Erstes Blatt Samstag dm 22 September 150. Jahrgang i9ao Amts- «nd Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. H« »«zeige« zu Vs «chWittsgS ffc tae S«l «Äsenden Nummer Mf »erm. N iShr. SSfiaM»®« V»test«S efaeM «eher Sfie Snzeigen-BermittlmigSstell«« des I«. ««d aehmen Auzeigen für den Gießener Anzeiger cntj^e, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pjß. NezugspreiF Vierteljähri. Mk. AM monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha; durch die AbhoiefteS» »ierteijährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljätzM^ mit Bestellgeld. Gießener Anzeiger Heneral-An^eiger Nr SS? »n de» ßpestep$. l&t »»de« Hai »«zeiger 6* GrchÄ an „M- gwkater N. glätter W» M Sekunde« SOM. ***4 Mfrie#. WS » M M Gießen, den 20. September 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Adreffe für Depeschen: Anzeiger chKMa» Fernsprecher «r. 5L Langsdorf am 8. Oktober, Grünberg am 17. und 18. Oktober, Gieße« am 23. und 24., und Laug-Göns am 30. Oktober. Auf den Gießener Markt finden die für die Vieh. Erkte in Gießen und auf die übrigen die für Lokalmärkte erlassenen Bestimmungen (Gießener Anzeiger Nr. 134) Anwendung. unterstützt der Deutschs Forstverein die Bestrebungen der beteiligten Industrien aus Erlangung eines besseren Zoll- schutzes." Forstrat G r a n e r - Stuttgart: Die Frage der Erstreb- I ung eines Schutzzolles für unbearbeitetes Rundholz habe I im Forstverein Anhänger und Gegner. Gegner desselben I seien die Holzhändler, aber nicht nur diese, sondern — und I das verdiene besondere Beachtung — auch die Lehrer der I Volkswirtschaft. Nicht alle Gründe, die hier für den Zoll- I schütz angeführt wurden, seien haltbar. Prinzipiell befür- I wortet der Redner die Annahme der Anträge des Forst- I Wirtschaftsrates. I Oberforstmeister Weisse- Münden spricht für die I Zvllfreiheit des Rundholzes, darüber ob ein Schutzzoll für I vorbearbeitetes Holz von der Industrie getragen werden I könne — und jeder Zoll müsse gut von der Industrie ge- I tragen werden können, wenn die Waldwirtschaft nicht selbst I durch denselben geschädigt werden solle, habe er sich ein I Urteil noch nicht gebildet. Oberforstmeister Schulz e- Dresden wendet sich gegen I die Freilassung des Quebrackpholzes, nur die Frage sei I für ihn eine offene, ob die vorgeMagene Höhe von 10 Mk. I sich, rechtfertige. Forstmeister Frhr. v. Spie ss e h - Winkel befürwortet I die Annahme der Riebel'schen Resolution. I Forstmeister Prof. Sprengel- Bonn: Tie Landwirt- I saftskammer für die Rheinprovinz habe sogar einen Zoll I auf Quebrachvholz von 15 Mk. in Vorschlag gebracht. Der I Zoll, mindestens in der Höhe, sei Nötig im Interesse der I Erhaltung der meist kleinen Existenzen, die Ms den Eichen- I schälwäldern ihr Dasein fristeten. I Regierungs- und Forstrat v. Bentheim -Trier reH- I fertigt den in seinen ersten Ausführungen ^eingenommenen I Standpunkt. Seiner Ansicht nach könne aus unseren I deutschen Forsten um Millionen von Kbm. die Nutzholz- I Ausbeute gesteigert werden. Mit Quebrachoholz sei kein I solides Riemleder, namentlich für die Zwecke der Jn- | dustrie, herzustellen. I m r Landforstmeister Dr. Dunkelmann: Den gegen die I Resolution vorgebrachten Gründen, besonders denjenigen I des Herrn v. Bentheim, könne er die Berechtigung nicht ver- nichts destoweniger bitte er mit möglichst großer I Mehrheit der Resolution des Korreferenten zuzustimmen. Nach dem Schlußwort der beiden Referenten wird I zur Abstimmung geschritten und in dieser die Resolution des Korreferenten mit — wie ausdrücklich festgestellt wird — allen gegen vier Stimmen angenommen. Oberforstmeister Ney-Metz schlägt in Uebereinstim- mung mit dem Forstwirtschaftsrat bezüglich der nächsten H a u p t v e r s a m m l u n g vor: 1) dieselbe in Regensburg stattfinden zu lassen, 2) als Zeit für dieselbe etwa den 15. August festzusetzen, und 3) die folgenden Themata bei derselben zur Erörterung zu bringen: a. Welche Wohlfahrtseinrichtungen sind mit Rücksicht auf den bestehenden Waldarbeitermangel für die Waldarbeiterschaft zu treffen; b. Bericht in Femelschlagverfahren in Kombinierung mit dem Saumschlagverfahren das sicherste Mittel, Mißstände ; am vollkommensten zu beseitigen. ! Zu dem Thema II: „Ueberführung des Buchend renn- holzwaldes in einen Nutzholzwald mit besonderer Berücksichtigung des Nassauischen Berglandes" spricht als Berichterstatter Regierungs- und Forstrat W e r y - Wiesbaden, als Gegenberichterstatter Forstmeister Elze-Königstein. Ersterer legt seinen Ausführungen die folgenden Thesen zu Grunde. (Das Referat beschränkt sich auf die Besprechung der in dem jetzt vorhandenen Bnchenhochwalde zur Förderung der Nutzholzerzielung anzuwendenden Wirtschaftsmaßregeln.) I. Jede Erweiterung des Wachsraumes des Vach Holzart und Stammform zur Nutzholzzucht geeigneten Be- standesmaterials bedeutet einen Schritt zum' Uebergang in den dllitzholzwald. a. In dem Buchenmischwalde bedürfen die in ihrer Wuichsleistung der Buche überlegenen Nadelhölzer einer Begünstigung beim Hiebe in der Regel Vicht; dagegen' müssen die beigemischten Laubhölzer gegen die sie che- drängende Buche geschützt werden. b. Im reinen Buchenhochwalde ist das Wirtschaftsziel auf Herausbildung erstklassiger Stämme gcridjtet. c. Von größerer wirtschaftlicher Bedeutung find im nassauischen Bergwalde die im Mischwalde von Buchen und Eichen, sowie im reinen Buchenwald tz-u führenden Hiebe. II. Ein entschiedener Fortschritt in der Hiebsführung zum Uebergang in den Nutzholzwald ist erst möglich ge worden durch die Veränderung der Praxis und der An schguung in der Durchforstungsfrage. III. a. In den Baumorten kommen die auf Entnahme des Brennholzstammes gerichteten Hiebe in kürzester Frist zur Wirkung. 