M-. 169 Zweites Blatt Somitag den 22. Juli Kießener Anzeiger Heneral-Un^eiger Amts- und Anzeigeblntt füv den Aveis Gieren 1 Alle Lnzeigen-DermittlungSstellm de» In- und Sutfantaf nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgehe, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. -rfchetnt tLgNch ent Lw»»ahme dcS Die Gießener y«*Hi■ Anzeigen zu der nachmittags für den Zatßende» L»ß «scheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. Rddestelungcn spätestens abends vorher. ....... u Adresse für Depeschm: Anzeiger KUH«. Fernsprecher Nr. 5L 19O@ Nezugsprei» vierkeljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohnr durch die Abholestell« vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Poftbezug Mk. 2,40 vierteljährt. mit Bestellgeld. Die Wirren in China. AuS Peking. Dem chinesischen Gesandte« Wutingsang in Washington ist eine chiffrierte Depesche Congers, des amerikanischen Gesandten in Peking zugegangen. Diese lautet: „J'ch befinde mich in der englischen Gesandtschaft unter ununterbrochenem Gewehr- und Geschützfeuer der chinesischen Truppen. Schnelle Hilfe kann allein ein allgemeines Blutbad verhindern." Die Depesche ist ohne Datum. Wutingsang war bekanntlich vor einigen Tagen von der amerikanischen Regierung ersucht worden, ein Telegramm an Herrn Conger nach Peking zu übermitteln. Wenn jene chiffrierte Depesche die Antwort darauf ist, so ist der Beweis erbracht, daß den chinesischen Gesandten der Verkehr mit Peking und zwar ein recht schneller Verkehr noch möglich ist. Die Geheimschrift der Depesche ist offenbar die Chiffre, die die amerikanische Regierung mit ihrem Vertreter verabredet hat, also wird auch nur die Regierung in Washington in der Lage sein, sestzustellen, ob es sich um eine echte Depesche Congers oder um eine Fälschung handelt. Das Staatsdepartement zu Washington veröffentlicht ferner folgende BefgWtmachung: ..Der Staatssekretär empfing heute früh folgende Depesche des amerikanischen Konsuls in Tschifu, vom 19. Juli, nachts 12 Uhr datiert: Ein Blatt aus Shanghai behauptete, am 16. Juli seien alle Ausländer in Peking getötet worden. Ich habe deswegen an den Gouverneur telegraphiert und gefragt, ob diese Meldung wahr sei. Der Gouverneur antwortete, sein Kourier habe Peking am 11. Juli verlassen, und an diesem Tage seien Alle wohlbehalten gewesen- Der östliche Teil der Stadt Peking sei an diesem Tage von den Aufständischen genommen worden, in der Absicht, die Ausländer zu töten. Der belgische Konsul in Shanghai meldet vom 19. Juli: Sheng habe ihm mitgeteilt, die Fremden in Peking seien am 18. ds. Mts. wohlbehalten gewesen. Ein kaiserliches E ikt vom 16. Juli habe den Vizekönig von Tientsin angewiesen, die durch die Unruhen angerichteten Schäden abzuschätzen, und den lokalen Milizen den Befehl erteilt, den Ausstand zu unterdrücken. Scheng bestreitet, daß er vom Gouverneur in Shangtung ein Telegramm über die Ermordung aller Fremden in Peking erhielt; doch finden die Angaben Sheng's wenig Glauben. Der chinesische Gesandte in Paris überreichte am 20. ds. Mts. dem Minister des Aeußern, Delcasse, eine durch den Gouverneur von Shangtung am 19. ds. übermittelte Depesche des Kaisers von China, in der dieser um die Vermittlung Frankreichs nachsucht. Der fremden Gesandten geschieht in diesem Telegramm keine Erwähnung. Der chinesische Gesandte ersuchte Delcaffe, das Telegramm dem Präsidenten Loubet mitzuteilen. Delcasse erwiderte, der Präsident der Republik werde die Antwort durch den französischen Gesandten in Peking geben, er will jedoch zuvor die Versicherung, daß dieser noch am Leben ist. Der Shanghaier Vertreter des Daily Expreß meldet: Em chinesischer Kaufmann habe ihm die Einzelheiten der Szenen in Peking mitgeteilt, deren Augenzeuge er während der jüngsten Metzeleien gewesen sei. Danach wurden die europäischen Frauen von den Boxern auf die Straße geschleppt, entkleidet und in Stücke zerhackt. Die einzelnen Glieder wurden unter die Menge geworfen. Einige der Frauen waren bereits tot, weil sie von ihren Angehörigen erschossen worden waren. Wie der Agenzia Stesani aus Hongkong vom 17. Juli berichtet wird, hat der dortige italienische Konsul, wohl um die Glaubwürdigkeit der Behauptung Lihungtschangs, daß die Gesandten in Peking noch lebten, auf die Probe zu stellen, den bekanntlich aus dem Wege nach Peking begriffenen Vizekönig gebeten, dem italienischen Gesandten in Peking, Salvago-Raggi, einen Brief von ihm zu übersenden, worauf Lihungtschang erklärte, daß ihm dazu die Mittel und die Wege fehlten!! Die Antwort ist bezeichnend. Wäre Li von der Wahrheit der Nachricht, daß die Gesandten noch lebten, so durchdrungen, wie er sich den Anschein gibt, so wäre es doch mindestens unhöflich — und das ist der Chinese nie —, wenn er sich geweigert hätte, den Brief in Peking an seine Adresse zu befördern. Einer Meldung der New-Uork World zufolge verlautet in Tschifu, die Chinesen hätten vor ihrer Flucht aus der Chinesenstadt von Tientsin ihre Frauen getötet, damit sie nicht in die Hände der Fremden fielen. Die Meldung, daß hunderttausend modern bewaffnete Chinesen gegen Shanghai vorrücken, wird jetzt von verschiedenen Seilen wiederholt. Zum Schutze von Shanghai sind bisher an Landlruppen nur etwa tausend Freiwillige und 400 Mann französische und englische Polizei verfügbar. • * • Bou der chinesischen Zollverwaltung. Die „Agenzia Stefani" in Rom macht die außerordentlich wichtige Mitteilung, Li-Hung-Tschang habe angeordnet, daß die Zolldirektoren seiner Provinzen in Zukunft nicht mehr von Peking, sondern von Kanton abhängen sollen. Der Vizekönig von Nanking habe für die Zollverwaltung von Shanghai ähnliche Befehle erlassen. Man darf wohl annehmen, daß diese Aen- derung in der Verwaltung der Seezölle, denn um diese handelt es sich, nur solange in Kraft bleiben soll, wie der Negierungsapparat in Peking stillsteht. Andernfalls wäre sie eine Verletzung der Verträge, die für die Einnahmen aus'dieser einzigen sichern Ertragsquelle des Reiches, mit der überdies jetzt die im Auslande aufgenommenen Anleihen verbürgt sind, die verhängnisvollsten Folgen haben könnte. Eine solche Aenderung wäre fast eine Rückkehr zu den Berwaltungszuständen vor der Zeit des Taiping-Auf- standes. Damals flössen die Erträge der Seezölle in die Taschen der Provinzgouverneure, sie waren für das Reich verloren und würden schwerlich! als eine ausreichende Garantie • für eine Anleihe angenommen worden sein. Erst als infolge der Verträge mit den Mächten (der mit Preußen und dem Zollverein stammt aus dem Jahre 1861'i eine