Umlegen der in Betracht kommenden Plätze Aenderung geschaffen werden kann. Von der gestrigen Aufführung dürfen wir ohne Bedenken bekennen, daß sie zu den schönsten gehört, die ter akademische Gesangverein und die verstärkte Regimentsmusik geboten haben, seit sie unter Trautmanns belebender Leitung stehen. Wir haben schon wiederholt die großen Verdienste betont, die sich unser geschätzter Universitätsmusikdirektor um die Hebung des akademischen Gesangvereins erworben hat, und berichten auch heute wieder gern, daß seine großen Bemühungen um die gute Sache schönen Lohn gefunden haben um so mehr, als die geradezu glänzenden akustischen Verhältnisse unserer Stadtkirche alles in einer Weise zur Geltung kommen ließen, wie wir sie leider seit Jahren nicht mehr gewöhnt waren. Es dürfte thatsächlich nicht viele Kirchen geben, deren Akustik sich für d:e Aufführung geistlicher Oratorien in so hervorragendem Maße eignet, wie unsere Stadtkirche, und wir sprechen die Hoffnung aus, daß die Schwierigkeiten, welche sich derartigen Aufführungen hindernd in den Weg gestellt hatten, nunmehr für alle Zeiten beseitigt sein mögen! Mit den vorzüglichen Leistungen des Chors und des Orchesters, standen die Darbietungen der Solisten rm Allgemeinen auf gleicher Höhe. Die Damen Staege- mauu (Sopran) und Stapelfeldt (Alt) erwiesen sich als Sängerinnen von hoher künstlerischer Begabung, die den Ansprüchen, welche ihre Partieen an sie stellten, mit großem Eifer gerecht zu werden sich bemühten. Fräulein Stapelfeldt dürfte gestern diejenige gewesen sein, deren Leistung die größte Anerkennung von den beiden Damen gefunden hat, denn Tonbildung, Textaussprache und Auf- faffung zeigten sich bei ihr aus einer Höhe der Vollendung die kaum einen Wunsch offen ließ. Auch Fräulein Staege- mann leistete technisch Vorzügliches, vermochte aber in der Auffassung unseres Erachtens nicht immer das zu erreichen, was einer völlig einwandfreien Wiedergabe der Partie nicht fehlen dürfte. Die Herren Di er ich und Leime r, welche die Soli für Tenor und Baß übernommen hatten, zeigten sich in jeder Beziehung als würdige Vertreter ihrer Partieen. Herr Dierich war in Gießen bisher nicht bekannt, doch ging ihm ein so vorzüglicher Ruf voraus, daß man nur eine hervorragende Leistung von ihm erwarten durfte. Daß er diese Erwartung nicht getäuscht hat, hat das gestrige Konzert in schönster Weise bewiesen, denn er zeigte sich stets auf einer Höhe der Vollkommenheit, die seinen jüngeren Kollegen nur als leuchtendes Beispiel gelten kann. Ihm stand würdig zur Seite Herr August Leimer, ter in Gießen kein Fremdling mehr ist und in der gestrigen Wiedergabe der Baßpartie den Beweis erbracht hat, daß sein Streben nach Vollendung in jeder Beziehung von Erfolg gekrönt ist. Nicht unerwähnt darf an dieser Stelle tee Durchführung der Orgelpartie bleiben, die Herr Otto Görlach mit gewohnter Meisterschaft ausführte und mit der er ein wesentliches Verdienst am guten Gelingen des Ganzen erworben hat. Wenn die gestrige Aufführung in Folge des großen Umfanges des Werkes auch nicht frei von Streichungen blieb, so kann das keinen Vorwand zu Ausstellungen geben, denn alles, was geboten wurde, war so vorzüglich, daß es den höchsten Anforderungen gerecht wurde. Wir möchten daher den heutigen Bericht nicht ohne die Bemerkung schließen, daß das gestrige Konzert eine wirkliche musikalische Großthat war, die sämtlichen Beteiligten zur Ehre gereicht. d ein Bote gesucht Forderung