1900 Dienstag den 24. April Erstes Blatt. Gießener Anzeiger *u»b General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblutt für den Tireis Giefzen Der Krieg in Südafrika 87! MM. nnaVwMtf RobeS unb MM Aerugsprets vierteljährl. Mk. 2L0 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstelleo vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pjg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzrigen-Bermittlrmgrstellm M In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenPreiS: lokal 12 Pfg., auSrvärtS 20 Pfg. Rebottüci, Expedition und Druckerei: -chnlstraße Ar. 7. auf englische Patrouillen gestoßen. — „Daily Telegraph" meldet aus Ladysmith vom Freitag, an maßgebender Stelle verlaute, die Buren seien mit ihrem schweren Geschütz auf dem Rückzüge und der Weg werde anfangs nächster Woche für den Vormarsch der Engländer frei sein. (Wenn diese „maßgebende Stelle" sich nur nicht gründlich irrt!) Am Samstag früh sollen die Buren von neuem ein heftiges Feuer auf die englische Stellung bei Elandslaagte eröffnet in die englischen Stellungen geschleudert worden. Unsere Offiziere und Mannschaften halten standhaft auf ihren Posten in den Laufgräben au<8. Seit Donnerstag fällt ein heftiger Regen und erschwert unsere. Lage. Gestern bemerkten wir in der Ferne eine große Anzahl feindlicher Kommandos vorüberziehen, die sich augenscheinlich auf dem Wege nach Rouxville befanden, um sich den Truppen Brabants in den Weg zu stellen. London, 23. April. In einer Unterredung, welche Charles White im Schlosse zu Windsor mit dem Prinzen Christian von Schleswig-Holstein hatte, bemerkte dieser dem General, der Krieg werde wohl noch ein Jahr dauern. Dieser erwiderte, seiner Ansicht nach werde Lord Roberts in den ersten Tagen des August mit den Buren abrechnen, da dieselben vollständig erschöpft und ohne jegliche Vorräte seien. (?) Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. • ____________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. IM, welche k Lrmachen jede haben. I Aus Kapstadt wird gemeldet, daß zwei von den fünf I katholischen Bischöfen gegen die Annexion Transvaals seien. In Lourenzo Marques ist am Samstag das I Transpottschiff „Portugal" mit einer Truppenabteilung von I 800 Mann an Bord aus Lissabon eingetroffen. Die Por- I tugiesen haben also doch Angst, daß die Buren ihnen wegen ihres Neutralitätsbruchs etwas am Zeug flicken werden. Die Burengesandtschaft hatte am Samstag im | Haag wiederholte Beratungen mit dem holländischen Staats- I rat Dr. Asser, den Beratungen wohnten Dr. Leyds und Dr. Müller bei. Der Führer der BuremMission Dr. Fischer erklärte einem Potsdamer Journalisten, Transvaal könne zwar besiegt, aber niemals unterjocht werden. Zu der Kritik Roberts' an den unfähigen Generalen in Natal sich eine beachtenswerte Stimme aus dem englischen Kabinett vernehmen taffen. Der Landwirts chaftsminister Long hielt am Freitag in Hüll eine Rede, in der er sagte, die Frage der Auseinandersetzung mit den Generalen im Felde sei Roberts Sache. Das Kabinett würde nicht von seiner Politik abgehen, die Angelegenheit dem Ermeffen Roberts' zu überlassen, da | es volles Vertrauen zu ihm habe. In Petersburg ist eine Anzahl englischer Pf erde- hLndler eingetroffen, um Pferde für Transvaal einzukaufen. Viele russische Pferdebesitzer haben beschlossen, den englischen Agenten keine Pferde zu verkaufen. * * « Telegramme des Gießener Anzeigers. Paris, 23. April. Man glaubt hier nicht, daß die von der südafrikanischen Republik nach Europa entsandte Mission hierher kommen werde. In diplomatischen Kreisen wird vermutet, daß die Mission keine festen In- i struktionen mitgenommen habe, sondern daß es ihrem eigenen I Ermeffen überlasten bleibe, je nach den Umständen die ihr am besten dünkenden Schritte zu unternehmen. Es verlautet, daß die Buren-Mission aus gewisten Zeitungsnachrichten in der Sprache mancher russischer Blätter die Hoffnung auf einen Beistand Rußlands schöpft. Nach den Auslastungen der erwähnten Kreise sei dies sicher eine Täuschung, da angesichts der zweifellos unerschütterlichen Weigerung Englands, in feinem Konflikt mit den südafrikanischen Freistaaten die Vermittelung eines Dritten zuzulasten dessen ungeachtet eine Intervention zu versuchen die Geneigtheit hierzu bei keiner Macht vorausgesetzt werden könne. London, 23. April. Die heutigen Morgenblätler veröffentlichen nur wenige Telegramme vom Kriegsschauplätze, sie beschäftigen sich aber desto mehr mit der politischen Seite des Krieges und stellen fest, daß die Buren sehr standhaft find, um den englischen gegen sie operierenden Truppen das Vorgehen zu erschweren. „Daily Telegraphberichtet, daß das Vorgehen der englischen Truppen nur sehr langsam von Statten gehe. „Daily Mail" stellt fest, daß die Buren alle ihre Stellungen halten. I Dasselbe Blatt stellt fest, daß die öffentliche Meinung I sehr erregt sei infolge der amtlichen Veröffentlichung Ides Protestes seitens des Transvaal-Staatssekretärs I Reitz, in dem dieser Einspruch dagegen erhebt, daß die I englischen Truppen das portugiesische Gebiet von Mozam- I bique durchziehen. London, 23. April. Aus Ladysmith wird von gestern I berichtet, die Buren legen seit einiger Zeit eine außer« I ordentliche Thätigkeit an den Tag. Heute wurde eine unserer Kavallerie-Patrouillen in ein Gefecht mit dem Feinde in der Gegend von Lombardkopje verwickelt. Wir verloren aber nur ein Pferd. London, 23. April. AuS Jamersberg wird ge- I meldet: Ueber 2000 Geschosse find von den Buren I Die Gießener 3iaine»6Cattirtw 8. „Blätter •|r deff. Volkskunde" Btytl. 