1) Sie führen bei genügender Eichenbeimischung fcir Amtlicher Ml. Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung von Viehmärkteu. Im Monat Oktober finden folgende Viehmärkte flatt: In Lich am 1. Oktober, Grsüsdrilagr«: Meßmrr Zamilienblätter, Ker hrWtzr Landwirt, Mäkler str tzMche vstkLk StSfsLÄS, und Druck-ni: SchskOraße Mr. 7. —em I schuldig geblieben, während es eine andere große Stapt I giebt, wo von 14Mordenl3un entdecktblieben. I Er habe pie Ehre der Kriminalkommissäre keineswegs I herabfetzen wollen, zweifle keineswegs daran, daß sie ihre I Pflicht thun, und habe nur eine psychologische Erklärung I dafür suchen wollen, warum sie so wenig leisten. In I suchen heiklen Fällen könne nur ein kriminalistisch und I Mcho logisch sehr fein gebildeter Mann mit einem hohen I Maß von Kultur- und Menschenkenntnis in das Gewirr I von Interesse und Rassenhaß hineinleuchten. So viel er | wisse, sei auch der Kriminalinspektor, den er im Auge I gehabt, aus der Schvtzmannschaft hervorgegangen. Das | Gericht erkannte auf 300 Mk. Geldstrafe. Trotzdem dürfte I oie Frage offen bleiben, ob die Berliner Polizei sich durch I den Gang der Verhandlung befriedigt fühlt. I . Die Klagen über die Berliner Kriminalpolizei find in I den letzten Jahren immer lebhafter geworden, und taufend- I l)at man eine Reform der Polizei „an Haupt und I Gliedern" verlangt. Es hat ein gewisses Befremden erregt, I daß man noch immer nichts von einer Reform hörte; zwar I SU?e. neulich die Mitteilung verbreitet, es solle im I Polizeipräsidium eine besondere „Mordkommission" I gebildet werden, die, aus den gewiegtesten Kriminalisten I zusammengesetzt, sich, ausschließlich mit der Entdeckung von I Kapitalverbrechen beschäftigen sollte, allein diese Meldung I wurde bald wieder dementiert. Vielleicht herrscht kaum I die Absicht, eingreifende Aenderungen zu bewerkstelligen. I Wie sollte man auch auf diesen Gedanken komen, wenn I der Staatsanwalt die — wie man doch! wohl annehmen I darf in amtlichen Kreisen herrschende Auffassung in dem I Satze nnedergiebt, die Berliner Kriminalkommissare seien I "E ganzen Reiche als die besten anerkannt". Diese Auf- I falfanp ist uns allerdings neu; ein Plebiszit des Berliner Publikums würde sie schwerlich bestätigen. Es steht fest, daß in Berlin in den letzten Jahren I eur Dutzend Morde unentdeckt geblieben sind. Konnten „die besten Kriminalkommisfaee im Reiche" die Thäter nicht schien, so wurde es den weniger guten oder schlechten, die I hiernach anderswo zu finden sind, erst recht nicht gelingen Das bedeutet aber gewissermaßen die Jnsolvenzerklärung oer Justiz, mindestens das Geständnis, daß in heutiger ble Abdeckung von Mördern nur zu einem Bruchteile möglich ist. Daß die Rechtssicherheit des Publikums durch eine solche Erklärung schwer erschüttert werden muß, liegt auf der Hand. Der ruhige Bürger wird umsomehr für Leib und Leben fürchten, wenn er sich sagt, daß Räuber und Mörder hoffen dürfen, frei auszugehen. Es wäre eine trübe Perspektive, wenn diese Auffassung die richtige wäre. Glücklicherweise scheint sie aber nicht überall geteilt zu werden; denn wenn Herr Harden den Hamburger Polizeichef Hartmann richtig eitierte, hat I dieser sich mit besonderer Bezugnahme auf Berlin rühmen können, daß die Hamburger Polizei „keinen Mord schuldig geblieben" sei. Da liegt docy! die Erwägung nahe, ob es nicht angezeigt wäre, Hamburger Kriminalkommissare nach Könitz zu senden. Auf ein Ersuchen der preußischen Regierung wird der Hamburger Senat das Nicht verweigern. . Man wende nicht ein, die Berliner Polizei könne sich dadurch gekränkt fühlen. Menschenblut „schreit zum Himmel"; die hier maßgebenden Erwägungen sind so gebieterischer, das Staatsinteresse tief in Mitleidenschaft ziehender Natur, daß persönliche Empfindungen der eben angedeuteten Art ganz entschieden davor zurücktreten müssen. Ebenso ist die Einwendung abzuweisen, die Hamburger Kommissare würden „auch nichts herauskriegen". Das soll man ja gerade erst sehen, und im schlimmsten Falle kann eine erneute Untersuchung doch mindestens nickst schaden. Ein negatives Resultat würde zur Entlastung der Berliner Kommissare gegenüber der av ihnen geübten Kritik führen, während ein positives Ergebnis im Interesse der Justiz und der Beruhigung des Publikums 'auf das freudigste zu begrüßen wäre 1. Kauplorchmmlsug bfs bfnffdjtu^orflDtrtintf. ~ Wiesbaden, 19. September. Heute vormittag kurz nach 8 Uhr wurde der geschäftliche Teil des Programms wieder ausgenommen. Die vom Korreferenten in der Angelegenheit der Handelsverträge, Forstmeister Ri eb e 5-Muskau, beantragte Resolution hat folgenden Wortlaut: „Die erste Hauptversammlung des Deutschen Forstvereins woUe beschließen: „Der Deutsche Forstverein billigt dev vorliegenden I Entwurf eines Zolltarifs für die Erzeugnisse der Forst- | Wirtschaft und daraus hergestellte Halbfabrikate nach den I Beschlüssen des Forstwirtschaftsrats sowohl bezüglich des I Schemas als bezüglich der Zollsätze und beauftragt den I Vorstand, den Entwurf den zuständigen Reichsbehörden I vorzulegen und zur Beachtung zu empfehlen. Bezüglich I der in anderen Abschvitten des Zolltarifs aufgeführten I aus forstlichen Rohprodukten hergestellten Fabrikate I Bekanntmachung. Mit Ende dieses Monats geht die Großh. Distrikts, rtnneymerei Laubach ein. Es find deshalb alle bis Ende September l. Is. noch rückständigen (auch die nach diesem Zeitpunkt erst fällig werdenden) indirekten Auflagen (Strafen, Kosten rc.) einschließlich der Rückstände aus 1899/1900 und ciiV !ol?etctl Posten, sowie der Brandversicherungsbeiträge r-va • öom 1" Stober l. Is. an an die Großherzogl. VlstrlktSeinnehmerei Schotten zu entrichten. Laubach, den 17. September 1900. _______Großh. Distriktseinnehmerei Laubach. Der Kottitzer Mord und die Berliner Polizei. . . . Ein bemerkenswerter Prozeß fand, wie kurz erwähnt, drefer Tage vor d!er Ersten Strafkammer des Berliner Landgerichts statt. Der Herausgeber der Zukunft war angeklagt, die in Könitz thätigen Berliner Kriminalkommissare durch- die Behauptung „ungebildete Leute" beleidigt zu haben; er hatte diese damit zu begründen gesustst, daß sie in Könitz nichfs entdeckt hätten. Daraufhin war er vom Polizeipräsidium verklagt, und der Staatsanwalt beantragte nicht weniger als 14 Tage Gefängnisstrafe. Der Verteidiger des Angeklagten, Justizrat Munckel, führte demgegenüber aus, unter den in Könitz obwaltenden Umständen sei das Ermittelungsverfahren ganz besonders schwierig gewesen, und es lasse sich doch nicht leugnen, daß sich bisher diejenigen, die mit der Ermittelung betraut waren, nicht mit Ruhm bedeckt haben. Nach Ansicht des Angeklagten mußte man mit solchen schwierigen Aufgaben allererste Kräfte betrauen, und man hätte nach Könitz einen hervorragend intelligenten Mann senden müssen, nicht aber einen Kriminalkommissar, der dieser Aufgabe nicht gewachsen war. Das fei eine Kritik, die erlaubt fei, selbst tuenn sie in prickelnder Form vorgetragen werde. Wenn in einem ganz besonders schweren Falle ein sonst vielleicht Zanz tüchtiger Kriminalkommissar nach seinem ganzen Bil- ^ngsgange nicht als der passende Mann zur Leitung der Ermittelungen bezeichnet werde, so liege darin keine Be- miffnr ^or e30 Lehren habe es einen Kriminalkom- der außerordentlich tüchtig war, aber die & beherrschte. Schade, daß er nicht Mrnüiclfnmm-t?™* nnd> Komtz geschickt werden konnte! Watt Ae ?mgen tnelsach aus der Reihe der prattstchen Schutzleute hervor, und es wäre interessant durch! Vernehmung des Polizeipräsidenten zu hören wel- chen Bildungsgang denn seine Kriminalkommissäre durch- machen. Dem Angellagten stehe aber auch! der Sckmü des § SB-erlin, ba$ nach Ansicht des Staatsanwalts die ausgezeichnetsten .Kriminalkommissare habe flehe m ben Witzblättern in dem Rufe, die fick erste Stadt der Welt zu ssein, „weil man .dort Vein e'7 Mor d er JM ’ r Ver hätten die Kriminalkommissäre in Berlin seit längerer Zeit nicht viel Gluck gehabt und der Angeklagte als Berliner Bürger habe ein bereMiates I Sntereffe daran, daß die Sichjerheit der Bürger nicht I gfeifenjaft sei und daß ein fflörber auch entdeckt werde I Uebelstande vorhanden seien, habe man anerkannt I nidem man Reformen anbahnte. Die Presse müsse das I AAt haben, solche Uebelstände zu kritisieren. Die Ab- I W einer Beleidigung habe der Angeklagte nicht gehabt. I V? Staatsanwalt widersprach der Anwendung des 8 193 I mtö hob hervor, daß der Angeklagte kein Recht habe, die I ^inunalfonttniffare in solcher Weise herabzusetzen, dennj I ®äC Ä"! S5"rcn Reiche als die besten anerkannt. D^r Angeklagte Harden widersprach dieser Behauptung I ^ssVntlicher Sitzung des Hamburger Senates bett I Hartmann bei Abgabe seines Verwaltungs- I sagen hören: Unsere Polizei ist keinen Mord | Lichtungshieben und Ausscheidung geeigneter Horste und Bestandsabteilungen sür eine spätere Nutzholzperiode.« 2) Im reinen Buchjenbestand ist die Verzögerung der Verjüngung in der Kronenspannung des Vorbereitungsschlages zu r Ausnutzung des Wertzuwachses an gezeigt.! 3) In den Verjüngungsschlägen rverden schwächere, aber gut geformte Stämme zweckmäßig durch Langsame Hiebsführung der Nutzholzstöcke entgegengeführt. Der Unterhalt ist nur unter besonderen Verhältnissen empfehlenswert. b. In den Stangenorten der 60- Pis 100-jähr. Altersklassen kann der Hieb zur Begünstigung per nutzholztüchtigen Stämme über Pas bisherige Maß erheblich verstärkt werden. Das den jeweiligen Wirtschaftszwecken entsprechende Optimum der Bestandesdichte wird zweckmäßig Lis zum Alter von 100 Jahren ,hergestellt. Hierzu bietet die Stammzahl den für die Praxis bequemsten Maßstab. c. In jüngeren Beständen ist zu stärkeren Hiebs-Eingriffen ein Anlaß nur dann gegeben, wenn der Durch- forstungshicb eine Verbesserung des herrschenden Bestandes bezweckt. Bei Belassung des nachwachsenden Bestandsmaterials liefern aber auch hier die Durchforstungen höhere Erträge als seither. IV. Auf rasche Förderung des Nutzholzstammes gerichtete Hiebe sind in allen Altersstufen -auf großen Flächen jur Ausführung gekommen. Sie haben durchweg für Boden und Bestand günstige Wirkungen gehabt. Ihre weitere Anwendung ist daher als waldöaulich möglich und wirtschaftlich gerechtfertigt anzusehen. — Soweit die Leitsätze des Regierungs- und Forstrats W e r z. Das Korreferat des Forstmeisters Elze-Königstein hat folgenden Hauptinhalt: Im nassauischen Berglande sind noch über 30000 Hektar hiebsreifer, alter, reiner Buchenbestände vorhanden, an denen sich nichts mehr erziehen läßt. Beim Angriff derselben ist zu entscheiden: Soll die Buche beibehalten oder eine andere Holzart an ihre Stelle gebracht werden? Die geringe Rente des reinen! Buchenwaldes, die Unmöglichkeit der natürlichen Verjüngung der Buche auf schlechtem Boden und in den oberen Höhenlagen drängen zur Umwandlung in andere Holzarten. Mitteilungen über Versuche, Beobachtungen, Erfahrungen und beachtenswerte Vorkommnisse im Bereiche