Nr. 223 Zweites Blatt Sonntag den 23 September 150. Jahrgana 1900 Heneral-AnMer Amts- und Anzaigablatt fu» den Ureis Gietzen Ilniiltüi imfc AaiAwi* Der Krieg in Südafrika. »ee L » t« igrn zu bet xchmitt«-» Mr bw Seg wf^ebicnben Shummr M Htm. K Stzr. ®8t Snzeigrn-BermitttungSstellen de- In- und «u-laudM aehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., au-wärl- 20 Pf,. frtotürt M«n< Hit des Bit ^cfctwt GrMsbeitazr«: Gießemr Famitienblätter, Der heWhe Landwitt Mütter Mr heMche UMskuu-r. Adresse für Depeschen: Anzetgrr Fernsprecher Nr. 5L Nezugspretr vierteljährl. Mk. 4M monatlich 75 Pjg, mit Bringcrlohn; durch die Abholeste«« vierteljährl. Mk. 1,», monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäha. mit Bestellgeld. Die Wirren in China. Aus London, ging uns heute Vormittag folgendes Telegramm zu: London, 22. September. „Morning Post" meldet aus Paris: Sämtliche Großmächte haben den Vorschlag Deutschlands angenommen. Eine Meinungsverschiedenheit besteht nur noch wegen Auslieferung der Schuldigen. Und aus Washington kommt folgende Depesche: Washington, 22. September. In dem gestern abgehaltenen Mmisterrate wurde der Wortlaut der Antwort auf die deutsche Note fest- gestellt. Der Entschluß der amerikanischen Regierung steht in Ueberein- stlmmung mit den bisher abgegebenen Erklärungen. Es wurde die georditV* * $ Pekings seitens der amerikanischen Truppen an- I ausgesprochen worden sei, einen Spezialgesandten nach Berlin zu schicken, um der deutschen Regierung das Bedauern über die Ermordung des Frhrn. v. Ketteler auszudrückeu. Die Frage der Entsendung eines Spezialgesandten mit dem angegebenen Auftrage könnte überhaupt erst nach Erledigung der Forderungen, daß eine ausreichende Sühne für das Geschehene allem anderen voranzugehen habe, in Erwägung kommen. Aber auch daran glaubt das genannte Blatt nicht, daß ein Mandarin von dem Range AingtschangS als geeignete Persönlichkeit für die Erfüllung der Mission anerkannt werden würde. Auf die Nachricht von der Ankunft der Freifrau von Kettelerder Witwe des ermordeten Gesandten, in Tientsin, richtete der Kaiser an die schwergeprüfte Frau folgendes Telegramm: „Wie in der langen Schreckcnszeit, die Sie, gleich im Beginne Ihres Gemahls beraubt, seelenstark überstanden, begleitet Sie auf dem Heimwege meine herzliche Teilnahme. Mein Volk trauert mit Ihnen. Tröste Sie Gott!" Freifrau v. Ketteler sprach dem Kaiser ihren tiesempsundeneu Dank für die Teilnahme aus. • . * Telegramme de- Otetzeuer Anzeiger-. Berlin, 22. September. Aus Shanghai wird gemeldet: Walderseewirdim Kaiser-Palast iw Peking sein Hauptquartier errichten und bie Drachenflagge durch seine Standarte ersetzen. Dadurch ^werden wohl die Chinesen von der Meinung abkommen, daß die Fremden in Peking nur geduldet werden. Der chsi- nesische Gesanote inj London äußerte gestern einem Interviewer gegenüber, er sei der Meinung, daß Deutschlands Wunsch, die Mächte möchten füfy zur Ermittelung und Bestrafung der Schuldigen zusammenthun, erst diskutiert werden wird, wenn die Friedensverhandlungen im Gange sind. Die Unterhandlungen müßten im ganzen durchgesührt werden, nicht Artikel für Artikel. Li-Hung-Tschang, werde Peking in wenigen Tagen erreichen, und wenn alle Mächte bis dahin Bevollmächtigte ernannt hätten, könnten die Besprechungen sofort beginnen. Berlin, 22. September. Nach einer Depesche aus Wien hat das dortige Auswärtige Amt seine vollständige Zustimmung zur Zirkularnote des Grafen von Bülow bereits ausgedrückt. London, 22. September. „Morning Post" meldet aus Shanghai: Der Direktor der chinesischen Eisenbahnen, Tvug, erklärte, China werde den Prinzen Tuan nicht ausliefern. Die von Deutschland vorgeschlagene Politik würde in China eine vollständige Revolution Hervorrufen. London, 22. September. „Morning Post" meldet aus Paris: Sämtliche Großmächte haben den Vorschlag Deutschlands angenommen. Eine Meinungs-Verschiedenheit besteht nur noch, über die Aus- lieferung der Schuldigen. I dard" will aus Moskau erfahren, die russischen Beiwohner der Mandschurei m as s a krie r ten im ganzen | mr zwölftausend chinesische Eingeborene. In I BlagowestschMsk allein seien fünftausend Chinesen, Män- I ver, Weiber und Kinder, nackend über den reißenden Strom I nach der chinesischen, Seite hinübergetrieben worden, die | Zögernden wurden teils erschossen, teils lebend in das | Wasser geworfen, alle kamen um. Während inzwischen Li-Hung-Tschang, der in Tongku I eingetroffen ist ,und ohne besondere Ehrenbezeugungen em- I pfangen wurde, die beinahe legendarische Reise nach Peking I vollführt, sind die fremden Truppen in China vollauf I beschäftigt, namentlich in P eit sang, dessen Forts am I 20. bei Tagesanbruch angegriffen wurden, und in verschie- | denen Richtungen in der Umgebung von Peking, lvo die I Boxer ihr Unwesen treiben. Daß die Chinesen nichts I weniger als nachgiebig gesinnt sind, beweisen auch die I Nachrichten aus dem Süden. Der Berichterstatter der | „Times" in Sb an g Hai erfährt aus glaubwürdiger chiinesi- I scher Quelle, daß die fremdenfeindliche Bevölkerung in I Nanking sehr regsam ist, um die Pläne des Vicekönigs I Lrukunyi zu durchkreuzen. Dort wie überall hänge die I Zukunft der gemäßigten Fortschrittspartei von dem Maße I der Festigkeit ab, welche die Mächte bei der Behandlung I der schwebenden Fragen bekunden werden. Die Art, wie I die Vicekönige des Yangtsegebiets von dem Thron bei den I Friedensverhandlungen übergangen werden, während die I kaiserlichen Erlasse die Führer der Mandschupartei beauf- I tragen, die Leitung der Geschäfte zu übernehmen, lasse nur I eine ungünstige Deutung zu. Aus Peking wird gemeldet: Eine aus Engländern I und Amerikanern bestehende Truppe von 1300 