4 mal beigelegt. ”e«uchT !r*us Ba, wliiif “£unteiü 1628. UL @ewnbteS auf WJ* 'hn Londoner Kriegsamte schwebt man in großer Soree um die nächste Zukunft. Man sicht in London em) -aß'die Dinge auf dem Kriegsschauplätze viel schlechten stehen, als bisher bekannt »Dar und man auch nur geahnt Dlte. Es heißt in London, Lord Roberts habe in einem | gjs' hundert Mann nach Süden aufgebrochen und eing eisenden Bericht die Sachlage klargelegt und Thatsachen I - ger bem Freistaate zugekehrten Seite der Biggarsberge gikhÄllt, die seinen ganzen Feldzugsplan überhaupt ge- I ö ----- —- — Md en, inindestens aber ihn in seinem nächsten Stadium I hemrien und nun den Abschluß des Krieges von neuem w weite Ferne gerückt erscheinen lassen. Aus alledem get# I hervivr, daß der ganze englische Feldzugsplan auf der. I gonzsn Linie als gescheitert zu betrachten ist. I Das Mausergewehr der Bnren ist wieder in eifriger I ßtftigfeit; von allen Punkten der englischen Front werden I tzksechte gemeldet, die sich nur durch Angrisssoperationen I kr ySuren erklären lassen. Bei Boshos, also in der I liiifem Flanke Lord Roberts', ist es ihnen gelungen, eine! rng lische Abteilung unter großen Verlusten zum! I $üiffgug zu nötigen; bei Dewetsdorp, südöstlich von Aoamfontein, ist der Kamps zwischen General Rundle und kn in großer Zahl dort stehenden Orangestaatsburen miniE-r noch unentschieden, und die englische Garnison in Vepener wird ohne Hoffnung auf Entsatz von dem Gegner euf3 äußerste bedrängt. Lord Roberts kann froh sein, wenn tr umter Diesen Umständen feine Truppenmacht, die von verhörenden Krankheiten, wie Typhus und Ruhr, heim- aesucht wird, überhaupt verteidigungsfähig erhält; von km ost angeküudigten Siegesmarsch nach Pretoria kann auf lange Zeit hinaus keine Rede fein. Die Kolonne Lord Methuens, des durch die Schlacht bei Magersfontein und manche andere Ereignisse dieses | diecses so unrühmlich bekannt gewordenen Generals, tvar । k, ber die Buren auch jenes Gefecht bei Boshof ge--. liefent haben. Die englische Meldung betont, die glückliche Rettung der Streitmacht, und giebt damit zu, daß es sich nur um die Abweisung eines vernichtenden Schlages gehandelt hat, daß also der strategische Erfolg hier durchs aii3 auf feiten der Buren ist. Als Methuens Korps am Ä. d. Mts. auf erhaltene Ordre von Swartkopjesonteiy nach Boshof zurückwich, wurde der sechs /Meilen lange ioimoi von zweitausend Buren mit drei Geschützen energisch angegriffen und entkam mit knapper Rot, dank dem Umstand, daß englische Kavallerie eine Stellung auf einige^ feen drei Meilen von der Straße eingenommen hatte :inbi den Feind so lange in Schach hielt, bis der Convoi iüÄcherljeit war, worauf sich die Kavallerie zurückzog, doch -udir ohne Verluste. Die Buren hatten mit der größten iipjjerfeit gekämpft und waren bis auf dreihundert Meten itn Me Stellung der englischen Kavallerie herangekommen., Der Kampf bei Dewetsdorp wird in enemTele- tiianim des Feldmarschalls Lord Roberts aus Bloemfontein tjoirt Samstag wie folgt geschildert: Die Streitmacht Rund- des Kommaiideurs der 8. Division, kam gestern mit üeni Feinde vier Meilen südwestlich von Detwetsdorp in 'MMng. Der Feind nahm eine starke Stellung ein, welche Ilie Stadt beherrschte. Die Yeomanry und die berittene ^nfainterie besetzten eine andere Stellung, die ermöglichte, Icf; Rundle den Feind vertrieb und die Hochfläche nahm, littlcfje früher von demselben gehalten war. Rundle ging tyute am frühen Morgen vor unb wird jetzt ein neues Hsecht mit dem Feinde beginnen. Unsere Verluste von gifte cn waren: zwei Mann schwer und ein Offizier unb Hieben Mann leicht verwundet. Auch bei Karree-SidingStation, nördlich von »kemsontein, wird weitergefochten, jedoch hat sich der Kampf bisher nicht über Geplänkel hinaus erstreckt. Zufolge der Wolkenbrüche der letzten Zeit sind sowohl Är Caledon, »vie der Modder- und Ri et-Fluß von Anzeigen zu der nachmiNag» für »en (»taeakn Lag erscheinenden Nummer dir vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. sein sollte. Beide Forderungen wurden abgelehnt und beide Teile beobachten sich gegenseitig mit Argwohn. Die Nachrichten aus dLatal, mit denen die englische Presse austoartet, sind zumeist einander widersprechend. „Daily Mail" berichtet aus Ladysmith vom Freitag, die Buren in Natal versuchten bereits den Guerillakrieg. Kürzlich seien mehrere kleine Trupps in Stärke von «i4maui M»“ läSM das WeWaa ■tssf Deutsches Reich. Berlin, 22. April. Der Kaiser reifte gestern vormittag 8 Uhr 30 Min. mittelst Sonderzuges vom Potsdamer Bahnhöfe nach der Wartburg ab. Während dev Fahrt hörte oer Kaiser den Vortrag des Chefs des Ma-i rine-Kabinetts und arbeitete dann mit dem Vertreter des Auswärtigen Amtes. Kurz vor 1 Uhr traf er in SB e i m a r ein und iwurde vom Großherzog von Sachsen-Weimar empfangen. Um 1 Uhr 5 Min. fuhr der Kaiser in Begleitung des Großherzogs nach Eisenach .Dort traf er um halb 3 Uhr ein. Zum Empfange waren auf dem Bahnhosv der Erbgroßherzog mit seinem