1900 150. Jahrgang Sonntag den 23. Dezember Zweites Blatt Amts- unb Anzeigeblatt für den Ttveis Gieren Muster!^ AnW HaiÄ» ist genommen hat. Diese Kolonne luckhoff sein und unter Hertzogs jrzeti Bezugspreis viertcltährl. Mk. 2,2G moncitlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abbolcstellea vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr!, mit Bestellgeld. Badeöfen l Baden Wait Küche: Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen deS In« und AuSlande- nchmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. IMttflfl, rxpedition und Druckerei: -chnlstrutze Nr. 7. ■I ueleie voo Anzeigen zu der nachmittags für den Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Uolksbunde.______________ Adresse für Depeschen: Nuzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. 301 frftirtat tägNch Pi iluSnahme deS Montags. »t Gießener zpiiilteuvkätter wiri'i dem Anzeiger tunkichlel mit „Hess. Stutwirt" u. „Blätter Volkskunde- »Msttl 4 mal beigrlegt. Telegramme deS Gietzever Anzeigers. London, 23. Dezember. Das Kriegsministerinm macht bekannt, 800 Mann berittene Truppen werden nächsten Monat nach Südafrika geschickt. Zwei Kavallerie-Regimenter haben Befehl, dahin abzugehen. Die Rekrutierung von 10 000 Mann Kolouial-Polizeitruppen wird beschleunigt. Weitere Abteilungen für die Kavallerie-Regimenter sollen folgen. Australien und Neu-Seeland wurden um weitere berittene Truppen ersucht. Lord Kitchener wurde davon in Kenntnis gesetzt. London, 22. Dezember. Die Morgenblätter heben hervor, daß die Afrikander-Bewegung täglich einen ernsteren Charakter annehme. Eine große Anzahl Abgeordneter der Kap-Kolonie mußte in letzter Zeit ihre Demission einreichen, weil ihre Wählerschaft ihre Haltung während der Beratung der Ausnahmegesetze mißbilligend aufnahm und sie zum Rücktritt veranlaßte. London, 22. Dezember. Die Blätter geben sich über die Lage in der Kap kolonie keinerlei Illusionen mehr hin. Die meisten Blätter besprechen bei Erörterung des Aufstandes in der Kapkolonie die Maßregeln, welche vom KriegSrat ergriffen werden müßten, um neuen Schwierigkeiten zu begegnen. Daily Mail weiß zu berichten, daß viele Holländer mit den Buren gemeinsame Sache machen und der ganze Norden der Kapkolonie sich in offenem Aufstande befinde. Die ganze Gegend, welche vom Oranje-Fluß begrenzt wird, befindet sich im Besitz der Buren. Der Plan derselben soll darin bestehen, so weit als möglich in die Kolonie einzudringen und die Bevölkerung zum Aufstande aufzufordern. Chicago, 22. Dezember. Die amerikanische Transvaal- Liga, deren Sitz sich in Chicago befindet, hat den Präsidenten Krüger eingeladen, nach den Bereinigten Staaten zu kommen, um vor dem amerikanischen Volke die Sache der Buren-Republiken zu verfechten. Zohauuerburg, 22. Dezember. General French liegt augenblicklich im Kampf mit den Buren, die kürzlich die Truppen des Generals Clemens besiegt haben. Der General vertrieb die Buren aus ihren Stellungen bei Thoruedal nordwestlich von Krügersdorp. Die Buren verloren 5, die Engländer 16 Tote. Meßmer Anzeiger Hmeral-Htnzeiger Iob Gestern holte der deutsche Dampfer „Andatusia" die Schiffbrüchigen nach Deutschland ab. In K ö l n ist ein Komitee angesehener Bürger, darunter Oberbürgermeister Becker, zusammengetreten, das sich zur Veranstaltung einer großartigen Feier zum Besten der Hinterbliebenen der mit der „Gnei- senau" Verunglückten bereits die Unterstützung der ersten Vereine gesichert hat. Die Feier findet am 30. Dezember im großen Gürzenich-Saale statt. Inzwischen werden Geldsammlungen eröffnet, die an die Witwen und Waisew der Umgekommenen abgeführt werden. Zu den ausländischen Kundgebungen der Teilnahme an dem Verlust des Schulschiffes „Gneisenau" verzeichnet die „Nordd.' Allg. Ztg." noch folgendes: Der König von Rumänien bekundete in herzlichen Worten sein inniges Beileid. Der König von Griechenland sprach durch die hiesige griechische Gesandtschaft seine tiefe Teilnahme aus. Dasselbe thaten auf diplomatischem Wege die Re- gierungen.Belgiens, Brasiliens, Japans, der Niederlande, von Portugal und Uruguay. Der Lord-MavorvonLondon und der Gouverneur von Malta drückten ebenfalls durch diplomatische Vermittelung zugleich im Namen der Londoner Bürgerschaft und der Garnison von Malta dem Kaiser ihre Sympathie aus. Telegramm deS Gießener Anzeiger-. Berlin, 22. Dezember. Nach einem Telegramm aus Kiel findet am Sonntag vormittag in der dortigen Garnisonkirche eine Gedächtnisfeier für die Verunglückten des Schulschiffes Gneisenau statt. — Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Wilhelmshaven gemeldet wird, ist der Korvetten- Kapitän Mandt von der dortigen Werft nach Malaga beordert. Pans 190 jtürf Kummer FM leben gern üitWW- ef. und GeeMh elva wessen). arsam unv btllst ..hh, «au"» uv. e ui geben- . w nan W!” ~ Psg bezlv. 16 Die Strandung der „Gneisenau". Laut einem in Kiel eingetroffenen Telegramm des Kapitän - Leutnants Werner können sämtliche Verletzte der „Gneisenau" mit einem Transport-Dampfer in die Heimat befördert werden. Dagegen müssen bereits vor der Katastrophe in Malaga gelandete Erkrankte dort bleiben. Wie man aus Madrid meldet, zeigten die gestern am Donnerstag begonnenen Taucherarbeiten, daß die „Gneisenau" auf dem Felsen fests-itzt und verloren ist. Bisher konnte nur die Tokumentenkasse geborgen werden. Ein den Taucherarbeiten zuschauender Matrose der „Gneisenau" stürzte von dem felsigen Gestade ab# und wurde schwer verletzt ins Hospital geschafft. mW Politische Tagesschau. Die zweite hessische Kammer hat, wie wir an anderer Stelle ausführlich berichten, den Antrag Köhler-Langsdorf, der sich auf die Einberufung eines Schiedsgerichtes zu Gunsten der Buren richtete, mit 22 gegen 22 Stimmen abgelehnt; der Präsident mit seiner ablehnenden Stimme gab dabei den Ausschlag. Der Antrag hatte zweifellos die vollen Sympathieen weitester Kreise unseres Landes, und wird auch im Reiche und im Ausland vielfach mit Beifall und Zustimmung aufgenommen worden sein. Wir stehen nicht an, unser lebhaftes Bedauern zum Ausdruck zu bringen, daß die Verhandlung in unserm Landtag diesen Ausgang genommen hat, — hat nehmen müffen. Denn es steht leider außer allem Zweifel, daß, wenn auch der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten einberufen worden wäre, dieser die Einsetzung eines Schiedsgerichts doch nimmermehr beschlossen haben würde. Demnach wäre also die Einberufung des Ausschusses zwecklos gewesen. Mit Genugthuung