der ©teienet i h dort. Ml* 'f"r Gießen gesucht bei re Engen |ini» ju tiiitn rtM Mei Blattes unltt. *806] JvWtz tzn,! ucht. eettnn l 50] Wegen Laheit ibdjens sucbe ich für J: sang Februar ein BF* braves Märt- Frau Aanstlmer, fr Unterlid illl MO eile Damen und W K. * Tkltersveg- raufmarm, 24 I. d-r- fioloniab, Eisen- u.8s . und sp. imÄoIoWyiine- tig war, aut lernse Stellung adt. Prima M Offerten^» V’i »ebiüon Ni MtrUü täglich em, iutnafrmt M Anteil. kii Gießener ettn Anzeiger MM mit „Hess. C’tfpbi i* u. „Blätter H FclUfunbe* 1M41 ■'.«wd Ireifelegt. Erstes Blatt Neitag den 2l. Dezember 150. Jahrgang LÄ-OG Gießener Anzeiger ZLezngspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn: durch die Abiwlestellne vicrletjährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2]40 vicrteijährfr mit Bestellgeld. ton Ln zeigen zu der uachmntag« für den erscheinenden Rümmer big vocm. 10 Uhr. Uhhrstcllungen spätestens «drnds vorher. Heneral-UHeiger Ave Anzeigen-ÄermittlungSstellen deS In- und AuSlandeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfs- Amts- unb AirZeigeblKtt fite den ICrete Gieszen. w“'. ■ —-» 'n««—■ ,ii"i ■" 1 M ----— - > — ■ IkHiiton, Cpebitwn und Druckerei: Grattsdeilages: Gießener FamürenvlAter, Ker hessische Landwirt, Sdreffe für Depeschen: Anzeiger KieMa. 7. I DlStter Mr hessische NaiKsKunde. ! ^.m. Amtlicher EeU. Gießen, den 18. Dezember 1900. B 8etr.: Die Einrichtung der Arbeitsbücher. DiS Großherzogliche Kreisamt Gießen »»«Aroßh. Polizeiamt Gieße» und die Großh. WkiirgermeistereieuderLaudgemeiudeud^SKreiseS. Durch das Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetz- juief urib durch die Novelle zur Gewerbeordnung vom 3GL fluni l. IS. haben die auf die Arbeitsbücher sich be- VeiSjtnbcrt Bestimmungen eine veränderte Fassung erhalten, »'Ltlche e inige formelle Aenderungen in der Einrichtung der AMitSkücher erforderlich machte. Einer weiteren Verwen- dmrig bre bereits an die Arbeiter ausgegebenen Exemplare stvtzkn Bedenken nicht entgegen, dagegen dürfen neue Ar- beiWvcher nur nach dem neuen Formular zur Ausgabe geij«angeir. Der Neudruck ist vom 1. Januar k. IS. an vom der Brill'schen Druckerei in Darmstadt zu beziehen. von Bechtold. Gießen, den 8. Dezember 1900. B^rtr.: Die Regelung deS Lehrlingswesens, hier Ermittelung der Personen deS Handwerkerstandes, welchen die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen sind. Ms Großherzogliche Kreisamt Gießen i,mdas Großh.Polizeiamt Gieße« und die Großher- - gliche» Bürgermeistereien der Landgemeinde« des Kreises. Sie wollen ein Verzeichnis der Personen, welchen zur- ;a'hH bie bürgerlichen Ehrenrechte entzogen sind, nach dem : aiGchenden Muster aufstellen, und bis zum 5. Januar am ins einsenden. v. Bechtold. Verzeichnis der Personen, welchen die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen sind. O üfe Vor- und fc. Zuname Gewerbe Wohnort Strafe Ende des Ehrverlustes Bemerkungen Bekanntmachung. Am Sonntag, 30. Dezember, 3y2 Uhr nachmittags wird der Großh. Direktor Herr Dr. v. Peter von Friedberg in der Wirtschaft von Stein am Bahnhof zu Lich einen Vortrag über Feldbereinigung halten. Ich lade dazu jedermann, der sich dafür interessiert, freundlichst ein und bitte die Herren Bürgermeister von Lich und den Nachbarorten um ortsübliche Bekanntmachung. Gießen, den 18. Dezember 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins, von Bechtold. Die Strandung der „Gneisenau. Kapitänleutnant Werner meldet aus