Bruder, dem Prinzen Bernhard Hernrich, erschienen. Nach kurzer Begrüßung begaben sich der Kaiser und der Großherzog nach der Wartburg mit einem Biarerzug mit Spitzenreitern. Der Kaiser trug Jagduniform und sah sehr wohl aus. — Die Uebersiedelung des Kaiserlichen^ H o f l a g e r s nach dem Neuen Palais wird voraussichtlich erst nach Beendigung des Besuches Kaiser Franz Josefs am hiesigen Hose stattfinden. — Der Hofstaat für den Kronprinzen wird allmählich gebildet. Zum Hofmarschall wurde der Oberst v. Pritzelwitz vom zweiten Garde-Regiment ernannt. — Zum bevorstehenden Besuche des Kaisers Franz Josef in Berlin schreiben die „Berl. Neueste Nachr.": Daß einer Begegnung zwischen den Monarchen der beiden mächtigen mitteleuropäischen Reiche stets der Cha^ ratter eines politischen Ereignisses innewohnt, ist so selbst-, verftändlich, daß jede nähere Darlegung in dieser Hinsicht überflüssig ist. Alle Versuche, den bevorstehenden Besuch des Kaisers Franz Josef mit einem speziellen politischen Zweck in Verbindung zu bringen, würden jedoch an den Thatsachen scheitern. Das Schreiben, in dem unserem Kaiser von seinem hohen Verbündeten der Besuch angesagt wurde, enthielt keinerlei politische Andeutungen, beschränkte sich vielmehr darauf, dem innigen Wunsche das Kaisers Franz Josef Ausdruck zu geben, unser Herrscherpaar, sowie sein Patenkind, den Kr-onprinzen, in Berlin begrüßen zu können. In vollem Einklang damit ist von amtlicher österreichischer Seite immer von neuem betont worden, daß kein spezielles politisches Motiv der spontanen Entschließung des Monarchen zu gründe liege . Diese Thatsachen sind ausreichend, um die Verbreitung gegenteiliger Behauptung als haltlose Quertreiberei zu kennzeichnen. — Das preußische Staatsministerium hielt! heute nachmittag eine Sitzung ab. — Das neu errichtete 3. bayerische Armeekorps ist der 4. Armee-Inspektion zugeteilt worden. Prinz Levpold von Bayern, der Generalinspekteur dieser Armee- Inspektion, behält dadurch nach wie vor das Besichtigungsrecht über sämtliche bayerische Armeekorps. — Die Torpedobootsdivision wird für die Rheinfahrt folgenden Weg nehmen: Kiel, Nordostsee-! Fanal, Nordsee, Anlaufen des holländischen Kriegskafens Neuiwe-Diep, bann über Hoek van Hollanb unb rheinauf- | wärts über Rotterbam, Emmerich nach Köln. Dort bleibt bas Divisionsboot vor Anker liegen, währenb bie übrigen Torpeboboote bis Rübesheim fahren sollen. — Eine öffentliche Kunbgebung zur Schulreformist vom Vessein beutscher Ingenieure, vom Verein deutscher Realschulmänner, vom Vereine für lateinloses Schulwesen unb vom Vereine für Schulreform für ben 5. Mai in Berlin anberaumt worben. Die genannten Vereine, bie seit vielen Jahren mit verschiebenen Programmen bie Refvrmgebanken vertreten, haben sich auf svlgenbe zwei gemeinsame Forberungen geeinigt: 1. alle neunklassi- gen höheren Schulen müssen gleiche Berechtigungen zu ben wissenschaftlichen Stubien unb höheren Laufbahnen haben; | 2. bie weitere Gestaltung aller höheren Lchulen i|t in ber Richtung zu bewirken, baß sie einen bie drei unteren I Klassen umfassenben gemeinsamen lateinlosen Unterbau er» batten. $ einer kaiserlichen Aiwrbnung sollen bie I Feuerwerker mehr im Reiten ausgebildet werben. au 94 0rd) Hochwasser völlig unpassierbar. Bloemfontein Liegt in ber Mitte eines Dreiecks, bas bie genannten Ströme ölten, ist also gleichsam burch elementare Gewalt abge- ftnitten. Eine Bloemfonteiner Melbimg ber „Daily News" 6e» jagt, bie Buren räumten mehrere Stellungen im Osten »'n Bloemfontein. Längs ber Straße nach Thabanchu bergen sich augenblicklich in ber Richtung auf Wepener Skenljecre, vermutlich um bie Kommanbos in ber Nähe Calebon-Flusses zu entsetzen. Wie ferner aus Maseru telegraphiert wirb, bauert Einschließung von Wepener burch bie Buren >t. Der Feind scheint entschlossen, die Besatzung zu gingen, sich zu ergeben, bevor Entsatz eintrifft. Gestern Ml hörte man von Dewetsdorp her schießen. Ein Buren- Äommnando von Wepener begab sich eilig dahin. Aus Betschuanaland wird dem „Bureau Reuter" toon Mmberley telegraphiert, bie Melbung, bie Eingebornen in Betschuanaland hätten sich erhoben, entbehre ber Be- Sätigung. Die Buren verlangten von dem Häuptling in 2mmgs bie Stellung von 500 Arbeitern für bie Minen unb fcon dem Häuptling von Honing Ballay bie Auslieferung im Wich, das angeblich Eigentum eines englischen Farmers T Schulbildung, - «Miet,wert: uug. n unter K. J4 ^dieser BlM jemanb gejut! ffakL. s und Begieß bä V NädkieS gtn.M unb W.n iß bobra itfirl '2811 Xtthulm w. (dmt6d!mu t V it b\t Mrn W» _______ZlrWch v. lufjdle lofori zu belegen NE-st 13, fit. ’ jüngmSyinfaWfa \ inet Sedmienfiimilit r Nähere- wäW ÄMau (R PHxOMnHt 12, n MnWses »demädlhe« fort gtfuit nun Frankfurters! Festtage als Gäste der E» sämtliche Veteranen am mann die Festrede am Denkmal halten wird. Aus Stadt und Kund. •• Ernennungen. Qttify Wimpfen Wilhelm Krämer wurde zum Öberamts- I bezüglich der geplanten Ausdehnung der Warenhaussteucr rrchter, der Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz, ' ~ - - - - Daniel Bonin, zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms ernannt. auf Spezialgeschäfte. Die Erörterungen über den vvu btt hessischen Zenlrumspartei beabsichtigten Antrag einer Dvi läge der Warenhaussteucr für