des Forst- und Jagdwesens werden eingeleitet von Oberforstrat Dr. Fürst-Aschaffenburg für Süddeutschland und dem Forstmeister Dr. Kienitz-Chorin für Norddeutschland. Ersterer empfiehlt dringend das Bespritzen der jungen tranken Kiefernsaaten mit Bordelaise-Brühe zur Tötung der Pilze (Schütte) und erläutert einige Novitäten in Werkzeugen. Forstmeister Dr. Kienitz bezeichnet als die geeignetste Zeit für das Spritzen den DLonat August. Im übrigen befürwortet er den Ersatz der Schutzstreifen seitwärts der Eisenbahnlinien (zur Verhinderung von Waldbränden) durch Kiefer-Anpflanzungen, welche stets nach oben brennten und daher an sich bei Freihaltung der bett. Komplexe von Gestrüpp rc. den denkbar sichersten Schutz gegen Waldbrände böten. — Oberförster Emmelhainz- Hahnstätten giebt seine Erfahrungen bei der Bekämpfung der „Schütte" mit Bordelaise zum besten, während Forst- amtsassessor Fischer-Ansbach einen Meßapparat vorführt und erläutert. — Damit ist der Beratungsstoff erschöpft, und der Vorsitzende schließt die erste Haupt-Ver- sammlung der Deutschen Forstvereine, die 28. der Deutschen Forstmänner, auf deren Verlauf, nach jeder Richtung hin, man mit Befriedigung zurückblicken könne. Vom sozialdemokratische» Parteitag. Nachdruck verboten. IV. Mainz, 20. September. In der Sitzung von heute vormittag wurde zunächst beschlossen, das Protokoll des Frauenkongresses in das Parteitagsprotokoll aufzunehmen. Alsdann wurden verschiedene Beschwerden verlesen, darunter eine der Buchdrucker in Bant, wobei der Parteitag erklärte, daß er sich nicht in die Streitigkeiten der Gewerkschaften einmische. Hierauf wurde die Diskussion über die Resolution Cal wer fortgesetzt, zu der u. a. auch August Bebel das Wort ergriff. Er sprach mit Frische und Lebhaftigkeit gegen einzelne Positionen der Calwerschen Resolution, von der er nur das annehmen will, was vom Ausbau und der Verbesserung der Wasserstraßen und der Reichseisenbahn handelt. v. Voll mar erklärt, die Uebernahme der Eisenbahnen durch das Reich wäre ein wirtschaftlicher Schaden. Dr. David hält es für unmöglich, sür die Resolution Calwer zu stimmen. Das Interesse der Konsumenten sei gleichmäßig, während das Interesse der Produzenten sehr verschieden sein könne. Wir Hessen haben das Bahnabkommen mit Preußen. Miquel ist drauf und dran, mit diesem hessischen Keil auf die übrigen süddeutschen Bahnen, zunächst die badischen, zu drücken. Hessen habe heute in Eisenbahnfragen nichts mehr zu reden, alles unterstehe dem preußischen Verwaltungsrat. Bebel bemerkt nochmals, daß die Reichseisenbahn heuhe> nur theoretisch sei, auch wenn die Partei Stellung tmzu nehme. Die süddeutsche Eisenbahngemeinschaft richte rhre Spitze gegen Preußen. Allein er fürchte, daß diese Gemeinschaft bald in die Brüche gehe. Je mehr man die Einzelstaaterei stütze, desto mehr gehe man Hand in Hand Mit dem Junkertum. Bei der Reichseisenbahn habe das Parlament emen viel größeren Einfluß und damit auch aus die wirtschaftliche Stellung vieler Tausende von , Beamten und Arbeitern. Ulrich-Offenbach: Nicht dagegen wenden wir uns daß das gesamte Verkehrswesen ans Reich kommt, sondern daß es von Preußen aufgesogen werden soll, und daß Preußens Interessen dann allein bestimmend wären. Miquels fiskalische Politik führt uns in Hessen durch die Bahngemeinschaft sogar reichliche Mittel zu, aber sie macht uns zugleich zu Vasallen, ja zu Knechten Preußens. Wir können nicht die kleinste Bahn in Hessen selbständig bauen und sitzen in einer argen Zwickmühle. Wir haben in Hessen bei der Verwaltung der hessischen Bahnen, obwohl wir die Ludwigsbahn gekauft haben, überhaupt nichts mehr mitzureden. Der preußisch- hessische Direktor steht im hessischen Landtag nicht Rede. Mollen wir Nebenbahnen bauen, so sagt man nur: ihr Hessen habt genug Nebenbahnen, ihr habt verhältnismäßig mehr als Preußen. So müssen wir die Bauern wirtschaftlich zu Grunde gehen lassen oder Privatbahnkonzession erteilen. So lange Preußen das Fiskalitäts- prinzip über alles stellt, können wir der Reichseisenbahn- gemeinschaft nicht beipflichten. Wir kennen in Hessen auch die Neigung der preußischen Verwaltung, die Löhne der Bahnarbeiter zu drücken und sie zu versklaven. Geck-Offenburg betont, daß der sich ausbreitende Einfluß Preußens in der Eisenbahnfrage Baden schon 700 000 Mark Schaden gebracht hätte. Er sei nicht gegen die einheitliche Verstaatlichung der Eisenbahnen, aber die gegenwärtige Lage im Reiche mache den Süddeutschen die Vorsick)t zur Pflicht. Mol ken buhr-Hamburg bespricht die Lage des unteren Eisenbahnpersonals. Trotz großen Widerspruchs besonders der Süddeutschen wird schließlich die Calwersche Resolution mit dem Satz der Uebernahme der Eisenbahnen auf das Reich angenommen. Der Passus wegen Ausbaues des Wasserstraßen-Systems uud namentlich des Mittelland-Kanals wurden abgelehnt. Die Amendements Rosa Luxemburg zu der obigen Resolution betreffend Ermäßigung des Gütertarifs für Lebensmittel und Ablehnung der Zölle besonders auf Lebensmittel sanden Annahme. Alsdann ergriff Bebel das Wort über die Beteiligung an den Landtagswahlen. Durch die reaktionäre Strömung, die aus dem preußischen Landtag komme, beständen Gefahren für die Arbeiter. Unbedingt sei eine Beteiligung au den Wahlen notwendig. Wohl seien die Kompromisse ein Uebelstand, weil auch) die linksstehenden bürgerlichen Parteien oft in das reaktionäre Lager hinüb erschrecken, aber wenn die Parteien sich auf gewisse Forderungen der Sozialdemokratie verpflichten, könne man nach !.age der Sache die Korn pr om i s s e