfangen und mit verschiedenen Musikkapelleir nach den Anlagen bei unserein neuen Rathause, der altberühmten Burg Klopp, geleitet. Hier findet offizieller Empfang statt. Derselbe wird dem Rufe Bingens als! Weinort durch feuchtfröhliche Bewirtung der Gäste Rechnung tragen. In den Anlagen am Rheinkai und auf Burg Klopp werden während des Aufenthaltes der Gäste Militärkapellen konzertieren. Ter hiesige Männergesangverein hat sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, die Feier durch Vortrag einiger Lieder zu verherrlichen. 1438 UNS abzugeben. 4237 '' llrhiiinitmiidjiniiini 28 28 28 Flur Flur Flur Acker Acker Acker 1896: 1897: 1898: 646 Lokomobilen 845 1263 Vergebung von Kauarbeiten. Die zur Erneuerung von Fußböden durch Buchenricmenparkett, sowie zur Herstellung von Verputz, Del- und Leimfarbeanstrichen in verschiedenen Räumen des neuen Gerichtsgebäudes nötigen Schreiner- und Weißbinder- arbeiten werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung aus dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots - Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote find bis zum Samstag bett 30, Juni e., vormittags IO Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an Zuschlagsfrist zwei Wochen. Gießen, den 16. Juni 1900. Großherzogliches Hochbauamt. Neuling. Rob. Stuhl. Famos-Putz-Extrakt Beste Stärkemittel, lUoborall vorrütig in Picketen m 10, 80 u. 60 Pfit- Uelxr. Hack (Fabrik.voll Mack’« Doppel-Stärke) Olal/D. Mchiliar-Nnßngnmi. ^SamStag den 23. Juni cr„ nachmittags 2 Uhr anfangend, werden mehrere Möbel, sowie Haus- und Küchen- gerötschasten an den Meistbietenden gegen Barzahlung zur öffentlichen Ver- teigerung gebracht. *302 Ebelstratze 14, II. Ernst Challier (Rudolphs Nacht) Giessen. Spexial-®eschäft für Musikwaren aller Art. «reeee ▲■•wähl, solide Preise. Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko. Musikalien-Handlung und Leihanstalt Spesialitftt: Billige Aeegaben. steht als - Bestes aller Putzmittel auf der höchsten Stufe der Vollkommenheit. SMP" Jeder Versuch führt zu dauernder Benutzung. Schmitt & Förderer, Wahlershausen-Cassel. KovKursausverKauf. Da der Ladcn des C* L. Gail ns Ende dieses Monats geräumt ein muß, werden die noch vorrätige« Hüte z« bedeutend herabgesetzten Preisen verkauft. 4217 Der Konkursverwalter. Aeubaustrecke Weidenhauseu—Herborn. Derdmgung der gesamten Arbeiten zur Ausführung je eines ErnpfangSgebLudes nebst Güterschuppen, Rebengebäude und einer Rampe auf Bahnhof Bischoffen und Offenbach einschl. Lieferung aller Materialien am 2. Juli 1900, mittags 12 Uhr, im Amtszimmer des Vorstandes der Bauabteilung. Die Arbeiten sollen zusammen oder getrennt für jeden Bahnhof vergeben werden. Zeichnungen, Massenberech- nung und Verdingungsunterlagen liegen hier zur Einsicht aus. Die zu den Angeboten zu benutzenden, für jeden Bahnhof besonderen Vordrucke können gegen kostenfreie Einsendung von je 1,50 Mk. (in bar) von Herrn Betriebssekretär Welker hier bezogen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 4261 Herborn (Nassau), den 16. Juni 1900. Königliche Eisenbahn-Bauableilung. Vergebung von Sauarbeiten. Die zu verschiedenen Herstellungen im Anatomiehof zu Gießen nötigen Erd- «ud ChaussieruugS, Pflasterer-, Gteiuhauer-, Echlofser- «ud Spengler- arbeiten werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submisfionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote find bis zum 30. Juni 1900, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, dm 19. Juni 1900. Großherzogliches Hochbauamt. Neuling. 