larpes seUschaften und uhe. icke, k A 1 U <»iSÄ “"«f Ur* tüchtiger Mtzmachc! >uchl- _ , , id Land per sM^ ’Ä* ' 5b6dm*6tJ4 s^ubne^HaÄd M« «ft .« bergTP- b-.®L Deiember oder Mädchv d SauSarbtü. iijrt*1 dchei •».-ff "?Jw* d« 'lAtttt-s! iltttti Mlidp <»«L2ri5**6 ssr** •* Nr. 274 Zweites Blatt. Donnerstag den 22. November 150. Jahrgang lt>OO Siebener Anzeiger Hmerak-Anzeiger Uerugrprei» vierteljährl. Mk. 2,2t monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«; durch die Abholestellar vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierlcljSHN. mit Bestellgeld. Alle Nnzeigen-BermittlungSstell«, deS In« und AuSl««d«L vehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg«. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener H«eUte*6(6ttet »erden dem Anzeiger t» wechsel mit „Heff. geefcöirt" e. MLtter Mr heff. Volkskunde- »Schtl S mal beigelegt. een Anzeigen zu der nachmittags für des g^gmden tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten» abends vorher. Amts- nttd Anzeigebl ° E??P I (+ 4247364^) 15 727 669 W')' ~~ Spielkartenstempel 818 755 Mk. I *otbtn-*L Hen * 8tl ;t'S; W # beträ Rieten. ivcgen gewer iüngnis und er aus Mf 150000 M. Löhe von e Verte, daß rechnet habe Durch 5 Heiden bam der umfang Gewinn er, FalsMlg- deslvegen fij ■ seslgeM, 01 $aben oen i nommen hab die Bankhalt' schnitten. Na. Kayser auf etwa li?O bt^lSOOOT 13 geschätzt. Es batten einzelne Mitglieder Verlust«- * I 12, 15, 20 unL 30 000 Mk. zu beklagen Der' 9iebt seine Mutter ihm monatlich einen ujfe von 200 bis 300 Mk. gegeben, außerdem seine EM rechnung und feine Reifen bezahlt habe. Im Jahre er seiner Mutter eine größere Schuld^Ljck gelegentlichen amtlichen Tün,, leistungen konnten kaum in Betracht kommen G4-& em Liebesverhältnis mit einer geschiede^ Frau sL?" unterhalten, für die er in der Mittelstraße eine StoÄJj zum Preise von monatlich 100 Mk. gemietet habe öS? August habe er sie von Baden-Baden^ ^geholt undÄ ^nbeck gebracht, wo sie beim Stadttheater Engagem^ Äte". ^tte. Etwa ein Jahr später habe er der Wohnung im- Haufe Lüneburgerstraße 4ne, mietet. Er sei im Februar 1897 zu ihr gezogen und hob, 500 Unt°rh°ltungsk°st-n mit monattich Ser Präsident läßt dem Ängeklaqten eine Reti- vom ^uhre 1897 vorlegen, wonach er voin Mai bi- S p/ember für 700 Mk. Kleidungsstücke hatte anfertiq Mu-Auf die Frage, wie der Angeklagte alle seine Ä streiken ^kön^p„^iuen regelmäßigen Einkünften habe bt- I &r,lten ^ounen, weist der Angeklagte darauf bin I ? er *ie e Schulden gemacht habe, die wiederholt von emer Mutter beglichen worden seien. Es sei einein I lumliche Annahme der Anklagebehörde, daß er sich durch Wasser gehalten habe. Seine Schulder beliefen sich auf etwa 50 000 Mk. Würde er nicht gesM 20 000 Mk Ieine Schuldenlast auf höchsten^ 20 000 Mk. belaufen haben. Seine Mutter habe für ihr, 0e9en ?0000 Mk. Prozeßkosten — zumeist Anwall' ! ~ bezahlt. Auch Frau Voigt habe durch bare ästwendungen bewiefen, daß sie jederzeit bereit gewesen sei, für ihn einzutreten. a ' nt.,berstaatsanwalt hält dem Angeklagten m .e5 ^nmal eine Summe von 2000 Mk. an Herrn verlogen habe die am folgenden Tage be ^et geschehen, sonder// i)tt f^ater S zwei Raten abbe^lt worden. Der erflarJ bte? damit, daß v. Prittwitz ihm das Ehrenwort zuruckgegeben habe. Vorsitz end e geht hierauf zur Vernehmung ^Leklagtenv. Sch achtmeyer über. Dieser ist zum ersten Male zum Spiele gekommen, als er 1897 bei einem Aufenthalte ui Aachen seinen früheren Vorgesetzten Leut- nant v. Kröcher traf. Er spielte mit mehreren jüngeren 9ill3teren und dem Angeklagten Wolff, der gleichfalls m der Gesellschaft sich befand, zuerst Roulette und fpällc Baccarat. In Aachen beim Baccarat hat v. Kröcher 13 500 Mark gewonnen, der Leutnant v. Bancat 20000 Mk. verloren. Der Angeklagte hätte Geschmack an dem Spick gefunden und ist durch v. Kröcher in Berlin in Spieler- kreise eingeführt worden und hat in dessen Gesellschaft auch in Wiesbaden einmal gespielt. Auch dorl befaud sich Wolff mit in der Gesellschaft der jungen Offiziere. Die Herren spielten Baccarat in dem Salon, der zu dem Krocher-Schachtmeyerschen Logis im Hotel Kaiserhos gehörte. Der Angeklagte hatte etwa 400 Mk. verlöre,,, kam dadurch in Verlegenheit und borgte sich zur Rückreise nach Berlin 200 Mk. von Wolff. In Berlin hat er dann in den verschiedenen Lokalen am Spiel teilge- nommen und größere Summen verloren, unter anderem einmal 