641 ter gesucht. \t xotW wA hu» xthrn, Mm sch AUrander Mayer. itfltrtr jtabthmöiger isbursche >, Wallach, ZelierMz 62. islmädten aus foforl gejuit- Tb, Vogt, gömengane. iiö|SSW HochstLttn, am graut1- . rares $itnßmäbdien gesucht, «turotoca LV. hüben balbiaft ■SltOptr slLs-G-rst-llM^ , Rtflntr, loiirrr, lochte Ittlii, । stinl uni) Wt 1 w:7* irt ii w» mit Getona « von itaM- . Mufi! von Conradi. stlilbt ÄWmu Efe"; E A°lan- Äs* s&sy «? «• - ßchnnvtt. pelm. Siadwerordn-Mh^inevel'" Fran, Axiome M- K A JfiSS ä**<“ m***«i# 8l“«V' 1900 Drittes Blatt Rr. 19 Mittwoch den 24. Januar Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vicrteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr! mit Bestellgeld. Erscheint lägNch mit Ausnahme dek Montags. Die Gießener Aamtlienvrältcr werden dem Anzeiger im Wechsel mit „HM- Landwirt" u. „Blitter für hefs. BolkSlunde" wdchtl. 4mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den fügenden Tag erscheinenden Nummer bis vor»«. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Hießmer Anzeiger ✓// . f /^l’ i A+ A A* /V A^ Alle Anzeigen.BermittlungSstcllen deS In- und Auslandes s II (1 1 (l I * tvfl TTzl'lllPI nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. IlV V Ui V Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Amts- und Anzeigrblatt für den Areir Gieren. ■-----LL— ------ Rtaltün, Expedition und Druckerei: Kchukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblütter, Zer hessische Landwirt, Klätter für hessische Uallisliunde. Adrefle für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 51. B3 *+ Wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande. Vom 1. Mai 1900 an wird in Nieder-Ofleiden in Oberhessen unter Leitung von Freifrau Dorette Schenk zu Schweinsberg eine wirtschaftliche Frauenschule, wie die bisher dort bestehende, weitergeführt werden, ebenso verbleibt ein Teil der alten Lehrkräfte daselbst. — Lehrplan und Ziele der Schule sind auch unverändert. — Die wirtschaftliche Frauenschule bietet jungen Mädchen gebildeter Stände vom 17. Lebensjahr an reiche Gelegenheit zur praktischen Ausbildung für den Beruf der Hausfrau. Hausbeamtin, Lehrerin für Haushaltungsschulen auf dem Lande, oder zur Thätigkeit in der Wohlfahrtspflege. Die Angllederungen der wirtschaftlichen Frauenschule sind eine Klein Kmderschule und eine Haushaltungsschule für Landmädchen; beide Schulen werden mit gutem Erfolge geführt. Eine Dienst- botenschule ist als weitere Angliederung vorgesehen. + Grimberg, 22. Januar. Wie in früheren Jahren, hat auch die letzte Hauptversammlung des Spar- und Leihkassevereins Grünberg die Mittel zur Verpflegung skrophulöser Kinder des Sparkassebezirks tn dem Elisabeth-Haus zu Bad Nauheim verwilligt. Außerdem wurde wiederum die Erteilung von Prämien im Betrage von je 10.Mk. an solche Dienstboten beschlossen, welche 10 Jahre ununterbrochen und treu bei einer und derselben Herrschaft gedient haben. Dabei sollen auch bereits Prämiierte bedacht werden, wenn seit der letzten Prämiierung fünf Dienstjahre verflossen sind. x Grimberg, 22. Januar. Gestern abend veranstaltcte der hiesige Musikverein in der Turnhalle sein erstes Konzert für - diesen Winter. Der sehr zahlreiche Besuch desselben legte Zeugnis ab von der Sympathie, derer sich der Verein seitens der gesamten Bewohnerschaft erfreut. Die einzelnen Nummern des sehr abwechselungsreichen Programms wurden unter der bewährten Leitung des Dirigenten, Herrn Stendal, mit