g u th eiß en. Wohl hätte im Wahlkreis Torgau verhütet werden müssen, daß der Arbeiterfeind Fetisch gewählt worden wäre. In Berlin sei die Eroberung der Mandate in drei Wahlkreisen sicher. Auch in anderen Städten könnten Erfolge errungen wetden. Bebel sprach nur sehr fur^ Ihm trat als erster Redner Singer entgegen. Durch die Kompromisse leide die Selbständigkeit der Partei, also grade der Punkt, der die Partei groß und stark gemacht habe. Geck-Offenburg berichtet über die Erfolge der Kompromisse in Baden, die die Partei nicht befriedigt und eine fürchterliche Korruption herbeigeführt hätten. Haase-Königsberg ist für die Wahlbeteiligung. Nicht um die Mandats-Erlangung handelt es sich, sondern um das Eindringen in Kreise, die uns bisher verschlossen sind. Es sprechen ferner noch Fendrich- Karlsruhe, Frau Jrer und I f f e l - Berlin, Dr. Qu a r ck-Frankfurt am Main, der für die Beteiligung an den Wahlen eintritt und zwar mit ausgesprochen sozialistischen Wahlmännern. Man möge doch das Liebknecht'sche Verwirrungs-Prinzip weglassen. Et habe mit einem ausländischen Genossen gesprochen, der ihm gesagt habe, wir Sozialdemokraten sind zwar chne sehr prinzipienfeste Partei aber wir mogeln, w o ro ir mogeln können. Grenz-Leipzig spricht gegen die Beteiligung. Riemann- Chemnitz spricht in heftiger Weise gegen Grenz. In Sachsen hätte man allerdings zwei Wahlniederlagen erlitten, die aber die Leipziger verschuldet hätten. Sie hätten in Sachsen sich lange genug durch die Minderheit terrorisieren lassen, aber in Zukunft werde das nicht mehr geschehen. Wer nicht pariert, wird hinausgeworfen! Hofmann- Berlin spricht sich gegen die Beteiligung aus. Er wundere sich nicht, daß die Beteiligung Freunde fand, habe man doch im Organisationsstatut auch indirekte Wahlen geschaffen, in dem die Kontrolleure unter Umständen zwei Vorstandsmitglieder wählen. An der weiteren Debatte beteiligen sich noch Frau Jrer-Berlin und Bändert-Apolda, welche die Beteiligung für die Sache der Arbeiter fordern. Stadthagen -Berlin will die Beteiligung den einzelnen Wahlkreisen überlassen. Ullenbaurn-Elberfeld ist für Beteiligung an den Wahlen, desgleichen Gewehr-Elberfeld, der sich im übrigen gegen die Berliner Reden wendet. Geller-Frankfurt bezeichnet die Sozialdemokratie als den Eckstein, an dem sich die Reaktion den Kopf ein- rennen werde. Das wäre aber nicht möglich, wenn man bei den Landtagswahlen zu Hause blieb. Damit wird die Beratung abgebrochen. Als Ort für die Abhaltung des nächsten Parteitages wird Lübeck gewählt. Es folgt die Bekanntgabe des Resultats der Wahlen. Darnach sind in den Vorstand gewählt: Be- b c l und Singer als Vorsitzende, Auer und Psann - kuch als Schriftführer, Gerisch Kassierer. Als Kontrolleure werden gewählt: Bruhne-Frankfurt, Cramer - Darmstadt,' David - Mainz, Ehrhardt-Lud- wigshaven, Kaden-Dresden, Könen-Hamburg, E i st e r - Hannover, I e tz n e r - Berlin und Klara Zetkin- Stuttgart. Morgen früh erfolgt der Schluß des Partei- tages. Aus Stadt und Sand. Gieße«, 21. September 1900. ** Zum Ladenschluß. Man schreibt uns: Wegen des gesetzlichen Ladenschlusses haben nun auch Bäcker und Metzger eine Beratung abgehalten. Jene haben beschlossen, bei der Verwaltungsbehörde vorstellig zu werden, daß ihnen gestattet wird, ihre Läden von 5 Uhr früh bis 9 Uhr abends ununterbrochen offen zu halten. Es sei, so erklärten die Beteiligten, niemand dadurch geschädigt, da in den Bäckerläden hierorts keine Verkäuferinnen thätig seien und diesen, selbst wenn es der Fall wäre, die gesetzlich verlangte Ruhepause gewährt werden könne, auch wenn die Läden länger als 13 Stunden offen seien. Die Metzger einigten sich dahin, vorstellig zu werden, daß ihnen gestattet werde, ihre Läden im Sommer von 5 Uhr früh, im Winter von 6 Uhr früh bis abends 9 Uhr, Sommer und Winter gleich offen lassen zu können. Obermeister Pirr und mit ihm eine Minorität seiner Kollegen traten lebhaft dafür ein, im Sommerhalbjahr den Geschäftsschluß abends um 8 Uhr zu beftimBien, da dadurch wenigstens ein einheitlicher Laden- L-a f < tn Gießen herbeizuführen angestrebt werde. Die Mehrheit war aber für diesen sehr vernünftigen Antrag utcht zu haben. ** Personeustauds Register. Die Fortführung des Personenstands-Registers für unsere Stadt, womit seither unsere Ratsdiener betraut waren, ist für dieses Jahr der Polizeibehörde übertragen worden. Augenblicklich sind unsere Schutzleute sehr gründlich an der Arbeit, indem sie in jeder Wohnung anfragen, um nach den erhaltenen Auskünften die Listen zu vervollständigen. Die Arbeit scheint außerdienstlich besorgt zu werden, da die Beamten statt im Helm nur mit der Mütze bekleidet find. Nach dem städtischen Etat find für diese Arbeit pro Jahr 300 Mk. ausgeworfen, die jedenfalls dieses Mal den Schutzleuten zufallen. ** Die Hilf8gerich18schreiber aus dem Großherzogt«« Hessen hielten im „Storchen" zu Frankfurt a. M. eine Versammlung ab, die von etwa 60 Interessenten besucht war. Der Zweck der Beratungen war aber n cht die Herbeiführung besser Gehälter — denn mit diesen find die Hilssgerichtsschreiber sehr zufrieden — sondern die Versammlung beschäftigte fich vorzugsweise mit den gegenwärtigen Anstellungsverhältnissen. Die geäußerten Wünsche sollen in einer Eingabe der vorgesetzten Dienstbehörde unterbreitet werden. + Lützellinden, 20. September. Schon 26 Jahre sind es, daß unser Dors nicht die Freude genießen konnte, seine Kirmes zu feiern. Obwohl in jedem Jahr sich die Wünsche von Jung und Alt darauf richteten, gingen sie doch nicht in Erfüllung. Nun ist es aber