n. « arkt 16 ®n(* Moir^ M Kinder «iheiteg. uni ■Manchettd fettes P Regattes age. und Knaben te-Artii Itersweg heil“8«“ rauth’s t >entin-Seife I llver der * I ff** * j M, 30t Erstes Blatt. Sonntag"dm 28. Dezember 150. Jahr«««« »»»» Hmeral-AnZeiger Aczugspreis virrtcljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringcrloh»r durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährig mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In« und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entygak ZeileupreiS: lokal 12 Pfg., auSwärtS 20 Pfg. M»iih»« »an Anzeigen zu der nachmittag» für de» erscheinenden Nummer bi» Dorrn. 10 Uhr. Ruhestellungen spätesten» abend» vorher. M Gießener Anzeiger Aints- und Anzeigeblntt für den Uveis Giefzen. MeWeii, Expedition und Druckerei: Ach»lßratze Nr. 7. Grattsdeüagr«: Gießener FamilienblStter, Der hessische Landwirt, KlStter für hessische DolKsKunde. ------------ ” !■---... Adresse für Depeschen: Anzeiger Ktetzr«. Fernsprecher Nr. 51. —wwai Abonnements-Einladung. Der „Giessener Anzeiger“ tritt am kommenden 1. Januar 1901 in das erste Vierteljahr seines 151. Jahrgangs ein, das erste Vierteljahr des zwanzigsten JgchhumdertS. Der „Giessener Anzeiger“ ist das älteste, reichhaltigste und für ganz Oberhessen und die angrenzenden Landesgebiete am weitesten verbreitete Organ rrnd all- solches hervorragend geeignet, Inseraten weiteste Verbreitung und Beachtung zu verschaffen. Mit Genugthuung stellen wir fest, daß sich der „Gießener Anzeiger" dank seiner gedechlichen Fortentwickelung und der beträchtlichen Erweiterung seines Inhaltes nicht nur fe fit allen Freunde bewahrt hat, sondern fortwährend neue in stattlicher Anzahl hinzuerwirbt. Die beiden großen Ereignisse, die das Interesse der Welt zurzeit in Anspruch nehmen, der Burenkrieg und die Chinafrage, diese beiden Pole der gesamten Weltlage, w«ndm öom „Giessener Anzeiger“ auf das Genaueste verfolgt, die Leserschaft des „Gießener Anzeigers" ist daher in den Stand gesetzt, sich bis in's Einzelne über die wesentlichen Stoginge zu orientieren. Die Verhandlungen des Reichstages und des Hessischen Landtages werden vom „Gießener Anzeiger" in breiter Ausführlichkeit wiedergegeben, die wesentlicheren Kdnlagln in Leitartikeln selbständig behandelt. Auf die Erweiterung und Vervollkommnung unserer Nachrichten „ans Stadt und Land“ sind wir, wie unsere Leser wohl bemerkt haben werden, in dk«r lrtzl en Zeit ganz besonders bedacht gewesen, und wir werden in diesen Bemühungen rüstig vorwärts schreiten. Die Zahl unserer Berichterstatter in Stadt und Land hat sich in denlrtzsten Monaten sehr erheblich vermehrt. Tüchtige Mitarbeiter sind uns auch weiterhin jederzeit willkommen. Der Unterhaltung und Belehrung dienen nicht nur die mit feffelnden großen und kleinen Erzählungen und ivtereffanten Original-Abhandlungen aus allen Wissensgebieten reM amSgestatteten „Giessener Familienblätter“, die unsere Leser vier mal wöchentlich als Beilage zu den jeweiligen Tagesnummern erhalten, sondern auch das Ffanillffiton des HauptblatteS, das über die Vorgänge auf dem Gebiete der Kunst und Litteratur eingehend unterrichtet. Den Interessen des Handels und Verkehrs xn dienen, lassen wir uns ganz besonders angelegen sein. Wünsche in dieser Hin- >sch werden wir auch fernerhin aus dem Kreise unserer Abonnenten gern entgegennehmen und nach Möglichkeit stets berücksichtigen. Unser täglicher telephonischer Kursbericht von der Frankfurter Börse dürfte für weiteste Kreise von Wert sein. Die Landwirtschaft wird sowohl in dem monatlich einmal erscheinenden „Hessischen Landwirt“ wie in dem Hauptblatte stets zu ihrem vollen Rechte kommen. Die Ziehungslisten der Grossh. hessischen Lotterie werden wir auch in Zukunft vollständig veröffentlichen. Trotz der allgemein anerkannten Erweiterung unseres Blattes nach jeder Richtung hin, trotz der enormen Steigerung der Papierpreise und sonstiger zur Herstellung einer erforderlichen Materialien, und trotz des neuen verteuerten Postzeitungstarifs — die letzteren beiden Umstände haben in vielen deutschen Orten die Veranlassung dotiW gegeben, den Abonnementspreis zahlreicher Blätter zu erhöhen — beträgt auch im neuen Jahre der Abonnementspreis des „Giessener Anzeigers“ einschließlich der ...Giessener Familienblätter“, der Monatsbeilage „Der Hessische Landwirt“ und der zwanglos erscheinenden „Blätter für hessische Volkskunde“ (redigiert von PSmf. Dr Strack), vierteljährlich Mk. 2,20, monatlich 75 Pfg, frei inS Haus, für die Postabonnenten Mk. 2,00 pro Vierteljahr ohne Bestellgebühr. Wir bitten dringend um recht baldige Bestellung, damit namentlich bei Bestellungen durch die Post keine Unterbrechung in der Zusendung eintritt. iriiP’?!1 e ond FimilieifflM .Yorker Gen l i° Berll«: GoethestrasseJ» irren Tuch, Buxk j Amtlicher Feil. Bekanntmachung. $8 Itilt.: Die Maul- und und Klauenseuche. Nachdem die Seuche in Storndorf und Ohmes, KrW Alsfeld, erloschen ist, sind die angeordneten Sperr- vuchftgeln aufgehoben worden. die Seuche unter dem Rindviehbestand des Schmiede- vmriisss Happel zu Gladenbach, Kreis Biedenkopf, ist er- losW, und die angeordneten Sperrmaßregeln ausgehoben tt>6*UhlL D3e Seuche zu Gaßfelden, Kreis Marburg, ist er- hW, und die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben tvrootitn. Kießen, den 20. Dezember 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekauutmachuug. Art'l.: Die freiwillige Versicherung nach dem Reichsgesetze über die Invalidenversicherung. Bon Pfarrer Römer in Schotten ist ein Schriftcheu fitem„kie freiwillige Versicherung (Selbstversicherung) nach deinJmvalidenversicherungSgesetze für das Deutsche Reich boi® 138. Juli 1899 in ihrer hohen Bedeutung für Hand- wKÄMister und Landwirte" erschienen, das möglichst weiter CiMtii.tiing in den beteiligten Bevölkerungskreisen wert ist, amt* dass wir deshalb den Beteiligten empfehlen können. Es ist beziehen von der H. Robert'fchcn Buchdruckerei in GEüe-rg oder vom Verfasser. Das einzelne Heftchen kostet zch« Mmiig. Stießen, den 19. Dezember 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Politische Tagesschau. Jjjf dem Parteitage der nationalliberalen Partei in KHmIsWrt a. M. am 11. November d. I. äußerte bekannt- lidwßfrr. v. Heyl, das geltende Tabaksteuergesetz von 1878 Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. sei an dem Ruin des Tabakbaues schuld, denn ihm sei es zuzuschreiben, daß der Tabakbau mit großem Verluste arbeite, wie er aus eigener Erfahrung wisse. In einer Zuschrift an die „Südd. Tabaksztg." behauptete die Heyl'sche Verwaltung ferner, daß die Ernte von 1900 nur eine Bodenverzinsung von 2,5 v. H. ergeben habe. Das süddeutsche Fachblatt erwiderte auf diese Darstellungen: Warum hat Herr v. Heyl, der zuvor in Seehof keinen