aber stellen wir fest, daß in dem Landesparlament eines der deutschen Bundesstaaten, und gerade in dem unsrigen, das Unglück der trotz aller ihrer dauernd in der Weltgeschichte glänzenden patriotischen und kriegerischen Großthaten dem Untergange geweihten Transvaalhelden in Form eines Antrages zu ihren Gunsten zur Sprache gebracht worden ist. Durch die Veröffentlichung eines deutschen Briefes in einem französischen Blatte sehen wir heute ein wenig hinter die Kulissen des ablehnenden Verhaltens unserer Reichsregierung und unseres Kaisers. Das Schreiben, das der Pariser „Matin" der Oeffentlichkeit übergeben hat, soll von einem deutschen Diplomaten, angeblich einer hoch- gestellten Persönlichkeit, stammen. Der Kaiser habe, so heißt es darin, viermal seit dem Ausbruch des südafrikanischen Krieges, sei es persönlich, sei es durch die Vermittlung seiner Vertreter im Auslande, zu erfahren versucht, ob ein Schritt oder ein Angebot seinerseits dem blutigen und ungleichen Konflikt in Südafrika ein Ziel setzen könne. Jedesmal erhielt er den unwiderleglichen Beweis, daß der eine der beiden Kriegführenden keine Einmischung dulden werde, woher sie auch kommen möge, und daß für diesen Kriegführenden das einzige Ende des Konflikts in der Annexron der Länder- gebiete des andern bestehe. Noch vor wenigen Wochen habe ein deutscher Diplomat an den Marquis v. Salisbury selber eine direkte bezügliche Frage gestellt und eine abschlägige Antwort erhalten. Nicht einmal, sondern mehr als zehnmal habe die englische Regierung in dieser Weise zu verstehen gegeben, daß sie weder Angebote, noch Bitte« annehme. Keine Kanzlei in Europa sei darüber in Zweifel, woran man sich zu halten habe. Die rauhe Wahrheit sei die: wenn die Mächte einzeln oder gemeinschaftliche England ihre Dienste anbieten würden, würde dieses sie ebenso freundschaftlich ablehnen; würden sie dringlicher werden, so tvürde England seine Flotte mobil machen. Niemand wisse das besser als der Kaiser, und als Herr v. Bülow mit ttaV 47, , MM 1* Ukasse itt Ne mit 4 $2 Jw Kapitalien btt non bereite befiel * M «MMt L Vollmann n. Äppi tallationsgeschi Fernspred Ein Spezialkorrespondent des Reuter'schen Bureaus beschreibt in einem Telegramm aus Thabanchu vom 16. ds. den Rückzug De Wets. De Wet durchbrach die Thabanchu-Linie, als er sah, daß sein Versuch, in die Kapkolonie einzudringen, hoffnungslos war. Der Korrespondent sagt: Es war ein prächtiges Schauspiel, als die Burenarmee, ungefähr 2500 Mann, durch Springhaannek in offener Ordnung zu galoppieren anfing. Es war ein bewundernswertes Wagstück, wie Präsident Steijn und Piet Fourie, unter unaufhörlichem Feuern der britischen Geschütze und Gewehre, den Angriff leiteten. Der Erfolg war vollständig, obgleich die Buren zwei Kanonen und 25 Gefangene verloren. Nachdem De Wet die Linie Thabanchu-Ladybrand passiert hatte, marschierte er nach Ficksburg. Seine Gesamt-Verluste während seines Vorstoßes gegen die Grenze der Kapkolonie und des dann folgenden Rückzuges betragen nahezu 50 Tote und 100 Gefangene, außerdem hat er drei Kanonen und viel Munition verloren. Aus London wird von angeblich bestunterrichteter Seite gemeldet, die Regierungen der Dreibundmächte hätten übereinstimmend dem Präsidenten Krüger den Rat erteilt, sich direkt mit der englischen Regierung in Verbindung zu setzen. Auch soll Kaiser Wilhelm in London freundschaftliche Vorstellungen erhoben haben, dahingehend, Lord Salisbury möge den Präsidenten Krüger persönlich empfangen. — Soweit Deutschland bei dieser Meldung in Frage kommt, entbehrt dieselbe, der„Post" zufolge, jederBegründung. Zwischen den Dreibundmächten hätten überhaupt keine nach dieser Richtung sich bewegenden Verhandlungen stattgefunden. u°d -b-xdS 8 m undittM, roniuin) stark bedrängt und eine wichtige Bezirksstadt PkDppstown) in Besitz g> ivirbauS der Gegend von Li ^(111^0 stehen. Tie zweite Kolonne, von der bisher ersten die Rede gewesen ist und die auf 700 bis Jlann geschätzt wird, drang bei Rhenosterhoek in die KopMnnie ein, das vermutlich zwischen Odendalstroom univ Mhulie zu suchen ist, marschierte zunächst auf Knap- -xuniEinnb rückte von da in den Bezirk Steijnsburg ein, wo i |ie sich jetzt aufhält und scheinbar auf den Zuur- ueri tn, die sich von Steijnsburg in ost-westlicher Richtung naaj) Aaauwpoort ziehen, einen brauchbaren Stützpunkt gefifiraben haben. Selbstverständlich ist die Besorgnis der Ln,Moder hroß. Das Schlimmste ist, daß das eng- Oberkommando sich dieser Einfälle gar ai«Ih! versehen hat. Die Garnisonen der Kapkolonie sintt nur ganz schwach und bestehen zudem aus min^ »e;r ve rügen Truppen; es müssen also erst größere Tettcchnrents herangezogen werden, und das geht nur untlv erheblichem Zeitverlust, der den Buren wieder zu- gitttetoirimt. Abgesehen von der moralischen Wirkung auf Mei.tap&uren und ihre eigenen Landsleute, werden die iDOti-iwintHigen Entblößungen an englischen Truppen in den dcc:ä Jrier ten Gebieten den in den Republiken kämpfenden '5uim Lust und größere Bewegungsfreiheit schaffen. Der McmgCl an ausgebildeten berittenen Truppen wird vom ben Engländern schwer empfunden. Die besten Kenner ?.Landes betonen die Notwendigkeit, alle verfügbaren veriwlenen Truppen nach Südafrika zu entsenden. Der ber: Slkgnerung nahestehende „Daily Telegraph" bemerkt, vbsc'^vn eine amtliche Bestätigung noch nicht zu erlangen sei, . so liege doch aller Grund zu der Annahme vor, außer den bereits kommandierten Abteilungen reitender :3nj(tnterte auch die aus drei Regimentern bestehende 'Ktb^oder Kavallerie-Brigade demnächst zur Ablösung Mafrika gehen werde. Es ist sicher, daß Neu- !dem Ansuchen Lord Kitcheners, ein 6. Kontingent MtiVciibafrifa ?u senden, entsprechen wird. Das Kabinett ver-WMe zur ^eit über die Angelegenheit. » Telegramm aus Kapstadt ist in den Di- r w . olich von Oranje eine erneute Rebellion aus- US8 Die eingefallenen Buren bringen rapide gegen ■WpS,Inior bie Kap-Kolonisten stoßen ihnen zu. Die 17 Ml^ikt ^^olonie erklärte das Kriegsrecht in Amtlicher Heil. Bekanntmachung. I» der Zeit vom 17. bis 22. Dezember 1900 sind in Piefiger Stadt: gtfunden worden: 3 Taschentücher, 1 Frauenrock und 1 Pferdedecke, vr rloreu worden: 1 Trauring. t)i»e Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände isLnbev ihre Ansprüche alsbald hier geltend zu machen. Hi eßen, den 22. Dezember 1900. Grvßherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Die Bure«. Die Nachrichten über den Einfall von bnrischen Meinungen