Freitag den 21. Dezember 150. Jahrgang ro '"«.'sMeßenerAnzerger »ß iz Henerat-AnMger Aints- und Anzeigeblntt fiiv den Itreb Gietzen Ö8K kolade e/e. unenb eingeladen. rer gy - Vezugspreir viertcljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» viertcljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahrs, mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSflellen des In« und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. dux 12. öthftien, Expedition und Druckerei: Fchulstrntze Nr. 7. Troß dieser Neueinführung bezw. weiteren AusffätL ung einzelner Reälfächer soll eine Einschränkuna ''Va,^tf^en// Bildungsfächer nicht angängig sein, vielmehr toTiaitneafltemre I^ung Set Un^nichtsstunden in AUSficyt gestellt. Wie das in der Praxis burdßaefiifirf ^nr&hnaKas?e iS "*?* verständlich und toir fürch! n, fraß die Reform der Gymnasien in diesem Piinkte scheitert. Wir sind auf &ie folgenden Ministerialerlasse gespannt bte in den Stundenplan der humanistischen or.L Ä °^ne mit Berstarkunq der KLn Facher, dem modernen Bildungsstchf eine breitere Grund! vtSL 9roßeren Raum verschaffen. Das Gespenst der .ängstlichen Gemütern schon auf. Auch daß zwischen den einzelnen Unterrichtsstiinden Sitr/k ÄtwsmsSS SlÄfe flen>or6en. Ein' Hessischer Zandtag. IwtiLe Kammer der Stände. enfel W?H0N X. >rt Prokura tricks >»i»gm" von Anzeigen zu der nachmittag- für den Lag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. Crsioofuiillerricht des Griechischen eingeführt werden und suri die oberen Klassen an die Stelle des Franzö fisch, nn tneten, das dann nur als fakultativer Gegenstand bei Mitten wird. Gemäß der Mahnung: Multum, non »inLb ist mehr als früher darauf Bedacht zu nehmen, mn di e wichtig st en Unterrichtsfächer in de iikvr der gründ gerückt und vertieft werden. In dere griechischen Sprache soll es weniger auf „unnütze AOVMliiL'Tt" ankommen, als besonders auf die „ästhc- tifiv-e Auffassung", wie auf den „Zusammenhang Gratisbeilagen: Gießener Fainiiienblätter, Der hessische Zandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Willigen Mej Mm Jreunbe Md t ” »roeSmerfteifei k, Adresse für Depeschen: Anzeiger Htehe»« Fernsprecher Nr. 51. wahren und sich selbständig weiter entwickeln, durch die einzelnen Ausführungen aber fließt immer mehr „wichtiger" Realstoff in die Gymnasien hinein, was ohne Einschränkung der klassischen Fächer und Beeinträchtigung des „Charakteristikums" kaum möglich erscheint. Die kommende Zeit wird 'in dieser Beziehung uns gewiß 'bald Aufklärung verschaffen. Am Ende der Erlasse und der Reform sind w-ir noch lange nicht ängelangt. "Darum 'ist's für uns in Hessen gut, wenn wir zunächst die in PreuHen angebahnte Entwickelung der höheren Bildungsanstalten a b w a r t e n, ob für unsere Verhältnisse etwas Ersprießliches dabei herauskommt. Das, was wir praktisch mitzumachen hätten, wäre die Gleichstellung der verschiedenen An st alten bezüglich 'der Wahl der Berufe. Sobald Preußen darin vorangegangen sein wird, werden wir nicht mehr zurücksteherr können. Im übrigen heißt's: Abwarten. Dieser neueste Erlaß zeigt uns, wie sehr die im Jahre 1892 Recht hatten, die der angeregten Reform weniger angeregt gegenüber standen. Wir sehen schon jetzt, nach acht Jahren, manches Eingeführte ausdrücklich widerrufen, anderes Verworfene in sein altes Recht wieder eingestellt. Die Zeck der Stabilität ist in dieser Angelegenheit noch nicht gekommen. -M.2SS Zweites Blatt £ »e Reform der höheren Bildungsnnstalte« in Preußen. Dunch einen vom preußischen Kultusminister gegen- yeg’iMiirten Erlaß vom "26. November hat bekanntlich der der Durchführung dieses Gedankens wird von verschiedenen Seiten seit längerer Zeit gearbeitet, jedoch wollen die eingefleischten Humanisten für die Gymnasien allein die Berechtigung zur Ergreifung aller Studien in Anspruch nehmen und den anderen Anstalten nur die mehr realistischen Studien zugestehen. Jetzt aber wird's in Preußen anders werden, das klar gesprochene königliche Wort ist gefallen und der Kultusminister, der die Gedanken sich zu eigen gemacht Hut, wird für die Durchführung Sorge zu tragen haben. Das bedeutet für die anderenStaaten nichts anderes, als den in Preußen gecharterten Sck)ritt n ächz um ach en. Als ein Unglück künnen wir das nicht ansehen. Denn es ist doch so, daß die Abiturienten einer realistischen Anstalt für manche Studien eine viel größere und umfassendere Vorbildung mit auf die Universität bringen, als die der Gymnasien, und trotzdem haben nur diese die Berechtigung dazu. Wir nennen nur die Medizin und können nack) wie vor nicht einsehen, warum dieses Studium den Realabiturienten bis jetzt verschlossen geblieben ist. Das wird für die Folge sich ändern. Die realistischen Bildungsfächer haben ihren Wert und ihre Bedeutung und ersetzen nach unserer Ansicht das auf den Gymnasien mehr gepflegte und göübte Latein und Griechisch. Auch sie dienen dazu, den Jüngling zu einem höheren Bildungsgang geeignet vorzubereiten. Wer aber glaubt, durch den Erlaß sei das Problem der Gymnasien gelöst, der irrt sich. Die Schwierigkeiten bleiben zunächst und werden noch andere Erlasse Hervorrufen. Es ist daran zu erinnern, daß inder Ausbildung der beiden alten Sprachen die Gym- nasien läng st n'icht mechr in ihrer alten Leist- ungsfähigkeit da steh en. Mit der Zeit ist „unerläßlicher" moderner Bitdungsstoff eingedrungen und die „klassischen" Unterrichtsfächer Hatzen n-icht unerhebliche Ein büße dadurch erlitten. Das ist an sich keineswegs zu beklagen. Die gewaltigen Errungenschaften auf dem Gebiete der Naturwissenschaft und der Technik konnten den Gymnasiasten wenigstens in ihren Hauptteilen nicht vorenthalten werden. Auch sie mußten sich eine Stätte in den Gymnasien verschaffen. Außerdem ist nicht zu vergessen und das wird u. E. keineswegs genug gewürdigt — daß unsere deutsche Sprache durch unsere Geisteskoryphäen Herdes Klopstock, Lessing, Goethe und Schiller dann Gustav Freytag, Will). Jordan rc. mit Fug und Recht den alten Sprachen an die Seite gestellt werden kann, und das, was das Studium dieser erreichen sollte, zum Teil wenigstens durch das Verständnis unserer deutschen Dichter ersetzt wird. Auch aus diesem Grunde 'ist der Drill int 7^inischen und Griechischen nicht mehr so nötig, wie früher. Zu Gunsten der Reälfächer auf den Gymnasien hat der König von Preußen durch seinen jüngsten Erlaß elngegnffen. Wegen