dem Bemühen des Wirtes Friedrich Jung zu verdanken, daß Sonntag den 23. und Montag den 24. September unsere Gemeinde wieder einmal Kirmes feiern kann. Nidda, 20. September. Die Handelskammer Friedberg erhielt auf eine Eingabe betreffs Später- legung des ersten Zuges von Schotten nach Nidd» im Winter und Einführung von Rückfahrtkarten von der Eisenbahndirektion Frankfurt untern 8. September folgendes Antwortschreiben: „Aus das gefällige Schreiben vom 10. v. Mts., betreffend Ver- befserung der Zugverbindungen von Schotten nach Frankfurt a. M., teilen wir ergebenst mit, daß im nächsten Winterfahrplan für den gemischten Zug 1084 Schotten—Ridda die Lage des vorjährigen Winterfahrplanes beibehalten wird. Der Zug wird somit ab I. Oktober um 6,15 Uhr vorm. von Schotten abfahren und um 7,02 Uhr vocrn. in Nidda eintreffen, woselbst der Zug an den Personenzug 604 nach Gelnhausen und in Gelnhausen an den Personenzug 218 nach Frankfurt unmittelbaren Anschluß vermittelt. Eine Verlegung des Zuges 1084 dergestalt, daß die vorerwähnte Verbindung aufgehoben würde, ist nicht angängig, weil alsdann andere wichtige VerkehrSinteresien erheblich geschädigt, und zahlreiche und begründete Beschwerden von dieser Serie hervorgerufen werden würden. Zur Einlegung eines neuen Morgenzuges Schotten—Nidda etwa in der Lage des ZugeS 1082, welcher tn Nidda an den Zug 1154 nach Friedberg anschließt, liegt angesichts der im Sommer bereits festgestellten sehr schwachen Benutzung des Zuges 1082 ein Verkehrsbedürfnis für den Winter nicht eor. Ihrem weiteren Anträge, den Rückfahrkarten von Friedberg und hintergelegenen Stationen nach Schotten, sowie diejenigen von Schotten nach Friedberg rc. zur Rückfahrt auch Gültigkeit auf der Strecke Lau- bach—Friedberg, bezw. Friedberg—Laubach und den Rückfahrkarten von Gelnhausen und hintergelegenen Stationen nach Schotten sowie denjenigen von Schotten nach Gelnhausen rc. zur Rückfahrt auch Gültigkeit auf der Strecke Gedern—Gelnhausen bezw. Gelnhausen—Gedern betzulegen — wollen wir entsprechen und haben dieserhalb das Erforderliche angeordnet." Herbstei«, 18. September. Am Sonntag fand hier eine Sitzung des Bezirksausschusses Alsfeld Lauterbach statt, in der Hauptlehrer Schindel-Alsfeld vor den vollzählig erschienenen Delegierten des Verbandes und zahlreichen Gästen in einem Referat über „die Beziehungen, die sich zwischen dem Paragraphen 133 des neuen Handwerkergesetzes und der Gewerbeschule entwickeln werden," sprach. Als wesentlichste Bedingung der künftigen Führung des Meistertitels kennzeichnet obiger Paragraph die Ablegung der Meisterprüfung. Mit überzeugender Logik wies der Referent nach, daß die hierzu bezw. zum erfolgreichen Betrieb eines Gewerbes erforderlichen umfassenden Kenntnisse am zweck- mäßigsten durch den Besuch einer Gewerbeschule erworben werden, ja, daß alle Anzeichen darauf hindeuten, daß eines Tages die bei Ablegung der Meisterprüfung gestellten Anforderungen geradezu den erfolgreichen Besuch der Gewerbeschule bedingen. (Alsf. Oberh. Ztg.) Ulrichstein, 18. September. Daß auch im hohen Vogelsberg Erfindungsgeist herrscht, so schreibt der „Grünberger Anz.", beweist, daß in letzter Zeit sich zwei hiesige Herren Wit der Erfindung einer F l u g m a s ch i u e beschäftigten, die zwar keine Techniker sind und doch bei ihrem Werk gute und gesunde, wenn auch nicht erfolgreiche Ideen entwickelt haben. Die Erfindung soll sich nämlich auf die Kunst der Nachahmung des Vogelflugs gründen. Demgemäß stellten sie einen Körper her, der dem Bogel ähnelt, und mit zwei großen, beweglichen Flügeln versehen ist. Als sie nun längere Zeit nachts allein im geheimen Kämmerchen au dem Kunstwerk gearbeitet und es so weit gebracht hatten, daß sie einmal Flugversuche machen zu können glaubten, bestimmten f‘etei1te/W' in der beim Monden schein die Versuche auf dem Schloßberg vor sich gehen sollten, — sich öffentlich bei Sage $u produzieren, dazu hatten sie keine Kourage. Doch es stellte sich gleich ein nicht vorausgesehenes !Qi.nberntS entgegen. Als sie nämlich das Ungetüm Mr Xljure hinausthun! wollten, gewahrten sie zu ihrem Aerger, daß es zu groß war Nachdem sie hin und her verhandelt hatten, vb sie die Maschine entsprechend Heiner machen oder die Thür Pfosten herausnehmen wollten, entschiiedeu sie sich fürs erstere Als nun dieses Hindernis glücklich überwunden war ging es auf den SMoßberg. Dort begannen jetzt bie Versuche, die jedoch, nachdem ein jeder von ihnen die Abhänge und Steinhaufen des Schloßbergs gehörig geküßt hatte, bald endigten. Mit verschundenen Nasen kehrten beide zurück und waren froh, daß niemand ihr SckMlspiel, das für alle möglichen Gespenstergestalten hätte angesehen werden können, beobachtet hatte. Markus Bauer. 2024 Giessen, Kirchen platz 11. ahre sind rote, feint - Wit^ihk och nicht len Les Zmmde links der Chaussee Kastel, 17. September. Unter dem Vorsitze des Rem danken Wolfschmidt-Schotten fand am Sonntag in der Turnhalle die aus den drei Provinzen recht zahlreich besuchte diesjährige Generalversammlung des Verbandes der Rechner in den Landgemeinden des Großherzogtums Hessen statt. Bezüglich der AlterS- fürsorge faßte die Versammlung den einstimmigen Beschluß, unbeirrt waS das Jnvalidenversicherungsgesetz in seiner Wirkung vom 1. Januar 1900 dem Rechner unter 2000 Mk. bieten soll, und demjenigen über 2000 Mk. Gehalt bieten kann, an den seitherigen Bestrebungen, die Staatsregierung um entsprechende Fürsorge zu ersuchen, unbedingt festzu- halteu, zumal durch die mit Wirkung vom 1. Oktober dS. JrS. inkrasttretende Neugestaltung des Staatskassenwesens den meisten Rechnern in größeren Gemeinden umfangreiche staatliche Verpflichtungen auferlegt werden. Die Gehaltsfrage, welche bis heute noch der Willkür der Gemeindevorstände anheimgegeben, ist durch diesen Modus zum Teil geradezu auf lächerliche Mißverhältnisse gekommen; eine einheitliche Regelung durch die Staatsregierung soll angestrebt werden analog der Konsequenz: „Wer die Arbeit bestimmt, bestimmt auch den Lohn.