einheitliche Verwaltung unter einem ei./apäischen Leiter und mit einem aus Ausländern und Chinesen gemischten Beamtenstande eingeführtMorden war, hob sich die chinesische Seezollverwaltung zu der mustergiltigen Höhe, auf der sie heute steht. Sie wurde dadurch erzielt, daß der Leiter der Seezölle — seit 1861 bekanntlich Sir Robert Hart — jedwedem Einfluß der Provinzbeamten entzogen wurde und unmittelbar nur dem Tsungliyamen in Peking verantwortlich .tvar. Dieses System hat sich so bewährt, daß es unter allen Umständen aufrecht erhalten werden muß, während es «der erste Schritt zur Aufteilung Chinas wäre, die alle Mächte vermeiden wollen, wenn man die jetzt angeblich von Li-Hung-Tschang und Liukunyi eingeführten Maßregeln zur dauernden Einrichtung erheben wollte. In der Mandschurei. Die mandschurische Eisenbahn soll von Stretensk, dem gegenwärtigen Endpunkt der sibirischen Bahn am Schilka, dem nördlichen oberen Arm des Amur, in südöstlicher Rich^ tung ausgehen und zunächst den Argun,- den südlichen oberen Arm des Amur, der die Grenze zwischen Transbaikalien und der Mandschurei bildet, jenseits Stary Surut- schaitu überschreiten, dann auf mandschurischem Gebiet Khailar, einen am gleichnamigen Quellfluß des Argun belegenen Ort, berühren und in gewundener Linie bis nach Kharbin geführt werden. Letzterer Ort liegt am Sun- gari, einem südlichen Nebenfluß des Amur, und ist erst vor zwei Jahren dank der Thätigkeit amerikanischer Ingenieure entstanden. Kharbin ist der Knotenpunkt der Strecken, deren eine weiter nach Südosten bis zum Hafenplatz Wladiwostok, die andere südsüdwestlich nach Mulden führen soll, von wo die Bahn nach Niutschwang und Port- Arthur bereits im Betriebe ist. Bei Niutschwang zweigt sich von letzterer Strecke die ebenfalls fertige Bahn ab, die an der Westküste des Golfs von Liaotung über Tschinwang- tau und an der Küste des Golfs von Petschili bis Tongku am nördlichen Ufer des Peiho gegenüber Taku führt und mit der Bahn nach Tientsin und Peking zusammenhängt. Endlich geht von Nikolskoje, kurz von Wladiwostok, an der Strecke Kharbin-Wladiwostok eine bereits fertige Strecke nach Norden, teilweise den Ussuri-Fluß entlang, bis nach Khabarowsk an der Mündung des Ussuri in den Amur. Es sind auf der mandschurischen Bahn folgende Teilstrecken fertiggestellt: etwa 150 Kilometer westlich von Kharbin in der Richtung nach! Khailar-Stretensk, etwa 200 Kilometer von Kharbin in der Richtung nach Wladiwostok, und in derselben Richtung etwa 120 Kilometer vor Nikolskoje; endlich etwa 150 Kilometer südwärts von Kharbin in der Richtung nach! Mukden. Nach! amtlichen Nachrichten wird Kharbin von mehreren Seiten durch die chinesischen Horden bedrängt, ebenso die einzelnen, in dem amtlichen russischen Telegramm genannten Stationen, deren Namen wohl zum ersten Male in der Oeffentlichkeit erscheinen, wie auch Kharbin selbst auf den neuesten Karten noch nicht verzeichnet ist. Einzelne Baustrecken, wie die süd- iche (nach Mukden), mußten von den Arbeitern aufgegebejm werden. In Kharbin führt General Gerngroß den Befehl über eine jedenfalls nicht sehr starke Schutzmannschaft; ein Ingenieur steht ihm bei der Verteidigung des Platzes W; die Besatzung wirft Schanzgräben auf und sucht sich zu halten, bis die von Stary Surutschaitu einerseits Uno von Nikolskoje anderseits abgesandten Verstärkungen eintrefsen. Es handelt sich um ziemlich große Entfernungen, etwa 800 Kilometer von Stary-Surutschaitu und etwa 600 Kilometer von Nikolskoje, allein da die Verbindungen nach letzterem Ort nicht ubgeschnitten sind und die Eisenbahn wohl zum größten Teil benutzt werden kann, wird der Entsatz von Südosten her wohl bald möglich sein. General Gcibowski begiebt sich nach Kharbin, um dort den Oberbefehl HU übernehmen. Ueber pie Vorgänge bei der russischen Stadt B l a a o - wieschtschensk wird aus London telegraphiert: Emer Petersburger Depesche des „Daily Telegraph" zufolge scheinen die Russen die Chinesen bei Blagowiesftst- schensk geschlagen und die Stadt mit ihrer ganzen! Streitkraft besetzt zu haben. General Grodekow meldet über BlagowieschtschMsk vom 16. d. Mts.: Die Beschießung wrrd seit heute früh fortgesetzt. Tie russische Artillerie antwortet nur selten. Der obere Teil des Dorfes Sachalin, der der Stadt gegenüberliegt, ist von der russischen Artillerie in Brand geschossen worden. Der Gouverneur ist voll von Lob über die Haltung der Einwohner^ die sich in den Trancheen befanden, die nur unbedeuteno beschädigt sind. Ein Truppendetachement, das die Aufgabe hat, Blagowieschltsch^nsk zu verstärken und die freie Schifffahrt jaus dem Amur zu erhalten, ist in Srjetensk marschfertig, Reisende, die mit dem Dampfer „Alexei" aus Charin am 10. dbs. eingetroffen sind, erzählen, daß die Eisenbahnzüge bis zu der zweiten Station Aschiho gehen. — Hauptmann Gregoriew ist, sich, aus den: Süden zurückziehend, mit Lastfuhren in Kuang-tsching-Su eingetroffen. Die Bewohner des Bezirks von C h a r b i n sind ruhig. Der chinesische General Pau, der 2000 Mann kommandiert, ist in Charbin. Die russische Bevölkerung in den Gebieten Giltschins? jund Zavitinsk hat 480 Mann in zwei Gruppenj zur Unterstützung der Kosakenposten am Amur gebildet. Die Beschießung der Stadt hörte um 8 Uhr abends auf. Ein Haus wurde durch Granaten in Brand geschossen, doch wurde das Feuer bald gelöscht. Das Haus des Wohl- thätigkeitsvereins wurde beschädigt. 9 Soldaten und ein Knabe ^wurden verwundet. Die Chinesen werfet die Toten in den Amur. Am 17. sah man vierzig Leichen auf dem Flusse treiben. Die Chinesen versuchten, über den Fluß zu dringen, um den Zansejksschen Bezirk anzugreisen, wurden aber von den Kosaken zurückgeschlagen. Es wurden Truppen abgesandt, um jeden Ueber- gang über den Fluß unmöglich zu machen und den Ueber- gang über den Zeja-Fluß und die Dampferstation an dessen Mündung tzu schützen. — Aus Tschifu wird dem „Expreß" vom J.9. d. M. gemeldet, daß die Russen, nachdem sie von den Boxern mit beträchtlichen Vertu st en zur Räumung von Tientschwangtai und Ta - schitschwan igezwungen seien, in Niutschwang sich konzentrieren. Bei den Kämpfen sollen von den Boxern 700 gefallen sein. Die russischen Blätter verlangen strenge Bestrafung der chinesischen Ausrührer, die es wagten, Blagowieschtschensk zu bombadieren, auf die Amurdampfer Flintenschüsse abzugeben und einen russischen Offizier gefangen wegzuführen. Wie Depeschen melden, haben die Aufrührer — nach Andeutungen auch chinesische Truppen — die ganze Strecke von Saghalin nach Aigun, also etwa 30 km am Süduser des Amur unterhalb