Mann mit I 4 Geschützen unter dem Kommando des Generals Wilson geht nach Sanhaitien ab, um das dortige Arsenal zu nehmen und die dort befindlichen Boxerbanden auseinander zu treiben. Die Engländer in dieser Truppe zählen 500 I Mann und sind verschiedenen Regimentern entnommen, die Amerikaner find in Stärke von 3 Bataillonen vertreten. Der deutsche Truppenführer ist von den andern Generälen ersucht worden, eine Truppe nach Westen zu entsenden, die dort die Boxer vertreiben und normale Verhältnisse schaffen soll. Die Franzosen und Japaner operieren rm Nordosten. Ein Telegramm des französischen Konsuls in Kanton vom 20. dS. meldet: In der Bezirksstadt Suntai in der Nähe von Kanton, sind Ruhestörungen ausgebrochen. | Mehrere Ortschaften sind zerstört; die Missionare konnten sich in Sicherheit bringen. Da der Vizekönig nicht im Stande ist, die Ruhe wieder herzustellen, verlangen die Konsuln Truppen. Das Kanonenboot Avalanche wird die Truppen begleiten. Aus Hongkong wird gemeldet: Meldungen aus Kanton zufolge sind im Samschuitgebiete Ausschreitungen gegen die Christen vorgekommen. Die katholischen Kapellen wurden niedergebrannt, auch einige Priester sollen verwundet sein. Das französische Kanonenboot „Aralanche" ging nach dem Schauplatz der Ruhestörungen ab. Weiter wird gemeldet, daß 8 Piratendschunken dazu bestimmt sind, im Delta von Kanton die christlichen Dörfer I zu zerstören und die Christen niederzumetzeln. Die Stadt I Kanton bleibt ruhig. Aus Shanghai wird vom 21. telegraphiert: Li-sing- I Hang und Tuan sollen sich nach Paotingfu begeben, um die Boxer anzugreifen. — In der letzten Nacht feuerten die Paitsang-Forts auf die Russen, wobei 25 Mann verwundet wurden. Deutsche schwere Artillerie bom- I bardiert jetzt Peitsang. Die Stadt brennt. — Nach einem Telegramm aus Tokio vom 21. nahm eine kom- I dinierte deutsche, russische und französische Truppe I am 20. September die Peitsang-FortS. — Nach einer I Meldung aus Peking beabsichtigt die Kaiserinwitwe, I zu gunsten des Kaisers abzudanken. Die „Times" meldet aus Peking: Auf Vorstellung der Absandten werden wertere Strafexpeditionen zur Rettuna chinesischer Christen und Bestrafung des Feindes im um- uegendeu Gebiet organisiert. Die Japaner besetzten den Hungtsun-Bahnhof bei Fengtai und werden mit den Eng- landern dre Bahn reparieren. Die russisch-chinesische Bank hat Peking verlassen. Die „Morning Post" meldet aus Pekmg, etn deutscher Offizier führe die Unter - b n egen die Boxer und andere Chinesen, die Es verfchredencn Gründen verhaftet sind, er hat bereits s»re o d e durch Erschießen verurteilt. £ c f .en? Geseicht bei Lianghsiang wurde ein deutscher 1 «ter getötet, einer verwundet. - Wolffs Bureau meldet aus Shanghai vom 21.: Graf Waldersee ist um 5Uhr bei schönstem Wetter hier ein getroffen und unter großer enthusiastischer Beteiligung der hiesigen Bevölkerung hier eingezogen. Ehrenpforten waren errichtet, Ehrenwachen und Eskorten aufgestellt. Die Kommandanten sämtlicher Detachements waren anwesend. Vor dem deutschen Generalkonsulat steht eine Ehrenwache der am Kampfe bei Taku beteiligt gewesenen Matrosen von der „Gefion" und vom „Iltis". Morgen wird er eine d^rade über die vollzähligen hiesigen Landtruppen und die Detachements der freiwilligen Korps abhalten. Wie die „Serl. Reuest. Rache." schreiben, ist an amt- -• " — . uch-r Stelle nichts davon bekannt, daß dem deutschen Aus. i anbcnlfarT. - Der „Stan, | wärtigen Amte von chinesischer Seite die Bereitwilligkeit behandeln Nach einer Kabelmeldung der „Paris Nouvelles" er- rennen die Vereinigten Staaten in ihrer Antwort auf den deutschen Vorschlag an, daß eine Bestrafung der Schuldigen nicht mehr als billig fei; sie weigern llch, aber, aus dieser Forderung eine unerwßliche Friedens- neDingung zu machen. Nach den von den verschiedenen! Kabinetten emgelaufenen Mitteilungen werden wahrschein- lich Frankreich und Rußland sich den Vereinigten Staaten schließen Bezüglich! Japans steht dies heute schon absolut fest Die Vereinigten Staaten glauben, daß China unter keinen Umständen aus diese Forder- ungeu eingehen werde und daß infolge dessen die FrieDensverhandlungen abgebrochen werden müßten und ein werterer Feldzug nötig werden würde. Auch wurde dre Annahme der deutschen Vorschläge eure beständige Okkupation Chinas notwen- d i g machen. Auch von anderen Mächten sollen bereits in Berlin Antworten auf den deutschen Vorschlag in der Chinafraqe eingelaufen sein, die i m w e s e u t l i ch e n z u st i m m e n d ausgefallen zu sein scheinen. Zu den Mächten, deren Ant- k "0'^.ausstehen sollen, gehören angeblich Rußland und vermutlich autf} Frankreich. D Sh^"ghai wird gemeldet: Ein kaiserliches Evitt, datiert Taiyuenfu, 8. September, proklamiert ©janfu als neyeHauptstadt Chinas ; der kaiser- Ue Hof .^urde sich' sofort dahin begeben, da Sianfu der Machtsphare der auswärtigen Mächte entrückt sei. Der Gouverneur von Scheust erhielt den. Befehl, die Regierungs- «ebaude daselbst in stand zu setzen. Der Erlaß beklagt den Mangel an Geldmitteln und fordert von den ' Vicekomgen Zuschüsse. Die militärischen Autoritäten sind Unstimmig der Ansicht, daß die jüngsten Ermordungen von Missionaren ttV Schausi und in der Mandschurei gebieterisch die sofortige Entsendung einer Straf- | €^'^>6 bi Hon dahin erfordern. Der deutsche Ge- D r. Mu m m von Schwarzenstein unterstützt diese Ansicht sehr nachdrücklich. - . . Dle Ankündigung, da-ß, der kaiserliche Hof gedenkt, seine Hauptstadt nach Sianfu zu verlegen — ihre Richtiq- ttit vorausgesetzt — ist an sich schon ein schwerwiegenderes Mement; sie klmgt trotzig genug und bedeutet für die- es verstehen wollen, daß die eigentlichen Machthaber mit den Vertretern der Mächte nicht