- — Die nächstjährige Landesversammlung des Verbandes findet im städtischen Saalbau in Darmstadt statt. Presse nahm seine Partei. Gestern verpflichtete ihn jedoch ein Ehrengericht, an welchem drei Offiziere teilnahmen, zum Duell. Dasselbe fand heute Morgen statt; der junge Mann Erhielt eine lebensgefährliche Schußwunde in den Unterleib. digungen kam, die noch m der Form einer Privatklage vor dem Schöffengericht Sühne finden werden. Das Landgericht erkannte gegen Sch. aus einen Monat, gegen S. auf eine Woche Festung. Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Vermischtes. * Hildburghausen, 20. September. Im vorigen Jahre hatte sich ein zur Infanterie ausgehobener junger Mann, der gern Kavallerist werden wollte, dieserhalb direkt an den Kaiser gewendet. Er erhielt dieserhalb drei Tage Arrest. Ein ganz gleicher Fall ist hier abermals vorgekommen. Ein Mann hatte sich nach China gemeldet. Da seine Einberufung nicht kam, wandte er sich an den Kaiser. Die Antwort kam sehr bald: drei Tage Arrest. * Infolge eines heftigen Gewitters sind in Almeria (Spanien) sämtliche Flüsse aus den Ufern getreten. Einige Städte sind überschwemmt. Auch aus Oran (an der gegenüberliegenden afrikanischen Küste) werden heftige Stürme mit Regengüssen gemeldet. Eine Anzahl Häuser ist eingestürzt. Viele Personen sind verunglückt. Die Soldaten der Fremdenlegion zeichneten sich bei der Hilfeleistung wesentlich aus. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen, viele Eisenbahndämme sind unterspült. * Budapest, 20. September. Gestern fand hier zwischen dem Journalisten Farkashazi und dem Kammerherrn Latinovics wegen einer Zeitungspolemik ein Piftolen- Duell statt, in dem letzterer schwer verwundet wurde. — Vor einigen Tagen sprach ein junger, in der Lebewelt sehr bekannter Mann auf der Straße die Gattin eines höheren Beamten an, wofür er von dem zufällig herbeikommenden Gatten empfindlich gezüchtigt wurde. Der Gatte verweigerte die Genugtuung mit Waffen und die gesamte Stöbt. Schlachthaus. Freibank. 6148 Heute und morgen: SchweimSeislh 45 $lfg. Kandel uud Verkehr. KslkswirMast. Frankfafter Börse vem 20. September. Wechsel auf New-York zu O.OO-Otfc Prämien auf Kredit per ult Sept. 1.15%, do. per ult Okt. 2.30%, Diskonto-Kommandit per ult. Sept 0.90 %, do. per ult Okt. 2-20 %, Lombarden per ult Sept. 0.40%, do. per ult Okt. 0.85 %. Deutsche Bank per ult. Sept 0.00%. Kotierungen: Kreditaktien 205.90-10.000-00, Diskonto- Kommandit 172.50-60-40-00-00 Staatsbahn 141.50-00., Lombarden 25.70-60, Italiener 94.20, Spanier 71.90.00, 8proz, Mexikaner 25.35, Bochumer 176-174.50.00 bz., Laura 191.70-50-00-0 bz. G., Harpener 177.80-176.80.000 bz., Gelsenkirchen 189.20-80-189 bz., Privat-Dis- kont 4"/i," 0 G. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 205.20-4.40-60-00000 bz., Diskonto-Kommandit 172.30-1.50-80-10 bz., Staatsbahn 141.50.000 bz., Lombarden 25.60-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 000.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz, 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz. 1% i«i ■A'i“ ."aden, 1 dlvlrag 'es Per- Unsere Nijei. .unsere ro jeder '"IHM nut xrw M sinh )le jeden» tzchchl» M. tmt 'Uten be- "ch bit sind die bit Der. 1 Wn- Hchffen n Dienst- Aus dem Geschüftsleben. Auf der gegenwärtig in der alten Kaiserstadt Aachen tagenden Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte erregt das Plaemon, ebenso wie im vorigen Jahre auf dem Münchener Kongreffe, die allge- meine Aufmerksamkeit. Diesmal ist es der Plasmon-Tisch in der mit dem Kongreffe verbundenen Ausstellung, welcher sich des regsten Zu- wruchs seitens der Aerzte und Hygieniker erfreut. Zwar ist das Plasmon den Aerzten nichts Neues und Unbekanntes mehr denn es grebt heutzutage kaum noch einen Arzt, der dieses in allen Krankheitsund Schwächezuständen angezeigte Nähr- und Kräftigungsmittel nicht mehrfach in der Praxis mit bestem Erfolge verwendet hätte. . da find auch eine Anzahl neuerer mit Plasmon hergestellter diä- tetischer Nahrungs- und Genußmittel, welche das Verwendungsgebiet der Präparates erweitern und seine Darreichung besonders bequem und angenehm gestalten, wie beispielsweise Plasmon-Cacao, -Chokolade, -Hafercacao, -Biscuits, -Zwieback, -Speisemehl u. a., deren zumeist an Ort und StHle konsumierte Proben uneingeschränkten Beifall finden. Auch Die reichhaltige wissenschaftliche Litteratursammlung, welche Berichte über die in Krankenhäusern, Lungenheilanstalten rc. mit Plasmon erzielten überaus günstigen Resultate enthält, erregt das Interesse der m Maße, da unter den Autoren dieser Veröffentlichungen unfire hervorragendsten ärztlichen Kapazitäten vertreten sind. Inder Kreistags-Sitzung vom 10. ds. in Neuwied, wurde der Bau der elektrischen Kleinbahn Neuwied-Heddesdorf-Niederbieber. Oberbieber beschlossen, und der Auftrag zur Ausführung derselben an die Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vormals C. Buchner, Wiesbaden, übertragen. ~ . Zur Unterkunft für die an Neu-, An. und Umbauten beschäftigten Arbeiter bei ungünstiger Witterung und während der Ruhezeiten müffen ^Baustelle oder in deren unmittelbaren Umgebung mindesten- bis 2 aÄ, Rohbauer eine oder mehrere im Mittel mindestens mit Wänden umfchloff-ns und mit Dach oder SÄ'“ Räume zur Verfügung stehen, deren Grundfläche der- °der Äübn r ei7?»'