Blagowieschtschensk besetzt. Es handelt sich dabei nicht um die Strecke von Aigun nach Sachalin, der Insel gegenüber der Küstenprovinz, wie man nach verstümmelten Depeschen annehmen mußte, sondern um den Ort Saghalin, der Blagowieschtschensk gegenüber liegt. Immerhin ist es bedenklich genug, daß die Chinesen und Mandschus vor Blagowieschtschensk so zahlreich erschienen sind. Sie wußten, daß die Stadt im Gegensatz zu den andern Hauptverkehrspunkten der Amur- und Küstenprovinz gewöhnlich fast keine Besatzung hat. Bei ihrem Vorgehen gegen Blagowieschtschensk wollen sie die Schiffahrt, in den Angriffen auf Kharbin die Eisenbahn treffen. Hierin zeigt sich wieder der Charakter des Aufstandes, die Feindseligkeit gegen die modernen Verkehrsmittel. Die teilweise Zerstörung der mandschurischen Eisenbahn, oder doch eine Stockung in den Arbeiten wäre um so bedauerlicher, als selbst unter normalen Umständen nicht vor 1904 aus eine Vollendung zu rechnen gewesen wäre. China hat die Besitzergreifung der beiden Provinzen am Amur durch Rußland nie verschmerzt, da letzteres sie seit 1869 als chinesischen Besitz anerkannt hatte. 1854 und 1856 setzte Rußland sich durch General MurawiewS energisches Vorgehen dort fest, und 1860 mußte China sich vor der vollendeten Thatsache beugen. Es ist endlich die strategische Ueberlegung nicht außer acht zu lassen, welche Fälle durch untergeordnete Gerichte erledigt werden sollen; der bt= andere Gerichtshof soll auS zwei Richtern und einem Anwalt deb Obergerichts bestehen; jede deS Hochverrats oder eines ähnlichen Verbrechens schuldig befundene Person soll ihres Wahlrechtes aus 5 Jahre verlustig erklärt werden und nnfähtg sein, Mitglied deS Parlaments, eines Stadtratcs oder irgend eines anbeten öffentlichen Amtes zu werden. die Chinesen durch ihre Angriffe aus die Schiffahrt und bie Eisenbahn bekunden, die ihnen in kurzer Zeit neue Gegner zusühren sollten, zumal die russischen Truppen schon in Niutschwang stehen. Wir müssen umsomehr den russischen Waffen aus dieser Seite einen raschen und durchschlagenden Erfolg wünschen, als die Ueberlandreise über die sibirische Bahn bis StretenSk, zu Schiff auf dem Amur nach Kha- barowsk und auf der Bahn nach Wladiwostok bereits möglich ist. Die „Daily Expreß- hat einen frisch aus dem Amurgebiet in London eingetroffenen Abgesandten der Handelskammer von San Francisco interviewt, der ganz neuerdings von Wladiwostok nach Kronstadt acht Tage lang an dem Ort zugebracht hat. W. M. Bunker hat über Blagowietschensk recht interessante, mit Photographien illustrierte Auskunft gegeben. Die Stadt, schreibt er, liegt aus dem Norduser des Amur, 1000 Klm. westlich von der Militärstadt Khabarowsk, und ist unbedingt der betriebsamste unter den Geschästsorten des Amursystems. Sie ist auf einer fast ganz fischen Ebene, 10 Mtr. über dem Spiegel des Amur, gelegen und besitzt einen langen schmalen Park und einen schattigen Baumgang in ihrem westlichen Teil am Amuruser. Dort unter den Bäumen hat der Gouverneur, ein General, seine Amtswohnung. Der Amur ist hier %—3/* Klm. breit und die Stärke der Strömung beträgt 9 Klm. in der Stunde. Der Stadtplan zeigt 1011 Blöcke von 250 Mtr. im Geviert, und die Straßen sind 30 Mtr. breit. Die Bevölkerung zählt 30;—40000 Seelen. Die Stadt hat 16 Schulen, 7 Banken und 10 Kirchen, mehrere darunter von anspruchsvoller Stattlichkeit, zu ihren 5000 Häusern. Dazu kommt an Industrie eine Zündholzfabrik, drei Gießereien, sechs Weinkellereien, drei Brauereien, vier Sagemühlen und drei Seilereien. Die Pottasche-, Glas-, Matratzen und Seifensabrikation sind mit je einer Werkstätte vertreten. Neben einem Ziegelringosen sind noch zwöls gewöhnliche Ziegeleien, zehn Gerbereien und drei Kalkbrennereien, die zusammen eine Kapitalanlage von 1830000 Rubel darstellen. Der Geschästsumschlag der Stadt allein beläuft sich aus2Mill.Psd. jährlich. Nach einer Meldung in Pariser Blättern wird die internationale Armee in China, die in 3 Wochen zusammengestellt sein wird, bestehen aus 15000 Franzosen, 15000 Deutschen, 12000 Engländern, 25000Russen, 25000Japanern und 33000Mann von den übrigen Staaten, Oesterreich Ungarn, Amerika rc. zusammen. Die Verhandlungen über das Oberkommando in Ostasien find noch immer nicht zum Abschluß gelangt. Deutschland ist es, wie man uns aus Berlin zuverlässig schreibt, nur darum zu thun, daß ein fähiger, dem so verantwortlichen Posten gewachsener Mann berufen wird. Die Nationalität allein darf dabei nicht entscheidend sein. Die Mächte scheinen sich foweit einig zu sein, daß Japan keineswegs das Oberkommando erhält. Dagegen ist es j nicht ausgeschlossen, daß die Frage nach der Üebernahme I des Oberkommandos auch Deutschland vorgelegt wird, I obgleich dasselbe in Bezug aus die Streitkräfte in Ostasien I nicht am stärksten vertreten ist. Sollte diese Frage an I Deutschland gestellt werden, so dürfte nach einer unserem I Besten Kommandanten von maßgebender Seite zugegangenen I Mitteilung nicht abgeneigt sein, die Besetzung dieses I verantwortlichen Postens zu übernehmen. Ueber das angebliche Angebot Chinas an Japan, I gemeinsam die Europäer niederzumetzeln, ist I weder beim Berliner noch beim englischen auswärtigen Amte I Irgend etwas bekannt. , I Der Berliner chinesische Gesandte hat aus die I Telegramm-Zensur des Grasen von Bülow auch weiter ge- I schwiegen und dürfte diese Taktik fraglos weiter befolgen. Dagegen sind dem Auswärtigen Amte in Berlin bereits I mehrere Depeschen von der chinesischen Gesandtschaft zur I Einsicht vorgelegt worden. Dieselben sollen, wie unser I Berliner Gewährsmann hört, keinen Anlaß zu Beanstand- I ungen gegeben haben. Hierbei drängt sich die Frage aus, I wie lange wohl die Berliner chinesische Gesandtschaft ohne I Zufluß von Baarmitteln wird existieren können. Wenn die I in Betracht kommenden Herren auch selbst vermögend sind, I so dürste sich doch auch dieser Brunnen einmal erschöpfen I und dann dürste der Mangel an Geld die Mitglieder der I Gesandschaft zur Abreise nötigen. Ein kleines deutsches Pionier-Detachement wird sich mit dem nächsten Reichspostdampfer von Genua nach China einschiffen. Das Detachement soll früher dort eintreffen als die anderen Transporte. — Die Abreise der Postbeamten erfolgt am 22. ds. von München aus mit dem Truppen-Kommando, das zur Vorbereitung der Einschiffung sowie der ersten Unterbringung und Verpflegung | des Expeditionskorps am 24. ds. mit dem ReichSpostdampfer ä „Preußen" nach Ostasien vorauSsährt. Die nach China gehenden Postillone benutzen den am 2. August von Bremerhaven