in die Kapkolonie erhalten durch fa.'jgmde Kundgebung der Kapreaierung vorn 20. d. abends eim e sichere Grundlage. Diese Kundgebung lautet: „Die BrtM, die über Rhenosterhoek vorgedrungen sind, lue/eben jetzt aufgehalten, da Steijnsburg stark besetze l ifi Die Eindringlinge können sich jetzt nur mit qr-Zher Schwierigkeit bewegen; sie wurden zuletzt auf den S ^lurtoer gen zwischen Steijnsburg und Venterstad be- obtebtct. Die Buren, die die Zanddrift überschritten ha.An, .zählen etwa 2000; sie schienen aufColesberg voTdrintflen zu wollen. Als ihnen aber Truppen entgegen^ ge ‘■»ciibt wurden, schwenkten sie in der Richtung auf P.':xilisppstown ab und besetzten es am 19. ds. Bisher Tain es nur zu Plänkeleien, da die Eindringlinge jedes- mcalvvi den britischen Truppen zurückgingen. In Ven- l e illKdcir p nahmen sie die aus 20 Mann bestehende G imin ison gefangen. In H a m e l f o n te in irn Be- zir'E Godesberg, wurde die Garnison zur Kapitulation auf- gcj^ibert; auf die Weigerung erfolgte ein mehrstün - i> i gtt Kampf. Die Angreifer wurden schließliche mit bei:Mt!ichen Verlusten vertrieben. In mehreren Bezirken ist fi das Standrecht proklamiert. sind also tatsächlich zwei Kolonnen in die Kap- -ol:«oM eingefallen. Die größere von beiden, die auf 2000 Utciiun geschätzt wird, hat den Oranje 30 Kilometer westlich) von Philjppolis durch die Zanddrift überschritten tmil sich bisher am thätigsten gezeigt, da sie schon eine Üaniiijoii (Ventersdorp) ansgehoben, eine andere (Hamel- Iontofla6cnlj^' KW ihm über Krügers Absicht, nach Berlin zu kommen, konferierte, bedurfte es keiner Erörterung und keiner Prüfung. Der Monarch und der Minister waren sofort einig. Und als eines Abends eine Hofdame, deren Sympathien für die Buren bekannt sind, sich im engsten Kreise über die Möglichkeit von Krügers Kommen nach Berlin mit dem Kaiser unterbielt, gab derselbe augenblicklich seinen Entschluß kund, indem er sagte: „Wenn ein Pferd durchgeht, giebt es drei Arten von Leuten: Die einen fallen dem Tier ohne Besinnen in die Zügel und werden unfehlbar mit Hufen getreten. Die andern flüchten sich auf eine Bank und schwingen ihr Taschentuch, glaubend, daß der Gaul dadurch zum Stehen komme. Die dritten wenden im Gefühle ihrer Ohnmacht die Augen ab und gehen ihrer Wege. Nun gut, ich gestehe mir nicht das Recht zu, das Deutsche Reich England an den Kopf zu werfen, denn nicht ich sondern Deutschland würde mit Füßen getreten. Andererseits wiirde ich lächerlich erscheinen, wollte ich auf eine Bank springen, bloß um mit dem Taschentuch zu wedeln; gegenüber meinem Lande ist es meine Pflicht, daß ich meines Weges gehe." Der Verfasser des Briefes erzählt weiter, einige Tage später seien die Blicke der Kaisers auf den Ausspruch einer ausländischen Zeitung gefallen (einer französischen), worin es hieß, Wilhelm II. brauche nur ein Wort zu sagen und England werde seine Feindseligkeiten einstellen und den Buren die Freiheit geben. Da zuckte der Kaiser die Achseln und sagte lächelnd: „Nicht Wilhelm II. ist es, der nur ein Wort zu sagen braucht. Gott ist es — wenn anders er die englisch Flotte in einer Nacht verderben will." Daraus geht hervor, fährt der Briefschreiber fort, daß der Kaiser Krüger nicht empfing, weil er nichts für ihn thun konnte, und wenn man sage, er hätte sich durch den Empfang zu nichts verpflichtet, so überlege man nicht, daß dies ein Komödienspiel gewesen wäre, denn der alte Mann sei nicht gekommen, um bei offiziellen Empfängen zu paradieren und die Straßen be» flaggt zu sehen. Er kam, um sein Land zu retten, und Europa schuldet ihm zwei Dinge: Mitleid und Aufrichtigkeit. Frankreich hat ihm das Mitleid bewiesen. Deutschland fiel die rauhere Aufgabe zu, ihm die Wahrheit zu sagen. Frankreich spielte die Rolle der Freundin, die es nicht über sich gewinnt, der Mutter eines totkranken Kindes zu fagen, daß dieseß nur noch wenige Stunden zu leben hat, und lieber eine fromme Lüge sagt; Deutschland diejenige des Arztes, der mit der traurigen Wahrheit hervortreten muß. Beide haben ihre Pflicht g e t h a n. In den unerwarteten Zusammenbruch der Preußischen Hypothekenaktienbank und der Deutschen Grundschuldbank in Berlin ist, wie berichtet, jetzt auch der ev. kirchliche Hilfsverein und sein Vorsitzender, der Frhr. v. Mirbach, Oberhofmeister der Kaiserin, hineingezogen worden. Frhr. v. Mirbach hat von dem jetzt verhafteten Direktor der Preußischen HYPv- thekenaktienbank Kommerzienrat Sanden große nun fast wertlos gewordene Summen für Kirchbauzwecke angenommen und dafür Sanden einen Orden verschafft, ihn angeblich sogar zur Nobilitierung vorgeschlagen. Kommerzienrat Sanden erhielt noch am 14. Dezember, sechs Tage vor seiner Verhaftung, als die Mißwirtschaft in der Grundschuldbank längst bekannt war, als Stifter einer Kirche in Steinbuschl vom Vertreter des' Konsistoriums den Kronen-Orden 3. Klasse. Der „Reichst)." macht es der Ordenskanzlei zum Vorwurf, daß sie im jetzigen Augenblick Sanden für eine solche Ordensauszeichnung Vorschlägen konnte. Das Blatt findet es unbegreiflich, daß die Uebergabe des Ordens nicht wenigstens so lange sistiert worden war, bis der Bankkrach vorüber war. Jetzt mache es einen im höchsten Maße peinlichen Eindruck, daß dieser Mann in diesem Augenblick einen Orden erhält. — Nach dem „Berl. Tagebl." wußte sich Kommerzienrat Sanden in Hofkreisen, speziell bei dem Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherrn v. Mirbach, dadurch in Gunst zu setzen, daß er für den Kirchenbaufonds 300 000 Mark her- gab. Dieses Geld hat er aber nicht in Bar, sondern in Aktien der Deutschen Grundschuldbank gegeben. Die betreffenden Aktien waren aber gesperrt, d. h. durften nicht zum Verkauf gebracht werden, und so stellt sich das Geschenk, da die Aktien nunmehr ca. 5 pCt. notieren, als beinahe völlig wertlos heraus. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats beider Banken war der Kommerzienrat und Generalkonsul S ch in i d t, der als Inhaber des' nunmehr ebenfalls in Verfall geratenen länger als 100 Jahre bestehenden Bankhauses von Anhalt und Wagner Nachfolger den Titel Hofbankier führte. Er war auch Aufsichtsratmitglied der Pommers chen Hypothekenaktienbank, der vor kurzem der Titel Hofbankier der Kaiserin verliehen wurde. Es geht aus diesen Zusammenhängen von neuem hervor, daß der Freiherr v. Mirbach nicht der geeignete Berater der Kaiserin ist. Durch die hohen Titel der in die Angelegenheit verwickelten Bankinhaber, an deren Verleihung Freiherr v. Mirbach einen wesentlichen Anteil haben wird, ist leider das Publikum zu einem Vertrauen verleitet worden, das sich jetzt auf das Bitterste rächt. Das Publikum hat es eben für selbstverständlich gehalten, daß solche Titel nur an vollkommen zuverlässige Männer verliehen werden, und daß die Verleiher selbst im Stande sind, scharf genug hinzusehen, ob sie es mit solchen zu thun haben oder nicht. Diese Fähigkeit hat Freiherr von Mirbach nicht besessen. Allerdings muß auch dem an den Banken interessierten Publikum, den Inhabern der Aktien, vorgeworfen werden, daß es nicht von seinem Rechte Gebrauch macht, auf den Generalversammlungen zu erscheinen, wo die Leitung verpflichtet ist, Auskunft auf jegliche Frage zu erteilen. Nur so könnte man sich doch selbst über die Geschäftsführung der Institute ein gegründetes Urteil verschaffen, denen man sein Ver mögen anvertraut hat. Statt Hunderte von Aktieninhabern sind aber oft genug nur 3 oder 4 zugegen? — Es muß übrigens wiederholt daran erinnert werden, daß es sich nur um den Verfall der beiden genannten Hypothekenbanken handelt, die übrigen Pfandbrief-Institute aber, über die bereits unbegründete Befürchtungen laut wurden, nichts damit zu thun haben. Der spanische Senat stimmte mit 157 gegen 49 Stimmen der Botschaft betreffend die bevorstehende Ver- nrählung der Prinzessin von Asturien mit dem Grafen Caserta zu. Die Liberalen stimmten dagegen. Die Verlobung der Schwester des unmündigen Königs von Spanien, Maria de las Mercedes, mit dem Bourbonen Don Carlos, dem zweiten Sohn des „Grafen von Caserta", der sich noch immer als legitimen „König beider Sizilien" betrachtet, hat ganz Spanien in tiefste Aufregung versetzt. Die Liberalen, an ihrer Spitze Sagasta, und derjenige Flügel der Konservativen, welcher der Führung des ehrgeizigen und unzuverlässigen Romero Robledo folgt, sind die Träger der Opposition gegen diese Ehe. Die politische Bedeutung derselben wurzelt vor allem darin, daß der künftige Gatte der Prinzessin von Asturien nicht nur der Schwager des demnächstigen Königs sein wird, sondern daß bei der schwachen Gesundheit des Königs vielleicht seine Schwester einst den Thron besteigen und der bour- bonische Prinz dann womöglich den maßgebenden Einfluß in Spanien haben wird. Mit allen nur irgend möglichen Mitteln kämpft man gegen die von der Königin-Regentin dringend gewünschte Heirat. Einmal meint man, Italien müsse schwer verstimmt werden, wenn der Sohn des Grafen von Caserta, der noch immer sein Recht auf den Thron von Neapel und Sizilien geltend macht, die Hand der Donna Mercedes erhält. Nun aber macht man sich im Quirinal wohl sehr wenig aus den praktisch unmöglichen Aspirationen der verkommenen und verhaßten Bourbonen, und die spanische Gesandtschaft, die dieser Tage mit den höchsten Orden in Rom eintraf, soll ja klar zum Ausdruck bringen, daß Madrid und Rom dieser Seite der Sache kein Gewicht beilegen. Die Hauptsache ist die Beziehung des Grafen von Caserta zu den politischen Zuständen in Spanien selber. Er tvar ein entschlossener Parteigänger von Don Carlos; er hat im Bürgerkriege in dessen Heer gefochten; er ist sogar wegen der Greuel von Cuenca durch einen formell noch bestehenden Spruch zum Tode verurteilt worden? Er hat ferner niemals König Alfons XIII. anerkannt. Und Romero Robledo konnte darauf Hinweisen, daß der Graf von Caserta garnicht einmal selber die Werbung für seinen Sohn unternommen hat, sondern dies seinem älteren Sohn überließ Und selber nur sein Einverständnis mitteilte! Diese karlistischen Traditionen bilden auch für die Liberalen den Kernpunkt der Frage. Sie fürchten alles von einer Regierung, auf die die Bourbonen von Neapel Einfluß erlangen könnten und sehen schon weltlichen Absolutismus und Jesuitenmacht am Horizont der spanischen Zukunft Heraufziehen. Mag nun vielleicht die Königin selber gerade von der Verbindung ihrer Tochter mit einem karlistischen Bourbon eine Festigung ihres Thrones erwarten, so bleibt es doch sehr zweifelhaft, ob eine Verbindung, gegen die neben zersprengten Konservativen die geschlossene Phalanx der Liberalen und der in Spanien recht zahlreichen Republikaner steht, wirklich ein Glück für den Bestand der Dynastie^ sein wird.________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 21. Dezember. Der Kaiser begab sich heute nach dem Bornstedter Felde, um einem Korps- Exerzieren des Lehr-Jnfanterie-Bataillons beizuwohnen. — Die Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen veröffentlicht eine dem Herrn Reichskanzler vorgelegte Denkschrift zur Frage des Ein- heits-und Doppeltarifes. Zur Charakteristik des Doppeltarifs erörtert die Denkschrift den Ausbau des Systems in Frankreich, Norwegen, Spanien und Griechenland. Die Denkschrift bezeichnet den Doppeltarif als ein System, das die wirtschaftliche Machtprobe an die Stelle der friedlichen Verständigung setzt, und deshalb, wie die Erfahrungen in Frankreich beweisen, zum Zollkriege führt. Zu der Weltpolitik des Deutschen Reiches, die der nationalen Arbeit die fremden Märkte öffnen will, würde der Maximal- und Minimaltarif als ein System veralteter Zollpraxis, vertragsfeindlicher Tendenz und schematischer Gebundenheit in unvereinbarem Gegensätze stehen. . ' 1" {*'1 — Die „Natllib. Korresp." meldet: Die Beratungen der Behörden über die Reform der Kriminalpolizei, wobei auch die Unterstellung derselben unter die Justizverwaltung in Frage steht, dürften sehr bald zu einer Vorlage an das Abgeordnetenhaus führen. Oldenburg, 21. Dezember. In der heutigen Sitzung des Landtages wurde die Regierungsvorlage, worin die Civilliste des Großherzogs um 145 000 Mk. erhöht werden soll, mit 19 gegen 17 Stimmen angenommen. Posen, 21. Dezember. Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Amtsgerichtsrat M o 11 y ist heute gestorben. Ausland. Haag, 21. Dezember. Aus den gestern der Zweiten Kammer zugegangenen Gesetzentwürfen über die Ehe» schließung der Königin mit dem Herzog Heinrich zu Mecklenburg ist hervorzuheben, daß der Herzog, nach» dem er aus dem bisherigen Skaatsverbande ausgeschieden sein wird, alsbald als holländischer Staatsangehöriger angesehen werden wird. DaS ihm bewilligte eventuelle Witwergeld beträgt ebenso wie daS Witwengeld der Königin- Mutter 150000 Gulden. Brussel, 21. Dezember. Den letzten Meldungen aus dem Kongogebiet zufolge sind neue Unruhen im Lusarbo-Distrikt auSgebrochen. Mehrere eingeborene Soldaten meuterten, sodaß eine Straf-Expedition organisiert werden mußte. Verschiedene Handelsgesellschaften werden gerichtlich verfolgt werden, weil sie sich, wie es heißt, zu grausamer Mittel bedient hätten, um die Gummiproduktion seitens der Eingeborenen zu erhöhen. Der Handelsagent LemmenS soll von den Eingeboren getötet worden sein. MH AM Paris, 21. Dezember. Der Zwischenfall Cuiguet ist vorläufig damit abgeschloffen, daß der Kriegsminister den Major Cuignet mit zwei Monaten Festungshaft bestrafte. r«946, Vermehrung des Notenumlaufs der Emissionsbanken s warf. Der König hat die Eutlaffung sogleich angenonn^ Neapel, 21. Dezember. Wegen neuerdings gekommener Studenten-Exzessej wurde, die hi^ Universität geschloffen. Rom, 21. Dezember. Der Schatzminister reichte gestern nacht seine Entlastung ein. Zum nahm Rubini die kabinettfeindliche Haltung der Bnd» fnrnnnffinn htp hi? im fphtcn StinnninrhnfA Kolonialpost. Deutsch Ostafrika. Laut Nachrichten, die mit der letzlri Post eingetroffen find, wurde der Oberleutnant Fon«! (August), früher im Regiment 68, jetzt Stationschef von BiSmarckSburg am Tanganjkasee, auf einer Expedition gegen die Wahehe durch einen Streifschuß am Kopfe urb einen Speerstich in den rechten Unterarm ziemlich schwer verwundet. LR. ästiger Sitzung btm Dr li t der chirurgischen Wi Chirurgie gesprochen. 1 '.Si ngrre Zeit als Stabsai ß: nurgischen Klinik tommi mit Harz unb ift 1864 ge. " fte rechte Weih Bi atkrschnttehrrrn iw H:r tzrhdh Mtben Kammern der Lar «nt wesentliche Lerbesser *1. Hand aber geht bamii taibe zu gute kommende wilder Lehrer an ihrem st Molksbildung zum Vorteil «W'Aw M Sur." ift 1'!' Großen Selchen ^^beschloßene Sache. M W nach dem Hotel mm 0 “l"”' *1 SB s“«' d-, B-ig-r ÄÄ. । ss * ft Konstantinopel, 21. Dezember. In der Note, die griechische Gesandte in der Angelegenheit der Ermordv, des griechischen Arztes Sakkolarion der Pforte demnch überreicht, erhebt er Einspruch gegen die Lage in Makebov wodurch bereits die Ermordung mehrerer Griechen öeranh worden ist. Er fordert energische Maßregeln zur Verhüte ähnlicher Verbrechen sowie Zahlung einer Entschädigung: die Familie des ermordeten Arztes. Der Mörder ist bi? her noch nicht verhaftet. Manila, 21. Dezember. Die Bevölkerung befindet in lebhafter Besorgnis wegen der ungenügenden M kehr der Freiwilligen nach Amerika. Man befürchtet, büfc, wenn die gegenwärtigen Garnisonen, die bereits wgeHen/ sind, noch weiter geschwächt werden, von Seiten derl^« furchtbare Repressalien an den friedfertig^, wohnern auögeübt werden. General Mac Arthur P der Hoffnung Ausdruck, daß die gegenwärtig von den Unwilligen besetzten Distrikte neue Garnisonen erhalten vollständig geschützt werden würden. Aber man weiß ich gut, daß dies unmöglich ist, es müßte denn die gegtr wärtige OkkuPationS - Armee bedeutend verstärkt tottbti Die hier ansässigen Amerikaner erwarten auf daS ängstlich diese Verstärkung, da ihrer Ansicht nach im Falle des Nicht- eiutreffens derselben die Philippinen geräumt werden müßten Die Blätter veröffentlichen eine Proklamation des General» Mac Arthur, worin es heißt, daß in Zukunft die Kriegt, gesetze mit aller Strenge zur Anwendung gebracht tottbtn. Man hofft, daß infolge dieser Proklamation der Guerilla- Krieg ein Ende nehmen wird. Prozeß Sternberg. Berlin, 21. Dezember. Im Prozeß Sternberg sprach heute zunächst Rechtsanwalt Dr. Heinemann als Verteidiger der Angeklagte Wender, der die Freisprechung seiner Klientin beantragte. Bei etwaigem Schuldigspruch bat er um mildernde Umstände | sowie Anrechnung der Untersuchungshaft. Nach einer Sat« । gegnuug des Oberstaatsanwalts Dr. Jsenbiel suchte Rechtsanwalt Dr. Mendel in längeren juristischeu Ausführungen darzulegen, daß sein Klient L u p p a aus RechtS- gründen schon heute freizusprechen und daS Verfahren auszusetzen sei. Rechtsanwalt Wronker als BerteW der Angeklagten Schieding trat mit Wärme für dem Freisprechung ein. Hierauf wendete sich RechtSamrwll Dr. Fuchs nochmals gegen einige Ausführungen 6(8 Oberstaatsanwalts. Dieser wies die ’Hngtifft-J8 Rechtsanwalts Fuchs auf die StaatsanwglWst zunm, worauf eine Pause eintrat. Nach derselben «R Angeklagte Sternberg selbst das Wort zu eintx Verteidigungsrede. Nach dreistündiger Beratung des Gerichtshofes wurde, (wie wir gestern bereits durch Aushang bekannt gaben) «r Angeklagte Gteruberg zu 2V2 Jahre» Zuchthaus und 5 Jahre« Ehrverlust verurteilt. 6 Monate mv den als verbüßt erachtet. Gegen LuPPa wurde das unru ausgesetzt, gegen die Wender lautete dasselbe ans 6 Monate Gefängnis, von denen 2 als verbüßt erachtet werden. Die Angeklagte Schieding wurde ft" gesprochen. Im Gerichtssaale verlautete, der Polizei«Direktor r Meerscheidt -Hüllesem sei am Herzschlage gestorbe, Dieses Gerücht hat sich, (wie uns gestern Abend teIe0rÄ,, gemeldet wurde), bestätigt. Gegen Herrn v. Ww , Hüllesem war bekanntlich wegen seiner im Sternberg'Pl i festgestellten früheren finanziellen Beziehungen $u ®ttin . ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. . # seiner gerichtlichen Zeugenvernehmung wurde er von t Nervenchoc ergriffen, und anscheinend haben die wer Prozeßenthüllungen, namentlich das Geständnis TM. erregend auf ihn eingewirkt, daß die Erkrankung tätlichen Verlauf nahm. Durch diesen Ausgang w»o vollständige Klärung der Sternberg-Affaire, ^ve» > um Sternbergs Beziehungen zu amtlichen Personncy handelt, leider wieder erschwert werden. Eine Frau Rüwe war vor den Untersuchungsn^ ' Landgerichtsrat Brandt geladen, weil sie unter dem dnng Verdacht steht, vor Jahren eine ähnliche Rolle gefpt haben wie Margarete Fischer, jetzige Frau Miller, der R. beläuft sich die Zahl der Opfer Sternbergs ms bereits auf 18. In Haft befinden sich bet Krimlnalkomm^ Thi-l, dn Agent Wolff, dessen Geliebte Huld > ® und die Angestellte eines Detektivbureaus Frau Steckbrieflich verfolgt werden der flüchtig gewor angeflagte Sternbergs Direktor Luppa, ferner Popp, einer der Freunde des Angeklagten^. s .^schap Suchard. Wegen Beleidigung derOber-Staatsa werden sich der Kaufmann Arndt und Frl. P fleget verantworten haben. DiSziplinaruntersuchung »M den nun verstorbenen Polizeidirektor v. Meerschelvr-V »HJ r-640, iLa«l fc t 5M1. 