gewohnter Präzission zum Vortrag gebracht. Auch das Lustspiel in drei Aufzügen „Der verwunschene Prinz", welches recht flott gespielt wurde, trug sehr zur Erheiterung und Unterhaltung bei, und die Darsteller ernteten lebhaften Beifall. Das dem Konzert sich anschließende Tanzvergnügen hielt die Teilnehmer bis zur frühen Morgenstunde in fröhlichster Stimmung zusammen. □ NiederOhmen, 22. Januar. So vielfach auch gewarnt wird von dem „spiele nicht mit Schießgewehr", so vielfach wird diese Warnung unbeachtet gelassen. Gästen, die an einem Abend dieser Tage nach Hause kehrten, flogen Revolverkugeln um die Köpfe, einem dicht am Ohre vorbei. Wie leicht konnte hierbei ein Unglück sich zutragen! Dre Sache kam vor die Gendarmerie zu Ruppertenrod, welche den Revolverschützen ermittelte und zur Anzeige brachte. Büdingen, 22. Januar. Seine Majestät der Kaiser hat dem Herrn Bezirksfeldwebel Rollenhagen hier das „Allgemeine Ehrenzeichen" verliehen. — Inder gestern statt- gchablen Generalversammlung wurde Herr Fritz Rullmann zum Kontrolleur bei der hiesigen Vorschuß- und Kreditkasse gewählt. L △ Groß-Umstadt, 22. Januar. In der Nahe des hiesigen Marktplatzes entstand heute früh nach 4 Uhr aus un- aufgekläiter Ursache ein größeres Schad enf euer, welches 3 Wohnhäuser vollständig vernichtete. Außer dem Anwesen des Schlossers Zimmer fielen dem Brande die Häuser der Bürger Frieß und Füßler zum Opfer. Der Feuerwehr gelang nach vieler Mühe die Dämpfung des erheblichen Brandes. Die Fahrnisse des Zimmer und der bet dem- selben in Miete wohnenden Frau Sturmfels sind fast gänzlich verbrannt; dagegen konnte das Mobiliar des Frieß und Füßler meistens gerettet werden. Sämtliche Abgebrannten waren versichert. △ Seligenstadt, 22. Januar. Die Schüler der Offenbacher Kunstgewerbeschule statteten heute unserem Städtchen unter Leitung eines Lehrers einen Besuch ab, und besichtigten die hervorragendsten Baudenkmale der Vorzeit. Bensheim, 21. Januar. In dem benachbarten Schönberg brannte in verwichener Nacht die auf einer Anhöhe gegenüber dem Schloß des Grafen von Erbach-Schönberg sehr schön gelegene Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer, das gegen 1 Uhr ausbrach, konnte sein Zer- störungSwerk ungehindert vollenden, da auf der Höhe wegen Wassermangels eine Löschung ausgeschlossen war. Das States «S Kromnchta. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen«) Gießen, den 23. Januar 1900. •* Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruhtem 16. Dezember 1899 dem Bürgermeister Heinrich Joseph Mann. m Nackenheim die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Bersammlung Donnerstag den 25. Januar 1300 nachmittags 3*/2 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Kommerzienrats Wilhelm Gail um Erlaubnis zur Beseitigung eines Teiles des AtzelbuschwegeS. 2. Ausbau der Kirche straße; hier: Geländeabtretung an die evangelische Kirchen- qemeinbe. 3. Anlage einer Entwässerung am hinteren Hardt- weq zunächst der Brauerei Dichter. 4. Errichtung einer Hilfs- und Abschlußklasse und die Teilung der Schüler des 1 und 2. Schuljahres der Stadtknabenschule tn je drei Klassen. 5. Errichtung neuer Klassen in der Stadtrnädchen- schule für das Schuljahr 1900/1901. 6. Gesuch des Phil. Mauk um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause an den Bahnhöfen 20. 