abgehenden Dampfer „Rhein" zur Uebersahrt. • • In Innsbruck trifft am 22. ds. eine nach China bestimmte deutsche Militär-Abteilung bestehend aus 20 Offizieren und 109 Mann ein. Der Erzherzog Eugen wird dieselbe am Bahnhofe bewirten. * Der „Wetzlarer Anzeiger" veröffentlicht Soldatenbriefe aus Kiautschou. In einer Schilderung aus der Zeit der „Pachtung" finden wir folgende bemerkenswerte Einzelheit: „An einem schönen morgen brach die Kompagnie denn auch auf, fchwerbeladen mit Hartbrot und Patronen. Nachdem wir ein paar Dörfer passiert hatten, hielten wir in einem Götzentempel vor der Telegramme deS Gießener Anzeigers. Berlin, 21. Juli. Die Einschiffung der für China bestimmten Truppen findet an folgenden Tagen statt: Freitag, den 27. Juli auf den Dampfern „Halle", „Dresden" und „Batavia", Montag, den 30. ds. aus den Dampfern „Hagen" und „Sardinia", Dienstag, den 31. auf dem Dampfer „Straßburg-, Donnerstag, den 2. August auf den Dampfern „Rhein" und „Adria", Samstag, den 4. August auf den Dampfern „H. H. Meyer" und „Phö- nicia". In Bremerhaven ist bereits eine Reihe von Offizieren eingetroffen, um die Vorbereitungen für die Einschiffung der Truppen zu treffen. London, 21. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet: Der russische General-Major Denisoff ist mit seinen Truppen auf dem Marsche nach CH ar bin. Die Chinesen haben die Eisenbahnlinie aufgegeben und sind nach Trkho abgerückt. London, 21. Juli. Aus Hongkong wird berichtet: Nach einer Meldung aus Kanton sollen sämtliche Fanfarentruppen auf den Befestigungen von Podue und in den äußeren Forts Stellung genommen haben. Die Schwarzflaggen begaben sich nach dem Hause des Generals Bata. 3000 derselben befinden sich mit Artillerie in verschanzter Stellung. 7000 weitere sind in anderen Stellungen postiert. Kanton selbst ist ruhig. Paris, 21. Juli. In leitenden Kreisen wird die durch Vermittelung des Shantunger BizekönigS hierher gelangte Depesche des darin nicht mit Namen, sondern nur mit seinem Titel bezeichneten Kaisers von China als eine List Li-Hnng-Tschangs angesehen. Derselbe muß in den nächsten Tagen die von den Europäern gesteckten Linien passieren und um freies Geleit nachsuchen, um über Tientsin hinauszukommen. Die französische Regierung durchschaute dieses Manöver sofort und gab die einzige korrekte Antwort. Der chinesische Gesandte erklärte sich außer Stande, über daS Schicksal Pichons Ausklärung zu geben, da die Kaiser-Depesche davon nichts enthalte. Dieses beredte Schweigen des Kaisers ist das erste offizielle Geständnis der furchtbaren Pekinger Katastrophe. Wien, 21. Juli. Auf allen hiesigen Botschaften und an maßgebender Stelle sind keinerlei positive Nachrichten über die Situation in Peking eingetroffen, weshalb die neuesten chinesischen Depeschen an die französische Regierung und an den chinesischen Gesandten in Washington als gefälscht betrachtet und als ein Versuch Li-Hung-Tschangs angesehen werden, die diplomatische Situation zu verwirren und die militärische Aktion der Mächte aufzuhalten. Petersburg, 21. Juli. Trotz des kategorischen Dementis des Generalstabs erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß Blagoweschtschensk von den Chinesen genommen worden ist. Das Trausit-Komptoir der russisch-chinesischen Bank daselbst soll mit großen Warenbeständen in die Hände der Chinesen gefallen sein. ES verlautet, daß der Zar den Kriegsminister empfangen und mit Vorwürfen über die unglaubliche Lässigkeit der sibirischen Militärbehörden überhäuft habe, die ruhig zugesehen hätten? wie daS chinesische User deS Amur stark befestigt und mit Geschützen und Militär besetzt wurde, ohne irgend eine Meldung über die drohende Gefahr zu machen. Zwei Abteilungen sind zum Entsätze in die Mandschurei eingerückt. Charbin soll in Brand gesteckt sein. Die Bahnbauten auf der ganzen Strecke sind eingestellt. Doch erhielt die sibirische Bahnverwaltung telegraphischen Befehl, alles daran zu setzen, die letzten Brückenbauten zu vollenden. Ein großer Teil der reitenden Artillerie wird zuerst einberufen, die auf dem Landwege an den Amur gesandt werden. — ES zirkuliert das Gerücht, Kaiser Wilhelm soll eine Zusammenkunft mit dem Zaren vorgeschlagen haben, die prinzipiell angenommen sein foö. Stadt Tsimo. An den Göttern hingen wir unsere Hängematten auf zum größten Erstaunen der uns angassenden Chinesen, die alle Augenblicke glaubten, die Götter würden uns vernichten. Aber sie sollten nichts mit uns zu thun haben, und wir haben die Nacht famos geschlafen. Tsimo ist der Sitz des Mandarins, auch liegen da fünf Kompagnieen chinesischer Infanterie." * Der Krieg in Südafrika. Ein Telegramm Lord Roberts' aus Pretoria vom 19. ds. besagt: Lord Methuen besetzte heute Reck- poort fast ohne Widerstand. Die Generale Hamilton und Mahon setzten ihren Marsch durch das Land nördlich der Delagoabahn fort. General Hunter ist damit beschäftigt, die Stellung der Freistaatburen zwischen Bethlehem und Ficksburg zu erkunden. Aus Zeerust wird gemeldet: 15 Buren werden nach Eto auf Ceylon gebracht, weil sie nach ihrer Unterwerfung nochmals gegen die Engländer zu den Waffen griffen. Ihr Eigentum wurde konfisziert. Ein Blaubuch über Südafrika wurde am 18. dS. ausgegeben. Unter den Telegrammen befinden sich einige, die Lord Salisbury und Präsident Krüger ungefähr einen Monat vor den berühmten Depeschen über die eventuellen Friedensbedingungen auswechselten. Lord Salisbury teilt darin Präsident Krüger mit, daß, wenn die Gefangenen nicht in angemessener Weise behandelt würden, die beiden Präsidenten persönlich dafür verantwortlich gemacht würden. Daraus antwortete Präsident Krüger am 9. Februar: . „Wenn diejenigen, bie für diesen ungerechten Krieg verantwortlich sind, sich nicht so weit vom eaupIafe tIten, I könnten wir auch ähnliche Drohungen ausstoßen. Wir überlasien das alles getrost dem Urteile der ganzen rwillfierten Welt, die lang sam, aber sicher einzusehen beginnt, wte ba8 britische Kabinett an uns gehandelt hat. Seien Sie sicher, daß Ihre von einem sicheren Platze aus auSgestoßenen Drohungen unS nicht hindern werden, bie soeben in Kapstadt I veröffentlicht worden ist, enthält folgende Bestimmungen. I Indemnität für den Gouvrrneur und die^Dttli ärbehörden für I Handlungen während des Belagerungszufiandrs; Entschädigung von I Personen, welche durch die militärischen Operationen oder Hand- I lungen deS Feindes oder der Rebellen geschädigt worden sind; Er- I rtchtung eines besonderen GertchtShofrs zur Aburteilung von Per- ■ tonen, die des Hochverrats angeklagt sind, wobei mtnber