8000 Mk. an den Grafen Münster. Auch lvährend des Bestehens des Klubs im Zentralhotel und im Hotel Minerva hat er täglich dort verkehrt und einigen &en?inn oAA^!»iwst- Er behauptet, daß dieser die Summe von 3000 Mk. oder 4000 Mk. an einem Abend nicht überschrieen habe. Per Saldo will er 15 000 Mk. gewonnen haben. Die Klubpapiere, die er nach dem Erscheine» des „Berl. ^agebl." zu sich nahm, hat er verbrannt, weil viele der jungen Offiziere und sonstige Mitglieder des Klubs händeringend zu ihm gekommen seien und ihn gebeten hätten, die Belege rc. zu verbrennen. Er hat dies auch gethan, zu seiner eigenen Sicherheit aber wie er sagt, die Mitgliederliste rc. zurückbehalten. In einzelnen Fällen hat er Spielern, die im Verlust waren, Geld zum Weiter» spielen geborgt. Auf Befragen des Oberstaatsanwalts Dr. Jsenbiel giebt Angekl. v. Schachtmeyer bezüglich seines jetzigen Vermögensstandes an, daß er teils geschäftlich, teils infolge dieses Prozesses alles verloren habe, und sich nach verschiedenen Beschäftigungen umgesehen habe. Frl. Ulrich sei eine Bar in der Kanonierstraße eingerichtet worden, zu der er 2000 Mk. und seine Großmutter 6000 Mk. her- gab. Die Bar ist nach einem halben Jahre wieder ein* gegangen. Auf Befragen der V e r t e i d i g e r erklärt der Angeklagte, daß sich Wolf mit seiner Bereitwilligkeit, de« Spielern Darlehen zu geben, keineswegs aufgedrängt habe. Als Herr v. Recum sich eines Abends vergeblich bemühte, etwas Geld zu erhalten und ausrief: „Ist denn niemand da, der dem Frhrn. v. Recum lumpnge 200 Mk. pumpt", habe ihm Wolf das Geld geliehen. Auf Ersuchen des R.-A. Leo Friedmann giebt oer Angeklagte v. Kayser an, daß das Vermögen seiner Mutter 300 000 Mk. betrage. Sein Stiefvater habe ein Gehalt von 15 000 Mk. und freie Dienstwohnung. Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Wolfs- Er giebt an, daß sein Vater ein kleiner Bürsbenwaren- sabrikant gewesen und gestorben sei, als der Angeklagte fünf Jahre alt war. Er habe eine minderwertige" Schule besucht. Niemand habe sich um ihn gekümmert und b« fei er dann auf Abwege und schließlich ins Zuchthaus geraten. Nach Verbüßung dieser Strafe habe er das Photographieren erlernt und sich dabei ein kleines Vermögen erworben. Tann kamen die Gründerjahre. Er habe stch an Grundstücksspekulationen beteiligt und mit solchem Glück, daß er jährlich gegen 20 000 Thaler verdiente. Durch seinen Verkehr mit angesehenen reichen Leuten sei er nach und nach mit Spielern in Berührung gekommen und der Spielleidenschaft völlig verfallen. Er habe sich durch Bankhalten ein erkleckliches Vermögen erworben, mit dem er in Gemeinschaft mit Anderen Städte, Bäder und auch die Rennplätze besuchte. Sie hätten die Arbeit so eingeteilt, daß der Sozius die Kasse führte, während er die Bank hielt. Im Jahre 1883 sei gegen beide ein Verfahren wegen gewerbsmäßigen Glückspiels eingeleitet der „Aach. Allg. Ztg." ein Beamter der Krupp'schen Werke mitteilt, seine Arbeiter ersucht, ihn nicht „Exzellenz", sondern einfach wie bisher „Herr Krupp" anzureden. — Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten im Reichstage haben die Polen, die Deutschhannoveraner und die Elsaß-Lothringer für den bisherigen zweiten Vizepräsidenten, den freisinnigen Abg. Schmidt (Elberfeld) gestimmt. — Die Abg. Dr. Paasche (nl.), Rösicke-Deffau und Speck (Ctr.) haben den Antrag wieder eingebracht, der unter gleichzeitiger Herabsetzung der Steuer für die kleinen und mittleren und enWrechende Erhöhung für die größeren Brauereien die Anwendung von Surrogaten zur Bierfabrikation außer für den Export verbieten und nur für eine UebergangSzeit, drei Jahre, den deklarierten Zusatz von Stärkezucker, Stärkesyrup und Zuckercouleur gestatten will. u . " bfl Ö««fenen ff6«. H b« B‘(l* Zins kLN^ni« 1«li «Stu als su*. Wq ■4mt8butAUttE Mich Spi ®efu*tnf“Ien Äe,te' SW .. ~ ®et »R-ich-anz.- meldet: Zur B-sSrd-rung an Landlruppen des Heeres und der Marine LV» pnb focLan in Privat.