7. Gesuch des Justus Heinrich Bter- mann um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bleichstraße 5. A Vom Lande, 22. Januar. Leider war die glänzende Schneedecke nur von kurzer Dauer. Der starke Regen, welcher in verwichener Nacht herniederströmte, nahm die Schneernassen mit; Bäche und Gräben sind angeschwollen und vielfach über ihre Ufer getreten. Ganze Wiesengründe stehen heute in den Thalniederungen unter Wasser, und an den größeren Flüßchen dürste bald der Eintritt von H och- wasser zu befürchten fein. — Hoffentlich haben wir für diesen Winter keine strengere Kälte mehr zu erwarten; im Hinblick auf den Mangel an Kohlen und die hierdurch bedingten hohen Preise der Brennmaterialien wäre das sehr zu wünschen. ____ Saalbau-Aiigetegenheit. (Eingesandt.) Wer am vergangenen Sonntage den Saal des Gesell- scbaftsvereins betrat, um den Kunstgenüssen zu laichen, die der Akademische Gesangverein unter seinem Dirigenten und unterstützt von vortrefflichen Soliden, rote Fräulein M. 5) aas und Herrn W. Backhaus, nut Orchesterbegleitung zu Gehör brachte, der vermochte sich einer gewissen Unbehaglichkeit nicht zu erwehren. Die reiche Hörerschaft sah sich qualvoll, soweit der Hauptjaal überhaupt noch reichte, in dte Enge gedrängt, und mochte sich dem in der Podiumhöhe thronenden Musikalischen Körper gegenüber etwa vorkommen, tote bie Engländer kn Ladysmith gegenüber den Buren. Weitaus die Mehrzahl aber war überhaupt daraus angewiesen, vor dem Saal und in den bekannten Nebensälen vorlieb zu nehmen. Abgesehen von der da oben noch erdrückenderen ^ipc, hatten es die Hörer auf der Gallerie wohl noch am besten getroffen, wenigstens, soweit sie Vorderplätze hatten. Wahrlich, es ist recht bedauerlich, daß so Schönes, Herrliche^ unter so ividrigen Verhältnissen geboten und genossen werden soll? Der Saal reicht rein räumlich für eine^ solche Veranstaltung nicht entfernt aus. Die etwa WO Sanger imb Sängerinnen, das ca. 30 Köpfe starke Orchester mit seinen Instrumenten und Pulten nehmen soviel Raum ein daß der Dirigent inmitten des Saales unter dem Kronleuchter stand. Der gewaltige Blüthnerslügel mußte sogar noch weiter vorgeschoben werden. Natürlich war diese notwendige Anordnung in akustischer Beziehung von einer führenden Viertelt Raumes beanspruchen und der Saal gut besucht ist, so wird jeder gernedort wirken Aber wenn der Musikalische Körper bis über die Halste vorrücken muß, dann singt oder spielt g°wüs°rm°>en eme tote Wand an; in dem kleinen Raum, der nun n,och'bleibt, müssen sich ja die Tonwellen derart begegnen, daß sie sich gegenseitig auslöschen, und statt strahlenden Glanzes sichtlich der Hörer in dumpfes Zwielicht versetzt. Es ist dies Mißgeschick um so widerwärtiger, wenn man sich sagen muß, daß vorläufig auch noch keine Aussicht auf Besserung besteht und Gießen auch sonst keine wirklich genügende Räumlichieit hat. Man muß also immer wieder tu diese Zwangsjacke hinein. Und dafür all' bie Muhe, all der Eifer' Ein Chor von etwa 40 Männer und 60— M Frauenstimmen ist unter guten akustischen VerlMnissen reichlich stark genug. Der a k a d e nl i s ch e G e s a n g v e r e i n wurde im Saalbau zu Frankfurt durchaus genügend Ton entfalten können aber hier ist alle Liebesmüh umsonst. Das muß ja dünn klingen, wenn eine Schallwelle von der andern aedrängt und gedrückt wird, ein ruhiger, verhältnismäßig schwacher Ton klingt voller als ein forcierter - mutatw mutandis dieselben akustischen Erscheinungem Wie kann da der Verein wagen, Sachen zu bringen Wissel. Symphonie, Messias, Bach'sche Messen und Oratorien, Missa ^olcmnu? und