Nr. 247 Viertes Blatt. Sonntag den 21 October 150. Jahrgang 1.000 Heneral-An^eiger Alle Auzeigen-Vcrmittlungsstellen des In- und Auslande- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zcilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Bezugspreis viertcljährl. Mk. 2,20 monatlich 75'Pfg, mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vicrteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Erscheint täglich j Ä A/ mit Ausnahme beS © M Kreßmer Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische DotbsKunde. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar. 7. Volttische Tagesschau. Der Ge-burtstag der Kaiserin am 22. Oktober soll, wie gemeldet, in diesem Jahre von den Stadtverordneten Berlins mit Stillschweigen übergangen werden. Während sonst die Stadtverordneten ebenso wie der Magistrat zu den Geburtstagen des Kaisers wie auch der Kaiserin ihre Glückwünsche darbrachten, will die Stadtverordnetenversammlung diesmal schweigen. Sie beruft sich in ihrem Vorhaben auf ein Antwortschreiben des Hofmarschalls Frhrm v. Mirbach auf die vorjährige Gratulation, worin der Versammlung mancherlei unangenehme Dinge gesagt worden waren. Einer solchen Antwort wollen die Stadtverordneten sich nicht wieder aussetzen. Gegenüber ^eser Thatsache hat eine große Anzahl von Berliner Bürgern beschlossen, der Kaiserin einen Glückwunsch zu ihrem Geburtstage direkt aus der Bürgerschaft darzubringen. Das Glückwunschschreiben, das von möglichst vielen Bürgern unterschrieben werden soll, hat folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Kaiserin!und Königin! Allergnädigste Kaiserin, Königin und Frau! Eure Kaiserliche und Königliche Majestät bitten die unterzeichneten Bürger Berlins, zu Allerhöchstihrem Meiundvierzigsten Geburtstage ihre unterthänigsten Glückwünsche huldreichst entgegenzunehmen. Durch enge Bande ist von jeher die Bürgerschaft der hiesigen König- , lichen Haupt- und Residenzstadt mit dem Herrscherhause verbunden gewesen. Weiß sie doch, daß für jedes Mitglied desselben die Wohlfahrt des Vaterlandes die Richtschnur des Handelns bildet, erinnert sie sich doch insbesondere der Fürsorge, die der Hauptstadt von dort zu allen Zeiten gewidmet ist. So ist es gekommen, daß sie an allen Ereignissen, die das Königliche Haus betreffen- stets innigen Anteil genommen hat, daß die Freudentage der Königlichen Familie auch für sie Festtage geworden sind. In Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät, der Erlauchten Landesmutter, erblickt die Bürgerschaft die unermüdliche Fördererin des christlichen Lebens auf allen seinen Gebieten, namentlich auch auf demjenigen des Baues von Gotteshäusern und der Liebesthätigkeit für die Armen, Kranken und Bedrängten. Zugleich aber verehrt sie in Allerhöchst- derselben die treue Lebensgefährtin unseres Herrschers, die fürsorgliche Mutter ihrer Kinder, die, der preußischen Ueberlieferung entsprechend, zur strengsten Beobachtung der Pflichten gegen unser geliebtes Vaterland erzogen sind und erzogen werden. Daß Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät es vergönnt sein möge, an der Seite des Erlauchten Gemahls Sich zu allen Zeiten eines ungetrübten Familienglückes zu erfreuen, das ist unser sehnlichster Wunsch. Indem wir den Gefühlen der Treue zu unserem angestammten HerrscherHause von neuem Ausdruck geben, rufen wir: Gott schütze, Gott segne unsere Kaiserin und Königin! Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Oktober 1900. ** Konzert-Verein. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet die öffentliche Verlosung der Sperrsitze am kommenden Montag im Klubgebäude statt. Dem Vorstand ist zahlreiche Beteiligung bei diesem Akt sehr erwünscht. *• Vortrag. Am Dienstag wird auf Veranlassung des kaufmännischen und Ortsgewerbe - Vereins in „Steins Saalbau" ein Vortrag des Herrn Dr. Walter-Lund stattfinden über das Thema: Gewerbe, Handel und Weltverkehr aiT der Jahrhundertwende, erläutert durch etwa 100 Lichtbilder. Da der Redner auf mehrjährige theoretische wie praktische Studien zurückblickt, dürste sich der Abend ebenso interessant für den Fachmann, wie für den Laien, nicht zum mindesten auch für Damen gestalten. Die