Malaga: ES stellt sich heraus, daß außer den bisher als vermißt Gemeldeten noch die Schiffsjungen Pramschiefer und Ludes vermißt werden. Schwer verletzt sind: der Matrose Pagel (Lungenentzündung), der Schiffsjunge Hoeck (Gehirnerschütterung) und der Schiffsjunge Gel ha ar (Kopfwunde). Ihr Zustand wird aber als nicht lebensgefährlich bezeichnet. Nach einer Meldung aus Madrid fand am Mittwoch bie Beerdigung des Kapitäns Kretschmann mit allen militärischen Ehren statt, die vom Estremadura- Regiment erwiesen wurden. Die Behörden, alle dienstfreien Militärs, das Offizierkorps des englischen Kreuzers „Black" und des von Malaga abgegangenen zweiten Kreuzers, sowie die Besatzung aller Handelsschiffe wohnten der Beerdigung bei. Bis jetzt sind 200 Gegenstände an Land gespült, aber keine wetteren Leichen. DerRumpf der „Gneisenau" ist infolge des furchtbaren Wellenschlages in Stücke geborsten. — Der Madrider deutsche Militär-Attachs ist in Malaga, um den Beerdigungen der Verunglückten beizuwohnen. Das Befinden der Kranken im Hospital hat sich bedeutend gebessert. Von den beiden tätlich Verwundeten ist einer bereits außer Gefahr. Unter den heldenmütigen Rettern ist besonders zu erwähnen der Steuermann des Schiffes Amelina, der mit eigener Lebensgefahr einen Maschinisten und einen Matrosen rettete, ferner verschiedene spanische Fischer und der Kapitän des italienischen Schiffes Flavio Gioja, der in einem Boot gegen die Wogen kämpfend verschiedene Matrosen rettete, sowie ein in Malaga ansässiger Franzose, der sich ganz entkleidete, sich ins Waffer stürzte und mehrere Schiffbrüchige reitete. Dabei wurde er gegen den Felsen geschleudert und an Händen und Beinen verwundet. Für die Hilfeleistung, die der britische Admiral in Malaga den Schiffbrüchigen der „Gneisenau" zu Teil werden ließ, hat der Kaiser in einer Depesche seinen besonderen Dank ausgesprochen. Kaiser Wilhelm depeschierte dem Admiral Fisher folgendes: Mein Konsul telegraphiert, baß Sie freundlicherweise zwei Schiffe zum Beistand für unsere armen Leute in Malaga gesandt haben. Ich beeile mich, Ihnen aufrichtig zu danken. Ihre Handlvng zeigt wieder einmal, daß die Seeleute auf der ganzen Welt Kameraden sind und daß Blut dicker ist als Wasser. Die englische Botschaft in Berlin hat im Namen der Königin Viktoria dem Kaiser und der deutschen Regierung deren tiefstes Beileid ausgesprochen anläßlich des Verlustes, den die deutsche Marine durch den Untergang des Schulschiffes „Gneisenau" betroffen hat. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der Sultan, schickte einen Abgesandten zur deutschen Botschaft, ter den Ausdruck seiner Teilnahme übermittelte. Unter dem Patronat des Sultans hat sich ein Komitee gebildet, dem auch mehrere Mitglieder der deutschen Botschaft angehören, um nach dem Begram Fest zugunsten der Familien der Verunglückten der „Gneisenau" ein Konzert zu veranstalten. Das Centralkomitee der deutschen Vereine vom „Noten Kreuz trat auf Anregung des Kaisers zu einer Sitzung zusammen und beschloß die Bewilligung eines Kredits von zunächst 10 000 Mit. für Zwecke der Pflege der verwundeten und kranken Matrosen der „Gneisenau" in Malaga. Die Geldanweisung wird dem deutschen Konsul zugehen. Gleichzeitig ließ das Centralkomitee die eventuelle Entsendung deutscher Aerzte und Pflegekräfte nach Malaga im Bedarfsfälle anbieten. Zur Heimsendung der Besatzung des Schulschiffes „Gneisenau" hat der Norddeutsche Lloyd dem Reichs-Marineamte den