UV. 143 Zweites Matt Freitag den 22. Juni woe Kießener Anzeiger hoffen, Henerat-^Un^iger iler. Atnts- und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren 4848 i$ $ fiijirte*, All« Lnzrigen-vermittlungSstellen beB Irr- und Autl«d«O uchmen Anzeigm für dm Gießener ilnzetger entgefte, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. jfnctfli dl-> Expedition und Druckerei: -ch»tßr«ße Ar. 7. *le*l*e »*■ «n,eigen zu der nachmittags für de» ßcheadm te| erscheinender. Nummer bis Dorrn. 10 Uhr. «Gestellungen spLletzenS abends vorher. t 6! ftanbeS der Armee aufMrieaSftarte gevracyn und der Transport nach China wird vorbereitet. Außerdem soll, wie das „Wolffsche Bureau" aus Berlin meldet, das Personal für 6 bespannte Geschütze von Kiautschou stellt werden und eine vollständige Batterie 8,8 Zentimeter-Geschütze mit Personal, aber ohne Pferde, aus den Beständen der Armee abgegeben werden. Gratisbeilage»: Gießener FamilienbiAter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Kaiser Wilhelm hat, wie wir bereits mitteilten, die Mobilmachung der deutschen Marineinfanterie verfügt. Auf Befehl des Kaisers werden beide See^ bataillone durch Freiwillige des aktiven Die n st - st an des der Armee aufKrieas stärke gebracht! mit dem Chef des Kreuzergeschwaders wegen Errichtung einer Schiffspost Taku-Tfchifu in Verbindung zu treten. Vierteljahr!. Mk. 2M monatlich 76 Pfg. mit Bringerlohnr durch die AbholesteLe» Vierteljahr!. Mk. 1,9t monatlich 66 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 viecteljich^. mit Bestellgeld. ■** Lt gesucht.? einigten Staaten, den junge nKaiseraufdenThron zu berufen mit Ministern, auf deren vernünftige Haltung die Mächte bauen könnten. Zur Sicherung und Aufrechterhaltung der Ordnung sollen internationale Truppen in China verbleiben. In Shanghai ist man neuerdings der Meinung, daß zwischen dort und Peking nach wie vor telegraphische Verbindung bestehe, wenigstens soweit die eingeborenen Behörden in Betracht kommen. Was der Berichterstatter des „Daily Telegraph" über die in Peking eingetretene Reue zu melden weiß, wird mit der Bemerkung eingeleitet, er glaube, die chinesische Regierung erhalte telegraphische Depeschen, und von anderer Seite wird von längeren Verhandlungen der Kabelgesellschasten mit der Verwaltung der chinesischen Landlinien berichtet, deren Zweck der Anschluß war, die aber schließlich zu keinem Ergebnis führten. Wenn die chinesische Telegraphenverwaltung nicht den Anschluß Herstellen könnte, hätten aber solche Verhandlungen überhaupt keinen Sinn und Zweck. Die Rüstungen Deutschlands. Ferner hören wir folgendes: Eine Brigade des schleswig-hotsteinischen Armeekorps ist mobil gemacht worden und es soll eine weitere Brigade gebildet werden aus Freiwilligen sämtlicher Regimenter der preußischen Armee. Von dem 116. Jnf.-Regt. in Gießen sollen sich über 100 Mann zum Anschluß an diese! Brigade bereit erklärt haben. Die ärztliche Untersuchung bei unserem Regiment hat heute früh stattgefunden, die! Vorstellung der Freiwilligen vor dem Regimentskommandeur heute mittag. Aus Kiel wird gemeldet: Außer den Ablösungsmannschaften für unsere deutschen Kreuzer in Ostasien, die mit dem Lloyddampfer Köln am 16. Juni in Tsingtau eintrafen und jetzt Taku erreicht haben, befindet sich noch eine ansehnliche deutsche Truppenmacht auf der Fahrt nach China, die gleichfalls zum Ersatz der Mannschaften des Kreuzergeschwaders bestimmt ist. Dieser Ablösungstransport hat an Bord des Lloyd- dampfers Stuttgart am 15. Juni Colombo passiert und tft jetzt auf der Weiterfahrt nach Penang-Singapore begriffen. Zu den annähernd 1000 Mann, deren Einschiffung bezw. Landung in diesen Tagen vor Taku vorgenommen wird, tritt noch vor Ablauf des Juni ein so bedeutendes Detachement, daß der Geschwaderchef über eine Verstärkung von rund 1500 Mann verfügt. Gleichzeitig liegen dann im Aufstandsgebiet zwei für Truppentransporte vorzüglich geeignete Dampfer verwendungsbereit. Köln und Stuttgart können bei ihrem bedeutenden Raumgehalt und ihrer großen Fahrgeschwindigkeit ansehnliche Truppenmaffen in kürzester Frist von Tsingtau nach Taku befördern. Der Lloyddampfer Köln ist der erste, der einen vollständigen AblösungStranS- port zur Ausschiffung bezw. zur Landung nach der Peiho- Müudung bringt. Gegenüber den Meldungen verschiedener Blätter über die Entsendung weiterer Kriegsschiffe nach Ostasien heben wir hervor, daß von einer derartigen Verstärkung unserer Seestreitkräfte bisher nur insofern die Rede ist, als die Ausreise des gefechtsstärksten und stärkst bemannten Kreuzers, des neuen Flaggschiffs des Geschwaderchefs, „Fürst Bismarck", beschleunigt wird. Der Kaiser beabsichtigt, den Neubau während der Kieler Woche einer eingehenden Besichtigung zu unterwerfen. Die von der Reichsregierung geplante Stationierung mehrerer Linienschiffe im Hafen von Tsingtau ist angesichts der Wirren in China und deren Folgen eine unabweisbare Notwendigkeit. Wenngleich dieser Plan vorläufig kaum durchführbar erscheint, wird doch die Zukunft eine solche Vermehrung des schwimmenden Materials bringen. — Weiter wird aus Kiel gemeldet: Sowohl die Mannschaften der heimischen Schiffe wie diejenigen des ostasiatischen Ge- schwaders, deren Dienstzeit abgelaufen ist, gelangen biS auf weiteres nicht zur Entlassung. — Nach einer Meldung aus Wilhelmshaven sollen 2100 Manu Marineinfanterie in 8 Tagen mit den Lloyddampfern „Frankfurt" und „Wittekind" nach China abgehen. — Der deutsche Konsul in Tschifu ist angewiesen worden, schleunigst Äbrtffe für Depeschen: Anzeiger chisst«, Fernsprecher Nr. 51. ttlcheiut täglich Btt Ausnahme des Montag». Die Gießener 3«*iru«6rÄUtt » den dem Anzeiger A Wechsel mit „Hess, •tnbmtrt" ». „Blätter M h«S. Bolttkunde" •Hirt. 4 mal deigelegt. Wen ©onntas * Mausen. n, Kredit W® uni 1900. gilbtrttirtt lolb* itsen 6 l.ill Die Wirren in China. lieber das Schicksal der diplomatischen Vertretungen in Peking und der sonstigen Europäer' herrscht immer noch Ungewißheit, und es eröffnet sich t>ie ziemlich bestimmte Aussicht^ daß russische Trup- jjen demnächst die chinesische Hauptstadt besetzen rntb wohl sobald nicht wieder räumen werden. In Yoko- tynia scheint man sich über die letztere Möglichkeit aufzu- legeit, und redet von einem angeblich seitens der Mächte en Japan ergangenen Auftrage, in China mit 20 000 Mann Lrdnang zu schaffen. Die japanische Presse fordert die Negierung in Yokohama auf, 25 000 bis 30 000 Mann in jedem Falle nach China zu entsenden. Die „Times" meldet aus Shanghai vom 20.: „Ein Lurch den Kurierdienst des Telegraphendirektors Schieng Aberirrachtes Telegramm bestätigt die Nachricht, daß Ad- mirall Seymour und die ausländische Truppe am 17. ds. INP.eking eintrafen. Es fehlen jedoch Einzelheiten über «etivaige Verluste oders den Stand