gleichzeitige Bezugnahme auf die Pariser Weltausstellung sowie die originelle Sammlung der zugehörigen Lichtbilder dürste die Aktuellität des Themas noch erhöhen. § Zur Gehalts-Frage der Pensionäre Hessens wird uns geschrieben: Unter den älteren Pensionären des Großherzogtums, die vor dem 1. April 1897 in Ruhestand traten, macht sich schon einige Zeit eine Erregung geltend, die zwar bis dahin öffentlich noch keinen Ausdruck fand, aber doch bei diesen alten, ruhigen Herrn bereits soweit gediehen ist, daß sie erwägen, ob sie den Weg in die Oeffentlichkeit nicht zu beschreiten gezwungen sind, um endlich Gehör zu finden. Diese Pensionäre nämlich haben schon in der vorigen Landtagssession Regierung und Kammern Eingaben überreicht, Dahingehend, daß die Pensionäre aus jener Zeit denen aus oer Zeit na ch dem 1. April 1897 im Ruhegehalt gleichgestellt werden möchten. Die Begründung hierfür geschah eingehend und die Berechtigung des Ansinnens ist wohl einem jeden klar, der schon das nur bedenkt, datz^ .die Preissteigerung aller Dinge die Einen wie die Andern gleichmäßig trifft, die Aufbesserung also, die den Einen als notwendig zuerkannt wurde, billigerweise auch den Andern hätte zuteil werden müssen. Diese ersten Eingaben blieben aber ohne allen Erfolg; sie wurden einfach totgeschwiegen. Waren hierdurch die bittstellenden Pensionäre bitter enttäuscht, so ist die Erregung, die sie dermalen beherrscht, wohl leicht begreiflich, nachdem eine zweite Eingabe wiederum von keiner Seite eine Beachtung zu finden scheint. Als das Beamtengesetz beraten wurde., pochite man auf den glänzenden Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Stand der hessischen Finanzen, jetzt hört man nur, daß Sparsamkeit geboten sei. Man hört aber nichts davon, daß bereits Erhebungen stattgefunden haben, um festzustellen, welche Summe die Erfüllung des Wunsches der Pensionäre erfordern würde, eine Summe, die durch Sterbefälle im Verlauf weniger Jahre ohnehin fich auf Null reduziert. Man hört auch nichts davon, daß aus den Kammern heraus der Regierung eine Anregung gegeben würde, dieser Sache endlich einmal näher zu treten, und so hat es allen Anschein, da ß§ie wiederum durch Totschweigen Erledigung finden soll. Wenn dem nicht so ist, so wird es erfreuen, hiervon Kenntnis zu erhalten. ** Bierbrauereiund Bierbesteuerung. Im Rechnungsjahre 1899 sind im Großherzogtum Hessen 142 Bierbrauereien im Betrieb gewesen, gegen 146 im Vorjahre, und zwar befanden sich 81 (1898 84) in der Provinz Starkenburg, 28 (30) in Oberhessen und 33 (32) in Rheinhessen. In diesen Brauereien wurden im Jahre 1899 1494 407 (im Vorjahre 1410 809) Hektoliter Bier gebraut, hiervon in der Provinz Starkenburg 451906 (im Vorjahre 415 504), in Oberhessen 235 506 (224 458) und in Rheinhessen 806995 (770 847) Hektoliter. Es er- giebt sich demnach gegen das vorhergehende Jahr im Großherzogtum eine Mehrproduktion von 83 598 Hektoliter, wovon 36 402 auf die Provinz Starkenburg, 11048 auf O b e r h e s s e n und 36 148 auf Rheinhessen entfallen. — «An steuerpflichtigen B r a u st o f f e n wurden im Berichtsjahre verwendet: Getreide 30 663987 Kgr., darunter geschrotetes Gerstenmalz 30662 867 Kgr., sonstiges Getreide 1120 Kgr.; Malzsurrogate, namentlich Reis, 154 264 Kgr. Gegen das Vorjahr kamen 1 495 795 Kgr. Getreide mehr, dagegen 124 916 Kgr. Malzsurrogate ive- niger zum Verbrauch. — Von den bei der Bierbereitung verarbeiteten Materialien hatte Gerste einen Preis von 15.50 bis 20 Mk., Gerstenmalz, das von einem großen Teil der Brauereien, wie in den vorderen Jahren, in fertigem Zustande augekauft wurde, einen Preis von 27 bis 32 Mk., einheimischer Hopfen, der nur in beschränktem tlmfang angebaut wird, von 120 bis 200 Mk., badischer und bayrischer Hopfen 250 bis 400 Mk., böhmischer 330 bis 500 Mk. für den Doppelzentner. Wie in den Vorjahren ist auch im Berichtsjahr fast nur untergähriges Bier (1494 096 Hektoliter untergähriges Bier in 139 Brauereien, 311 Hektoliter obergähriges Bier in 3 Brauereien) gebraut worden. Aus einem Doppelzentner Gerstenmalzschrot bezw. Reis wurden 3,7 bis 5,6, durchschnittlich 4,55 Hektoliter Bier hergestellt. Der Preis des Biers hat