Hessen wurde vorgerückter Zeit wegen für eine besondere Konferenz der hessischen eine und interessierten Kreise, die demnächst tn Darmstakt Petersburg, 22. April. Eine E x p e d i t i on unter Leitung des Eisenbahningenieurs von Goette ist kürzlich aus Beresow (in der Luftlinie 690 Kilometer nördlich von Tobolsk in Sibirien) nach Obdorsk (100 Kilometer oberhalb der Mündung des Ob) abgereist. Die Expedition ist von deutschen Kapitalisten ausgerüstet worden. Die zu erbauende Bahnlinie wird von Obdorsk nach der Belkowski- Bucht führen, welch ebedeutend vertieft werden soll. In Obdorsk und an der Endstation der Bahn werden Getreide- Elevatoren erbaut. Man erwartet, daß. die Bahn für den sibirischen Getreideexport von größter Bedeutung sein wird. Moskau, 22. April. Der Zar und die Zaritza erschienen in Begleitung des Großfürsten und der Großfürstin Sergius unverhofft nachts 3 Uhr in der von einer zahlreichen Menge angefüllten Uspenski-Kathedrale und wohnten der Feier der Beisetzung des Heilands mitten unter dem Volke bei. Als dem Zaren die geweihte Kerze, die er in der Hand trug, zweimal ausging, steckte er sie wieder an der Kerze eines neben ihm knienden Mannes aus dem Volke an. Hierauf nahmen beide Majestäten mitten im Volke an der Prozession um die Kathedrale teil und begaben sich sodann am frühen Morgen nach dem Kreml zurück. Dieser Beweis von Huld des kaiserlichen Paares machte einen tiefen Eindruck auf das Volk. Algier, 21. April. Ein Mitglieddermarokka^ nischen Regierung reifte in Begleitung von vier Artilleristen nach Deutschland, um die dort von der marokkanischen Regierung in Auftrag gegebenen zwölf Geschütze abzunehmen.__________ stattfindet, zurückgestellt. *♦ Todesfall. Der Zimmergeselle, der am verflossen» Donnerstag am alten Schloß vom Gerüst herunterfiel, rt am Samstagabend gestorben. Jedenfalls hatte er attf innere Verletzungen davongetragen. •* Omnibusverkehr Gießen - Schiffeubergerwald. Dii günstige Witterung veranlaßte den Vorstand der Omnibul gesellschast, bereits an den Osterfesttagen, sowie am gestriger Sonntag die Sommerwagen nach und von dem Schiff bergerwald verkehren zu lasten. Mit dem Jnkrafttre^ der Eisenbahn-Sommer-Fahrpläne am 1. Mai wird aw ein neuer OmnibuS-Fahrplan erscheinen, der einige Tour:: mehr wie der Winterfahrplan aufzuweisen hat. G Scharfe Konkurrenz hat es unter den Hrdjitethn unserer Stadt bei dem Entwurf zum Bau eines Spa: kassengebäudes für die JohanneSstraße gegeben. Wr wir erfahren, sind nicht weniger als 12 Kookurrenzprojeltc eingelaufen. Das Preisgericht wird seine Mühe haben, M Beste herauszufinden. ** Eine edle Thal. Der Landwirt Stepk aus Ringe Hausen bei Hungen, besten Familie bereits seit zwei Jab Hunderten als Pächter auf dem Hofgut der Braunfels Fürsten sitzt, war 1888 bei der Neuverpachtung von Ring ' Hausen mit der Pacht auf 14 Mk. pro Morgen statt, K dahin 11 Mk., durch andere Mitbieter getrieben wordc Kürzlich wurde das Hofgut wieder auf 12 Jahre zur Ne- verpachtung ausgeschrieben. Es fanden sich auch Landwin. die durch ein noch höheres Gebot den seitherigen Wir von dem Gute verdrängen wollten. Stepk erklärte, er wol. fich nicht zu Grunde wirtschaften, so leid es ihm auch s er wolle lieber das Hofgut, auf dem er geboren, auigebc. wenn er es nicht um den Preis vor 1888, also für H D pro Morgen, bekommen würde. Die Braunfelser wollt jedoch den Mann nicht von ihrem Gute ziehen lasten, ir verpachteten aufs neue dem Stepk Ringelhausen für 11^ pro Morgen. Butzbach, 21. April. Herrn Jakob Wendel von Bu bach wurde das Patent als Großh. Geometer 1. Kla?- für den Kreis Gießen erteilt. — Beim hiesigen Bataill- fanden heute vormittag die Kompagnie-Besichtigungs statt. Aus diesem Anlaß weilten heute hier: der fomo^ dierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist,k- Divis.-Kom. Generalleutnant v. Perbandt sowie der gäbe« und Regimentskommandeur. Heute nachmittag ®J Schießen der besten 16 Schützen aus jeder Kompagnie. Bad-Nauhei«, 22. April. Vom 1. bis 18. April p 201 Kurgäste hier eingetroffen. Ts werden durchschallt^ täglich 110 Bäder abgegeben. — Kreisamtmann v. B e H told hat sein Amt als Vorsteher des hiesigen Polizeiarv angetreten. — Oberbergrat Prof. Dr. LepsiuS, der Cv bohrer des neuen Sprudels, wird zur Taufe v neuen Quelle im Auftrage des Ministeriums eine Festsch'll (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Anhatte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 23. April 1900. ** Hoher Besuch. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen nebst Gefolge passierte gestern früh gegen 8 Uhr mit dem V-Zuge Nr. 76, von Kiel kommend, im Sonderschlafwagen unsere Station, und nahmen hier das vorher telegraphisch bestellte Frühstück ein. *• Z« den Ruhestand wurde versetzt der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Darmstadt II Georg Dieter auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, । treuen Dienste. •* Kriegerdenkmal. Der Ausschuß für Errichtung des Kriegerdenkmals hält, wie man uns mitteilt, am Dienstag, nachmittags 6 Uhr, im Sitzungssaale der Bürgermeisterei eine Sitzung ab, in welcher das offizielle Pro- gramm für die Enthüllungsfeier vorgelegt, bezw. genehmigt werden soll. Unter der Leitung des Herrn Franz Bauer haben die vorbereitenden Proben der vereinigten Männer- gesaugvereine bereits stattgefunden, und es werden außer diesen Gesangsvorträgen noch zwei Militärkapellen zur Verherrlichung der Feier beitragen. Wir hoffen, in den ersten Tagen unseren Lesern daS offizielle, von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog gutgeheißene Programm mitteilen zu können. Nachstehend bringen wir die Namen derjenigen Herren, welche dem Enthüllungs-Ausschuß beigetreten sind: 1. Ehrenvorsitzende: Geheimerat v. Bechtold, Provinzialdirektor; Oberst v. Dewitz, Regiments-Kommandeur; Gnauth, Oberbürgermeister; Kullmann, Landgerichtspräfi- dent; Dr. Netto, Profeffor, Rektor der Landesuniversität. 