der Dinge in Peking, und Laniber herrscht noch immer große Sorge". Nach einer M.mghaier Meldung aus amtlicher chinesischer Quelle be- ^anbrn sich am 17. ds. die Gesandtschaften in Pe- 4in p in voller Sicherheit. Am 16. aber war bereits die Meldung von der Zerstörung der Gesandtschaften Lei eingetroffen. Daraus ersieht man, wie weit jener Mrininachricht zu glauben ist. Die Liste der Namen der bei tahi gefallenen und verwundeten deutschen Matrosen ist, Wir weder im Auswärtigen Amt noch im Reichs- Macineamt zu Berlin eingetroffen. lieber den Kampf bei Taku liegen weitere Mel- ijmien aus London vor. Darnach hat der russische fteinzer „Korejez" am schwersten gelitten, tie Granaten verursachten eine heftige Explosion, Sie 4 Offiziere und 13 Mann tötete und 50 v e r w u n - üetr. Die meisten schliefen. Trotzdem ging der „Korejez" Ichneirdia zum Gefecht über und bombardierte die For^. "lie cg r o ß e n Kriegsschiffe konnten am Gefeckfi Nicht Muhmen, p.a viele kleine Kanonenboote in der ^chuß- Äinie nahe am Ufer lagen. Tas ch i n es i scheTorpedo- «ejchwader mad)te einen entschlossenen Versuch, aus- Mlamfen, wurde aber von den Booten der kombinierten Alori e gefangen genommen. Die Chinesen v e r l o r e n TN) Mann in den Forts und weitere 100 Mann bei Jm^englischen Unterhause verlas. Bwdrick die über Mich eingegangene Meldung des britischen Konsuls in 5.-1 uff in, die wahrscheinlich vom 18 datiert ist, und worin «heißt, die Boxer beschädigten gestern Abend die Üise'nbahnlinie nördlich von Tientsin sehr Brannten die römisch-katholische Kirche die ^js s io ns ka pellen und zahlreiche chinesische Lius e r n i e d e r. Tie chinesischen T r upPe n machten 50 m e merkliche Anstrengung, den Angriff auf die Frem- denniederlassungen zu hinde r n. Die fremden Schutz- nadh e n töteten etwa 100 Boxer. Die Sensationsnachrichten Horen natürlich nicht auf. Mln Expreß" meldet aus Shanghai: Hier verlautet, L -der Kaiser von China nicht mehr am Leben fa? Weitere Unruhen werden aus verschiedenen Proben gemeldet, wo die Bizekönige die Teilnahme an Ä^Krieae gegen die Fremden verweigerten. - Dasselbe Matt das stets mit großer Vorsichft zu genießen ist, meldet iriitcr- Aus Tschifu, von wo bis jetzt zuverlässige Infor- Dionen gekommen sind, wird gemeldet daß die chme- Men Truppen und der Mob, wütend über die Nachricht Ä- Zerstörung Tatüs, sämtliche Fremden mit ^rem Personal in Peking ermordet hatten De Gesandtschaften sollen verzweifelt gekämpft und >"n erst ergeben haben, als die Munttionc* W1* Rft 2 Me chinesischen Verluste sollen entsetzlich da der Sieg nur durch rücksickftslose Ausopfe^ing des U^ns möglich war. Aus Sczechnan kommen Nachrichten tirmA. alle chinesischen Christen ermordet und ^Fremden bedroht sein sollen. Aus Hankau kommen Nachrichten. In Wuhu hat das revolutionäre Ele- Se Äanb und macht gemeinsam- Sack)- mit den ’ einer Anzahl provinzieller Ossiziere an LrdVesangen genommen. Letztere erklärten sie hatten MI® erhalten einen Ausrottungskrieg Legen Ausländer L ®n Meinungs-Austausch darüber stattgefunden welche einer zeitweiligen Regierung in Peking r de r Aufsicht der Mächte gewählt werden Beifällige Aufnahme sand der Vorschlag der Ver- Nach dem ^Neuen Wiener Tageblatt" erhielt die erste österreichische Kreuzer-Division, bestehend aus drei großen Schiffen, den Befehl, sich zur Abfahrt nach China bereit zu halten. Der ftanzösische Konsul in Mongtse erhielt vom französischen Konsul in Yuennan, Francois, folgende Depesche aus Mnannfu, datiert vom 15. Tum: Wir wurden am 10. Juni, als wir Yünannfu verlaffen wollten, angegriffen und gezwungen, in die Stadt zurückzukehren. Unser ganzes Gepäck wurde geplündert, die Missionsanstalten und Eisen- bahnen wurden in Brand gesteckt. Nur mein HauS blieb unverletzt, wo ich meine Landsleute versammelt hatte, und wo wir uns mit unseren Gewehren hielten. Nach 48 Stunden ergriffen die Mandarinen endlich Maßregeln. Ich forderte sie dringend auf, uns an die Grenze zu führen, und erwartete von ihnen, daß sie sich für die Wege verbürgen. Es ist dringend notwendig, daß die französische Regierung gebieterisch fordert, daß man uns ziehen lasse, da wir geradezu gefangen find. Augenblicklich sind alle Franzosen wohlbehalten. Der Vizekonsul in Mongtse fügt hinzu, daß die Lage in Mongtse noch immer bedenklich sei. Es kämen häufig Beunruhigungen vor, doch ereignete sich bisher kein erster Zwischenfall. — Die Antwortdepesche des Vizekönigs von Aünnan auf das Ultimatum des Ministers Delcasss ist inzwischen in Paris eingetroffen. Die Antwort soll die Erfüllung der französischen $ori- derungen zusagen. Die Bestürzung über die Ereignisse in China hat Die Betrachtungen über deren Ursprung und Bedeutung neuerdings in den Hintergrund gedrängt. Sie sind indessen zum Verständnis der jetzigen Vorgänge sehr wesentlich, aber es ist nötig, zwischen der vielen Spreu und dem spärlichen Weizen, die dabei zu Tage treten, eine sorgfältige Auslese zu machen. Wenn schon die einander widersprechenden Nachrichten über die Ereignisse selbst in den letzten Tagen ein Bild davon gegeben haben, wie üppig im fernen Osten das Gerücht, und sei es auch noch so wild, in die Halme schießt, so bringen auch die Schilderungen von Zuständen und Personen in China einen solchen Wirrwarr von falsch oder halb verstandenem, daß eine allgemeine Warnung am Platze ist. Die genauesten Sachkenner aber schrecken in derselben Empfindung wie Sir Robert Hart, der langjährige Leiter des Seezolldienstes, der einmal erklärte, nach zweijährigem Aufenthalt im Lande habe er ein Buch über China schreiben wollen, 18 Jahre später aber habe er dazu nicht mehr den Mut gehabt, oft vor bem Wagnis, über chinesische Dinge zu schreiben, zurück. Um so willkommener ist es, wenn sie sich trotzdem zum Wort melden. Ein genauer Sachkenner, Pritchar d-Moir- gan, erklärt, daß der Kaiser durch schlechte Ratgeber irre geführt worden sei. Pritchard-Vtorgan erinnert daran, datz der erste Anlaß zu dem Staatsstreich im Jahre 1898, d. h. der Rückkehr der Kaiserin an die Regierung, zwei Erlasse Kuangsus waren, worin er die Hinrichtung Yunglus, des Vizekönigs von Tschihli, und die Verbannung der Kaiserin in einen der Sommerpaläste anbefahl. General 9)uart„ der Auftrag hatte, den Befehl an Yunglu auszuführen, machte diesem davon Mitteilung und gab ihm zwei Tage- Zeit, um feine Geschäfte zu ordnen. Yunglu eilte nach Peking und gab der Kaiserin von Kuangsus Absichten Kenntnis. An demselben Tage aber noch wurde Kaiser Kuangsu auf der Insel eines Sees in den kaiserliche-i Gärten eingesperrt. , , . ™ Ein Mitglied der chinesischen Gesandtschaft in Berlin, Li Teschun, hat sich dahin geäußert, daß die Bewegung d e r B o x e r sich nicht aus politischen, sondern aus. sozialen und sozialistischen Beweggründen erkläre. „Die