sich gegen die Vorjahre nicht wesentlich geändert. Für Jung- und Lagerbier (gewöhnliches Schankbier) wurde 15 bis 18 Mk., für Exportbier und andere bessere Biersorten 18 bis 24 Mk. bezahlt — beim Verkauf in Fässern seitens der Brauereien. — An Brausteuer sind im Jahr 1899 1232 509 Mk. eingegangen, 55 036 Mk. mehr als im Vorjahr. Tie drei Kunst und Wissenschaft. Ludwig v. Hoernigk, ein Nassauer Bruuueuarzt. Archivrat W. R o t h veröffentlichte kürzlich im „Rhein. Cour." unter diesem Titel einen längeren Aufsatz, den unfern Lesern im Auszuge mitteilen: Die Angaben der Gelehrten über Hoernigks Geburtsort gehen auseinander. Einige geben Darmstadt, andere Frankfurt a. M., einige wiederum Leipzig an. Hoernigk stuorerte rn Gießen unter dem Arzt und Professor Gregor Horst dem Aelteren. Der Tag der Einschreibung in die läßt sich nicht feststellen, das Jahr dürfte aber 1620 fern. Von Gießen scheint sich Hoernigk nach Italien ^gewendet zu haben und Schüler des berühmten Adrian Spiegel zu Padua geworden zu sein. Hoernigk ließ sich zu Frankfurt a. M. 1625 als Arzt nieder. Er scheint um diese Zeit zu Straßburg promoviert zu haben und die epistola i>e camphorae qualitatibus dürfte die Dissertation gewesen sein. Hoernigks erstes schriftstellerisches Erzeugnis gehört dem Jahr 1626 an und war des Peter Postinius Newer ausführlicher Traktat von den Franzosen, eine Uebersetzung aus dem Italienischen. 1628 soll Hoernigk kaiserlicher Pfalzgraf geworden sein, womit der Adel verbunden war. 1626 nennt er sich einfach Hoernigk, in seiner Schrift medieaster Apella 1631 aber bereits kaiserlicher Pfalzgraf. Tas Jahr 1631 brachte als Schrift Hoernigks den eben genannten Medieaster Apella oder Juden-Arzt. — Um diese Zeit wandte er sein Augenmerk auf die aufblühenden VerhtT-iisse Langenschwalbachs. Ein briefliches Gutachten Hoernigks über Schwalbach an den hessischen Leibarzt Helwich Dietericus zu Darmstadt ist vom 3. Mai 1631. Er schrieb 1632 eine Brunnenschrift über Schwalbach 1635 ward Hoernigk physicus ordinarius oder Stabsarzt zu Frankfurt. Er wandte sich um 1638 den. Rechten zu, ward in diesem Jahre zu Marburg "Doktor auf Grund seiner Dissertation: de regali pvstorum jure. Zu unbestimmter Zeit war er auch Veldenz'sch^er Rat geworden. — Nach dem Tod seiner ersten Frau Helene heiratete er 1639 als Römischer kaiserlicher Mayestät und fürstlich Pfalz-Veldenz'scher Rat, Hofpfalzgraf, der Arznei und beider Rechte Doktor die Maria Elisabeth. 1637 schoß Hoernigk seine Schrift: Politia medica ab. Er geriet mit den Materialisten in Streit und griff in scharfer und schneidiger Sprache in einer Druckschrift: Ob die Komposition und Praeparation der Artzneyen dem Materialisten und Trochisten zu gestatten seh, die Materialisten an. Hierauf folgten Beschwerden bei dem Stadtrat, der dem Hoernigk die Aufsicht über die Theriakbereitunq entzog. Hoernigk kam deshalb um seine Entlassung als Stadtarzt ein, was ihm 1643 bewilligt ward. Auch sollte er wegen Unehrerbietigkeit gegen den Stadtrat verhaftet werden. Hoernigk hatte das nicht erwartet, that alsbald bei fürstlichen Personen und beim Kaiser Schritte, einer Verhaftung zu entgehen, und zwar mit Erfolg, so daß er sogar sein Amt wieder bekam. Er gab nun trotzdem gegen die Materialisten die „Gründliche Antwort auf folgende vier Fragen" heraus, ließ sich Thätlichkeiten zu Schulden kommen und ward seines Amtes entsetzt, blieb aber zu Frankfurt wohnen. Er war Leibarzt bei dem Landgrafen Philipp III- von Hessen-Butzbach geworden. Diese Stellung als Leibarzt war nicht mit einem ständigen Aufenthalt zu Butzbach verknüpft, denn 1644 scheint Hoernigk die Stellung eines gräflich S o l m s'schen Rates, Amtmannes und Arztes zu Rödelheim angenommen zu haben. Dort fing der unruhige Mann Händel mit der Kirchenbehörde an. Hoernigk verlor seine Rödelheimer Stellung, ging nach Mainz 1647 und dann nach Wien, wo er 1647 zur katholischen Kirchs übertrat und diesen Schrrtt in einer Druckschrift unter dem Titel: Zwantzig Ursachen, die ihn bewogen, die katholische Religion an- zuuehmen, (Wien 1648) rechtfertigte. Tie Schrift: Nützliche und Curiöse Fragen des Hoernigk brachte nochmals die Frankfurter