seiner großen Bedeutung soll das Englijche als obligatorischer Lehrstoff eingeführt iverden, । wodurch es gestattet wird, in den oberen Klassen das Fran- zostsche in die fakultativen Unterrichtsgegenstände einzu- reihen. Die naturwissenschaftlichen Fächer sollen durch Experimente und Exkursionen mehr gepflegt, die Phyfik und Chemie mehr nach der „angewandten und technischen Seite" unterrichtet werden. Auch der Geschichtsunterricht wird eine Erweiterung erfahren. Welches die vernachlässigten „wichtigen Abschnitte der alten Geschichte" sind, läßt sich nur vermuten. Wahrscheinlich wird mehr die kaiserliche Zeit zur Darstellung zu kommen haben, die in der That .gegenüber der sehr ausführlich behandelten repu- os»anischen Periode etwas stiefmütterlich wegkommt. Daß die Geschichte der allerneuesten Zeit mit ihren Idealen uud gewaltigen nationalen Errungenschaften meist nicht gebührend berücksichtigt wird, weiß jeder, der ein Gym- I früheren Jahrzehnten absolviert hat. In dem I l anCn "^Z^rzehnt ist das allerdings anders geworden. Aus I Voia= Zeit" kam man früher selten über das Jahr 1815 hinaus. Daß hier Remedur bereits geschaffen wurde I '^urg reulich. Jetzt aber scheint uns^ein noch Mehr nicht wünschenswert. y ’ I ~ . M"G- Darmstadt, 19. Dezember. ’ * »I CSS? &“*’ '*■" noch ‘ ^ Stiftungen, die den Schullehrern Einarisf glommen, solle der Staat einziehen. 'Den Eingriff in gewisse Eigentumsverhältnisse wieae nirftf- ®»rStaa EZ- gutL «XÄ tofffpa h Recht, einmal ein qe Uolitische Tagesschau. Holländische Kolouialgreuel teilt der „Vorwärts", dem wir die volle Verantwortung für seine Mitteilungen überlasten wüsten, mit. Er schreibt u. a.: In Deli (Nord Ost-Sumatra) befinden sich die Tabakfeld er des holländischen Kolonial-Ministers. Die Arbeiter sind zum Teil Javanen, vornehmlich aber chinesische Kulis, die aus Süd-China etwa wie Kisten mit Kaffee oder Zucker auf einander gepackt nach Indien versandt werden. So erreichte im Juli dieses Jahres der unter deutscher Flagge fahrende Dampfer Decima den Hafen Belawan (Deli); er hatte | Ee Ladung von 671 Chinesen, ausgemergelte und räudige Gerippe, und eine Anzahl Kinder, nicht älter als acht oder zehn Jahre, die unter der Hand mitgepreßt waren. Sie weigerten sich an Land zu gehen, weil sie sich für Sinqa- pore (Engl. Indien) verpflichtet hätten. Der Schiffskapitän hatte aber die Ordre, sie nach Deli zu bringen. Es stellte sich heraus, daß sie auf Spekulation nach Deli geschickt waren. Der Negierungsvertreter suchte sie auf, und versuchte sie zu bewegen, auf den Tabakfeldern an die Arbeit zu gehen. Sie weigerten sich aber, und das Schiff fuhr Auf einem der internationalen Kongresse für Medizin, die diesen Sommer in Paris abgehalten >°urd-n, 'eilte der Russe Dr. I. A. I. Tschudnvwrky. der als Militärarzt in der holländischen Kolonialarmee gedient hat, u. a. das Folgende mit: .. "Am Januar 1896 kamen drei chinesische Schiffe mt (in Sein f2iffpn°mri4rOrUnb Schiffskapitän verbot, sie auszu- Ä verkauft wären. Die Cholera war an ®otb, und bis 8. Februar 1896 waren 51 gestorben/ 27 erkrankt und ^8ef,eat Das grüßte Elend' herrsch.- y ® 0 n n e o e t f e n g t e bic Kulis und sie hatten nichts zu essen. Die Kulik aufleute verboten ihnen Die dret Kapitäne wurden arretiert, die Regierung ließ Sveil^chbune ^r die Unglücklichen bauen und gab ihnen Waffe? mW ' "Oft verweigern Kults die Arbeit, weil sie sich krank J P§°vzer schicken sie dann in ein Krankenhaus, wo man £nnr SiPeMmi9$- A,a9e? rurückschtckt unter dem Vorwande, daß sie nicht ^ank seien. Sie werden dann unmittelbar von den Plantagen ins ® J ^schickt, wo man ihnen eine körperliche Züchti- 8 u n 8 erteilt, wegen „Verweigerung der Arbeit"." ° Arzt». Matton erklärte auf demselben Kongresse: "34 habe zahlreiche schnelle Todesfälle qesehen der körperlichen Bestrafung von Kuli- in Borneo und tn Sumatra." nblH" .zsachÄin 'einen größeren Raum in den höheren Lehr- ** zu verschaffen bestrebt sind, ist der Erlaß schon ... HfllfJ ™ - ,Tugli kirn Grunde aufs freudigste begrüßt worden, weil -kl * ? iS. ^der Anstalt ihre Eigenart bewahrt bleiben soll. gelb- T* Wher aufgetauchte Gedanke einer „Einheitsschule" r x 93 falten gelassen, und die strengen Humanisten nic^ Zu fürchten, daß den Gymnasien das genommen werde. Weniger Anklang wird viel- '■ gewissen Kreisen' die, in'Äussicht«gestellte Gleich- ue ^t'/gung der Gymnasien mit den Real- .uisüllsien und Oberrealschulen finden. An , Koi tski in die Entwickelung der höheren Bildungsan- iiau ten i n Preußen, der Gymnasien, Realgymnasien und 11 lÄLireci! schulen, eingegriffen, dieses Mal tiefer und be- ftilfcpiter, als im Jahre 1892. Die beiden ersten Sätze deÄ Lrlasses enthalten die allgemeinen Gesichtspunkte, biej jür die Reform maßgebend sein sollen, während die an^ eren die -Linzelforderungen zum Ausdruck hringen. drei höheren Lehranstalten sind „in der Erzieh- S ä® die tn Preußen seit 1892 besteht, soll gänzlich M (l li JIHgfan kommen, da sie den damals gehegten (£-rtoart= eitag dm 2l< -"n» fingjU nicht entspricht. Die sog. Reformgymnasien, wie ti,s «vö lthtkS > id Jt Zeit in Frankfurt a. M. und Altona bestehen, u” 3. W -uerftn als in der Praxis bewährt erwähnt und da, “ ♦Li ll>o yte Voraussetzungen zutreffen", deren weiteren Ein- tdi«cn wegen des „nicht zu unterschätzenden [Ji mUW»* oaim(.en Vorteils" empfahlen. Der Erlaß hat den WodraMlN' Zw-«Ä „die^Gegensätze zwischen den Vertre- eflittlett humanistischen und realistischen haben® 11 n9 zumildern und einem 661:^^611» )eun/iusgleich entgegen zu führen". . 