bebeutenbe Deutsches Wich. Berlin, 20. Juli. Der Kaiser wird nach den neuesten Bestimmungen bereits am 25. ds. von der Nordlandsreise wieder in Kiel eintrefsen. Der Monarch beabsichtigt, sich von den vom 28. d. Mts. ab mit den Lloyd- dampfern nach China abgehenden Truppen persönlich zu verabschieden, zu welchjem Behuf ein Besuch des Kaisers in Bremerhaven xesp. in Bremen in Aussicht steht. — Die Kaiserin traf zur Einweihung des Denkmals für den Vater der Kaiserin, den Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein, mit den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert heute morgen mittels Sonderzuges in Ki e l ein und wurde von dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich sowie dem Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein empfangen. Heute mittag fand die feierliche Enthüllung des Denkmals bei prächtigem Wetter statt. Der Vorsitzende des Denkmals, Klosterpropst Graf Reventlow, ftbergab das Denkmal, nachdem auf einen Wink der Kaiserin die Hülle gefallen war, der Stadt Kiel, in deren Namen Oberbürgermeister Fuß das Denkmal übernahm. In seiner Dankesrede versprach der Oberbürgermeister, für die Pflege des Denkmals zu sorgen. Nach Enthüllung fand auf der Yacht „Iduna" bei der Kaiserin! ein Diner statt, woran das Prinzenpaar Heinrich, sowie die fürstlichen Gäste teilnahmen. Die Kaiserin hat um halb 6 Uhr sinit den Prinzen Kiel verlassen und eine mehrtägige Fahrt mit der „Iduna" angetreten. — Der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin «wurde vom 3. August ab bis zur Beendigung der diesjährigen Herbstübungen des Gardekorps dem Garde-Kurassiep-Regiment zugeteilt. — Dem Direktor des« Versorgungs- und Justizdepartements im Kriegsministerium, Generalleutnant V i e b a h n, ist der Rang eines kommandierenden Generals verliehen worden. — Der Herzog hon Albany wurde zum Leutnant in der preußischen Armee a la suite des tzusarenregiments Nr. 9 ernannt. — Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist in Begler- tung des Wirkl. Geh. Oberregierungsrats v. Wilmowski heute abend hier eingetroffen. — In der letzten Zeit sind seitens der Behörden mehrfach ^Sachverständige aus den Reihen der Tabakindu- striellen um ihre Ansicht über die verschiedenen Vorschläge zur Aenderung der Zoll- und Steuersätze für Rohtabak und T a b a k f a b rr k a t e befragt worden und sollen sich übereinstimmend dahin ausgesprochen haben, daß sie keine Beschilderung der bestehenden Sätze wünschen. Sie befinden sich hierbei in Uebereinstimmung tnit der Regierung, die — zur Zerr wenigstens >— schon aus dem Grunde keine Veranlassiingi haben /dürfte, einer Reform der Ta b a k st e u e r naher zu treten, als alle Vorschläge, sowohl die der agrarischen Schutzzöllner .als auch die der industriellen Schutzzollner, voraussichtlich, eine Mindereinnahme des Reiches aus! dem Tabak zur Folge haben würden. Dagegen hört die „Dtsch. Tabakztg." laus agrarischen Kreisen, daß man tn diesen den Erfolg der Bestrebungen zur Erhöhung des S ch u tz z o l l e s f ü r i n l ä p d i s ch e n T a b a k n i ch t f ü r aussichtslos hält. Man meint, die Regierung konne> nachdem ihr der Reichstag ein so großes Plus an Steuereinnahmen bewilligt habe, daß sie auf absehbare Zeit keine neuen Forderungen zu stellen brauche, sehr wohl auf eman Bruchteil der Einnahmen aus dem ^abak verzichten und die Wünsche der Herren erfüllen. . — Mit der Änsang 1898 begonnenen Einrichtung von Verkaufsständen für Wertzeichen usiv^ m den Schaltervorräumen größerer Postämter ist, wie die postoffiziöse „Deutsche Verkehrsztg. mitteilt, in weiterem Umfange vorgegangen worden. Zurzeit bestehen im ReichDpostgebiet an 28 Orten derartige Verkaufsstände ; an einzelnen Orten, wo wegen der Raumverhald' nisse Kioske nicht aufgestellt werden konnten sind durch Benutzung von Fensternischen und der gl. und Ansstetten von Holzdauben einfache, aber zweckentsprechende Verkaufs- stände geschaffen worden. Der durchschnittliche tägliche Um- saN an Wertzeichen beträgt rund 500 Mark für den ein- zellten Perlaufsstand. Zu Inhabern zumerst wewllche Vertonen (Witwen oder TÄHter von Beamten und Unter Beamten), einigen Fallen auch. ^egef)altWnger ber Verwaltung angenommen worden. Die Einrichtung bat sich überall bewährt und beim Publikum günstige Auf- Vinhm? APhmben Als Vorteile sind hervorgetreten: Ent- nfhtttrt her Sckalterstellen, schnellere Abfertigung des Publikums Möglichkeit der Schließung von Schalterstellen wäbrend einzelner Stunden, Vermeidung der Einrichtung Äi-alterftctlen, Ersparnis an Beamtenkraften oder wenigstens Hinausschiebung der Verstärkung des Schalter- Personals. Mit Rücksicht auf dieses günstige mit der Vermehrung der Vertaussstande auch kuN^ 9 fortgeschritten werden. Die Ausstattung de kaufsstände soll durchaus einfach! S.eWn .".^Vcn ^nt bisher picht überall geschahen ift. butstchtllch Habern »l a. zu gestattenden Rebenbc Änsllgungen^foll darüber gewacht werden, daß der yauptzw tung r- der Vertrieb von ^rt8e*i mularen - durch das Nebengescha n kenier «rnse ve einträchtigt wird und daß dieses srch ans den Vertrrep «einer Mengen beschenkt damll W Händlern usw. berechtigte Klagen über Wettbewerb imt Restand mrwricht angemessene Rücksicht genommen werden hoffentlich! bekommen wix derartige Einricht- unaen auch bald in unseren beiden Postämtern. D. Red.) — Der internationale Textilarbeiterkongreßj, nahm aegen die Stimmen der .Engläiiider. die deutsche Refo-- an die eine Besserung der Lage der Textilarbeiter : nur durch den Sozialismus erwartet, und verwarf den eng- Beglei- ilmowslt iburg- ndigunz Ps dem fror des ministe- - Der t in der ntsNr.9 en mehr- kindn- nfn M -sE lgeb"L aucY/Ker- "- 7 lvas ’S-5^ ntqen W* Sw-* ■ Oer e % mit tb^ie et- M- flentet# btieb* rio^l den • Nord- y beab- Lloyö- S«Mu Irschen.Antrag, der allein die gewerkschaftliche Organisation fX>r Stuttgart, 20. Juli. Der König von Württem- Lerafiat eine neue Ordensauszeichnung gestiftet, ein Ve r - Lienstkreuz, ldas seiner Geltung nach zwischen der Verdienstmedaille (dies Kronenordens und dem RrtterkrsuA zweiter Klasse des Friedrichsordens stehen soll. Es besteht aus einem abgerundeten Kreuz aus mattem Silber, dessen Mittelschild auf der Vorderseite den gekrönten Namenszug des .regierenden Königs, auf der'Rückseite die Inschrift „Verdienst" zeigt. Es kommt beim Tode des Inhabers in die Hände der Erben. Ausland. London, .20. Juli. (Oberhaus.) Der Lord-Groß- kanzler bringt einen Gesetzentwurf betr. die Abänderung des Gesetzes über die Ausfuhr von Waffen und Munition ein. Die erste Lesung