Materialisten-An- gelegenheit zur Sprache, zudem Hoernigk für eine Schrift die Gutheißung der medizinischen Fakultäten zu Mainz und Marburg erwirkt hatte. Er ward 1656 Professor der Heilkunde an der Mainzer Universität, bekleidete seit dem 10. Dezember 1658 die Rektorwürde, nachdem er 1657 Dekan der Fakultät gewesen, ward auch Mainzer Hofrat und seit 1655 kaiserlicher Bücherkommissarius zu Frankfurt a. M. Er verheiratete sich, als seine zweite Frau starb, zum drittenmale mit Maria Elisabeth, die 1658 durch Einsturz eines Gebäudes zu Mainz ums Leben kam. Seine Schrift: „De regali postorum jure" hatte beim Kaiser und den Reichspostmeistern von Thurn und Taxis vielen Anklang gefunden. 1654 und 1656 gab Hoernigk zu Mainz die „Stella notariorum" und den „Traetatus de eommissariis dt eommissionibus" heraus. Er starb, etwa 67 Jahre alt, am 2. August 1667, jedenfalls zu Mainz und ward in der Familiengruft der Emmeranskirche bei- gesetzt. Hoernigk gehörte zu jener Kommission von Aerzten, die 1861 unter Landgraf Georg von Hessen-Darmstadt auf dessen Kosten Gutachten über die Sck)walbacher Quellen im Truck Herausgaben. Die hieran sich anschließende Schrift Hoernigks über Schwalbach hat den Titel: Schwal- bacher Sour-unndt Brodel Brunnen Beschreibung. Lu- doviei vonn Hoernigk Com. Pal. Caes. und Medici zu Franckfurt am Mahn 1632. Oetavo. Eine zweite Auflage erschien zu Frankfurt 1640, eine dritte zu Mainz 1658 in Duodez. Die Schrift über Wiesbaden hat den Titel: Wiesbad, .sampt seiner wunderlichen Eygenschafft, herrlichen Krafft und rechtem Gebrauch: Kürtzlicher und klär- licher als nodj eiemahlen, Männiglichen zum besten beschrieben vnd in 25. Hauptfragen begriffen, s. Frankfurt a. M. 1637. Gewidmet ist das nette Bändchen dem Kurfürsten Anselm Casimir von Mainz. Außerdem enthält das Buch ein deutsches Gedichr auf Wiesbaden von Hoernigks Schwiegersohn dem Polyhistor Dr. I. Joachim Beicher, Mainzer Hofrat und Leibmedicus, aus Speyer gebürtig. Hoernigk war Paracelsist und suchte den Gebrauch der Bäder durch Heilmittel zu verstärken. Als höchsten Steuerbeträge wurden mit 83100 Mk., 89 730 Mk. und 161510 M. entrichtet. — Die Ausfuhr von Bier aus dem Großherzogtum, mit dem Anspruch auf Steuervergütung, betrug im Berichtsjahr etwa 6300 Hektoliter, gegen 7400 Hektoliter im Vorjahr. Wie in den vorhergehenden Jahren erfolgte der Absatz dieses Bieres zum größten Teil nach der bayrischen Pfalz, dem Großherzog- tum Baden und nach Elsaß-Lothringerr. — Die Einfuhr von Bier aus deutschen, nicht zum Brausteuergebiet gehörenden Staaten hat auch im Jahr 1899 zugenommen, gegen das Vorjahr um annähernd 3140 Hektoliter. Auch aus dem Zollvereinsausland, insbesondere aus Böhmen, ist eine Zunahme der Biereinfuhr, und zwar von 145 Hektoliter, zu verzeichnen. --A u s dem L u m d a t h a l, 19. Oktober. Auf der neuen Bahnstrecke Lollar-Londorf war für die Stationsgeväude zu Mendorf und Treis nur je ein Warte- raum vorgesehen; die Eisenbahndirektion zu Frankfurt am Main hat aber den Vorstellungen aus den genannten Gemeinden um Vergrößerung der Empfangsgebäude entsprochen und läßt nun in jedem Gebäude zwei getrennte Warteräume Herrichten. Die Erdarbeiten sind auf der Strecke schon teilweise zum Abschluß gekommen; nur an den beiden Endstationen trat eine Hemmung ein, dahier im Geländeerwerb einige Schwierigkeiten gemacht wurden und das Enteignungsverfahren eingeleitet werden mußte. Interessant ist die Herstellung der Brücke zwischen Allen- dorf und Londorf. Während die meisten Teile aus Steinen gemauert worden sind, wird jetzt der größte Bogen mit 25 Meter Spannweite samt den zugehörigen Pfeilern aus Gement und Kies zwischen Bretterverschlägen gestampft. Nach dem Trocknen scheint die Masse durch die angeformten Fugen aus einzelnen Steinen zu bestehen, ist aber in Wirklichkeit wie aus einem Gusse. -h- Lauterbach, 18. Oktober. Gestern nachmittag wurde hier die sterbliche Hülle unseres langjährigen, allgemein verehrten Oberpfarrers Cullmann zu Grabe geleitet, der am Morgen des Erntedankfestes, am 14. d. Mts. nach langwierigem, schwerem Leiden sanft entschlafen war. Unter Vorantritt der Dekanatsgeistlichen im Ornat, die fast vollzählig erschienen