7 J"64. UH »163 48' #rvu teltpaeet ><■ Strafkammer im Pr« ,srgs die Revrfton W •iw Verhaftung der WM i jutuiuj für den PrM .itotal-Änzeige^ zusolgeM »j.sher noch nickt eror« M Halle seiner Freijpre tet worden M ein ehremjertaftn •'oHBre/i wegen AgünsügM ! veröffentlicht nn -ci j Verhütten dem Mim mechtferügen sucht. Na nig im Sternberg-Proz« 1 Mesckow zum Polizei-' Lftrtichen Vortrag zu ha w‘v M»wmw*|wuvi»m «yuuuug ver Dr. ■ kommisfion, die die im letzten Finanzexpos« cmgekünbT s Xbekanr.leG 9^f>rm«>hnittrt h<»Ä SPnfpnnmfrtitf« ht»r Mw WÄ.1 5®*i< ■ Wr, 2/5^. u ■ ®40, 28 619 215,1 ; Ui 500 TO.2, «12 603f -911 W, 9341 011 ÜS9, 971 ■®9 6^' 12 53; M25K 2°bl 31 °I5 3?^ »m u L ö 9e|a S < . Dii Nü^dalaiz>frr, do. unk. 1905 Telephonischer Kursbericht. 8'/o do 14635, 16835, 2||te 21539, 21 577, 24 204, 24 462, 25 536, 2$SH), 28 512, 30 445, 31 363, 32 270, 32 330, , 5631, 11593, 14878, 19500, 5931, 12494, 15376. 20198, 25 632, 32 499. 8«/,% 4°/o 4% 4 u/a 3»/, o/e do. 8*/i% do. Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 . 210.70 . 176.30 . 132.50 . 145.60 . 148.50 . 143.30 . 152.50 . 281.00 . 181.50 . 17100 ialpost. Nachrichten, die r e der Oberleib int 68, jetzt Site# kasee, auf ehr itn Streifschuß en Unterarm b V Preußs. do. do. 56 M50O Mk. auf Nr. 12, 20, 590, 959, 2058, 2144, 384*8,4012 4603, 5162, 5222, 5366, 5696, 7193, 7852, 8$« 9341' 9604 9781, 9959, 10 713, 10 760, 11 081, 11 1199, 11 922, 12 533, 12 736, 13 341, 13 570, 14 060, 15 M, 15 447, 18 883, 19 783, 19 860, 20 455, 21 003, 211101' 121 803, 22 069, 23 010, 24 595, 24 643, 24 768, 250)10,125 577, 25 687, 26 793, 26 835, 27 422, 28 429, 29 5Gb, .31 015, 31 497, 31 622, 32 701. (Ohne Gewähr.) Innstadt, 21. Dezember. Reichskanzler Graf von ist um 11 Uhr 11 Minuten vormittags hier ein» wurde am Bahnhofe von dem kgl. preußischen außit-mdorntlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Brickj M Hohealohe-Oehrirgeu empfangen und stieg im Mw Mais ab. Die Allerhöchsten Herrschaften empiftgm den Grafen v. Bülow in besonderer Audienz im NevM Walais, danach fand im Großh. Refidenzschlosse Hof» rafei'1 |u 21 Gedecken statt. Um 3 Uhr 43 Minuten reiste ihr kleines Kind in die Esse gehängt und verbrannt zu haben. Gerichtliche Untersuchung ist im Gange. — In Fulda verunglückte in der Aktiendruckerei der Druckerlehrling Bonifaz Lomb, indem er während des Ganges einer mit Motorkraft betriebenen Schnellpresse in der Zeitungsform einen „Spieß" Niederdrücken wollte, dabei aber von den Auftragwalzen erfaßt, und durch Quetschung schwer am rechten Arm verletzt wurde. Seiner sofortigen Ueberfüh« rung in das Landkrankenhaus folgte die Operation. 5.50 X, Weißtraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. * 5.00—0X0, Wild) ver Mer 18 L.______________________________ - © © ® TAFELKARTEN ® ® ® BALL- UND TISCHKARTEN HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEINDRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7. 38.90 M. 38.90 , 38,90 » 96.50 » 87.50 „ 74.00 . 74.20 M. 74-20 » 74.00 . 74.00 . Kisenöahn-Aeitung. ko. Gisepbahnunfälle. Im Oktober 68. Js. haben auf dm deutschen Bahnen (mit Ausnahme der bayerischen) 15 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 7 bei Personenzügen), 26 Entgleisungen in Stationen (davon 8 bei Personmzügm), 4 Zusammenstöße auf freier Bahn (davon 2 bei Perso»mzügen), 26 Zusammenstöße in Stationm (davon 8 Bei Personenzügen) stattgefunden. 5 Reisende und 4 Bahnbeamte wurdm getötet, 213 Reisende und 24 Bahnbeamte verletzt. 179 der verletzten Personen tommen auf das am 7. Oktober bei Heidelberg vorgekommme Eisenbahnunglück, ko. Der preußische Lnndeseisenbahnrat hat in seiner letztm Sitzung vom 14. Dezember u. a. die Erhöhung des Tarifs für Holzkohle abgelehut. Abgelehnt wurde ferner die Fracht- ermößigung für galizisches Petroleum; dietAufnahme von Margarine in den Spezialtarif für Eilgüter und die Versetzung von Futtermehl in Spezialtarif IIL Börsennachrichten. Berlin, 21. Dezember. Vermischter. * Charlottenburg, 21. Dezember. In einem Stadtbahnzuge zwischen Charlottenburg und Westend forderte gestern ein maskierter Mann von einer Dame in einem Abteil zweiter Klaffe Geld und feuerte einen Revolverschuß auf sie ab. Als die Dame um Hilfe schrie, stieg der Mann schnell aus, ging das Trittbrett entlang nach der Lokomotive und sprang dann ab, wobei er sich wahrscheinlich stark verletzt hat. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 21. Dezember. Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer" ist das Trauerspiel eines Vaters, der seinen Sohn jammervoll verliert und dann erst erkennt, welche Schätze er aus dem halb verkommenen mißgebildeten jungen Künstler hätte haben können. Das Drama hatte heute im „Deutschen Theater" nur nach dem zweiten Akt rechten Erfolg, der dritte fiel schroff ab und der letzte reflexionsreiche Akt wurde unter Unruhe angehört, trotz würdevoller Darstellung durch Reinhardts Michael Kramer. Gerichtssaal. Frankfurt, 21. Dezember. Gestern trat hier zum erstenmale das Oberkriegsgericht, das über Berufungen zu entscheiden hat, in Thätigkeit. Das Verfahren ist dasselbe, wie bei dem Landgericht. Zur Verhandlung standen zwei Berufungen, beide in Fällen von Körperverletzung. Die erste Sache mußte nach längerer Verhandlung auf heute nachmittag vertagt werden, da noch weitere Zeugen geladen werden sollen; die zweite endete mit Verwerfung der vom Angeklagten eingelegten Berufung. Ein Soldat des 118. Jnf.-Reg. in Worms hatte einem Rekruten, der ihn auf der engen Treppe absichtslos anstieß, einen Kaffeekeffel ins Gesicht geschlagen, daß die Lippe blutete, und war dafür zu 10 Wochen Gefängnis vom Kriegsgericht verurteilt worden. Das Oberkriegsgericht sah keine Beranlaffung, diese Strafe herabzusetzen, da der Angeklagte bereits wegen Körperverletzung bestraft ist und die Mißhandlung eines Rekruten durch einen alten Soldaten nach Ansicht des Gerichts eine empfindliche Strafe verdient. — Die gestern vertagte Verhandlung betraf den Musketier Basting vom 80. Infanterie-Regiment, der wegen gefährlicher Körperverletzung und rechtswidrigen Waffengebrauchs vom Kriegsgericht zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Er legte Berufung ein, und da sein Antrag, ihm von Amtswegen einen Verteidiger zu stellen, abgelehnt wurde, so wählte er sich den Rechtsanwalt Richard Bruck als Beistand. Am 1. Juli war in Hallgarten ein junger Mann im Dunkel der Nacht am Kopf verletzt worden. Basting, der aus Winkel stammt, war damals auf Urlaub in Hallgarten, und im Orte erzählte man sich gleich nach der That, der Winkeler Soldat habe den Mann mit seinem Seitengewehr geschlagen. Dieser stellte jede Schuld in Abrede, und es fand deshalb vor dem Oberkriegsgericht gestern und heute eine umfangreiche Beweisaufnahme statt. Das Ergebnis war, daß niemand gesehen hat, daß der Soldat zugeschlagen hätte. Dagegen befand sich in der Begleitung des Soldaten ein Zivilist, und von dem ist nachgewiesen, daß er einen Schlag mit seinem Regenschirm geführt hat. Andererseits hat der Verletzte nur einen einzigen Schlag verspürt, und somit ist es wahrscheinlich, daß nicht der Angeklagte, sondern fein Begleiter der Thäter war. Unter diesen Umständen stellt der Vertreter der Anklage, Amisgerichtsrat Cellarius, die Entscheidung anheim, der Verteidiger beantragt Freisprechung, und das Oberkriegsgericht erkennt demgemäß wegen mangelnden Beweises. 