auf der Rückreise von Ostasien begriffenen Dampfer „Hannover" zur Verfügung gestellt. Die „Hannover" soll, falls es nicht gelingt, die ihr vorauffahrende Hamburger „Andalusia" in Gibraltar anzuhaltev, durch Schleppdampfer in der Straße von Gibraltar Ordre erhalten, nach Malaga zu dampfen. » * • Telegramme deS Gießener Anzeiger-. Kiel, 20. Dezember. Auf eine von der hiesigen Handelskammer anläßlich des Unterganges der „Gneisenau" au den Kaiser gesandte BeileidSdepcsche ging folgende vom Chef des Marine-Kabinels, Frhrn. v. Sendcn- Bibran, unterzeichnete Drahtantwort ein: „Seine Majestät der Kaiser laffen der Handelskammer zu Kiel für die zum Ausdruck gebrachte warme Anteilnahme an dem Verluste Sr. Majestät Schiff „Gneisenau" und so vieler hoffnungs- Konzertverein. Pr Gießen, 20. Dezember 1900. fln gehobener weihevoller Stimmung versammelten sich gesijsmii die Mitglieder und Freunde des Konzertvereins in bett Stadtkirche, um an heiliger Stätte der Aufführung eirös Chorwerkes beizuwohnen, für deffen Wiedergabe es wc.H nirgends eine geeignetere, würdigere Stelle geben düiich als das Gotteshaus. Händels „Messias" ist als das bedeutendste Werk des genialen Tondichters aaicrfan.nt und hat unter den Erscheinungen der Oratorien- littimtur bis auf den heutigen Tag einen ehrenvollen Platz teMwiptet. Die vielen Aufführungen, welche das Werk noch henli evlebt, legen beredtes Zeugnis dafür ab, daß noch uichb daran veraltet ist und daß es sich trotz der erheblichen Schnelligkeiten, welche die Aufführenden dabei zu über- wimh haben, bei den Leitern von Oratorienvereinen noch grmlir Beliebtheit erfreut. Daß für geistliche Musik- awHhriiingen in Gießen die Stadtkirche dem Konzertverein Wi iia zur Verfügung gestellt worden ist, wird mit wahrer HeirMfreude jeder begrüßt haben, der der gestrigen Auf- füliimngi beiwohnen konnte, und wenn wegen der Platzfrage hi,/: md. da auch einige Befürchtungen ausgesprochen wurden, ein Teil des Publikums benachteilig werden, so 3 jtfat wohl diese Bedenken zerstreut, und wer die Auf- fü.'Muag mit abgewandtem Gesicht anhören mußte, hat sich horffmi-ljch überzeugt, daß dieser Umstand gar nichts N'-cqMges im Gefolge hat; das ist übrigens das Schicksal teifla Etaufcnbe, denn eine Ueberbanung des AltarplatzeS füA iit Mitwirkenden ist in anderen Städten nirgends Sitte, «Mvdirr wenigsten Kirchen find so eingerichtet, daß durch voller Menschenleben bestens danken." — Der Chef der schwedischen Seekriegsschule in Stockholm, Kapitän Gustav Dyrssen, übersandte namens der Offiziere und Zög. linge dieser Schule ein Beileids-Telegramm an die Inspektion des BtldungSweseuS der Marine. Der Chef desselben, Contreadmiral v. Arnim, stattete telegraphisch für diese^Kundgebuug seinen Dank ab. Madrid, 20. Dezember. Der Gouverneur von Malaga verteilte an Fischer und sonstige Leute, die an der Rettung der Schiffbrüchigen der „Gneisenau" beteiligt waren, je 100 Pesetas und lobte deren Heldenmut. Die hiesige deutsche Kolonie eröffnete eine Subskription, um die Witwen und Waisen der beim Retten umgekommenen Spanier zu unterstützen. Die Buren. Wir erhielten heute früh nachstehende Telegramme: Loudon, 20. Dezember. Gerüchten aus Kapstadt zu- folge soll General Baden-Powell, der sich zu Verwandten in der Kapkolonie begeben wollte, von den Buren gefangen genommen worden sein. Die Nachricht ist bisher noch unbestätigt. Pretoria, 20. Dezember. Die Bnren entfalten eine große Thätigkeit zwischen Pretoria und