waren, wurde der Sarg vom Sterbehause in die Kirche gebracht und vor dem Altäre aufgestellt. Hierauf hielt Stadtpfarrer Vogt auf Grund von Psalm 90, Vers 10: Unser Leben währet 70 Jahre u. s. w. die Gedächtnisrede, worin er die wunderbare Arbeitskraft und das tief religiöse Leben des Verewigten pries und der Gemeinde ihren verstorbenen Seelsorger als Vorbild hinstellte, dem sie nachfolgen sollte. Nach einem vom hiesigen Gesangverein gesungenen Liede setzte sich der Leichenzug nach dem Friedhöfe in Bewegung, voran der Kriegerverein und die Schulen. Dann folgten die Dekanatsgeistlichen, der Leichenwagen, die Familienangehörigen des Entschlafenen, drei Vertreter der Freiherrn von Riedesel und das übrige Leichengefolge in schier unendlichem Zuge. Auf dem Friedhöfe angekommen, hielt nach einem Gesänge der oberen Mädchen- klassen, deren Religionslehrer der Verstorbene gewesen war, der Dekan des Dekanats Lauterbach, Geh. Kirchenrat D. Stock, die Begräbnisliturgie. Sodann wurden eine Menge Kränze am Grabe niedergelegt, unter anderem von einem Vertreter des Korps Hassia-Gießen, dem der Verstorbene angehört hatte, von Bürgermeister Stöpp- ler im Namen des Kirchenvorstandes und einem zweiten im Namen der Stadt Lauterbach, von Oberlehrer Müller im Namen der Stadtschule, von Rektor Form es im Namen der höheren Bürgerschule, die der Entschlafene jahrzehntelang als Privatschule geleitet hatte, und im Namen der letzten Schüler des Verstorbenen von einem Mädchen der ersten Mädchenklasse der Stadtschule u. a. m. Der Verstorbene hatte ein Alter von 75 Jahren erreicht und war hier seit 1864 zweiter, seit 1883 Oberpfarrer, nachdem er vorher die Pfarrstellen zu Echzell und Landenhausen bekleidet hatte. -h- Gedern, 18. Oktober. Einem hiesigen Geschäftsmann wurde heute nacht ein neues Fahrrad aus dem Hause gestohlen. Von dem Dieb fehlt jede Spur. § Nieder-Moos, 19. Oktober. Im hiesigen Konferenzbezirk waren zur Zeit eine Anzahl Sch ul stell en ausgeschrieben, um die sich anfangs niemand bewarb. Nunmehr sind fast sämtliche Stellen besetzt. Nach Zahmen kam vor einigen Tagen Schulverwalter Will aus Erbach i. O., nach Nösberts-Weidmoos Schulverwalter Fe y h aus Gondershausen. Mainz, 18. Oktober. Tie mehrfach erwähnte Enteignung des Anwesens der hiesigen Schützengesellschaft medizinischer Schriftsteller ist Hoernigk Polyhistor von reichen Litteratnrkenntnissen; er geht tief in die einschlägige Sitteratur gelesener wie auch seltener Autoren ein. Dabei bleibt es aber beim Zusammenhäufen von Belegstellen, die Verarbeitung des Gelesenen zu einem Resultat mit eigenem Urteil erscheint Nebensache. In manchen Schriften tritt Hoernigk hier und da auch selbstständiger auf, ohne aber stets lange bei der Sache zu verweilen. Er erkennt die Wichtigkeit der Heilkunde und ihres regelrechten Studiums an, will aber nur akademisch gebildete Aerzte, verwirft die vermeintlichen Aerzte, namentlich aber die Judenärzte. Sein Judenhaß kennt kein Maß und Ziel. Er trennt als Unterwissenschaften der Heilkunde die Botanik, die Pathologie, Semiotik und die Heil- rnittelkunde ganz richtig ab. Seine Angaben über das Verhalten des Arztes zu den Kranken sind interessant und zutreffend. Er verbittet sich bei der Heilkunde zwar jeden Aberglauben, hält aber in pietistischer Weise viel auf das Gebet. Das Apothekerwesen kannte Hoernigk wie wenige seiner Zeit, und betont die Wichtigkeit einer rationellen Herstellung der Arzneien, wozu er nur gebildete Apotheker und keine Materialisten verwendet sehen will. Auch die Wundärzte und Barbiere will er beaufsichtigt wissen. Dieselben sollen Kenntnis der Anatomie besitzen und einer Prüfung unterworfen werden. Hart geht er gegen die Oculisten, Bruch- und Steinschneider vor und verlangt deren obrigkeitliche Beaufsichtigung. Den Badern soll der Aderlaß verboten sein. Diese Zusammenstellung ergiebt, daß Hoernigk zwar in den Gebrechen der Zeit befangen, doch ein vorwärts eilender Geist war. Er verdient ein ehrenvolles Gedächtnis als Nassauer Brunnenarzt. durch den Militärsiskus bildete den Beratungsgegenstand einer außerordentlichen Generalversammlung der genannten Gesellschaft. Mit Rücksicht darauf, daß die Militärbehörde