131153 13722, 139546, 16700, Neueste Meldungen. Berlin, 21. Dezember. (Orig. Telegr. des „Gieß. Anz."l Es 'bestätigt sich, daß der Polizei-Direktor v. Meerscheidt- HüllesemZheute 'mittag in seiner Wohnung gestorben ist, wie>erlantet, am Herzschlag. MAus dem Haag, 23. Dezember. Präsident Krüger reift demnächst nach Nizza zu längerem Aufenthalte. Es dürste dann, wie verlautet, eine Zusammenkunft mit dem englischen Premierminister Salisbury, welcher mit der Königin von England im Frühling an der Riviera eintrifst, stattfinden. Paris, 22. Dezember. „Petit Parisieu^ berichtet, daß ähnliche Haussuchungen, wie sie bereits bei Major I Cuiguet vorgenommen wurden, in Courseulle und in Caeux, wo Verwandte vonCuignet wohnen, stattgesunden haben. Paris, 22. Dezember. Major Cuignet hat den Rechts» anwalt Meunier mit der gerichtlichen Verfolgung der Blätter „Siscle" und „Petit Republique" beauftragt. New-York, 22. Dezember. Die gesamte Preffe tadelt lebhaft den Senat wegen der Annahme des Vertrages Hay Pauncefote in seiner gegenwärtigen Form. Der Senat trage die Verantwortlichkeit sür die Verzögerung, welche der Bau des Kanals nunmehr erleidet, denn selbst wenn England seine Zustimmung zu dem abgeänderten Vertrage gebe, habe man nicht mehr die nötige Zeit, um über den I Kanalbau selbst zu beraten. Washington, 22. Dezember. Die Regierung erklärt, I daß die Verzögerung in der Unterzeichnung des Pekinger I Vertrages durch den Gesandten Conger von einem Jrrtujm I in der telegraphischen Uebermittelung der Anweisung des I Staatssekretärs Hay herrllhre, welcher Conger ersucht hatte, I die Streichung des Wortes „unwiderruflich" zu verlangen. I Infolgedessen war das Telegramm nicht verstanden worden. I Die Haltung Congers hat bei der Regierung in Washington I großes Mißfallen erregt. Washington, 22. Dezember. In Regierungskreisen I wird versichert, daß die zu Gunsten des Vertrages Hay- I Pauncefote erzielte große Majorität auch ohne die Ein» I bringung der Amendements erzielt worden wäre. Das I Repräsentantenhaus und der Senat haben sich bis zum I 3. Januar vertagt. Peking, 22. Dezember. Die Vertreter der Mächte, I welche gestern die gemeinsame Note unterzeichnet haben, I überreichten diese den chinesischen Vermittlern Prinzen I Tsching und Li-Hung-Tschang, indem sie diese ersuchten, I ihre Antwort aus die Note möglichst schnell einzureichen. Ungeachtet gewaltigen Wettbewerbs behauptet die BlicAensderfer ihren wohlbegründeten Ruf als einfachste, darum zuverlässigste, dabei dauerhafteste und handlichste zfeAreibmascAine. Preis der No. 5: Mk. 160,—, der No. 7: Mk. 226,—. Ausführliche illustrierte Kataloge und Anerkennungs- schreiben durch die Brühl’sehe Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. Arbeiterbewegung. Genua, 21. Dezember. Die Situation verschärft sich. Heute stellten die Straßenbahn-Angestellten und die Bahnhofs-Arbeiter den Dienst ein, sodaß jeder Verkehr stockt. Die Schiffe verlaffen den Hafen, um in Marseille ihre Ladungen zu löschen. 8 Vs % Konsols . . . 8ö/0 do ... 8Vs °/a Hessen . . . 5% Italien. Rente . . 4% Griech. Monop.-Anl. 8 % Portugiesen . . 8 0/0 Mexikaner , . . 4Vs% Chinesen . . . . 96.601 Kreditaktien . . . . 88.001 Diskonto-Kommandit . 96 60i Darmstädter Bank . . 85.00s Dresdener Bank . . . 93.8(1 Berliner Handelsges. . 95.101 Oesterr. Staatsbahn 41.701 Qotthardbahn . . . 25.101 Laurahütte . . . . 25.30s Bochum . . . . . 81.20| Harpener . . Tendenz: still. Nr.: 188, 1064, 1470, 1726, 2640, 36ÖII £748, 8004, 9036, 11398, 14775, 18784, ®ie 3!65lletmu *'«■ di. b!rJ ton Seiten a “ den ftiehfr " g-SMSch eot «W Smifonen «j *'«• «er * ■ « müjte in, ' ^deutend verM « ermatten auf bis- lnRt nach iw F4 pptnen geräumt »tdc ine Proklamation f' M in Zukunft: «n Wendung gtbra: n Proklamation k Handel Md Uerkehr. Volkswirtschaft. SUftt», 22. Dezember.Z Marktbericht. Auf dem heutipev Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.05—1.20, Hühnereier per Et. 8—10 4, 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 00—16 4, Gänse» eier ver EL 00—00 H, Käse 1 St. 5—8 Kasematte 2 EL 5—6 4, Erbsen per Liter 22 Linsen per Liter 34 4fr, Tauben per Paar X 0.60—0.90, Hühner per EL X 0.90—1.80, Hahnen per Stück X 0.65—1.00, Enten per St. X 2.00—2.20, Gänse per Pfund X 0.54-0.65, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh» und Rindfleisch sindt beteiit« ergangen. Die Voruntersuchung gegen den Rommiffar Thiel mecmn Bestechung im Amte ist geschlosien wordeu. Bisher (|ne Einsichtnahme in das Aktenmaterial dem Beschul» > lezw. dem Verteidiger nicht gestattet. Nunmehr 'n« die Akten zur Einsichtnahme sreigegeben worden. * ♦ * telegramme des Gießener Anzeigers. der tin, 22. Dezember. Bezüglich der Meldung, daß ..-atim iljri ein Strafverfahren wegen Verleitung zum Mein- ,d0 em^leitet sei. teilt Rechtsanwalt Dr. Werthauer 1 »„berliner Tageblatt" mit, daß, solveit sie seine Person oetdfft, die Meldung falsch sei. Beilin, 22. Dezember. Gegen das gestrige Urten r 1 Llrajskammer im Prozeß Sternberg wird seitens Stern- ucnigg bi'f Revision angemeldet werden. Die gemel- >?t k Lkihastung der Witwe Rüwe ist insofern von Be- Di-uiutiinß für den Prozeß, als gegen Sternberg, dem „L>- kal-2 nzeiger" zufolge, ein neuer Haftbefehl wegen eines viEr roch nicht erörterten Falles erlassen worden i|t. 3trtMe seiner Freisprechung würde er also aufs neue oerchiitel worden sein. Gegen Tr. Werthauer soll beglich ein ehrengerichtliches, beziehungsweise ein Ver- ahLitn wegen Begünstigung im Gange sein. Justizrat Dr. r ctDIo -veröffentlicht eine längere Erklärung, in der er seM kerl>alten dem K-riminalkommissar Thiel gegenüber ai cMstrtigen sucht. Rach Schluß der gestrigen Verhand- mrag im Sternberg-Prozeß beaab sich Kriminalkommissar 0. Lktsc! ow zum Polizeii-Präsioenten, um ihm einen aus- lüWllcheii Vortrag zu halten. Itmtetg. Berlin,//^ sprach Mr Ml [i SöttNttaliy ng feinte Älitnhn V it er um milbttTti 'M M Dr. IM in längm pmte in Klient iW E echen und WN t Wronkii'ÜM j trat mit : wendete n einige hi#® iefer wies die l it StaatsarnB Nach derselbe l das Wort zu e ung des Gericht!