Tabak pflanzte, 1897 mit Tabakbau in einem nach deutschen Tabakbau.Verhältnissen größeren Maßstabe begonnen, wenn das geltende Tabaksfieuer- gesetz den Tabakbau ruiniere? Wohl nur des Studiums halber I Wenn bei Frhrn. v. Heyl trotz eines Erlöses von 80 Mk. für den Zentner der Tabakbau nur eine Bodenverzinsung von 2,5 v. H. ergäbe, so empfehlen wir dem Frhrn- d. Heyl die Hände zu lassen von Dingen, die seine Verwaltung nicht versteht. Dort müßten ja fürwahr silberne Geräte im Gebrauch sein und fürstliche Löhne und Gehälter gezahlt werden, wenn 30 Mk. für den Zentner Tabak Verlust bedeutete in einer Gegend, wo eher ärmliche als allzu reichliche Verhältnisse landwirtschaftlicher Art vorherrschen. Schließlich weist die „Südd. Tabaksztg." nach, daß einer Einnahme von 30 Mark für den Zentner Ausgaben im Betrage von 15,28 Mark gegenüberftehen und daß der Tabakbau somit noch lange nicht zu den schlechtesten, nicht allein landwirtschaftlichen Geschäften gehöre. Hessischer Kmdtag. ßrste Kammer der Stände. M.G. Darmstadt, 21. Dezember. Die Sitzung wird um dreiviertel zehn Uhr durch Präsident Grafen Schlitz gen. von Görz eröffnet. Ihre Abwesenheit haben Prinz Solms-Rödelheim, Graf Stolberg, Prof. Dr. Schmitt-Gießen, der Vertreter der Landes- Universität, entschuldigt. Der Präsident gedenkt der inzwischen verstorbenen Kammermitglieder, Sr. Gr. Hoheit des Prinzen Heinrich von Hessen, des Grafen Solms-Laubach und des Prinzen von Solms-Braunfels. Die Mitglieder des Hauses erheben sich zu Ehren der Toten von ihren Sitzen. Der zum zweiten Präsidenten gewählte Graf Erbach- Erbach dankt für die Wahl. Der Präsident teilt mit, daß an Stelle des verstorbenen Grafen Solms-Laubach dessen Sohn Graf Otto, an stelle des Prinzen von Solms-Braunfels der Oheim des minderjährigen Fürsten, Prinz Albrecht, in die Kammer eingetreten sei. In Pflichten genommen wurde noch an Stelle des ausgeschiedenen Mitglieds v. Harnier der vom grundbesitzenden Adel gewählte Freiherr Erich Riedesel zu Eisenbach-Seckendorf. Die Botschaft Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs, in der vom Ableben des Prinzen Heinrich Mitteilung gemacht wird, beschließt daA Haus mit einer Beileidsadresse zu beantworten. Diese wird vom Büreau! und zwei weiteren Mitgliedern des Hauses um 12 Uhr überreicht werden. — Das Haus tritt in die Beratung verschiedener dringlicher Gesetzesvorlagen, zunächst in die Gehalte der Volksschullehrer betreffend, ein. Frhr. v. Heyl teilt mit, daß er seinen Antrag, wonach vom Jahre 1904 ab die Gehaltssätze der Lehrer entsprechend dem Anttag Backes zu bemessen'seien (derselbe von Abg. Köhler-Darmstadt beabsichtigte Antrag s. u. Verhandlungen der Zweiten Kammer) dm Hinblick auf die Geschäftslage zurückgezogen habe. Staatsminister Rothe hoffte, daß dieses Haus wohlwollend der Vorlage gegenüberstehe, mit der nochmals sich zu beschäfttgen nur seine Befugnis, nicht seine Pflicht sei. Die Regierung könne sich heute auch^ nicht für das Jahr 1904 festlegen. Die Stellungnahme der Regierung trage den Budgetverhältnissen Rechnung. Finanzminister Gnauth giebt ähnliche Erklärungen ab wie in der Zweiten Kammer und verweist auf die £age des Budgets. Man sei an der Grenze der Bewilligungen angekommen und müsse auf höhere Einnahmen oder Beschränkung der Ausgaben bedacht fein. Es wird hierauf der Ausschußantrag: „1. Die Erste Kammer wolle beschließen, von der ihr zustehenden Befugnis Gebrauch zu machen und sich noch einmal mit dem vorliegenden Gesetzentwurf zu befassen: 2. die Kammer wolle bei dem in ihrer Sitzung am 6. Juli gefaßten Beschluß beharren; 3. die Kammer wolle die Gesuche des Vorstandes des Hessischen Laudes-Lehrervereins und des Vorstandes des katholischen Lehrervereins für erledigt erklären", angenommen. — Den Beschlüssen der Zweiten Kammer betr. Pension der Witwe des Hofrats Becker, Anstellung eines fünften Arztes re. im Landeshospital Hofheim, die Vorlage, die Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forst- warte betr., die Erbschafts- und Schenkungs- steuer betr., die Isen bur gischen Besitz u n g e n betr., wird zugestimmt. Zur Regierungsvorlage, die Abänderung des Hundesteuergesetzes betr', wird beschlossen, daß das Gesetz am 1. Januar in Mast treten soll. Den Beschlüssen der Zweiten Kammer zu der Vorlage, den Gesetzentwurf, den Gewerbebetrieb i m U m- verziehen betr., wird großenteils beigetreten. Sie Zweite Kammer hatte im Tarif Nr. I, A, gestrichen Nr. 3 Handel mit Roherzeugnissen rc. Dem tritt tue Erste Kammer nicht bei, sondern beschließt eine andere T-assuna. Auch der von der Zweiten Kammer vorgenom- mciie weitere Strich in Tarif III, Punkt 9, L u st b a r - leiten, Musikaufführungen rc. betr., genehmigt die Erste Kammer nicht, ermäßigt aber den Satz von 3 Mk. auf 2 Mk. und läßt Ausnahmen für minder fteuerkraftige Personen zu. .Hierauf wird die Kammer bis auf weiteres vertagt. . Zweite Kammer der Stände. M.G. Darmstadt, 21. Dezember. Es findet die Wahl der Mitglieder des Sonde r a u s s ch u s s e s zur Vorbereitung der Regierungsvorlage, die Gesetzentwürfe über 1) Errichtung der Hessischen Pfandbriesbank, 2) die Landeskreditkasse und 3) die öffentlichen Sparkassen betreffend, statt. Gewählt werden die Abg. Köhler-Darmstadt, Brentano, Gutfleisch, Schmeel, Weidner, Dr. David, Jöckel, Dr. Frenay, Tr. Heidenreich. — Dem Antrag Ulrich und Genossen, die U e b e r n a h m e der Armenlasten aus den Staat betreffend, wird entsprechend dem Ausschußantrag vorläufig keine Folge gegeben. Abg. Dr. David hofft, daß die angekündigte Vorlage seinen Wünschen entsprechen werde. Abg. Leun hat beantragt, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, die in der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern unterm 18. Dezember 1874 festgesetzten Tagesgelder der Feldgeschworenen von 2 Mk. 10 Pf. auf mindestens 3 Mk. erhöhen zu wollen. Abg. Häusel und Abg. Brauer (als Berichterstatter) befürworten den Antrag, der angenommen wird. Die Vorstellung des O r t s v o r st a n d e s E r f e l d e n, die Fortbildungsschule betreffend, wird, entsprechend dem vom Ausschuß (Berichterstatter Köhler- Darmstadt) gestellten Antrag, für erledigt erklärt gegen 18 Stintmen; gleichzeitig wird indes ein Antrag Heide n r e i ch, mit Rücksicht darauf gestellt, daß die Interpellation Schill und Genossen zu keinem Beschlüsse der Kammer geführt hat, angenommen, des Inhalts, daß die Regierung ersucht wird, den Schluß des Fortbildungs- schulunterrichits für ländliche Gemeinden auf 8 Uhr abends festsetzen zu wollen. — Gegen den gegen 16 Stimmen angenommenen Antrag sprechen die Abgg. Cramer und Köhler-Darmstadt, dafür sprechen die Abgg. Schill und Seelinger. Abg. Köhler-Langsdorf bittet, für seinen Antrag, die deutsche Politik im Burenkrieg betreffend, einen