sich geneigt zeigt, eine friedliche Verständigung mit der Schützengesellschaft herbeizusühren, beschloß die Generalversammlung, den Oberbürgermeister und vier Mitglieder des Vorstandes des Schützenvereins zu ermächtigen, mit der Militärbehörde um Erwerbung eines neuen Anwesens für die Gesellschaft auf der Grundlage zu verhandeln, daß das Terrain für das neue Schützenhaus nicht minderwertiger und nicht entfernter von der Stadt gelegen ist, wie die gegenwärtigen Räume der Schützengesellschaft. Ein Vorschlag der Militärbehörde, der Gesellschaft für ihr Eigentum 50000 Mark zu geben, wurde von der Generalversammlung ab gelehnt; ebenso sprach man sich gegen das angebotene Gelände neben den Friedhöfen aus. Vorgeschlagen wurde, das neue Schießhaus entweder in den Gonsenheim- Finther Wald oder an die Pariser Chaussee zu legen. Vermischtes. * Wen beneiden die Könige. Die englische Herzogin von Argyll hat kürzlich an die gekrönten Häupter Europas, wie an die Prinzen und Prinzessinnen des englischen Hofes die Rundfrage: „Wen beneiden Sie?" ergehen lassen, und die Antworten in einem Album gesammelt, aus dem hier einiges wiedergegeben sei. — Der Erstgefragte, der Prinz von Wales erwidert halb scherzend, halb ernst: „Ich beneide den Mann, der sich ein unbedeutendes Unwohlsein erlauben darf, ohne daß durch ganz Europa die Meldung geht: „Seine Hoheit ist ernstlich erkrankt", ferner den Mann, der sein Mittagsbrot essen kann, ohne daß die ganze Welt weiß: „Seine Hoheit hat mit sehr großem Appetit gegessen" und den Mann, der einem Rennen beiwohnen kann, ohne daß überall verlautet: „Seine Hoheit hat hoch gewettet" — kurzum, ich beneide den Mann, der sich allein und seiner Familie angehört und der nicht jede seiner Bewegungen von der ganzen Welt überwacht und teils verdreht findet". Sein Bruder, der Herzog von Iork erklärt: „Ich beneide den Mann, der sich seinen Tag machen kann, wie es ihm beliebt, ohne daß sich jemand um ihn kümmert." „Ich beneide" — so seufzt die Prinzessin von Wales, „die Frau am meisten, die keine königliche Position „auskosten" muß und der es erlaubt ist, ihren eigenen Angelegenheiten zu leben." Die Herzogin von Iork erklärt: „Ich beneide nur eine Person, und das ist — mein Mann." Die Prinzessin Karl von Dänemark (Prinzessin Maud von Wales) sagt: „Wenn ich zu Rad eine Tour ins Land machen kann, und ganz meinem Heim und meinen Pflichten mich widmen kann, so beneide ich niemanden; wenn ich aber königliche Hoheit fein muß — dann beneide ich jeden Menschen in der Welt". — Und nun die Meinung der drei Kaiser Europas. Unser deutscher Herrscher erwidert auf die Frage der Herzogin in negativer Form. Er schreibt: „Der Mensch, den ich nicht beneide, ist der, welcher sein Vaterland nicht liebt." Der schwergeprüfte alte Kaiser von Oesterreich aber flieht zur Antwort: „Wen ich beneide? Ich beneide jeden, der nicht Kaiser ist." Und zum Schluß sei die fast Mitleid erregende Entgegnung des Kaisers von Rußland angeführt, der bekennt: „Ich beneide mit aufrichtigem Neid jede Person, die nicht die Sorgen eines mächtigen Reiches zu tragen hat, die nicht den Kummer eines leidenden Volkes mitzu- fühlen hat." * Aus dem Reich der Schminke. In einem Berliner Blatte plaudert Tr. B. Epstein über die Schaustellung der Theaterkunst in der Pariser Weltausstellung: Am merkwürdigsten mutet den Laien die Ausstellung der verschiedenen Theateraccessoirs an; hier beginnt das langsame Schwinden der jahrelang sorgsam gehüteten Illusion. Wir befinden uns mitten im Reiche der Schminke. Zwei Wachsfiguren in greller Rampen - Beleuchtung zeigen uns, wie entsetzlich, totenkopfartig ein und dasselbe Gesicht ohne Schminke aussehen würde; es wird uns aber auch gleichzeitig der Beweis geliefert, was Schminke alles aus einem Gesichte zu machen im stände ist: die Teintschminke färbt die graue Gefichtshaut rosig, das Garmin läßt die blutleeren Lippen voll und frisch erscheinen, der schwarze Stift giebt den Augen jenen trügerischen Glanz, den man sonst nur durch Belladonna zu erzielen im stände ist. Dre rauhen Hände und roten Arme werden durch Kremserweiß schneeig und ein blaugrauer Stift täuscht auf Kinn und Wangen Grübchen, in die der