'uc König von Preußen will ein nickst leichtes Problem ■— ' w,e n. Zju beachten ist, daß die Vorschläge nur in der tj in t WN Wünschen vorgetragen sind, und es wird an IPII II V*' ?eiLt «tzulbehorden und Direktionen liegen, die köniq- ! ich«M Mdankeu in die Praxis umzusetzen. Das aber ,AttJ ivirst» nicht leicht sein. Neue Schwierigkeiten werden er- V"| aie süh der Ausführung hemmend in den Weg c 8 steten. Diese sind offenbar als nicht zu schwierig an- gesS'Hen worden, denn die Gegenzeichnung des verant- ~/ k . Mdcheit im Sprechen wird als das Ergebnis des lyttilddilW 'luugemästs in den neuen Sprachen erstrebt, und im > z;, ssüüchtsun ter richt sollen wichtigere Abschnitte der ir verehMen MM' sttcmi beschichte und die Geschichte des 19. Jahrhunderts nuikta^ Süim MM gröM Berücksichtigung finden. Die Erdkunde und r autzttordtirUt«w erns Ze iche n u n ter richt sollen ausschließlich in die sarnmlturg nn « -aiifcoon Fach lehrern gelegt werden und dieser von ,ariv«auf , >enWig'Äwstärkung der zu kurz bemessenen Pausen wird $trder:«tzcsundheit der Schüler förderlich sein. Tie Abschluß- __—TT'uvC. utlt Nil, d. i. die Prüfung am Schlüsse der Unter- UBwaigj' 1 ' 9 1 T allgemeinen Geistesbildung" als gl eichwertig anzusehen bezüglich der Berechtigung TAU Ja,., i11 *| Mil der Berufe, unter dem Vorbehalte der Er- (yfi ) #mö|n gäiirmg der Fächer, deren Vorkeuntnisse für manche _ utLDieii und Berufszweige unerläßlich sind. Dement- ine qrößmAuiwabl sp^eiitn soll aus eine Verallgemeinerung des me größere »utoaDI r e Est i schen Wissens hingewirkt werden, ttttltxiii Ä- 1 v der grundsätzlichen Anerkennung der Gleich- ' 1 ('rtigfeiir ist für jede der Anstalten die Möglichkeit ge- gctl«n, sich, in ihrer besonderen Eigenart zuent- M 2.20 / w »-'«Iclin. Darum wird den Gymnasien und Realgym- '' 1 naMkndas Lateinische, den ersteren das Griechische, Bll fiv? blCJ beibi* seit 1892 bedroht erschienen, als das Wesen der bei .'.instalten ausmachend, in dem alten Umfange örstchnr, wi»k.^r z ugesprochen und in Berücksichtigung „der großen -rrnmnä--'eMutumg, welck)e die Kenntnis des Englischen ge- MMgt 'O.nneir-, soll diese Sprache bis zur Unte?-Sekuuda als uwytlidjcn Ministers soll die Bürgschaft dafür abgeben, iifl baM die Wünsche nicht nur auf dem Papier stehen bleiben' N Äon allen Seiten, sowohl von den Vertretern der IV huininiMschen Bildung, als auch von den, die den Real- len. Er fürchte aber mit seinen Freunden die Neben- absicht. 'Die sozialdemokratische Partei wolle Familie und Kirche aus der Schule hinausdrängen und die Zustände des heutigen republikanischen Frankreich herbeiführen. Finanzielle Gründe scheinen die Abgeordneten vom Lande dem Antrag Ulrich geneigt zu machen. Man hoffe Vorteile für die Landgemeinden. Ein sonderliches Geschäft würden sie aber nicht machen, denn sie würden an den großen Schullasten der Stgdte mitzahlen müssen. Der Redner sucht diese Behauptung ziffermäßig nachzuweisen. Die Einheitsschule habe auch etwas Bestechendes. Aber unter dem Namen „Gleichheit" herrsche ein tyrannischer Zwang. ' Dem werde seine Partei niemals zustimmen. Die unentgeltliche Stellung der Lehrmittel re. habe auch ihre moralische Seite. Das Interesse der Eltern an Schule und Kindern werde hierdurch herabgemindert. Er bedauere, daß meist das Schulgeld aufgehoben worden sei. Die letzte Forderung der Sozialdemokraten, die Heranbildung unbe- niittelter befähigter Kinder zu höheren Berufen auf Staatskosten ssi inkonsequent, denn hier wolle man nicht Gleichheit aller, sondern Bevorzugung. Abg. C r a m e r giebt den Vorwurf, seine Partei habe andere Absichten, dem Zentrum zurück, denn dieses erstrebe innerlich die Beseitigung der Simultanschulen in Volksschulen, um die konfessionelle Schule wieder einzuführen. Im 'Falle der Ablehnung des Ausschußäntrages sei seine Partei geneigt, ihren Antrag so abzuteilen, daß man den Einzelanträgen zustimmen könne. Der Redner spricht noch gegen die Mittelschulen, die als Hemmnis der Volksschulen beseitigt werden müßten und wehrt sich gegen die Behauptung des Abg. Kohler-Langsdorf, daß 'in städtischen Schulen vielfach Unsauberkeit herrsche. Ministerialrat Tr. Eisenhuth erklärt, daß die Regierung die Vorschriften des Volksschullehrergesetzes zu beachten habe. Der Redner weist den Antrag, die gesamten Volksschullasten auf den Staat zu übernehmen, im wesentlichen aus finanziellen Gründen zurück. Für persönliche Lasten allein würden vier Millionen durch direkte Steuern aufgebracht werden. Bei Uebernahme aller Lasten würde sich die Summe auf acht oder neun Millionen erhöhen. Das Ergebnis der Annahme eines solchen Antrages würde bei vielen kleinen Gemeinden eine bittere Enttäuschung sein. Die früheren Erhebungen vor 12 Jahren, wie sich die Lasten auf die Provinzen verteilen möchten, könnten heute nicht auch in Betracht kommen. Die Wirkung sei auch nicht annähernd zu übersehen. Er mache die Abgeordneten vom Lande noch darauf aufmerksam, daß über 400 Gemeinden zurzeit mit da. 230'000 Mk. im Aufbringen ihrer Volksschullasten vom Staat unterstützt würden. Sie würden sich bei Aufhebung der Unterstützungen und stärkeren Heranziehung zu den Steuern sehr viel schlechter stellen. Für die einheitliche Volksschule könnten sich viele Leute, auch Volksschullehrer, begeistern. Aber vom politischen Gesichtspunkt aus betrachtet, "sei der Antrag etwas spezifisch sozialdemokratisches, was von keiner politischen Partei geteilt IDerbe. Man solle bedenken, welche Einschränkung der elterlichen. Erziehung in diesem Wort „obligatorisch" enthalten sei. Was den letzten Punkt der Forderungen an lange, so frage er, ob denn nicht in den höheren Berufsarten ausnahmslos über kolossale Ueberfüllung geklagt werde? Liege ein Grund vor, diese jetzt zu einer sozialen Kalamität gewordene Ueberfüllung noch künstlich zu vermehren? Liege ein Anlaß vor, jeden Menschen von irgend welcher Befähigung zum Universitatsstudium zu drängen? Eine völlige Verkennung der psychologischen Grundlagen der Entwickelung liege liier vor, denn viele Menschen zeigten erst in späteren Jahren, was sie seien. Vom idealen ^Aushängeschild, das der Antrag habe, möge man sich nicht irre machen lassen und den Antrag ablehnen, der der Anfang des sozialdemokratischen Programms sei. Abg. Backes ist ein Freund der Einheitschule, aber nicht der obligatorischen. Es liege fein Grund vor, warum man ^bie Schüler in den ersten Jahren schon nach Stand und Stellung der Eltern voneinander trenne und das ^Kind frühzeitig mit den Begriffen des Besser- und Schlechterseins bekannt mache. Ter Staat solle die Privat- und sonstigen Schulen so einrichten lassen, daß sie den .staatlichen Volksschulen entsprächen, aber ohne das diesen zu gewährende Recht, durch eine Prüfung den Ueber- gang zu höheren Schulen zu vermitteln. Die Forderung der allgemeinen Einheitsschule sei nicht Phantasie. Eine Entchristlichung der Volksschule durch die Verstaatlichung fürchte er nicht. Die Verstaatlichung sei eine gerechte For- berung, denn der Staat sei berechtigt und verpflichtet, für die Schule zu sorgen und müsse daher auch die Lasten tragen. Bis jetzt sei noch nicht entschieden, ob denn der Lehrer Staats- oder Gemeindebeamter sei. Eine