Berichterstatter zu ernennen und die Verhandlung für dringlich zu erklären. Der Antrag lautet: Angesichts des gegen alles. Recht und gegen die einfachsten Forderungen allgemeiner Menschlichkeit verstoßenden Unterdrückungs- und Ausrottungskrieges, den die großkapitalistischen Machthaber Englands gegen die unserem deutschen Volke stammverwandten Völker von Oranje-Freistaat und Transvaal unternommen haben, beantragen wir: Hohe Zweite Kammer der Stände des Großherzogtums Hessen wolle beschließen: 1. Die Groß herzogliche Regierung zu ersuchen, die hessi- fdyeit Bundesratsmitglieder zu instruieren, unverzüglich den folgenden Antrag beim Bundesrat einzubringen: „Die hessischen Mitglieder des Bundesrats beantragen auf Grund der Artikel 7 und 8 der Reichsverfassung den sofortigen Zusammentritt des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und ersuchen diesen Ausschuß, alsbald einen schleunigen Antrag zur Anregung auf Einsetzung eines internationalen Schiedsgerichts zur Entscheidung der schwebenden Streitfragen zwischen England und den Burenstaaten geeigneten Orts zu ver- Ernst Eckstein Hut zwei Bücher hinterlassen, die kurz noch seinem Tode zur Ausgabe gelangten, einen Novellenband und einen Roman. Dieser Roman trägt den Titel „Der Bildschnitzer von Weilburg" (Verlag von Otto Janke in Berlin). Er spielt sich um die Mitte des 16. Jahrhunderts in unserer Gegend ab. Der junge Bildschnitzer Michael Humbracht verläßt seine Vaterstadt Weilburg. Er hat die Absicht, zunächst nach Friedberg und dann nach Berlin zu gehen, um sich in seiner Kunst am preußischen Hofe auszubilden. Doch schon auf der Wanderung nach Friedberg überfällt ihn das Schicksal. Weil er sich an den Zwetschen im Garten des reichsunmittelbaren Freiherrn v. Soldeck gütlich gethan hat, wird er gefangen genommen und in einen finsteren Turm gesperrt. Vor dem Justitiar des Freiherrn stößt er in seinem (Stimm scharfe Worte der Schmähung gegen das wunderliche Gewaltrecht aus Altensoldeckschem Boden aus und soll deswegen vom Leben zum Tode befördert werden. Wie er gerettet wird durch zarte Hände und wie er dann der neue Prophet wird der aufsässigen Bauern in den nahen Landen, das sei hier nicht verraten, um den gewiß zahlreichen Lesern die Spannung nicht zu nehmen. Auch in diesem seinem letzten größeren Werke zeigt Eckstein sein leichtes, feuilletonistisches Plaudertalent. Frisch und flott ist der ganze Roman erzählt. Der Verfasser führt uns nach zahlreichen bekannten Orten unserer näheren Umgebung, wir lernen u. a. auch den Herrn von der Baden- burg kennen und manchen anderen Besitzer benachbarter Schlösser und Burgen. Dadurch bekommt die ganze Erzählung, die leicht fließend an uns vorüberzieht, etwas uns besonders Anheimelndes. Litterarisch erheblich wertvoller ist der Novellenband. Er trägt den ominösen Titel „Nauhreif" (Verlag von Adolf Bonz & Co. in Stuttgart, illustriert von Wilh. Claudius). Allen vier Novellen, die der hübsch ausgestattete Band enthält, gemeinsam ist eine glücklich erfundene und in spannender Lebendigkeit durchgeführte Handlung, die sich wie mit Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit entwickelt und doch einen überraschenden Wendepunkt aufweist. In der Darstellung der Menschen und Dinge zeigt sich anlassen." 2. Den vorliegenden Antrag als einen dringlichen zu behandeln. Darmstadt, den 19. Dezember 1900. . Köhler-Langsdorf. Bähr. Berthold. Brauer. Cramer. Tr. David. Erk. Haas- Mainz. Korell. Leun. Ohl. Rau. Ripper. Schmalbach. Schönberger. Schubart. Ulrich. Weidner. Wolf. Abg. Wolf (als Berichterstatter) weist auf das bevorstehende Fest der Christenheit hin, an dem Überall auf Erden verkündet werde: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen". Nicht mit einstimmen in den Lobgesang vermöchten unsere stammverwandten Brüder in Transvaal und im Oranje- Freistaat. Unter dem Eindruck der Weihnachtsstimmung sei man zu diesem Anträge gekommen und wünsche, daß das Haus sein Scherflein dazu beitragen möge, wieder den Frieden dem gequälten Lande zu geben. Vielleicht werde der Antrag die Aufnierksamkeit der Herrscher über christliche Völker Europas darauf richten, daß endlich zum Heile der Menschheit und Segen des armen Burenvolkes den Gräueln ein Ende gemacht werden müsse. Er bitte, dem Anträge einstimmig mzustimmen. Die Abgg. Dr. David und Ulrich unterstützen den Antrag, indes nicht aus christlichem Empfinden heraus. Ersterer führt aus, das Christentum sei nicht im stände, politischen Verwickelungen, den materiellen Interessen, der Herrschsucht der regierenden Kreise vorzubeugen. Sie sähen in dem Anträge den Ausdruck einer allgemeinen Stimmung, die im Volk herrsche gegen die Art und Weise, wie die Reichsregierung sich in der südafrikanischen Frage verhalten habe. Man sehe darin einen Protest gegen das persönliche Regiment, das unser Volk in Abenteuern engagiere. Man unterstütze den Antrag als Protest gegen diese persönliche Auffassung der auswärtigen Politik. Abg. Schmeel spricht gegen den Antrag trotz seiner Sympathie für die Buren. Er erklärt seine Haltung damit, daß es nicht in der Kompetenz des Hauses liege, sich mit der Sache zu beschäftigen. Abg. Schmitt: Mit Annahme des Antrags werde nur ein Schlag ins Wasser geführt. Abg. Köhler-Langsdorf führt aus, daß man sich hier nicht ducken dürfe, sondern ohne Rücksicht auf Partei, ohne Rücksicht nach oben sagen müsse, daß der Gerechtigkeit ihr Lauf gelassen werden müsse. Wie das kleine Burenvolk einen großen Krieg begonnen habe, so gelinge es vielleicht dem kleinen Hessischen Landtag, etwas Großes anzurühren. Abg. Ulrich versucht nachzuweisen, daß alle Greuel nichts mit Christentum und Religion zu thun hätten, vielmehr nut ein Auswuchs der entsetzlichen kapitalistischen Entwickelung seien, das Christentum sei nicht in der Lage, die Kriegsursachen zu beseitigen. Abg. Bähr bedauert die gegenwärtige Politik Deutschlands und hält dem Zentrum vor, daß es auch Schläge ins Wasser mit seinen Jesuitenanträgen führe. Die Abgg. Weidner und Köhler-Langsdorf wünschen vom Abg. Schmeel zu wissen, was die Kompetenz des Landtages eigentlich ausschließe. Abg. Schmeel stützt sich auf die Verfassungsurkunde. Der Antrag Köhler-Langsdorf wird mit 2 2 gegen 22 St im men abgelehnt. Es stimmen dafür außer den unterzeichneten Abgeordneten die Abgg. Häusel, Joutz und Zinser, dagegen die Abgg. Backes, v. Brentano, Diehl, Dr. Frenay, Tr. Heidenreich Horn, Jöckel, Koch, Köhler-Darmstadt, Möllinger, Noack, Graf Oriola, Pennrich, Pitthan, Schlenger, Schmeel, Schönfeld, Seelinger, Reinhart, Schmitt, Haas-Darmstadt. Die Vorlage, die Besteuerung des Gewerbes im Umherziehen betr., wird mit den Abänderungen der Ersten Kammer (s. o. unter Verhandlungen Erster Kammer) angenommen, ebenso wird der von der Ersten