Gesellschaft der großen Faust, die Tachuan", so sagt dieser chinesische Beurteiler, „sind ursprünglich Leute, die ihre von Jugend auf durch stetige Hebung erworbene Körperkraft und Geschicklichkeit zum Broterwerb machen. . Nicht wie in Europa, indem sie sich als Athleten produzieren, sondern in praktischerer Weise, indem sie sich als Beschützer und Wächter an Reisende und Privatpersonen, manchmal sogar auch an den Staat verdingen. Sobald sich jemand einen Boxer als Begleiter oder Wächter gemietet hat, ist er nicht nur vor allem übrigen Gesindel und vor Räubern geschützt, sondern auch vor etwa augenblicklich stellungslosen Tack)uan, die ihre Korperkraft nicht anders zu verwerten vermögen, als indem sie s«h zu^denen gesellen, gegen die sie im Fall eines Engagements fthutzen sollen und würden. Diese PrivLtpolizrsten wenn man so sagen will, bilden also die G-sellschast der Boger Durch den Bau der Eisenbahnen und die suhere Beförderung von Personen und Gütern aber feien die Boxei; 011 i»' fii * irffchast M Wi itbtt eMet. m. Vsrgev »WO fr it iu «maittn. t, SnMM- H Morgen nehme Jüdii itenfoft 19, U knWchkg L M SJlanufaitw Vergütung kW-kl * _____ stör, Br lefudt Sä-lnFaß,NeutE M tüchtige, B Win; m Eintritt gefud: >-Brauerei Qfr. $, ikW-Ktn tlii kochen kann rrNimit, für Infaj * gesucht. * ♦ * Telegramme des Gießener Anzeigers. Berlin, 21. Juni. Hebet die deutschen Rüstungen gegen China wird folgendes berichtet: Sofort nach dem Eintreffen des Mobilmachungsbefehls in Kiel wurden die Dispositions-Urlauber sofort zurückberufen. (Die durch Gießen gehenden, von dem Süden kommenden Züge waren in den letzten Tagen von Marinesoldaten stark besetzt. D. Red.) Die Offiziere wurden auf ihre Fähigkeit sur den Torpedodienst geprüft. Die Deckoffiziere und Mannschaften werden heute geprüft werden. Es wird angenommen, daß die Truppen innerhalb zehn Tagen in voller Kriegsstärke reisefertig find. Das Marine-Detachement wird auf dem Kanonenboot „Luchs" nach China befördert. — Dem ^Börsen Kourier" wird aus Kiel gemeldet, daß das Marine-Detachement auf den Kreuzern „Freya" und „Victoria Luise" nach Ostasien abgehen werde, und daß diese Sch.ffe erforderlichenfalls auch noch den großen Kreuzer „Vmeta" und den kleinen Kreuzer „Geyer" im Gefolge I haben werden. Loudon, 21. Juni. „Daily Expreß" meldet aus Shanghai: Die englische Flagge weht über dem Thore von Khung-Meng. Zwischen Tientsin und Taku befinden sich 6- bis 7000 Mann chinesischer Truppen und Boxer, die sengen und plündern. — „Daily Mail" berichtet aus Hongkong: Drei englische Kriegsschiffe sind nach Woocheng abgedampft. Dieselben werden dort I puppen an Land setzen und wahrscheinlich die Stadt I bombardieren. Zwei chinesische Kreuzer, die sich I 1”, d"ser Stadt befinden, werden voraussichtlich I beschlagnahmt werden. — Nach einer Shanghaier Meldung wird General Kungyi, dessen Sympathieen für I Boxer bekannt sind, zum Vizekönig der Provinz Ts-chili, an Stelle AuluS ernannt werden. (d)ulu soll I bekanntlich degradiert werden. D. Red.) o M<.So^con' 211 3"ni. Eine auS Shanghai von gestern I ö Uhr 55 Mm. datierte Depesche besagt, daß nach einem I mühevollen durch Kämpfe unterbrochenen Marsche die I vereinigten europäischen Truppen am Sonntag vormittag in Peking eingetroffen sind. Sie wurden I üon den Chinesen angegriffen, wobei die Chinesen mit großer I Tapferkeit fochten. DieVerlufte der Chinesen werden auf 500 Tote berechnet, die der Europäer sind noch I Nicht ermittelt. | brotlos geworden — daher ihr Aufruhr. Li Teschun be- frreitet natürlich, daß die Pekinger Regierung auf der ©eite der Boxer stehe und giebt für die Behauptung, daß Prinz Dun (Tuan) an .der Spitze der Bewegung steht, folgende Erklärung: „Sn China besteht in der großen Zahl von Vereinigungen auch eine Vereinigung der Bettler, d. h. der Armen. Prinz Dun, der Großvater des gegenwärtigen Thronfolgers, war Präsident dieser Gesellschaft der Bettler, honoris causa natürlich. Es beruht dies auf einer alten Tradition, bie gewissermaßen einen Ausgleich der sozialen Gegensätze durch eine Annäherung des höchsten und des niedrigsten Standes im Reich bezwecken.soll. Gleichzeitig aber hat diese Organisation einen durchaus praktischen .ähnlich, dem der Vereine gegen Verarmung und Bettelei inEuropa. An der Spitze dieser Vereinigung stand also als Ehrenpräsident oder als Protektor Prinz Dun. ; ®a nun aus der Bettlerorganisation eine große Zahl Mit- I x p S autem augenblicklichen Aufstand teilnimmt, mag das Gerücht entstanden sein, Prinz Don, der Sohn des Prinzen Dun, stehe an der Spitze der Aufständischen." „Helgoland, 18. Juni. An den Vorsitzenden der I "^M^^^duchdruckereibesitzer. Der Innung spreche Meinen besten Dank für das Mir aus Anlaß der 5^ I ihrigen Gbburtsfeier Gutenbergs heute übersandte Tele I aus. Möge in der Gutenberghalle zu Lewria stir alle Zeiten der Geist kunstbeflissenen Sck-affens^und I kalten, eingedenk des Mannes, der durch seine I Gründung ben Geist in neue Bahnen gelenkt hat Telegrammen des Kaisers an bie I § a "Ic * g - Am erika - Linie und den Nord d eu tschen Llo y d sowie feine Lübecker Rede bat man vielfmh^ die Ankündigung neuer Flotten nun h^ef^bfen' 2)16 -Berl. Polit. Nachrichten" schreiben nun dazu, es sei nur an'die Durchsetzung des feftaeleqten Flottenplanes gedacht. Soweit insbesondere das Lübecker Kaiserwort eme Mahnung enthalte, gehe sie auf die möa - Wfyft schleunige und kräftige Durchführung I ? * r / m 1 ” 3 1 P m d e m Flottengesetz f e st g e - 8/ 0 t t e n v e r ft ä rkung. Diese liege so offenbar im Interesse der Sicherheit und Weltstellung Deutschlands, daß der Reichst a gl sicherlich die B e w i l l i g u n g a u s - ni-^^^^"r^ohresbauraten nicht versagen Uslr b e Durchführung ist ja ein Programm aufgestellt Worden, auf dem die ganze neue Vorlage &<=• W Es soll kontinuierlich alle Jahre eine be- stimmte Zahl Schiffe auf Stapel gesetzt werden. ~ ™ Die Berliner Professoren Adolf Wagner un5 ©chmoller haben den Kronenorden 2. und Professor Delbrück den Kronenorden 3. Klasse erhalten. (Jedem ^lls wegen ihres Eintretens für die F l o t t e n v o r l a q e 4). vteo.) „r ?a? ^.ich?gesetzbratt veröffentlicht das bfetz betr. die deutsche Flotte, das Gesetz betr. die Abänderung des, Reichsstempelgesetzes und die Bekanntmachung betr. die Fassung des Reichsstempelgesetzes sowie das Gesetz betr. die Abänderung des Bofffarif- gesetzes, alles vom 14. Juni 1900. Cronberg, 20. Juni. Die Kaiserin ist heute nachmittag mit ihrer Schwester zum Besuche der K a i s e r i n Friedrich auf Schloß Friedrichshof eingetroffen. Loudon, 21. Juni. Aus Tientsin wird gemeldet, ein Telegramm vom 15. ds. berichtet, daß an diesem Tage die Missionare von Tao Tung-Fu bei guter Gesundheit waren. Dieselben standen unter dem Schutze des Generals