dergleichen; daran darf der Musikfreund gar nicht denken. Denn wir fürchten nur zu sehr, auch der Empore in der Stadtkirche ist für Chor und Orchester zu klein. Stein's Saal ist ja größer, aber verhältnismäßig sehr, sehr niedrig, die ganze Einrichtung, Busfete re. für solch weihevolle Werke nichts weniger als stimmungsvoll. So hat uns der letzte Sonntag wieder mal recht vor Augen geführt, wie not uns Gießener ein schöne^ großer Saalbau thut! Und der geeignetste Platz, Schlüters Garten" in bester Lage ist ja bereit. Aber rote hinge wird es noch währen? Wenn wir uns ans die im xsahrc l.Nh nahende 300 jährige Jubelfeier unserer Alma matcr vertrösten so müssen wir uns doch mit gutem Grunde tragen: dürfen mir hoffen, bis dahin unter so widrigen Verhältnissen eine so hervorragende musikalische Kraft an uns >u fesseln, wie wir das Glück haben sie in Herrn Musikdirektor S. Traut mann h^utc zu besitzen? Und doch sollen wir alles daran wenden, uns Herrn Trant mann zu erhalten. Aber haben wir auch nur ein schwaches Recht dazu, wenn wir es ihm nicht ermöglichen, das so gern dargebrachte Herrliche, Schönste aus dem Füllhorn seiner Kunst an geeigneter weihevoller Stätte zu spenden? Bald s ind es 30 Jahre, seit unsere Väter auf dem Schlachtfelde Gut und Blut ließen, um uns ein Deutsches Reich zu gründen! Dreißig Jahre ruhmvollen Friedens, freudreicher, segensvoller Arbeit sind dahingeflossen, eine Zeit, wie sie der Deutsche nie erlebt hatte, je zuvor! sollte da unsere aufblühende Gemeinde, unsere Jahr um Jahr wachsende Universität nicht soviel bürgerlichen Gemeinsinn beweisen können, nm zur Friedens feier am W. Mai 1901 an weihevoller Stä11e unter den Klängen der reinen Tonwerke unserer größten Meister den Tag zu feiern, wie nie zuvor?! Die politische Gemeinde als solche, hat große Aufgaben übernommen, und nimmt die Steuerkrast der Allgemeinheit wachsend in Anspruch. Das Volksbad geht nach und nach an bie Gemeinde über, der neue Friedhof mit Krematorium, vor allem eine treffliche Kanalisation sind Aufgaben dankenswerter, denn irgendwelche sonst. Aber Ihr, die Ihr dem Spruche unterworfen seid, Noblesse oölige, Ihr, denen der Friede die Verwertung Eurer Werte in steigendem, in immer wachsendem Maße gestattet hat, weil des Reiches Kraft den Arbeits- und Spürsinn der mittleren und kleinen Leute mit neuer Hoffnung erwachen ließ, gedenkt des Spruches: Geben ist seliger denn Nehmen! Schließt Euch zusammen zu großem Werk, wir kleineren werden Euch gewiß mit Rat und That eifrig und gern unterstützen; der Saatbauverein erhielt uns ja wach und gab dem erstrebenswerten Ziele eine Zentrale, also wir sind am Orte! Der Anfang einer Organisation ist gemacht, bereitwillige Arbeitskräfte stehen da, erwartend den Ruf, daß das Werk beginne. Aber was wollen die zwei bis drei Tausend Mark jährlich besagen? Kaum ein Betrag, um die allerkleinsten Vorarbeiten zu ermöglichen, verpufft unbeachtet, ungehört. Also Gemeinsinn, der du in Deutschland dich noch immer bewährt hast, wo es Großes, Edles galt, erwache auch in dieser Frage zur rechten Zeit! Aber siehe, die Zeit ist da! Braucht es noch betont zu werden, was die Stärkung der echten Kunst auch in materieller Hinsicht, in Hinsicht des Wohls und Wehes unserer ^ckadt bedeutet? Wie dürstet es auch den Geringsten, ja ihn vor allen, nach der Erhebung über die so düstere Alltäglichkeit! (Vielen Dank unserer Theaterdirektion für ihre Volksvorstellungen.) Aber kann er jetzt zu solcher