4309 großartigste Ereignis ist, das die Profangeschichte aufzuweisen hat. Sie erschuf eine neue und wunderbare Erde, zugleich aber auch eine neue Hölle. Beide hat sie während fünf Jahrhunderten alljährlich mit neuen Begebnissen,, neuen Gestaltungen, neuen Wundern ausgestattet. Sie fand die Wahrheit auf der Erde wandelnd und gab ihr Schwingen; aber auch die Lüge schritt einher, und sie hat sie mit doppeltem Flügelpaar versehen. Sie fand die Wissenschaft, wie sie sich in Winkeln verbarg und verfolgt war; ,sie hat ihr die Freiheit zu Land, auf den Meeren, am Firmament gegeben und sie zum willkommenen Gegenstand des menschlick>en Strebens gemacht. Sie fand Künste und Gewerbe in geringer Zahl vor, sie vermehrte sie mit jedem Jahr. Den Erfinder, der gemieden und verachtet wurde, hat sie groß gemacht und den Erdball ihm zu eigen gegeben. Die Religion, die sie als machtvolle Gebieterin vorfand, sie hat sie zur Freundin -und Wohlthäterin des Menschen gemacht. Der Krieg war verhältnismäßig billig, aber von beschränkter! Wirkung: durch sie ist er kostspielig, aber in erhöhtem Maße leistungsfähig geworden. Sie hat Völkern die Freiheit gegeben, andere Völker hat sie zur Sklaverei erniedrigt; sie ist die Begründerin und Beschützerin der menschlichen Freiheit, unb doch hat sie den Despotismus da ermöglicht, wo er früher unmöglich war. Was immer' die Welt heutzutage ist, gut und schlecht zugleich, durch Gutenbergs Erfindung ist sie es geworden: auf diese Quelle, ist alles zurüc^uführen. Und doch bringen wir ihm unsere. Huldigung dar; denn was er zum zürnenden Engel im Traume sprach, hat sich erfüllt, und das Böse, das seinef großartige Erfindung verschuldet, ist tausendfach ausge-. glichen durch das Gute, womit sie das Menschengeschlecht beglückt hat. * Ein Studenten st reik i n Pennsylvan i en. Eine merkwürdige Kunde kommt aus Pittsburg, nämlich die Nachricht von einem Studentenstreik, der an der „Western University von Pennsylvanien" ausgebrochen ist. Obgleich der Streik infolge von Differenzen zwischen den „Füchsen" und dem Professor des Deutschen Dr. H. I. Schmitz, einem geborenen Rheinländer und früheren preußischen Gymnasiallehrer, ausbrach, scheinen doch weniger nativistische Tendenzen dem Vorkommnis zu Grunde zu liegen. Eines schönen Tages hatten die eigentlichen Fuchsie ein Konvivium, bei dem es hoch her ging und einer den genialen Vorschlag machte, in das Bureau des — infolge seiner Strenge und Gewissenhaftigkeit nicht gerade sonderliche beliebten — deutschen Professors ern- zubrechen und alle seine Bücher und Gerätschaften auf die Straße zu schleppen. Gesagt, gethan. Im Verlauf einer halben Stunde lag alles durcheinander im Freren, während die Herren Füchse sich schleunigst aus dem Staube Machten. Merkwürdigerweise kam dabei so gut wie nichts abhanden, sodaß der angerichtete Schaden sich nicht höher als auf 17,50 Dollars bezifferte. Die Universitätsbehörde begnügte sich, die Juniorenklasse solidarisch zur Wiedererstattung dieses Schadens an Professor Schmrtz zu ver^ donnern. Diese beispiellose Milde wurde aber von den Uebelthätern so wenig anerkannt, daß sie sich sogar weigerten, Schadenersatz zu leisten. Der Rektor der Universität, Landwirtschaft. H.L.B. Darmstadt, 22. Juni. Für die landwirtschaftliche Landesausstellung laufen zahlreiche Anmeldungen sowohl für als auch für Maschinen, Futter- und Düngemittel ein. Der Anmelde, termin für diese Abteilungen läuft mit dem 1. Julr ab. Famos » giebt allen Metallen unvergleichlich schönen Glanz. , Rote ovale Dosen. , h 10 und 20 Pfennig d&ail St. Frankfurt, 21. Juni. Nachdem einzelne Dramen moderner nordischer Dichter, darunter auch solche, die im Frankfurter Schauspielhause zuerst in deutscher Sprache gegeben wurden, wie Ibsens John Gabriel Borkmann, Byornsons „Ueber unsere Kraft" und andere, in der Frankfurter Aufführung in höherem Maße dauernde Repertoirestücke geworden find als an anderen Bühnen, bereitet Intendant Claar für den Herbst im Schauspielhause einen CykluS nordischer Dramen vor, welcher