allmähliche Ueberführung der Lasten auf den Staat müsse angebahnt werden. Abg. Schönberger spricht für den Antrag Ulrich, den mau annehmen möge. Die Regierung solle nur das ihr daraus Zusagende verwirklichen. Er wünsche die obligatorische Einheitsschule und eine gleichmäßige Behand- iung des ganzen Schulwesens int Lande. Die Landgemeinden würden nicht schwerer betroffen werden. Abg. Erk ist Anhänger der Verstaatlichung. Alle Ausgaben, die im öffentlichen Interesse lägen, und dazu gehörten die Ausgaben für die Schule, müßten aus der Steuer bestritten wereden, die eine öffentliche sei, die allgemeine Staatssteuer. Doch nur in diesem Punkte stimme er dem Antrag Ulrich zu. Abg. Köhler-Darmstadt legt in Anlehnung an den Ausschutzbericht, dessen Ergebnis er zustimmt, seine ab lehnende Haltung dar. Aus rein finanziellen Gründen fei die Uebernahme auch nur der persönlichen Volks- schullasten zur Zeit gänzlich undurchführbar, zumal jetzt, wo man noch vor den Wirkungen der Steuerreform stehe Die Einwirkung der Gemeinde, die den Hauptteil der Kosten bisher getragen habe, durch den Schulvorstand auf die Schule sei eS, die wesentlich zu der jetzigen Stellung des Schulwesens mitgeholfen habe. Auch die Ein heitsschule, ein Teil des sozialdemokratischen Programms, sei bei der jetzigen Lage der Dinge undurchführbar, sie passe in den sozialdemokratischen Zukunftsstaat vielleicht hinein. Abg. Weidner spricht sich für den Antrag Ulrich! aus, da ihn sein Gewissen dazu dränge. Die Ausführungen des Tr. David seien mit einer Fülle von Wahr heiten ausgestattet gewesen, die man nicht wegleugnen \aritte Dewttsi Vdreiit ÜeuivtUe iJatebsdal K <5 Ae Weis Kriegszug ömls Kriigsziig /Z. 6 K 3 i zieht sich immer weiter nach der Grenzstadt Bethulie hin, b für Die - Bororten W j London »M Kl ba* lHiWste- über lokale Bo vlld werden ans Mit Bewunderung verfolgen die Anhänger der Buren die kühnen Züge des Generals De Wet, dem es Dank seiner Thatkrast gelungen ist, einen Teil des Kriegsschauplatzes von Transvaal nach der Grenze der Kapkolonie zu verlegen. Unsere nebenstehende NebersichtSkarte giebt ein genaues Bild des KriegSzugeS De Wets nach den englischen Kriegsdepeschen. Noch am 26. Oktober befand sich De Wet bei Fre- derickstadt in Transvaal, kämpfte am 27. Oktober am Baal bei Paegs und erzwang sich den Uebergang und rückte dann auf Frankfurt und Heilbron vor. Drohende englische Uebermacht veranlaßte ihn jedoch, sich westlich hinter die Eisenbahnlinie Bloemfontein—Johannesburg zurückzuziehen und am 5. November die Engländer bei Bothaville anzugreisen. Nördlich von Kronstad überschritt De Wet wieder die Eisenbahn und wandte sich in raschem Zuge südwärts. Am 21. November konnte er die 400 Mann starke Garnison von Dewetsdorp umzingeln und gefangen nehmen, am 2. Dezember er» Reibenfo/ge am 2. SW. 1895. 1. Seckto. 2. Hamburg. 3 Mkvhrv. 4. Leipzig. 5. Breslau. 6. Dresden. 7. Köln. 8. Franksurta.M 9. Magdeburg. 10. Hannover. 11 Düsseldorf. 12. Königsberg. 13. Nürnberg. 14. Chemnitz. 15. Stuttgart. 16. Altona. 17. Bremen. 18. Stettin. 19. Elberfeld. 20. Straßburg. 21. EharlottenbM 22. Barmm. 23. Danzig. 24. Halle. 25. 26. Dortmund 27. Arüpn. 28. Krefeld Die großstädtische Bevölkerung betrug Jahre 1871 2 030000 Personen — 5 Prozent der maligen Gesamtbevölkerung. Bor fünf Jahren war bitt' Zahl auf 7 270 000 = 14 Prozent gestiegen und betrag nunmehr 9 050 000 = 16 Prozent der gegenwärtig Ä 561/2 Millionen geschätzten Bevölkerung des Deutschen SW' WaS die einzelnen Städte betrifft, so hat Bern" wider alles Erwarten stärker zugenommen als im vorM' gegangenen Jahrfünft 1890—95. Damals betrug dir ' mehrung nicht ganz 100000 Personen und stand . früheren Volkszählungsergebnisse weit zurück. Es F ' jetzt gezeigt, daß trotz der Bevölkerungsabnahme der Stadt, wo große Geschäftshäuser und öffentliche v- bäude die Wohnhäuser immer mehr verdrängen, doch Platz für eine Weiterentwickelung im Nordwesten und t'tj des Stadtgebietes vorhanden war. Nach den anve Himmelsrichtungen hin hat die Reichshauptstadt die Grenz des Weichbildes aber längst überschritten, so daß M Wachstum Berlins hier nur mehr in dem wachsen bisher kaum bekannter Vororte zu äußern ver Charlottenburg, Schönberg mnd Rixdorf find für o Werdegang die besten Beispiele. Berkin mit 9 Paris fast erreicht und wird nur noch von Lonoo 6l/z und New York mit Millionen Einwohner feststellen ließen. Um indessen die Städte, bei denen Wachstum durch Einverleibungen beeinflußt worden ist, y kennzeichnen, fügen wir ihrem Namen einen • hinzu. Xe: Einfluß der Einverleibungen ist bei einigen Städten sch-, bedeutend; würde man das einverleibte Gebiet berücksichtige so müßte man die Einwohnerzahl für 1895 z. B. bei Nüm. berg um 32000, Stettin um 31 000, Posen um 29 W. Dresden um 18 000, Frankfurt und Aachen um 16 Ot und Mannheim um 15 000 höher einsetzen. Im Jahre 1895 gab es in Deutschland 28 Städte mit mehr als 100 OOO deren 33. Ihre tonne. Die Furcht der Beseitigung der Kirche durch, die Verstaatlichung teile er absolut nicht. Die Einwendungen, das Land könne die Kosten nicht erschwingen, die ärmeren Gemeinden würden geschädigt, könne er nicht beachten. Denn das Unrecht solle beseitigt werden, daß mau einen Teil des Landes in feinen Leistungen für Schulen unterstütze, während man den größten Teil stärker belaste. Die Uebernahme von 7 Millionen könne er nicht finden. Nur eine Verschiebung der Ausgaben auf die steuerkräftigen Schultern finde statt. Er sehe eine Einschränkung — und zwar eine schmerzliche — des elterlichen Erziehungsrechtes gerade darin, daß die große Masse nicht in der Lage fei, ihren Kindern die Erziehung zu geben, die sie geben möchten. Ein tyrannischer Zwang liege im Antrag nicht. Er wünsche Teilung des Ulrichschen Antraas, andernfalls stimme er auch für den ganzen Antrag, um seiner Urber- zengung von der Notwendigkeit der Reform des Schulwesens Ausdruck zu geben. Abg. Ulrich hat den Antrag in drei Teile zerlegt. Gewundert habe ihn die Behauptung vom Regierungstisch, daß es sich um große sozialdemokratische Zukunftsideen handle. Das Wort „obligatorisch" scheine dort ent- setzlich zu sein. Man habe den allgemeinen Militärzwang, die Kosten trage der Staat, man habe den Volksschulzwgng (Zuruf vom Regierungstisch: Nein!), auch wenn man es zehnmal mit Kanteten himvegdisputieren möchte, und der Staat fei auch hier verpflichtet, die