2. Vorstand: 1. Vorsitzender: Stadtverordneter Jean Kirch; 2. Vorsitzender: Kommerzienrat L. Heyligenstaedt, korr. Mitglied; Schatzmeister: Kommerzienrat Heichelheim; 1. Schriftführer: Stadtverordneter EmmeliuS; 2. Schriftführer: Hauptlehrer Traber; Pfarrer Dr. Naumann. 3. AusführungS-Auschuß: O. Bergen, Direktor des GaS- und Wasserwerks; Dr. Sauer, Professor; Schmandt, Stadtbaurat; Stein u. Meyer, Architekten. 4.Mitglieder: 1. Bauer, Franz, Musiklehrer; 2. Bausch, Philipp, Vorsitzender des Artillerievereins; 3. Detring, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur; 4. Fuhr, Oberlehrer; 5. Gail, Wilhelm, Kommerzienrat; 6. Gebhard, Amtsgerichtsrat; 7. Dr. Güngerich,'Oberstaatsanwalt; 8. Dr. Gutfleisch, Landtagsabgeordneter; 9. Hahn, Oberlehrer; 10. Hebstreit, Georg, Vorsitzender des Marinevereins; 11. Koch, F. C. B., Kommerzienrat, Vorsitzender der Handelskammer; 12. Metz, Rechtsanwalt und Notar; 13. Hechler, Polizeiamtmann; 14. Müller, Hauptmann und Kompagniechef; 13. v. Nor- mann, Major und GensdarmerieKommandeur; 16. Dr. Oncken, Geh. Hoftat, Profeffor; 17. Petri, L. III., Vor- sitzender des Beteranenvereins; 18. Dr. Rausch, Direktor des Realgymnasiums; 19. Dr. Schaedel, Professor, Direktor der Gymnasiums; 20. Schwall, E., Stadtverordneter; 21. Dr. Schmidt, Professor, Mitglied der Ersten Kammer. 22. Schneider, Vorsitzender der Kriegerkameradschaft. 23. Stoeriko, Direktor der höheren Töchterschule; 24. Wiener, Amtsrichter, Vorsitzender des Kriegervereins; 25. Wolff, Beigeordneter. — Don anderer Seite wird uns mitgeteüt, daß bisher über 800 Feldzugsteilnehmer, zum allerkleinsten Teile geborene Gießener, zum größeren Teile Veteranen, die in unserem Regiment den Feldzug mitgemacht haben, ihre Teilnahme an der Feier angemeldet haben. Die Stadtverordneten haben in ihrer letzten Sitzung beschloffen, st. Der Kaufmännische Verein hielt am Sc- tagabend eine ordentliche Generalverkaw- l u n g ab, die der zweite Vorsitzende, Herr Emil tv5 leitete. Zunächst wurden der Jahresbericht, der Über die Fachschule und das Lehrlingsheim, der Reämu^ ausweis und das Bilanzkonto verlesen. Darauf wurde 1 > Vorstand Entlastung erteilt und ihm von der Verwmmi ’ durch Erheben von den Sitzen gedankt. Bevor in "" .Hauptpunkt der Tagesordnung, der Neuwahl jv standes, geschritten wurde, brachte dieser einen Antrag daß die bisherige Vergütung von 300 Mark für den er^ Vorsitzenden und die von 100 Mark für den Bibliotd^ I m Zukunft wegfallen möge. Beide Anträge wurden stimmig angenommen. Dann wurde ein Brief des £ ! herigen ersten Vorsitzenden, Herrn Orbig, verlesen in £ dieser erklärt, daß er den Vorsitz niederlege. Nachdem ■- Wahlkommission die Herren Klein, Reith und Tömi - beftimmt waren, ging die Vorstandswahl vor sich uv'. die es zu erregten Debatten kam. Aus der Wahl £ü.- als erster Vorsitzender Herr Emil Horst, als zweiter sitzender Herr Eichenauer hervor. Als erster Schriftlich'- wurde Herr Heyligenstaedt zur Wiederwahl vorgeschtüo- Nach dessen Erklärung, daß es ihm unmöglich sei £ Wiederwahl anzunehmen, wurden die Herren Otto ^r- und W. Best zum ersten bezw. zweiten Schriftführer r wählt. Zum Rechner wurde Herr Böhm wiederae^^ Zu Bibliothekaren wurden die Herren Andernach und V^ gewählt. Darauf wurde die Wahl der Revisoren, de- >> nahme-Ausschusses, des Schul-Ausschusses und des gnügnngs-Ausschusses vorgenommen. Da nach Feststellwn des Voranschlags für 1900/1901 keine weiteren Anträge ocr- liegen, schloß urw 1 Uhr der Vorsitzende die Versammlung ’• Eine Delegierten-Bersammlung der Sud-Westdeutschtr DelaillistM'Bereine hat in Mainz im „Gutenberg" stal- gefunden, in der auch Gießen vertreten war. Ts tourte die Gründung eines Korrespondenzblattes mit dem Titel -Der selbständige Kaufmann" beschlossen. Für die roeitei Vorbereitungen wurde eine Kommission gewählt, zu der aw Gießen Herr Ernst Balser gehört. Schmidt-Darmstüt: referiert über die von ihm in Gemeinschaft mit Wolf-Franksu i besuchte Generalversammlung des Detailliften-BerbandeS jtt Rheinland und Westfalen, mit dem ein Kartell angebahn wurde; ferner über die mit dem Vorsitzenden jenes 93t:- bandeS, Herrn Wahl-Elberfeld, bei dem Finanzminijtkl Miquel und verschiedenen Räten und KommisfionSmitgliedtti Der Amtsrichter bei dem Amts- I des Abgeordnetenhauses in Berlin gehabten UnterrcdanM der russischen Sprache an den tschechischen Mittel- ab wegen eines gemeinsamen Vorgehens der Großmächte. I llewonnen fei. Wir erfahren weiter, daß Pfarrer No Konstantinopel, 22. April. Der Sultan em- ' mrtnM ----- Üfing nach dem Selamlik außer dem deutschen Botschafter Freiherrn Marschall v. Biberstein, der