in Be- I Ehrung kommen wollen. Die Aussicht der höchstgestellten S^onen w Peking, über ihr Thun und Treiben M)eu= C.9encr^ dabei mitspielen, aber für Bekenntw/öge in diesem Entschluß auch das I benen -er Schuld an den Treibereien der Boxer, I bis 50000 rn^^bueu Christen allein bereits 40000 Wochen beinobP^P^^ gefallen sein sollen, also in wenigen I W II in den ^soviel wie unter Karl V. und Phi- gÄchtet wurden ^Die kraft der Inquisition hin- Mitschuldiaen an Pin^^Or?erun9'r die Urheber und I SWffÄfSÄ "X’S" ,5‘ÄS S«r& MUS® Scheinenden Rcchtsgründen und Unterskllunaen wie hiT daß von einer Verfolgung keine Rede sein könne bs,v I Ätsche Rundnote die Schuldigen im voraus bezeichne E- mag eine Untersuchung und eine Adurteiluna statt I ftnhen, mehr als begründeter Verdacht ist Banden allein wer vermochte jetzt schon zu sagen, wer alles davon betroffen wird. I I Mit großer Befriedigung wird Lord Roberts' De- I pesche aufgeriommen, die den eigentlichen Krieg als I beendet erklärt. Man, tziebt sieh allerdings keiner Täitsck)P ung darüber hin, daß der Kleinkrieg, der von einer sehr zahlreickien Schutztruppe unter Generalmajor Baden-Powell zu führen wäre, sich. nod)i eine geraume Weile hinziehen könnte. In militärischen Kreisen wird die Frage, wer das Oberkommando Ua ch der Rückkehr Lord Roberts' führen wird, lebhaft erörtert. Die Angabe, Lord Kit- chen er würde alsdann den Oberbefehl über die Truppen I übernehmen, gilt wenigstens solange als undenkbar, als General Buller, der eine höhere Rangstufe einnimmt, sowie fünf rangältere Generalleutnants in Afrika im Felde stehen. Wie „Daily Telegraph" aus Lourenzo Marques meldet, hätten die Buren zwar den Versuch gemocht, die Brücke bei Avoca zu zerstören, doch sei ihnen dies ncht gelungen, die Brücke sei unversehrt. Reuter meldet ans Winburg: Präsident Steijn er- nannte den Richter H e r tz o g zum stellvertretenden Präsidenten des Oranje-Freistaates. Reuter meldet aus Pretoria vom 20. ds.: Es ist nnuinefjmen, daß die Buren während sie die laugen TomK und alle den Engländern abgenomMeneu Geschütze zerstörten, ihre leichteren Geschütze behielten. Die 700 Mann, die auf portugiesisches Gebiet übergegangen sind, sind hauptsächlich fremde Mitkämpfer, die sich zweifellos unter portugiesischen Sch-utz stellen möchten. Wenn Schalk Burger als stellvertretender Präsident nicht die Verantwortung der Kapitulation übernehmen will, ist aller Grund anzu nehmen, da.ß der Guerillakrieg noch mehrere Monate fort dauert. Erfolgt die offizielle Kapitulation, so können die Engländer die Guerillabanden als Räuber behandel^ andernfaUs müssen sie diese als rechtmäßige Kriegsparter «Gießemr Mzeia« Ausland. London, 21. September. Aus Auckland wird gemeldet, daß der Gouverneur von Tahiti von den Inseln Rw rutu und Tutuai auf Verlangen der Bewohner für Frankreich Besitz ergriffen hat. Brüssel, 21. September. „Jndep. beige." veröffentlicht einen Bnef aus Rom, wonach die Möglichkeit einer Wahl eines belgischen Kardinals zum Nachfolger Leos XIII. vorhanden sei. Die Kräfte des Papstes Leo seien bedenklich in der Abnahme begriffen. Nom, 21. September. Der Friedensvertrag zwischen Jtalien^und Abessynien ist unterzeichnet worden. Der König Menelik ^verzichtete auf das Gebiet nördlich vom Mareb gegen Bezahlung von 3 Millionen Lire seitens Italiens; er erkennt den Mareb-Fluß als rechtsgiltige Grenze an. Washington, 21. September. Mc Arthur telegraphiert aus Manila vom 19. dS., daß eine amerikanische Streitmacht 800 Aufständische in einer Stellung bei Mavitac angriff. Nach heftigem Kampfe zogen sich die Amerikaner zurück, aber auch die Aufständischen hatten die Stellung am folgenden Tage geräumt. Der Verlust der Amerikaner beträgt 24 Tote oder an den Wunden Gestorbene. Die Aufständischen verloren 10 Tote und 20 Verwundete. Aus Stadt und Sand. Gießen, 21. September 1900. ** Circus Blumenfeld. Auch die gestrige Vorstellung war in anbetracht des vorzüglichen, vorher bereits im „Gieß. Anz." veröffentlichten Programms fast ausverkaust. WaS man bot, war geschmackvoll und erfreulich, und eS wurde lebhaftester Beifall geschenkt. Wollten wir einzelne Stücke aus dem reichhaltigen Programm herausgreifen, so würden wir dem Ganzen nicht volle Gerechtigkeit entgegenbringen. Wir erwähnen daher nur, daß die Leistungen des Circus Blumenfeld sowohl was Künstler wie Pferdematerial betrifft, die allgemeine Anerkennung, die sie finden, vollauf verdienen. Die zum Schluß gegebene Pantomime „Unter der Burenflagge" wurde viel belacht. Die Ausstattung war pompös. Heute und morgen finden die letzten Vorstellungen statt. •* Die Thätigkeit im Baugewerbe, soweit Schreiner, Schlosser, Spengler und Weißbinder in Frage kommen, ist immer noch überaus lebhaft für die Jahreszeit. Besonders in den Schlosser- und Schreiner-Werkstätten ist noch soviel Arbeit vorhanden, daß dringende Sachen von den Meistern gewöhnlich abgelehnt werden. Diese Arbritsüberhäusung findet darin ihren Grund, daß die Arbeitseinstellung der Maurer es zuwege gebracht hat, daß fast alle Neubauten in der Stadt zu gleicher Zeit, oder wenigstens kurz hinter einander, bis auf den inneren Ausbau fertig geworden sind, und die Bauherrn dringen, um je eher je lieber vor dem Winter noch fertig zu werden. Wie wir aus den Architekten Bureaus hören, liegen für das kommende Jahr wieder ziemlich viele Bauprojekte zur Ausführung vor, besonders auch für das Innere der Stadt. ^Militärisches. Zahlmeister Lüther vom 1. Nassau. Jnf.-Regt. Nr. 87, wurde zum 2. Bat. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt. - b. Lang Göns, 21. September. Heute nachmittag 3 Uhr erscholl Feueralarm. Es brannte die Scheune des Konrad Schmidt in der Breitgaffe, der gerade eine Dreschmaschine hier hatte. Der Dreschmaschinenwagen wurde ein Raub der Flammen. Stallungen und Scheune sind niedergebrannt. Die freiwillige Feuerwehr war eifrig in Thätigkeit. Ohne Hilfe fremder Wehren wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt. Friedberg, 21. Skptemben. Am Mittwoch fand in der hiesigen Burgkirche die feierliche Entlassung der fünf Kandidaten Chantre, Otto Pabst, WilhelmVogel, Vogt, Weber statt, zu der sich neben anderen Gästen insbesondere fünf junge Pfarrer, die vor zehn Jahren vom Predigerseminar abgegangen waren (Allwohn-Petterweil, H. Becker-Ober-RoSbach, Klingenfchmidt-Romrod, Schwabe- Rödgen bei Gießen, Vogt-Mainz, Zimmermann-Gräfen- hausen), eingefunden hatten. Die Hauptrede hielt Direktor D. Weiss enbach, der ein Lebensbild des Grafen von Zinzendorf entwarf und die Frage beantwortete: Was ist von der christlichen Lebeusanschauung und Lebensleistung ZinzendorfS auch noch für unsere Kirchenzeit wert- und be deutungsvoll? Durch diese Rede sowie durch Einrahmung des Festaktes mit Liedern des genannten Mannes gestaltete sich der Festakt zugleich zu einer ansprechenden Zinzendors- Feier. Die Abschiedsrede hielt cand. theol. Chantre, während Oberkonsistorialrat Waas namens der Kirchen- behörde eindringliche und packende Worte an die abgehenden Kandidaten richtete. An die schöne Feier schloß sich um P/2 Uhr im „Hotel Trapp" ein einfaches Mittagsmahl, sowie später ein Zusammensein im „Restaurant Weith" an. Darmstadt, 21. September. Heute mittag fuhren die Großherzogin von Hessen und ihre Schwester, die Kronprinzessin von Rumänien, nach Schloß Friedrichshof, um der Kaiserin Friedrich einen Besuch abzustatten. Mainz, 21. September. Heute vormittag wurde die Versammlung des Deutschen Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit wieder ausgenommen. Ministerialrat Dr. Breidert begrüßte die Versammlung namens der großherzoglichen Regierung, die ein großes Interesse an den Verhandlungen und Beschlüssen der Versammlung nehme. Stadtrat Cuno-Königsberg und Beigeordneter Schmitt-Mainz sprachen hierauf über die Organisation der Gemeindewaisenpflege. Es wurde folgende Resolution angenommen: „Der gesetzlichen Gemeindewaisenpflege ist die Fürsorge für die schutzbedürftige Jugend, soweit dies landesgesetzlich zulässig ist, durch Uebertragung der Verrichtung des Gemeindewaisenrates an Gememde- organe anzugliedern. Die Zuziehung der Frauen ist ein dringendes Bedürfnis. Zur Fürsorge für Kinder im ersten Lebensjahre sind besoldete Pflegerinnen unter Leitung eines Kinderarztes anzustellen. Es empfiehlt sich, von der landesgesetzlichen zugelassenen Generalvormundschaft in weitestem Umfange Gebrauch zu machen * — Der bedeutende Warendieb stahl, der durch Zufall in dem benachbarten Hechtsheim bei einer wegen eines geringen, dahier verübten Diebstahls erfolgten Haussuchung Eine Depesche Lord Roberts' giebt Einzelheiten über | das Komplott in Johannesburg, die besagen: Am 14. Juli kamen die Konsuln Deutschlands, Frankreichs, Schwedens und Amerikas, von deren Staats-- angehörigen einige verhaftet waren, zu dem Kommissar der Staatspolizei. Jedem Konsul lvurde der Thatbestand . in den betreffenden Fällen übergeben. Die Konsuln gaben ihre völlige Zustimmung zu den gethanen Schritten und versprachen jegliclre Unterstützung (!). Zwischen 400 bu 500 Verhaftungen wurden vorgenommen. 75 wurden wieder entlassen, da die Konsuln für sic verbürgten. Ich befahl die Deportierung aller verhafteteii Fremden, für deren Verhütten die Konsuln keine Bürgschaft leisten wollten, und 6er Angestellten der niederländischen Eisenbahngesellschaft. Es wurden sehr wenige Ausländer aus Südafrika deportiert. _ , Dr. Lehds empfing die aus Transvaal ausaewiesenen A m b u l a n z m i t g l i e d e r , die ihre Beschwerden gegen die englischen Behörden von Südafrika vorbrachten. Dr. Levds wird hierüber einen Protestbericht an die Mächte erstatten. Der „Standard" glaubt zu wissen, daß die englische Regierung Angebote erhalten habe von Personen, die in Transvaal Minenrechte erwerben wollen. Das Blatt fügt hinzu, durch einen Verkauf solcher Minenrechte werde ein großer Teil der Kriegskosten gedeckt werden können. Ohm Paul sieht mittlerweile der Ankunft des ihm in Aussicht gestellten holländisckMn Kriegsschiffes entgegen. Der Vertreter des „Daily Telegraph" sah ihn dieser Tage kerzengerade in seiner Lieblingsecke auf der Veranda des Gouvernementsgebäudes in Lourenzo Marques sitzen. Er hatte seinen hohen Zylinderhut auf dem Kopfe und sein Gesicht in die mächtige Bibel vergraben, die er in beiden Händen hielt und aufmerksam und weltvergessen las, wahrend der Arzt und der Gouverneur auf der Veranda auf- und abgingen. — Nach einem Telegramm aus Petersburg kommt Präsident Krüger nach Europa, um an das internationale Schiedsgerichtstribunal zu appellieren, das durch die Haager Konferenz eingerichtet ist. * • * T>le§ramur brd Oiehener Vttfteifterd. Pretoria, 22. September. Die englische Regierung hat bereits bedeutende G r u b e n - K o n z e s s i o n e n verkauft. Der Ertrag derselben soll zur Deckung der Kriegskosten dienen. Deutsches Reich. Berlin, 21. September. Der Kaiser hörte heute vormittag in Cadinen den Vortrag des als Vertreter des Auswärtigen Amts dort eingetroffenen Botschafters Fürsten zu Eulenburg und den Vortrag des Chefs des Civilkabinetts v. Lucanus. Das Kaiserpaar unternahm dann einen längeren Spazierritt durchs den Wald. Später besichtigte der Kaiser das Gut Cadinen. — Tie „Post" berichtet: Die Ankunft des K a i s e r s in R o m i n t e n zur Herbstpürsche erfolgt voraussichtlich am 22. d. Mts., abends. Der Kaiser wird sich im Anschluß an die an diesem Tage nachmittags 2 Uhr in Tilsit erfolgende Enthüllung des Königin Luise-Denkmal s dorthin begeben und zwar wird Seine Majestät über Gvldap fahren und von letzterem Orte die am 15. d. Mts. neu eröffnete Eisenbahnstrecke nach Gr.