- 1 SlnShaug W t verurteilt, gen£^a<'. w t Schiedivll rkO 255”, Lung •*' * diesev 1U amtlich^ , weil P “ ff in- E Frank fort, den 22. Dezember. 8 hiyMgü zugesprochen. Der neue Privatdozent war früher äNMr Zeit als Stabsarzt zur Dienstleistung der hiesigen chirmgischen Klinik kommandiert. Er stammt aus Sachsa im iHarz und ist 1864 geboren. " Eine rechte WeihnachtSfrende ist den hessischen .80 iLkSschnllehrern bereitet worden durch die Annahme Derr, Borlige auf Erhöhung ihrer Gehälter in den eit;)® K ammern des Landes. DaS bedeutet für die Lehrer inen wesentliche Verbesserung ihrer materiellen Lage. Hand in . $int> aber geht damit auch ein ideeller, dem ganzen Laniid! ziu gute kommender Fortschritt: die erhöhte Freudig« eit ider Lehrer an ihrem schweren Beruf wird unserer gesamten VoNNdiung zum Vorteil gereichen. - »om Bogefenklub. Wir lesen in der „Frkf. Ztg.": Nach ietm „Els. Kur." ist der Bau einer Bergbahn auf en: Großen Belchen, den höchsten Gipfel der Loge s tu, beschlossene Sache. Die Linie soll von Gebweiler übe Sulz nach dem Hotel Murbach und von dort auf die gehen. Auch zwei neue Hotels sind im Plane. Doch sollelm sie auf einer anderen, windfreieren und darum mil« jetemi Lage deS Berges zu stehen kommen. DaS jetzige Zel-HchauS soll schon im Laufe des nächsten Jahres eine 6erUößcrung erfahren. ES wird ein neuer Saal angebaut werÄ'ü. Diese Vergrößerung läßt angeblich ein Verein viil Sieben, der im Laufe deS Sommers das Hotel besr,icsi und zu klein befunden hat, auf seine eigenen Kosten häspiii. Dieser Gießener Verein ist der hiesige Vo- gese'Äub. * Hessische Laudes-Lotterie. In der heut stattgehabten, ZiekipZg fielen 2 Gewinne ä 4000 Mk. auf Nr. elO487, 29401 16 Nmune L 3000 Mk. auf Nr. 1346, 3859, 5301, '28^,7452, 10605, 11942, 15240, 15597, 19582, 20006, 209M, 25027, 26173, 30974, 31122, 8 Gewinne i 2M) Mk. auf Nr. 922, 7061, 7673, 11023, 15468, 178140, 18027, 18646, 40 Gewinne ä 1000 Mk. aus feindliche unbt n Schutzmann Stierstädter, Disziplinarverfahren ^ikv ,i - ü[ Anwaltskammer, zum Teil auf eigenen An- ^fS brr :rac7, gegen die Verteidiger Sternbergs: Justtzrat ®DNunn c ’k?. Dr.r krllo, Dr. Werthauer und Dr. Mendel, end- rr. N, Ulrich ;jch z itgein der bekannten Sternberg-Broschüre gegen den = 6rietf 1 Rechlliinwalt Dr. Halpert. In indirektem Zusammen- ,,e| Nt hanj®t mit dem Prozeß steht dann noch die Verhaftung des zernbrr cv Vatsi-der Zeugin Ehlert wegen Erpressung. Ein weitere« [nQPT ■ $ btt V Opto ist der geheimnisvolle Subalternbeamte der Staats« WarS1! &er ^ii38Sf^ft, der „große Unbekannte" Thiels. Gegen ckoen: sichssanwalt Dr. Werthauer ist, tote die „Post itÄbtNte«ittteilt, ein Strafverfahren wegen Verleitung zum roiKetetNr;' ^e|-iBtiÖ) im Gange. Er wird sich in Gemeinschaft mit dem zlis^raten-Agenten Wolff u. Gen. in dieser Strafsache »TS einn zu , »trani roorten haben. Eine Anzahl Zeugen-Borladungen Nl4* Der 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 4% do. 8. 5/6 unk. b. 1904 31/2 % do. 8. 7/8, unk. b. 1906 40/g D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk, 1908 schöne 8-Zimmerwohnung per 15. Jan. zu vermieten. Hammstroße 11. /Linfack möbl. Zimmer auf 1. Januar zu vermieten.Sleinftraße 66. unser liebes Karlchen 8251 Gießen, den 21. Dezember 1900. 8254 empfiehlt ja, HOM Die 3105 Vertreter 4788 .aubenheimer p. FL o. 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Dezember 1900, abends 7 Uhr, im Saale der Stadt Marburg: W eihnachts-F eier verbunden mit Konzert, Verlosung und Pyramidenbau Steins Garten (Saalbau). Am zweiten Weihnachts-Feiertag: Grosses Konzert Todes'Anzeige. Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß e*fclM flFöino1 w , Spar- u. Darlehnskaffe ju Steinbach. Aktien Gesellschaft. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß wir vom 1. April 1901 an alle Einlagen bei unserer Kaffe mit 4 Prozent verzinsen. Alle ausgeliehenen Kapitalien auf Hypotheken werden vom 1. April 1901 an ohne Ausnahme mit 4*/a Prozent verzinst. Alle Darleihungen auf Schuldscheine, gegen Bürgschaft sollen vom 1. April 1901 an mit 6 Prozent verzinst werden. Steinbach, den 21. Dezember 1900. 8249 Der Direktor: Karl Gerhard HI. Städtischer Arbeitsnachweis Grchm Wartevstrstze 9. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Metzger, 3 Bauschlosser, 1 Wagner, 1 Schuhmacher, 2 Taglöhner, 1 Schreinerlehrling, 1 Schreibgehilfe. 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Ouvertüre z. Op. „Fra Diavolo“ v. Auber. 8. Der Wanderer v. Schubert (Solo für Posaune, Hob. Trinke). 4. Hymne, Triumphmarch und Finale a. d. Op. „Aida“ v. Verdi. 5. Ouvert. z Op. „Pique-Dame* v. Supp6. 6. VI. Konzert Air Vari6 v. de Beriot (Solo für Violine, Hob. Wiesmann). 7. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer v. Straues 8. Fantasie a. d. Op. „Tannhäuser“ v. Rich. Wagner. 9. Prinz August- Grenadier-Bataillon 1806, A -M. No. 10. 10. Romanze a. d. Op. „Mignon“ v. Thomas (Solo für Piston, Hob. Gottmannshausen). 11. Fröhliche Weihnachten, Tongemälde v. Koedel. 12. Nauheimer Sprudel, Galopp v. Krausse. Ab fang 4 Uhr. Entree 50 Pfg. Am dritten Weihnachtsfeiertag: Grosses Konzert ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhel* Anfang 41/2 Uhr. Bier im Gas. Enträe 35 Pfg. O5b25] Unmödl. Zimmer mit sep. Eing. zu vermieten. Sck'ffenbergerweg 43, prt. MIöbliertes Zimmer zu vermieten. 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Inn b:iCamrenben Einnahmen i fi6 mit dann unter sich a.: eine Steuererhöhung ve b im der Zunahme der S V: k Ertrages seiner Bet i der Einnahmen der AnMlnng \ ' ’ ittengste Syarsamieit 1 ’ dieser Erwartung lbi ergangscharakters des n- ichst >>on einer Steuere lÄugt )hnen vielmehr v> diÄsml noch aus den liehet in 1 Vermögen, M befat. - HMen Oertreten zu fönt N'l Nvhten Teil aus M Bürger-Gesellschaft. Am zweite» Aeiertage: 82« W eihnachtsfeier 05823] Eine scköne freigelegene Wohn« ung im 1. Stock, 6 Zimmer mit Bleichpl. und Gartenantetl, sofort oder später zu vermieten. Ederstraße 2, Ecke Nordanl. 05327] Ostanlage, Wiesenstraß« 1 Wohnung im 3. Stock an ruhige Familie per 1. April 1801 zu vermieten.________ /Cine freundliche Mansardenwohnung x~/ an ruhige Familie zu vermieten. LSberstraße iS. 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