Johannesburg. Am Dienstag hat ein Kommando von 500 Mann die Eisenbahnstation zn Koalfontein angegriffen, wurde aber znruckgeschlagen. Wenn sich die erste Nachricht bestätigt, dann wird die Beunruhigung, die aufs neue das öffentliche Leben Englands erfaßt hat, ins Ungeheuerliche anwachsen. Zuerst der Einbruch der Buren in die Kapkolonie. und die schwere Niederlage des Generals Clements, jetzt die Gefangennahme eines der befähigtesten englischen Führer. In der Bevölkerung Englands macht sich, im Gegensatz zu der Mehrheit des Parlaments, immer lebhafter der Wünsch nach Beendigung eines Krieges geltend, bei dem wenig Ehre zu holen ist, der aber sehr bedeutende Opfer erfordert. Ein Teil der in Südafrika verwendeten Truppen, zumal die Aeomanry uud die Freiwilligen, geben sich ähnlichen Gedanken hin, und beneidet die City-Volonteers, die als ruhmreiche Verteidiger des Reiches in London eingezogen sind. Die Kundmachung der Königin Viktoria, welche die Aeomanry, die Freiwilligen und die Kolonialtruppen zum Ausharren ermahnt, macht den Eindruck, als od bei den genannten Kategorien Kriegs Müdigkeit und H c i m- weh unverkennbaren Ausdruck gesunden haben und es nicht leicht sei, sie zur Fortsetzung der Blutarbeit zu veranlassen. Es ist begreiflich, daß bei dieser Lage der für die Rückkehr des Lord Roberts vorbereitete Dankgottesdienst bis nach Beendigung des ganzen Krieges v e r s ch o b e n worden ist, und daß diese Entscheidung des Kriegsministers allgemeine Zustimmung findet. 'Wie dar „Voss. Ztg." aus London telegraphiert wird, besagt eine Kapstädter Depesche am 18. Dezember, es sei eine neue erregte Lage geschaffen durch den kühnen Buren- emfall in die Kapkolonie. Der Feind habe den Oranjefl u ß a n z w e r P u n'k t e n überschritten : eine Kolonne rückt auf Philippstown zwischen Colesberg und Kimberley vor; das zweite .Korps, mutmaßlich Herzogs Kommando, überschritt den Fluß zwischen Odendalstroom und Bethulie nordwestlich von BurgHersdörp, fern Ziel sei augenscheinlich Cradock, das über Sterkstrooin erreicht werden könne. Aus V u r g h e r s d o r p eingegangene Privatbriefe besagen, daß die Buren drohen, die genanü'te Stadt zu zerstören, aber daß General Macdonald den Feind 20 Meilen westlich davon angegriffen habe. 'Die Buren hätten keine Kanonen. Neuesten Meldungen zufolge werden die Buren langsam nach dem Oranjefluß zurückgedrängt. Der Bureneinfall in die Kapkolonie zu diesem Zeitpunkte sei verwegen unb bedeutungsvoll, da er mit der Verurteilung der Rebellen von Colesberg und der Einleitung der Untersuchung gegen die Rebellen in den Nachbarstäd'ten zusammenfalle. „Evening Standard" meldet: Hierher gelangte folgende Nachricht: General KnoxmußtedieJagdauf De Met auf geben angesichts der Lage, die die Buren durch ihren Einbruch in die Kapkolonie "schufen. Es verlautet, die Buren zählen etwa 3000 Mann. Eine beträcht- liche Anzahl hübe Philippstown erreicht. De Wet zog mit etwa 4500 Mann zurück und steht jetzt n o r d ö st l i ch v o n L a d y b r a n d. Der Angriff auf Win- burg wird jeden Augenblick erwartet. Präsident Krüger ist in Amsterdam eingetroffen und wurde von den Behörden, den Mitgliedern des Gemeinderates, den Konsuln von Transvaal und des Oranje- sreistaates im Fürftenzimmer empfangen. Es wurden Begrüßungsreden gehalten und Blumenspenden überreicht. Aus der Fahrt nach dem Rathause begrüßten große Zu- schauermassen den Präsidenten mit lebhaften Hochrufen. Im Rathause hielt der