Kammer zu dem Hundesteuergesetz beschlossene Zusatz genehmigt. Zu der Vorlage, den Gesetzentwurf, die Fülle und Treue der Beobachtung, ein behaglicher Stimmungsreichtum macht sich geltend, und in der sprachlichen Form fehlt es bei aller Anmut doch an unterscheidender Schärfe nicht. Am besten gelungen ist die „Die beiden Schwestern" überschriebene Novelle, die von einem verspäteten und verhängnisvollen Liebesfrühling erzählt; sie darf mit ihren gleichsam unmerklich gegebenen und doch überaus sorgsamen Motivierungen als das Muster einer Novelle gelten. In „Franz Döring" zeichnet uns der Verfasser den verwöhnten Salonhelden, der schließlich als Bankerotteur des Lebens zur Pistole greift, aber von dem reichen, nach entgleisten Naturen forschenden Schriftsteller für die eigene Schwester gerettet wird. Die philosophische Ader des Autors kommt in „Ludwig Mauritius" zum Durchbruch. In der konventionell gezeichneten Gesellschaft eines Badeortes lernt der ungewandte Philosophieprofessor eine vornehme und geistig angeregte Dame kennen, die den ritterlichen Amtsrichter laufen läßt, nachdem der Stubengelehrte eine unerwartete Probe seines Mutes abgelegt hat. Ecksteins ganze vorzügliche Erzähl- ungsknust offenbart sich in der letzten Geschichte „Die Tochter", deren Vater, ein phantasievoller, genialer Maler, »auf seine Erblindung hin so ihren Willen lähmt, daß sie ihm den Gifttrank reicht. Erst die Erkenntnis, daß sein Kind seinen Lieblingsschüler liebt und von ihm wieder geliebt* wird, bringt den Vater zu dem Entschluß, weiter zu leben und im Glück der Kinder das Dasein zu tragen. Nur die Kunst eines Eckstein konnte ein solches Motiv in eine Novelle verarbeiten, die uns ganz und gar fesselt. Das Eigentümliche aller vier Novellen ist, daß sie auf eine ernste Schicksalswenvung angelegt sind. Man er- wartet den künstlerisch geradezu notwendigen tragischen Schluß, den aber nur eine von ihnen bringt. Die dem Buche eingefügten Bilder haben den intimen Reiz, den nur ein dem Erzähler mit kongenialem Verständnis /folgender Maler geben kann. Mehr noch als der genannte Roman ist dieses Buch eine schöne Erinnerung an unseren verstorbenen Dichter. Tr. Franz Hirsch, der Verfasser der niedlichen epischen Dichtung „Aennchen von Tharau", Redakteur des „Neuen Blattes", veröffentlichte kürzlich in einer Berliner lttterarischen Wochenschrift Eckstein-Erinnerungen. Tr. Hirsch hat dem Verstorbenen namentlich während seiner p! i ÄM sl a Gehalte der V o l ks schu l le h re r betr., hat nach äußerung der auf ihrem Standpunkt beharrenden Kammer der Finanzausschuß beschlossen, die Justiz der Zweiten Kammer zu beantragen. Abg. Köhler-Darmstadt (Berichterstatter )• - Ausschuß glaube einen den Lehrern zu gute kommet Beschluß empfehlen zu können, damit die Vorlaqe scheitere. Er persönlich sei für diese Auffassung umfom» als er in dem Beschluß der Ersten Kammer - i überhaupt M ■ erst rechte Weihnachten. glrichgiltig, ob Schn i Hauptsache, daß der : ! $one Sachen mitbringt । ellern nach besten Aras 1 *a*nurtinigerm Slenb* V a £5 N unter ben vyut?inbet N e M schmal schwer ( «K I* Sä-?.? SÖ! tat Äff* /‘■«Äl'.V und zwar auf dem Wege der Einigung. In ihr uw! > er nicht einen Sieg der Regierung, sondern beider Tiber Kammer und der Regierung, erblicken, einen ?. t über den sich beide Teile freuen sollten und der .' größten Freude des Lehrerstandes des Landes gereift; solle. Abg. Schme et erklärt namens seiner Frennve: > nunmehrige allgemeine Zustimmung zu dem Beschluß i Ersten Kammer. Abg. Dr. David glaubt, daß man das Gefühl: Vergewaltigung haben müsse, nicht das Gefühl des Lite Die Erste Kammer hätte eine Verständigung in den Ami modifizierender Weise suchen sollen. Dann ivürdc nm von Sieg sprechen können. So müsse man wohl oder . , mit den Wölfen heulen. (Große Heiterkeit.) Der Pirs der Beruhigung (70 000 Mk.) wäre für die Regierung s u gering gewesen. Seine Partei werde nicht ruhen und sosa den Antrag Backes wieder aufgreifen. Finanzminister Gnauth: Man dürfe nicht ii wesentlich veränderte Situation außer Acht taffen; bei d früheren Kammerverhandlungen sei man allgemein i auch sein hervorragender Vorgänger, auf Schätzung amw wiesen gewesen. Heute habe man die deutliche Tprac der Budgetvorlage und er könne versichern, nur der ; stand, daß er sich am Tage seines Dienstantritts vernommen, die Kontinuität in der Geschäftsfiihrung Vorgängers voll -und ganz zu wahren, sei schuld, W nicht noch in letzter Stunde versucht habe, btealu w- gierungsvorlage wieder ins Leben au rufen, r>- trotz veränderter Situation die Regierung treu bleibe, solle man auch nicht weitere Anforderungen stellen u- sie zum mindesten auf eine Zeit verschieben/ in der i Sage des Staates eine weitere Hilfe gestatte. Abg. M o l t h a n freut sich der nochmaligen Beratur der Vorlage und bedauert, daß ein Höhergehen nickt nie: lich sei. Er bitte, die Regierung möge bis 1904 eine t? Erhöhung der Gehalte bezweckende Vorlage eiiibrin-' Abg. Wolf flankt der Regierung für ihre ftanbi’-"- Haltung. Abg. Weidner besinnt sich nicht länger, den r. schlüssen der Ersten Kammer zuzustimmen. Nach einer meist persönliche Bemerkungen den Auseinandersetzung zwischen den Abgg. Schmeel, Köhler-Langsdorf, Schmitt mü> M ' stimmung geschritten und dem A u s s ch u ßantrag ei ** di- « 190?" i ..... i nun nuHcn D i AttaMtitü, W* sfsnfr, l ßofyn her M1 unb । wir brauchen ,M Mi) i Mtr die alte erbe W I Wagen Helios in Mr - find sonderbare Geschop WaS man nicht Und was man I Am Sommer, wenn d : h-rabbrennt, sind wir hc i de richwBe unb ziehen E Winkel zurück. Und im I haben, zeigen wir uns b i unb wünschen uns Son I MvS, dem himmWi i wenn er auf bit Wirsche ii hört, unb in der llebnzei . --.ch/ machen kann, ba« ü j)ünken einrichtet. Er n tWnber verfchen. Der rdereits vorüber ist, entsp kbeffen wir uns jetzt erster i letzt seufzen. Winters An »Anstellung von einer in bli mvach, über die sich kalt und üützt im blauen Dust, t Wen NuM, Schlitten : auf btm gestvrenen Wi ! Schlittschuhläufer. So • 'iöie er in Wirklichkeit c im Zeitungsblatt zu m ! beruh selbst erlebt.