Kosten zu tragen. Eine Schulorganifation, wie man sie wolle, brauche Zeit. Niemand habe von feiner Partei auf sofortige Verwirklichung gerechnet. Vom Fühlen und Denken des Volkes verstünden die recht wenig, die die akademische Laufbahn ergriffen hätten. Mit den Kindern der Armen sollten die Kinder der Reichen fernen spielen und ihr Brot teilen, damit ihnen ein Begriff unserer sozialen Verhältnisse beigebracht würde, den sie mit ins Leben hinausneymen sollten. Abg. Gras D r i 01 a konstatiert, daß die nationallibe- ra(e Partei in ihrer großen Mehrheit für die Uebernahme der persönlichen Kosten der Volksschule auf den Staat stets eingetreten fei. Wenn man der Regierung, wie er ;eßt üüs der Aeußerung des Vorredners entnehme, die nötige Zeit für Erledigung der Wünsche der Kammer lassen wolle, so möge man ihr auch Zelt lassen, das für die Beurteilung der Folgen des Antrags unbedingt notwendige Material zu beschaffen. Er teile im allgemeinen den Standpunkt des Abg. Backes. Jeder Lckcmd solle die Möglichkeit haben, seine Bildung zu erweitern, soweit e£ für den Stand nützlich sei. Halbbildung sei das ^Schlimmste. Die beste Bildung sei die in sich abgeschlossene, uni) diese werde sich in ihren einzelnen Teilen zu richten haben nach Beruf und Lebenszweck des einzelnen Burgers. Abg. Wolf schreckt nicht vor der obligatorischen Einheitsschule zurück. Der Antrag Ulrich verquicke vieles, das er nicht billige. Er werde sich der Abstimmung daher enthalten. Abg. Seelinger wird sich freuen, wenn durch die Uebernahme der Volksschullasten auf den Staat die bestehende Ungerechtigkeit in der Belastung der Gemeinden aufhört. Abg. Brauer stimmt dem Vorredner zu und schlägt vor, aus den Steuerzähleru und 'der Einwohnerzahl die Mitte zu nehmen und demnach die Gemeinde zu belasten. Staatsminister Rothe : Die Regierung nehme keinen Anstand, zu erklären, daß sie die berührten finanziellen Erhebungen (bezüglich des Effekts der Uebernahme der Volksschullasten auf den Staat!) von neuem veranstalten und auch dem Hause von dem ErgebstLs Mitteilung machen werde. (Beifall.) Die Sitzung wird um 1 Uhr geschlossen. Drei Redner sind zum Gegenstand noch angemelde't. Nächste Sitzung: Donnerstag vormittag 9 Uhr. Die Großstädte in Deutschland. Die vorläufigen Ecgebnisie der Bolkszählung liegen jetzt für alle deutschen Großstädte, d. h. für alle Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern, vor. In folgender Zusammenstellung bringen wir die Großstädte nach der Reihenfolge, die der jetzt ermittelten Einwohnerzahl entspricht. In der zweiten Spalte geben wir die Zu- oder Abnahme seit der letzten Volkszählung im Jahre 1895 ohne Berücksichtigung der durch die mittlerweile erfolgte Einverleibung I von Vororten, weil diese sich nicht in allen Fällen sicher .«""SS1*! s ii”11,#.Lintig h°>- I leite«® '■ Drtte ü«b wirte S'S S >■6,6 W«' Äptl lunl bet Oortmunb, li*«b di- Seeüab] Älltona nicht so chM r iel bilben hier me» .»Mftrielltn EntwickelunM Sin ganz nstannu« ' bmg. das 188o erst! HSMen einnahm. I Sine auffallende Er (Großstädten feit M die Abnahme der Senol ifkit 1887 über 100000 Q i L 2 M unter den Grv 1 ü ran trägt zmWoL de tzStdustrie. Hamburg hat seit 1895 glerchfalls stärker nommen als im Jahrfünft vorher, wo namentlichdl y ' auf die Entwickelung hemmend einwirkte. Die Stao w allerseits aus dem engen Staatsgebiet hinaus un t ßisches Gebiet hinein. Mit feinen Vororten, die j q1 die Elbinseln bis nach Harburg erstrecken, zahlt H bereits über eine Million Einwohner. /amfiftäbtt- Weit hinter diesen Weltstädten kommen 5 WO die in den letzten Jahrzehnten um bte höchste Anzahl ein interessantes Wettrennen mit fortwahreno -v- - .tritt deadWgmPnügt LkovstfioriM MMiü ko aliert unter den evan Mitgliebern der Landes her Zuperintendentur 2 13. WeihnachtSfeiettage »werden soll. Die Söress- „Hochzuvmhrmder! Hii) Stylen L-'lmt, in welchem Sie übet L:-trachten wir eS als eine 6' W erintendent, ben Ausdniik 1 atleit darzubringen. Wir «vangelischen Landeskirche bis str derselben Recht unb Eichen Ihnen dankbar t Mhgftit und Weisheit, wie «mJh“6?”188 Spaltet 1 £^M«en Sorgefetteti ”5 u;b Wänglitfeit < aHe; Dekane und Q tue fito 5js,>*Ä i F"SÄ,n LsS ÄÄ uh»; < b N i ks-KZ F'A’frÄ U“i«. »>««. »»» te**»«', ÄH T 1 n n / schien er am Kalodon, um durch das Basuto I ■■■ । ~ ■ ....... ■ , , n™- ■■»<■■■ । ffiJ land in die Kapkolonie einzudringen. Seit dieser Zeit und wenn nicht bedeutende englische Streitkräfte ben kämpft Dewet mit Truppen des Generals Knox; der Kampf Burenführer zum Rückzüge zwingen, dürfte er in h nächsten Tagen in die Kapkolonie einfallen. Einwohnern, in diese! m Jahre giebt eS" Reihenfolge ist: 1. Berlin 1. Dzbr. 1900 1 884 345 + 207 041 2. Hamburg 704 699 + 79117 3. München * 498 503 + 91329 4. Leipzig 455 089 + 55126 5. BreSlau * 422 415 + 49 275 6 Dresden * 395 349 4- 58 909 7. Köln 370685 4- 49 121 8. Frankfurt a.M. * 287 813 + 58534 9. Nürnberg * 260 743 + 98363 10. Hannover 234 986 + 25451 11. Maadedurg 229 73S 4- 15 308 12. Düsseldorf 212 940 + 36 964 13. Stettin * 209 988 + 69 284 14. Chemnitz * 206 484 + 45 567 15. Cbarlottenburg 189 300 + 56 923 16. Königsberg 187 186 + 14 390 17. Stuttgart 176 318 + 17 997 18. Altona 160885 + 11941 19. Bremen 160 823 + 18929 20. Halle * 166 316 + 40 327 21. Elberfeld 156503 + 17166 22. Straßburg 150 268 + 14 660 23. Dortmund 142 418 + 31168 • 24. Barmen 141435 + 14 443 25. Mannheim * 140 387 + 49 710 26 Danzig 138103 + 12 503 27. Aachen * 135 287 + 24 798 28. Braunschweig 126052 + 10 914 29. Essen 118 817 + 22 690 30. Posen * 116151 + 42912 31. Kiel * 107 071 + 21405 32. Kreield 106877 — 358 33. Kassel * 105 455 + 23 703- H l p 6 V./1 s ir 1345 + 207011 58909 /Mbfl »S 79117 91329 55126 49275 17166 14660 31168 14413 49710 12 503 24798 10914 22690 42 912 21405 358 2370? SM 14. A 56 923 11L:- 14LV OM 17 Nl 11911 Ü.M 18929 40 327 » W 21A- LW 23.1c O 25. f 26. 27. 