«ngeleg-nh-it'-n 150n ^Pfds”9‘t bis znm Betrage van 1500 Mk. und einem Gewicht von 250 Gramm und Geld- bricfe bis zum Betrag- von 150 Mk., Gewicht 50 Gramm, pottofret. güt @c(bbtjefe pxj Wertangabe bis zu 150 Mk. und Gewicht mehr als 50 Gramm find 20 Pf., bei höherer Sl'Ä'J“ U».ieb d-S Gewichts über 150 bis 300 Mk. 20 Pfg., 300 bis 1500 Mk. 40 Pfg. Porto vom iu -ntricht-n Zur Herstellung des Siegel- Verschlusses ist feiner Lack zu verwenden. Betreffs der P°sts-ndll»g-n an die Besatzungen der Kriegsschiffe in <« bei den bestehenden Festsetzungen, m r^ecb^te ber Heimat werden nunmehr ebenfalls G- dbri-f- b^ 1000 Mk., Gewicht 250 Gramm, ferner Postanweisungen bis zum Betrage von 800 Mk. befördert ~ 3« Unterstützungen für die Lehterwitwen, » r.n.er be,teit8 b°r Inkrafttreten des neuen preuß. «egrer Reliktengesetzes verstorben waren, sind in den dies- layrtgen preußischen Staatshaushaltsetat 150,000 Mk hi%e^nt n’or^”\ Es hat sich aber herausgestellt, daß diese Summe durchaus unzureichend ist. . .T~ Mecklenburg-st relitzsche Regierung hat, le die „Rostocker Ztg." meldet, die Regelung des Dienst. n,n,nmn 7r unb- der P-Nfiou ber Lehret abgelehnt. Da. 5"*"*.f,c eine Borlage eingebracht, bett, den Umbau i"”8?;,' Strafanstalt zu Dreibergeu. Die «osten sind veranschlagt zu 575000 Mk.; gefordert wird °'"L;"deSzuschuß von 450000 Mk. Den „Berl. N. Nachr." L^ dieser Kontrast auf; sie bemerken, in Mecklenburg- Jür die Lehrer und die Aufklärung fnmmin?1 Zuchthaus aber — was ja in innerem Zu- st-h°n mag - sehr viel zu thun. München-Gladbach, 20. November. Eine VolkSversamm- au?'An^l°n °°u den deutschen Gewerkvereinen, faßte «« ^l-renten, Pastor Koetzschke, eine Re° Maft L R°'ch^°uiler, daß die deutsche Arbeiter- 2 L 9 Eem Vertrauen zur Reichsregierung mehr hat, unb D. SSJoebtte noch im Arbeitern^" h" e l2000 Mk. zur Bekämpfung bet deutschen I lebt unb bi^nnti ertftC1k ^urch ihre Unparteilichkeit ver- «Ngünst"bee,7fl°ß7 haken ^".sch-n Arbeiterschaft des Deut ick'«« $n ber Generalversammlung I ZMWMWZ? SL s. SäSwSS sche» Katholiken behandelte, unb bie Erwerbung h'C ^Ut‘ mition. Das änderte bie Situation oan „nl? ? cwientalen die in unferem Kaiser eine® Art höhere? Westn Maß ihrer Achtung bebeutenb S übet den von einem mächtigen Fürsten mit AuSzeicknuno behandelten Kolonisten. Deswegen und infolge erhebliche? Erwerbungen m Jerusalem und Galilea, sowie der zahl- reichen Pilg-rzüg- aus Deutschland nennt man die deutschen Katholiken ;etz, an erster Stelle. Der Redner gedachte so. Volltische Tagesschau. Dieser Tage wurde eine Aeuherung des bekannten Schwarzwälder Schriftstellers Heinrich Haasjakob bekannt — er ist katholischer Pfarrer in Freiburg i. B. — der sich darüber beschwerte, daß seine vorgesetzte Behörde ihn wegen einiger Stellen seiner Schriften^koramierte. Als Antwort darauf brachte Hansjakob in seinem nächsten Schriftchen eben die beregte Auslassung, die folgendermaßen lautet: und Priester, dah ein katholischer ^ne Grenzm hat, wenn es sich um Wahrheiten bandelt, Se dte katholiiche Kirche als göttliche Offenbaruna hinstellt.... Datz aber ein katholischer Priester, der zugleich Schriftsteller ist, der zu seinem eigenen Schaden so dumm und so ehrlich ist, nach rechts uno links, nach oben und unten zu sagen, was und wie er denkt, iJL , solcher in seinen Schriften — nicht etwa auf der Kanzel — nicht einmal ein subjektives, persönliches Urteil aussprechen dürfe über Verordnungen, die von sehlbaren Vorgesetzten, oft von Laien ausgehen, über Verordnungen, die heute so und morgen anders sein tonnen — bas habe ich in Wahrheit nicht gewußt. HSlte ich es aber vor vierzig Jahren gewußt, so wäre ich nie katholischer P”er geworden, denn zu solcher Unterwerfung und zu solchem Verzicht aus die eigene Meinung war ich in meinem ganzen Leben nicht veranlagt. Ich paffe in der Richtung überhaupt nicht zu einem Veamten irgendwelcher Art und wäre, wie ich aus eigener Erfahrung wissen kann, im Staatsdienst sicher noch übler gefahren. Darum wäre es, wie ich schon öfters gesagt habe, besser gewesen, ich würde Bäcker in Hasle geworden sein, dann hätte ich unbeschricen in meiner Art in den Wtitshäusern der Vaürstadt räsonnteren tonnen wie einst mein Goßvater, der EselSbäckl — Wenn ich nicht zu den Armen dieser Wclt gehörte, d. h. zu jenen Sterblichen, die einen Dienst versehen müffen, um leben zu können, würde ich ; anp mein Amt als Pfarrer schon lange niebergelegt dazu«' $$ längst innere und äußere Gründe genug I Der „Harmlosen Prozetz. Berlin, 20. November. Landegrichtsdirektor Oppermann setzt nach Eröff- nung der Sitzung die Vernehmung des Angeklagten von Kayser fort Um darzuthun, daß der Klub nach bestimm- ten Grundsätzen organisiert war, stellt der Präsident fest daß besonders darauf gehalten wurde, daß die im Spie! verlorenen Betrüge die nicht sofort bezahlt werden konnten, schleunigft reguliert wurden. Der Umsatz, der während | ?