die Photographie eines vom Deutschen Kaiser für Stambul gewiometen Brunnens überreichte, auch den amerikanischen Geschäftsträger. fodaß sie befähigt sind, Dienst im Gelände zu Pferde zu verrichten. — Wahrscheinlich infolge der Erfahrungen im Burenkriege soll das Gelände schießen der Feldartil- le r i e mehr geübt werden. — Etwa 2000 Angestellte des Handelsgewerbes hielten gestern abend eine Protest Versammlung gegen d i e Warenhaussteuer ab. Es wurde eine aus fünf Angestellten bestehende Deputation gewählt, die beim Ministerpräsidenten und beim Finanzminister gegen das Gesetz' vorstellig werden soll. — Es wird davon gesprochen, daß, nachdem mit dem 1. April die Errichtung der Handwerkskammern möglich geworden ist, das Handwerks-Organisationsgesetz vom Jastre 1897 vollständig zur Durchführung gelangt sei. Das ist der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ein Irrtum. Zwei Abschnitte des Gesetzes werden erst mit dem nächsten Jahre Geltung erlangen; der eine betrifft die besonderen Bestimmungen über die Lehrlingsverhältnisse der Handwerker, welche erst am 1. April 1901 Gesetzeskraft erlangen, 2>er zweite Gesetzesabschnitt, der den Meistertitel betrifft, wird sogar am 1. Oktober 1901 in Kraft treten. Danzig, 21. April. Zur Feier des Stapellaufes des Linienschiffes A. traf heute früh die Prinzessin Friedrich Leopold ein. Um 12 Uhr mittags erfolgte der Stapellauf des neuen Schiffes. Staatssekretär Tirpitz bestieg die vor dem Bug des Schiffes errichtete Taufkanzel und hielt die Taufrede, worauf die Prinzessin Friedrich Leopold auf Befehl des Kaisers das neue Schiff' ! „tat f er Barbarossa" taufte. An der Feier schloß»! sich ein Gabelfrühstück bei dem Oberwerftdirektor, an dem die Prinzessin Friedrich Leopold sowie die Vertreter der Behörden und der Schichau-Werft Teil nahmen. Ausümd. Brüssel, 21. April. Der König hatte, ehe er heute abermals nach Wiesbaden reiste, eine sehr lange Unterredung mit den höchsten Beamten des Kongostaates. Der König verlangte, daß die Justiz des Kongostaates diesmal ohne jede Rücksicht auf gewisse Personen verfahre. Wie es scheint, ist auch der zum fünften Male vor einigen Tagen als Generalgouverneur nach Afrika gegangene verdiente Oberst Wahis vom Könige mit entsprechenden Instruktionen ausgerüstet worden. Paris, 22. April. Der frütjere Ministerpräsident Mel tue hielt gestern in Remiremont eine politische Rede worin er Waldeck-Rousseau tadelte, weil dieser den Führer der kollektivistischen Partei in sein Kabinett genommen hat. Diese Thatsache, sagte Meline, wäre eine der ärgsten ^anblurigen, die seit Jahrhunderten verübt worden. Es müßte dieselbe gut gemacht werden, wenn Millerand nicht mehr Minister fein wird. Meline erging sich alsdann über die angeblichen Gefahren, in denen die Republik schwebte. Diese, sagte Meline, seien nur ein Vorwand, um die Affaire Dreysus zu verteidigen.^ m Vo" mehreren Seiten wird berichtet, daß die mit der Dreysus-Affaire in Zusammenhang stehenden Prozesse in den nächsten Wochen unter Einwilligung des jetzigen Kabinetts zur Verhandlung kommen werden. — Das „Amtsblatt" veröffentlicht ein Dekret, wodurch der Verwaltung von Madagaskar gestattet ivird, eine Anleihe von 60 Millionen Franks aufzunehmen, um eine Anzahl öffentlicher Bauten, insbesondere der Eisenbahn, auszuführen. Die Summe soll in 60 Jahren j rückzahlbar sein. Das Material für die betreffende Eisenbahn muß aus französischen Werken gewonnen und unter französischer Flagge nach Madagaskar gebracht werden. San Remo, 21. April. Der Fürst von Bulgarien verschob seine Rückreise und bleibt noch sechs Tage hier. G e n f, 21. April. D r e y f u s ist zu sechswöchentlichem Aufenthalt in Begleitung seines Vetters in Calogony eingetroffen und hat seine dortige Villa bezogen. Wien, 22. April. Die Abreise des Kaisers n ach Berlin erfolgt am 3. Mai abends. Der Botschafter in Berlin von Szoegyeny traf hier ein, zur endgiltigen Feststellung des Programms des Kaiserbesuches. — In hiesigen diplomatischen Kreisen wird dem türkisch-amerikanischen Konflikt keine große Bedeutung beigelegt. Falls M a e Ki n le y versuchen sollte, I mit einer Flotten-Demoustration vorzugehen, würden die I europäischen Mächte sich gezwungen sehen, ihm die Un- I Verletzbarkeit der Meerenge-Verträge in Erinnerung zu I bringen. — In der „Reichswehr" erklärt eine hochgestellte I politische Persönlichkeit: Die j ung t schech i sch e Pol i-I tik, die alle Verständigungsversuche der Regierung zu I vereiteln suche, sei falsch und ebenso falsch sei es, wenn die I Tschechen glauben, daß der zukünftige Kars sich nach rechts I wende. Die Tschechen könnten sich höchstens den Ruhm I erwerben, die Totengräber des Parlaments zu fein. An I maßgebender Stelle ist die Parole ausgegeben, eher das I Parlament aufzulösen, als die Regierung preiszugeben. I — Im mährischen Landtage treiben die Tschechen I feit zwei Tagen Obstruktion bei der Budgetberatung wegen I Ablehnung der tschechischen Schulforderungen. Namens der I Deutschen erklärte Fux, sie würden jedem Terrorismus I unerschütterlich entgegentreten. Gegenüber einem I kschechisck)en Redner, der einen Lehrer denunzierte, weil I oiefer ein Hoch auf Bismarck ausgebracht hatte, sagte Fux: I ..r_ Jino längst darüber hinaus, in der Anpreisung des I größten