28. ÄA ■¥ M + 186 + 318 + 1885 + 823 + 316 + 503 + 268 + 418 + 135 + 387 + 103 + $87 + 62 + 117 + ,51 + )71 + 177- 65 + Äfr !zbr. 100 tfien die Städte, kj: )unö^n berinflch wr ew Namen eine»' j,, n V bei einige» tzb mverleib/e Gebiets >nzP K 1895 j.r um 31 000, Pssn, nffurt und Sache». höher einsehen. Städte mit mehr ahre giebt e^btra engli^e Streitkräfte1 e Mgtn, dürfte - olonte einfallen. . VevölleE 'kE Brojent bW 1 b"ffi iss* tfSjs ,i>S!k-rMS«°b«°h äfS«N „--r in 6e,p anb IWU*1 t ««•/ii W11' «SS r1 4699 + 1503 + >089 + >415 + ) 349 + )685 T Air alle: Dekane und Geistliche der drei Provinzen, wie Mit- glifl+rt der evangelischen Landessynode wissen uns eins in der dankbaren AnurÄmung Ihrer sätherigen Wirksamkeit, wie in dem herzlichen Wunsch, •Sold möge Ihnen neue Wege weisen, um in alter Treue sein Reich zu ''Quito und unserer evangelischen Kirche zu dienen. Dazu wolle er Jhrhsr noch viele Jahre die Kraft erhalten und die Freudigkeit schenken." Nan schreibt UNS dazu: In dieser Adresse ist nur der allhMinen Thätigkeit und des treuen Wirkens des Su- peW-lm denken Waas gedacht, mit keinem Wort aber des afttuiflen Falles, seines ManneSmuteS gegenüber der von der» »bersten Kirchenbehörde angeordneten Verlegung des Toüirseftes, gegen die er mit einer solchen Entschiedenheit unhb Festigkeit aufgetreten ist, daß er lieber sein Amt ausgab, aläti Uvas mitzumachen, dessen Verantwortung er nicht über- netM» konnte. Wie seinerzeit sämtliche evangelischen Giüoeinden des Landes von der Erlaubnis des Ober- Ko nßoTiumS Gebrauch machten, die Feier des Totenfestes arm letzten Sonntage im Kirchenjahr beibehalten zu dülchn, also nirgends im ganzen Gebiet der evangelischen La^uteSkirche das Totenfest verlegt wurde — ein gewiß ei NW dastehender Fall, daß überall die Ausnahme, «irtgendÄ aber die Regel angewandt wurde — so ist auch getewj, daß sämtliche evangelische Geistliche sich an der Adilnssr beteiligen werden. Die Ueberreichung der Adresse wind dem Superintendenten Waas die Genugthuung bereiten, bal4 Fejftigkeil in der Ueberzeugung noch bie gebührende Sh»- im Land^ findet. •* Ein Aufruf zur Gründung eines hessischen Lehrer- Tuikmriius ergeht zurzeit an die Lehrer des Landes. In dem missten deutschen Staaten bestehen bereits solche Vereine, biet mit: großem Erfolge thätig sind. Gelegentlich eines BvistuhS der Mannheimer Volksschulen erfuhr man, daß in Baldm ein solcher Verein besteht. Man wählte nun auch in i unserem Lande einen Ausschuß, der dieser Tage den Amfrus an alle Lehrer an Volksschulen und den höheren Le5tzi°nfüalten erließ. Daß eine solche Vereinigung sehr viefi juc Pflege und Förderung des Schulturnens und der Dcish'ptiele beitragen kann, dürfte niemand bezweifeln. Unter betä Meilen der freien Ledrervereinigungen findet sich nur sel.'is» tiin Thema aus dem Gebiete des Schulturnens, und aun ti»r:r geeigneten Gelegenheit für Lehrer, die eigne £urn* fewi^iht zu erhalten, fehlt es ganz. Demgemäß soll die ge^fhe.t Bereinigung folgende Hauptziele verfolgen: 1. Gegen« me.fil veranstaltet haben, wobei die Eingemeindungen die gri s'ji!Rolle spielten. Am radikalsten geht hierbei München vorn.. Haum zählt ein benachbartes Dorf wenige Tausend VeHmhuer, so wird es verschluckt. Würde Dresden, das eiireiti)r reich mit Städten und großen Dorfschaften besetzte nä’>f Umgebung hat, das Beispiel Münchens nachahmen, so o»nrbE es letzterem zugleich seine Stelle als drittgrößte SVA Ftreitig machen. Dasselbe ist von Leipzig zu sag«, vor dessen Grenzen trotz der starken Eingemeindungen EmA der achtziger Jahre noch manche starkbewohnte Ortschaften liegen, Breslau hat trotz Eingemeindung zweier OiztiiDiit 5100 Einwohnern nicht den Zuwachs wie Köln zu» mzmchnen und wird in absehbarer Zeit seinen Platz als !-v«ilgrößte Stadt Preußens an Köln abtreten müssen, zu- iiail trenn dieses Kalk mit jetzt 20500 Einwohnern und - iMjkhi auch Mülheim'mit 45000 Einwohnern eingemeinden ' olüt. Frankfurt a. M. hat drei Vororte mit 10300 Ei-nvchiern sich einverleibt; ohne diese würde es nur um 16L6 Prozent zugenommen haben. Das Emporschnellen ^tirnbergg ist hauptsächlich durch die Eingemeindung vorn 14 Vororten zu erklären. Hannover würde unter Himzurechnung der Nachbarstadt Linden mit 50704 Ein- wli«lh»crr und des Vorortes Döhren mit 5186 Einwohnern aan Fra» kfurts Stelle aufrücken. Boni den weiteren Großstädten ist namentlich das Wachs- luimi dev Industriestädte wie Düsseldorf, Chemnitz, D^rtiri und, Mannheim und Essen bemerkenswert, wÄIjrend die Seestädte Königsberg, Danzig und i'Jtonc nicht so schnell vorankommen. Stettin und Ki il bilden hier eine Ausnahme wegen ihrer starken inkünistrilllen Entwickelung. Ein ganz erstaunliches Anwachsen zeigt Charlotten- l i kg, das 1885 erst den 51. Platz unter den deutschen SMlen einnahm. Eine auffallende Erscheinung, die bei den deutschen GLWvten seit Jahrzehnten nicht konstatiert worden ist, ist« die i bnahme der Bevölkerung von Krefeld, das bereits ' ei v 1887 über lOOOOO Einwohner zählt und damals den 231 Platz unter den Großstädten inne hatte. Die Schuld bar® trägt zweifellos ber allgemeine Rückgang ber Textil- Jr-Wri-e. Aus Stadt und Land. (Ztzuichnßen über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut honoriert.) Gießen, 20. Dezember 1900. -o- Superintendent Waas. Zur Ehrung des wegen dkD beabsichtigten Verlegung des Totenfestes aus dem Ober- Kc:»fifio»ium ausgeschiedenen Superintendenten Waas zir- fahieiit mnter den evangelischen Geistlichen und weltlichen MAlgliedoern der Landessynode eine von sämtlichen Dekanen beic Superintenbentur Darmstadt verfaßte Abresse, die am 3.: Feikhnachtsfeiertage durch eine Deputation überreicht meidm soll. Die Adresse hat folgenden Wortlaut: „Hochzuverehrender Herr Oberkonsistorialrat! Hochwürdigster Herr Superintendent! Aadh Ihrem Scheiden aus dem hohen und verantwortungsvollen An Jtt, in welchem Sie über 6 Jahre '.n reichem Segen gewirkt haben, betftlen wir es als eine Ehrenpflicht, Ihnen, hochverehrter Herr Su- pernci-iibsnt, den Ausdruck unserer fortdauernden Verehrung und Dank« baml-'ai d»rzubringen. Wir werden nie vergessen, was Sie unserer evaMjilischen Landeskirche bis dahin gewesen, wie Sie allezeit fest und trerj.flr derselben Recht unb Pflicht, Art und Ordnung eingetreten sind. Wia Unt en Ihnen dankbar verbunden in der Erinnerung an die Gere chchMit und Weisheit, wie an die Güte und Freundlichkeit, womit SÜ-i Zfrees Amtes gewaltet haben, insbesondere auch all' denjenigen Äitj deren Vorgesetzter und Führer Sie seither waren, und deren tu und Anhänglichkeit Ihnen für immer bleiben werden. 