Ä”> S.Ä. Monatlich •kJ’W. h°7 4lb3*; acht Lkd7-7;?! teöi *?£• it In einzelnen^ Geld zum d- ivalts Tr. 3fc”l nützlich ^me-.' ! > p-d -Zs- teidkgb^. .. '?**. eines Aach er voin Ke- Seine Sch ^rde er nicht gch uldenlast auf ? Mutter habe jut Egt habe druck lederzeit bereit g& ^ült dem AnaeK: on 2000 Mk. an j m folgenden Tae 1 geschehen, sondk abbezahlt roorbeL t, daß v. Prittp be. ierauf zur $e* ■ r über. Tiefer ift j i, alvet 1891 bei. ei Uten LortzeWen; lit mchr.er.en \ür W\\, der gle. ch Roulette unö :at hat v. Kröchei: Bancat 20000 M. schmack an bem;; r in Berlin in Csi«. t in dessen Gesell!' ielt Auch dort bes t der jungen M x dem Salon, dki ais im Hotel W' troa 400 Mk. wrlot ) borgte sich zur $ Zolsf. 3n Berlin K alen am Spiel V *'J®0*'* erloren, unter an? Münster. Auch n# tralhotel und nr ^rt und einigen dieser die 5un-- ilbend nicht ubell^. k. gewönne^" M «t -t1i uni) ch" 9™ Er hat mes l aber wie erj «btri^j, ,nit f* < 8* V! ".'m [ n«rf iinM ihn.«kL*L,' worden. Er hasie besonders mit Rücksicht auf seine Bor- ftrafen vorgezogen, mit seiner Ehefrau nach Amerika zu gehen, wo er. sich zuerst als Makler und dann als Geschäftsteilhaber ernährt habe. Im Jahre 1888 seien fünf Jahre verstrichen gewesen. Er habe geglaubt, daß die Strafsache wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels verjährt sei und sei deshalb nach Berlin zurückgekehrt. Seine Annahme betreffs der Verjährung habe sich aber als irrig erwiesen. Er habe sich der Polizei selbst gestellt und sei wegen gewerbsmäßigen Glückspiels zu vier Monaten Go- sängnis und 3000 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Als er aus Amerika zurückkehrte, habe er ein Barvermögen von 150 000 Mk. gehabt, sowie ferner noch Außenstände in Vwhe von etwa 180 000 Mk., aber von so zweifelhaftem Werte, daß er sie als einen Vermögensstand kaum gerechnet habe. Durch Verlesung des Urteils wird festgestellt, daß-die Weiden damaligen Angeklagten das Bankhaltergeschäft in der umfangreichsten Weise betrieben und dabei kolossalen kGewinn erzielt haben. Der Verdacht, daß auch zum Falschspiel gegriffen worden sei, hat sich nicht bestätigt und deswegen sind sie freigesprochen worden. Ebenso wurde ßestgestellt, daß der Angeklagte und sein Sozius in Baden- Baden den übrigen Mitspielern etwa 400 000 Mk. abge- uommen hatten, wogegen es allerdings auch vorkam, daß die Bankhalter mit einem Verlust von 50 000 Mark ab- fchnitten. Nach Verbüßung der letzten Strafe hat der Angeklagte •^elb gegen Wechsel verliehen und geständlich 20 v. H. linsen genommen. Nach und nach sei er mit den Mit- asiiedern des Klubs der Harmlosen bekannt und in ihre Greife hineingezogen worden. Die alte Leidenschaft sei wieder erwacht. Er habe sich lebhaft an dem Speil be- leiligt, aber es sei nicht zutreffend, daß er jedem, der bien Wunsch nur sprach, mit Darlehen unter die Arme gegriffen habe. Der Präsident hält dem Angeklagten d-or, daß er doch fast alle Rennplätze des In- und Auslandes besucht habe. Ferner sei der Angeklagte in den lachten Jahren noch einmal in Newyork gewesen, von dort nach St. Francisco gereist und über Yokohama, Ceylon u nd Port-Said nach Europa zurückgekeh^. Es liege der Berdacht nahe, daß der Angeklagte auch auf dieser Weltkrise dem gewerbsmäßigen Spiel obgelegen habe. Der Angeklagte stellt dies in Abrede, wenn et auch zugeben wolle, daß er auf dem Dampfer mit anderen Herren Baccarat gespielt und dabei 600 Mk. gewonnen habe. In -Zachen habe der Angeklagte die Herren v. Kröchet und v. Schachtmeyer durch den dort ebenfalls anwesenden Leutnant v. Schrader kennen gelernt. Damit vertagt der Präsident die Verhandlung bis Donnerstag vormittag halb 10 Uhr. Die Vernehmung fc-’d Angeklagten Wolff soll dann fortgesetzt werden. * ♦ ♦ Ein Telegramm meldet aus Wien: Gestern lief hier »us Berlin ein telegraphischer Haftbefehl gegen Herrn v. Kröchet ein. Der Haftbefehl gegen Herrn V. Kröchet ist zu spät an die hiesige Polizeidirekton gelangt. Herr v. Kröchet ist bereits am Freitag abend ahme Angabe seines Zieles von hier abgereist. Er hatten in Wien ein sehr zurückgezogenes Leben geführt und war alltäglich vor 10 Uhr abends zu Hause. Er hatte im jvbenten Bezirk eine luxuriös ausgestattete Wohnung, für die er 1500 Kronen Miete zahlte. Er wohnte seit Mm fang Mai mit einer Geliebten hier. Am 14. ds. verkaufte tr sein ganzes Mobiliar um 4000 Kronen und