- Ne - wind, das ist der JBintei ' wenn nicht bie fflffyit 1 Sonnenschein in das bi Aeußerste sehe, was unter den derzeitigen VerhälliM zu erreichen sei. Einen von ihm beabsichtigten Aiui! wonach die Kammer die Erhöhung bis zum Antrag für 1904 jetzt schon habe beschließen sollen', habe ?r w gestellt, um nicht neue Dissense zu bringen. Aber er wohl, daß die Regierung einem solchen Anträge'^ entgegentommen können, denn durch die sich fteigei Erträgnisse der Eisenbahngemeinschaft re. würden? Staatskasse neue Mittel zugeführt werden. Tie Lek, würden versuchen, eine anderweitige Regelung bii“ i‘i, zu erzielen, und im Interesse der Lebrer, der jtiunr und der Bevölkerung hätte es gelegen, daß man dich - wegung erledigt hätte. Man hätte es durch Festig für 1904 erreichen können. Er erinnere noch baran, t die Erste Kammer von ihrem Rechte, die ganze . erledigt anzusehen, keinen Gebrauch gemacht hach Staatsminister Rothe : Noch einmal liege bas An? sal der Vorlage, in den Händen der Abgeordnu^ < habe zur Sache nichts mehr zu sagen. Aus bem tu: . werde man die Richtigkeit der Haltung der Regierung , kannt haben. Praktisch gelte es jetzt, die Frage zu ioi-t Leipziger Zeit nahe gestanden. Die Persönlichke" ' - Ecksteins charakterisierter folgendermaßen: •* zug seiner Natur war eine Energie, die bis zur “ sichtslosigkeit gehen konnte. Eigentüwiw es, daß dieser Zug vielen seiner HciM"' genossen, den Kinde-m der Stadt Glkk .- eigen ist. Karl Vogt und Wilhelm Lied 'n1- hatten ihn auch. Dazu gesellt sich die starke gegen jede Unnatur, gegen Ziererei und konvenio - Formenhohlheit. Er, der Meister der schönen ö0*"' im ihm in seinen Sck>riften oft über den Inhalt ging. ft gesellschaftlickTen Leben ein Feind der Form. L‘enn vielen, die ihn nicht näher kannten, als cynisck t er sagte rücksichtslos seine Meiimng, wenn er un* etwas sagte. Sah er fremde, oder ihm antipaM'^^ schen, so Pflegte er in sieben Sprachen — er vE lich soviel — zu schweigen. Fühlte er sich abera- behaglich, so konnte er so amüsant, so drastäck ■ungi- zählen, konnte gegen alle möglichen Zöpfe,■ u Mädchen ausgenommen, so wettern, dklß die Feinen gewaltig erschraken. In dieser Hinsiwl ■ er an Bogumil Goltz, der, wenn er mit fei.n.hprr01^ stimme in klugen, aber derben Worten gegen die ü Gesellschaftsordnung eiferte, die üngstlichen zittern machte. Und er konnte auch, wie $erlln.: hassen. Ich erinnere mich, wie ein namhafte ,, Kritiker, der in Leipzig zum Besuche weilte un i pfl6 Restaurant zu Eckstein und mir an den TuG i v Eckstein außer einer kalten Erwiderung des . nicht ein einziges Wort erhielt. Eckstein nahm: em a : i zur Hand uno las, während mir die pewuM blieb, die Unterhaltung zu führen. Erst fpater e i daß der Berliner Aristarch in allerdings vor J . rechter und ungehöriger Weise ein Eckstein sau- Zielscheibe seines Witzes gemacht hatte." AdolfBartels hat in seinem soeben in . erschienenen vortrefflichen Buche „Die deu l ] [ tung ber Gegenwart-- (Verlag v°n Eb Men in Leipzig) Ernst Eckstein nur flüchtig vehanoe^ wie die genannten Bücher Ecksteins ^nn ' dieses Buch als Weihnachtsgeschenk für jede freund nur bestens empfehlen. ^QutraJ' "stadt (5*. UM SK KW ! Einem solche^ t' durch bi, h >«gkmmsch,i, ?’ Mn »etb^ ■ nbertoeitige $Mil.; W dr- rK- ne.5 Stiege«,® , $a",^ tg d« ■ u erinnere hm e«Nte,bie 5 Kbr-uch gematf fanden der Abaer P Zu sagen. Au- oer Haltung bcr j tte es jetzt, die^ , der Einigung. ;• legrerung, sondern > ^erung, erblidev le freuen sollten x erstandes des Lank, irt namens feiner iftimmung zu dein - ubt, daß man da-1 fe, nicht das W.- ne Verständigung i; Heu fallen. Saiu So müsse mansüt (Große heitM i !t) wäre für bitte rtei werde nichts : aufgreifen, uth: Man dein ation außer M itungen fei v: Vorgänger, am abe man diM'r könne versiVZ^ ige seines?iW- in der z zu wad« ibe veyLk oie > is Ren^W^ - 7 bie re Xnforberiin^ - Zeit verschiebe' text W Man , M tet uochM/^ , daß ein MM,' lierung M dis ezweckende W tj; t Regierung tot sich «W* imer online WM wiscke« M * igsdors, Schsti 5mA"sschu« nbeti. $'e F KS$ SS t un» ®Äi «'(eilt I'ch°E„ W Ss5 ÄKs !ZSi! :^L ch, "L.Ä V ^Äide^S„pA rC’ JJ S*t 'ij ' ur L, ä i*** Damit ist die Vorlage an - schrieben sein und Angaben über Schulbildung und Pro« 1 fession enthalten. Den Meldeschein stellt der Zivilvorsitzende I der Ersatzkommission des Aufenthaltsortes aus. △ Burkhards, 20. Dezember. Jüngst fuhr ein Hau- I sierer mit einem hiesigen Bürger nach dem benachbarten I Gedern. Unterwegs stieg ein 15 jähriger Bursche von hier I auf den Wagen, um mitzufahren. Während sich der Fuhr- I mann mit dem Hausierer unterhielt, öffnete das Bürschchen I den Aasten des letzteren und entnahm daraus eine Anzahl I Messer, Uhrketten, Hosenträgern, dergl. In Gedern erst merkte I der Mann seinen Verlust. Bei der sofortigen Durchsuchung I der Taschen des Burschen fand man die vermißten Gegen- I stände vor. Die Sache wurde sofort zur Anzeige gebracht, j Röhrmoo s(Spessart), 21. Dezember. Der Bauernbursche I Josef Schlummer aus Rettenbach wurde erdrosselt und I beraubt als Leiche auf einer Wiese zwischen Vierkirchen I und Rettenbach aufgefunden. Nach bisherigen Ermittelungen I ist der Raubmord am Sonntagabend zwischen 5 und 7 Uhr I ausgeführt worden. FC. Darmstadt, 21. Dezember. Aufsehen erregt die I Mitteilung, daß die bekannte hiesige Bankfirma Marx I Söhne in Zahlungsschwierigken geraten sei. Ver- I wandte hoffen den Konkurs durch Herbeiführung eines I Arrangements abzuwenden. I Worms, 21. Dezember. In einer von Frhrn. v. Heyl I zu Herrnsheim auf gestern Abend einberufenen Versammlung I wurde beschlossen, Pfingsten 1901 hier das 2. Hessisch- Pfälzische Musikfest abzuhalten. Das 1. fand 1893 ebenfalls hier statt. Wie damals, so übernimmt Frhr. v. Heyl auch diesmal die Kosten für das Aufschlagen des I Podiums in Höhe von 3000 Mk., so daß von Garantie- I Zeichnungen abgesehen werden kmmte. Ludwigshafen, Frankenthal und Neustadt haben ihre Beteiligung zugesagt, Speyer I hat abgelehnt. Als Orchester ist vor Allem an das Mainzer, I durch Kräfte aus Mannheim und Darmstadt verstärkte I Stadtorchester gedacht. Die entsprechenden Ausschüsse (6) I wurden sofort gebildet. Am 1. Tage soll das Oratorium I „Die Zerstörung von Jerusalem" von Klughardt I unter Leitung von Krebitz aufgeführt werden. Der 2. Tag I I soll Sachen von Wagner, Brahms, Mendelssohn, Proseffor : I Gernsheim usw. bringen. Marburg, 21. Dezember. Ein neuer Tric wurde von I einem Gaunjerpaar in einigen hiesigen Geschäften in I Anwendung gebracht. Die gut gekleideten Leute baten im Auftrag einer Wohlthätigkeitsgesellschaft um zurückgesetzte I und ramponierte Maaren für eine Weihnachtsbescherung. I Sie wollten freilich bezahlen. Während nun in dem Ge- I dränge rasch nach dergleichen Sachen gesucht^ wurde, ver- I schwanden jedesmal einige Prachtstücke der Weihnachts- I ansstellungen in die Taschen der Gauner, resp. den Korb I der Frau. Die „Wohlthäter" verdufteten dann mit dem I Bemerken, später wiederkommen zu wollen. Sie sind nun- I mehr von hier verschwunden und werden wohl ihr Hand- I werk anderswo fortsetzen. H. Hanau, 21. Dezember. Landgraf Alexander I von Hessen ist auf seinem Schloß PhilippSruhe zu kurzem I Aufenthalt angekommen. Aus diesem Anlaß fand gestern I große Hofjagd statt. FC. Hanau, 21. Dezember. Die hiesige Hand eis - I kammer trat dem Handelsvertragsverein, der zur I Agitation gegen die Lebensmittelzölle gegründet wurde, mit I einem