4915 <• Köln. 813+ 58* 8.Wr )743 + M 4986+ 25451 'X + 15303 11 Tn W + A6964 12. A & + \3. .v- fi A s II j & , feitige Anregung zur Förberung bes Schulturnens und bet Bolksspiele, sowie Vermittlung aller auf diesem Gebiete sich gdtcnb machenden Fortschritte; 2. Erhaltung und Erhöhung ber eignen Turnfertigkeit; 3. Teilnahme an den Bestrebungen ber deutschen Turnlehrerschaft. Der Aufruf richtet an alle Lehrer, besonberS an solche, die bereits Turnkursen beiwohnten, die Bitte, an ber Samstag den 29. Dezember, vormittags 11 Uhr, zu Fr ankfurt a. M. tagenden konstituierenden, Versammlung teilzunehmen, wobei die Gründung entgiltig beschlossen werden soll. Landes- turninspektor Schmuck, der der Sache sympathisch gegenüber steht, wird der Versammlung beiwohnen. k- Der hiesige Stenographenverein „Stolze-Schrey" feierte dieser Tage bei Konzert und Tanz sein 7. Stiftungsfest in Steins Saalbau. Auch theatralische Sachen kamen zur Aufführung, von denen besonders das humorvolle Soldatenstück „Die Herren Offiziersburschen", sowie der Schwank: „Die eroberte Schwiegermutter" durch ihren gesunden Witz gefielen. -1- Lollar, 20. Dezember. Die hiesige freiwillige Feuerwehr feiert im Jahre 1901 ihr 25. Stiftungsfest. Von dem Geiste, der in der Feuerwehr herrscht, möge die Thatsache reden, daß von den Mitbegründern des Korps noch einige 30 aktiv sind, bie demnach mit bem vom Groß- Herzog gestifteten Ehrenzeichen dekoriert werben. Fe. Schadcck a. b. Lahn, 18. Dezember. Ein Akt ländlicher Lynchjustiz hat sich vor einigen Tagen in der Nähe des hiesigen Bahnhofs abgespielt. Ein junges Mädchen von hier, das auf.ber Finstermühle bei Schupach im Dienst steht, unterhielt dort seit längerer Zeit mit einem Knecht ein zartes Verhältnis. Dieser wenig fromme Knecht war aber verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Da alle Ermahnungen und Bemühungen, das Verhältnis zu lösen, nichts fruchteten, beschloß der Bruder des Mädchens, ein Radikalmittel anzuwenden. Als das verliebte Pärchen an einem Abend der vorigen Woche bei Mondenschein lustwandelte, wurde ber Liebe seliger Lust auf einmal ein jähes Enbe bereitet. Aus des Waldes düstern Gründen brach ber Bruder mit einigen Helfershelfern hervor, alle mit mächtigen Prügeln bewehrt, und bie Unholbe bearbeiteten bem Selabon bie Kehrseite so nachbrücklich, baß ihm der „verliebte Wahn" wohl für einige Zeit vergangen fein dürfte. Auch bie holbe Dienstmaid^ bekam einige Treffer. Der Vorfall wurde zur gerichtlichen Anzeige gebracht. Wetzlar, 19. Dezember. Die neue Handelskammer für den Kreis Wetzlar wählte in den Bezirkseisenbahnrat zu Frankfurt ihren Vorsitzenden Generaldirektor bei Buberus'- schen Eisenwerke Kaiser unb als feinen Stellvertreter Fabrikant A. Neumann in Niedergirmes b. Wetzlar. Die Handelskammer hat an den Oberpräsidenten das Ersuchen gerichtet, auch im Bezirkseisenbahnrat zu Köln vertreten fein zu dürfen, da für ihre Interessen dieser Bezirk ebenso in Frage käme, wie ber Frankfurter. -k- Mainz, 19. Dezember. Hier macht sich immermehr bie Arbeitslosigkeit bemerkbar und übt auch ihre Wirkung auf das städtische Arbeitsamt aus, indem bie Zahl ber Stellenfuchenben von Tag zu Tag bedeutend anwächst. Alle Branchen-Arbeiter sind unter den Arbeitsuchenden vertreten unb selbst länbliche Arbeiter, an benen noch nach dem Herbste großer Mangel war, bieten ihre Dienste an. — Bei ber heule begonnenen Ziehung ber Hessischen Landeslotterie fiel ein Gewinn von Mk. 200000 in eine hiesige Kollekte. Das Glücksnummer ist in Zehntel geteilt unb die zehn Gewinner sind sämtlich ganz unbemittelte Leute. hh. Mainz. 19. Dezember. Der Vorstand der Handwerkskammer trat am 17. b. Mts. hier zu einer Sitzung zusammen, ber auch ber Kommissar ber Kammer, Regierungs- rat Dr. Ufinger ans Darmstabt beiwohnte. Nach einem kurzen Referat über bie seitherige Thätigkeit bes VorsianbeS betonte ber Vorsitzenbe, baß es zweckmäßig sei, von ben wichtigeren Fragen, mit benen bie Kammer beschäftigt fei, ben Mitgliebern jeweils Kenntnis zu geben, um biefe auf bem ßaufenben zu erhalten. Sobann folgte eine eingehenbe Besprechung über bie Zuziehung von Haus- gemerbetreibenben zu Innungen. Ein weiterer Punkt ber Tagesorbnung, bie Unterrichtszeit in ber Fort- bilbungsschule gab ebenfalls Veranlassung zu ausführlicher Debatte. Aus ber reichhaltigen Tagesorbnung erwähnen wir noch besonberS bie Verhanblungen über bie Gründung von Rohstoff rc. Genossenschaften im Handwerk, Regelung des Lehrlingswefens, Regelung ber persönlichen Ausgaben und Besprechung über 6ie für Ende Januar in Aussicht genommene 3. Plenarversammlung ber Kammer. •* Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Karl Vorbachs Walzmühle in Okarben hat nicht gebrannt, fonbern nur in der Getreideputzerei war ein kleines Schadenfeuerentstanden, dasaberschnellbewälrigtwar, sodaß der Betrieb in der Mühle gar nicht unb in ber Putzerei nur brei Tage gestört war. — In Darmstadt ist der Sozialist Adam Weber, Orts-Krankenkassen-Beamter, verstorben. Universität und Hochschule. — Man schreibt aus Tübingen: Der o. Professor Dr.Friedrich p. Thudichum an der juristischen Fakultät der hiesigen Hochschule ist tn ben Ruhestand getreten. Thudichum ist 1831 zu Büdingen in Ober- Men geboren und begann seine akademische Laufbahn als Privatdozent wirkte er in Tübingen als a.-o. und und seit m;7° °-^ofeffor der Rechte. - Aus Straßburg wird geschrieben- ®ie aus hiesigen Unversitätskressen verlautet, ist zum Nachfolger des Physiologen Goltz, der tm Laufe dieses Semesters in den Ruhestand j"ten will, dessen langjähriger Assistent und gegenwärtiger Stellvertreter, ber a,o. Professor Dr I. R. Ewald ausersehen. Dr. Ewald gehört de" Lehrkörper der Straßburger Universität schon seit 1883 an, seit 1886 als a.