gab an, er müsse verreisen, da ihn fein Vater abhole. That- sächlich weilten seine Eltern in Wien, die erst heule früh <6 gereift sind, angeblich nach Deutschland. Aus Stadt und Sand. Gieße», 21. November 1900. •• Für das Regierungsblatt hat infolge der ein« getretenen Erhöhung der Papierpreise die Großherzogl. Regierung angeordnet, daß vom 1. Januar 1901 ab der Abonnementspreis von 4 auf 6 Mk. erhöht wird. •* Spar- und Leihkaffe. Dem angeblich von einem Aus- fchußmitgliede der Spar- und Leihkaffe ausgestreuteu Gerücht gegenüber, daß die von uns in Nr. 271 gemeldeten beabsichtigten Zinsfußerhöhungen nicht den Thatsachen entsprächen, können wir auf das Bestimmteste versichern, lag der nächsten Generalversammlung ein dahin lautender lntrag zur Beschlußfassung vorliegen wird. *♦ Persoualnachrichten. Ernannt wurden die Steuer- aufseher Aspiranten Ernst Daßler aus Weida und Kaspar Lchäfer aus Altenburg zu Steueraufsehern mit Wirkung 3cm 1. Dezember l. Js. an. ** Aus dem Militärwochenblatt. Schulz, Garn.-Ver.- bberinsp in Wittenberg, wurde nach Darmstadt versetzt; Geifer, Proviantamtsaspirant, wurde zum 1. Dezember i\i Proviantamtsassistent in Darmstadt angestellt. •• Prüfung im Verwaltuugsfach. Am Montag hat die .jvevte Prüfung der Kreisamtsgehilfen und Kreis- ^mlSbure.auvorstehet in Darmstadt begonnen, der sich .15 Kandidaten unterzogen haben. Das Examen wird von tim Ministerialrat Dr. Breidert, Geheimrat Schönfeld, Im Kreisräten Dr. Wallau und Dr. Göttelmann geleitet. Mäuuerturnverein. Am Samstag beging der Manner- tmerein auf „Lony's Bierkeller" sein 15. StiftungS- feft. Der 2. Sprecher hieß die sehr zahlreich Erschienenen herzlich willkommen, gab der Freude Ausdruck über den Krtat Besuch seitens der Mitglieder, der beweise, daß das treffe am Verein, sowie an der Turnsache immer noch ein reges sei. Er warf sodann einen kurzen Rückblick auf fcit Thätigkeit des Vereins seit seinem Bestehen. Nachdem «r ruoch zu fleißigem Besuche der Turnhalle aufgefordert schloß er mit einem dreifachen „Gut Heil" auf den Bkrein. Es entwickelte sich nun bald eine fröhliche Stimmig, die abwechselnd durch Reden, Gesänge und humori- Rdjit Vorträge unterbrochen wurde. Auch fehlte nicht, wie diir bei Turnern üblich ist, ein flottes Tänzchen. Zur Mr» Stunde lenkten die letzten Turner ihre Schritte hiiAi värtS. Am nächsten Tage schloß sich eine kleine Nach- im Bereinslokal an. -tt- Gesunde» Appetit entwickelte gestern abend ein Mann in einem hiesigem Lokale, das er mit dem Bemerken ebetrat, er habe „riesigen" Hunger. Der Wirt entgegnete ihm, daß er sich bei ihm mal umsonst ordentlich satt effeu solle, wenn er in 40 Minuten 6 Portionen Fleisch, zweimal Kartoffeln und viermal Brot in den in der betreffenden Wirtschaft üblichen nicht gerade kleinen Portionen bezwingen könnte. Der Vorschlag wurde alsbald in die Form einer Wette gekleidet, die sofort zum AuStrag kam. Es zeigte sich bald, daß der Wirt die Leistungsfähigkeit seines Gastes erheblich unterschätzt hatte. In knapp 25*/, Minuten hatte der hungrige Gast die Wette gewonnen und hätte gern noch die ihm zufiehenden 141/2 Minuten benutzt, um sich völlig zu fälligen. ** Die Kartenbriefe sind eine praktische Neuerung in unserem Postwesen, die von Vielen jedenfalls gern benutzt würde, wenn zwei Fehler nicht wären: Der erste und hauptsächlichste ist die zu schmale und zu schlecht gummierte Klebfläche. Reisende und Kranke, für die sie wohl am praktischsten sind, sind leider oft genötigt, die Kartenbriefe mit den gummierten Abfallstreifen von Freimarken zu verkleistern, wodurch zwar der Zweck des Verschlusses erreicht wird, aber schön sieht dies nicht aus. Der andere Fehler ist der, daß die Kartenbriefe von den Scheckterbearnten immer offen abgegeben werden. Das Publikum muß die Karten selbst zusammenfalten und — bequem wie dos Publikum nun einmal ist —, daS gefällt ihm nicht. Es fehlt, so schreibt ein Berliner Blatt, die „Aufmachung", die ja heute eine große Rolle spielt. Auch Podbielski muß mit den Nachtigallen singen. •* Im Spätherbst. Auf dem Tiefpunkte ist jetzt die Natur angelangt.. Wissenschaftliche Beobachtungen haben ergeben, daß ungefähr Milte November die Zeit ist, wo Blattentwickelung, Blüte und Fruchtbildung gleich Null sind. Es herrscht in der Vegetation jetzt die größte Ruhe, die Zeit des Winterschlafes ist gekommen. Nicht blos die Pflanzenwelt, auch die Tierwelt ruht, namentlich das