Jahresbeiträge von 300 Mk. bei. FC. Wiesbaden, 21. Dezember. Der Oberlehrer I am hiesigen Realgymnasium August Schodtler wird seit I Mittwoch nachmittag 5 Uhr vermißt. Er wurde zuletzt I auf einem Spaziergange nach Biebrich in der Nähe der I Adolfshöhe gesehen. Man fürchtet, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Kleine Mitteilungen aus Heffeu und >eu Nachbarstaaten. I Die Stadtverordneten von Offenbach beschlossen ein« I stimmig, bei der Regierung in Darmstadt dahin vorstellig I zu werden, sie möge im Bundesrat gegen jede Erhöhung I aller Lebensmittelzölle stimmen. — Der Obermüller der I Spatmühle bei Herborn ist ins Getriebe geraten und in I Stücke gerissen worden. — Bei der Handelskammerwahl in I Bingen wurde der langjährige Vorsitzende Kommerzienrat I Coblenz wiedergewählt Neugewählt wurden Tabakfabri- I kant Karl Gräff, Weinhändler Karl Geßner und Kolonial- I warenhändler Karl Pennrich. — Kommerzienrat Baruch I in Worms begeht heute (am 22. Dezember) das 25jährige I Jubiläum seiner Handelskammermitgliedschast. fihfinmig bei getreten. Geburten. Dezember. 10. Dem Schubmacher Joseph Wtedmüller eine Tochter, Katharine Susanne. 11. Dem Vizefeldwebel Heinrich Becker zwei Töchter, Friederike und Margarethe. 12. Dem Büchsenmacher Otto Schönau eine Tochter, Marie Anna. 13. Dem Barbier Adolf Langsdorf eine Tochter, Anna Karoltne. 14. Dem Lokomotivheizer Georg Hartmarn ein Sohn, Albert. 16. Dem Kaufmann Ferdinand Baer ein Sohn, Theodor Ferdinand. Gestorbene. Dezember. 7. Heinrich Ferdinand Becker, 8 Jahre alt, Sobn von Schuldiener Friedrich Becker dahier. 15. Otto Heinrich Jakob Hahn, 4 Jahre alt, Sohn von Bierkutscher Georg Hahn dahier. 15. Albert Babel, 3Jahre alt, Sohn von Eisendreher Heinrich Babel dahier. 16. Anna Elisabethe Bayer, geb. Spiegel, 63 Jahre alt, Wittwe dahier. 16. Emm« Weiland, 2 Jabre alt, Tochter von Emil Weiland zu (unbekannt). 16. Peter Setffel, 8 Monat 15 Tage alt, Sohn von Zimmermann Christian Steffel dahier. 16. Gustav Kirsten, 3 Monate alt, Sohn von Ausläufer August Kersten dahier. 17. Martha Hahn, 7 Monate alt, Tochter von Bierkutscher Georg Hahn dahier. 17. Ottilie Bertha Marte Juliane Katharine Eisin- bach, 3 Jahre eit, Tochter von Dtenstmann Kaspar Etsenbach dahier. 17. Heinrich August Pitz, 9 Monate alt, Sohn von Omniduskutscher Karl Pitz dahier. 18. Kail Wilhelm Lemp, 3 Jahre alt, Sohn von Schlofier Wilhelm "Lemp dahier. 18. Richard Pi vschold, 63 Jahre alt, Privatier dahier. 18. Georg Delke, 1 Jahr 9 Monate alt, Sohn von Kutscher August V;lke dahier. 18. Marte Elisabethe Becker 3| Jahre alt, Tochter von Fabrikarbeiter Ludwig Becker dahier 18. Katharine Schäfer, 1 Jahr alt, Tochter von Erdarbeiter Johannes Schäfer dahier. 18. Johannette Schmidt, 8 Monate alt, Tochter von Straßenkehrer Ludwig Schmidt XII. dahier. 18. Karoltne Marte Pitz, 1 Jabr alt, Tochter von Taglöhner Heinrich Pitz dahier. 19. August Louis Schupp, 1 Jahr «lt, Sohn von Maurer Johann Georg Schupp dahier. 21. Katharine Becker, 1 Jahr alt, Tochter von Fabrikarbeiter Ludwig Becker dahier. 21. Elisabeth EtßfrUer, 14 Tage alt, Tochter von Schuhmacher Theodor Eißfehler dahier. a iiern irnme n. . I 1 ?ibg. Ulrich bittet, des grausamen Spiels nun aber I ; eiifflSniDe zu machen und das Haus zu vertagen. — Gegen I Auffassung des alle Verantwortung ablehnenden Pra- I ft ■t-ü’cn Haas wird dies gegen 7 Stimmen beschlossen. I SWs; der Sitzung halb 1 Uhr. Der Wiederzusammmen- I tv ist der Kammer wird wohl Ende Januar 1901 statt- I friW I Aus Stadl md Land. Gießen, 21. Dezember. I *« Den kürzesten Tag des Jahres haben wir nun hinter I uri?, endlich sind wir, Gott sei Dank, wieder so weit. Und I n uin machen wir'S alle, wie Till Eulenspiegel bei seinen I i JingVertien, und freuen uns, daß die ungemütliche, dunkle I i j,.ril ih ren tiefsten Stand erreicht hat, und daß es nun I mriibtr aufwärts geht, dem längsten Tage entgegen. „Mehr I f D!" rufen wir mit dem sterbenden Goethe in diesen I LGochco der Nebel und der Finsternisse, denn wir brauchen I Licht, wir brauchen die Sonne, um uns wohl und be- I hjaM zu fühlen, und weder Petroleum noch Stearin, I tmititt Gas noch Elektrizität, nicht einmal Teslas Licht der I Stonft vermag uns die Strahlen zu ersetzen, die schimmernd I NM die alte Erde hinfluten, wenn droben „seinen goldenen I Sägen Helios in stiller Majestät", lenkt. Ja, die Menschen stfüib fomberbare Geschöpfe: WaS man nicht hat, das eben brauchte man, Und was man hat, kann man nicht brauchen. I Im Sommer, wenn die Sonne glühend auf unsere Scheitel I btetabbrennt, sind wir höchst unzufrieden über diesen embaras I diae ridnesBe und ziehen uns irgendwohin in einen schattigen I Wnfel zurück. Und im Winter, wo wir Schalten die Fülle I hieben, zeigen wir uns damit durchaus nicht einverstanden, I uite wiünschen uns Sonnenschein. Man kann es Sankt I ptlru^ dem himmlischen Wettermacher, nicht verdenken, I i xtnn er auf die Wünsche der Erdbewohner gar nicht mehr I r, Ürt, ii nd in der Ueberjeugung, daß er es ihnen doch nicht I t • fy machen kann, das Wetter nach seinem eigenen Gut- I Sillen einrichtet. Er muß sich dabei aber manchmal im I Kinder versehen. Der Angabe z. B., daß Winters Anfang I btenils vorüber ist, entspricht das Wetter nur sehr wenig, btejfen rwir uns jetzt erfreuen. Oder vielmehr, unter dem wir jeHl seu fzen. Winters Anfang! Die Worte rufen in uns die MsisteLung von einer in blinkenden Schnee gekleidetenLandschaft muih, i der die sich kalt und klar der Himmel spannt. Die Ferne u'Lgl im blauen Duft, ein frischer Wind streicht durch die klchen Bäume, Schlitten klingeln über die Wege Hin, und aiwf bem gefrorenen Wasserspiegel tummeln sich fröhliche r-Wtfschvhläufer. So stellt man sich den Winter vor. L M er in Wirklichkeit ausfieht, — „ersparen wir es uns, iimZeiitungSblatt zu melden, was lesend man und schau- bikitnb f elbst erlebt." Nebel und Schmutz, ein bischen Herbst- wM, löafl ist der Winter, der uns Heuer grämlich anschaut; nrneni nicht die hübschen Mädchen von Gießen ein wenig LZi«iineinschein in das düstere Straßenbild brächten, thäte n W arm besten, bei diesem Wetter aus seinen vier Pfählen Erhaupt nicht herauszukriechen. Weiße Weihnachten ist | erfrechte Weihnachten. Unseren Kleinen zwar ist es ziem- i li itsgleichgiltig, ob Schnee liegt ober nicht. Für sie ist die HMsjache, daß der Weihnachtsmann ihnen recht viele fitzm Sachen mitbringt. Und dafür sorgen ja auch die Mtrn nach besten Kräften, vorausgesetzt, daß die Weih- n iuDMsur nur einigermaßen befriedigend ausfällt. Prüfend uimwÄhlend ziehen sic an den Spielwarenauslagen vorüber uM:d suchen sich unter den dort auögebreiteten Schätzen aus, wtii ihrer Kinder Herz erfreuen kann. Freilich fällt die M»thl manchmal schwer genug. Auch auf diesem Gebiet