wahrhafter Erhebung gelangen, wo kaum Raum für einige bleibt, wo die Preise hoch sein müssen, um bei dem verbleibenden Raum einigermaßen die Kosten zu decken. So trägt er sein Geringes ins Wirtshaus, nicht zur Erhebung über die Alltäglichkeit, nein zur Betäubung, Grau in grau! Wir wollen es einer berufeneren ö'Cber überlassen, diese Einflüsse der Kunst bei der Durchdringung weiterer Kreise in rechtem Lichte zu schildern, -sic fuhrt den Menschen zum Menschen! Wir müßten unseres großen Dichters, Schiller's ästhetische Briefe hier abdrucken oder ausziehen, um alles zu würdigen, was zu würdigen wäre. Hoffentlich verhallt unser Ruf nicht ungehort, sondern weckt ein reiches Echo in aller Herzen, die es,wahrhaft mit mit unserer Stadt meinen! Welcher Gewinn für unsere 2labt, für unsere Universität für das, was wir weiden möchten, das geistige Haupt unseres Großheizogtum^. r.- Feuer soll auf der Orgelbühne zum Ausbruch gekommen sein und wird vermutet, daß Brandstiftung vorliegt. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur. Die Kirche ist Eigentum Sr. Erl. des Grafen zu Erbach-Schönberg- Nur einzelnes Mobiliar konnte gerettet werden. (Drst.Ztg.) Wetzlar, 22. Januar. Dem Herrn Schultheiß Gick zu Blasbach ist von Sr. Majestät dem Könige das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Wehrda, 21. Januar. In vergangener Nacht wurden dicht vor unserem Orte von mehreren schon armsdicken Obstbäumen die Kronen abgebrochen. Hoffentlich gelingt es, den oder die Thäter zu ermitteln. Sarnau, 21. Januar. Mit Rücksicht auf den durch Fortsetzung der B ahn Sarnau-Frankenberg bis Corbach zu erwartenden größeren Verkehr macht sich eine bedeutende bauliche Veränderung des Bahnhofgebäudes notwendig. In allernächster Zeit dürfte bereits, da die erforderlichen Vorarbeiten im Gange sind, eine landespolizeiliche Annahme des Projektes erfolgen. Oberh. Ztg. Universität und Hochschule. — Berufen: 4fn Stelle des wegen Krankheit in den Ruhestand tretenden Professors der Chemie. Claus, soll dem Vernehmen nach Prof. Knorr aus Jena an die Universität Freiburg i. B. berufen werden. Prof Knorr. Erfinder des Antipyrin, weilte dieser Tage hier, doch sind die Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt. — Habilitiert r In der philosophischen Fakultät der Universität Bonn der seit 1888 am dortigen chemischen Institut als Assistent wirkende Dr. phil. Hans Reiter. — Verschiedenes r Man schreibt aus Heidelberg vom 20. ds.: Prof. Dr. Max Weber, Vertreter der Nationalökonomie und Direktor des volkswirtschaftlichen Seminars unserer Universität, hat um seine Pensionierung nachgesucht. — Wie seit längerer Zeit an anderen Universitäten, werden von nun ab auch an den Hochschulen in Freiburg und Erlangen Chemiker und Apotheker nur noch dann zum Doktor-Examen zugelassen, wenn sie ein Abiturienten-Zeugnis beibringen können. — Die Berliner Universität hat dem Chemiker Ignaz Stroof zu Griesheim am Main in Anerkennung seiner Verdienste um die chemische Wissenschaft und Industrie den Titel eines Ehrendoktors der Philosophie verliehen. — Geh. Ktrchenrat Profesior Dr. Siegfried in Jena be- geht heute seinen 70. Geburtstag. Vermischtes. * S a a l f e l d , 20. Januar. Von dem hiesigen bürgerlichen Brauhaus ist das Wohn-, Siede- und Maschinenhaus abgebrannt. * Plauen, 20. Januar. Heute vormittag 10 Uhr 45 Min. ist der Sprengmeister Angelo Brenda aus Eo- nelliano in Italien (Provinz Treviso) bei den Sprengarbeiten zur