Bürgermeister eine Rede, worin er dem Präsidenten einen ehrenvollen Frieden wünschte — ^'widerte, 1884 hätten die Republikaner ihre Un- abhangigkert errungen, allein jene ehrenvolle That sei zu nlchte gemacht worden. Die Eindringlinge seien zebn gegen einen. Er harre des Tages, an dem der Bülow wurde heute mittag vom Könige in Andien empfangen. Um 3 Uhr fuhr der König beim Hotel Mar guard vor, um dem Reichskanzler einen längeren Besch abzustatten. Abends war Galatafel. Heute vormittag har Graf Bülow in Begleitung des Geheimrat v. Wilmoloskn die Stadt besichtigt. Tie Abreise nach Karlsruhe erfolgt morgen früh 7 einhalb Uhr. — Im „Ttsch. Kolonialbl." wird folgende kajs-r liche Verfügung veröffentlicht: „Ich bestimme, daß Meine Ordre vom 23. Slatin«, 1897 betreffend litterarische Veröffentlichunakr seitens der im aktiven Dienst befindlichen Office» und Beamten des Heeres, sowie der aur Disvmw. rifabc. Die Erfahrung« System sprechen sehr zu v'ieser Erwägungen beschl , Stelle dafür einzutrete i Loppellarissystems an t ' Md langfrist 3. Fm AMage i > n m neuen Zolltarifgch ni>ach welcher von B Maren nach dem Wert i ierhoben werden können. i diesen Antrag auszichr I i allem eine rasche unb ftu erschweren, unb de ' ™fr Preiskalkulation zu rum ein Gutachten übe ■ Kuesigenhotelser Z-'atz die Hotels insowc ft aufmännische Buchfühi "welche vötelv dies zutri lpznr Beantwortung über o-Die Kammer bek f'W aus Vangs eines unterftüfcen. . ßu -er am 8. un beut" F » lijenbe und der Tagesord KS rh* Börsene ÄJ^nui Muftis unb Äbiet Mnt N.von Ausland. Paris, 19. Dezember. Der Kriegsminister hat eint Untersuchung eingeleitet über da- angeblich echte Paniz- zardi-Telegramm, das der Kommandant Caignet al- gefälscht bezeichnet hat. Rom, 19. Dezember. Anarchistische Drohbriest I veranlaßten den Erzbischof von Mailand, Ferraä li seine Inspektionsreise abzubrechen und nach Mailand yirM' zukehren. -__________________________________________ 12. Sitzung Hrotzh. Kandetskammer Kietzen für Kietzen, Alsfeld und Lautervach. (Protokollauszug.) Gießen, 18. Dezember 1900. Anwesend sind die Herren Kommerzienrat Kock, ^in merzienrat Heichelheim, Balser, Grünewald, Hobs, Jhring. Katz, Moll, Nowa'ck, Rinn und Schirmer, sowie der Ä kretär Dr. Ke'hm. Entschuldigt fehlten die Herren: Dürbeck, RamM Schmall, Steinecke und Wallach , 1. Geschäftsbericht. Bezüglich per am 4. und 6. ds. stattgehäbten Ergänzungswahlen wird mit geteilt, daß Kommerzienrat Heichelheim-Gießen, H. Stern : ecke-Lollar, G. Ramspeck II.-Alsfeld und K. Grünetvaldu Alsfeld wiedergewählt und in Gießen-Stadt K. Röhr u® W. Zurbuch neu zuge'wählt worden sind. 'EinwendE gegen die Wahlen sind nicht erhoben worden. "W IW alten sind zurzeit dem Großh. Ministerium des y zwecks Bestätigung der Gewählten vorgelegt. Bei der Zweiten Kammer der Landftände ist vor zwei Jähren eingebrachte Antrag Haäs-DarmstB^ < Einstellung eines einmaligen Betrags von 500 OOD in das Staatsbudget zum Zwecke der Förderung dtt L ' richtung von genossenschaftlichen Kö r n l a g e r h äuse erneut eingebrächt worden. Die Handelskammer M v Großh. Regierung unter Bezugnahme auf die bereif ® zwei Jahren in dieser Angelegenheit gemachte wiederholt ersucht, gegen diesen Antrag Stellung nel)m zu wollen. Eine von dem deutschen Verein für den 'Schutz fr gewerblichen Eigentums an die Kammer ergangene frage, ob es ihr zweckmäßig erscheine, daß die Änmelvu » von Geschmacksmustern in derselben Weise cemr ifiert werde, wie