-Rominten benutzen. Dort werden Trabfahrer-Fuhrwerke in Bereitschaft gehalten werden und den Kaiser nebst Gefolge in etwa einer Stunde über Szeldkehmen, Jagdbude nach Rominten bringen. Ob die Kaiserin ihren Gemahl auf dieser Fahrt begleiten wird, steht noch dahin. Es wird dies das erste Mal sein, daß der Kaiser in der herrlichen Ro- mintener Haide dem Waidwerk obliegä Während der Anwesenheit des Kaisers in Rominten stellt, wie in ben Vorjahren das in Gumbinnen garnisonierende Infanterie-Regiment Graf Roon Nr. 33 im Forstrevier Jszlandzen eine kombinierte Ehrenkompagnie, desgleichen das in Goldap stehende Infanterie-Regiment Hiller Nr. 59 eine Kompagnie im Forstrevier Szittkehmen. Die Absperrungen in der näheren und weiteren Umgebung des kaiserlichen Jagdschlosses werden auch diesmal wieder von der Gendarmerie vorgenommen werden. Im übrigen ist die Sperre der F o r st iv e g e während der Anwesenheit des Kaisers in Rominten in diesen: Jahre wesentlich verschärft worden, indem das Gehen, Fahren, Reiten und Viehtreiben in dieser Zeit nur mit einem besonderen Erlaubnisschein und nur auf bestimmten Wegen gestattet ist. Der Aufenthalt des Kaisers in Rominten dürfte etwa fünf Tage währen. — Infolge des Todes des Prinzen Heinrich von Hessen, der ohne erbfolgeberechtigte Leibeserben verstorbent ist, ist als einziger männlicher Vertreter des Großherzoglichen Hauses der Großherzog übrig geblieben, der bis .chtzt nur eine 1895 geborene Tockster besitzt. Sollte er keine männliche Erben mehr erhalten, so würde die landgräfliche Linie von Hessen-Kassel, zu- zunächst also der fast erblindete Landgraf Alexander Friedrich, zur Thronfolge berufen sein. Dessen nächstältester Bruder Prinz Friedrich Karl von Hessen, ist bekanntlich mit der jüngsten Schwester des Kaisers, der Prinzessin Margarete von Preußen vermählt. Dem Prinz- lichen Paare sind bereits vier Söhne geboren. — Zu der bevorstehenden Entfestigung von Spandau wird gemeldet, daß betreffs Erhaltung der bedeutendsten Einzelwerke ’bier Festung eine Entscheidung bereits getroffen ist. Danach bleibt im Nordosten der Stadt unweit der großen Militärwerkstätten die Eitadelle mit sämtlichen Bastionen und dem Juliusturm bestehen. Karlsruhe, 21. September. Für den Prinzen Heinrich von Hessen und den Prinzen Albert von! Sachsen ist zehntägige Hoftrauer angeordnet worden. — Die „Karlsr. Ztg." veröffentlicht die Verleihung der Kette zum Großkreuz des Ordens Berthold des Ersten an den Staatsminister, Präsidenten des Staatsministeriums und Minister der Justiz, des Kultus und UnterriMs Dr. Nokk. aufgedeckt worden ist, wurde zum Nachteil des Warenhauses Wronker in Mannheim verübt. Eines der in HechtsheiM verhafteten Mädchen war daselbst seinerzeit als Ladnerin beschäftigt. Frankfurt a. M, 22. September. In vergangener nacht versuchten sich der 23 Jahre alte Ludwig Müller und die ebenso alte Katharina Müller im Bethmann- weiher in der Friedberger Anlage zu ertränken, nachdem sie vorher Vitriol getrunken hatten. Ein Schutzmann, der den Vorgang bemerkt hatte, sand in Begleitung eines Kameraden die beiden Lebensmüden mit total durchnäßten Kleidern und bewußtlos am Ufer liegen. Er veranlaße ihre Ueberführung nach dem Bürgerspital, wo der junge Mann hoffnungslos und ohne Bewußtsein darniederliegt. Bei dem Mädchen besteht keine Lebensgefahr. Der junge Mann hat vor längerer Zeit einen Arm verloren und fühlte sich nicht im Stande, einen eigenen Haushalt zu begründen. — Ueber den Nachlaß des Dr. Marx wurde heute Konkurs erkannt und zum Maffenpfleger Dr. Hassel ernannt. * * Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. In Biebrich wurde der „Wunderdoktor" Müller wegen fahrlässiger Körperverletzung — er hatte eine Frau an einem Unterleibsleiden behandelt, indes starb die Patientin — von der Strafkammer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Oerichtssaal. 22 September. Der Fuhrknecht Belten von hier, 27 crabre alt war mit dem Maurermeister Joh. Grohe in Frankfurt in einen Konflikt gekommen, weil er mit einer schweren Fuhre Kohlen auf hpa Mferen Trottoir fuhr. Grohe drohte dem Velten mit einer Anzeige^ worauf der letztere den alten Mann zu Boden warf und mißhandelte. Die Strafkammer in Frankfurt verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten. Der Angeklagte erklärte, diese Strafe nicht annehmen zu wollen. Vermischtes. B e r l i n, 21. September. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei sind hier vor eine neue Aufgabe gestellt, denn anscheinend ist wieder ein Mord verübt worden. Es wurde ein Student B. in der Wohnung seines Studiengenossen H. mit einer von einer Revolverkugel her- rührenden Wunde in der linken Schläfe tot aufgefunjden. Der Freund. wurde zwar verhaftet, weil angenommen wurde, daß er den Kommilitonen vorsätzlich erschossen habe, aber wegen Mangels ausreichender Anhalts- unbf Beweispunkte für die That vorläufig wieder aus der Haft entlassen. Gleich nach Erlangung seiner Freiheit verließ H. Berlin und entging dadurch einer erneuten gegen ihn verfügten Verhaftung. Die Staatsanwaltschaft erließ nun hinter ihn einen Haftbefehl, der vorgestern in Maadebnrg zur Ausführung gebracht werden konnte. Beide Freunde stammen nämlich von dort, und als sich H. jetzt dort sehen ließ, wurde er unter dem erneuten Verdacht, seinen Freund ermordet resp. erschossen zu haben, festgenommen. Gestern Abend erfolgte bereits seine Einlieferung in das Moabiter Untersuchungsgefängnis. Das Belastungsmaterial soll sich in der Zwischenzeit zu seinen Ungunsten verdichtet haben. * Zum