Vergrößerung des hiesigen oberen Bahnhofes tötlich verunglückt. Brenda wollte eine nicht losgegangene Dynamitpatrone aufsuchen, und hatte dazu eine Hacke benutzt, wobei er vermutlich das Zündhütchen mit der Hacke berührt hat, so daß die Patrone zur Entladung kam. Er war sofort tot. ^Berlin, 20. Januar. Der weibliche Paukarzt. In der von Dr. Anna Gebser herausgegebenen Frauenkorrespondenz ist zu lesen: „Die werten Kommilitonen nehmen in unserer Zeit oft in wenig angenehmer Weise Partei gegen die mitstudierenden oder studierten Frauen. Um so erfrischender und ermutigender wirkt es, lvennFwir auch einmal einen Fortschritt in den ^Gesinnungen Einzelner zu verzeichnen haben. Als ein solcher erquickender Erfolg ist es anzusehen, daß eine der Aerztinnen Berlins aufgefordert wurde, als Paukarzt bei einer Mensur zu assistieren, weil ihre Hand leichter sei, als die der Aerzte, um die geschlagenen Paukwunden zu vernähen. Die Aerztin lehnte natürlich ab, freute sich aber innig des eigenartigen Erfolges und der Anerkennung ihrer spezifisch weiblichen Eigenschaft. * Berlin, 20. Januar. Im Eisenbahnzuge hat gestern bei Zossen ein 24 Jahre alter Kaufmann Walther Schultz seine Geliebte Anna Lau und dann sich selbst erschossen. * Hamburg, 22. Januar. Das aus Heiligenbeil gebürtige Dienstmädchen Henriette Thurau, das hier seit 1800 bedienstet ist, und nach einem längeren.Besuche in Heiligenbeil Mitte Juli 1899 hierher zurückkehrte, wird seit seiner Rückkehr vermißt. Am Samstag abend nahm die Polizei bei den in der kleinen Bornstraße wohnenden Eheleuten Buchholz, mit denen die Thurau verkehrte, eine Haussuchung vor, und fand Kleidungsstücke und sonstige Sachen der Vermißten. Im Verhör gestand der Mann, die Thurau, die in seiner Wohnung erkrankt und gestorben sei, im Keller verscharrt zu haben. Die Leiche des Mädchens wurde ein einhalb Meter unter dem Boden des Kellers gefunden. * Wien, 22. Januar. In Lemberg wurden bei einem Konzerte der russischen Nationalkapelle Nadina Slavanska russische Sänger von polnischen Studenten mit Gejohle und Zischen empfangen und mit faulen Eiern beworfen. Im Saale entstand eine Keilerei zwischen polnischen und ruthenischen Studenten. Polizei und Militär schritt ein. 21 polnische Studenten wurden verhaftet, und nach Aufnahme der Nationale freigelassen. * Verona, 22. Januar. Im Etschflusse wurde dieser Tage ein zerstückelter weiblicher Leichnam gefunden. Die Blätter melden: Es wurden hier im Zusammenhang da mit ein Leutnant, ein Alpenjäger und eine Hebamme verhaftet. Es heißt, die Getötete sei die Geliebte des Offiziers gewesen, die infolge eines an ihr begangenen Verbrechens gestorben sei. Um die Spuren der That zu beseitigen, wurde die Leiche zerstückelt in den Fluß geworfen. * * Wetterbericht. Ein tiefes DepressionS Zentrum liegt auf dem Ozean westlich von Skandinavien. Von ihm aus breitet sich niederer Druck neuerlich südwärts weit nach Zentral Europa herein und bedingt für den ganzen Norden des Erdteils, sowie für die kontinentalen Lagen nördlich der Alpenkette trübes, vielenorts regnerisches Wetter. Ein schmaler Keil hohen Druckes zieht sich von Südwesten her den nördlichen Gebirgsrand entlang bis etwa zur Bodensee-Gegend herein, lieber dem Mittelmeer-Gebiet dauert das Druckgefälle in der Hauptrichtung von Norden nach Süden an und ist dortselbst der Himmel meist klar. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch unbeständiges Wetter mit stellenweisen Niederschlägen. Städtischer Arbeitsnachweis Gieße« Garteuftrabe SB. Angebot der Arbeitnehmer r 1 Bauscklosser, 1 Maschinenschlosser, 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 2 Fahrburschen, 1 Kellner, 1 Taglöhner für leichtere Beschäftigung, I Hausmädchen, 1 Bureau- oder Schreibgehilfe. Nachfrage der Arbeitgeber! 1 Glaser (Rahmenmacker). 8 Bauschloffer, 1 Wagner, 1 Sckuhmacker, 1 Bauschreiner, 1 Fuhrknecht für Müllerei und Landwirtschaft, 3 Hausburschen, 1 Fahrbursche, 1 Laufmädchen, 1 Lauffrau, 8 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Sattler, 1 Schirmmacher, 1 Sch>. einer, 1 Friseur.__________________________________________________________________________________ CklklWlt für Erd- md Wkklkmde Gießen. Wierler Wortrag Donnerstag den 25 Januar 1900, 8'/i Uhr, in der großen Aula der Aniverfität: ßrrr Joachim Graf von Pfeil nnd Klein-Ellguth (Schloß FriederSdorf, Schlesien) Das Volk -er Buren. (Aach eigenen zehnjährige« Erfahrungen.) Karten für Nichtmitglieder zu Mk. 1.50, für Studierende und Schüler zu 50 Psg. in der Kickerschm und Krevs'schen Buchhandlung. 640 Ho ehre u the r & Töpelmann Gießen GroA Hkss. Fandts-Foiterit-Kollkkiiir. Ucrllriricniiincr Hohversteigerung im Gießener Ktadtmid. Montag den 29. Januar, vormittags 9‘/2 Uhr beginnend, sollen in den Waldungen der S adt Gießen, Distrikt Aernewald, versteigert werben: 254 Kiefern- und Fichteristämme mit 127,76 fm, 8685 Kiefern- und Fichtenstangen mit 261,37 fm (für Sparren, Weißbinder-, Spalier« und Bohnenstangen g eignet), 1 rm Eichen Scheitholz, 9 ,, Nadel-Scheitholz, 6 „ Eichen Knüppelholz, 50 „ Nadel-Stockholz, 5620 Wellen Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der alten Laubacherstraße an der Hauptschneise. Gießen, 22. Januar 1900. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 633 Aau-undAuhholz- Jersteigerung Leichter, aut erhaltener Landauer preiswert zu ve kaufen. 447 Hoflohnkutscher Huhn. äÜV Für Metzger. Zu verkaufen eine viel schneidige Wiege mit Klotz, eine Füllmaschine, mehrere Tische und verschiedener o.-.dere. 509 Näheres in der Ervedinon d. Bl. KMf-OolMje SNT* In Gießen gutgehende Wirtschaft zu mieten oder zu kaufen gesucht. Offerten unter Nr. 0272 an die Expedition dieses BlatteS. 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S. 1-111 4 Monopol-Griechen von 1887 27,06 fm, 9 42 24 bis 57 •io 160 6 Brief 4.17 Americ. Darmll. Bk..«ctien 233.95. Verantwortlicher Redakteur: H. Roegltr. - und Berl.j d,r BrühNchw Um°--Ml-.Buch. und Eindruck-»« «rb.M in Gi-ß-n. Linden mit 3,84 fm, 3 bis 8 rn lang, 27 bis 48 cm Durchm, 8 5 3 55 Fichten mit 24 m lang, Durchmesser, Kiesern mit 9 m lang, Durchmesser, Lärchen mit 18 m lang, Durchmesser. 98.90 89.00 96.66 000.00 000.00 bis cm bis cm 81.80 84.65 4.17'/. bis cm bis cm bis cm vormittag» am Steinbruch, der Straße Lich—B^tzb^ch, versteigert: 66,81 fm, 7 14 bis 31 12,78 fm, 4 26 bis 47 Brief 16.25 20.47 4.80 99.05 99 85 24 10 42.00 47 25 99.00 00.— 100.59 lOO.f 0 100.25 98.95 nächst werden 12 m lang, 34 bis 62 Durchm« ffer, 1« Stämme. Eichen mit 28,99 fm, 12 m lang, 38 bis Durchmesser, Buchen mit 43,26 fm, Yp. Bk UNk. b. 1906 95.00 4 ired.V.unk.b.1906 94.60 4 Die Zehntel- und Fünftel-Lose der 1. Klasse der 1. Hess. Landes-Lotterie treffen Mittwoch den 24. Januar ein. 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Hessische DbL < Stadt Darmstadt v. 1861 < Stadt Worms unk. b. 1901 G«»dso,tear •eit 16.21 Franz. Banknoten 20.42 Oesterr. dto.