unctl eine immer größere Reichhaltigkeit und zugleich ein LÄPus entfaltet, von dem unsere Väter noch keine Ahnung hüuM. Allerdings sind die kostbarsten Spielsachen nicht ituiitc die besten. Ein richtiges Spielzeug muß eben nicht mm zumi Ansehen, sondern auch zum gründlichen Aufaffen d ü sem. Und seltsam ist es eigentlich nicht, daß unsere Älinier mit einem einfachen Gegenstand, der einen kräftigen PW vertragen kann, lieber spielen, als mit einem Pracht- jtriü’d, bas ihnen nur mit dringender Ermahnung zu vor- si'Mger Behandlung in die Finger gegeben wird. Die kMe Hilde läßt alle ihre Paradepuppen in der Kommode liihggtn und verschwendet den ganzen Schatz ihrer Zärtlichkeit am einem alten Puppenbalg mit zerstoßenem Kopf. Und bitt! bide Hans straft seine herrlichen, fast künstlerich ge- fcfamien Menagerieinsaffen und Zinnsoldaten mit Verachtung u'tiipüelt mit seinen uralten Bauklötzen, die für seine kindisch Phantasie Golt weiß was alles bedeuten. Im Grunde gilt1 immen ist es gut, daß es so ist, daß wenigstens unsere #li:ibtr sich von der lähmenden Blasiertheit frei halten, blktttn ichleichendes Gift immer weitere Kreise verseucht. Kuustvereiu. In der Gemälde-Ausstellung imiTmrrnhaus am Brand ist eine kleine Serie Aquarelle „^Wiizenen und Jagdtiere" von dem bekannten Zoologen, WÄ.ator und Maler Adolf Müller und von dem Wckc und Kupferstecher W. B ayrer, beide in Darmstadt, mW amdgefteöt. •« Der verhaftete Postfchwiudler Zwirner von hrer hat, mra di« Ermittelungen ergeben haben, auch in Straßburg i.i 6, als „Studiosus Eberhard" Betrügereien verübt. »• Die alten Frachtbriefformulare werden auch noch nach b,ttn U. Januar 1901 von den Güterabfertigungsstellen wAMEmen, wenn durch handschriftliche Aenderung der dormjenigen der neuen Formulare angepaßt ist. •* Militärisches. Diejenigen jungen Leute, welche beab* siichiM, im Oktober 1901 als Zweijährig-Freiwillige bi^irelegraphen-Bataillon Nr. 3 in Coblenz euejülmeten, mögen bis zum 15. Februar 1901 einen Lebens- Mif mter Beifügung eines Meldescheines zum freiwilligen Ein- ttmüM „dasGeschäftszimmer des Telegraphen-BataillonS Nr 3 ite ÜoBHeni" einsenden. Der Lebenslauf muß persönlich ge- Uermischtes. * Budapest, 21. Dezember. Unbekannte Thäter setzten die hölzerne Eisenbahnbrücke zwischen Marst und Szu- zany in Brand. Der Zug konnte rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, sodaß größeres Unglück verhütet wurde. Handel und Uerkehr. Volkswirlschast. H. «pielhagen-Banken. Man schretbt aus Berlin: Mit der Verhaftung ver Direktoren der Sptelhagen-Banken ist tm Grunde genommen bie ganze Angelegenbett in ein entschrtdendeS Rollen gekommen. Denn es wird dadurch doch daS Strafbare tn den Handlungen velschtedener bisher sehr angesehener Männer ohne wettere» zugegebe >. Die Aktien sowohl der Sptelhagen-Bank als der Deutschen Grunbschuld-Bank (letztere allerdings noch nicht 7 Proz.) find trotz dieser Nachricht etw-s besser gewesen. Andererseits kann es nicht gerade vertrauensvoll berühren, daß die Aktien der Pommerschen Hypotheken-Bank, sowie der mit dieser liierten Mecklenburg- Strelttzer Hypotheken-Lank gestrichen waren. Wir machen darauf aufmerksam, daß an sich der Berliner Kurszettel sehr streng gemacht wird, während z. B. bet Obligationen und Kommunai- Pap eren die Kurszettel anderer Börsen unter Umständen auch den letzten Kurs stehm lassen. Vielleicht wäre eS wichtig, zu erfahren, ob die Verhaftung jener Direktoren aus allgemeinen Gründen oder wegen eivzelner besonderer Thalsachen erfolgt ist. H. Aktive oder passive Direktoren^ Eine Erklärung des Direktors Schmidt von der Spielhagen Bank und der Deutschen Grundschuld-Bank, sowie vom Aufstchtsrat der Pommerschen Hypo- theken Bank gehl dahin, daß man ihn, soweit die Sptelhagen-Banken Arbeiterbewegung. PittSburg, 20. Dezember. Das Syndikat der Glasarbeiter hat einen Beschluß gefaßt, wonach von jedem Mtgliede ein Beitrag erhoben wird, der auf 1'/, Prozent der Löhne festgesetzt ist. Die auf diese Weise gesammelte Summe soll den ausständigen Glasarbeitern Belgiens übersandt werden, weil der Sieg dieser Arbeiter einen günstigen Einfluß auf die Ausdehnung des amerikanischen Glashandels, namentlich auf den europäischen Märkten haben würde. Auf der diesjährigen Weltausstellung zu Paris wurde der Groß- feldaer Kummet- unv Geschirrfabrik Inhaber Louis Volzing, für gan- hervorragende Leistungen die goldene Medaille zuerkannt. Das ausgestellte Patentkummet in verschiedensten Systemen und Ausarbeitungen muß in Bezug auf Neuerungen und sehr akkurater Arbeit als muster- giltig bezeichnet werden. Tausende von solchen Kummeten, welche sich bezüglich vorzüglicher Paßformen und Haltbarkeit stets eines guten Rufes zu erfreuen hatten, find im Gebrauch. in Betracht kommen, von aller Einsicht in die grundlegenden Geschäftszweige „hermetisch abgeschlossen" gkhalten habe. Da der genannte Direktor weder unmündig noch geisteskranr M, id wird er wohl die genauen Folgen dieses Srldstbekenntnisses sich über- legt haben. ES trifft ihn damit eine so große Verantworllichkeit, daß wir kaum glauben, mit einer blos zivilrechtlichen Ahndung diese ganze Angelegenheit erledigt zu sehen. Handelt eS fick doch hierbei nicht um eine plötzliche FretheitSberaubung, sondern um ein lahre- langes Verhüllen der wirklichen Verhältnisse, bei dem ein Mann in dieser Stelle zum mindesten halte merken müssen, daß man hm diejenigen Dinge, die er durch NamenSunterschrtst 'n der Bilanz mit zu verantworten hat, überhaupt nickt mit teilt. Vielleicht ist di es fast naive Erklärung das Schlimmste überhaupt, waS in dieser ganzen so ungeheuren Komplikation an Ueberraschendem geleistet rottben kann. Denn die pekuniären Verluste, so groß sie auch fein mögen, sind nicht so sckädlich wie die moralischen Folgen, die stck alSbald geltend machen könnten. Wenn eS so weit kommt, daß ras Publikum Direktoren in den Gen.ralversammluneen «m Vor'lanvs- tische sitzen steht, von denen es überhaupt nicht weiß, ob diese nicht einfach Komödie spielen, wenn wir nachgerade gezwungen werben, bei j-der Bilanz zu fragen, ob deren U.