Deutschen des Jahrhunderts etwas Unpatriotisches I |u erblicken. Es wäre schmachvoll, unsere Zugehörigkeit I ^"tschen Volke, das im Kriege wie im Frieden groß I baftetjt, $u teiignen. Das deutsche Reich ist unser engster I Verbündeter den nächsten Tagen wird unser Monarch Hort als liebwerter Gast weilen. Sie werden unser Gefühl für den Helden des deutschen Volkes nicht aus unseren I Herzen reißen; wir sind auf Bismarck so stolz wie auf I Goethe, Schiller, Helmholtz. — Entgegen den Auslassungen der jungtschechischen Blätter erklärt das alttschechische Organ „Las Nraoda" den Körberschen Sprachengesetzentwurf I für annehmbar für die Tschechen. Im übrigen habe die I Regierung nichts einzuwenden, wenn der Reichsrat Ber- I Besserungen an demselben vornimmt. Prag, 22. April. Ein Vertrauensmann des russischen I Generals Komarow ist hier eingetroffen, um mit den Mit- I Lliedern des böhmischen Landtages wegen Einführung I feil «”6 ftS; sfeä SS- tiOÖ A u,i« D0 . ' welle Nj" X W. 9214- Mgereil Bez Ni*”; W 22. ’ tlalwerlfiatU soll, Ivie ötdautel jroti Stsnber ent bit Leckalweckst Mdige N^a M um <6^9 rch. *3 M EmihM furt a. M. n schon eine M iWigt, tim L über bem ■ s e •a a © O) © CH ! •a s s a © 09 © 5 6* § s s Fernspracber Geyflndet 1155. Streng Bedienung. 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Leibjäger des Kronprinzen ernannt worden. — In Schönbach überfuhr der Landmann Eich sein 7jährigeS Töchterchen, das sofort tot war. — In Dillenburg wurde Hü"enbesitzer Oskar Herwig zum Stadtverordneten gewählt. — Bei Erndtebrück explodierte der Kessel einer Güterzuglokomotive. Der Heizer erlitt eine Brandwunde an der Hand. — Der Staat kaufte von Frau Ehr. Uldich Witwe in Friedberg für die dortige Blinden» anstatt zirka 6000 Quadratmeter Gelände zum Preise von 35,000 Mk. — Dem Dr. Alexander Steuer zu Darm- tabt wurde die venia legendi für Geologie und Paläontologie an der Großh. Technischen Hochschule erteilt. DwrsLer, deS Bureau »Perow*. Berlin, 23. April. Der Kaiser hat angeordnet, daß zur Ehrung des verstorbenen Generals der Kavallerie v. Rosenberg sämtliche Offiziere der Kavallerie drei Tage lang Flor um den linken Arm anzulegen haben. t w,_ . Berlin, 23.°April. Zur Konitzer Mord-As faire wird gemeldet, daß der des Mordes dringend verdächtige Böttcher Klebs in Bartenstein verhaftet worden ist. Genua, 23. April. Der Bize-Direktor der B anca Italia in Genua, Porfiani, ist nach Unterschlagung von 100 000 Lire geflüchtet. Paris, 24. April. Einem Telegramm auS Petersburg zufolge ist Prinz Louis Napoleon zum Generalmajor befördert worden. Paris, 23. April. Während die hiesige Presse tm allgemeinen von Deutschland als einer den Weltfrieden verbürgenden Macht spricht, ergehen sich die nationalistischen Blätter in heftigen Angriffen gegen deti deutsch en Kaiser wegen seines Besuches beim Prinzen von Wales. Der „Eclair" unterstellt dem deutschen Kaiser, er wolle Frankreich und Rußland gegen England auf» I hetzen und dann aus der Schwächung der Gegner | Nutzen ziehen. Paris, 23. April. Der in der Dreyfus-Angelegenheü wiederholt genannte Hauptmann Löbrun-Renault wird bei der nächsten Beförderung zum Stationschef ernannt werden. ...... Paris, 23. April. Frau Dreyfus ist nut ihren Kindern gestern Abend ebenfalls nach Genf abgereist. Paris, 23. April. Die Nachricht von einem gemein- samen Eingreifen Deutschlands, Rußlands und Frankreichs sowie Amerikas mit Ausschluß Englands in China wird hier mit Freuden als eine Gewähr des Weltfriedens begrüßt. Konstantinopel, 23. April. Der Sultan hat die Auszahlung der amerikanischen Entschädigung in der bekannten Angelegenheit des amerikanisch-türkischen Konfliktes angeordnet. Hiermit ist der Zwischenfall als erledigt zu betrachten. Universität und Hochschule. — Berufen: Professor Heß, Direktor der Universitäts-Augenklinik in Marburg nach Würzburg. Er wird dem Ruf Folge leisten. — Verschiedenes: Das seltene Fest des 70jährigen Doktor- jubiläums eineS hessischen Gelehrten wird dieser Tage in weiteren Kreisen Kassels gefeiert werden. Der Jubilar ist Prof. Dr. Rudolf Amandus Philippi in Santiago. Ph. war von der Mitte der 30er Jahre an dec Gewerbeschule in Kassel thätig und zuletzt deren Direktor. Er steht im 92. Lebensjahre und ist Ehrenmitglied der medizinischen Fakulät zu Berlin. — Die Krackauer Universität feiert Anfang Juni ihr SOOjähriges Gründungsjubiläum. Kunst und Wissenschaft. — Todesfälle. In Wien starb der ehemalige Direktor der Wiener Hofoper, Wilhelm Jahn, in München Heinrich Vogl, einer der größten deutschen Bühnensänger. — Die Mitglieder des Kongresses der anatomischen Gesellschaft in Pavia besuchten Certosa. Pros. Waldner verlas ein Telegramm vom Professor Fürbringer, worin dieser feinen Dank ausspricht. daß Jena zum nächsten Kongreßort gewählt wurde. Gerichtssaat. Strafkammersitzung vom 21. April. Wegen fortgesetzter Unterschlagungen im Gesamtbeträge von 8785,33 Mk, Schriftfälschung und Betruges verurteilte die hiesige Strastammer am Samstag den am 28. September in Untersuchungshaft genommenen früheren zweiten Diener des Gesellschaftsvereins Adolf Fink zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 2 Wochen, worauf ihm aber 2 Monate und 2 Wochen der Untersuchungshaft angerechnet werden. Der Staatsanwalt hatte 2 Jahre 5 