Kouiher Mord Nach einer Meldung aus Könitz sind auf dem jüdischen Friedhof in Czersk (Kreis Könitz) zehn Grabdenkmäler total demoliert worden, wober auch eine Kinderleiche bloSgelegt wurde. Einige noch jugendliche Burschen sind als Thäter zur Anzeige gebracht. * Die seltsame Manövergeschichte von der angeblichen Gefangennahme des Prinzen R u p p r e ch t von Bayern mit seinem ganzen Regimente, und einem infolgedessen entstandenen Streit zwischen zwei höheren Offizieren, die wir bereits kurz erwähnt haben, bildet in München das Tagesgespräch Die erste Notiz darüber braute das „Bayr. Vaterland". Diese Mitteilung wurde dann bald durch nähere Angaben bereichert. Die „Münch Post" gab folgende Darstellung: „Prinz Rupprecht, der das 2. Infanterie-Regiment befehligte, wurde von dem Gegner, dem 16. Infanterie-Regiment, unter der umsichtigen Führung seines Kommandeurs, des Obersten von Walther, so in die Enge getrieben, daß seine Niederlage außer allem Zweifel stand und die Hebung sofort abgebrochen werden mußte. Bei der Kritik stellte sich nun der stellvertretende Korpskommandeur, Generalleutnant von Könitz, der, nebenbei gesagt, bei Hofe persona gra-, tissima ist, auf die Seite des aufs Haupt geschlagenen Prinzen und suchte die von diesem ausgesührten Bewegungen zu rechtfertigen. Als nun Oberst von Walther bat, die Gründe für die von ihm ergriffenen Maßnahmen und für sein Vorgehen darlegen zu dürfen, da schnautzte ihn Generalleutnant v. Könitz kurz ab mit den Worten: „Sie haben ruhig zu sein!" Daraufhin ritt Oberst von Walther mit seinen beiden Dienern ins Quartier und meldete sich krank. Oberst von Walther, ein Sohn jenes Generals, der den Sturm auf Bazeilles kommandiert hat, hat im deutsch-französischen Kriege selbst im Felde gestanden und ist einer der tüchtigsten Offiziere der bayrischen Armee, der sich im Offizierkorps des größten Ansehens erfreut . Auch unter den Mannschaften 'st Oberst von Walther wegen seiner bekannten strengen RechtlMert allgemein beliebt Der Vorfall aus dem Manöver,elde erreate in Dffmertreifcn das peinlichste Aussehen Oberst von Walther stand vor seiner Besörderuug zum General- maior und Brigadekommandeur. Nun ist ja wohl die St frei für den Prinzen Rupprecht!" Die „M. 91. N." haben sich an Generalleutnant von Könitz nm Informationen über die auf seine Person bezüglichen Gerüchte aewandt und von ihm die bestimmte Auskunft erhalten, daß die Angaben der „M. P." „frei erfunden" feien. Oberst von Walther habe die Manöver gar nicht mtt- q em acht, sondern sich, vor Beginn der eigentlichen Manöver krank gemeldet. Der Oberst befinde fick) zur Zett lediglich in Urlaub. Daraus gehe, so schreiben die „M. N. k , zweifellos hervor, daß zum mindesten die aus Ar Generalleutnant von Könitz und Oberst von Watther bezüglichen Mitteilungen jeder Grundlage entbchren. ' Zur Dux» Katastrophe. Jia» e.ncr Meldung lebe« von den im Tcplitzer Krankenhaus- l'-ll-ndcii Letzten der Duxer Katastrophe nur noch ein Arbeiter und der Betrieb»- leiter Dyk.___ 1900: Predigt Predigt Mteratur. ,n. — Elttgemeirrer Vts-nbahn.Gütertartf für die Station Gießen, nach den neuesten amtlichen Quellen bearbeitet von St-tinn«- aMent Karl Wagner und Slallandgehllle S-'nr.» Christ M soeben im Selbstverläge der Herausgeber erschienen. Der Tarif soll einem dringenden Bedürfnis abhelfen, indem er das mit der E.sen- ^nL7Äthrende Publikum, Kaufleute, Industrielle, Spediteure und sonstige Interessenten in den Stand setzt, sich ohne Mühe und großen Zeitaufwand über die allgemeinen Tartfoorschriften, Höhe der Frachtsätze und die sonst für die hiesige Station in Betracht kommenden reglementartschen Bestimmungen genau zu informieren. Der Tarts weist die Entfernung nach allen deutschen Stationen nach, m't Ä direkten Verkehr steht. Die Anwendung des Tarifs ist die denkbar einfachste. Gottesdienst in der Synagoge. Montag den 24. und Dienstag den 25. September Neujahrsfest. _ 1.11 * Vorabend 6 Uhr, morgens 7«o Uhr, ö Uhr, nachmittags 4 Uhr. « irr.2, Vorabend 7 Uhr, morgens 7ao Uhr, - Uhr, nachmittags 4 Uhr, F-steSausaana 7 Ubr. ArbetterdeweMNg. New'Nork, 21. September. Aus dem Strei'kgebiet in Pensylvanien wird berichtet, daß die Grubenleute unter Polizei- ^chutz einzelne Zechen in Betrieb nehmen wollen Auszug aus den Klandesamtsregistern der Stadt Gießen. ~ t Aufgebote. , September 1b. Bernhard Karl Ernst Otto Henning, Mlitäran. 4? r rca m ;^am8 mit Sophie Emilie Albertine Neumann, Dienstmagd daselbst. Wilhelm Schäfer, Schreiner in Wetzlar mit Margarethe Phllippme Friederike Simon in Wetzlar. 17. Ludwig Wilhelm Eich, Schneidermeister in Klein-Linden mit Margarethe Elisabeths Müller Dlenstmagd daselbst. Christian Karl Emil Bork, Reffender in Frank- a'1 SoSanna Wilhelmine Schultz dahier. Heinrich 5Ä” P°stb°t° d°h«r mit Muri- Frank in B-ddelhuus-m »ein sKnlopf m“nn m“ t5milie S"°d-ri!- Martin ~ , 1C Ghefchlietzuugeu. September 15. Hermann Stahl, Kaufmann in Frankfurt n sm mit Antonie Wenzel Hierselbst. Rudolf Wilhelm Wolf, ^Dreher dahier 51 Henriette Helene Nahrgang Hierselbst. Heinrich Klee S^[b£' fbllwer dahier mit Anna Maria Martin dahier 20. Johann Daniel Carle, Bäcker dahier mit Margarethe Walbrecht hierselbsh 9 Grborerre. L-eptember 10 Dem Schmiedmeister Heinrich Adam Lindenstrutb eine Tochter. 11. Dem Buchhalter Fritz Niggl ein Sohn^Richard Her- Loose eine Tochter, Anna Auguste Luise. 14, Dem Bahnarbeiter Karl Nolte ein Sohn Dem Knecht 'n,..,,,,, ein Sohn, Augusts 15. Dem Sohn' 2tu9u^t Dem Steinbrecher Friedrich Valentin V™ Hermann. 17. Dem Bierbrauer Josevb Ubl einp Tochter, Marie Rosine Barbara. 18. Dem Schnöder Johan! Kar schon eine Tochter, Juliane Katharine Ernestine. ~ , Gestorbene. c .. ^p^mber 15. Ein Knabe, 14 Stunden alt Sobn van Nohn- AatI Ax°Ite bj^icr' 161 Johanna Simon, 3 Jahre alt Tochter ®eOrfl @,mon dahier. 