tn rascher Aufeinanderfolge gegeben werden soll. Und zwar sollen folgende Dramen zur Darstellung gelangen: Von Ibsen: „Gespenster", (neu einstudiert), „Volksfeind", (neu einstudiert), „Wildente", „Nora", „Stützen der Gesellschaft", Hedda Gabler: „Baumeister Solneß", I. G. Borkmann: „Wenn wir Toten erwachen." Ferner von Byornson: „Fallissement", „Ueber unsere Kraft", „Die Neuvermählten" endlich von Strindberg: „Die Wasa-Tragödie" zum ersten male in deutscher Sprache. — Im Opernhause soll im Herbste in gänzlich neuer Inszenierung Webers „Freischütz" und Beethovens „Fidelio" auf die Bühne gelangen. Außerdem wird während der Herbstsaison ein Cyklus klassischer Dramen teils im Opernhaus teils im Schauspielhaus erscheinen und zwar Dramen von Goethe, Schiller, Lessing, Shakespeare, Calderon, und Moliore. Alle cyklischen Darstellungen in Oper und Schauspiel werden lediglich durch die einheimischen Mitglieder ausgeführt werden. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Als Kuriosum sei von dem jüngsten Spender zum Guten- bergfestzug in Mainz berichtet: Als ein Herr zu emey Mainzer Familie kam, um einen Beitrag für den Guten- bergfestzug zu erheben, trug die Hausfrau eme Summe Geldes aus den Namen ihres erst einige Monate alten Sprößlings in die Sammelliste ein. Sie meinte dabei lächelnd, wenn einst ihr Söhnchen ein alter Herr sei, so- könne er doch sagen, daß er unter denjenigen gewesen, der eine Beisteuer zum Guteckbergfestzug geleistet hätte. In einer Mainzer Volksschule fragte der Lehrer einen, Knaben, wer denn Gutenberg sei. Der Schüler wußte ess nicht oder hatte seine Gedanken nicht beisammen. Ein hinter ihm sitzender Mitschüler souffliert ihm: „Erfinder", worauf der Gefragte unter schallendem Gelächter die klassische Antwort gab: „'n Finther!" (Finthen ist ein Ort in der Nähe von Mainz.) 1899: 1449 Gleicher Absatz von keiner anderen Fabrik Deutschlands erreicht Mittwoch den 27. Juni, nachmittags 2V8 Uhr, sollen die den Georg BrSmer Erben zustehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen: Flur 28 Nr. 1613/to — 138 qm Acker auf der Weißerde am Weg, Flur 26 Nr. 2666/10 — 578 qm Hofraite am untersten Riegelpfad zwischen den Wegen, Flur 26 Nr. 26?r/,— 458 qm Hofra te daselbst, Flur 28 Nr. 180 — 1300 qm Acker zwischen dem Sandkauter und Erdkauter Weg, Flur 28 Nr. 181 — 1800 qm Acker daselbst, Nr. 182 — 2750 qm daselbst, Nr. 1658/1D — 1599 qm daselbst, Nr. 1665/10 — 193 qm Montags, Mittwochs u. Freitags, von morgens 9 Uhr ab 4131 frischen Zwubelkuchen. Wilh.Amend, Kchohasftr.62 Erdbeerbowle täglich frisch, im Glas und in Flaschen, nur aus Moselwein bereitet, empfiehlt 4346 Carl Schwaab, Hofl. Wegs auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen freiwillig versteigert werden. Gießen, den 21. Juni 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. GroS. 4350 Vermischtes. * Mark Twain über Gutenberg. Zu Gunsten des Gutenberg-Museums in Mainz bat Mark Twain,, der bekannte amerikanische Schriftsteller, einen Beitrag eingesandt. Das nachfolgende Schreiben begleitete die Spende: Ihre Bitte, auch meinerseits ein Scherflein zu Guten-» bergs Gedächtnisfeier beitragen zu wollen, gereicht mir! zur Freude und Ehre. Die Welt giebt ohne Bedenken-, ohne Widerspruch zu, daß die Erfindung Gutenbergs das Neue elegante Ausstattung. Zu haben bei Heb. Arnold II., Conr. Bender, Wallthorstrasse 14, Rudolf Schlabach Nacht., Heinrich Lanz, Mannheim. Ueber 3500 Arbeiter. Lokomobilen bis 300 PS beste und sparsamste Betriebskraft. Verkauft Dr. W. I. Holland, wiederholte nun die Aufforderung an die Klasse," den Betrag zu zahlen, und fügte hinzu, daß, wenn binnen 24 Stunden diesem Befehle nicht nacksgekom- men sein würde, die Widerspenstigen suspendirt oder aus- gestoßen werden würden. Auf die verstockten