Kleingetier, das schon seit Wochen einen fchützenden Unterschlupf aufsuchte. Das fröhliche Leben in Wald und Flur ebbte immer mehr bis hinein in die trüben nebeligen Tage, wo daS Leben in der Natur ganz erstorben scheint. Nicht einmal daS Tagesgestirn begrüßt uns jetzt mit feinem freundlichen, alles belebenden Gruß. Rauh, trüb, nebelig ist der Tag wie die Nacht. Die öde, abgestorbene Natur wird jetzt zur Predigerin der Vergänglichkeit. Was Wunder, wenn auch der Mensch jetzt von solchen Gedanken beschlichen wird und in dieser traurigen Zeit ein stilles Gedenken den Toten widmet? Das große Sterben draußen in der Natur will uns ein Symbol bedeuten, das neben den Gedanken der Vergänglichkeit zugleich die frohe Hoffnung in sich birgt, daß auf die Zeit des Niederganges und der Ruhe wieder die Zeit fröhlicher Entfaltung und herrlichster Blüte folgt. Schon keimt unter mancher Hülle neues Leben, und wer sich desselben eher erfreuen will, als Mutter Natur zu thun vermag, der treffe jetzt im November dazu Vorbereitungen. Die Zweige des Flieders tragen bereits die Knospen, an den Kirschbäumen quellen schon dicke Augen hervor. Die Kastanien sind von neuem mit ihren klebrigen Sprossen bedeckt, auch die Weiden und Haselnußsträucher tragen sichtbare Zeichen des neuen Lebens. Von allen diesen Gewächjen und noch von einigen anderen, die gerade hoffnungsvoll erscheinen, schneide man sich junge Triebe ab, setze sie zu Hause im erwärmten Raume in lauwarmes Wasser, besprenge sie täglich, und bald wird man daran seine helle Freude haben. Es fängt an zu grünen und zu jprosien, daß es eine wahre Luft ist. Hellgrüne, zarte Blättchen, wohl auch gar Blüten und weiche Kätzchen werden bald in wunderbarer Weise hervorgezaubert erscheinen und in diesen kurzen, trüben Tagen den Trost auf das Wiedererwachen des Frühlings lebendig erhalten. -m. Kleiu-Liuden, 20. November. Im Auftrage des Gießener Elektrizitätswerkes wird Mittwoch den 21. d. M., abends 8 Uhr, Ingenieur Stamm aus Frankfurt a. M. hier im Saale zur „Deutschen Eiche" einen Vortrag halten über elektrische Straßen- und Hausbeleuchtung. Den Bewohnern unseres Ortes, der ja bekanntlich an das Gießener Elektrizitätswerk angeschloffen werden soll, wird in dem Vortrag genaue Auskunft über den Preis, sowie über den Vorteil und Vorzug der elektrischen Beleuchtung gegenüber jeder andern gegeben werden. -n- Bolkartshain, 19. November. In unserem Dorfe sind feit voriger Woche zwei Dreschmaschinen in Thätigkeit. Daß in einem Dörfchen von kaum 200 Einwohnern die Arbeiter für einen solchen Betrieb nicht ausreichen, ist erklärlich. Groß und Klein ist deshalb auf den Beinen, um sich gegenseitig auszuhelfen. In dieser Hast scheint es an der nötigen Vorsicht zu fehlen; denn nicht weniger als vier Personen sind dabei derartig zu Fall gekommen, daß zwei je einen schweren Armbruch, die andern le ich tere Verletzunen davontrugen. — Die hiesige Schule wurde wegen der sogenannten „Ohrenklammern" vorige Woche auf acht Tage geschloffen. ko. Darmstadt, 20. November. Der flüchtige Garnisonsverwaltungsdirektor Wild hat, wie eine genaue Revision der Kasse und der Bücher ergeben hat, keine amtliche» Gelder unterschlagen. Geschädigt und betrogen sind nur diejenigen, die ihm privatim Geld geliehen haben. Man glaubt übrigens immer mehr, daß Wild, der seine Familie vollständig mittellos zurückgelassen hat, Selbstmord begangen hat. ko. Marburg, 20. November. Nicht Kohlenoxydgas, sondern Naphthalin, mit dem die Kleider gegen Mottenfraß eingesprengt waren, ist als die Ursache des Unglücksfalls in der Schwanallee feftgeftellt worden. ** Kleine Mitteilungen aus Hesse» und den Nachbarstaaten. Die Gewerkschaften in Worms haben sich ein Lokal gepachtet, das als Verkehrs- und Versammlungsstätle für die Arbeiterbewegung dienen soll. DaS Unternehmen war möglich, da gegenwärtig 1000 Arbeiter de» Gewerkschaften angehöre». Vermischtes. * Paris, 20. November. Der Minister des An»- toärtigcn erhielt heute ein drittes Telegramm aus Val-- paraiso, nach dem der französische Konsul meldet, daß er im Begriffe stehe, die Höhe des Brandschaden- feft- zustellen. Universität und Hochschule. Bonn, 19. November. Vorgestern abend fand das Esten statt, das nach altem Brauch alljährlich kurz nach seinem Amtsantritt der neue Rektor dein Lehrkörper der Universität giebt. Dem Mahle wohnte ein glänzender Stab von Ehrengästen bei, unter ihnen der hier