18. Theodor Olscha, 23 Jahre alt Schornsteinfeger von Smollna. 19. Wilhelm Schudt, 66 Jahre alt' Neueste Meldungen. TelephouischeMeldurrgettdesGieffenerAuzeigers. Darmstadt, 22. September. Der Großherzog kehrte heute mittag von dem Manoverfelde nach Jagdschloß Lvolfsgarten zuruck. Berlin, 22. September. Die Morgenblätter melden: Die erweiterte Kanalvorlage ist so gut wie sicher gestellt. SiLn V.Q0e roitb Ql8 "neu ihrer Hauptbestandteile den Mittellandkanal enthalten; daneben ist aber speziell für die westliche Hälfte der Monarchie eine Erweiterung der Kanal- Projekte in Vorschlag gebracht. Loudon, 22. September. „Daily Telegraph" meldet aus Lourenzo Marquez vom 20. ds.: Die Komati- drucke ist zerstört. Der Zugverkehr ist unterbrochen. Der britische Konsul traf Vorbereitungen, die Brücke wiederherstellen zu laffen und den Verkehr auf der uiederländifcheu Eisenbahn sofort zu eröffnen. y New York, 22. September. Die Bergleute in dem Streikgebrei der Kohlengruben wurden gestern durch eine Menge streikender lithauer Polen von der Arbeit ver- .^"weiteren Distrikten schüchterten die Ausständigen die Arbeitenden ein und veranlaßten sie heimzukehren. Prätoria, 22. September. Lord Roberts kehrte hierher zuruck. Der Termin seiner Abreise nach England ist noch nicht bekannt. * * * London, 22. September. *„Globe" meldet aus Konstantinopel vom 19. September über ein Gefecht das am 15 September an der kaukasischen Grenze zwischen russischen Truppen und Türken stattgefunden hat. Lie Russen verloren hierbei 5 Tote, während die Türken keine Verluste erlitten. Die Ursache des Gefechtes ist auf lokale Streitigkeiten zurückzusühren. Der russische Botschafter in Konstantinopel erhob beim Sultan Pro- y 87 M-tzg-r- Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. »tetze», 21. September. Marktbericht. Auf dem beutraen Lochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. i.oo—1 io ßübnetdei per St. 7-8 A, 2 St. 00-00 A, Enteneier 2 St. 00-16 Gänse, eier per St. 00—00 A, Käse 1 St. 5—8 A, Käsematte 2 st kSa Erbsen per Liter 24 A, Linsen per Liter 34 A, Tauben verpaar ►* 0.65-0.80, Hühner per St. A 1.00-14? Hahnen per 0 50-1.20, Lnten per St. JL 1.80-2.00, Gänse Mund ** 0.00-0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68-74 Kuh. und RindflÄ ver Pfd. 62—64 A Schweinefleisch per Pfd. 50—70 A Schweine, fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 A» Kalbfleisch per Pfd." 64—66 A ^??/Meisch per Pfd. 50—70 A, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 bij 6X)0 Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. 5.50—6.00 Milch per Liter 18 A- Bohnen per Pfund 8—10 Ä Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nach- mittags. Während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. 8 r t e st wegen dieser Angelegenheit, wurde jedoch mit der 23t* merrung abgewiesen, die Schuld an dem Vorfall treffe qanr allein die Russen. ä Loudon, 22. September. Die Wahl-Kampagne ist überall eröffnet. Der erste Wahlgang findet in 14 Tage» statt. Die Führer der verschiedenen Parteien haben bereit« Aufrufe an ihre Wähler erlassen. Harcourt und Banner- mann, die beiden bekannten nationalliberalen Führer, haben ihren Aufruf ebenfalls schon veröffentlicht. Bannermann begründet in demselben die Kritik gegen die englische Regierung über die Unterhandlungen, die dem Kriege in Südafrika vorausgegangen sind und über die mangelhafte Organisation des Kriegsamtes. Harcourt erklärt, daß die Regelung der südafrikanischen Angelegenheit sich ohne Demütigung der Buren vollziehen müsse. n, daris, 22. September. Dem „Figaro" zufolge wird P^l^bent Lo übet nach Montelimar zum Besuche seiner Mutter begeben. M-rskille. 22. September. Die beiden Aus stände der Backer und der Oelarbeiter sind beendet. Rom, 22. September. Die Regierung hat beschlossen, emen großen Kanal zu bauen, welcher Rom mit dem Süden verbinden soll. Dadurch soll Rom -in bedeuten- der Hafenplatz werden. Prag, 22. September. Zwischen den A l t - u n d I u n g- tschechen in Böhmen und Mähren wurde ein auf Gegenseitigkeit beruhender Kompromiß für die bevorstehenden Reichsratswahlen abgeschlossen. Washington, 22. September. Ein Telegramm aus Wellington berichtet, daß als Antwort auf die Annexion der Taiti-Jnseln seitens Frankreichs die englische Regierung die Inselgruppe Cook ihrerseits in Ueberein- stimmung mit den Führern der Eingeborenen-Stämme annektiert hat. Wie kann man schwache Suppen und Saucen sofort schniiicklialt 11111I nahrhaft machen? Man gebe für jeden Teller Suppe 1/2 bis 1 Teelöffel Toril ril Fleflchextrakt aus bestem Ochsenfleisch, bester und bllllger als die Liebig'schen Fleischextrakte, mit kräftigenden nahrhaften Substanzen. 438o WÄT man verlange überall Toril. -QR eäMHHnmBMHRMHnuMnMHBnni Ein sensationelle» Ereignis auf der prüfenden Zunge des Gourmands ist ein mit dem feinsten Pflanzenfett Palmin hergestcllter Pfannkuchen. Einmal gekostet, wird niemand ein anderes Brat- oder Backfett im Hause dulden. Dabei spart jede Hausfrau mit Palmin 50 Prozent gegenüber einer Verwendung von Butter. Man verlange Palmin von seinem Küchenlieferanten. Preis 65 Pfg. das Pfund. «239 issSS !Mknogmphir - Unterricht Birnen) Der Heller. 6251 Horn. 6264 _ (eingetragener Verein) eröffnet Mitte Oktober einen Gemeindeobst an Ort und Stelle versteuert werden. Der Anfang ist am Gießer Weg. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. Körber. Im Anschluß hieran soll das Ob auf dem Psaarbaumstück, bestehend in Aepfeln und Zwetschen, versteiger werden. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. ___________K örber. 