dies für Gebrauchsmuster beretts o Reichsgesetz vom Jähre 1891 angeordnet sei, hat die nm mer zustimmend beantwortet«. . Auf Anfrage einiger Amtsgerichte ihres Bezirks n die Kammer Pen Antrag der Frankfurter Ls wortet, daß eine Ver ösfe ntlichun g der Eint■ ■ ungen im Handelsregister außer in den viv-5 benußten Blättern, auch in der Frankfurter 3cit^9 erfolge, wenn die betreffenden Firmen dies Eine Anfrage eines Amtsgerichts, ob es hau üblich sei, daß beim Dommissionswersen Bezug Aepfeln in Waggons nur für volle, nicht z. a halbe Waggons eine Provision berechnet und bezay hat die Kammer verneinend beantwortet. iİk""säW1«s hS!e",'4li 1 Einern i, lOen^nb )et » her • «MV i.Uf Ib-sMigU"! hetn Aerchss n aktiven Dienst befindlichen Offiz^' LingenStatton ü, des Heeres, sowie der zur DispoM ' m ere auf die Offiziere, Sanität. Dn ^Kitgüeb ------------- -• -■ ■ ’“? * «"« Mit«- ’ÄÄ Sm * w-'inben, indem m DC fiiäft *?”’* " mm btr .« p- -r unter den unguns y.m lohnenden Wettbetv iWn Produktion, al|o Ihebingungen arbeitend i it btr Ansicht, daß es «ei men derartigen Minim i l:;aupt außustellen, daß I -tfide auswärtigen daatei i -nmsbedingnMN als die t! efiben, ge* proW | - - h Abschluß von &c 2. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildet die toeNcbe. ’Tm "bon der Kammer angeregten Anschluß des hie- mc wi Etlichen G ü t e r b est ä t t e r s an das städtische rl^n JC’iiKiIl» tcc$ tiefe wird das hiesige Kaiserliche Postamt e m*t ^lib' auf ii :?tjiid)cn der Kammer noch in diesem Jahre bewirken. ^^anbeur Kn^b itr Anregung der Kammer betr. Einführung einer ^Htfäüihipr M- 'ueiit den iparen. Gemahlin des RH > Frau v. Bülow, te mittag abend zum b auf Lchloß Frie^ Bormittag nach 2 len mit dem Reiä Ventil -.^össm^LudW! 1 'Oähtt von jeher bestehende Einrichtung der ä s i'ls rnb a h u -P a'cket b es ö r d e run g auch auf die ie Os?- bet Mr ^übvchi, Stationen des Direktiousbezirks ausgedehnt werde, en j) ^*ete, Ein«definitive Erledigung des Antrages stlsht noch aus. ° '/^erSchu»., Ter Vorsitzende berichtet noch, daß er in seiner ,Ae Anwenöuna" Eig«M«ft als Mitglied des Bezirkseisenbahnrats Frank- ^MenangehL jlir^o. M. für Einführung von Sonntagsfahrkar- i '^ine iuriirfh : e ',n für -bie demnächst zu eröffnende Linie (Greßen)- Ä bie @eneBa“ Fri, iebber g-Homburg v. d. H. eingetreten sei. Die Nngen nus de inigL Sisen'bahndirektion hat diesem Ersuchen nicht statt- Mig waren bnS gechfiten, da eine weitere Ausdehnung des Verkehrs auf nur -ann ert i ^oMniag^sfahrkarten auf den nach den bestehenden Grund- r* Vermittelung 2 sützpn ünangängig sei. <-taatssekret,irä 2 ■ Den Hauptgegenstaud der Tagesordnung bildet die 5 f q n t (e । r,:;:ßc M-ari m a l und Minimaltarifs. Der- einverstand- e soll nach der ausgesprochenen Absicht seiner Befür- °*ner' moraltr tuen deutschen Unterhändlern bei den künftigen eni IditoebiirL - ^aiidklsvertragsverhandlungen von vornherein die Hände IchmediickenÄV* birullen, indem in den Minimaltarif diejenigen 3on= iges Os^-^ ? säW ausgenommen werden, die erforderlich erscheinen, insck n £?: ,im* bei gesamten inländischen Produktion, also auch Ctebpnhn ‘ de« lunter den ungünstigsten Bedingungen arbeitenden, ttkit iS'-r011 lD^ t'CBE lolmenden Wettbewerb mit der gesamten ausländi- yjhiier zuti i !hj n Produktion, also auch der unter den günstigsten hrT s- • $ aus. L Be ^ingumgen arbeitenden, zu ermöglichen. Tie Kammer lttem Könige noch lür ist I ter Ansicht, daß es praktisch so gut