studierende Großherzog vonMecklenbur g-Schwerin, der Schwager des Kaisers, Prinz Adolf zu Schaumburg und Generaloberst v. £ 0 e. Der Reklor Geheimrat Prof. Frhr. von la Valette St. George brachte den Trinkspruch auf den Kaiser und dann auf die Ehrengäste aus. In deren Ramm dankte, während die Versammlung sich von den Sitzen erhob, der Groß Herzog in frischen Worten mit einem kernigen Toast auf Universität und Rektor. Geistreich und auch für die Außenwelt von Jntereste war die Rede des Prorektors, dem nach akademischer Sitte als Vorgänger der neuen Magnifizenz das Amt obliegt, die Frau Magniftca zu feiern. Der Redner, Konsistorialrat Prof. S i e f f e r t, begann mit einem scherzhaften Ausblick auf unsere moderne Frauenbewegung. Wenn, sagte er, die Schar der Studentinnen weiter sich vermehrt, .wie bisher, dann kommt auch wohl einmal die Zeit, wo die „Tochter der Musen" vom Privatdozenten an alle Stuken der akademischen Würde durcheilt. Sie wird Professor und nimmt Sitz im Senat der Universität, wo sie bald die anderen männlichen Kollegen überstimmt. Kommen wird dann auch der Tag, wo wir an unserer Spitze einen weiblichen Rektor haben. Dann dürfte auch die schwierige Frage entstehen, ob — analog dem heutigen Brauch — beim Rektoratsessen dem Prorektor die Pflicht obliegt, den Gemahl der weiblichen Magnifizenz hochleben zu lassen, oder . . . vielleicht auch zu beklagen. Das gehört einer fernen Zukunft an, möglich ist's aber doch l Heute gilt unser Hoch noch umgekehrt der Gattin des Gatten, der Frau Professor de la Valette 6t. George. — Gegenüber der Meldung, daß der Vatikan die Errichtung einer katholischen theologischen Fakultät an der Straßburger Universität bereits endgültig abgelehnt habe, verlautet von anderer Sette, daß die Verhandlungen überhaupt noch nicht zu einem Abschluß gekommen seien. Aus Leipzig wird geschrieben, daß Geheimrat Professor Sohm beim Besuche des-Gewandhaus Konzerts zu Falle kam und einen Rippen- bruch erlitt, der den greisen Gelehrten zwingt, seine Vorlesungen an der Universität auszusetzen. — Der Privatdozent in der medizinischen Fakultät der Universität Berlin Dr. I. Lazarus ist zum a. 0 Professor ernannt worden. — In London ist der Arzt Professor W. Anderson, der im medizinischen Leben Londons eine hervorragende Stelle einnahm, im Alter von 58 Jahren gestorben. Kan-wirtschaftliches. — VortragskurS für praktische Landwirte. In den Tagen vom 7. bis 10. Januar 1901 veranstaltet der Hessische Landwirtschaftsrat in Darmstadt wiederum einen Vortragskurs für praktische Landwirte. Die früheren Vortragskurse hatten sich großen Anklangs und starken Besuches zu erfreuen. Der Vortragskurs 1898 zu Darmstadt zählte 260, der von 1899 zu Gießen 270 und der im Januar ds. Jahres zu Mainz abgehaltene 440 Teilnehmer. Humoristisches. — Kasernetthofbküte. Unteroffizier (zum Rekruten): „Der Kerl macht ein Gesicht, wie ein Seehund, der seine Schnurrbartbinde verloren hatl" < — Im juristischen Examen. Professor: „Herr Kandidat, Sie sind zu befangen. Bei Ihnen bricht ja schon der Angstschweiß aus." — Kandidat: „Ach, Herr Professor, das ist nicht die Angst vor dem Examen. Ich habe nur Angst, nach bestandenem Examen keine Anstellung zu erhalten. " — Ungefährlich. Tabakhändler (der sein Anwesen versichern will): „Ich werde doch nicht in eine allzu hohe Gefahrenklasse kommen, Herr Inspektor?" — Versicherungsbeamter (wehmütig die offerierte Zigarre bettachtend): „Warum denn? Im Hause ist fast nichts als Tabak — und der brennt ja nicht!" — Unter Studenten. Bummel: »Du, Süffel, hast Du Dir die Pandekten schon mal angesehen?" — Süffel: „Ach, die alten Scharteken! Die kenne ich auswendig! — Bummel: „Auswendig kenne ich Sie auch schon; ich meine aber inwendig." — Uebertrümpft. „Mehr Respekt, mein Herr, muß ich bitten: Ich bin der Stern von der Londoner Operettengesellschaft." — „Und ich binder Stern von der Frankfurter Diskontogesellschaft." Jugend. Unentwegt. Ob Bülow selbst das Staatsschiff lenkt. Ob Jemand anders für ihn denkt, Ob Bülow heut der Kapitän, Ob Jemand anders souverän, Ob Bülow selbst die Richtung giebt, Ob Jemand anders dieses übt, Ob er den Kurs zur Rechten nimmt. Ob er den Kurs nach links bestimmt, Ob er im Zickzack sich bewegt, Ob er sich matt vor Anker legt, Das ändert Alles gar nichts dran: Herr Miquel bleibt der — Steuer mann. ____(»Münchener Jugend ") Kriefkallen -er Redaktion. Stammtisch im »Sächs. Hof". Weshalb soll hier nicht jede bürgerliche Person vierspännig fahren dürfen? Wer das Geld dazu hat, sich eigene Vierspännerchaise zu halten, mag mit eigenen Pferden fahren, soviel er will. Wen sonst die Lust dazu anwandelt, darf sich ungehindert auch von einem Lohnkutscher vierspännig spazierenfahren lassen. Em diesbezügliches Verbot in Gestalt einer Polizeioerordnung existiert nicht und dürste auch nicht als zeitgemäß bettachtet werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische vettteiudr Donnerstag den 22. November, abends 8 Uhr: Bibelpurwe im Konfirmandensaal (Kirchstraße S). Ps. 4. Pfarrer Schlosser. Han-el und Verkehr. Volkswirtschaft. Prag, 21. November. Das Zentral-Lerkaufsbureau der böhmischen Eisenwerke hat den Preis von Trägern neuerdings um eine Krone per Meter-Zentner herabgesetzt. — Rückfahrkarten «ach der Riviera. Von den Reisenden nach der Riviera und Südfrankreich, die sich nicht für den ganzen Winter, sondern etwa nur für einige Wochen dort aufhalten wollen, ist das bisherige Fehlen von Rückfahrkarten schon oft unangenehm empfunden und ernstlich gerügt worden. Durch Vereinbarung mit den italienischen und französischen Mittelmeerbahnen sind nun ab lb.November Rückfahrkarten BSrsennachrichten. Berlin, 20. XoveM*. 4 •/» Deutsche Grundschnld-Bank 1 u. 2 80._ 1L 4 % do. 8. 5/6 unk. b. 1904 80.— •Vs*/'* do. 8. 7/8, unk. b. 1906 74.— ä. 4 v/g D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 »9 50 Sty-O/o do. unk. 1905 90.50 40/0 Preuss. Hyp -A.-Bank 8. 8-12 89.90 » 4 ®/q do. 8. 15-18 unk. b. 1900 89.90 4 Vo do. 8. 19-20, unk. b. 1905 89 90 - ^-°/„ do. 8.13, 14 88.— * 3*/io/o do. 8. 21, 22, unk b. 1905 82.90 , nrnährungsstömngen de? 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Nun frei gesagt, es sei des Feldzuges ist daS ein Gr rrchtsertigen- ruan 1810 bei wenig die Bed tonnte und do bewilligen zu rechtzeitig beo der Zentrum Reichskanzler betont, daß fi gehabt habe, i gegen einen jo 'eine ganze oei Erklärung, so1 Bülow die ha schuldigt, nicht Reichstag- un lange er im s et der Äeforg W» ifl, sich Mer wem Werbtugung wo, £ fin ßerfafru Entgegenkommen, Loudo«, 21. November. Lord Roberts sandte der russischen Kaiserin ei« Telegramm, worin er sie seiner und seiner Truppen tiefste Teilnahme an der Erkrankung des Zaren versichert und seine besten Wünsche für baldige Genesung ausdrückt. Paris, 21. November. Der Minister des Aeußern, Delcasft, erhielt eine neue Depesche des Konsuls von Santiago, die meldet, daß das französische Konsulat in Valparaiso, ein Holzbau, ein Raub der Flammen geworden ist. Petersburg, 21. November. Nach den amtlichen Be richten ist das Befinden des Zaren in den letzten 24 Stunden ein stark wechselndes gewesen. DaS Fieber ist zeitweilig sehr stark aufgetreten. Curaxao, 21. November. Die Insel wurde von einem Erdbeben heimgesucht. Die Mauern der Häuser be kamen Nisse, aber eS ist kein Verlust an Menschenleben zn beklagen. Th. Brück Schloßgafse 16. Rohrsessel und SlllMkutW billiafte und feinste Kambusmöbel Theetlsche Hocker Sehr flhöm Matomli «ud Croiikbkrskr KaSamtv von 18 bis 30 Pfg., sowie Apfelsinen und Citronen, Wall« und Haselnüsse in bester Ware empfiehlt billigst 04982 I. Zörb Witwe. && ® ® @ TAFELKARTEN © ©, BALL- UND TISCHKARTEN V HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER 00000 AUSFÜHRUNG 00000 BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEIN- DRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7, Mineralwasser Gertrndisbrunnen Biskirchea Römerbrunnen Echzell Selzerbrunnen Grosskarben Schwalheimer ,, Ludwigsbrnnnen „ König!. Selters Emser Krähnchen Aqnarien-Fische als: Goldfische, grüne Schleie, Karauschen und Karpfen empfiehlt ®4985 A. Koch Nacbfl. 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Der Erbprinz und die Erbprinzessin von Meiningen trafen heute früh hier ein und begaben sich mit dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nach Schloß FriedrichShof. London, 21. November. Der Hof erhielt etwas un- günstigereNachrichten über den Zaren, jedoch wird heivoegehoben, daß sein Zustand keine unmittelbare Be sorgnis errege. Die Aerzte hoffen zuversichtlich auf eine baldige Ueberwindung der augenblicklichen Störungen. 04974] Die am Sonntag Abend ii SteinS Garten vertauschten Hüte bittrt man einzutauschen bei dem Diener M Sängerkranzes, Grabenstraße 8. 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