der Vorlage wird angenommen, ebenso die zweite Lesung des Gesetzes betr. die Wohnungen der arb eitenden Klasse. Cherbourg, 19. Juli. Loubet hielt bei dem im Arsenal gegebenen Bankett eine Rede, in der er u. a. folgendes bemerkte: „Unsere Landarmee und unsere Flotte sind in gleicher Weise der Gegenstand unserer Fürsorge und Liebe. Sie sind eine Macht, die es verstehen würde, den von unserem moralischen Gewissen gefaßten Beschlüssen Geltung zu verschaffen, sie sind die Hüter der Idee der Pflicht und des Rechts. Die Republik verlaßt sich voller Stolz auf das Heer und begleitet mit ihren Wünschen diejenigen ihrer Matrosen und Soldaten, die die Ehre und das Verlangen haben, Frankreich in der internationalen Armee zu vertreten, um, falls es noch Zeit ist, den Brüdern Hilfe in der Not zu bringen und um unerhörte Frevelthaten zu strafen. Unsere Soldaten, die von dem Ernst der Sendung durchdrungen, geschult und tapfer sind, werden im Gehorsam gegen ihre Führer, die ihrerseits der Republik ergeben sind, das Bestreben haben, der Geschichte unserer Orientexpeditionen ein ruhmreiches Blatt hinzuzufügen. So begrüße ich Sie denn meine Herren und danke Ihnen, die Sie in Ihrem herrlichen Seemannsberuf tagtäglich- neue Beweise von Mut und Aufopferung geben, und die Sie den ritterlichen französischen Charakter verkörpern. Wie Ihre Kameraden vom Landheere haben Sie .Anspruch auf die Liebe aller guten Bürger, denn Sie thun mehr, als uns mit Vertrauen für die Zukunft zu erfüllen. Sie führen die Größe des Vaterlandes in seiner Land- und Seemacht jedermann klar vor Augen." Nach, der Schisssrevue richtete Loubet ein Schreiben an den Marineminister, worin es heißt, die Kriegsflotte errege die Bewunderung aller, die sie sähen. Frankreich erfreue sich an ihrem Erfolge. Im Namen der Regierung und im Namen Frankreichs bitte er den Minister, Admiral Gervais und der Kriegsflotte seine lebhaftesten Glückwünsche auszusprechen. Der Präsident Loubet ist um 10 Uhr abends wieder nach Paris gereist. Budapest, 20. Juli. Der Budapester Magistrat sandte heute dem Wiener Magistrat eine Zuschrift, in der es heißt, daß jede nach Ofen-Pest adressierte Zuschrift njrfeJröffnet zurückgesandt werde, und übersandte gleich- zeittg dem Minister des Innern und dem Handelsminister ein Gesuch, mit Rücksicht auf die wiederholt bewiesene Feindschaft Wiens gegen Budapest und weil mit der Adresse Ofen-Pest Wien die ungarische Hauptstadt nur verhöhnen wolle, möge jede so adressierte Zuschrift amtliche zurückgegeben werden. Das 'Ministerium dürfte diese Bitte verweigern, weil der allgemeine Postgebrauch sei, Sendungen mit einer irgendwie verständlichen Adresse einzuhändigen. — In der unweit Budapest gelegenen Gemeinde Piske wurde bei der Einweihung der neuen Kirche der Geistliche von schwäbischen Bauern insultiert und aus der Kirche geworfen, weil er versuchte, den Gottesdienst ungarisch zu halten. Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Juli 1900. ** Juristische Fakult'atsprüfung. Die Meldungen zu der im Wintersemester 1900/01 hier stattfindenden juristischen FakultätsPrüfung sind mit den vorgeschriebenen Belegen bis spätestens zum 18. Oktober bei dem Dekan der juristischen Fakultät, Pros.Dr. Heim bürg er, einzureichen. Kandidaten, die sich auf die Übergangsbestimmung des § 28 der Prüfungsordnung berufen wollen, haben dies in der Meldung anzugeben. Die schriftliche Prüfung beginnt am 22. Oktober, nachmittags 3 Uhr; eine besondere Ladung hierzu ergeht nicht. ** Als Beifitzer zum Schiedsgericht in Bauunfallsachen des Selbstversicherungsverbandes der Kreise des Großherzogtums Hessen sind 1) Straßenwart Joseph Massoth von Lorsch als Beisitzer, 2) Straßenwart Johannes Will von Hainchen als dessen 1. Stellvertreter, 3) Straßenwart Heinrich Andres von Düdelsheim als dessen 2. Stellvertreter für die Zeit bis zum 1. Januar 1904 wiederzewählt worden. Militärisches Prinz zu Isenburg und Büdingen, Lt. a 1. 8. des 1. Großh. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regis. No. 115, wurde unter Verleihung eines Patents seines Dienstgrades in das Regt, eingereiht; Aulich, Roßarzt vom Hus.-Regt. König Humbert von Italien (1. Hess.) No. 13, zum Großh. Hess. Train-Bat. No. 26. versetzt; Rexroth, Lt. zur See der Res. im Landw.-Bezirk Erbach i. O., zum Oberlt. zur See der Res. der Matrosen- Art. befördert, unter Vorbehalt der Patentierung; v. Kleist (Friedrich), Major im Generalstabe des Gouvernements von Mainz, zum persönlichen Adjutanten des Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten des Herzogtums Braunschweig, ernannt. Patriotisches Liebeswerk. Die vereinigten Krieger- und Militärvereine Gießens erlassen heute im Anzeigenteil unserer Zeitung einen Ausruf zu freiwilligen Gaben für die nach China gegangenen oder noch später dorthin gehenden Angehörigen unseres Regiments „Kaiser Wilhelm". Die Liebesgaben sollen den Kriegern noch möglichst vor Abgang der Transportschiffe in deutschen Häfen überreicht, später einlaufende Spenden aber inFeindeslandnachgesandtwerden.— Wir rühmten schon in Nr. 160 des „Gießener Anzeigers" die zu gleichem Zwecke hervorgerufene Sammlung der deutschen Studentenschaft, die als erste auf dem Plan erschien für die Hinterbliebenen der in China Gefallenen. Am Tage darauf veröffentlichten wir den Aufruf des Landesvereins des deutschen Flottenvereins für das Großherzogtum Hessen und teilten gleichzeitig mit, daß wir zur Annahme von Gaben für diese (letztere) Sammlung bereit sind. ** Kunstverein. In der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Braud hat diese Woche wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden; es sind cirka 70 Gemälde neu ausgestellt. Gleichzeitig sei auch! jetzt schon darauf hingewiesen, daß dies der letzte Bilderwechsel vor den üblichen Ferien ist. Die Ausstellung ist von Sonntag an wieder geöffnet. *♦ Alpeuverein. Im kühlen WaldeSschatten ungestört in gemütlichster Gesellschaft zu weilen, ist bei der jetzigen heißen Jahreszeit wohl eines der schönsten Vergnügen. Em Platz, welcher sich hierzu vorzüglich eignet, befindet sich in nächster Nähe von Bieber oberhalb der Reehmühle am ö<\ Rotheberg, auf der einen Seite prachtvoller Hochwald, auf der andern Seite eine wundervolle Aussicht auf das tiefer liegende Bieber, Haina, das Bieberthal und die Burgen Vetzberg, Gleiberg, bis nach Gießen und das Lahnthal aufwärts. Wie man uns schreibt und im Annoncenteil ankündigt, beabsichtigt die Sektion Gießen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins morgen Sonntag dorthin ihre Fuß Partie zu