6234 Versteigerung. Dienstag den 25. d. Mts., nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Break, 2 Rollwagen, 1 Musikautomat c«. 50 Pfd. Kupferdrath, 1 eiserne Winde, mehrere Centner altes Eisen u. div. Möbel 6263 Born, Gerichtsvollzieher. an den nachstehend bezeichneten Tagen versteigert werden: WmAkigemg. Montag de« 24. d. Mts., vormittags 10 Uhr, soll das der Gemeinde Grüningen gehörige Obst, bestehend in zirka 500 sehr vollhängenden Bäumen schöner Zwetschen, Birnen zu Honig, und Glockenbirnen, sowie etwas Aepfel versteigert werden. Der Anfang ist im Ort und liegt 9/i Stunden von den Bahnstationen Langgöns, Schiffenberg und Garben- teich entfernt. Grüningen, 17. September 1900. Großh. Bürgermeisterei. 6149 Gilbert. vormittags SV, Uhr be v z 7 ginnend, soll das htcsiae Gemeinde- - Der Kaöelsöerger St-nographm-D-rein Rödgen, 21. September 1900. Mrdingung. Der Anstrich der neuerbauten Eisenbahnbrücke über die Wieseck i zu vergeben. Dreimaliger Anstrich mit Eide rosten erforderlich. Offerten baldigst einzureichen an: W. Janßen, Monteur. Westanlage 19. Vertreter gesucht für Gießen und Umgegend für einen leicht verkäuflichen Artikel der Ctgarrenbranche. R.flektant muß bei den Fabrikanten gut eingeführt und in steter Verbindung mit denselben stehen. G.fl. Offerten u ter 6104 befördert die Exvedttion d. Bl. fl,nd vorrätig und sofort lieferbar bei 6252 Ph. Mayfartla <& Co., frnnhfnrt am lllain. Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen _"?n*ne.r„Lan<1Mtr“»»e 169-171, am Ostbahnhof. Wir bitten, unsere Firma stetw voll auszuschroiben. "7WW Großh. Bürgermeisterei Rödgen. ___________Stein. 6246 Höstversteigerung? Nächsten Mittwoch deu 26. d. M., von vormittags SV2 Uhr an, soll das hiesige Gemeindeodst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen versteigert werden. Der Anfang ist am Pfingstweg. GroßeN'Buseck, 21. Sept, 1900. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck __________Meyer.__6248 Obstverfteigerrrna bei der Stadt Lich. Mittwoch den 26. September, nachmittags 1 Uhr beginnend, soll das städtische Obst, bestehend in einer großen Quantität Aepfel, (hierunter vorzügliches Tafelobst) guten Birnen und Zwetschen meistbietend versteigert! werden. Zusammenkunft auf der Straße I Lich-Hattenrod, am Wald. 1. Straße, Gießen-Rodheim am Dienstag dem 25. Sept., Dormittags 8 Uhr, beim Baum Nr. 1 beginnend. 2 Straße, Kleinlinden- Dutenhofenam Mittwoch dem 26. d. M.. vormittags SV, Uhr beginnend, am Ortsende Kletnlinden. Gießen, 22 September 1900. Rohrer, Kreissiraßenmeister. 6243 Obstversteigerung. Mittwoch bett 26. Sept., vormittags 10 Uhr, soll da- der Gemeinde Watzenborn-Steinbera ae- g/06 (viele Zmetschen, sowie etma« Aepfel) versteigert werden. b.t3»Te”.,S.*n s““'” “ September 1900. Aoßh. Bürgermeisterei Watzmborn-Steinberg. ---------6259 Donnerstag den 27. d. Mts. das Erträgnis der diesjährigen 6189 Obsternte Zu Winnerod. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr bet der Zügelhütte. Winnerod. L. Steircmauu. Obßbersteigerung. Montag den 24. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, der Gemeinde Kinzenbach, Zusammenkunft beim Vorsteher. Kinzenbach, 22. September 1900. Der Gemeinde vorsteher. Mandl-r. 6254 Nach obiger Gemeindeodst - Ver» stetgerung laffe ich das Obst von mehreren Btrn. und einigen Aepfel- vaumen ebenfalls versteigern. Karl Fuchs, Kinzenbach. 6255 WmstchttW. Nächsten Montag deu 24. Sep tember, von mittags 12 Uhr an, wird in den Freiherrlich von Nordeck zur Nabenauifchen Gärten zu Alten- Buseck die diesjährige Obsternte versteigert. 6247 Großen-Buseck, 21. Sept. 1900. ____^____^AUHaus. Obstverfteigerung. . den 27. Sep. tember d. I., morgens 9 Uhr anfangend, soll das hiesige Gemeinde, obft befte^enb in «ep^'n^Tr^ünb Zwetschen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist bei der Kirche. Annerod, 21. September 1900. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Anfangs-Kursus für Herren schriftti^ (System Gabelsberger). Anmeldungen werden s icynstuw an den ersten Vorsitzenden, Herrn Oberlehrer Professor Dr. ytk, erbeten, t c ' Kränzchen des Gabelsberaer DtenoaravUeniBereins schriftlich^an die SchriftMbreHn^^FE^^ Ißr unb flnb Anmeldungen zu richten Schrrftführenn, Frauletn Auguste Kanstein, Wallthorstraße 65, DaS Honorar beträgt 6 Mark. nnh .tztz??s,?^^^^vgsrurse beginnen Aonuerstag den 11. HKtoöer d. A. foftaU6af6 @6?i)men Um 8 U^r Unb für Herren um 9 Uhr^ abends im Vereins- Nähinaschliien PM Iaörikate von Junker L Auh, Karlsruüe, • A- Knoch, Saatfeld, «. a. m. Präzisionsjustierung. — Leichter Lauf. S'egante Ausführung. — Lmgjährigr Garantie. E-ss*! 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IW großartige, naturgetreue Ausstattung. .a.-^^och nie hat ein Theater oder Circus dem hiesigen Publikum so ^?ENeu geboten, wie diese Pantomime bieten wird. Selbst in Wiesbaden, wo die dramatische Kunst in weitestem Maße gepflegt wird, hat die mSrunL°£t9eÄ Pantomime so gefallen, daß der Circus jeden Abend auf allen Platzen ausverkauft war, ebenso in Mainz, Mannheim usw. Sonntag den 33. September, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhrr 6272 NmidemiM lktztr große öortoungtn mit ausgezeichnetem Programm. Indern wir bitten, unser großartiges CircuSunternehrnen nicht mit vordem i nden, fi^ lkireus nennenden vergleichen zu wollen, hoffen wir, zu diesen tetz'en Vorstellungen einem recht regen Besuche entgegensetzen zu dürfen. Hochachtungsvoll Gebr. Blumenfeld. Hüte werden zum Waschen und Fa^om nieren angenommen. Elisabeth Euler, ________Ludwigstratze 14 I. [03968 Wer übernimmt die Strohtieferuug für ca. 10 Pferde gegen den fick ergebenden Dünger, mit eventl. Barvergütung. 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