-o. Professor. — In Jena wurden der Neubau ber medizmischen Polrklmrk und die neuen Räume der Ohrenklinik in W"se ihrer Bestimmung übergeben. - Dr. Heinrich Kraeger, Bt8 vor furjem Privatdozent für Litteraturgeschichte an den beiden Hochschulen in Zürich, ist als Lektor des Deusschen für Ausländer an die Universität Berlin berufen worden. — Bei der medizinischen Fakultät der Berliner Universität sind als Privatdozenten zugelaffen worden: Dr. Karl Bruhns, Assistent an ber Charitoklinik für Hautkrankheiten, für das Fach der Haulleiden, Dr. Felix Klemperer, früher Privatdozent der Universität Straßburg, für innere Medizin, und Dr. Georg Wetzel, Assistent an der biologisch-anatomischen Universitätsanstalt, für Anatomie. — An Stelle des Oberstabsarztes Dr. Kohlsrock, der zur Zeit in China thätig ist, wurde Dr. Friedrich Plehn, Regierungsarzt bei der Zentralverwaltung für Deutsch Ostafrika in Daressalaam, der auf Heimatsurlflub in Berlin weilt, mit dem Unterricht in der Tropen- Hygiene beim Seminar für orientalische Sprachen betraut. — Im Hör- faal der Ber liner Universitäts-Augenklinik sind die Büsten von A. v Graefe und K. Schweigger ausgestellt worden. — An der Universität Bern befinden sich unter den 1111 immatrikulierten Studenten dieses Semesters 301 Frauen, davon 12 aus Deutschland. Gerichtssaat. L.L. Gießer», 18. Dezember. Die Strafkammer verhandelte zunächst gegen den mehrfach vorbestraften Maler Albert Brunner aus Peterzell (Kanton St. Gallen), der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet w?gen Diebstahls, Betrugs im wiederholten Rückfall und Be- trugsversuchs. Der Angeklagte wird beschuldigt, im Oktober d. I. in Gießen sich einen Schirm rechtswidrig angeeignet, einen Wirt um die Zeche im Betrag von etwa 2 Mk. geprellt und einem anderen gegenüber eine Zechprellerei versucht, im letzten Augenblick aber bezahlt zu haben. Es wird wegen der beiden erstgenannten Delikte, unter Zubilligung mildernder Umstände, auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 4 Monaten 2 Wochen erkannt; des Betrugsversuchs wurde er nicht überführt. — Wegen schwerer Beleidigung, Betrugs und Körperverletzung war gegen den Taglöhner Hch. Krug von Erbenhausen, z. Z. in Untersuchungshaft, durch Urteil des Schöff ngerichts Homberg auf eine GefamtgesängniS- strafe von 4 Monaten abzüglich eines Monats der erlittenen Untersuchungshaft erkannt worden. Die von ihm eingelegte Berufung war insofern von Erfolg, als die Kammer durch die Beweisführung schwere Beleidigung nicht nachgewiesen fand und deshalb nach dieser Richtung auf Freisprechung erkannt wurde. Für die ihm weiter zur Last gelegten Delikte erkennt das Gericht auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 7 Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt. — Demnächst wird in die Strafsache gegen den hier wohnhaften 14jährigen Tagelöhner Wilh. Krauskopf wegen Versuchs des schweren Diebstahls eingetreten. Um sich eine Taube anzueignen, war Kr. am 15. September nachmittags in ben zum Haufe Westanlage 46 gehörigen Garten eingedrungen und zwar benutzte er zu diesem Zweck den Weg, der durch eine Lücke des Stakets führte. An ber das im Garten stehende Taubenhaus abschließenden Umfriedigung legte er gewaltsame Hand an, wurde aber von dem Dienstmädchen des Taubeneigentümers verjagt. Auf Veranlassung des Besitzers des Taubenhauses wurde noch an demselben Abend die Lücke im Gartenstaket durch Ausnagelung neuer Latten beseitigt. Das betrachtete indessen am anderen Tage der Angeklagte nicht als ein Hindernis, das ihm den Garten versperren sollte, sondern er ging soweit, die ihm als Hindernis begegnenden Latten am hellen Sonntagnachmittag gewaltsam zu entfernen unb in ben Garten einzudringen, wo er zunächst an verschiebenen Rosen feine Zerstörungswut ausließ unb sich alsbann von neuem an ber Umfriedigung des Taubenhauses zu schaffen machte. Nahezu wäre er hierbei von dem Eigentümer auf frischerThat ertappt und dingfest gemacht worden, doch fand er es für angezeigt, fein Heil rechtzeitig in der Flucht zu suchen. Es wurde Strafantrag wegen Versuchs des schweren Diebstahls gestellt und das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen. — Als Berufimgsinstanz verhandelte die Kammer gegen den hiesigen Tagelöhner Heinrich Jung, der vom Schöffengericht Gießen laut Urteil vom 16. November — wie s. Zt. berichtet — wegen Bedrohung, Sachbeschädigung bezw. groben Unfugs in eine Gefängnisstrafe von 6 Wochen rc. genommen worden war. Die Berufung wird zwar hinsichtlich des Strafmaßes von der Kammer verworfen, doch erkennt diese insofern zu gunften des Angeklagten, als sie die über ihn verhängte Strafe durch die Untersuchungshaft als verbüßt erklärt. — Der Bierkutscher Heinrich Heckroth erhält wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe von 25 Mk, weil er am 18. September unter Außerachtlassung ber erforderlichen Vorsichtsmaßregeln auf der Ortsstraße zu Großen-Linden ein 4jähriges Kind durch Uebersahren an der Gesundheit geschädigt hatte. Daß die Verletzung nur leicht war unb ber Angeklagte währenb bes Fahrens burch ben Ort langsamen Schritt eingehalten hat, würbe bei Ausmessung ber Strafe als strafmilbernb in Berücksichtigung gezogen.__ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Ketritbskinnahnie« der prkußisch-HMchen Ztaatsbahnk« nach dem Stande am Ende des Monats Oktober 1900. Rechnungsjahr BetrievL- 'änge am Ende dee Monats Oktober km Personen- und Gepäckverkehr v* Güterverkehr v* Sonstige Einnahmen Summe aller Einnahmen 1900 Gegen 1899 Di 30609,51 Einnahmen 32017000 betrugen im 86649000 Monat yklober: 77800001 126446000 + 418,53 + 1467,000 + 5421000 + 240000 + 7128000 1900 Vom Begi 258570000 in deS Rechn 544166000 ungsjahred 48976000 851712000 Gegen 1899 _ + 20149000 + 36378000 + 341000 + 56868000 Ergibt eine Steigerung — + 8,45% + 7,16% — — Donnerstag, Sonntag 11", 780, Freitag, Montag 3«. Mittwoch, Samstag IO00, Donnerstag, Sonntag 8»o, an Berlin (Friedrichstraße) an London (über Ostende) ab London (über Ostende) an Berlin (Friedrichstraße) an Petersburg Der „Nord'Expreß" verkehrt unb Ostende. — St. Petersburg-London über Ostende-Dover. Der Nord-Expreß" verkehrt seit dem 21. November l. I. nur mehr zwei- Freitag, Montag nach wie vor täglich zwischen Berlin mal wöchentlich zwischen Berlin unb Petersburg. Jnfolgebessen würbe bet Fahrplan für bie birelten Verbinbungen zwischen Petersburg unb Lonbon über Ostenbe wie folgt geänbett: Ab Petersburg Mittwoch, Samstag 6°o, Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 19. Dezember 1900. „Der von ber Klinikstraßenbrücke bis an ben Kleinlinbener Viabukt gelegene, sogen. Mittelweg ist vor längerer Zeit verloren gegangen. Der rebliche Finder wird höflichst ersucht, diesen Weg in einem etwas besser gangbaren Zustand zurück erstatten zu wollen, da sonst bie Anlieger dieses Weges mit Stelzen und Wasserstiefeln ausgerüstet werden müssen. x- <1 9 । V erlobunga-^V ermählungs- AU i a u* ttarlvn von den billig- J® \ W J HIII w ß sten bis zu den feinsten empfiehlt die Brühl’sche Universitäts-Buch- u. Steindruckerei. WWMWD WW >5 8007 Wiener. Der Vorstand 8214 br.r VW5»'M Doering. 7813 verehr!. Damen bestens empfohlen. 7493 8211 Der Vorstand. 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