-tersckriften auch wirklich von ! Männern herrühren, die nicht „hermetisch" aogeschlossen waren, so tritt eben das AllerSrgste ein: ein grenzenloses Mißtrauen- ES notieren: Ruhr-Fetwuß^Körnung I und H WW. 240 bi» Mk. 250, Nußschmtedekoblen Mk. 220 bs Mk. 230 .Deutsche Anthracit-Nußkohlen Mk. 380 bis 390, englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 430 bis Mk. 440, Ruhr-Flammnuß Körnung I und H Mk. 240 bis Mk. 250, Ruhr - Flammnußkodlen III Mk. 220 di» Mk. 230, Fettschrot Mk. 190 bis Mk. 200, Ruhr-BruchcokS Mk. 330 I bU Mk. 340. Alle« ver 10 Tonnen ab Mannheim. Durch bas I kältere W-lter ist di- Nachfrage nach Hausbrand-Kohlen und EokS I wieder stärker geworden. Epiri tiiS. Spiritus war an der Berliner Börse in dieser Woche 10 Pfg. I billiger, die Zufuhren waren hinlänglich, und fanden von den rrngsreren I Spritfabriken prompte Aufnahme. Der Ring hat, wie wer schon tn I unserem letzten Berichte bemerkten, Ende der letzten Woche seine General- I Versammlung abgehalten. Wir glauben kaum, daß dteselbe sehr ruhig I verlaufen ist. Es ist wohl anzunehmen, daß sich diejenigen Betriebe, I welche sich durch die Uebermacht des Großkapitals in ihren Interessen ge- I schädigt fühlen, widersetzten, und ist denselben nur zu raten, weiterhin I die Augen offen zu halten, und ist nicht anzunehmen, daß diese mittlere I Interessen auch fernerhin die Lückenbüßer für die Plusmacheret der I Großbetriebe bleiben werden. Auf die Bilanz selbst kommen wtr näch- I stens zurück, sobald die gegebenen, Zahlen eine exakte Besprechung er- I möglichen. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche wurden einige hundert Zentner tn I Herxheim zu Mk. 27, in Ilvesheim eine Kleinigkeit zu Mk. 18 verkauft. I Die noch am Dach hängenden Tabake können wegen zu feuchter W,t- | terung nicht abgehängt werden und ruht auch deshalb das Einkaufs- I geschäft. In alten Tabaken wurden zirka 250 Zentner 1898er rhem« I bäurischer Tabake zu Mk. 26 und in Landau zu Mk. 25 an Händler verkauft. Sonst ist das Geschäft in Anbetracht der bevorstehenden I Feiertage sehr mäßig. In losen pfälzer Rippen geschäftslos, lose seine I Mk. 8,50 bi« Mk. 9, gebündelte Mk. 11 bis 12. — Rach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher I Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheismp?0di»tti0« des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat I November 1900 auf 710 018 Tonnen, darunter Puddelroheisen und I Spiegeleisen 134 742 Tonnen, Bessemerroheisen 44 294 Tonnen, I Thomasroheisen 399446 Tonnen und Gießereiroheisen 131536 Tonnen. I — Die Produktion im Oktober 1900 betrug 742 ?20 Tonnen, im I November 1899 664 388 Tonnen. — Vom 1. Januar bis 30. Novdr. I 1900 wurden produziert 7 630 952 Tonnen gegen 7 384 231 Tom en I im gleichen Zeiträume des Vorjahres. AilSMg aus de» Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. Dezember. 17. Maximilian Josef Schröter, Küchenchef in I Frankfurt a. M., mit Elisabethe Gliger zu Rödelheim. EhefchlieLuugeu. Dezember. 18. Ludwig Müller, Bäcker zu Gießen, mit Karoltne I Müller daselbst. Heu eröffnet! 8241 zahlbar. zrr verkaufen. 05284 8247 7893 20 Löwengasse 20. Fernsprecher ili. 8245 Antwerpen] empfiehlt 7921 nach Montagabend bei Kamerad m Sonntags geschlossen! Peter Berg. 05316 8288 Arbeiiskleider! NMWMi Vereine 3n nerkaufen zum Würzen Verkauf gegen bar Deutsche und englische Stoffe von 4.50 bis 20 Mk. Gummä-Waam jeder Art, Preis], gratis und frc. Ad. Arras, Mannheim, Rosengartenstr. 4. Der Vorsitzende des AufsichtSratel He'inr. Volkmann II. Nähmaschinen Nadeln bei unserer GesellschaftSkasse in Gießen, sowie beim Baukhause Gal. 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Wer KL-ZS-r fr tinc | |1 fo liege ff de .|3ÄrV^ aller ü ölQnti 6eteiU fm | fr < ____________________________________ ist aufottotbtfliliC bequem, sparsam und billig, v» M schwachen Luppe, Saucen unv augenblicklich einen überraschende^ ------------------------Wohlgeschmack zu geben. Es soll w «wfr weise verwendet werden. Leere Originat-Fläsckchen werden billigst Mit Maggi s Bouillon-Kapseln bereitet man dagegen — ohne vnm 3 lhalen als kochendes Waffer — augenblicklich vorzügliche ^leifMiWe extra starke Kraftbrühe. — Jede Kapsel ä 13 Pfg bezw. 16 Pfg. enthalt I einzelne Portionen. _ „ 'J Karl Schwaab, Hoflieferant, SesteröM-^ Kar;rr Kananknvößel nu Länger, zu verk. Sonnenstraße 18. Z0V bis 900 cbm guter Mutterbodm 05298 abzugeben. Schiffenbergerweg 58. % 82291 Gut frequentiertes Vk Hotel in einem Städtchen der Provinz Ober« Hessen — Eisenbahn-Knotenpunkt — mit Saal, schönen Räumen und (Sorten, dazu gehörig die einzige stark benutzte Brückenwaage am Platze, steht zum Verkauf Reflektanten wollen sich unter V Z 6 an Haasenstein & Bögler, Slkt.«Grs., Frankfurt a. M„ wenden. Abbazia-Veilchen von Hahn L Hasselbach, Dresden, herrlich, wie frisch gepflückte Veilchen duftend, h Fl. 1,50 und 2,25 Mk. bei Franz Klenker Friseur, Seltersweg 16. Geschlechts-, Haut-, Hals-, Nasen- und Ohrenleiden Spezial-Arzt Dr. Holtz, Frankfurt a. M, Zeil 44a, neben der Hauptpost 7545 Kekanntmachung In das hiesige Güterrechtsregister wurde eingetragen, daß Peter Minke und dessen Ehefrau Anna Marga« retha Karoline geb. Schwalb zu Gießen durch Vertrag vom 8. Dezember 1900 Errungenfchaftsgemein- schüft gemäß §§ 1519 bis 1549 B. G. Bs. vereinbart haben. 8242 Gießen, am 17. Dezember 1900. Großherzogliches Amtsgericht. VeKanntmachung. In dem Gemeindehause an der Lonystraße ist ein großer Keller per 1. März k. Js. anderweit zu vermieten. Offerten an den unterzeichneten Vorstand erbeten. Gießen, den 19. Dezember 1900. Der Vorstand der isr. Religionsgemeinde Gießen. _______S. Heichelheim. 8240 Verdingung Die Arbeiten und Lieferungen zur Jn-- standsetzung des Vizinalweges Weilmünster —Möttan—Kraftsolms, innerhalb der Gemarkung Möttan, sollen in einem Lose im öffentlichen Verdingungsverfahren vergeben werden. Erforderlich find u. a. die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung von 7100 qm Packlage, 12400 „ Decklage, 270 „ Grabengestück, 280 „ Basaltpflasterrinnen u. 130 lfd. m Cementrohrkanälen. Schriftliche Angebote sind verschloffen und äußerlich mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 7. Januar 1901, vormittags 10 Uhr, an die unterzeichnete Dienststelle 'einzu- rcichen, zu welcher Zeit die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der erschienenen Dieter statrfinden wird. Die Bedingungen können im hiesigen Amtszimmer eingesehen werden, woselbst auch die Angebotsformulare gegen Erstattung von 90 Pfg. Sckreibgebühr pro Stück bis Donnerstag den 3. Januar 1901 bezogen werden können. Erkundigung beim Wgeemeister Strödt er in Weilmünster. 8243 Diez, den 20. Dezember 1900. HDie Landesbauinspektion. Auskunft ertheilen 2 Red Star Linie in Antwerpen, ■loh* FTw Schaaf in Giessen H. KHppstein in Langsdorf Arr und Verkauf von gebrauch'en Möbeln, Letten, Kleidern, Wäsche, vesen tu Herden, Gold- und Silbersache«, Autigui» tüten, Metallen, Eise«, Lumpen und Knoche«, sowie Uebernahnre ganzer Einrichtungen. 596 Louis Rothenberger Wwe. 6» bi- 7000 Mk. werden von pünktlichem ZinSzahler auf Grundstücke zu leihen gesucht. Offerten unter P S 05295 an die Expedition dieses BlatleS. Giessener StadttheatJ Sonntag den 23. Dezember i nachmittags 4 Uhr» Mchnachts-AnssührW VW' Märchenzauöer. Märchen in 8 Bild-rn von *** Mrchner-Kirchberg. Abends 8 Uhrr . Zweites und letztes KaM der Kcrrn 3f- -W*'01' Jockos Abenteuer