richten. ** Omnibus-Extrafahrteo. Die Sommerwagen der Gießener Omnibus-Gesellschaft fahren am Sonntag von 3 Uhr nachmittags ab alle Viertelstunden je nach Bedarf vom Marktplatz nach dem Schiffenbergerwald und dem Radfahr- fefte; von der Einrichtung einer Tour nach dem Schützen- Haus mußte die Gesellschaft absehen. Frankfurt a. M., 20. Juli. Die Verbrecherchronik unseres Stadtwaldes ist abermals um ein Blatt reicher geworden. Gestern abend gegen 6 Uhr wurde der Bauer Stephan Müller V. von Eppertshausen, der mit dem Erlöse verkaufter Kartoffeln in der Tasche nach Hause fuhr, auf der Babenhäuser Chaussee, kaum 2 Kilometer hinter der Stadt von zwei Burschen überfallen und zu berauben versucht. Er hatte den beiden Räubern gestattet, auf seinem Fuhrwerk mitzusahren. Plötzlich warfen sie ihm einen Sack über den Kopf, würgten ihn und hätten ihn ohne Zweifel umgebracht, wenn nicht gerade im letzten Augenblick zwei Radfahrer auf der Bildfläche er* schienen wären, die ihm zu Rettern wurden. Die frechen Räuber ließen ihr besinnungsloses Opfer im Stiche und verschwanden im Walde. Einer der Radler holte vier Schutzleute aus Offenbach, doch blieb alles Suchen im Walde vergeblich. Sport, Spiet, Jagd. Rad-Rennen zu Gieße«. Zu den intertff*nttn Rmnen am morgig,n Sonntaguachm.ttag auf dem bitsigen Sportplätze find 31 Fahrer mit 84 Meldungen eingeschrieben, und nach dem bik- herigrn Abschneiden auf anderen Rennbahnen dürften die Herren Duill, Moedrr, Goertz, sowie der Italiener Stratta die Favoriten sein. DaS in Buchform erscheinende offizielle Programm gelangt heute fchon zur Ausgabe, und die Vorbereitungen auf dem Sportplätze, auf dem sich schon seit einiger Zeit allabendlich «in regeS Treiben entfaltet, sind nahezu vollendet. Da die Rennen pünktlich um 3Vz Uhr ihren Anfang nehmen sollen, so werden sie bei glatter Abwicklung voraussichtlich schon so frühzeitig beendigt sein, daß Besucher, die das Fret-Konzert auf der Terrasse etwa nicht zu besuchen beabsichtigen, sehr bequem auch andere für morgen geplante Ver- qnügen noch erreichen können. _______________________________ HandelundUerkehr. Volkswirtschaft. eittro, 21. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.00-1.20, Hühneren, per St. 6—7 4fr, 2 St. 11—13 Enteneier 2 St. 14—16 Gän,-» eier per St. 11—12 4s, Käse 1 St. 5—8 Käsematte 2 St. 5—6 Erbsen per Liter 22 4fr, Linsen per Liter 32 Tauben per Paar .Ä 0.75-0.90, Hühner per St. JC 1.20—3.00, Hahnen pet ewi o 70—1.30, Enten per St. v#L 2.00—2.20, Gänse per Pfund M 0.00—0.00 Ochsenfieisch per Pfd. 68—74 4fr, Kuh. und Rindfleftch per Pfd. 62—64 4fr Schweinefleisch per Pfd. 50—70 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 tzammeftleisch per Pfd. 50—66 4fr, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 5.00 JL, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln ver Etr. -Ä 8,00— 9.0 Milch per Liter 16 4fr. Kirschen per Pfund 12—15 4fr. HMimKWW Verdingung. Die zur Verbreiterung des erhöhten Bürgersteigs der vorderen Westanlage er forderlichen Maurer-, Pflaster- und Asphaltarbeiten sowie die Steinzeuglieferung sollen Freitag deu 27. Juli, vormittags IV/2 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf Zimmer Nr. 7 bei uns offen. Angebote auf daselbst erhältlichem Vordruck find bis zum genannten Termine verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. — Zuschlagsfrist -4 Tage. Gießen, 20. Juli 1900. Das Stadtbauamt: 5010_____Schmandt.__ Jagd-Verpachtung. Die am 19. Juli ds. Js. leih, fällig werdende Jagd der Gemeinde Schlierbach (Kreis Biedenkopf) 478,26 Hektar Flächengehalt, soll am Dienstag dem 31. Juli 1900, vormittags um 10 Uhr, aus dem Bureau des Unterzeichneten, unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen, anderweitig verpachtet werden. N. B. Das Jagdgebiet ist von dem Bahnhöfe Hartenrod, an der im Bau begriffenen Neubaustrecke Weiden- haufen-Herborn in 5 Minuten zu erreichen. Die ganze Westgrenze zieht an Fiscalifchen Waldungen. Schlierbach, den 18. Juli 1900. Der Bürgermeister b030 Müller. Verdingung. Die zur Unterhaltung der Gebäude der höheren und erweiterten Mädchen schule erforderlichen Weißbinderund Schreinerarbeiten sollen öffentlich verdungen werden, wofür Termin auf Samstag, 28. Juli d. I., vormittags 11V2 Uhr anberaumt wird. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns aus Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 20. Juli 1900. Das Stadtbauamt: 5031 Schmandt. Die Lahnbrücke der Gemeinde Wißmar, im Weae Wißmar-Gießen bezw. Wißmar -Wieseck wird vom 23. d. M. bis inkl. 1. September er. umgebaut, weshalb der Fuhrwerksverkehr in dieser Ait über benannte Brücke verboten ist. Krofdorf, 20. Juli 1900. Der Bürgermeister. O;iHptt'Jihiiirtch SM. Schlachthaus. Freibank. 4923 Heute und Moutag: KahSkislh. Frühkartoffeln. 50 Kilo 2 Mk. 75 Pfg. mit Sack, größere Portion billiger, versendet gegen Nachnahme I. Wertheimer, 5024__________Friedberg, Heften. Empfehle per Postkolli: 5026 Wher Wkinberg-Tchl- Mfiche u. Aprikosen »u4MK. §lrueu2M,Akpskl2,50MK franko gegen Nachn. Größere Posten in Bahnsendungen nach Uebereinkunft. Jak. Linkenhöl, Neustadt a.d Haardt, KtzeiuMr. FahrradmKaas. gut erhalten, wegzugshalber unter der Hälfte des Ankaufspr. zu verk. Derselbe steht zur Besichtigung Eaudgaffe 17, II. Pflichtfeuerwehr. Donnerstag deu 86. d. Mts, abends SV2 Uhr, im Turmhaus am Brand: Uebung der Rotten 1 und 2. Gießen, am 21. Juli 1900. 5042 ___________________Traber, Branddirektor. Central-Kranke»- und Sterbekaffe der Tischler. Alle noch für das 2. Quartal zu entrichtenden Beiträge müssen bis zum 25. l. Mts. bezahlt sein, andernfalls nach Statut verfahren werden muß. 5039 Die OrtSverwaltuug. Kefflscher Landesverein vom Wothen Kreuz. Zweigvereiu Gieße«. Aufruf! Schon bei der ersten ernstlichen Wendung der Ereignifte in China hat das Central-Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz die Unterstützung der amtlichen Sanitätspflege durch die Bereinsthätigkeit des Roten Kreuzes dem Reichs-Marineamt anbieten lassen. Dies Anerbieten ist angenommen worden. Die erste Sendung reichhaltiger Materialien für Verpflegungszwecke, die Gestellung von freiwilligem Personal sür Lazarettpflege, sowie die Errichtung zunächst eines überseeischen Vereinslazaretts sind in Vorbereitung. Aber die inzwischen nötig gewordcne weitere Entsendung größerer Truppenmengen, insbesondere auch von Landtruppen — Freiwilligen aus allen Gebieten des Deutschen Reichs, namentlich auch aus unserem Lande — macht die Aufwendung größerer, außerordentlicher Mittel nötig, uub hierfür rufen