Monate Zuchthaus beantragt. Als Thatbe- standsmomente heben wir hervor, daß dem Angeklagten zur Last gelegt wird, in den Jahren 1896—1899 von den ihm zur Einkassierung übertragenen Mitgliederbeiträgen den Betrag von 2083 Mk., sowie weitere ihm zur Ablieferung an hiesige Geschäftsfirmen anvertrauten 1752,33 Mk. und endlich 33 Mk. Mitgliederbeiträge von zwei nicht in der Mitgliederliste verzeichneten Personen erhoben, unterschlagen und in verschiedenen Fällen die Unterschrift des Rechners und auch der in Betracht kommenden Geschäftsfirmen gefälscht zu habm. Die Fälschung gesteht der Angeklagte zu. Die Unterschlagung von Mitgliederbeiträgen wird dagegen von dem Angeklagten bestritten; er behauptet vielmehr, sie abgeliefert, oder wenn der Rechner nicht anwesend war, in den „großen Kasten" gelegt zu haben, dem sie zur Deckung des vorhandenen Defizits wieder entnommen worden seien. Den Aussagen des Angeklagten wird kein Wert beigelegt, da sie mit eidlichen Zeugenaussagen in direktem Widerspruch stehen. § Butzbach, 23. April. Eine ebenso gerechte als exemplarische Bestrafung wegen Körperverletzung wurde in der letzten Schöffengerichtssitzung zwei Brudern zuteil, die unlängst auf dem Heimwege von der Spinnstube in einem Nachbardorfe ihren Gegner derart mit gefährlichen Instrumenten mißhandelten, daß dieser erhebliche Verletzungen davontrug und mehrere Tage erwerbsunfähig war. Der ältere wurde zu 6 Monaten und der jüngere zu 2 Monaten Gefängnis sowie zur Zahlung einer Buße an den Verletzten verurteilt._______________________ Familien Nachrichten. — Gellorden r Herr Jakob Wenzel in Butzbach. — Frau Therese Frank, geb. Baer in Frankfurt a M. vtrfaffen. Für die wissenschaftliche Wett dürfte dieses Auch über die Erbohrung der neuen Heilquelle von hohem Werte sein und den Ruf unseres Bades immer mehr und ^hr befestigen. Am Tage der Sprudelfeier wird eine Fest-Zeitung ausgegeben. Darmstadt, 23. April, 9 Uhr 45 Mm. boint. (Telephon-Meldung.) Der ordentliche Honorar-Professor für Veterinär-Anatomie in der medizinischen Fakultät der Landes-Universität Dr Friedrich E ich b a um ist zum ordentlichen Professor für Tierheilkunde an der Landes-. llniverM mit Wirkung vom 18. April 1900, ernannt Seligenstadt, 22. April. In unserer festlich ge. (fcmücftcn Einhart'Basilika empfingen heute 41 Knaben und 31 Mädchen, die erste Kommunion. Gleichzeitig wurden tn ber evangelischen Kirche 4 Kinder, 2 Knaben und 2 Mädchen konfirmiert. - Auf der nach Klein-Welzheim führenden Kreisstraße wurden in einer der letzten Nächte abermals 12 Obstbäumchen abgebrochen oder abgeschnitten. A Dieburg, 22. April. Die Zahl der heutigen Erstkommunikanten betrug 81 und zwar 37 Knaben und 44 Mädchen. — Als Vertreter in der Handwerkskammer wurden vom hiesigen Ortsgewerbeverein die Herrn Schlosser Franz Fürst hier und Buchdrucker Lorenz Grünewald von Babenhausen gewählt. — Zum Bau einer Kapelle sind in den letzten 8 Tagen Mk. 86.32 im ganzen bisher Mk. 9274.50 eingegangen. - Zwecks regelmäßigeren wnb billigeren Bezugs von Steinkohlen wurde neuerdings auch in unserem Städtchen eine Kohlenkasse gegründet. Mainz, 22. April. Die seither hier betriebene Centralwerkstätte des Eisenbahndirektions-Bezirks Mainz joD, wie verlautet, auS Platzmangel von hier nach dem etwa zvei Stunden entscrnten Bodenheim verlegt werden. Da die Centralwerkstätte eine große Anzahl Arbeitskräfte belästigt, so würde das für das kleine Bodenheim eine vollständige Umgestaltung seiner Verhältnisse bedeuten. Wehlar, 22. April. In unserer Stadt cirkuliert zurzeit eine Eingabe, in der die Forderung eines späteren Äbend- resp. Nachtzuges von Gießen nach Wetzlar zivr Erreichung eines vorteilhafteren Anschlusses von Frankfurt a. M. wiederholt befürwortet wird. Die Eingabe hat schon eine Menge Unterschriften gefunden. — Man beabsichtigt, eine Bismarcksäule auf der Garbenheimer Warte ober dem Stoppelberg zu errichten. Hohensolms, 22. April. Die hiesige Bürger- nteistereiversammlung hat den Bürgermeistereisekretär Carl in Krofdorf zum Gemeindeempfänger gewählt. Die man jedoch hört, soll Herr Carl gehalten sein, noch einige Zeit auf seinem bisherigen Posten zu verbleiben, während andererseits die Besetzung der hiesigen Em- Mngerstelle noch in diesem Monat erfolgen soll. Der Gewählte wird nun wohl auf den Posten verzichten, auf n clchen ihn das Vertrauen der hiesigen Bürgermeisterei Versammlung berufen hat. •* Kleine Mitteilungen aus Hesse» nud den Nachbarstaaten. Degen des Verbrechens der Blutschande wurde in Mainz ein junger Mann von 18 Jahren und seine dreizehnjährige Schwester verhaftet. — In den letzten Tagen wurden in Mainz die Leichen dreier Personen geländet, die kürzlich von hier verschwunden sind. - Die Inthronisation des Bischofs Dr. Brück findet am 20. Mai in Mainz statt. - Der Kgl. Hofjäger Schreiner von Fleisbach, der seither eine Hofjägerstelle bei dem Kaiser bekleidete, ist zum Wer bauen will versäume nickt, Preise einzuholen bei Emil Horste, Giessen «unMein» und CevrentwarenfabrU, Barrurateriatterrhindlmrs LlebigstTBMe 43/45—Biegelptad. Korteil-ast« Bezugsquelle für AauartiLel aller Art. Schulranzen und Büchermappen für Knaben und Mädchen in großer Auswahl empfiehlt 2883 Friedrich Kuhae Witwe. 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