Nieh. — Nach einer Shanghaier Meldung wird aus authentischer Quelle berichtet, daß zwischen England und dem Bize- konig von Nanking einerseits und dem Vizekönig von Nanking und dem von Wooschang andrerseits ein Einverständnis besteht. Dieses erklärt die Thatsache, daß vollständige Ruhe im Yantse-Thale herrscht. Es verlautet, daß General Tsin täglich zahlreiche Hinrichtungen vornehmen läßt. Man hat den Handelsschiffen untersagt nach Tientsin weiter zu fahren. Sämtliche Schiffe, die dorthin unterwegs waren, kehren nach Tschifu zurück. Ein amerikanisches, ein russi- 15^' cJn ,fr a n 3 ö f i f d) e 6 und ein japanisches Kriegs- jW sind in Taku eingetroffen. Die Boxer sind in Tientsin in vollständigem Ausstande. Sie umzingelten das amerikanische und das englische Konsulat, und zwangen die chinesischen Militärmandarinen ihre Paläste zu verlassen, und sich vor den Boxern rn den Staub zu werfen. Die Bediensteten der Fremden in Tientsin verlassen massenhaft ihre Stellungen. Man glaubt, daß ein geheimer Befehl die chinesischen Truppen auffordert, sich mit den Boxern ; Sur Vertreibung der Fremden zu vereinigen, fr,™ 21 Lum. Heber die französischen Rüstungen berichtet man: Das französische Geschwader in den chinesischen Häsen wird aus 10 Schiffen mit 226 Geschützen und trL bestehen. Der Bestand an Truppen beträgt 171 Offiziere und 3500 Mannschaften.' Paris, 21. Juni. In Regierungskreisen wird die Situation rn China als wesentlich gebessert bezeichnet. Der Berufung Lrhung-Tschangs wird große Bedeutung beigelegt. Man erwartet daß es seinem Einfluß gelingen wird, eme baldige Verständigung zwischen der chinesischen Regierung und den Mächten herbeizuführen. Wie weiter verlautet, sollen die Mächte sich dahin geeinigt haben, die Kaiserin-Mutter abzusetzen, im Auslande zu internieren und den Kaiser wieder mit der Regent- I schäft unter der Kontrolle der Mächte zu betrauen. (Das ist leeres Gerede. D. Red.) Deutsches Keich. . . m 20. Juni. Aus Kiel wird gemeldet: Als, die Yacht „Hohenzollern" mit dem Kaiser und dem ■ V *1 e Heinrich an Bord in den hiesigen Hafen, emlief, gaben die im Hafen liegenden Schiffe Salut ab, die ar i1111??!1 ^er Kriegsschiffe paradierten und riefen Hurra. b.eJ Flaggenparade beteiligten sich auch das nieder?- ländische Panzerschiff „Nvordbrubant" und das türkische Transportschiff „Jsmir" Sobald die hohenzollern" an der Boie festgemacht war, begaben sich der Generah-Jn- fpekteur der Marine, Admiral Köster, der Staatssekretär des Reichs-Marine-Amts, Vice-Admiral v. Tirpitz, der Chef des ersten Geschwaders, Vice-Admiral Hoffmann, sowie der Inspekteur der Marine-Infanterie, General-Major von Hopfner an Bord. Später empfing der Kaiser den Chef der Marinestation der Nordsee, Viceadmiral Thomsen, sowie den Kommandanten des türkischen Panzers „Assar Tewfik", den Viceadmiral Kalau vom Hose und den Kommandanten des holländischen Kreuzers „NDordbrabant". D^.^" besuchte der Kaiser die im Hafen liegenden Admira- litatsschifse. Am Nachmittag begab sich der Kaiser mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich, dem Prinzett Waldemar, dem Grafen Waldersee und dem Gefolge nach der Garmfonkirche, um der feierlichen E n t h ü l l u n a der vor der Kirche aufgestellten C h r i stu s f i g n r von Eber- lem beizuwohnen. Zur Feier waren die Ehrenkompagnie des Seebataillons, die Admiralität, das Offizierkorps, bie Deputationen und Besatzungen aller Schiffe im Hafen zur Stelle Nach dem Gesang des niederländischen Dank- liedes hielt der Marine-Oberpfarrer Rogge die Weiherede in der er aufforderte, die deutsche Flagge überall zu Ehren zu bringen. Der Kaiser hielt eine Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte: re. Mbine lieben Kameraden, Offiziere und Mannschaften, Eure Gattinnen und Verwandten! Als das alte Jahr- hundert zur Neige ging und das neue emporstieg, regte 'ich in nur der Gedanke, für die gesamte Marine , S ntt ? i" heitliches Erinnerungszeichen zu stliaffen das sie m dieser Weise noch nicht besitzt und das die Traditwnen und Ueberlieferungen festhalten soll. Sie leben zwar in Herz und Mund, in Wort und Sinn, aber all oie^ genügt nicht; ich enuog lange bei mir den Gedanken, London, 20. Juni. Das Neuter'sche Bureau meldet aus Prahsu vom 19. ds.: Ein Teil der weftafrikanischen Truppen unter Führung des Hauptmanns Wilson wurde auf dem Marsche von Bekwai nach Kwessa am 16. ds. bei Effeukwante angegriffen. Der Feind wurde völlig geschlagen, aber Wilson und 10 Mann wurden getötet, 27 Mann verwundet. Paris, 20. Juni Das Zuchtpolizeigericht verurteüke den Redakteur des ^Echo" in Paris, Gemeinderat Lepel- letiec, wegen Beleidigung des Oberstleutnants Picquart zu 2000 FrcS. Geldbuße und 100,000 Franc- Schadenersatz. Die Mehrheit des Pariser Stadtrats gedenkt trotz der Weigerung der Regierung, Marchand die Teilnahme an der ihm zu veranstaltenden Feier zu gestatten, ein Marchand-Fest ohne Marchand zu geben. Als Kuudgebuog, sagen die Nationalisten, habe ein solches Fest denselben Wert, wie ein Empfang Malands selbst im Stadthause. Heberdies plant die Mehrheit die CourcelleSstraße in „Rue de la Mission Marchand“ umzntaufen. Rom, 20. Juni. Der Pap st befindet sich ständig, zur BefriedMng seiner Aerzte, sehr wohl. Heute morgen segnete im Saale der Heiligsprechungen 3000 italienische Pilger und hatte mit mehreren von diesen eine längere Hnterredung. Philadelphia, 20. Juni. Die Platform, die der republikanische Konvent annahm, spricht sich entschieden füst Schiffsubsidien aus, und ist sehr milde bezüglich der Beschränkung der Einwanderung. Die Trufifrage wird darin oberflächlich behandelt, hingegen lautet der WährungS Passus gründlich und entschieden für Gold. Der Kongreß soll ein Handelsministerium schaffen, speziell auch wegen des Handels im fernen Osten. Die Platform erklärt weiter, Amerika hoffe ernstlich auf baldige Beeudiguug des BurenkriegeS, indeffen könne man nicht weiter gehen, als Mac Kinley gethan habe. I *in Erinnerungszeichen zu geben jährlich durchwandere ich die Schlachtfeldeer hn* . jene Denkmäler und schlichten Tafeln bünften mi?L geeignet, ihre Stelle hier zu finden. Es galt di? Äl(^ eigentümliche Schwere der Aufgabe, die in der Marine H?