alte Koulissenbesucher aber nie hinemfällt. Auch die schweren Rüstungen sind eitel Trug; auf kleinen Bühnen werden sie den Kriegsleuten aus Papiermache geliefert, während sie die Hoftheater aus leichtem Messingblech benutzen; wie mancher Säbel eines Edelmannes geht nicht aus der Scheide, und wie mancher Lauf einer Pistole ist nicht einmal hohl. Das Tier, welches das eitle Schmuckbedürfnis des Königs mit feinem Leben bezahlen mußte, um ihm einen Herleminmantel zu liefern, fing bei Lebzeiten Mäuse. Und der Wandschrank der Königin, in dem sie all ihre Juwelen, sowie sämtliche Wohlgerüche von Schiras aufbewahrt, hat keine Rückwand, ist von Pappe und läßt sich zusammenklappen. Aber auch, die Juwelen selbst repräsentieren keinen hohen Wert, jie alle sind sogenannter Theaterschmuck und Huben lerne andere Aufgabe, als bei dem intensiven RampenUcht den Glanz der echten Steine möglichst getreu nachzuahmen. Die französische Industrie hat es aber verstanden, historischen Schmuck so getreu in leichtem Material nachzubuderi, daß man ihn kaum von echtem zu unterschetden vermag. Einen eigenen Zweig der Theaterindustrw bilden die sogenannten Wattons: sie verfolgen sowohl einen positiven als einen negativen Zweck. Sie verleihen dem von Natur aus dürren Falstaff die notwendige Fülle des Leibes und maskieren gleichzeitig Romeos X-Beme, damit Julia fie nicht schpn im ersten Akt bemerke, weil doch dann das Stück unmöglich zu Ende gespielt werden könnte. Die wichtigste Rolle aber spielen die Wattons bei Hosenrollen, und zwar dann, wenn diejenige Stelle des menschlichen Körpers, an der sich gewöhnlich die Waden zu befinden pflegen, allzu stiefmütterlich bedacht ist. Hier helfen die Wattons thatkräftig nach und gestatten dem Blick über wohlgefällige Rundungen zu schweifen. Was für die Beine die Wattons, das bedeutet für den Kopf die Per rücke; hier hat es die Theaterkunst wahrlich zur Vervollkommenheit gebracht. Auch falsche Gebisse und andere Schönheitssurrogate haben wir in der Theaterausstellung zu bewundern Gelegenheit. Diese aber werden uicht nur im Reiche der Koulissen, sondern auch in der Komödie des Lebens angewendet, und so bilden sie gewissermaßen den Uebergang aus dem Spiel zur Wirklichkeit, s * Der neue Mitarbeiter. Amerikanische Zeitungen, namentlich solche, die in englischer Sprache erscheinen, pflegen gelegentl^ dadurch für sich Reklame zu machen, daß sie Artikel in anderen Sprachen veröffentlichen. Hauptsächlich geschieht das, wenn Ereignisse von außerordentlicher Bedeutung die Aufmerksamkeit eines Teiles des eingewanderten Elementes in hervorragendem Maße in Anspruch nehmen, gelegentlich auch bei Wahlen, und es ist vorgekommen, daß große Blätter Leitartikel, von denen sie sich ganz besonderen Einfluß auf die eingewanderte Bevölkerung versprachen, gleichzeitig in 20 und mehr Sprachen veröffentlich! haben. Neuerdings haben die chinesischen Wirren den „New York Herald" dazu veranlaßt, es wieder mit diesem Manöver zu versuchen. Obgleich es in New York zwei in chinesischer Sprache erscheinende Zeitungen tjiebt, verspürten die Leiter des „New York Herald" das unwiderstehliche Bedürfnis, auch den Lesern dieses Blattes chinesisch zu kommen. Es wurde also Jagd auf einen chinesischen Schriftgele hr- t e n gemacht und nachdem ein solcher in einem waschechten Ehinesen ausfindig gemacht worden war, erhielt er den ehrenvollen Auftrag, das Nachrichtenmaterial und die Kommentare des „Herald" über die ostasiatischen Verwicklungen in chinesischer Sprache und Schriftzeichen zu übertragen. Gleich mit der ersten Nummer, die den neuen Mitarbeiter ins Feuer führte, erzielte der „Herald" bei der chinesischen Bevölkerung New Ports einen großen Erfolg, die Insassen des Ehinesenviertels rissen sich um das Blatt und schienen mit großem Behagen von seinem Inhalt Kenntnis zu nehmen. Das fiel auf, denn Nachrichten von chinesischen Siegen oder schmeichelhafte Betrachtungen über die Ümgangssormen der Chinesen im internationalen Verkehr enthielten die Meldungen aus Ehina, mit deren Uebertragung der neue Mitarbeiter des „Herald" betraut worden war, nicht. Bald sollte das Rätsel gelöst werden, denn als die Redaktion des „Herald" den