.^ 8uf an dem Bau beschäftigten Maurer Der be,^Ä °°n mindestens 0,75 Meter entfällt. 1« W ~L"- ™l "i irgend ».ich., Ari diirf.r i. dgs.m Raum nichl g-idg-v § 2. in deren" LttttL Umg°bung^n°"ode?°Lbr°°^ M Estelle oder ISÄ’Ä'' 80 6er bi” 3au b-schWgten Manier und Tag"! Die Abortgebäude müffen derart eingerichtet sein bofi in m. Aborte weder von der Arbeitsstelle, noch von der Sträbs nh^ nnn n°n Jenpem der Nachbargebäube hineinsehen kann. Erforderlichen Faller finb vor dm Thüren Blenden anzubrtngen. $ Ue6 ’inb I § 3. Für die vorübergehend hergestellten Aborte dürfen keine durchlässiaen Gruben angelegt, sondern es müssen wasserdichte Tonnen, welche nach Bedarf rechtzeitig fortzuschaffen und durch leere, mittelst Kalkanstrichs desinfizierte Tonnen zu ersetzen sind, aufgestellt werden. Diese Tonnen sind durch Sitz- und Stoßbretter zu verdecken. Der Inhalt der Tonnen ist in eine Dunggrube zu entleeren oder auf das Feld zu verbringen und dort unterzugraben. Bei freier, von Wohngebäuden entfernter Lage der Bau- P außerhalb der Stadt kann von der Polizeibehörde ausnahmsweise Herstellung einer Erdgrube gestattet werden. ^««meSÄT»^VÄXenabOrte °°" 5*n bl8*,et| Oktsgewerbcverein. Diejenigen Mi^lieder, welche sich nächsten Sonntag an ber Fahrt nach Worms zur Generalversammlung deS Laudesgewerbe vereinsund Besichtigung der GewerbeauSstelluug beteiligen wollen, bittet wtr sich bis zum «awstaguachmittag « Uhr bei Herrn L. Petri II. melben zu wollen, um, je nach Beteiligung, eine Fahrpreisermäßigung beantragen zu können. ___ Der Vorstand. famaer Ipätrr- iNidd» en non mbtx fvl» chmd $(<: csnlsurt chplan für vorjihnge» b l.DMr tyrtKtv 604 «ach 4 Krank- iges 1084 ist nicht eblich ge- fer Leite Morgen- selcher in tot ves Zuges ion Slncke Lau» fikarim von sowie bw ch Sültigkeii edera bchu- Kforderiiche hier eine h statt, in llzählig w itj?* i unb wefiut- stnütelS Meister- ent * rintS n N* ertvorbell aß eine» w Gewerbe» h. im hohen ver,E ivti W ,aschlne erfolgrE idi i lafl'X , es steM entgeh »»$» es zu » b r t'.V üri »d'5 j°si t< '■i,f ,/t> * Louis Frohnhäuser —9 Schulstrasse 9 SML £ 3 empfiehlt seine direkt bezogenen 7205 rj )Spanischen "Weine | ferner; finnsösinehen und d< ntsehcn Kognak g ; Rhem- n. Moselweine. Champagner «aT«6 R iinnnnnnnm ytlDnnroYYYY/rtnnfyinn Gießen, den 24. August 1900. Großh. Ortsgerrcht Gießen. GroS. 5643 ff. geräucherte Frankfurt. Kratwörstlheu L Paar 85 und 80 Pfg. empfiehlt von heute ab jeden Freitag und SamStag Fr. Schreiner, 5398 Mehgermeister. frauKsurtttWrstchen und neue gellerlinfen empfiehlt G0erhard Wehger, 6225 Frankfurterstrabe. I ®ie Unterkunftrräume für bie Arbeiter und die Aborts müffen ae-I ßünklltSDPtffliirPtT a Jetr‘: Di- Anlegung und Unter- nügend erhellt sein und find stets in reinlichem Zustande zu erhalte». 8 Haltung von NA^rmftsräumen und Aborten auf Baustellen wird hier- «6, In dem Konkursverfahren über Ut* As öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Beobachtung bet Vorschriften unter 1 und 2 kann au» be- $8 93etm®9en bef Fnseurs Karl 8ie6en, den 18. September 1900. Isonderen Gründen, welche die ErMung der Vorschriften nach Lage derI?C‘n’ä Conrad in Gießen ist GroßheWigliche Bürgermeisterei Gießen. Verhältnisse (namentlich bei kleinen, enggebauten Grundstücken oder 5et n 8ur "ochmaligen Gläubiger« I. V.: Wolff. 6203I^a-^n ^on nicht erheblichem Umfange) unmöglich oder überflüssig erscheinen *uf ^eitag bett _________L "^ lassen, von der Polizeibehörde nachgelassen werden. ‘“ 28. September 1900, vor- l 8 7 mittags 10 Uhr, vor dem Groß- «J.. X150LTT- lmarkung Gießen: Flur 40 Nr. 37“/100 = 276 qm Lofraite, Flur 40 Nr. 37,7/ioo — 166 qm Grabgarten , sollen SamStag den 6. Oktober 1900, nachmittags » Uhr, auf hiesigem Orlsgencht öffentlich meistbietend versteigert werden. Kurrab! Ulicbse 1/ ohne Schwefelsäure Diamant-Grafit-Wichse von Bnd.Starcke, melle in Hann, ist die allerbeste! sie putzt am leichtesten, konserviert das Leder, ist im Gebrauch am billigsten. Käuflich in den Kolonialwaren- und Drogengeschäften. Weratur. — Es ist Herbst und die Blätter fallen. Auch auf den Redaktionstisch. Zurächst »Der Türmers Monatsschrift für Gemüt und Geist. HerauSgegrben von I. E. Frbrn. v. Grotthuß. Preis vierteljährlich 4 Mk. einzelne Hefte 1 Mk. 50 Pf. (Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer.) Das S,ptemver-Heft enthält folgende Aufsätze rc.: Kontzin Luise und die Kaiserinnen Maria Feodorowna und Elisabeth Alex jrwna. Von P. Batllen. — Herbst. Gedicht von L. v. Strauß und Torney. — Die Halben. Ein Roman aus unserer Z?it. Von Jeaonot Emil Frhrn. v- Grotthuß. (Schluß.) — Marie von Ebner Eichenbach. Von Harry Maync. — Fabrikmädchen. Gedicht von Otto Luke. — In den Bergen von Tyrol. Von Peter Rosegger. — Nikolaus Lenau und Emilie von Retnbeck. Von Otto Berdrow. — Kritik: Philosophisches. Von Dr. Karl Gebert. Ziegler, Das Komische. Eastle, Die Isolierten. — Rundschau: Das hetltze Jahr. Bon Emil Mauerhof. Im Zeichen deS Rationellen. Von Otto Feeg. Frederi Mistral. Zu seinem 70. Geburtstage A September). Von T. Kellen. Stimmen des In-und Auslandes: Die Furcht vor dem KGlirfl>m-Vl>chk«M,ni „8« „ ÄXÄÄ.. ra- ... .a ategf*» äs» äsä Küche, Keller und Mansardenzimmer an I tt***^** . .. ruhige Leute abzugeben. 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