wir die werkthätigr Hilfe unferer Mitbürger an. Deutsches Blut ist in China geflossen. Es handelt sich neben Dem, was die geordnete militärische Krankenpflege thut, um die nationale Unterstützung der Kämpfenden und Erleichterung der Lage der Verwundeten. Es ist für uns, die wir in der Heimat bleiben, ein Opfer des Dankes für die Hinausgezogenen, wenigstens durch Gaben zu demselben Zwecke milzuwirken. Um folche bitten Wir hiermit herzlichst. Darmstadt, den 14. Juli 1900. Per Aorstand des Hessischen Landesvereins vom Sloten Kreuz. A. Weber, Finanzminister a. D, Ehrenvorsitzender. Buchner, Oberkonsistorial-Prüsident, Dr. Weber, Ministerialsekretär, Vorsitzender, Schriftführer. Bezugnehmend auf vorstehenden Aufruf bitten wir die Mitglieder des hiesigen Zweigyereins und alle unsere Mitbürger um gütige Zuwendung von Beiträgen, über welche demnächst öffentlich quittiert werden wird, und welche zur Weiterbeförderung angenommen werden von dem unterzeichneten Borfitzenben, dem Rechner, StaatSanwaltKsekretär Mann, dahier, sowie der Expedition des Gietzener Anzeiger. Auch können Beiträge in die in verschiedenen hiesigen Gasthäusern aufgestellten Sammelbüchsen eingeworfen werden. Gießen, den 19. Juli 1900. Per Zweigvereiu vom Koken Kreuz. __Jäckel, Landgerichisdirektor._____________________5032 Zu den vier Jahreszeiten. 47 Grünbergerstratze 47. W Täglich -« Grande Elite-Soiree deS 5036 Ersten deutschen chrpheum-Ensemötes. Direktion: Atvert Kaöerfekder. Morgen finden zwei große Doppelkouzerte statt. Giessener Ruder-Gesellschaft, gegründet 1877. Sonntag den SS. Juli 1900: Zehnte Ruder-Regatta zu Hießen auf der Lahn unter Beteiligung folgender Vereine: KrrdergeMchaft „Merrania" ßovlerrz, Kötner Wudergesessfchaft, Panziger Wuderverei«, Anderverei« Kurs, Irankfurter Hlrrder- aesellllSaft „Oermania", Arankfnrter Rnderverei» 1865, Artderkluv Kamm, Kanauer Nndergefellfchaft „Kassia", Keidetverger Wnderktnv, Limburger HiudervereiNx. Aeuwieder KudergefeLfchast, Hffeuvacher NudergefeLfchast „Andine", Hffenvacher Knderverei« 1874, Wetzlarer Yvderklnö, Hießener Andergesellschaft 1877. Während der Aegatta: Grosses Konzert, nsgefShrt vsll der Kapelle des 2. Großh. Kess. Juf.-RslS. Kaiser Wilhelm Ar. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn Krautze. Samstag den 28. Juli, abends 9 Uhr: Gesellige Zusammenkunft auf dem Bootplatz. Sonntag den 29. Juli, vormittags 8V2 Uhr: Beginn der Vorrennen. 10 Uhr: Frühschoppen am Bootplatz. Mittags 1 Uhr: Festesten im Hotel zum Rappen. Anfang der Regatta nachmittags 3% Uhr. Nach Beendigung derselben: Preisverteilung am Bootplatz. Abends 9 Uhr: Reunion in den Sälen des Steins Garten. h<>r Im Vorverkauf: 1. Platz Mr. 1.50, 2. Platz Mk. 0.80. An der Kaffe: 1. Platz Mk. 2.-, 2. Platz Mk. L—, Schürz'sche Bleiche Mk. 0.20. — im Vorverkauf find zu haben bei den Herren: Kruft Aalser, Mäusburg; Adolf Heisse, Seltersweg; Keinrich Kettler, Südanlage. Die Karten für Mitglieder find bei Herrn Kruft Khallier, Neuenweg 9, in Empfang zu nehmen, ebendaselbst sind auch Beikarteu für Angehörige der Mitglieder L Mk. 0.50 zu haben. 5040' Der Regatta-Ausschuss. 5022 aus geführt von der Carlschulz-Äbend ähiger 5016] Eia Steins Garten 5044 5043 Frankfurt a. M. 5025 Seltersweg 9 Giessen Cassel Marburg ^ammstraße 11, Neubau, ist zum 15. Aug. y eine 3-Zimmerwohnung zu vermieten. Grabenstratze 6 vermiethen. der Hausfrau. Der Gesamtauflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Ferber schen Univ.-Buchhandlung- (C. Koch) in Gictzen bei.___________________________ 5047 Verantwortlich für den allgemeinen LeU: P. Wittk»; für den Änytgrotni: franl Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universität,-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Lrben) in Gieß'». Vermietungen Offene Stellen Mietgel uche Stellelt-Gesnche Suche per 1. September event. auch früher schöne 4—6 Zimmer-Wohnung, Part«, möglichst im Westen oder Norden der Stadt. Unerwartet ist der unsere Arbeit befruchtende Frieden durch den Aufruhr in China gestört worden. Eine Schar unserer tapferen Söhne hat im heißen Kampfe 'den deutschen Heldensinn auf’8 neue bewährt, andere ziehen hinaus, um mit ihren Kameraden für Deutschlands Ehre einzustehen, von jenen verräterischen Mordgesellen Sühne für vergossenes Blut zu heischen. Es gilt einen Kampf der Gesittung gegen feige Niedertracht und sträflichen Fanatismus, und nicht zu zweifeln ist an dem Erfolg der gerechten Sache, für welche die Söhne aller Kulturstaaten Schulter an Schulter ihr Bestes einsetzen. Da tritt an die Daheimgebliebenen die Pflicht heran, nach Kräften hinter der Front den Platz ausznfülle«, in eifrigem Liebeswerke die Wunden heilen zu helfen und in die Fürsorge für Witwen und Waisen einzutreten. Die Vereinigung der hiesigen Militärvereine hält sich berufen, die Organisation eines Lokal-Hilfsvereins einzuleiten (wurde es doch von jedem Teilnehmer früherer Feldzüge mit Freuden begrüßt, wenn Liebesgaben aus der Heimat zur Verteilung kamen) und glaubt damit schon aus dem Grunde nicht zögern zu sollen, als es gewiß allgemein als ein dringendes Herzensbedürfnis empfunden wird, den Braven vom „Kaiser Wilhelm-Regiment", zur Zeit hier ansässigen Reservisten, welche einberufen werden sollten, und solchen Söhnen unserer Stadt, die aus anderen Garnisonen hinaus zum Kampfe ziehen, noch auf deutschem Boden oder in Feindesland eine Geldspende zu überreichen. Wrr bekunden damit auch bei diesem Anlaß die innige Solidarität, welche uns mit unserem Regiment verbindet. Durch die Dringlichkeit halten wir uns ermächtigt, ohne Verzug die Sammlung von Geldbeiträgen behufs Bildung eines Hilfsfonds zu beginnen und werden deshalb sofort Listen in Cirkulation setzen, auch sind zur Entgegennahme von Beiträgen die Unterzeichneten, sowie die Expedition des Gießener Anzeigers bereit. Die definitive Konstituierung des Hilfsvereins bleibt einer demnächst zu berufenden Generalversammlung vorbehalten. Mit einem Opfermut, wie et nur dem Deutschen zu eigen ist, drängten sich die Söhne unseres Vaterlandes herzu, als des Kaisers Ruf: „Freiwillige vor!" erklang. Möge diese Mahnung im Herzen des Volkes wiederklingen und auf dem Gebiete, auf welchem wir zu wirken berufen find, dem Gebiete der Caritas, wir I)er Vorstand der Bereinigung der Hießener Wilitärvereine. BommerSheiw. Bruchhäufer. Fischbach. Hebfireit. Handlofe. Horehseck. Koch. Möbus. Petri III. Schneider. Stuhl. Wiegand. Offerten unter B. 5009 au au die Exped. d. Bl»_______ 02972] Em junges, gedilo. 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