* Uf?b b^V\ben Pffl5teren und Mannschaften verkörvA ist, richtig darzustellen. Der Zufall, oder liehpr a»^cJ Fugnng hat es gewollt, daß ich bei bem emeg Künstler-Ateliers diese packende, einen über?asckenV° ! Eindruck machende gewaltige Schöpfung sah Wie uirfLifc Feuer durchfuhr es mein WA dies'das riL^V b de Gefahr Um Berufe führt die Gemni» wiLBiel mehr der Beruf in der TOarüte „h 5f^a6fien' erJteIIt Dieses Denkmal, mit bet " GWtt Fußen liegenden Frau soll auch für Sie mein. Zehrten Damen, eine Erleichterung bedeuten. Kaiser wies dann auf den großen Unterschied biniirfxt-rÜ ber Berufsgefahren zwischen dem Dienst an Land und^dem |ur eee hin und schloß: Und wenn dies Denkmal für Sie ein solches trostbringendes Erinnerungszeichen sei» kann-dann ist mein Wunsch erfüllt. So übergebe ich ’Z Denkmal meiner Manne mit der Hoffnung, daß es h, gehalten werden möge. So falle denn die tzütte e,.. Nachdem em Choral vorgetragen, nahm Admiras e r Wort, um Namens der Marine zu danken, unb a^bunn: Uns, die hier vereinigt, wird das Denkmal fein, daß wir uns Gottes Willen zu beua^ ^1-0^furfihpu "Htr lK-re^tel Frömmigkeit und im Gebne ima L- durchaus erforderlich ist. Es wird siebtes Wahrzeichen fein, von der Liebe und unseres heißgeliebten Kaisers. Der Admiral wie» ?Ar .^urigen Vorgänge im fernen Osten hin und schloß mtt dem Ruft: Se. Majestät der Kaiser Hurra' . ~ ®er Kaiser hat das bei der Gutenbergfeier folgt beantworte?" ^gesandte Huldigungstelegramni wie ZL.-/D-nry Expreß" veröffentlicht amtliche Depeschjeu I be^ identen Kruger auf Machadodorp über den Rück- | $ u g d erküren au§ Laings neck und die Kämpfe I ^Ireistaat, die wesentlich neues nicht bringen. Doch I wird wiederholt auf den elenden Zustand t^r in arrifanif-d)en Republiken ein ungerechtfertigtes Maß I ??? o» >, -«v-rden, ° -hm *nt*„^( Wart ori"n=«« pÄ •<* ■»ag e Gewij a®' in i SÄ Kunst und Wissenschaft Mid en. *f* Heuchelheim, 21. Juni. Das gestrige Unwetter hil in unserem Ort die Ziegeldächer und Fensterscheiben hM mitgenommen; besonders aber unseren Obstbäumen FiSckhte wurden abgeschlagen und die Getreide- und Kartoffel- liegen wie gewalzt am Boden. Auf den Straßen legen die mächtigen Hagelkörner wie eine Eisdecke aus- I (breitet. •» Kleine Mitteilungen aus Heften uud den Nachbarstaaten. Dos starke Gewitter in der Nacht von Sonntag auf Mon- I«g zerstörte in Friedberg und Ockstadt fast sämtliche Tckpchonleitrmgen; in letzterem Orte, sowie in Steinfurth • |cjlu$ der Blitz verschiedenemale ein, ohne indeß nennens- i miem Schaden anzurichten. Im Felde zwischen Ockstädter :Qmienwald und Ockstadt wurde ein starker Baum mitten der bei dem Bingüner Bootsunfall ums Leben gekommenen Frau Badior auS^> Frankfurt a. M. geländet. — Dem bisherigen Kommandeur der 21. Jnfant.«Division, General« leutnant Perthes, der in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt worden ist, soll dem „Mainz. Anz." zufolge der Kaiser den erblichen Adel verliehen haben. j schallten. Aus allen Teilen des Landes laufen Nachrichten m, Idaß das Gewitter überall beträchtlichen Schaden an* — Sensationelles von der Chemiker.Dersammlung in Hannover, lieber ein neues Verfahren zur Erzeugung hoher Temperaturen durch Aluminium, worüber Dr. Hans Goldschmidt-Essen bei der Hauptversammlung der deutschen Chemiker in Hannover einen Vortrag hielt, wird berichtet: Das Verfahren beruht auf der Erfindung des Dr. Goldschmidt, mittels einer Mischung von Metalloxyden und Aluminium, „Thermit" genannt, einfach und schnell eine feurig-flüssige Maffe von besonders hoher Temperatur herzustellen. Das Verfahren wird in erster Linie angewendet zur Darstellung chemisch reiner kohlenstofffreier Metalle — Chrom, Mangan, Vanadin, Ferrobor — und ist bei Eisenlegierungen von großer Bedeutung. Zweitens wird es angewendet, um Rohre und Schienen ohne Werkstatt an jedem Orte und jederzeit mit einfachem Tiegel bei erheblich billigeren Kosten zu schweißen. Die Schweißung ist vorzüglich und kann 4U0 Atmosphären Druck im Rohre aubhaften. Die Rohre zerplatzen eher in der Längsrichtung an der Schweißstelle. Feurig-flüssiges Thermit auf einen Eisenblock gegossen, schmilzt ihn wie heißes Waffer einen Schneehaufen. Diebs- und feuersichere Kassen widerstehen nicht mehr, Panzerplatten werden durchlöchert. In Effen und Braunschweig werden bie Straßenbahnschienen nach diesem Verfahren geschweißt. Die Schweißung wird ausgesührt, indem ein Tiegel mit einigen Löffeln Thermit gefüllt, etwas Entzündungsgemisch darauf gestreut und mit einem Sturmstreichholz angezündet wird. Es ist vollkommen ungefährlich. Dr. Goldschmidt demonstrierte das Verfahren auf dem hölzernen Experimentiertisch der technffchen Hochschule in Hannover. Temperaturen von mehr als 3000 Grad nehmen Operationen von 2 bis 3 Minuten in Anspruch. Die Operation verlaust so rasch, daß der Tiegel kalt bleibt und in die Hand genommen werden kann. Die feurig flüssige ■ -r . _ Ä oC r - . n । Maffe im Tiegel besteht aus geschmolzenem Eisen, es ist alumino- zfEllchitet hat. — Bel St. Goarshausen wurde die Lerche I thermisches Eisen. Obenauf schwimmt Korund, das ist Aluminiumoxyd. M Saatfeldern hat es großen Schaden zugefügt. Viele Vermischter. * Eine Erklärung von ärztlicher Seite zum Fall des Dr. Strubell in Jena. Der Preßausschuß des ärztlichen Bezirksvereins in Chemnitz veröffentlicht zu dem Fal des Dr. Strubell in Jena folgende Erklärung: „Die Preffe beschäftigt sich gegenwärtig in wahrheitsgetreuer und maßvoller Darstellung mit Ausschreitungen der ärztlichen Forschung, dre in neuerer Zeit an einer Universitätsklinik vorgekommen sind. Es liegt uns daran, keinen Augenblick einen Zweifel darüber entstehen zu lasten, welchen Standpunkt die Aerzteschaft des Bezirks Chemnitz in dieser tiefbedauerlichen Angelegenheit einnimmt. Wir verurteilen aufs Schärfste eine Denk- und Handlungsweise, die zu einer derartigen Verkennung der ärztlichen Aufgaben führen konnte. Denn sie steht in einem schroffen Gegensätze zu jenem Mitgefühl von Mensch zu Mensch, das in «rster und letzter Linie dem Kranken gegenüber das Thun und Laffen des Arztes bestimmen muß. Auch wir wün. schen aufrichtig, daß es den vereinten Bemühungen aller beteiligten Kreise gelingen möge, solche Verirrungen einzelner Mitglieder unseres Standes dauernd aus der Welt zu schaffen." * Vom Bäckergesellen zum Dr. phil. In Wien ist dieser Tage ein ehemaliger Bäckcrgehilfe zum Doktor der Philosophie promoviert worden. Der neue Doktor heißt Konstantin Horna, sein Hauptfach wird die klassische Philologie bilden. Sein Lebenslauf weist interessante Einzelheiten auf. Horna wurde im Jahre 1869 in Saaz (Böhmen) als Sohn des gleichnamigen Bäckermeisters geboren, der ihn nach Vollendung des Volksschulunterrichts dem Bäckergewerbe zuführte. Drei Jahre war er Lehrling und dann vier Jahre hindurch Gehilfe. Die letzterwähnten vier Jahre benutzte er zum Selbststudium in den Gegenständen der vier unteren Gymnasialklassen, und zwar ohne Lehrer, lediglich i als Autodidakt in der Weise, daß er die Gegenstände gleichzeitig mit einem die betreffenden Klassen besuchenden Gymnasiasten erlernte. Er bestand mit sehr gutem Erfolge die Aufnahmeprüfung des Gymnasiums, und dann nach weiteren vier Jahren die Abiturientenprüfnng mit Auszeichnung. In seinen Studienzeiten war er thatsächlich bei Nacht Bäcker und bei Tage bei den Büchern. Nach dem Abiturium bezvj er zunächst