ersten Beitrag' des neuen Mitarbeiters einer Nachprüfung unterziehen lieft stellte sich heraus, daß der gute Mann feine neue Thätigkeit durch den Erlaß folgender Erklärung eröffnet hatte, die in chinesischen Schriftzeichen an der Spitze der ihm zur Verfügung gestellten Spalten stand: „Unseren chinesischen Mitbrüdern, denen diese Zeilen zu Gesichte kommen, ehrfurchtsvollen Gruß und die Segnungen der fiebenundneunzig Götter. Sollte Euch ein Ehristenhund über den Inhalt dieses Artikels befragen, so empfiehlt es sich, zu antworten, daß bann von großen, verheerenden Schlachten zwischen Japanern und Chinesen die Rede ist. Diese Zeitung ist Eigentum eines verfluchten Christen und nicyt wert, von einem Chinesen, bet sich selbst achtet, angespieen zu werden". Die über- schäumende Ursprünglichkeit dieses stimmungsvollen Entre- filets bereitete der Thätigkeit seines Verfassers am „New Pork Herald" ein jähes Ende. Humoristisches. Man gebe für jeden Teller Suppe Va bis 1 Teelöffel Toril hinzu. Toril ist Fleischextrakt aus bestem Ochsenflelsch, mit kräftigenden nahrhaften Substanzen. __ 4380 ggy Man verlange überall Toril. * Gut gezogen. A.: „Ich hätte den Herrn in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen." - Diener: „Bedauere, in wichtigen Angelegenheiten empfängt nur die gnädige Frau. * * * * Kathederblüten. Deutschlands Geschick hing nur an ehw« dünnen Faden, und daS^var Karl der* Dicke. * Lutber stand mit einem Fuße noch im Mittelalter, mit den anderen blickte er der ausgehenden Sonne der Neuzeit entgegen. * » * Der Huber Gevvl vom 6. ostasiatischen Regiment hatte gehört, daß der Kaiser von China als Sühne Trankopfer ange- bOle" Ns war fo Übel netl" meinte er. Hofbräu müßt schon für an jeden von uns raussprmgen I (Jugend.) Wie kann man schwache Sappen und Saucen sofort sdünaekhalt und iialnhalt tinachen Markus Bauer Spezial-Geschäst in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Mai in eigener lverkstätte. Gießen, Airchenplatz U- Drucksachen, Rechnung-«, Iactureu, ßirmkare, Iirieföoge«, ZlmschlLge mit Iirmeudruck fertigt billig SrShl'flhe Wv.-Kulh- u. Zltiudruckerei, Lchnlstratze 7. Bekanntmachung. Der die Stadtarmen behandelnde Arzt, Herr Dr. Heichelheim, wohnt Alieestratze 19. Bestellungen für Stadtbesuche Armer werden von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags in der medizinischen Klinik und außerhalb dieser Zeit in der Wohnung des Herrn Dr. Heichelheim entgegen genommen. Gießen, den 9. Oktober 1900. 6694 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. ___________________________Wolfs.___________________________ Bekanntmachung, — betr.: DaS Einhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis auf Art. 79 des Feldstrafgesetzes aufgefordert, ihre Tauben vom 20. Oktober bis Ende Oktober er. in den Schlägen einzuhalten. Uebertretungen dieser Vorschrift müssen nach Maßgabe des Feldstrafgesetzes zur Anzeige und zur Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 16. Oktober 1900. 6880 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __I. V.: Wolff._______________________ Großh. Gewerbeschule Gießen. Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzoglichec Zentralstelle für dir Gewerbe stehenden G werbeschule — mit Fachunterrtchr für Maurer, Zimmerer, Schreiner, Glaser, Bauschlosser, Maler und Weißbinder — beginnt am 29. Oktober d. I. und schließt Ende März d. k. I. — Nähere Auskunft über Programm und Lehrplan durch die Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu geschehen/ Gießen, am 18. Oktober 1900. 6900 Der Aufsichtsrath: Die Schulleitung: L. Hehligevstaedt. Traber. M. Sack, Ddkvplsh B.Flieder-Seifenpulver mit dem Au-rhayu. Hoflieferant. 6822 in f'sicher, hochfeiner Ware eingetroffen. L. Kalkhof. 6806 v Etets das Nen-ste. Bom Gute» das Beste. Reparaturen und Neubeziehen von Schirmen schnell, gut und billig. 689 i empfiehlt [6422 Empfehle mein Lager aller Wäsche 8s 65^7 Kircheuplatz. Polyphon Vom 6577] L Dtutscht Einheit-Seife Verwendung. // n roch abgegeben. 6791 3145 Trüffelleberwurst 6844 sicht ausgeführt. 6687 aa d A\ u II II n M n "W88 ■ -m » n ii i/ u // // u ii u I! 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