wie unmöglich sei, ' darauf, mit einem: eimw derartigen Minimaltarif in zutreffender Weise über- [nif°rm tragen zu könne haMl c ufzustellen, daß ferner dieser Tarif — der für gilt,; allÄ auswärtigen Staaten, welche ungünstigere Produkti- n von Zchseswü on »tediiaguugen als die dem Tarif zu Grunde gelegten die geschiebene Pri- be»n, geradezu prohibitive Zollsätze enthalten würde aben Berlin nachner - ■ Vn Abschluß von Handelsverträgen so gut wie un- mKtzlich machen würde, es sei denn, daß man denselben in jjedeiu einzelnen Fall mehr oder weniger durchlöcherte, inomit laber fein eigentlicher Zweck geradezu negiert wütete. Die Erfahrungen anderer Länder mit diesem Sy^lnn ffprechen sehr zu Ungunsten desselben. Auf Grund oie/'tt Erwägungen beschließt die Kammer, an zuständiger St>ir lle 'dafür einzntreten, daß unter Ablehnung des Do-.'.cheltinrifsystems an dem bewährten System des Ein- heiteiiari.fs und langfristiger Handelsverträge festgehalten ttol." hjj < Onty Meres nicht stattgegeben. fenkijch.. folg^, kei der König!. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. Meine O-r» hatii tee Kammer den von anderer Seite eingebrachten An- raris^^te vom^ lra«AefÄrwortet, daß die auf den ulten Linien der Hess. ..... ÄSssfr Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Dezember. M. Dn RritgtoÄ U Iber das angeblich!st« bet Komvailbaiü Tm inarWifH* of oon Mailavte? echen unb nach SRaN skMvnMevfür j unb Lauterbach. Ifer, SrünkMld.W- und Ähim-r. s°» i hei»' Türbet * 3. Reichhtage ist der Antrag eingebracht worden, im: nein en Zolltarifgesetze eine Bestimmung vorzusehen, laLiwelcher Won Waren aus Ländern, die deutsche WcÄ'.ren mach dem Werte verzollen, ebenfalls Wertzölle er Wen werden können. Die Kammer beschließt sich gegen bi einen Antrag auszusprechen, der geeignet erscheine, vor aUton eiine rasche und richtige Zollabfertigung erhebliche zu i erschweren, und dem Jmporthandel die Sicherheit bcn steiiskalkulation zu rauben. l Das hiesige Großh. Amtsgericht hat die Kammer ums ein Gutachten über die Ein tragepflicht der hi chi g e n H o t e l s ersucht. Die Kammer ist der Ansicht, Vach. die Hotels insoweit eintragepflichtig sind, als sie kaiHymnische Buchführung erfordern. Die Frage, auf rne il«te Hotels dies zutrifft, wird einer lokalen Kommission zur.' öeontwortung überlassen. . Die Kammer beschließt einen bei der hiesigen Bür- geintieifierei aus Langsdorf eingelaufenen Antrag auf Eiralkgiliig eines Spät-Zugs in der Richtung nach Ri dd a zu unterstützen. k Zu der am 8. und 9. Januar stattfindenden Voll- oevchmmlung des deut sch en Handelstages werden lm?ir kor sitzende und der Sekretär delegiert. Die Haupt- gecuMsiände der Tagesordnung sind: Zolltarifgesetz und Ha Msverträge; Börsengesetz; Gesetz über die privaten Ve Mjerungsunternehmungen; Auskunftsstelle für den Au «handel. zernber. Reichst" ag vorn Konst 'llC n der König ; -kanzler einetN^ v Salatasel ßitWjM Ses Äehie heutige Wummer umfaßt 12 $<*«”• ; ' W ’S®1 Evaug. Gottesdienste der Methodisten-Gemeinde. Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag den 23. Dezember, nachmittags dVz Uhr: Predigt. Am 2. WeihnachtStage, nachmittags 4 Uhr: Weihnachtsfest der Sonntagsschule. Abends sy2 Uhr: Predigt. Jedermann freundlichst willkommen. Prediger C. Wendt ML Machtdilus. greibant 8166 Heute und morgen: GUMkislh 56 NlS- Rindsteisch 50 Dsg. Schveimßrisih 50 Ksg. SihMmeschmch 60 Psg. 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