die deutsche Universität (philosophische Fakultät in Prag und dann dieselbe Fakultät der Wiener Universität. In den letzten zwei Jahren als Hilfslehrer am deutschen Staatsgymnasium für Latein, Griechisch und Deutsch thälig, legte er inzwischen in Wien das Rigorosum ab. Dieser Tage erhielt der ehemalige Bäckergehilfe aus Saaz den heißersehnten Dottorhut und hatte die große Freude, seine betagten, aber noch sehr rüstigen Eltern an seinem Ehrentage anwesend zu sehen. e Zur Emanzipation der Chinefiuuen. Mit Spannung verfolgt gegenwärtig die gesamte civilisierte Welt die Berichte über die Vorgänge in China. Es dürfte daher auch von Jntereffe sein, von den Fortschritten zu hören, die gerade in neuester Zeit in Bezug auf die Emanzipation der chinesischen Frauen und Mädchen zu verzeichnen sind. Eine unternehmende Engländerin, die sich bereits seit Monaten auf einer Tour durch das ganze Reich befindet, um Propaganda für die „Tie,n-Tsu Hui" zu machen, versicherte vor kurzem in einem Briefe an eine englische Frauenzeitschrift, daß ihre Bemühungen vom besten Erfolge gekrönt seien. Die Tien-TsU'Hui.Gesellschaft ist eine Vereinigung, deren Hauptbestrebung darin besteht, den Chinesinnen die lieber« zeugung beizubringen, daß sie sich mit dem Befolgen der barbarischen Sitte des Fußeinbindens nur entstellen, und für'S Leben unglücklich machen. In vielen kleineren Städten sind zahlreiche Frauen „bekehrt" worden. Diese finden ihre winzigen Klumpfüße nun so häßlich, daß sie sich die größte Mühe geben, die verkrüppelten Gliedmaßen so umfangreich wie möglich erscheinen zu lassen, und sofort damit aufhörten, die Füße ihrer Kinder einzuschnüren. Welches unbegrenzte Vertrauen man zu der Vernunft predigenden Lady gefaßt hat, und welche Wunderkraft man ihr zutraut, beweist fol- bender Fall: Eine junge Frau in Kanton, die das Ein- binden ihrer Füße so energisch betrieben hatte, daß sie abstarben, uud amputiert werden mußten — ein durchaus nicht seltenes Vorkommnis, — begab sich mit ihren in Spiritus aufbewahrten Füßchen zu Mrs. Little und bat sie, ihr die Glieder wieder anzusetzen. fiwit a. M. find zahlreiche Nachfragen nach Obst ein- ggtlmfen; u. a. werden verlangt: alle Arten Kirschen und Paumen, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Erdbeer-Rohsaft, .^ibelbeeren, Ecd-, Hirn-, Stachel«, Johannis- und Brom- faen, Reineclauden, alle Sorten Tafelobst usw. Im ganzen Qgem heute 47 Adressen von Reflektanten vor, die Jnter- chaiten von der Zentralstelle gratis und franko zugesandt ft ‘‘inbÄV/ e’n«n üu?.t i dies 'A. ■ tccföieh l- ' an SW* dies ;' * * d-nZ'd^ u wttd das?,.i Sftis ,b«toierS)t .®utenbetqi, ’Wnsjstefeäti Uitznd-n k ■ Innung ir Ms Anlaß da ? » übersandt^ Iwerghalle zu * Men Schasst^ Wes, der dunb Bahnen gesenki "s Kaisersei. und den Jr - ü b e cf er Re-tb l neuer Flow Nachrichten"/^ ehung des 'esondmksWnkn gehe sie ch-iemätz 3e koethsuhruni tte-geseh fisig! M liege so check siclluna DeuWack ewilugungau- nidit versagt' ft ja ein ^rogror neue Anlage, fahre eine 6e Äagner ui m 2. und Proiei,- \\t erhalten. (Sein Flottenoorlage : vn'chentlicht da- tte, dosW beti elgesetzkSunddü ReichsstenjchtW m de-- ZMki's- Kaiserin W W chshos eingeM'' er'sche Snttau »töt l der lvestafrikanist' iptmann« W1 ii nach Avtssao Der Fund w ( io 3RüDB । Seminidml ßlelltnantsPü.'^'- 100,000 8 t-E '»-K« S-lV- f Ueli Schwurgericht. Gießen, 21. Juni. Gestern ist in der Sache gegen den 19 Jahre alten, unbestraften Arbeiter Wilhelm Eckert von Chmielinko, Prov. Posen, zuletzt in Lich wohnhaft, wegen Verbrechens g'gen § 177 des Str.-G. verhandelt worden. Der Gerichtshof wird gebildet von Landgerichtsrat Holzapfel, Vorsitzender, und den Landgerichtsräten Dr. Sandmann uud PrätoriuS, Beisitzer. Als Geschworene werden auS- gelost: 1. Weinhändler Vollmüller-Lauterbach, 2. fieber« Händler Baer-Gießen. 3. Landwirt Konrad Philippi IX.« Fauerbach, 4. Landwirt Philipp Mengel-Groß-Karben, 5. Landwirt Heinrich Velten-Großen-Linden, 6. Fabrikant Heinrich Emmelius-Gießen, 7. Landwirt Eduard Lutz- Elpenrod, 8. Professor Dr. Eichbaum-Gießen, Professor Dr. Fromme-Gießen, 10. Drechsler Jakob Neidel-Wieseck, 11. Kaufmann Friedrich Heimer-Gießen, 12. Landwirt Heinrich Winter I.-Glauberg. Nach dem Anklagebeschluß handelt es sich um ein vollendetes Sittlichkeitsverbrechen, begangen am 21. Mai int Walde zwischen Steinbach und Lich in der Nähe des Hvfgutes Albach. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Dr. Güngerich. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Werdig. Es sind acht Zeugen und als medizinischer Sachverständiger Medizinalrat Dr. Haber körn zu vernehmen. Wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit Met die Verhandlung hinter verschlossenen Thüren statt. - Die Geschworenen sprachen den Angeklagten Eckert schuldig und verneinten das Vorliegen mildernder Umstände. Der Gerichtshof verurteilte darauf den Angeklagten zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von Jahren. Die Anklagebehörde hatte 5 Jahre Zuchthaus beantragt. Aus Stadt und Kand. * Bei dem gestrigen Gewitter schlug ein Blitz ungefähr zeln Schritte hinter dem Hausburschen der „Apotheke zum Hirsch", der auf seinem Kartoffelfeld an der Lahn stand, in einen Rain und riß eine etwa 5 Ctm. breite Furche bis zu einem Heuhaufen. Der Mann fühlte einen kräftigen Schlag auf den Kopf und ein brennendes Gefühl im Nacken, da-< den ganzen Tag anhielt. — Das Unwetter hat in der Stobt unb im weiteren Umkreis berfelbtn erheblichen Schaden ailgerichtet. Die Hagelkörner, die durchschnittlich bie Größe so* Haselnüssen hatten, würben noch am Abenb Haufen- u>ei.se gefunben. Besonders mitgenommen würben die Beerensträucher, die Hackfrüchte, sowie die Gemüsepflanzungen, von der en bie gute Erbe weggeschwemmt würbe. Im nörblichen Tei l der Gemarkung wurden sogar Bäume geknickt und entwurzelt. •* Turnerisches. Zu den Wettübungen auf dem Feld- berg fest am Sonntag traten 301 Turner an, etwa 150 weniger als im Vorjahr. Die neue Hebung des Kugel- sho'ckenS, die noch wenig geübt wurde, soll die Ursache bet geringen Beteiligung gewesen sein. Die Leistungen waren trotz beS ungünstigen Wetters im Ganzen ausgezeichnet, 10$ Turner konnten mit Preisen bebacht werben. In ben einzelnen Hebungen: Stabhochspringen, Weithochspringen, Ste-instoßen, Kugelschocken würben vielfach 10, zum Teit sogar 12 Punkte erreicht. Das Fest war biesmal auch aus weiterer Ferne besucht. Vom Gießener Turnverein errang Heimrich Geitz ben 16. Preis. Zwei Preise fielen nach Lutzbach. Außer ben turnerischen Hebungen gelangten auch noch Wett-Spiele unb Turnspiele zur Ausführung. *• Kindestötung. Die der Kindestötung verdächtige Kalharina Hämmerle aus Staufenberg, die, wie wir gestern berichteten, krankheitshalber nicht verhaftet worden toar, konnte gestern abend in ihrer elterlichen Wohnung festgenommen und in die hiesige Klinik verbracht werden, wo je munmehr unter Aufsicht steht. Die Verhaftung hatte (inen ungeheuren Menschenauflauf verursacht. ** Militärische Radfahrer-Uebung. Von unserem Regimen« gingen in dieser Woche 3 Unteroffiziere, 27 Mann, -stattlich Radfahrer, auf 4 Wochen nach Mainz, um mit .gleich starken Kommandos von allen Infanterie-Regimentern ilii 18. Armeekorps unter Führung eines Hauptmanns zu Mer Radfahrer* Kompagnie zusammengestellt zu werden und rin herein mit Kavallerie Aufklärungsdienst zu üben. *• Bei der Zentralstelle für Obstverwertung in Frank- Mit diesem Verfahren ist ein neuer Wissenszweig entstanden, die Alu-- minothermie. — Ein Denkmal des Dichters Emil RittershauS, geschaffen von seinem Schwiegersöhne Prof- Schaper in Berlin, ist am 20 b. M. in Barmen in Gegenwart des Regierungspräsidenten von Düffeldorf feierlich enthüllt worden.