Füchse machte diese Drohung nicht den geringsten Eindruck, im Gegenteil kündigten sie ganz unverfroren an, jedes Zwangsverfahren der Universitätsbehörde mit einem „Generalstreik" beantworten zu wollen. In der That soll die ganze Studenten- chaft geneigt sein, mit den Füchsen gemeinschaftliche Sache jU machen, obgleich diese animalia sine mente ac ratione 0 unzweifelhaft im Unrecht sind wie möglich. „Holland in Ngt" lautete das letzte Bulletin, das vom Rektor Holland zu erlangen war, der sich thatsächlich in eine Sackgasse verrannt hat. Denn diese Universität ist eine der ärmsten, da sie bei einem Jahresbudget von 84 000 Dollars nur II OOODollars aus Stiftungskapitalien odder sonstigen Zn- Kollegiengelder (die sogenannten tuitions> der Studenten angewiesen ist. Es hat daher den Anschein, daß die frechen Füchse schließlich triumphieren werden, weil die Univer- sitätsbehörde der gesamten Studentenschaft gegenüber machtlos ist. Professor Schmitz wird aber in seine eigene Tasche greifen müssen, um den angerichteten Schaden zu decken . . . ______________ Kunst und Wissenschaft. Bingen a. Rh., 21. Juni. Das Rheinische Technikum, eine Lehranstalt ausschließlich für Maschinenbau und Elektrotechnik, hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens zu solcher Größe cntroufelt, daß die Stadt bereits zum zweitenmale einen Erweiterungsbau zum Hauptgebäude in Angriff genommen hat. Die Anstalt wird gegenwärtig von fast 600 Schülern besucht. Der Leiter derselben ist der im Lehr fache bekannte Regierungsbaumeister Hoepke. - DaS i« Piel enthüllte ChrtstitSstandbttd hat der Kaiser im Atelier des Professors Eber lein in Berlin gesehen, als er, mit der Kaiserin und von Professor Begas begleitet,.das Modell zum Denkmal Friedrich Wilhelms III. besichtigte, das für die Sreges-All« bestimmt ist. Wie der Kaiser in seiner Rede hervorhob, war er von der Arbeit tief ergriffen, und sprach sofort den Gedanken aus, daß chm dies Werk geeignet erscheine, in Kiel seinen Platz zu finden, daß an feintm Anblick die Hinterbliebenen der vom Meere geforderten schuldlosen Opfer Trost und Wiederaufrichtung fänden. Das Denkmal ist eine plafnsche Gruppe. Zu Füßen des Kreuzes, an welches der Erlöser geschlaae», sitzt eine gramgebeugte Frau, das schmerzerfüllte Antlitz empor zum Herland gerichtet. Als der Kaiser Eberlein fragte, was ihm diese Idee rk» gegeben, und ob er bei Schaffung des Werkes an eine bestimmte An« wertung gedacht habe, entgegnete der Künstler, daß ihn der Gedamk schon länger bewegt habe und er die Gruppe zunächst nur gebildet habe, um sich selbst frei zu schaffen. A __ ---V A (Hessen) zw. Darmstadt u. Heidelberg, Hotel u. Pension „zur Krone , Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Führ. grat. Bes.: G. Diefenbach. daselbst, Flur 29 Nr. IOOS/io — 1262 qm Acker amOhleberg, rechts des Erdkauter IDEN-, für r Pferds Bin tLs" 0 ‘E 'T 5 ist ein unul Es vei Ueberall er! Man 8 Gar '^Pfehlen 'M RW|L>, SsK? SH d'° !«Ä r-LK ‘ wSOch. "Jf» l(Vtt einegJj S.itz> Mw, dch di,^ >°". toeitb I* ^n!ch-it St» L.« "ßandbild h-td«!: Berlin gesehen, olä et begleitet, das Kok' d°i für die Sieatii ■ hervorhob, ®orei ::■ ^danken au8, daß fc 1 zu finden, daß an - jefotberttn schMch,' Denkmal ist eine $'- M b» rrlös»M üHte Antlitz empor p Jte, was ihm diese N« les an eine befHmti Utr, daß ihn bet Wt » Wichst mir M!< t bie lanbuirlf^lü* Meldungen Jos* fr Mittel ein. 26 Inatlb m 1. Juli ab. Dannetaii D.Heüeibm ension „nr Km*’1 pt Bea/.O.DiMi Rote orale W‘ uni 20 kt«M er PutxmiHi1 jenheit iäft .er Art- w ^Lu» 0ii- 300 Ps triebskra*1 .y * 417$ empfiehlt <2000 O^«itee. 1206 4287 Alleinvertrieb Ernst Balser, Mäusburg 4169 4126 MEI’s Stoffwäsche für Militär, Reise und Jagd 4226 2977 höflichst ein. 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