___________________________________________________ Arbeiterbewegung. Mainz, 21. Juni. Eine Deputation der streikenden städtischen Gasarbeiter, die vorgestern abend in Ausstand traten, hatte gestern mittag aus dem Stadthause mit der Bürgermeisterei eine Besprechung. Die letztere verlangte von den Streikenden die sofortige Aufnahme der Arbeit. Sie versprach dafür die Forderungen der Arbeiter der nächsten Stadtverordnetenversammlung im wohlwollenden Sinne zu unterbreiten. Die Deputation erklärte, nur dann die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn sie die volle Garantie erhalte, daß ihre Forderungen so bewilligt würden. — Gestern abend fand nochmals ein Einigungsversuch statt. Die Bürgermeisterei erklärte den Ausstand anläßlich der bevorstehenden Gutenbergfeier für eine Gewaltmahregel, machte aber den Vorschlag, den Arbeitern vorläufig bis zur nächsten Stadtverordneten- Versammlung eine Lohnerhöhung von 20 Pfg. pro Tag zu gewähren. In einer abends abgehaltenen Versammlung des Verbandes der städtischen Gasarbeiter wurde dieser Vorschlag der Bürgermeisterei einstimmig abgelehnt. Heute soll die hiesige Bevölkerung durch ein Flugblatt Aufklärung über die Forderungen erhalten. — Die Stadt hat sich berxits um andere Hilfskräfte für die im Ausstande befindlichen Gasarbeiter umgesehen, sodaß eine Störung in dem Betrieb nicht eintritt. Gerichtssaai. Llegnitz, 20. Juni. Vom Schwurgericht wurde der Stadt- und Polizeisekretär Johann Frey aus Naumburg am Queis wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu 2«/t Jahren Gefängnis verurteUt. — Wegen Vergehens im Amt ift am 4. April vom Land, gericht Mainz der Postschaffner Sauer zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seit 1878 für den Postdienst verpflichtet, war er 189$ unkündbar auf Lebenszett angefiellt worden und wurde in der Packet- annahme beschäftigt. Zum Frankieren unfrankierter Packete bekomme« die Beamten jeden Morgen für 30 Mk. Freimarken zu 50 und 25 Pfg. Packete über 5 Kgr. und solche nach dem Ausland sollen nicht in der Packetannahme ftankiert werden, sondern vom Schalterbeamten. Dennoch klebten die Packetbeamten oft auch in solchen Fällen die Marken auf. Eines Tages war ein Packet nach Birkenfeld abgegangen. Dort wurde bemerkt, daß die auf der Packetadreffe befindliche 50 Pfg.-Marke aus drei Teilen zusammengeklebt war. Die Arbeit war sehr geschickt ausgeführt, denn es war kaum zu erkennen, daß die Marke nicht aus einem Stück bestand. Aber da sich die einzelnen Teilen etwas losgelöst hatten, wurde die Aufmerksamkeit eines Beamten erregt. Man sah nun die Packetadreffen, die durch die Hände des Angeklagten während 4 Monate gegangen waren, durch und entdeckte eine ganze Reihe von Fällen, in denen Marken in der Weise zusammengesetzt waren, daß auS den abgestempelten Marken die freigebliebenen Teile entnommen worden waren. Die Kunstmarken waren stets sehr sorgfältig abgeftempelt, meist so, daß der breite Stempelrand auf eine Stelle kam, wo zwei Markenteile aneinanderstießen. Die Beträge, welche die Auflieferer der Packete bezahlten, behielt der Angeklagte für sich. — Gegen das Urteil hatte Sauer Revision eingelegt; da aber keinerlei Rechtsirrtum in dem Urteil zu finden war, erkannte das Reichsgericht auf Verwerfung des Rechtsmittels. Kandwirtschaftiiches. — Am Donnerstag dem 5. Juli d. I. wird in Ehringshausen eine Tierschau mit Prämiierung abgehalten werden. Es kommen dabei aus Mitteln deS landwirtsch. Lokalvereins Wetzlar zur Verteilung: Für Bullen bis 2 Jahre alt 5 Preise, für Bullen über 2 Jahre alt 5 Preise, für Kühe bis 2 Kälber 5 Preise, für Kühe mtt mehr als 2 Kälbern 5 Preise, für gedeckte Rinder 6 Preise. Es wird mit aller Strenge an dem Grundsatz festgehalten werden, daß nur wirklich gute Leistungen prämiiert werden können und daß, wo diese fehlen, die ausgesetzten Prämien an den Verein zurückfallen. Es wird nur zur Zucht benutztes Vieh der Vogelsberger Rasse zur Prämiierung zu- gelasien, und es müssen die Bullen mindestens 6 Monate, weibliches Vieh mindestens 1 Jahr im Besitz des Ausstellers sein. Gewerbsmäßig« Händler können nur, wenn sie gleichzettig Züchter sind, mit von ihnen selbst gezüchtetem Vieh konkurrieren. Alles zur Ausstellung kommende Vieh muß bis zum 25. Juni d. I. bei Bürgermeister Hoemann in Ehringshausen angemeldet werden. Familien Nachrichten. Geboren: Dem Herrn Karl Leßmann in Amsterdam eine Tochter. Gestorben: Frau Agathe Waldschmidt Ww., geb. Klappert in Wetzlar. — Lenchen Hübner in Darmstadt. — Frau Marie Katharine Kirchmann Ww., geb. Leithner, in Darmstadt. — Frau Helene DeciuS, geb. Christ, in Darmstadt. — Fräulein Elise Freundlieb in Alsfeld. — Frau Elise Reiling, geb. Neugaß, m Bensheim. Wetterbericht. Das nordwestliche Minimum hat sich etwas vertieft und ist durch eine über die Nordsee, Süd-Skandinavien und die Ostsee verlaufende Furche mit dem östlichen Depressionsgebiete in Verbindung getreten. Gleichzeitig breitet sich von den brttischen Inseln der niedere Druck in südöstlicher Richtung nach dem Kontinent herein aus. Dabei ist in Zenttal-Europa das Barometer in starkem Fallen begriffen. Die Witterung ttägt in Süddeutschland veränderlichen Charakter. Die Temperaturen liegen hoch. Die Neigung zu Gewittern hält an. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch fortdauernd warmes Wetter und Neigung zu Gewittern; dann Eintritt von unbeständigem Wetter und Abkühlung. Schisssnachrichten. Der Postdampfer „Westerland" der „Red Star Linie" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. Juni wohlbehalten in New-Hork angekommen. Temperatur der Lahn uud Luft nach Reaumur gemessen am 21. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittag*: Wasser 16-, Luft 15«. Rübfamen'sche Badeanstalt. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner kserren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte. Gießen,Mirchenplatz U- 718 Ärmste Meldungen. München, 21. Juni. Aus Berchtesgaden wird gemeldet, daß die beiden seit dem 5. ds. Mts. vermißten Münchener Studenten Georg Klette und Otto Scheer aus München gestern nachmittag von mehreren Bergführern am Watzmann tot aufgefunden wurden. Rom, 21. Juni. Die Bemühungen Saraccos, ein Kabinett zu bilden, sind bisher erfolglos geblieben. Visconti Benosta weigerte sich entschieden, an die Spitze >es Auswärtigen Amtes zu treten. Eine andere Persönlich-- keit findet sichi für diesen wichtigen Posten sehr schwer. -n früher Mk. 22.— und Mk. 36.—. 4221 n ii ii » ■n T) . 1.20. . 150. 1.70. 1.70. ii ii ii Karierte ii Seidene Blusen, wundervolle Neuheiten, Mk. 12.— und Mk. 26.— ,, mit hellem Grund „ 1.20. jy rot, weiss, blauweiss „ 1.50. Twill- und Atlas-Foulard 2.20. Armure, reine Seide, das Kleid 12.50. ..--a Unterröcke ■* Mk 8.50. Lk Gelegenheitskäufe in Seidenstoffen. A Gestreifte Taffet Meter Mk. 0.90. »Foulard, 60 cm breit Mk. 0.90. Seltersweg 85. Carl NoWOCki Seltersweg 85. Bekanntmachung. Sonntag -en 24. Juni: In unserem Handelsregister wurde gewahrt: 1. daß das unter der Firma „Dr. A. Mettenheimers Mineralwasser-Anstalt^ zu Gießen bettiebene Geschäft mit Firma auf Louis Lenz daselbst übergegangen ist. Der Uebergang der im Be« triebe des Geschäfts begründeten Forderungen ist bei dem Erwerbe des Geschäfts durch pp. Lenz ausgeschlossen; 2. daß die Firma „F. L. C. Liebrichs Nachfolger" zu Gießen erloschen ist. Gießen, den 18. Juni 1900. 4341 Großherzogliches Amtsgericht. Mtanz am 31. Dezember 1899. Vermögen. Jt H DarlehengegenHypotheken 312633.44 w ff Schuldscheine 136375.80 „ an eine Genoffenschaft 26000.- Bestand an Staatspapieren 25944.— Cedierte Güterkaufgelder 56103.80 Jmmobllten 18343.23 Kaffenvorrat und rückständige Forderungen 61084.44 Schulden. Geschäftsanteile 9942.36 Aufgenommene Kapitalien 590792.61 Reservefond 26203.05 Gewinn-Saldo, einschließlich 2020 Mk. 79 Pfg. Erübrigung in 1899 9546.69 636484.71 636484.71 Mitgliederbestand Ende 1898 116 Abgang in 1899 7 4831 109 Zugang in 1899 7 Mitgliederbestand Ende 1899 116 5>er Worstand der Spar- und LeiyKaffe zu Kungen Eingetr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht. I. V. Rouge. Gustav Kohlheyer. Mittwoch den 27. Juni, nachmittags 2*/2 Uhr, sollen die den Georg Brömer Erden zustehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen: Flur 26 Nr. 161«/io — 138 qm Acker auf der Weißerde am Weg, Flur 26 Nr. 266«/,o — 678 qm Hofraite am untersten Riegelpfad zwischen den Wegen, Flur 26 Nr. 267»/t) — 458 qm Hofraite daselbst, Flur 28 Nr. 180 — 1300 qm Acker zwischen dem Sandkauter und Erdkauter Weg, Flur 28 Nr. 181 — 1800 qm Acker daselbst, Flur 28 Nr. 182 — 2750 qm Acker daselbst, Flur 28 Nr. ISS«/,, — 1599 qm Acker daselbst, Flur 28 Nr. 165°/,„ — 193 qm Acker daselbst, Flur 29 Nr. 100°/,0 — 1262 qm Acker amOhleberg, rechts des Erdkauter Wegs auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Bedingungen freiwillig versteigert werden. Gießen, den 21. Juni 1900. Großh. Ortsgericht Gießen. ______________Gros.__________4350 Scheuerverkauf. Nächsten Montag, alS den 25. d. Mts., mittags 1 Uhr, soll zu Großen-Buseck eine sehr große Scheuer, aus Eichenholz erbaut, wegen Durchfühtung einer Straße, an den Meistbietenden, bei der Versteigerung bekannt zu gebenden Bedingungen, von feiten der Gemeinde vrrstetgert werben. Großen-Buseck, am 20. Juni 1900. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Meyer. 4351 Soeben wieder eingetroffen 3915 MAGGI Produkte: Maggi zum Würzen, Gemüse, unv »raftfuppeu, Bouillon-Kapseln, Gluten-Kakao, bei Jul. Bräutigam, Kleichftrsße 21 Lohholz Verkauf in der König!. Gdersörsterei Krofdorf Mittwoch den 27. Juni d.J., vormittags 91/, Uhr, n der Weisbrod'schen Wirtschaft zu Salzböden. Schutzb. Salzböden, Distr. Hasen- garten 81 VI: Eiche = 1 rm Schichtnutzholz und 1228 rm Loh. reifer. 4329 Der König!. Forstmeister. Wt. Schlachthaus. Freibank. 4279 Heute und morgen: Zchmiue-kisch 40 Psg. Erdbeerbowle täglich frisch, im Glas und in Flaschen, nur aus Moselwein bereitet, empfiehlt 4346 Carl Tchwaab, Hofl. Schellfische Kabeljau In la. feinster, blutfrischer Ware so- eben eingetroffen bei 528 A. & G. Wallenfels. Markt 21. — Fernsprech-Nr. 46. FEUERWERK Jllum.Artikel F.Woesch. WÜRZBURG Branntweingeschäft en gros 4,36 mit guter, alter Kundschaft, ist Sterbefalles halber mit sämtlichem Faßinventar aus freier Hand zu verkaufen. Gefl. Offerten unter B. 206 an die Expedition des Wetzlarer Anz, KreiSblatt, erbeten. Grosses Radfahrerfest in Wißmar verbunden mit 15 Kilometer-Stratzeureuueu. Offen für alle Herrenfahrer. Als Preise stnd ausgesetzt: drei Ehrenzeichen. 1. Preis: Echt Silber, vergoldet. 2. Preis: Silber. 3. Preis: Bronze. — Einsatz 2 Mark. Beginn der Rennen: morgens 7 Uhr ab Wißmar bis vor Odenhausen und zurück. — Meldeschluß am 23. Juni, abends 10 Uhr, bei Herrn C. Hamel, Gießen. Von 9 Uhr ab: Frühkouzert. Mittag- 2 Uhr: Festzug durch die Orte Launsbach—Wißmar. Von 3 Uhr an: Tauz und Volksbelustigung auf dem Festplatz des Herrn Ludwig Lautz. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ergebenst ein 02633 Der Vorstand. Die Erneuerung der Lose 4. Klasse 1. Hess. Landeslotterie hat plangemäss bis zum 30. Juni, abends 6 Uhr, zu erfolgen. 4337 Wir empfehlen Kauflose 4. Kl.: Vi Mk. 132.—, 1/2 Mk. 66.—, V$ Mk. 26.40, V10 Mk. 13.20. I*e*r & ftzck» Südanlage 5. UHmrhu. Im LöberS Hof, Ecke Sandgaffe, sind sofort auf Abbruch zu verkaufen: 02628 Ziegeln, Fenster, Fensterläden, Thüren, «ande», Brennholz und Eichenholz zu Gartenpfosten. 02591] Dillard, Musikautomat und 2 vollständige Betten billig zu verkaufen____________Kaptansgaste 10. 02632] Bettstelle mit Sprungfedermatratze und Kopfkeil zu 15 Mk. zu verkaufen.____________Irteichstraße 18, IV. 02630] Hut erhaltener Sportwagen zu kaufen gesucht. ZSahnhofstraße 49. Ein schönes Haus, zweistöckig, mit Mansarde, 3—4 Zimmer enthaltend, sofort zu kaufen gesucht. Offerten unter A B 02625 an d. Exped. 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Section I j VI. dieSjähr. SektiousauSfluz 1V1 Tage Samstag u. Sonntag den 23./24.Juniise> Jammerthaltour Abfahrt 12.10 Uhr mittags (Retourbill-t Balduinstein). GamStagr Balduinstein—SchloßSckaur- burq—Burg Hohenfels— «atzenelnb-gen (Nack- quartier Hotel Bremser) Sonntag» Jammerthal und Mühlbachthal nach Bad Nassa«, Mittagessen (Hotel Müller). Mittwoch den 27. Juni: VI. Kanptmonatssttzung. T.-O: Besprechung von Herbsttouren n den Alven, diesj Generalversammlurg d. D. Oe. Alpen Vereins in Straßburi, Eingänge. 4348 Die Sektionsleitu«-^ verantwortlich für den allgemeinen TeU: P. Wittk», für den Nnzeigenteil: Hans Beck. — Druck und Berlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.